Arbeitsvisumpflicht für Reiseführer

16 Antworten · 4’071 Aufrufe · gestartet 22. Juli 2010 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,4k Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hallo zusammen,

da hier im Forum ja auch einige Reiseführer (professionell oder semi-professionell) unterwegs sind, hier ein Hinweis den ich soeben erhalten habe.

Es werden OHNE Ausnahme alle Reiseführer an der Einreise nach Namibia gehindert, die keine gültige Arbeitserlaubnis bzw. kein gültiges Arbeitsvisum für Namibia haben. Dies ist v.a. auch regelmäßig bei Overland Tour Guides der Fall. Für einige Reisegruppen war in den letzten Tagen damit die Reise an der namibischen Grenze beendet!
(Quelle: Ministry of Home Affairs, Namibia)

Sonnige Grüße
christian
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3’766 Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Na, diese Meldung birgt doch einiges an Konfliktpotential!

Ich stelle mir gerade vor wie es in Europa wäre oder gewesen wäre wenn bei Busreisen für jedes Land eine Arbeitserlaubnis hätte vorliegen müssen. Auch könnte dann die Retourkutsche kommen und Länder wie Botswana und Südafrika dann auch keine Overlander aus Namibia mehr einlassen.

Das den "wilden" Unternehmen Einhalt geboten werden muss werstehe ich, aber wenn ein zB in Südafrika zugelassenes Unternehmen dann nicht mehr Namibia durchfahren kann, ich weiss nicht.

Passt noch die Meldung das es immer schwieriger wird für Namibia ein Workpermit zu erhalten oder ein Unternehmen zu gründen.

Ich denke manchmal das Namibia sehr bemüht daraum ist möglichst unatraktiv zu werden für Investoren und Urlauber.

Vlt wird Namibia wieder zu dem zurückkehren was es einmal war, ein Land mit weniger Touristen dafür mit Platz für die wenigen. 🙂

Es wird immer spannender zu beobachten wo hin sich Namibia entwickelt 🙂

Gruss Kurt
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1’159 Beiträge · seit 200722. Juli 2010 ·
Crazy Zebra schrieb:
Auch könnte dann die Retourkutsche kommen und Länder wie Botswana [...] dann auch keine Overlander aus Namibia mehr einlassen.

Das ist m.E. schon lange so (für Reiseführer)...

Sonnige Grüße
Oshivambo Enda nawa Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2010
3’766 Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Oshivambo schrieb:
Crazy Zebra schrieb:
Auch könnte dann die Retourkutsche kommen und Länder wie Botswana [...] dann auch keine Overlander aus Namibia mehr einlassen.

Das ist m.E. schon lange so...

Sonnige Grüße
Hallo Oshivambo

das wusste ich nicht! Danke!

Ich denke das es dann ziemlich schwierig wird zB eine 3 Länderrundreise zu planen.

Ich würde meinen das in der Union ein Länderübergreifender Standart gut wäre mit Zertifikat. Zertifizierung für ein Land und dann eine für mehrere Länder, müsste doch im interesse des Tourismus machbar sein?

Gruss Kurt

PS
Nationalparks wären davon ausgeschlossen, ich denke hier braucht es etwas mehr an Ausbildung.
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zuletzt bearbeitet 22. Juli 2010
Themenstarter33,4k Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hi Kurt,

kurz zur Aufklärung.
Auch könnte dann die Retourkutsche kommen und Länder wie Botswana und Südafrika dann auch keine Overlander aus Namibia mehr einlassen.
Ist dort schon länger der Fall. In Südafrika muss man sogar für jede Region in der man "führen" will eine Genehmigung haben.
Passt noch die Meldung das es immer schwieriger wird für Namibia ein Workpermit zu erhalten oder ein Unternehmen zu gründen.
Korrekt, aber Tour Guides bekommen ein Work Visum ohne Probleme auf Antrag, wenn sie bei einem Reiseunternehmen angestellt sind geht es noch schneller und die TASA hilft allen ausländischen Mitglieds-Guides dabei. Daran soll es nicht scheitern.

Also, alles halb so wild, man muss es nur eben wissen. Und die anderen Länder machen es genauso oder noch "aufwendiger".

Sonnige Grüße
Christian
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3’766 Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hallo Christian,

mit der nötigen Hintergrundinformation entschärft sich dies Meldung doch um einiges.

Und wenn es um die Wilden geht, da hab ich kein Problem damit! Das ist dann im Interesse des Reisenden.

Danke für die Infos und Gruss Kurt
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2’781 Beiträge · seit 200722. Juli 2010 ·
hallo Christian
wie auch bei uns in Argentinien und Chile, wo ich in der Reisebranche tätig bin, ist es so dass der Arbeitsmarkt im Tourismus nur noch durch strenge Kontrollen geregelt werden kann. Es ist jedermann klar und verständlich dass man nicht einfach in einem fremden Land als Tourist einreisen kann um danach als Kellner, Bankangesteller, Lehrer oder Physiker eine Arbeit anzunehmen. Doch in der Reisebranche sind Überschreitungen die Regel. Für internationale Tour Operators war es früher relativ einfach Arbeitsbewilligungen für ihre Reiseleiter (stationär oder Rundreisen)zu bekommen. Meine alten Pässe sind voll mit Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen aus vielen Ländern darunter auch Griechenland, Kenya, Kuba. Heutzutage ist es viel schweiriger diese Bewilligungen zu bekommen weil es eine neue Generation einheimischer qualifizierter Arbeitskräfte gibt, welche diese Jobs haben wollen und mússen da sie sich ja dafür auch speziell haben ausbilden lassen.

Es gibt sogar Gebiete, bei uns die Nationalparks in Patagonien, wo nur staatlich zugelassene lokale Reiseleiter Gruppen führen dürfen. Es genügt nicht nur eine Aufenthaltsbewilligung zu haben, man muss auch eine entsprechende Ausbildung oder Erfahrung in der Branche/Gegend nachweisen können. Ich finde dies absolut korrekt, denn nur so kann auch gewährleistet werden dass den Kunden nicht irgend ein Schmarrn erzählt wird. In meinen 24 Jahren in der Tourismusbranche habe ich haarsträubende Beispiele dafür.

Es ist jedoch sinnvoll und korrekt wenn ein Tourconductor mitreist um die Qualität des lokalen Reiseführers, der Unterkünfte, der Fahrzeuge, kurz aller gebotenen Leistungen zu kontrollieren und sicherzustellen. Er ist die Brücke zwischen der Reiseorganisation und des Leistungserbringers. Diese Figur ist in der Grauzone, das wissen unsere Behörden genau.

Christian, wie wird dies in Namibia gehandhabt?

viele Grüsse leona
Gruss Leona
3’766 Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
La Leona schrieb:
Es gibt sogar Gebiete, bei uns die Nationalparks in Patagonien,
viele Grüsse leona


Hallo La Leona

Das klingt wie Musik in meinen Ohren

P-A-T-A-G-O-N-I-E-N

so nun bis du auf einer Liste 😄

Gruss Kurt
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zuletzt bearbeitet 22. Juli 2010
Themenstarter33,4k Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hi Leona,
Christian, wie wird dies in Namibia gehandhabt?
Was genau meinst Du? Mir ist Deine Frage nicht ganz klar.

Also in Namibia bis Du als Reiseleiter beim NTB registriert (als Tour & Safari Operator und/oder als Activity Operator) und kannst zudem noch Mitglied bei z.B. der TASA oder TAN werden. Für diese Mitglieschaften brauchst Du bestimmte Qualifikationsnachweise. Und dann kann es los gehen. Als ausländischer Guide brauchst Du eben noch das Arbeitsvisum.

Sonnige Grüße
Christian
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2’781 Beiträge · seit 200722. Juli 2010 ·
travelNAMIBIA schrieb:
Hi Leona,
Christian, wie wird dies in Namibia gehandhabt?
Was genau meinst Du? Mir ist Deine Frage nicht ganz klar.

hallo Christian
Beispiel: Eine Reisegruppe aus der Schweiz fliegt mit einem schweizer TC in Zürich ab (TC= tourconductor, von dem Schweizer Reisebüro angestellt und in dessen Auftrag reist er das ganze Jahr durch die ganze Welt als Gruppenbegleiter)

In Windhoek landet das Flugzeug und alle Passagiere inkl. TC reisen als Touristen ein. In der Ankunftshalle warten der namibische Reiseleiter und der namibische Fahrer auf die Gruppe (von der nambischen Agentur, welche alle notwenigen von dir erwähnten Mitgliedschaften und permits erfüllt) und los gehts.

Die Grauzone deshalb, weil diese Begleitperson als zahlender Toruist in der Passagierliest aufgeführt ist, seine Unterkunft auch vom Reisebüro in der Schweiz bezahlt wird, er jedoch eine remunerierte Tätigkeit ausübt.

ist es nun etwas klarer?

viele Grüsse
leona
Gruss Leona
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2010
Themenstarter33,4k Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hi Leona,

verstanden 🙂 Also grundsätzlich benötigt man für jede bezahlte Arbeit (auch wenn die Bezahlung nur durch Kost & Logis stattfindet) ein Arbeitsvisum oder ein Arbeitspermit. Also auch der TC in Deinem Beispiel müsste dann dieser Vorschrift folgend ein Visum/Permit benötigen. Es kann natürlich aber in dem Fall keiner so richtig überprüfen, insbesondere weil diese Person dann ja z.B. auch in den Touristenunterkünften übernachtet (und nicht in den meist auch vorhandene Guide-Unterkünften), diese Person bei der Einreise wohl - fälschlicherweise - "Tourist" ankreuzt und nicht "Business" etc.

Also rechtlich (bin aber kein namibischer Anwalt ;-)) bräuchte die Person eine Erlaubnis...

Sonnige Grüße
Christian
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273 Beiträge · seit 200922. Juli 2010 ·
In Südafrika muss man sogar für jede Region in der man "führen"
will eine Genehmigung haben.

Woher hast du denn diese Weisheit?

In Südafrika muss man eine Qualifikation als Guide haben.
Klar. Als Guide in NP's ist das vom Gesetz her der Nature Guide
THETA (Tourism, Hospitality, Sport, Education Authority)
erstellt das Programm und stellt das Zerfifikat aus,
man lernt über einen Provider, üblicherweise über die FGASA
(Field Guide Association of Southern Africa),
unterstes Level ist Level 1.

Mit dem Zertifikat und mit dem außerdem benötigten
First Aid Cerfificate und dem PDP (Public Driving Permit)
lässt du dich bei der DEAT (Departement of Environamental Affairs
and Tourism) registrieren. Fertig.

Mit dem Nature Guide Level 1 ist man berechtigt,
in ganz Südafrika zu führen.

Die Qualifikation nennt sich übrigens
National Skills Programme NQF2
mit den Standards Nature Site Guide (*8478 und 8440).
Dieser Teil des National Qualifications Framework
ist für viele Länder Afrikas übertragbar.

D.h. man registriert sich beim entsprechenden Ministerium
in Botswana, Namibia, etc..

Noch Fragen?
Als FGASA Mitglied kann ich gerne auch Fragen weiterleiten!
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
Themenstarter33,4k Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hi DummiYummi,
Woher hast du denn diese Weisheit?
Vielleicht hatte ich mich missverständlich ausgedrückt, aber was ich meine steht auch auf der offizielle Seite des DEAT: "Tourist guides in South Africa fall into three broad categories comprising nature, culture and adventure guides. These categories in turn have three levels, reflecting the complexity and amount of learning required: site or specialist, regional or provincial and national levels. Tourist guides can only guide within the scope of the categories and levels for which they have qualified." Es gibt also durchaus Guides die dürfen nur in einem Wissensbereich und in einer Provinz führen etc.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
273 Beiträge · seit 200922. Juli 2010 ·
Werter Christian,
ich bin FGASA Field Guide
und ich arbeite seit Jahren in ganz Südafrika.
Und ich bin nur bei DEAT und sonst nirgends registriert
und zwar zu Beginn mit der Level 1 Qualifizierung.

Es gibt noch den Local Nature Guide.
Der ist quasi ein Anlernling,
der eien einfache Prüfung ablegt,
um in seiner Gegend Leute herumführen zu dürfen.
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
Themenstarter33,4k Beiträge · seit 200622. Juli 2010 ·
Hallo DummiYummi,

ich denke wir reden einfach aneinander vorbei. Ist ja auch hier eigentlich unerheblich - ging ja um Namibia 🙂

Sonnige Grüße
Christian

P.S.
Nur kurz:
Registrierungen in SA gehen nur über eine Provinz (und dann zum DEAT) und dann wird man eben als Guide für eine der von mir aus offiziellen Dokumenten zitierten Kategorien bzw. Gebiete registriert.

Nachzulesen u.a. hier:
- http://www.ledet.gov.za/index.php?page=guideold
- http://www.environment.gov.za/Services/application_forms/Tour-guide-registration-ANNEXA.doc
- http://www.capegateway.gov.za/touristguide
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2010