In Südafrika kurz vor der WM

45 Antworten · 11,7k Aufrufe · gestartet 23. Juli 2010 von chrissie
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563 Beiträge · seit 200902. Nov. 2010 ·
Hallo Sabine,

auch ich muss feststellen, dass der Reisebericht an mir vorbeigerauscht ist . Ein sehr gelungener Bericht! Ich hoffe, dass Ihr bei einem neuen Besuch in Oberbayern auch den entsprechenden Film vorführen könnt. Wir würden uns jedenfalls sehr darüber freuen. 🙂

Liebe Grüße Cécile und Mike
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200612. Nov. 2010 ·
@Sanne
Ja, für einen Stammtisch wäre es mal wieder Zeit und Lust, über den Krüger zu quatschen, habe ich immer 🙂
Danke für den Hinweis auf deinen Bericht über euren Urlaub, sonst hätte ich ihn vermutlich erst mal übersehen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

@ Cécile und Mike
Danke fürs Lob. Den Film haben wir in den letzten Tagen gerade fertig gestellt, aber ein Besuch in Oberbayern ist derzeit nicht in Sicht. Davon mal abgesehen, kennt ihr unseren Südafrikafilm von 2007 nicht. Wenn euer Interesse an Südafrika geweckt ist, würde ich euch den empfehlen.
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200612. Nov. 2010 ·
02.06. Ezulwini Valley – Ithala Game Reserve
Ich bemerkte erst beim Aufstehen, dass wir die Aircondition auch als Heizung benutzen hätten können, denn es waren nur 12,6 °C im Raum. Dafür war beim leckeren Frühstücksbuffett geheizt. Auf unserem Weg zum Ithala Game Reserve stoppten wir bei Swazi Candles. Das Angebot von Swazi Candles war überwältigend, sicherlich ist auch viel Kitsch dabei, aber es ist schon beeindruckend, was alles aus Wachs hergestellt wird. Es wurden auch Tassen und andere Handarbeiten angeboten. Natürlich konnten wir uns dem Angebot nicht entziehen und haben auch etwas gekauft. Rabatt bekamen wir keinen, den gibt es erst bei 500 Rand Einkauf. Weiter ging es nach Matata, wo es laut Reiseführer Reise Know-How die beste Einkaufsmöglichkeit im Umkreis von Big Bend gibt. Da wir nicht wussten, wie groß das Angebot in Pongola ist, wollten wir hier zuschlagen. Hier war auch der Busbahnhof und dementsprechend groß war der Trubel. Der Spar ist recht klein, aber eine Verkäuferin überaus freundlich. Sie drückte mir gleich einen Werbeflyer mit den aktuellen Sonderangeboten in die Hand und begann zu zeigen, wo sie stehen. Leider war das Angebot nicht besonders groß. Ich fragte sie, ob es in der Nähe noch einen weiteren Supermarkt gäbe und erfuhr, dass hinter dem Bottleshop von Spar noch mal ein größerer Spar ist. Jedoch war auch hier nicht alles zu bekommen: kein Joghurt und die Fleischauswahl war auch nicht besonders. Im Bottleshop nahmen wir uns noch Bier und das wichtigste eine Packung Eis mit. Um 12:00 h hatten wir alles erledigt und weiter ging es an Eseln und armseligen Hütten vorbei zum Grenzübergang Lavumisa. Auch hier wurden die Grenzformalitäten zügig erledigt. Vielleicht, weil wir aufgrund der Bauarbeiten und der damit verbundenen Straßenführung unsicher waren, und sich Christian beim letzten Kontrolleur erkundigte, ob hier die Einreise nach SA sei, ließen diese sich den Führerschein und die Pässe zeigen. Dem einen ist der Internationale Führerschein wohl noch nicht untergekommen, aber der andere erklärte ihm, dass es die driver license sei. Wir zitterten unmerklich, als einer der Grenzer um das Auto ging, denn es dürfen keine tierischen Produkte (Käse, Fleisch) eingeführt werden, aber zum Glück wollte er nicht in den Kofferraum schauen. Bis Pongola prägte über weite Strecken Zuckerrohr das Erscheinungsbild. Kurz vor Louwsburg sahen wir gegenüber eines kleines Sees auf der anderen Straßenseite Impalas, Zebras und Warzenschweine. Hinter Louwsburg ging es auf einer schmalen Straße steil hinunter zum Ithala Game Reserve. Am Mvunyane Gate wurden überaus freundlich vom „Wärter“ begrüßt. Ich kaufte für 10 Rand eine Map vom Reserve, die von uns sehr von Nutzen war. Die ersten Tiere, die wir in Ithala sahen, waren dann Giraffen.
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200612. Nov. 2010 ·
Wir bezogen unser Chalet (Nr. 1) und nach einem Kaffee gingen wir den Mboniso Trail, der in 10 Minuten zu einem Lookout mit grandioser Aussicht führt. Dafür waren wir vom birdhide nicht überzeugt. In der Rezeption erkundigten wir uns über weitere Trails, bevor Christian den Grill anwarf. Ich verzog mich bald nach drinnen, da es schnell kühl wurde, als die Sonne unterging. Später musste ich jedoch noch mal raus, den beeindruckenden Sternenhimmel bewundern. Im Schlafzimmer stellten wir den Heizradiator an, wir wollten nicht noch mal so frieren.
Gefahrene Kilometer: 325
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200612. Nov. 2010 ·
03.06. Ithala Game Reserve
Den Morgentee genoss ich eingemümmelt auf der Couch im Wohnzimmer. Kurz nach 07:00 h ging es auf die erste Pirschfahrt und es fing gut an: ein Nashorn, Wasserböcke, Zebras, einen Blesbock oder Leierantilope – da waren wir uns nicht einig- Sträuße (ist das der Plural vom Vogel Strauß?) und Gnus auf dem
Onverwachtloop. Zurück zum Frühstücken in unser Chalet und anschließend ging es wieder los. Bei einer Gabelung nahmen wir rechts den Bergvliet Loop. Von der Parkmöglichkeit an der View Site Mhulumbela sind es fünf Gehminuten bis zum fantastischen Aussichtspunkt, von dem wir auf ein kleines Bächchen und die hügelige Landschaft blicken konnten. Auch von der Sicht, die die Pongola River View Site bietet, waren wir begeistert.
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200612. Nov. 2010 ·
Zurück an der Gabelung schlugen wir nun den Dakaneni Loop ein. Die Pongola Picknicksite, die man über eine Hängebrücke erreicht, sagte Christian weniger zu, da alles etwas zugewachsen war, was uns aber nicht daran hinderte, Muffins und Pizzabrötchen zu verspeisen. Wir gingen noch direkt zum Wasser hinab, aber außer vielen Schmetterlingen schienen alle Tiere Siesta zu machen, nicht einmal Vögel waren zu entdecken. Insgesamt haben wir auf dem Loop auch viele Tiere gesehen: Kudus, Zebras, Warzenschweine, Buschböcke, Vervet Monkeys (Grünmeerkatzen), eine größere Gruppe Gnus und Impalas sowie eine dünne ca. 1,5 m lange Schlange direkt an der Straße, aber natürlich war sie für ein Foto zu schnell im angrenzenden Gestrüpp verschwunden. Elidung sahen wir auch jede Menge, aber von ihnen selbst war leider nichts zu sehen. Kurz vor 15:00 h waren wir zurück im Camp und beschlossen unseren geplanten zweitägigen Aufenthalt um eine dritte Nacht zu verlängern, was kein Problem war, denn es waren nur ein Bruchteil der Chalets belegt. Da im Camp mehrere Wanderwege sind, wollten wir uns mal wieder ein wenig bewegen und nahmen, am swimming pool vorbei, einen ca. 1 km langen (one-way) Trail, der auf eine Anhöhe führte, von der man den Fernblick genießen konnte. Mehrere (Raub-)Vögel stießen ihre Rufe aus und kreisten hoch über uns. Zum Abschluss wollten wir den Sonnenuntergang vom Viewpoint bei unserem Chalet beobachten, doch leider kamen wir zu spät an. Die Sonne war schon verschwunden. Abends wurde mal nicht gegrillt sondern gekocht, aber dafür prasselte das Feuer schön im Kamin.
Gefahrene Kilometer: 74
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200612. Nov. 2010 ·
04.06.10 Ithala Game Reserve
Um 07:00 h –pünktlich zur Öffnung der Rezeption- gaben wir unsere Sachen für die Reinigung ab. Unser morgendlicher Game Drive führte uns wieder zum Onverwacht Loop, diesmal allerdings mit der Abkürzung zwischen den Punkten 2 und 3. Auch Zebras, eine Herde Gnus, Kuhantilopen und zehn Giraffen waren schon unterwegs. Zurück im Camp begrüßten uns zwei Rockdassies, die sich die Sonne auf das Fell scheinen ließen.
Mit Hängen und Würgen tat mir Christian den Gefallen, und wir fuhren nach dem Frühstück noch mal den Dakaneni Loop, in der Hoffnung, heute Elis zu sehen. Um es vorwegzunehmen, außer haufenweise Dung und abgeknickte Zweige keine Spuren von Elefanten. Auch sonst war tierisch betrachtet nicht viel los: eine Giraffe recht bald nach dem Losfahren, viele Zebras, aber meist in einiger Entfernung und Impalas. An der Picnic Site trafen wir ein Paar mit einem kleinen Jungen, aber auch sie konnten nicht mit besonderen Tierbegegnungen punkten. Als wir losfuhren, stürmte eine große Pavianbande den Picknickplatz, wohl in der Hoffnung, ein paar Essensreste zu finden. Bei uns hatten sie Trauer: wir hatten nur einen Apfel verspeist und die Reste ordentlich entsorgt. Kleines Highlight war am Wasser ein Darter, aber auch der war nur durch das Fernglas gut zu erkennen.
Auf unserer Veranda aßen wir eine Kleinigkeit. Danach nahmen wir uns den Ngubhu Loop vor. Gleich zu Anfang sahen wir leider nur aus weiter Entfernung unsere erste Elenantilope in diesem Urlaub. Später waren acht Sträuße auszumachen, leider wieder in keiner annehmbaren Fotoentfernung. Der Viewpoint Bhumaneur animierte zu einem Stopp, zwei schöne Bänke standen für uns bereit. Kurz dahinter gibt es eine Picknicksite, die schönste unserer Meinung nach in Ithala. Die Fläche ist großzügig angelegt mit Tischen und Grillmöglichkeiten und wunderschön an einem kleinen Bach gelegen, den man allerdings mehr hört als sieht. Viele Schmetterlinge und auch Vögel schwirrten herum. Etwas abseits erhebt sich ein kleiner „Steilhang“, aber meine Hoffnung auf Eisvögel war vergeblich. Gegen 15:30 h machten wir uns auf den Rückweg. Ich wäre gern noch etwas weiter gefahren, aber wie sich herausstellte, zog sich der Rückweg ziemlich, sd es ganz gut war, dass wir umgedreht sind, sonst hätten wir höchstwahrscheinlich die letzten Kilometer ins Camp im Dunklen zurücklegen müssen und wir hätten der Giraffe, die direkt am Wegesrand stand, nicht beim Fressen zusehen können. Ich genieße es immer besonders, trotz der Nähe noch durch das Fernglas zu schauen, kann man doch damit noch zig Details erkennen, die einem sonst verborgen bleiben: die Wimpern etc . Der letzte Stopp war an der Viewsite Mgangela, die Sonne stand schon sehr tief. Bis auf die letzen Kilometer ist der Loop sehr gut befahrbar gewesen. Nicht nur deswegen gefällt er uns am besten, er ist abwechslungsreich und bietet immer wieder schöne Blicke.

Zurück im Camp noch schnell zwei Bier, ein Sechserpack Savannah und Feuerholz geholt im kleinen Shop geholt. Die Wäsche lag fertig im Bungalow auf dem Tisch, Christian zündete das Feuer im Kamin an und es gab mal wieder Nudeln. Das Thermometer stieg im Laufe des Abends von knapp 17 ° C bis auf 24,0 ° C.
Gefahrene Kilometer: 99
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zuletzt bearbeitet 12. Nov. 2010
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
05.06. Ithala – Royal Natal Nationalpark
Heute Nacht lief mir ein „gepanzerter“ Käfer über das Gesicht *schüttel*, während mir Spinnen oder Mäuse überhaupt nichts ausmachen, graust es mich bei unbekannten Käfern (oder noch schlimmer: Kakerlaken). Auch so war die Nacht nicht optimal, denn trotzdem wir den Radiator ab und zu laufen hatten, war es mir zu kalt. Da kostet das Aufstehen dann Überwindung. Nach einem kurzen Frühstück wollten wir an der Rezeption auschecken, was nicht lange gedauert hätte, wäre mir nicht die Preisliste der Game Reserves und Nationalparks von KwaZuluNatal in die Hände gefallen. Beim Durchblättern stellte ich fest, dass man uns für unsere Internetbuchung die Hochsaisonpreise fürs Wochenende und nicht die für die Nächte von So-Do berechnet hatte. Der Angestellte meinte, er habe keine Berechtigung, uns die Differenz zu erstatten, wir sollen auf den Manager warten, der gegen 08:00 h seinen Dienst antritt. Da es kurz vor 08:00 h war, beschlossen wir, dass es einen Versuch wert sei zu warten, denn die Erstattung wären knapp 60,00 €. Eine Barauszahlung war auch dem Manager nicht möglich, er füllte nur ein Refundformular aus und erklärte uns, dass es ca. eine Woche dauere, bis der Betrag unserer Kreditkarte wieder gutgeschrieben würde (Wir waren etwas skeptisch, ob es tatsächlich klappt, aber letztendlich war es uns egal, wir hatten den Versuch gemacht und dann mal abwarten: als nach sechs Wochen noch nichts gutgeschrieben worden war, schrieb ich eine freundliche Email an das Hauptbüro und bekam nur in „cc“ eine Mitteilung, dass es ans Ithala GR weitergesandt wurde. Ca. weitere sechs Wochen später, ich wollte gerade noch einen letzten Nachfrageversuch starten, wurde es unserer Kreditkarte gutgeschrieben). Gegen 08:30 h passierten wir das Hauptgate von Ithala (es gibt wohl noch einen Nebeneingang, den man wohl nur nach Voranmeldung benutzen kann). In Dundee legten wir einen Einkaufs- und Essenstop ein. Der Weg zum Royal Natal Nationalpark zog sich etwas, da auf der Strecke mehrere Baustellen waren, wo der Verkehr per Baustellenampel geregelt wurde, was natürlich zu einigen Wartezeiten führte. An einer Ampel standen wir hinter einem Pkw, dessen Fahrer die Musik so laut aufgedreht hatte, dass sogar wir noch die hämmernden Beats spüren konnten. In Bergville mussten wir noch mal einkaufen, da wir mangels großer Kühltasche in Dundee auf Fleisch und Milchprodukte verzichtet hatten, aber was war denn in diesem kleinen Örtchen los? Die Straßen waren voll von Menschenmassen, es wurde getrommelt und es herrschte eine ähnliche Stimmung wie bei Karneval. Einen Parkplatz zu ergattern, war auch nicht leicht. Ein wenig unwohl fühlten wir uns, waren wir doch die einzigen Weißen, bis wir dann mitbekamen, was der Anlass des ganzen Bimbambroriums war: der Spar-Markt feierte sein 25jähriges Jubiläum. Dort war der Menschenauflauf am größten, aber da mussten wir im wahrsten Sinne des Wortes durch. Auch im Spar selbst war es voll, aber wir bekamen, was wir benötigten. Um 15:15 h waren wir am Gate vom Royal Natal, langsam bekamen wir etwas Bammel, ob noch ein Chalet frei wäre, denn wir hatten nicht vorgebucht. Wir baten den Angestellten am Gate, im Thendele Camp nachzufragen, ob noch etwas frei ist, aber er hatte kein Telefon (und wir kein Handy 🙁 ). Wir mussten uns wieder in eine Liste eintragen und nun dauerte es eine Weile, bis der Angestellte dazu kam, uns die Schranke zu öffnen, da unzählige Autos das Camp verließen. Währenddessen kamen zwei weitere Deutsche mit dem Auto, die ebenfalls keine Vorbuchung und kein Telefon hatten, an. Wir unterhielten uns kurz, aber offensichtlich waren sie auch bange, was ihre Unterkunftschancen betraf, denn wir sahen sie abends nicht mehr. Unsere Sorge war völlig unbegründet, wir hatten sogar die Wahl zwischen Upper und Lower Camp. Leider war man nicht bereit, uns je ein Chalet vom Upper und Lower Camp zu zeigen, damit wir für uns beurteilen könnten, ob uns der Aufpreis für das höher gelegene Camp wert sei. Froh, dass überhaupt noch was frei war, entschieden wir, uns mal was zu gönnen und buchten das teurere für die nächsten drei Nächte. Als wir es uns mit einem Kaffee auf der Terrasse bequem machten, verschwand die Sonne schon hinter den Bergspitzen, und es wurde kühl. Das tiefer gelegene Camp bekam noch länger die letzten Sonnenstrahlen ab. (Da ich ein Wärme- und Lichtmensch bin, bereute ich es in diesem Moment, nicht das andere Camp gebucht zu haben. Allerdings sind wir nicht sicher, ob sie vom Standard genauso gut ausgestattet sind wie die Chalets vom Upper Camp. Vielleicht weiß jemand Bescheid?). In eine Decke gehüllt schaute ich Christian beim Grill zu. Später zogen wir uns nach drinnen an den Kamin zurück. Christian hatte noch ein „Highlight“, als er die Bettüberdecke zurückklappte und sich darunter zwei Würmer kringelten. Trotz Radiator fröstelten wir nachts wieder.
Gefahrene Kilometer: 364
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
06.06. Royal Natal Nationalpark
Nach einem gemütlichen Frühstück und einem kurzen Stopp an der Rezeption fuhren wir zum ca. 6 km entfernte Visitor Center, wo wir uns über Wanderungen informierten, Getränke und Postkarten kauften. Dann fuhren wir zum Mahai CP, dem Startpunkt unserer ca. 6 km langen Rundwanderung: The Cascades, Lookout Rock und Tiger Falls. Beim Community Guard trugen wir uns im Hiking Register ein und dann ging es dann mit Videokamera, Stativ, Fotoapparat, Fernglas und Getränken voll beladen los. Die Cascades gefielen uns sehr gut, im Sommer sind sie sicher eine willkommene Abkühlung.
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
Weiter ging es nun steil bergauf zum Lookout Rock. Die Sonne knallte inzwischen auf uns herab, aber trotzdem genossen wir den Walk und die damit verbundenen Aussichten. Ich bewunderte Christian, wie er den schweren Rucksack ohne Murren trug. Ich wollte ihn zwischendurch entlasten, aber ganz Gentleman verzichtete er darauf. Am Rock bot sich uns eine herrliche Rundumsicht, die wir mit einem älteren Pärchen aus SA (Pietermaritzburg) teilten. Sie hatten – wie sich später herausstellte- das Chalet neben uns im Camp und waren von dort losgelaufen. Ich wusste von dieser Möglichkeit, aber da nicht klar war, um wie viel weiter der Weg ist und wir außerdem noch zum VC wollten, waren wir lieber vom Mahai CP gestartet. Wir unterhielten uns gut mit den Südafrikanern, während wir unseren Proviant vertilgten.
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200606. Dez. 2010 ·
Die Tiger Falls waren nur wenig mehr als ein Rinnsal, aber da wir nicht denselben Weg zurücklaufen wollten, waren sie eine willkommene Abwechslung. Nach unserem anstrengenden Aufstieg war der Abstieg recht moderat und wir waren nach 3,5 h zurück am Auto. Es war eine nette Wanderung, wobei es angeblich andersrum gelaufen weniger anstrengend sein soll.
Da Christian gerne mal reiten wollte und es an der Rugged Campsite angeboten wurde, wollten wir dorthin fahren und uns erkundigen. Aber anscheinend liegt es außerhalb des NP und Christian scheute sich, wieder an den bettelnden bzw. Souvenirs verkaufenden Kindern vorbeizufahren, sd wir darauf verzichteten. Da wir nur noch eine kleine Flasche Wasser dabei hatten, war es vielleicht auch besser so. Zurück im Thendele Camp gaben wir unserem Kaffeedurst nach und setzten uns auf unsere Veranda. Es war toll, die unzähligen Vögel zu beobachten. Ein wunderschöner rot-blau-grün-farbener Sunbird hatte es mir besonders angetan, nur leider konnte ich ihn nur einen Augenblick im Gebüsch beobachten, bevor er weiterflog. Ein Perlhuhn erregte dafür unser Mitleid, es humpelte stark, deshalb fütterten wir es entgegen unserer Angewohnheit mit einer Scheibe Toast. Später liefen wir in Richtung Gorge, es war noch zu früh, um nur noch rumzuhängen. Die Sonne hatte sich allerdings schon etwas hinter den Bergen zurückgezogen, so dass es mitunter sehr schattig war. Am frühen Abend warf Christian den Grill an. Die Zeit bis das Essen fertig war, nutzte ich, um Karten zu schreiben, auch wenn ich sie erst auf der Weiterfahrt zum Golden Gate Nationalpark zur Post geben konnte, da es heute Morgen keine Briefmarken im VC gegeben hatte. Der Kamin erwärmte den Raum bis auf 24 ° C, so dass selbst ich nicht fror.
Gefahrene Kilometer: 18
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1’117 Beiträge · seit 201008. Dez. 2010 ·
Hallo Chrissie,

danke für deinen schöne SA-Bericht. Ich habe ihn erst jetzt gefunden, aber sofort verschlungen.

Einige eurer Stops wurden schon notiert - sie haben Chancen, bei unserer nächsten Sa-Reise dabei zu sein.

Im Royal Natal und Golden Gate waren wir vor kurzem, leider war das Wetter anfangs alles andere als optimal… Sitze gerade an meinem Bericht dazu.

Liebe Grüße vom hochsommerlichen Kap, heute mal ohne Southeaster. Wir sitzen noch bei 25° im Hemdchen draußen… 🙄
Beate
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200613. Dez. 2010 ·
Hallo Beate,
ja, das ist schade, wenn das Wetter nicht mitspielt, aber anscheinend wurde es ja wohl besser, oder? Dein Bericht würde mich auch interessieren.
Aus deinem letzten Satz habe ich interpretiert, dass du in SA lebst und nach einen Blick in dein Profil hat sich dies bestätigt. Da freut es mich ganz besonders, dass du dir aus meinem Reisebericht Anregung für eure nächste Reise holst und machst mich neugierig, was es ist.
LG aus dem winterlichen, aber heute wenigstens zeitweise sonnigen Berlin
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200613. Dez. 2010 ·
07.06.10 Royal Natal National Park
Da uns das südafrikanische Pärchen gestern so vom Sonnenaufgang vorgeschwärmt hatte, bei dem das Amphitheater kurzzeitig in pink getaucht war, passten wir heute besser als gestern auf, wo wir einfach nicht mehr daran gedacht hatten, nach draußen zu schauen, als wir aufgestanden waren. Christian hatte die Kamera in Stellung gebracht, ich gesellte mich in eine Decke gehüllt dazu, aber was war? 😠 Kein spektakulärer Sonnenaufgang. Die Sonne blieb zulange hinter dem Berg „hängen“ und als sie dann richtig draußen war, wurde das Amphitheater gleich richtig angestrahlt.
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200613. Dez. 2010 ·
Als wir frühstückten, stand ein Pavian auf unserer Veranda. Christian wollte die Gelegenheit nutzen, ein schönes Foto (von innen durch die Fensterscheibe) zu machen, aber er wurde gleich gefordert, die Verandatür gegen den ungebetenen Eindringlich zu verteidigen. Wütend sprang der Pavian noch gegen die Scheibe, bevor er sich verzog. Während Christian auf der Toilette war, musste ich auch noch beweisen, wie gut ich in der Hausverteidigung bin: Erst stand er (oder ein Artgenosse) am Küchenfenster und kam dann auf die andere Seite zur Veranda, wo ich ihn auch mit Geschrei vertrieb. Im Camp sind Schilder aufgestellt, dass man Fenster und Türen geschlossen halten soll, wenn man den Bungalow verlässt, aber das man auch sehr vorsichtig sein muss, wenn man anwesend ist…
Eigentlich sollte der Weg für die heutige Wanderung zu den Tugela Fällen direkt vom Camp an einer Fahne los gehen, aber da wir diese nicht fanden, liefen wir (nach Eintragung im Registrierungsbuch) den Fahrweg zum Thendele Camp ein Stück hinab, wo wir gestern gesehen hatten, dass diejenigen, die am Carpark starten, dazu stoßen. Es dauerte nicht lange, und wir packten unsere Jacken in den Rucksack. Dieses Mal hatte jeder einen Rucksack dabei, so hatte jeder sein „Päckchen“ zu tragen. Auch wenn am Anfang noch keine neuen Panoramen zu erspähen waren, erfreuten wir uns an der Umgebung. Ab und zu wehte ein würziger Duft um unsere Nasen und bei einer günstigen Gelegenheit wurden die Hosen gekürzt. Bald kamen wir in die Nähe des Tugela River, aber nur kurz, dann ging es in diversen Kehren langsam aber stetig bergauf. Zwei kleine Wäldchen sorgten zwischendurch für Abkühlung. Wir sahen einheimische Frauen, die Gräser schnitten, vermutlich um daraus Körbe oder ähnliches herzustellen. Sie hatten Glück, ihr „Arbeitsplatz“ lag im Schatten. Schätzungsweise nach 2 Stunden hatten wir die Gorge erreicht und nun hieß es: boulder hopping. Es war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte befürchtet, auch durchs Wasser waten zu müssen, aber jetzt im Winter war zu wenig Wasser.

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zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2010
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200613. Dez. 2010 ·
Wir gingen bis zu der Stelle, wo es nur noch über Leitern weitergeht. Wir entschieden uns für die linke, um einen Blick auf die Tugela Falls zu erhaschen. Bis hierher war keine Ausschilderung nötig, da der Pfad sehr ausgetreten war und keine Alternativen bot, aber nach der Leiter hätten wir gerne ein paar Wegweiser gehabt, denn der Pfad trennte sich öfters, mal sah man schnell, dass es nicht weiter geht, aber an einer Stelle, an der wir uns für die linke Abzweigung entschieden hatten, war nicht zu erkennen, welches der richtige Weg ist. Wir kamen an einem höhlenartigen Unterstand an und gegenüber könnte ein Wasserfall gewesen sein – wenn denn Wasser fließen würde. Wir gingen noch ein Stück weiter, aber da nicht zu erkennen war, wohin der Weg führt und es von der Leiter nur 10 min bergauf sein sollte, machten wir hier Rast und genossen den Ausblick, der auch ohne Wasserfall klasse war. Ca. nach 20 min machten wir uns auf den Heimweg. Durch die Gorge ließen wir uns viel Zeit, denn ein Fehltritt hier könnte unangenehme Folgen haben. Nach knapp sechs Stunden waren wir zurück im Camp, dieses Mal sogar auf dem direkten Weg.
Leider lag unser Bungalow bereits im Schatten, aber eingehüllt in eine Decke ließ ich es mir nicht nehmen, meinen Kaffee draußen zu trinken. Christian wurde währenddessen Augenzeuge eines Überfalls: Ein großer Baboon schnappte sich schnell eine Tüte, die die Frau vom Bungalow nebenan beim Auto ausladen hinter sich gestellt hatte. Trotz ihres Geschreis ließ er sich seine Beute nicht mehr nehmen. Wir hatten zur „Verteidigung“ schon eine Blechschüssel und ein Messer zum Draufschlagen bereitgelegt- und siehe da, heimlich, still und leise kam ein Pavian um die Ecke geschlichen und setzte sich keine zwei Meter von mir. Christian „haute sofort auf die Pauke“ und der Baboon suchte das Weite.
Für abends benötigten wir noch Feuerholz. Da das von der Rezeption gestern feucht war und deshalb nicht gut brannte, fuhren wir zum Visitor Center runter. Grillanzünder, ein Sechserpack Bier, ein Savanna und eine Art Bacardi Breezer wurden auch noch mitbesorgt. Hier unten schien noch schön die Sonne, so dass wir uns am Damm ins Gras setzten, den Ibissen zusahen und einfach die letzten Sonnenstrahlen genossen. Da die Sonne auch hier bald hinter einem Felsmassiv verschwunden war, wurde es wieder kühl, und wir fuhren zurück. Christian feuerte den Kamin an, und abends kochten wir zur Abwechslung mal wieder.
Gefahrene Kilometer: 11
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Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200613. Dez. 2010 ·
08.06. Royal Natal NP-Golden Gate Highlands NP
Der Tag begann stürmisch. Also wieder keine Chance auf den viel umschwärmten Sonnenaufgang. Wir frühstückten in Ruhe und da man die Schlüssel in die Keybox werfen kann, brauchten wir nicht bis zur Öffnung der Rezeption zu warten. Wir fuhren auf der R 74 Richtung Harriessmith. Auf 16 km windet sich die Straße zum Olivierhoek Pass hinauf und man überquert die Grenze zwischen Kwazulu Natal zum Free State. Den ersten Halt legten wir am Sterkfontain Dam ein. Es war immer noch extrem windig, so dass Christian sich überwinden musste, aus dem Auto auszusteigen, um ein paar Filmaufnahmen zu machen. Auf der Weiterfahrt sahen wir Zebras und Gnus und wichen immer wieder den vielen Potholes aus. Im Visitor Center vom Sterkfontain Dam sehe ich mich nur kurz um, obwohl die Schautafeln einen längeren Aufenthalt gerechtfertigt hätten, aber Christian war im Auto sitzen geblieben. An der Kreuzung der R 74 mit der R 712 bogen wir links Richtung Golden Gate NP ab. Bevor wir jedoch dorthin fuhren, zweigten wir nach Phuthaditjhaba ab, denn wir wollten zum Sentinel Car Park, denn dort startet der Sentinel Hiking Trail, der zum Rand der Abbruchkante des Amphitheaters führt. Die Straße durch das belebte Phuthaditjhaba zog sich hin, aber es war abwechslungsreich: Industriegebiet, Einkaufzentrum, sogar eine Universität und viele Leute entlang der Straße. Am Gate nahmen wir nach kurzem Zögern zum ersten Mal eine Anhalterin mit, da wir Mitleid mit ihr bei dem stürmischen Wetter hatten. Wie sich herausstellte, war sie eine Angestellte des Witsieshoek Mountain Ressort und auf der kurzen Fahrt unterhielten wir uns angeregt mit ihr. Es gibt übrigens einen Shuttleservice für die Angestellten zum Hotel, aber auf den hätte sie noch über eine Stunde warten müssen. Bis kurz vor dem Hotel ist die Straße geteert, danach geht sie in eine Schotterpiste über, die sich in vielen Serpentinen entlang eines Bergrückens hoch windet. Unsere naive Hoffnung, dass der Sturm nachlässt, schwand mit jedem Höhenmeter, aber so kurz vor dem Ziel umkehren kam für uns nicht in Frage. Oben angekommen, gab es neben einem Parkplatz ein kleines Rangerbüro, in dem man sich wieder registrieren muss. Dahinter startete der Wanderweg, dessen erster Teil eben ist und dann im Zickzack steil bergauf geht.

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zuletzt bearbeitet 13. Dez. 2010
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200613. Dez. 2010 ·
Hier entschieden wir uns schweren Herzens aus Sicherheitsgründen umzukehren, denn der Sturm hatte inzwischen fast Orkanstärke erreicht, und ich hatte große Mühe, auf dem Weg zu bleiben. Auf der Rückfahrt zum Gate hielten wir oft an und bewunderten die beeindruckende Sicht auf das Amphitheater und den hervorstechenden Sentinel.
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1’117 Beiträge · seit 201014. Dez. 2010 ·
Hallo Chrissie,

ja, das war blöd: Wir hatten leider nur je 2 Nächte in Harrismith und Clarens. Harrismith war komplett verregnet, grausam. Ich werde davon berichten. In Clarens schien dann zum Glück wieder die Sonne.
Wir waren vor 9 Jahren zuletzt in Natal und waren wieder ganz begeistert. So gibt es die Überlegung, dass wir uns dort irgendwann noch mal richtig lange tummeln wollen… Möglichst nicht erst in 9 Jahren! Ithala könnte dann wohl dabei sein, und natürlich die Drakensberge.

Liebe Grüße
Beate
Themenstarter2’459 Beiträge · seit 200629. Dez. 2010 ·
Beate2 schrieb:
Ich werde davon berichten.
Freue mich auf den Bericht.
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