Hallo,
mutsel schrieb:Boykott z.B. Botswana als Reiseland streichen,aber wer macht das schon.
Einen indirekten Hebel gibt es bei den offenbar scheinheiligen Leuten von Wilderness Safaris. Zitat aus dem o.g. FAZ-Artikel: "Im vergangenen Jahr genehmigte die botswanische Regierung zudem einem Tourismusunternehmen den Bau einer Luxus-Lodge im Naturschutzgebiet – mit Wasserloch und Swimmingpool. Dieses Unternehmen, Wilderness Safaris, ist Weltmeister in der Vermarktung seiner angeblich so sensitiven Firmenpolitik. Wilderness Safaris erhielt unlängst einen internationalen Preis für sein verantwortungsbewusstes Ökomanagement. Den Buschmännern in der Kalahari aber verweigern die Südafrikaner die Benutzung ihres Wasserlochs."
Verbreitet man dieses Verhalten von Wilderness Safaris über Blogs, Twitter, Facebook und alles was sonst medial Aufmerksamkeit erreicht, dann kommt Wilderness Safaris unter Druck, weil dadurch ihr edles Image ruiniert wird.
Genau dieser Weg wird von anderen auch schon gegangen. Survival International hat im März und im August Briefe an Wilderness Safaris geschrieben. Da Wilderness Safaris wohl nicht reagiert hat, schreibt Survival International mittlerweile die Vertriebspartner von Wilderness Safaris an und fordert diese auf, nicht mehr bei Wilderness Safaris zu buchen. Und da wird es richtig schmerzhaft und unangenehm für Wilderness Safaris, zumal Wilderness Safaris demnächst an die Börse gehen möchte. Wilderness Safaris sah sich vorgestern zu einem 7seitigem Statement genötigt. Im Prinzip zieht sich Wilderness Safaris auf die Position zurück, dass sie:
A ein ganz tolles, ökologisches Unternehmen sind
B alle Gesetze in Botswana beachtet haben
C selbst kaum genug Wasser in ihrem CKGR-Camp haben.
http://www.wilderness-safaris.com/redirector/2052/20726Zum Schluss des 7seitigen Statements sagt Wilderness Safaris, dass sie mit allen Personen und Organisationen zusammenarbeiten wollen, die das Problem konstruktiv lösen wollen. Insbesondere seien sie bereit, mit der Regierung von Botswana zusammen zu arbeiten, um das Problem schnell zu lösen. Soll das eine Bekundung guten Willens oder eine Drohung sein? Denn wie die Regierung von Botswana das Problem lösen will, ist ja bekannt.
Meine Meinung nach allem was ich bisher dazu gelesen habe: Wilderness Safaris sagt letztlich nichts anderes, als das ausreichend Duschwasser für die Luxustouristen ihnen wichtiger ist als ggf. verdurstende "Bushmen". Das finde ich beschämend, insbesondere weil Wilderness Safaris eben so sehr mit Verantwortung etc. wirbt. Angesichts der Kapazitäten von Wilderness Safaris wäre es wohl ein leichtes, einmal im Monat einen kleinen Tanklaster mit 5.000 Litern Wasser für die Bushmen zu finanzieren.
Ich weiß nicht, wie Chrigu als Forenbetreiber dazu steht. Ich fände es gut, wenn der Boykottaufruf hier im Forum - ggf. in einem eigenem Thread - etwas bekannter gemacht wird. Es kann sich ja trotzdem jeder seine eigene Meinung bilden und Unterkünfte bei Wilderness Safaris buchen oder nicht. Interessant wäre es auch, ein Feedback von den Reiseveranstaltern/-vermittlern hier im Forum zu bekommen. Mir ist bewusst, dass das ein ganz schwieriges Thema für die ist, weil es ggf. Verträge, gerade gedruckte Kataloge uvm. gibt.
Sonnige Grüße