29./30.04.2010 (1.Tag)
Anreise - Windhoek - Amani Lodge
26km
Nach bangen Tagen in denen uns die Vulkanaschewolke über Deutschland um unseren Urlaub fürchten lies ist der Himmel jetzt wieder frei.
Per Rail & Fly geht es von Hannover nach Frankfurt. Dabei erfahren wir vom Schaffner, dass wir uns eigentlich am Ticket-Automaten anhand unserer Buchungsnummern Tickets hätten ausdrucken müssen. Wir haben nur unsere Sitzplatzreservierungen und die Buchungsausdrucke von Opodo.de. Aber man zeigt sich kulant und so kommen wir problemlos und pünklich in Frankfurt an. Wir sind früh dran, so dass der weite Weg vom Fernbahnhof zu Terminal 2 kein Problem ist. Am Check-in ist auch nix los und nur wenige Minuten später ist alles erledigt.
Der Flieger ist nicht ganz ausgebucht und wir starten pünktlich. Um 5:15Uhr landen wir noch in völliger Dunkelheit in Windhoek. Die Einreise erfolgt wie gewohnt zügig und korrekt.
In der Ankunftshalle stehen jede Menge Abholer der Mietwagenverleiher und Reiseveranstalter, nur von ASCO ist niemand da. Naja, wir sind früh dran und haben Zeit. Die nutzen wir, um uns in der Wechselstube mit N$ zu versorgen.
Allmählich ist der Tag angebrochen und wir sind die einzigen Passagiere unseres Fluges, die noch in der Ankunftshalle ausharren. Telefonisch ist bei ASCO noch niemand zu erreichen, die Bürozeiten beginnen erst um 8:00Uhr. Um 7:15Uhr entschließen wir uns, ein Taxi für die Fahrt zum Vermieter zu nehmen und dieses dann Asco in Rechnung zu stellen. Das klappt dann aber leider nicht, da man unserem Buchungsbüro mitgeteilt hatte, dass Asco grundsätzlich erst ab 7:30Uhr abholt und unser Shuttle gerade am Flughafen vergeblich nach uns sucht. Man zeigt uns sogar die Mail an D.A.S die von dort leider nicht an uns weitergeleitet wurde. Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber ausdrücklich anmerken, dass ansonsten alle Buchungen und Arrangements von D.A.S vorzüglich geklappt haben.
Tja, da dachten wir, schon eine Menge Geduld am Flughafen aufgebracht zu haben, aber für afrikanische Verhältnisse halt immer noch nicht genug.
Wir hatten einen Toyota Landcruiser gemietet. Der Wagen hatte 65.000km gelaufen und machte schon auf den ersten Blick einen tadellosen Eindruck. Die 4 Reifen waren neu, lediglich die beiden Ersatzräder waren schon sehr abgefahren und hatten kaum noch Profil. Als ich dies ansprach erklärte man mir, dass man die Landcruiser mit Reifen mit verstärkter Karkasse ausrüstet, da diese teurer sind aber keine Neureifen auf die Ersatzräder montiert. Man wäre auch gerne bereit, die Ersatzreifen gegen neue Standard-Geländereifen (sind die üblichen Reifen am Hilux) auszutauschen, würde uns dies aber nicht empfehlen, da man der festen Überzeugung sei, die abgefahrenen verstärkten Ersatzreifen wären die bessere Wahl. Ich vertraue dieser Aussage, mal schauen ob zurecht.
Da ich die Homepage bei ASCO nicht richtig gelesen hatte, war ich der Meinung, der Wagen hätte ein Tankvolumen von 130l plus zwei Reservekanistern. Tatsächlich hatte er aber ein Tankvolumen von 130l incl. zwei Reservekanistern. Hier wurde unkompliziert Abhilfe geschaffen indem zwei weitere Kanister auf dem Dach montiert wurden.
Satellitentelefon und Navi (NÜVI) lagen aufgeladen im Fahrzeug bereit. Reflektoren, und zweites Warndreieck für den Grenzübertritt nach Zambia waren da. Zusätzlich hatte der Wagen noch einen großen Kühlschrank sowie Campingstühle und Campingtisch für Picknick unterwegs.
Unser erstes Ziel war der nächstgelegene Supermarkt um unseren Kühlschrank mit ausreichend Wasser, Bier, CocaCola light und Dry Lemon zu füllen. Zu Kathrins bedauern gab es kein Savanna. Darüber hinaus noch einige 5l-Kanister Wasser für Notfälle, falls der Wagen in der Wüste streikt. Hier noch ein kleiner Hinweis für alle, die wie ich gerne CocaCola light trinken. In Namibia gibt es auch Kingsley Cola light und die Dosen sehen den CocaCola light Dosen zu verwechsel ähnlich. Leider schmeckt das Zeug aber nicht zum verwechseln ähnlich, sondern echt ekelig.
Dann geht's raus aus der Stadt. Der Linksverkehr klappt von Anfang an problemlos, selbst Blinker und Scheibenwischer werden nur selten verwechselt. Aber die Umstellung von einem Deutschen Mittelklassewagen auf solch ein Schlachtschiff ist schon enorm. Beschleunigung wie ein Trecker, ein Wendekeis wie ein LKW und eine Straßenlage wie ein Schiff auf hoher See lassen ein ganz anderes Fahrgefühl aufkommen - ich liebe es.
Raus aus der Stadt, wundere ich mich über ein hin und wieder zu hörendes lautes Piep-Geräusch. Es dauert einige Zeit, bis mit klar wird, dass der Wagen damit das Überschreiten von 80km/h akustisch anzeigt. Was soll der Blödsinn, dafür gibt's doch einen Tacho und Blinde werden den Wagen wohl kaum fahren.
Wir verließen die Stadt auf der C26 und erreichten schon nach wenigen Kilometern die Abzweigung zur Amani-Lodge. Von dort noch 6 Kilometer auf dem Farmpad und wir hatten unsere erste Unterkunft dieser Reise erreicht.
Bis zum nachmittäglichen Gamedrive hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, welche ich lesend auf der Veranda unserer Hütte verbrachte und leider auch eine kleine Tragödie miterleben musste.
Ich saß noch nicht lange, da vernahm ich ein lautes "boing". Ein Maskanbülbül war mit voller Wucht gegen die Glastür zu unserer Hütte geflogen und hockte jetzt reichlich benommen direkt neben mir.

Nach einiger Zeit schien er sich berappelt zu haben und flog ins Dachgebälk unserer Hütte, von wo er mich die nächste Zeit beim lesen beobachtete. "Da ist er wohl noch mal mit einer Beule davon gekommen", dachte ich gerade, da fällt mir der kleine Vogel direkt vor die Füße, zuckt noch einmal und ist dann tot. Vermutlich hat er sich bei dem Aufprall auf die Scheibe das Genick gebrochen, ohne die Nerven zu beschädigen, was dann erst bei einer späteren Bewegung des Kopfes passierte. Mir bleibt nur, den noch warmen Körper unter dem nächsten Busch zur letzten Ruhe zu betten.
Von diesem traurigen Erlebnis werden wir durch das zahme Warzenschwein der Lodge abgelenkt. Witzig ist vor allem, wenn andere Lodgegäste vor den Tier reißaus nehmen; dabei läuft es ihnen nur hinterher, weil es geknuddelt werden will.

Der Gamedrive führt zuerst zu den Geparden. In dem sehr weitläufigen Areal leben 5 männliche Geparden, welche auch nach kurzer Zeit angerannt kommen, um sich Ihre tägliche Fleischportion abzuholen. Es handelt sich um halbwilde Tiere, die nicht domestiziert sind, aber auch das jagen nicht gelernt haben. Nur durch einen hüfthohen Lattenzaun von den Tieren getrennt, ist dies ein sehr intensives Erlebnis. Herrlich sind auch die Geräusche, die die Geparden von sich geben, keine andere Katze kann sich in solch einer Lautvielfalt artikulieren.


Danach geht es zu einem Hide, von dem aus man das Gehege des Leoparden überblicken kann. Als typischer Vertreter seiner Art hat er sich aber versteckt und lässt sich trotz Fleischköders nicht blicken.
Das Löwenpärchen präsentiert sich dem gegenüber in voller Pracht. Leider ist es inzwischen so Dunkel, dass die Fotos alle verwackelt sind. Die Nacht über drang das Brüllen der Löwen bis zu unserer Unterkunft.
Das letzte Katzenerlebnis des Tages gab es dann abends im Restaurant, als es sich die Hauskatze Bonny bei mir auf dem Schoß bequem machte.
Der Himmel hatte sich schon den ganzen Tag über immer weiter zugezogen und während des Gamedrives hatte es auch ein paar Tropfen geregnet. Abends mit einem GinTonic auf der Veranda konnten wir am Horizont starkes Wetterleuchten beobachten.
Amani Lodge
Bei der Amani Lodge handelt es sich um die höchstgelegene Unterkunft in Namibia auf 2.160m ü.NN. Man wohnt in reetgedeckten Bungalows, welche am Hang liegen und einen weiten Blick über das Khomas-Hochland bieten.

Bei der Lapa sind die normalerweise offenen Bereiche alle mit Glasscheiben abgeschlossen. Eine Konzession an die Höhe und die sich daraus ergebenden niedrigen Temperaturen am Morgen und Abend. Gerade zur kühleren Jahreszeit wussten wir dies sehr zu schätzen.

Die Einrichtung des Restaurants und der Hütte ist rustikal. Alles ist sauber und ordentlich. Das Personal freundlich, aber zurückhaltend.
Zum Frühstück gibt es Buffet und zum Abend ein 3-gängiges Menü.
Preis: 1.400,-N$ p.P. (DBB)
Note: 2-












































































































































































