Reisebericht

Reisebericht Desert to Delta

von Topobär · begonnen 04. Juni 2010 · 25 Teile

Über diesen Reisebericht

Wir sind im April und Mai 2010 zu zweit mit einem gemieteten Toyota Landcruiser in Namibia, Sambia und Botswana unterwegs – selbstfahrend von der Namib-Wüste über das Erongo-Gebirge, Damaraland und Kaokoveld bis nach Etosha. Auf der ersten Lodge leben gehaltene Geparden, darunter ein zehn Wochen altes Junges, dessen Mutter auf Farmland getötet wurde, im Bachbett des Hoarusib verbringen wir mit unserem Guide Stunden auf der Fährte einer Wüstenelefantenherde, ohne sie je zu Gesicht zu bekommen – ein Beweis für die Distanzen, die die Tiere zurücklegen. Auf der privaten Ongava-Konzession lässt unser Guide den Sundowner bewusst bis nach Sonnenuntergang warten, um uns aus wenigen Metern zwei Nashorn-Kühe mit Kalb zu zeigen.

Über den Caprivi geht es an den glasklaren Kwando, wo Flusspferde über den Flussgrund laufen und sich eine Elefantenherde allein durch Händeklatschen vertreiben lässt, weiter nach Sambia an die Viktoriafälle und schließlich nach Botswana, wo wir auf dem Chobe eine Bootssafari unternehmen. In Savuti übernachten wir, weil das gebuchte Camp kurzfristig geschlossen ist, in einem eigens für uns aufgebauten mobilen Zeltcamp – nachts äst ein Elefant nur zwei Meter vom Zelt entfernt.

Den Abschluss bildet eine Flugsafari ins Okavango-Delta: Bootsfahrten durch schilfgesäumte Kanäle, ein Löwenpaar, das sich für seine Flitterwochen auf eine kleine Insel zurückgezogen hat, und eine Mokoro-Tour, bei der uns ein winziger Frosch im Boot besucht. In der Kalahari bei Ghanzi, wo uns bei einer Gepardenfütterung ohne trennenden Zaun Raubkatzen ganz nah kommen, klingt die Reise auf einer Düne bei Sonnenuntergang aus.

Reisezeitraum
29./30. April – 24./25. Mai 2010
Länder
Namibia, Sambia, Botswana
Gruppe
2 Personen
Reiseart
Selbstfahrer; dreitägige Flugsafari im Okavango-Delta (Kwetsani Camp) ohne eigenes Fahrzeug
Fahrzeug
gemieteter Toyota Landcruiser (ASCO Car Hire)
Veranstalter
Buchungsbüro D.A.S.
Unterkunftsart
durchgehend Lodges/Tented Camps, dazu ein mobiles Zeltcamp (Pride of Africa) in Savuti
Route
Windhoek – Amani Lodge – Sossusvlei – Erongo-Gebirge – Twyfelfontein/Mowani – Khowarib – Purros (Hoanib/Hoarusib) – Opuwo – Epupa-Fälle – Ruacana – Hobatere – Etosha-Nationalpark (Ongava, Mushara) – Susuwe/Kwando (Bwabwata) – Victoriafälle (Sambia) – Chobe/Kasane – Savuti – Okavango-Delta (Kwetsani) – Ghanzi – Kalahari (Bagatelle) – Windhoek
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometerangabe im Bericht; längste Tagesetappe 793 km (Mushara Outpost–Susuwe Island Lodge)
Flug/Anreise
Bahn Hannover–Frankfurt, Flug Frankfurt–Windhoek und zurück (Air Namibia); Rückflug mit mehrstündiger Verspätung wegen Kerosinmangels und Zwischenlandung in Luanda
Besonderheit
Savuti Elephant Camp kurzfristig wegen Wartungsarbeiten geschlossen, deshalb Unterbringung in einem eigens aufgebauten mobilen Zeltcamp; auch die Motswiri Lodge bei Ghanzi war wegen Überschwemmung geschlossen, Ersatz in einer nahegelegenen Lodge organisiert
Gebiete
Namib-Naukluft-Park · Erongo-Gebirge · Kaokoveld · Etosha-Nationalpark · Bwabwata-Nationalpark · Chobe-Nationalpark · Okavango-Delta
Orte
Epupa-Fälle · Victoriafälle
Unterkünfte
Amani Lodge · Sossusvlei Lodge · Erongo Wilderness Lodge · Mowani Mountain Camp · Khowarib Lodge · Okahirongo Elephant Lodge · Opuwo Country Hotel · Epupa Falls Lodge · Hobatere Lodge · Ongava Lodge · Mushara Outpost · Susuwe Island Lodge · Sussi & Chuma Lodge · Kubu Lodge · Kwetsani Camp · Bagatelle Game Ranch
Reiseart
Flugsafari Okavango-Delta · Mobiles Zeltcamp
Bedingungen
Hochwasser Sambesi und Chobe · Tiefsandpiste Kachikau-Savuti · Kazungula-Fähre · Veterinärzaun Caprivi · Camp-Schliessung Savuti
Natur
Wüstenelefanten · Zebramangusten

Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.

Teil 104. Juni 2010
Jetzt sind wir schon seit 9 Tagen wieder zurück aus Afrika - Zeit mit dem Reisebericht zu beginnen.

29./30.04.2010 (1.Tag)
Anreise - Windhoek - Amani Lodge

26km

Nach bangen Tagen in denen uns die Vulkanaschewolke über Deutschland um unseren Urlaub fürchten lies ist der Himmel jetzt wieder frei.

Per Rail & Fly geht es von Hannover nach Frankfurt. Dabei erfahren wir vom Schaffner, dass wir uns eigentlich am Ticket-Automaten anhand unserer Buchungsnummern Tickets hätten ausdrucken müssen. Wir haben nur unsere Sitzplatzreservierungen und die Buchungsausdrucke von Opodo.de. Aber man zeigt sich kulant und so kommen wir problemlos und pünklich in Frankfurt an. Wir sind früh dran, so dass der weite Weg vom Fernbahnhof zu Terminal 2 kein Problem ist. Am Check-in ist auch nix los und nur wenige Minuten später ist alles erledigt.

Der Flieger ist nicht ganz ausgebucht und wir starten pünktlich. Um 5:15Uhr landen wir noch in völliger Dunkelheit in Windhoek. Die Einreise erfolgt wie gewohnt zügig und korrekt.

In der Ankunftshalle stehen jede Menge Abholer der Mietwagenverleiher und Reiseveranstalter, nur von ASCO ist niemand da. Naja, wir sind früh dran und haben Zeit. Die nutzen wir, um uns in der Wechselstube mit N$ zu versorgen.

Allmählich ist der Tag angebrochen und wir sind die einzigen Passagiere unseres Fluges, die noch in der Ankunftshalle ausharren. Telefonisch ist bei ASCO noch niemand zu erreichen, die Bürozeiten beginnen erst um 8:00Uhr. Um 7:15Uhr entschließen wir uns, ein Taxi für die Fahrt zum Vermieter zu nehmen und dieses dann Asco in Rechnung zu stellen. Das klappt dann aber leider nicht, da man unserem Buchungsbüro mitgeteilt hatte, dass Asco grundsätzlich erst ab 7:30Uhr abholt und unser Shuttle gerade am Flughafen vergeblich nach uns sucht. Man zeigt uns sogar die Mail an D.A.S die von dort leider nicht an uns weitergeleitet wurde. Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber ausdrücklich anmerken, dass ansonsten alle Buchungen und Arrangements von D.A.S vorzüglich geklappt haben.

Tja, da dachten wir, schon eine Menge Geduld am Flughafen aufgebracht zu haben, aber für afrikanische Verhältnisse halt immer noch nicht genug.

Wir hatten einen Toyota Landcruiser gemietet. Der Wagen hatte 65.000km gelaufen und machte schon auf den ersten Blick einen tadellosen Eindruck. Die 4 Reifen waren neu, lediglich die beiden Ersatzräder waren schon sehr abgefahren und hatten kaum noch Profil. Als ich dies ansprach erklärte man mir, dass man die Landcruiser mit Reifen mit verstärkter Karkasse ausrüstet, da diese teurer sind aber keine Neureifen auf die Ersatzräder montiert. Man wäre auch gerne bereit, die Ersatzreifen gegen neue Standard-Geländereifen (sind die üblichen Reifen am Hilux) auszutauschen, würde uns dies aber nicht empfehlen, da man der festen Überzeugung sei, die abgefahrenen verstärkten Ersatzreifen wären die bessere Wahl. Ich vertraue dieser Aussage, mal schauen ob zurecht.

Da ich die Homepage bei ASCO nicht richtig gelesen hatte, war ich der Meinung, der Wagen hätte ein Tankvolumen von 130l plus zwei Reservekanistern. Tatsächlich hatte er aber ein Tankvolumen von 130l incl. zwei Reservekanistern. Hier wurde unkompliziert Abhilfe geschaffen indem zwei weitere Kanister auf dem Dach montiert wurden.

Satellitentelefon und Navi (NÜVI) lagen aufgeladen im Fahrzeug bereit. Reflektoren, und zweites Warndreieck für den Grenzübertritt nach Zambia waren da. Zusätzlich hatte der Wagen noch einen großen Kühlschrank sowie Campingstühle und Campingtisch für Picknick unterwegs.

Unser erstes Ziel war der nächstgelegene Supermarkt um unseren Kühlschrank mit ausreichend Wasser, Bier, CocaCola light und Dry Lemon zu füllen. Zu Kathrins bedauern gab es kein Savanna. Darüber hinaus noch einige 5l-Kanister Wasser für Notfälle, falls der Wagen in der Wüste streikt. Hier noch ein kleiner Hinweis für alle, die wie ich gerne CocaCola light trinken. In Namibia gibt es auch Kingsley Cola light und die Dosen sehen den CocaCola light Dosen zu verwechsel ähnlich. Leider schmeckt das Zeug aber nicht zum verwechseln ähnlich, sondern echt ekelig.

Dann geht's raus aus der Stadt. Der Linksverkehr klappt von Anfang an problemlos, selbst Blinker und Scheibenwischer werden nur selten verwechselt. Aber die Umstellung von einem Deutschen Mittelklassewagen auf solch ein Schlachtschiff ist schon enorm. Beschleunigung wie ein Trecker, ein Wendekeis wie ein LKW und eine Straßenlage wie ein Schiff auf hoher See lassen ein ganz anderes Fahrgefühl aufkommen - ich liebe es.

Raus aus der Stadt, wundere ich mich über ein hin und wieder zu hörendes lautes Piep-Geräusch. Es dauert einige Zeit, bis mit klar wird, dass der Wagen damit das Überschreiten von 80km/h akustisch anzeigt. Was soll der Blödsinn, dafür gibt's doch einen Tacho und Blinde werden den Wagen wohl kaum fahren.

Wir verließen die Stadt auf der C26 und erreichten schon nach wenigen Kilometern die Abzweigung zur Amani-Lodge. Von dort noch 6 Kilometer auf dem Farmpad und wir hatten unsere erste Unterkunft dieser Reise erreicht.

Bis zum nachmittäglichen Gamedrive hatten wir noch ein paar Stunden Zeit, welche ich lesend auf der Veranda unserer Hütte verbrachte und leider auch eine kleine Tragödie miterleben musste.

Ich saß noch nicht lange, da vernahm ich ein lautes "boing". Ein Maskanbülbül war mit voller Wucht gegen die Glastür zu unserer Hütte geflogen und hockte jetzt reichlich benommen direkt neben mir.

Nach einiger Zeit schien er sich berappelt zu haben und flog ins Dachgebälk unserer Hütte, von wo er mich die nächste Zeit beim lesen beobachtete. "Da ist er wohl noch mal mit einer Beule davon gekommen", dachte ich gerade, da fällt mir der kleine Vogel direkt vor die Füße, zuckt noch einmal und ist dann tot. Vermutlich hat er sich bei dem Aufprall auf die Scheibe das Genick gebrochen, ohne die Nerven zu beschädigen, was dann erst bei einer späteren Bewegung des Kopfes passierte. Mir bleibt nur, den noch warmen Körper unter dem nächsten Busch zur letzten Ruhe zu betten.

Von diesem traurigen Erlebnis werden wir durch das zahme Warzenschwein der Lodge abgelenkt. Witzig ist vor allem, wenn andere Lodgegäste vor den Tier reißaus nehmen; dabei läuft es ihnen nur hinterher, weil es geknuddelt werden will.



Der Gamedrive führt zuerst zu den Geparden. In dem sehr weitläufigen Areal leben 5 männliche Geparden, welche auch nach kurzer Zeit angerannt kommen, um sich Ihre tägliche Fleischportion abzuholen. Es handelt sich um halbwilde Tiere, die nicht domestiziert sind, aber auch das jagen nicht gelernt haben. Nur durch einen hüfthohen Lattenzaun von den Tieren getrennt, ist dies ein sehr intensives Erlebnis. Herrlich sind auch die Geräusche, die die Geparden von sich geben, keine andere Katze kann sich in solch einer Lautvielfalt artikulieren.



Danach geht es zu einem Hide, von dem aus man das Gehege des Leoparden überblicken kann. Als typischer Vertreter seiner Art hat er sich aber versteckt und lässt sich trotz Fleischköders nicht blicken.

Das Löwenpärchen präsentiert sich dem gegenüber in voller Pracht. Leider ist es inzwischen so Dunkel, dass die Fotos alle verwackelt sind. Die Nacht über drang das Brüllen der Löwen bis zu unserer Unterkunft.

Das letzte Katzenerlebnis des Tages gab es dann abends im Restaurant, als es sich die Hauskatze Bonny bei mir auf dem Schoß bequem machte.

Der Himmel hatte sich schon den ganzen Tag über immer weiter zugezogen und während des Gamedrives hatte es auch ein paar Tropfen geregnet. Abends mit einem GinTonic auf der Veranda konnten wir am Horizont starkes Wetterleuchten beobachten.

Amani Lodge

Bei der Amani Lodge handelt es sich um die höchstgelegene Unterkunft in Namibia auf 2.160m ü.NN. Man wohnt in reetgedeckten Bungalows, welche am Hang liegen und einen weiten Blick über das Khomas-Hochland bieten.



Bei der Lapa sind die normalerweise offenen Bereiche alle mit Glasscheiben abgeschlossen. Eine Konzession an die Höhe und die sich daraus ergebenden niedrigen Temperaturen am Morgen und Abend. Gerade zur kühleren Jahreszeit wussten wir dies sehr zu schätzen.



Die Einrichtung des Restaurants und der Hütte ist rustikal. Alles ist sauber und ordentlich. Das Personal freundlich, aber zurückhaltend.

Zum Frühstück gibt es Buffet und zum Abend ein 3-gängiges Menü.

Preis: 1.400,-N$ p.P. (DBB)

Note: 2-
Teil 211. Juni 2010
01.05.2010 (2.Tag)
Amani Lodge - Sossusvlei Lodge

403km

Wie jeden Tag auf dieser Reise sitzen wir zum frühest möglichen Zeitpunkt beim Frühstück. Die Tage sind zu dieser Jahreszeit einfach viel zu kurz um morgens auch noch lange zu schlafen. Da gehen wir lieber abends etwas früher ins Bett. Da man hier so nah an der Natur ist, fällt mir diese Umstellung meines persönlichen Rythmus auch nicht schwer. Morgens komme ich problemlos aus den Federn, während sich abends oftmals schon um 21:00Uhr eine ordentliche Bettschwere einstellt.

Gleich nach dem Frühstück dürfen wir dann noch die "Hauskatzen" besuchen. Da ist zunächst einmal ein 8 Jahre altes Gepardenmännchen, welches sofort auf uns zukommt um sich seine Streicheleinheiten abzuholen. Unglaublich wie laut der schnurren kann - wie ein getunter 8-Zylinder. Als wir weitergehen weicht er uns nicht von der Seite, ein unglaubliches Gefühl, mit solch einem eleganten Wesen Seite an Seite spazieren zu gehen.

Dann kommen wir zu einem abgetrennten Bereich. Hier wird ein erst 10 Wochen altes Geparden-Junges aufgezogen, dessen Mutter auf Farmland getötet wurde. So was Süßes! Die müssen bestimmt Gepäckkontrollen bei den abreisenden Gästen machen, damit niemand den Kleinen mitnimmt.



Der Kleine wird zur Zeit noch überwiegend mit der Flasche aufgezogen und darüber hinaus gerade an die ersten kleinen Happen Mett gewöhnt. Durch seine Gesichtszeichnung macht er immer einen etwas traurigen Eindruck, was durch sein verspieltes Verhalten aber Lügen gestraft wird.



Im Gegensatz zum offiziellen BigCat-Gamedrive am gestrigen Nachmittag ist der Besuch der zahmen Geparden gratis.

Als wir losfahren ist der Himmel schon ziemlich bedeckt. Je weiter wir Richtung Westen fahren desto tiefer hängen die Wolken und werden auch immer düsterer. Ab Nauchas öffnet der Himmel seine Schleusen und als wir am Aussichtspunkt des Spreetshoogte Pass ankommen gießt es wie aus Kübeln und die Sicht reicht keine 100m. Sehr schade, denn für uns ist es ein besonderer Ort. Hier haben wir 1996 unsere erste Nacht auf afrikanischem Boden verbracht; damals mit weitem Blick in die Ebene und fantastischem Sonnenuntergang. Ich glaube das war bereits der Moment, wo uns der Virus Africanus infizierte.

Die Abfahrt den Pass hinunter war trotz der denkbar schlechtesten Straßenbedingungen kein Problem. Ich frage mich woher der Nimbus einer besonders schwierigen Strecke kommt. Mein Tipp an alle: Lasst Euch nicht durch irgendwelche Gruselmärchen von dieser schönen Strecke abhalten.

Der Regen begleitete uns weiter über Solitaire bis zur Sossusvlei Lodge. Es stand reichlich Wasser auf dem Pad. Da taten uns die vielen Fahrradfahrer die wir überholten echt Leid. Insgesamt überholten wir weit über 50 Radler, die anscheinend zu einer großen französischen Gruppe gehörten, die mit 2 Begleit-Trucks unterwegs waren. Machte den Eindruck wie Overlander per Fahrrad.

Um 13:00Uhr hatten wir die Sossusvlei Lodge erreicht, checkten nur kurz ein und machten uns dann sogleich auf den Weg in den Nationalpark. Es regnete noch immer, was den Tieren hier aber sehr gelegen kam. Noch nie habe ich hier im Sussusvlei so viele Tiere gesehen. Vor allem jede Menge Springböcke und Oryx, aber auch einige Schakale bekamen wir zu Gesicht. Alle sehr munter und aktiv, anstatt wie sonst apathisch die Hitze ertragend.



Auf der Fahrt kamen uns einige Autos entgegen, in unsere Richtung fuhr niemand. Am 2x4 Parkplatz war keine Menschenseele und am 4x4 Parkplatz sah es nicht anders aus. Der Regen legte eine Pause ein, die wir für ein Picknick nutzten. Tische und Bänke sind hier vorhanden. Gesellschaft leisteten uns dabei einige Kapsperlinge, die auf Brotkrumen hofften. Dabei waren die Weibchen erheblich mutiger als die Männchen.

Auf eine Wanderung ins Deadvlei verzichteten wir. Ich denke, dass dieser Ort nur bei Sonne seine Wirkung entfaltet. Die Dünenlandschaft zeigte aber trotz des wiedrigen Wetters seine Pracht. Der nasse Sand leuchtete viel farbkräftiger als im trockenen Zustand und mit dem dunklen Himmel ergab sich ein dramatisches Farbspiel.

Nachdem es wieder anfing zu regnen machten wir uns auf den Rückweg. Als wir bei Düne 45 ankamen regnete es schon wieder etwas weniger, so dass wir uns kurzerhand entschlossen einen kleinen Verdauungsspaziergang dort hinauf zu machen. Auch da kam uns das Wetter nicht ganz ungelegen. Es ging sich viel lässiger als unter der normalerweise üblichen prallen Sonne.



Wieder hinunter wählte ich den direkten Weg, während Kathrin lieber wieder den Dünenkamm entlang ging.



Beim Sonnenuntergang späte die Sonne dann ganz weit entfernt im Westen kurz durch ein kleines Loch in den Wolken - ein Hoffnungsschimmer für den morgigen Tag. Abends auf der Veranda tobten aber wieder ringsumher die Gewitter und erläuchteten mit ihren Blitzen die Szenerie.

Sossusvlei Lodge

Wenn man vor dem Haupteingang steht, wähnt man sich eher in Marokko. Das zentrale Areal ist einer Kasbah nachempfunden, was hier am Rande der Dünen recht gut passt.



Der Restaurantbereich ist riesig, so dass auch bei Regen alle im Gebäude essen können. Die Bar ist allerdings darauf eingerichtet, dass die Gäste im freien sitzen, was bei dem hier normalerweise herrschenden Wetter auch kein Problem ist.

Das Personal ist nett und freundlich, der Service gut. Zum Dinner gibt es ein erstklassiges Buffet. Mir hat besonders gut gefallen, dass es sich in weiten Teilen um ein Zutaten-Buffet handelt. D.h. man sucht sich sein Fleisch und sein Gemüse nach eigenen Vorlieben aus und das ganze wird dann vor einem individuell zubereitet. Es standen 10 verschiedene Sorten Fleisch zur Auswahl für's Barbeque, am besten schmeckte mir Zebra, dass ich hier erstmals angeboten bekam. Die Auswahl bei dem Gemüse war vergleichbar gut, es wurde dann auf einer Heißplatte kurzgebraten. Selbstverständlich gab es darüber hinaus auch die bei Buffets normalerweise üblichen fertigen Speisen. Ein Wehmutstropfen war dann, dass die sehr lecker aussehende Panna Cotta (mein mit großem Abstand liebstes Dessert) leider schon alle war als ich mir meinen Nachtisch holen wollte.

Die Unterkünfte sind eine Mischung aus Haus und Zelt. Das Badezimmer und der Eingangsbereich sind gemauert und mit festem Dach, der direkt daran anschließende Wohn-/Schlafbereich besteht aus einer Zeltkonstuktion wobei jedoch rundherum ein ca. 80cm hoher gemauerter Sockel vorhanden ist. Vor dem Zelt liegt eine mit einem Sonnensegel überdachte ummauerte Veranda.

Ist gerade das Badezimmer in vielen afrikanischen Lodges ein echter Hingucker, so fällt es in der Sossusvlei Lodge sehr nüchtern aus. Das könnte so auch in jedem deutschen Stadthotel stehen. Der Hauptraum ist ganz nett, Ihr könnt ihn auf dem Bild sehen. Das Sonnensegel über der Veranda ist nicht wasserdicht so dass wir nur in den Gewitterpausen draußen sitzen konnten.



Insgesamt gibt es über 40 Unterkünfte, die leider sehr dicht beieinander stehen. So hat man nicht von allen einen Blick in die Wüste, sondern sieht nur die anderen Zelte. Wir hatten Glück und standen in der ersten Reihe.



Preis: 1.100,-N$ p.P. (DBB)

Note: 3+
Teil 318. Juni 2010
02.05.2010 (3.Tag)
Sossusvlei Lodge - Erongo Wilderness Lodge

506km

Obwohl es noch fast die ganze Nacht gewittert hat, werden wir morgens von der Sonne geweckt. Nur in den Bergen am Horizont hängen noch dunkle Wolken. Wir genießen den Blick aus unserem Zelt.



Bevor wir uns auf die lange Tagesetappe machen, statten wir noch dem Sesriem Canyon einen Besuch ab. Von oben macht er noch nicht so viel her.



Das ändert sich sofort, wenn man in die schmalen Schluchten hinabsteigt. So früh am Morgen liegt hier unten noch alles in tiefen Schatten, während die Sonne weiter oben die Konglomerat-Felsen in warmen Licht beleuchtet.

Mussten wir bei unserem letzten Besuch 1996 noch über so manche Felsstufe hinweg klettern um nach unten zu gelangen, gibt es jetzt an den steilsten Absätzen aus Naturstein gemauerte Treppenstufen. Doch auch die helfen uns derzeit nicht weiter, denn dort wo der Weg den Grund der Schlucht erreicht, versperrt ein großes Wasserloch den Weiterweg. Das moddrige Wasser läd nicht zum schwimmen ein und so müssen wir unverrichteter Dinge umkehren.



Dann starten wir durch; doch obwohl wir eine weite Strecke vor uns haben, nehmen wir nicht den direkten Weg nach Norden, sondern fahren zunächst auf der D854 südlich des Naukluftgebirges entlang um dann bei Büllsport auf die C14 zu stoßen, die uns Richtung Norden führt. Die Wolken werden dabei immer weniger, verschwinden aber nicht ganz. Hin und wieder sieht es aus wie das Tischtuch auf dem Tafelberg von Kapstadt.

In Solitaire machen wir eine erste Pause. Natürlich tanken wir nicht nur voll, sondern statten auch der berühmten Bäckerei einen Besuch ab. Da wir aber keinen Appetit auf Süßkram haben entscheiden wir uns im Gegensatz zu den allermeisten Kunden gegen den bekannten Apfelkuchen und für die hausgemachte Pizza. Eine ausgesprochen leckere Wahl.

Der gestrige Regen hat den Staub und Dunst aus der Luft gespült, so dass wir heute eine für Namibia ungewohnte Fernsicht haben. Gerade hier am Rande der Namib fällt das ganz besonders auf.

Am Rande des Kuiseb Canyon finden wir einen schönen Picknickplatz mit Blick in die Schlucht. Hier packen wir Tisch und Stühle aus und genießen unser Lunchpaket sowie den Rest Pizza.



Schon auf dem bisherigen Weg haben wir viele Tiere gesehen. Vor allem Springböcke und Oryx, aber auch Strauße und Gnus. Jetzt wo die Straße ein Stück durch den Nationalpark führt werden es noch mehr.

Ein echtes Problem beim Autofahren ist die Konstellation Springböcke und Zäune auf beiden Seiten der Straße. Fährt man langsamer als die Tiere laufen können, laufen diese die ganze Zeit vor dem Auto her. Das kann man wahrscheinlich so lange treiben, bis die Tiere vor Erschöpfung umfallen. Also heißt es Gas geben und vorbei, denn sowie das Auto neben den Springböcken ist machen diese eine 180° Wendung und bleiben gleich darauf stehen. Leider geben sie vorher noch einmal richtig Gas und ein Springbock ist bei der Wende voll in den Zaun geknallt. Tat mir unglaublich Leid, aber egal was man anstellt, man kann es nur falsch machen.

Das positive Tiererlebnis war eine Familie Löffelhunde. Ich war sehr überrascht, diese eigentlich dämmerungsaktiven Tiere am frühen Nachmittag in der prallen Sonne zu sehen. Vielleicht hat sie der Regen in der letzten Nacht von der Nahrungssuche abgehalten. Leider waren die Löffelhunde sehr scheu und suchten sofort das Weite als ich zum fotografieren anhielt.

Bei den Witwatersbergen zeigt sich die Landschaft noch einmal in voller Pracht. Mächtige, an vielen Stellen noch vom herabrinnenden Wasser glänzende Granit-Dome. Kein Wunder das der Größe unter ihnen den ganz offiziell den Namen "Stahlhelmberg" trägt. Danach wird die Landschaft bis Karibib deutlich langweiliger.

Ab Karibib haben wir dann bis zur Abzweigung zu unserer Unterkunft, kurz vor Omaruru Asphalt unter den Reifen. Da kann man mal etwas schneller vorankommen denke ich noch, doch kaum überschreitet der Tacho die 130km/h gellt ein unangenehmer Pfeifton durch den Wagen, der im Gegensatz zum 80km/h Pieps auch erst verschwindet, wenn wir die Geschwindigkeit wieder drosseln. Damit haben wir das größte Manko unseres Wagens entdeckt und es wird uns noch auf so mancher Asphalt-Etappe verfolgen.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir die Erongo Wilderness Lodge. Mit unserem Wagen brauchen wir nicht auf dem PKW-Parkplatz zu bleiben (hier in Namibia zählt anscheinend auch ein BMW X5 noch zu den PKW 😛 ) sondern können gleich bis zur Rezeption durchfahren.

Wir beziehen nur kurz unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte und machen uns dann schnell auf den Weg zum Sundowner, damit ich einen GinTonic in die Hand bekomme ehe die Sonne ausgeknipst wird. Nur wenig oberhalb des Restaurants finden wir eine schöne Granitkuppe auf der wir die letzten Sonnenstrahlen genießen.



Erongo Wilderness Lodge

Hier wohnt man in Zelten. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen, es gibt sogar einen gut bestückten Kühlschrank. An das Zelt schließt sich das freie, nur von einer 1,70m hohen Natursteinmauer umgebene Bad an. Über Zelt und Bad zieht sich ein Überdach aus Stroh. Vor dem Zelt eine Veranda mit Tisch und Stühlen sowie einem schönen Blick über das kleine Tal in dem die Lodge liegt.



Wie schon geschrieben liegt die Lodge in einem kleinen versteckten Tal am Rande des Erongogebirges. Die Rezeption und der Parkplatz für die Geländewagen befinden sich im Talgrund. Die Zelte verteilen sich an der Westseite des Tals und sind alle über relativ steile Treppenwege zu erreichen.



Auf der gegenüberliegenden Talseite befindet sich das Restaurant und der Poolbereich. Man sieht also, dass der Besuch der Erongo Wilderness Lodge mit ordentlich Treppensteigen verbunden ist. Das Restaurant ist halb in den Fels hinein gebaut und hat auf der zum Tal hin gelegenen Seite, großzügige unverglaste Fensteröffnungen, die beim Essen einen weiten Blick über die Landschaft erlauben. Hier wird auch Futter ausgelegt, so dass immer wieder Tiere vorbeischauen. Weiter unten im Tal sieht man ein Wasserloch.



Das Frühstück war das Beste der ganzen Reise. Neben den üblichen Eierspeisen gab es auch Crepes mit diversen Füllungen von süß bis herzhaft. Ein Traum! Zum Dinner gab es ein dreigängiges Menü, wobei man beim Hauptgang zwischen zwei Gerichten wählen konnte.

Zur Lodge gehört ein 2.000ha großer Wildreservat in dem Wanderungen und Natur-Drives angeboten werden. Private Fahrten sind in diesem Areal nicht gestattet.

Preis: 1.320,-N$ p.P. pro Nacht (DBB)

Note: 2+
Teil 423. Juni 2010
03.05.2010 (4.Tag)
Erongo-Gebirge

244km

Ein super leckeres Frühstück und dabei schon Tiere beobachten. Was will man mehr, als so in den Tag zu starten. Auf den Felsen direkt am Restaurant tummeln sich zahlreiche Dassies, darunter auch viele Jungtiere, die bedauerlicherweise etwas scheuer sind und sich deshalb nur im Hintergrund halten.



So aus der Nähe betrachtet kann man auch gut erkennen, weshalb die kleinen Tierchen so gut klettern können. Anstelle von Krallen endet jede Zehe in einem eigenen kleinen Ballen, was einen Effekt hat, als würden die Dassies an jeder Zehe einen kleinen Kletterschuh tragen.

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf zur Ameib-Ranch. Dazu fahren wir auf unserer gestrigen Strecke wieder zurück nach Karibib und biegen dort auf die B2 nach Westen ab. Nach 30km auf dieser Straße verlassen wir den Asphalt wieder nach Norden auf die Zufahrt zur Ameib Ranch. Nach insgesamt ca. 1,5h erreichen wir unser Ziel, entrichten den Eintritt und erhalten einen kleinen Flyer mit Infos und Kartenskizze zum Klettersteig Elefantenkopf.

Das Gelände der Ameib Ranch ist traumhaft; schon die Anfahrt zum Startpunkt der Wanderung lässt Freude aufkommen. Wir parken unter einigen riesigen Felskugeln und gehen auf der großen Ebene unter dem Elefantenkopf Richtung Westen. Bald sehen wir ein Schild mit der Aufschrift "Klettersteig" und kurz darauf sehen wir die ersten Wegmarkierungen (grüne Punkte mit weißer Umrandung). Wenn man die Augen offen hält ist die Orientierung kein Problem, den es gibt reichlich Markierungen.

Man umrundet weiterhin den Elefantenkopf, das Gelände steigt allmählich leicht an und ringsumher eine Vielzahl Granitkugeln, wegen derer Ameib so bekannt geworden ist.



Nachdem man den Berg zu etwa einem Viertel umrundet hat erheben sich über einem zwei große Felstürme. Hier geht der Weg jetzt nach oben.



Durch ein Gewirr von Schluchten, Spalten und Blöcken geht es in den Einschnitt zwischen den beiden Türmen. Die Orientierung ist aufgrund der vielen Markierungen kein Problem. Bei größeren Absätzen wurde mit Stahlklammern der Aufstieg erleichtert. Unterwegs immer mal wieder schöne Blicke in die Tiefe.



Immer wieder müssen wir uns auch durch Büsche zwängen, die in den engen Durchgängen wachsen. Alles kein Problem, bis es auf einmal höllisch brennt, als wir einen Busch nur kurz berühren. Bei näherer Betrachtung kann man gewisse parallelen zur Brennnessel erkennen. Allerdings ist dieser Busch erheblich schmerzhafter. In Afrika ist halt alles was die Natur im Überlebenskampf aufbietet stärker als im gemäßigten Europa. Ärgerlicherweise füllt der Busch den Spalt komplett auf, so dass wir vor der Wahl stehen: Umkehren oder Zähne zusammenbeißen. Wir entscheiden und für letzteres, trotz kurzer Hose meinerseits.

Kurz bevor wir den Gipfel erreichen kommt dann die Schlüsselstelle. Eine weitere Schlucht endet in einer Sackgasse, die nur über eine der Seitenwände verlassen werden kann. Um diese ca. 6m hohe Wandstufe zu überwinden sind hier zahlreiche Stahlbügel als Tritte in der Wand verankert und zusätzlich noch eine Kette zum greifen.



Ist diese Stelle überwunden hat man die Gipfel-Hochfläche erreicht und steht kurz darauf am höchsten Punkt der Wanderung mit entsprechenden Weit- und Tiefblicken. Weit unten sehen wir unser Auto stehen, dort müssen wir wieder hin.



Ab jetzt bewegt man sich nur noch auf der riesigen Granitfläche. Man kommt noch an einigen versteckten Gärten vorbei, die man hier nie erwartet hätte. Das Ganze erinnert etwas an Bushmans Paradise an der Spitzkoppe. In vielen Felsenpools steht noch Wasser und kurz sehen wir eine Gruppe von 3 Klippspringern.

Die Granitplatten sind zum Teil recht steil, so dass man sorgsam auftreten muss, um nicht wegzurutschen. Die Markierungen sind jetzt rar geworden, was aber kein Problem ist, da man sein Ziel ständig vor Augen hat.



Mit Pausen waren wir 1,5h unterwegs. Sonderlich anstrengend ist die Wanderung nicht, allerdings ist man ab der Hochfläche die ganze Zeit der prallen Sonne ausgesetzt, was ganz schön heiß werden kann. Wir machen jedenfalls erst einmal ausgiebig Lunchtime im Schatten unter den großen Granitkugeln bei unserem Auto.

Wenn man klettert oder Klettersteige in den Alpen kennt, ist die Bezeichnung Klettersteig für diese Wanderung sicherlich weit überzogen, was aber in keiner Weise die Schönheit dieser Tour schmälert.

Anscheinend gibt es aber seit kurzem noch einen weiteren deutlich anspruchsvolleren Klettersteig auf dem Gelände der Ameib Ranch. Weiss da jemand was genaueres?

Über die D1935 und D2315 vollendeten wir die Umrundung des Erongogebirges und waren um 15:00Uhr zurück auf der Erongo Wilderness Lodge. So hatten wir noch die Gelegenheit an dem Nature Drive mit Sundowner teilzunehmen.

Mit unserem Tourguide Coolis hatten wir großes Glück. Er schilderte sehr einfühlsam das Zusammenwirken von Tieren, Pflanzen und Menschen hier in der Gegend.

Obwohl es auf dem Geländer der Lodge reichlich Tiere gibt, hatte man uns schon vorgewarnt, dass wir wohl nur wenige sehen werden; zu unübersichtlich ist das Gelände. So war es dann auch, was aber kein Problem war. Coolis meinte nur, das er sicherlich jeden Tag von Leoparden beobachtet wird, selbst aber vor 2 Jahren seinen letzten gesehen hat.

Zum Sundowner verließen wir das Fahrzeug und wanderten 15min. über Felsen zu Paula's Cave.

[foto: 23056]

Bedauerlicherweise konnten wir aber die Höhle selbst nicht betreten um uns die Bushman Paintings anzusehen. In der Höhle hatten sich afrikanische Wildbienen niedergelassen, die das Gebiet um Ihren Stock sehr aggressiv verteidigen.



Bis wir wieder zurück auf der Lodge war, war es stockdunkel. Die Zeit bis zum wiederum sehr leckeren Dinner wurde von zwei Stachelschweinen erkürzt, die bis direkt ans Restaurant kamen.



Um den "Iro" wir so mancher Punk sie beneiden. 😉
Teil 509. Juli 2010
Urlaubsbedingt war eine Woche Schreibpause.

04.05.2010 (5.Tag)
Erongo Wilderness Lodge - Mowani Mountain Camp

250km

Beim ersten Anzeichen der Morgendämmerung war ich wach. Da wir an der Frontseite das Zelt lediglich mit den Fliegengittern verschlossen und die Zeltplanen offen gelassen hatten, konnte ich im Bett liegend einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben.

Das wiederum sehr gute Frühstück genossen wir auch heute morgen zusammen mit zahlreichen Dassies und Vögeln. Vor allem die quietschbunten Minipapageien waren eine echte Augenweide.



Wir wollten mal wieder abseits der üblichen Touristenpfade wandeln und hatten uns für diese Etappe die Strecke über Brandberg West vorgenommen. Somit starteten wir wieder sehr früh und entschieden uns bis Uis für die schnellste Strecke. In einer Stunde hatten wir via C36 unser erstes Zwischenziel erreicht. Unterwegs zunächst noch schöne Aussichten zum Erongogebirge und zur in der Ferne liegenden Spitzkoppe, bevor dann immer mehr das gewaltige Massiv des Brandbergs die Szenerie beherrschte.

In Uis füllten wir nur kurz unsere Diesel- und Wasservorräte auf und begaben uns dann auf die D2342 in Richtung der ehemaligen Mine Brandberg West.

Die Umgebung wurde immer wüstenhafter - die Landschaft immer weiter. Ich finde es sehr schwierig, solch weite Landschaften auf ein Foto zu bannen, bei dem dies dann auch richtig rüber kommt. Ist mir auch hier nicht gelungen, weshalb Ihr hier jetzt Eure Fantasie oder Erinnerung bemühen müsst.

Zum Ugab hinab führte der Weg in eine Schlucht. Hier war jetzt jegliche Vegetation verschwunden und nur noch Fels, Geröll uns Sand um uns herum. Man kam sich vor, wie auf einem anderen Planeten.

Beim am Ugab gelegenen "Save the Rhino Camp" wurden unsere Fahrzeugdaten erfasst, da es hier in eine Conservation Area geht. Eintritt wird aber nicht verlangt.

Der Ugab ist schnell und problemlos durchquert und am anderen Ufer geht es gleich wieder in eine Schlucht hinein. Hier ist aber alles saftig grün, da sich wenige Kilometer oberhalb ein Quelle in der Schlucht befindet. Dies sorgt auch für die schwierigsten Fahrpassagen des heutigen Tages, da einige ausgefahrenen Steilauffahrten arg verschlammt waren. Es reichte aber die Untersetzung - unseren letzten Trumpf, die Differenzialsperren, brauchten wir hier noch nicht ausspielen.

Gleich nach der Quelle verändert sich die Vegetation erneut schlagartig. Hier ist wieder Halbwüste. Eine einsame Akazie mitten in der Schlucht bot uns einen perfekten Picknickplatz zum Mittagessen. Eine für uns Zivilisationsgeschädigte ungewohnte Stille herrschte hier. Man hörte das Rauschen des Bluts in den Ohren.



Die Schlucht entlässt uns am Südrand des Desolation Valleys. Wir wenden uns hier nach Osten und fahren auf den schon gut sichtbaren Doros-Krater zu. Von der Regenzeit steht noch reichlich Gras auf den Ebenen, so dass wir hin und wieder auch Tiere sehen, hauptsächlich Strauße und Springböcke.



Es geht direkt an den Hängen des Doros-Kraters entlang. Allgemein ist die Strecke besser zu befahren, als ich es in Erinnerung hatte und auch die Orientierung ist (vor allem auch durch GPS) nicht sehr anspruchsvoll. Allerdings führt die Strecke häufig über sehr spitzes Vulkangestein, was dann zwei Kilometer vor erreichen des Pads am verbrannten Berg seinen Tribut fordert. Wir haben den ersten (und glücklicherweise auch einzigen) Platten dieser Reise. Das Ganze ist in einer viertel Stunde schnell erledigt, aber so knapp vor Wiedererreichen der Zivilisation ist es schon ein wenig ärgerlich.



Vom verbrannten Berg ist es dann nur noch einen Katzensprung bis zu unserer heutigen Unterkunft, die wir eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen. Selbigen erleben wir dann vom sehr schönen Sundownerplatz des Camps aus.



Mowani Mountain Camp

Das Camp liegt eingebettet zwischen riesigen Felskugeln, unterhalb des namensgebenden Mount Mowani, unweit von Twyfelfontein.

Lounge und Restaurant passen sich mit Ihren kugelförmigen Dächern gut der Umgebung an. Der Pool wirkt fast wie ein natürliches Bassin, geschützt zwischen hohen Felsen und nach vorne mit weitem Blick über das Tal.

Nur zwei Minuten den Berg hinauf befindet sich ein perfekter Sundowner-Place mit Bar, wie er besser nicht sein kann.



Die Zelte sind weit verstreut, so dass man von den Nachbarn nichts mitbekommt. Man sollte darauf achten, ein sogenanntes View-Tent zu buchen. Diese sind zum Tal hin gelegen. Die zum Berg hin gelegenen Zelte lassen diesen Blick vermissen. Die Einrichtung der Zelte lässt keine Wünsche offen, das Bad ist im Gegensatz zu den meisten Zeltunterkünften in das Zelt integriert. Im Wind hat das Holzgestänge des Zeltes ordentlich geknarrt, glücklicherweise legte sich der Wind nach Sonnenuntergang. Leider gab es am Eingang kein Fliegengitter, so dass die Zeltplane dort immer geschlossen sein mußte.



Das Essen war excellent. Es gab zum Dinner ein dreigängiges Menü, wobei man zwischen zwei Hauptgerichten wählen kann.

Das Personal ist perfekt geschult, dadurch für meinen Geschmack etwas zu förmlich. Auch fand ich deren Kleidung in Livres in dieser Umgebung eher unpassend. Alles etwas lässiger wäre mir lieber gewesen.

Das Camp war voll ausgebucht, ohne dass dies groß aufgefallen ist oder sich negativ bemerkbar gemacht hätte.

1.900,-N$ pro Person (DBB)
Note: 1-
Teil 616. Juli 2010
05.05.2010 (6.Tag)
Mowani Mountain Camp - Khowarib Lodge

213km

Um es gleich vorweg zu sagen, heute war irgendwie der Wurm drin.

Aber bevor wir das zum ersten Mal merkten genossen wir das sehr gute Frühstücksbuffet und beobachteten die frechen Glanzstare, die sich ebenfalls am Buffet bedienten.



Während Kathrin auscheckt gehe ich noch einmal unsere Reiseunterlagen durch - weiss auch nicht weshalb, aber es war ein Glück. Ich kann die Border-Permits für unser Auto nicht finden. Entweder habe ich Sie unterwegs verloren, oder wahrscheinlicher, ich habe sie gleich bei ASCO liegenlassen. Ein kurzer Anruf bei ASCO- kein Problem, man faxt Sie uns. Eine halbe Stunde später ist noch immer kein Fax da, ein weiterer Anruf bei ASCO dort gibt es immer Fehlermeldungen beim Versuch zu faxen, die Leitung ist anscheinend unterbrochen. Wir vereinbaren, die Unterlagen einzuscannen und per Email zu schicken. Nach einiger Wartezeit und erneuter Kontaktaufnahme mit ASCO zeigt sich, dass auch hier die Leitung unterbrochen ist. Das ist mal wieder typisch Afrika. Der nächste Plan ist, die Dokumente zur nahegelegenen Twyfelfontein Country Lode zu faxen.

Erst um 10:00Uhr kommen wir los. Als wir 15min. später in Twyfelfontein ankommen liegt unser Fax schon bereit.

Ursprünglich sollte die heutige Strecke über den Grootbergpass nach Kamanjab und von dort durch die Khowarib-Schlucht zur gleichnamigen Lodge führen. Da wir spät dran sind, noch den Reifen flicken lassen müssen und nicht wissen, wie die Strecke in der Schlucht ist, beschließen wir, unser Ziel direkt anzufahren.

In Palmwag tanken wir und lassen den Reifen flicken. Die Werkstatt ist nicht bei der Tankstelle, sondern auf dem Hinterhof der Lodge.

Auf der C43 sehen wir viele Tiere, unter anderem unsern ersten Elefanten des Urlaubs. Aber alle sind weit weg - Fotos lohnen sich nicht.

Plötzlich hören wir lautes Klappern vom Dach. Die nähere Untersuchung zeigt, dass dort wo die Kanister sitzen eine Verschraubung gebrochen ist. Von den ursprünglich 2 Schrauben hat sich eine wohl durch die Vibrationen verabschiedet und die übrig gebliebene konnte die Last nicht halten, so dass deren Aufnahme gebrochen ist. Ich zweckentfremde eine andere Schraube des Gepäckträgers, die nicht gebraucht wird und befestige verschraube damit die übriggebliebene Aufnahme. Das ganze wird mit Kabelbindern unterstütz, mal sehen, ob das hält.



Gegen 14:00Uhr erreichen wir die Khowarib Lodge und genießen nach dem Einchecken erst einmal die sehr guten Lunch-Pakete aus Mowani auf der Veranda unseres Zeltes.

Da es noch so früh am Tage ist, kommen wir doch noch in den Genuss die Schlucht zu erkunden. Der Weg ist interessant zu fahren. Teilweise recht rauh und steil und wer nicht gut aufpasst, kann durchaus seitlich wegrutschen, da die Strecke zum Teil sehr schmal ist und es daneben sofort abfällt. Auch der Bach muss durchquert werden, was aber keinerlei Problem darstellt.



Nervig ist aber der zum Teil wirklich extreme Bulldust. Manche Strecken kann man nur mit geschlossenem Fenster und Umluft-Belüftung fahren. Wer mich kennt weiss, dass ich es in Afrika hasse, mit hochgekurbelten Fenstern zu fahren.

In der Schlucht kann man sehr schön die Faltung des Gebirges sehen. Tiere gibt es wenig. Wir sehen außer Zebras nur die Rinder der in der Schlucht lebenden Einheimischen.



Unser Ziel und Umkehrpunkt ist der in vielen Karten verzeichnete und auch in der Schlucht ausgeschilderte Wasserfall. Wobei die Bezeichnung Wasserfall für die nicht einmal einen Meter hohe Felsstufe über die sich der Bach ergießt schon arg übertrieben ist. Das mindert die Schönheit dieses Ortes aber in keinster Weise.



Wieder zurück in der Lodge schauen wir beim Sundowner zu, wie die Schatten immer weiter den gegenüber liegenden Berg hinauf wandern..



Khowarib Lodge

Die Khowarib Lodge ist nagelneu. Sie wurde erst wenige Monate vor unserem Besuch eröffnet. Dem entsprechend ist Sie noch relativ unbekannt und auch noch nicht in den Prospekten der verschiedenen Anbieter. So kam es, dass wir die einzigen Gäste der Lodge waren. Die Lage an der Schnittstelle zwischen Damaraland und Kaokoveld ist verkehrstechnisch sehr günstig. In dieser Gegend fehlte bislang eine gute Lodge.

Die Zelte stehen aufgeständert am steilen Hochufer des Khowarib inmitten der Mopanebäume des Galeriewaldes.



Die Einrichtung der Zelte ist einfach, aber zweckmäßig und sauber. Sehr schön ist das mit Natursteinen ummauerte Freiluftbadezimmer, das sich jeweils an die Zelte anschließt. Traumhaft, hier direkt unter den 1000 Sternen Afrikas zu duschen.



Das Hauptgebäude liegt ca. 200m vom Fluß zurück und etwas erhöht, so das man einen traumhaften Blick in die Umgebung hat.



Das Essen war ausgeprochen gut. Abends gab es ein dreigängiges Menü und zum Frühstück Buffet. Zum Abendessen hatte man für uns zu Kerzenstein unter freiem Himmel eingedeckt - sehr romantisch unter dem spektakulärsten Sternenhimmel der Reise.

Das Personal war sehr freundlich. Obwohl die Lodge noch so neu war, wirkte alles schon sehr gut eingespielt. Ich hoffe, dieser neuen Lodge ist Erfolg beschienen.

Note: 2
Teil 721. Juli 2010
06.05.2010 (7.Tag)
Khowarib Lodge - Okahirongo Elephant Lodge

254km

Nach gewohnt frühem Aufbruch ist nach gerade einmal 20km die erste Zwangspause angesagt. Es klappert mal wieder kräftig vom Dach. Ursache ist der gerissene Spanngurt, mit dem die Dieselkanister zusätzlich zur eigentlichen Halterung fixiert werden. Grund sind die vielen scharfen Kanten, die in Verbindung mit den Vibrationen dem Gurt keine Chance lassen. Im Laufe des Tages reißt der Gurt noch ein weiteres mal und wird somit kürzer und kürzer. Da müssen wir uns etwas überlegen.

Der nächste Halt ist Sesfontein, wo wir tanken wollen und im Gegensatz zu vielen anderen Forums-Mitgliedern haben wir Glück. Es gibt Diesel.

Wir bleiben noch ein wenig auf der D3707, bis die Straße das hier noch schwach ausgeprägte Bachbett des Ganamub erreicht. Hier verlassen wir den Pad und wechseln ins Bachbett. Die Abzweigung ist nicht eindeutig, eine Ausschilderung natürlich nicht vorhanden und es gibt eine Vielzahl von Fahrspuren. Am besten ist es, direkt im Bachbett zu fahren. Hier sammeln sich nach und nach alle Fahrspuren. Bald rücken die Berge immer näher und das Bachbett führt in die Schlucht. Ab hier ist die Orientierung einfach. Meist gibt es nur eine Spur.

Bei der Dubis-Pforte erreichen wir den Hoanib-Canyon.



Auch im Hoanib ist die Orientierung sehr einfach. Die Schlucht gibt die Richtung vor und die gut sichtbare Fahrspur verläuft meist mitten im Bachbett. Fahrtechnisch stellen Ganamub und Hoanib keine großen Ansprüche.



Das ich trotzdem die ganze Zeit sehr angespannt bin liegt vielmehr am häufig sehr unübersichtlichen Gelände. Immer wieder verläuft der Weg so, dass man die nächsten Meter nicht einsehen kann und somit immer die Gefahr besteht, plötzlich Auge in Auge mit Wüstenelefanten zu stehen, die ja bekanntermaßen deutlich ungehaltener reagieren, wenn man Ihnen zu dicht auf die Pelle rückt. Glücklicherweise/Bedauerlicherweise sehen wir aber keinen einzigen Elefanten.

Insgesamt haben wir diesmal kein Glück mit Tieren. War es bei unserer letzten Tour durch den Canyon noch so Tierreich wie in einem Nationalpark, sahen wir diesmal nur eine Giraffe und einige Steinböckchen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir letztes Mal im Oktober hier waren, wo ringsumher alles ausgetrocknet war, während jetzt auch in dem umliegenden Gegenden noch ausreichend Futter und Wasser vorhanden ist.



Mittags erreichen wir Amspoort, wo wir im Schatten einer großen Akazie Picknick machen. Die Lunch-Pakete der Khowarib Lodge waren ausgesprochen gut.

Was Amspoort dermaßen auszeichnet, dass es in jeder Karte eingezeichnet ist, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Hätte mir mein GPS nicht gesagt, wir seien jetzt in Amspoort, hätte ich es nicht gemerkt. Es gibt keinerlei Landmarke, die darauf hindeutet.

Das Verlassen des Flußbettes ist einfach, die Navigation dagegen komplziert. Plötzlich gibt es eine Vielzahl von Fahrspuren und es hat auch viel mit Intuition zu tun, sich für die richtigen zu entscheiden. Kurze Zeit später treffen wir die ersten Fahrzeuge seit Sesfontein, dafür aber gleich eine große Gruppe mit ca. 15 Autos. Es sollten aber die einzigen bis Purros bleiben.

Der Weg verläuft jetzt in einem flachen, breiten Tal, welches langsam in eine riesige Schotterebene übergeht. Hier gibt es nur noch Steine, die Gegend erinnert mich stark an die Reg-Ebenen der Sahara.



Umso erstaunlicher, dass wir selbst hier noch Oryx sehen.

20km vor Purros gabelt sich der Weg. Hier hat man zwei Möglichkeiten. Entweder direkt über die Schotterebenen, oder durch die Schlucht des Unterlaufes des Hoarusib. Unser Plan ist die Schlucht, welchen wir aber bei Erreichen derselben begraben müssen. Die Fahrspur endet vor einem Steilabbruch in das noch Wasser führende Flussbett. Hier ist dieses Jahr noch niemand gefahren und ich werde sicherlich nicht derjenige sein, der die Strecke eröffnet und den Wagen womöglich im Schlamm versenkt. Das überlasse ich lieber den südafrikanischen Offroad-Gruppen oder den Guides der umliegenden Lodges.

So drehen wir um und fahren doch über die Ebene. Schon von weiten können wir unsere Lodge am gegenüber liegenden Hang sehen. In Purros steht dann schon ein Fahrzeug der Lodge. Man hatte wohl nicht soviel Vertrauen in unsere Navigationsfähigkeiten und deshalb hier auf uns gewartet. Allerdings ist man auf der Okahirongo Elephant Lodge Selbstfahrer auch nicht so sehr gewohnt. Die Gäste kommen fast ausschließlich mit Guide oder Flugzeug.

Auf Okahirongo ist alles Inclusive, auch die Aktivitäten. Nach dem Einchecken stellt sich unser persönlicher Guide für die Zeit unseres Aufenthaltes auf der Lodge vor. Pollen ist Himba und stammt aus Purros. Früher hat er bei Wilderness Safaris gearbeitet und bei Eröffnung der Okahirongo Elephant Lodge die Gelegenheit genutzt, nah seiner Familie zu arbeiten. Wir sollten sehr mit Ihm zufrieden sein.

Nach dem recht langen Fahrtag machten wir aber nur noch eine kurze Sundowner Tour auf einen nahegelegenen Hügel, wobei wir unterwegs noch eine kleine Gruppe Giraffen auf dem Weg zum Trinken sahen.



Okahirongo Elephant Lodge

Die Lodge liegt auf dem kargen Hang westlich oberhalb Purros, mit schönem Bilck auf das weite Tal des Hoarusib.

Man wohnt im geräumigen Bungalows im Adobestil. Die Zimmer sind mit reichlich Kunsthandwerk eingerichtet und als Begrüßungsgeschenk wartete ein kleiner geschnitzer Elefant auf uns. Freunde exclusiver Badezimmer kommen hier ebenfalls voll auf Ihre Kosten. Vor dem Bungalow befindet sich eine überdachte Terasse mit großem Sofa. Hier haben wir abends unter den Sternen so manchen GinTonic geleert.



Die Lodge besitzt lediglich sechs Bungalows.

Der Zentralbereich ist im gleichen Stil wie die Bungalows errichtet. Sechs würfelförmige Gebäude Gruppieren sich um den zentralen Pool, wobei nur die jeweilige Rückwand geschlossen ist. Ansonsten ist alles sehr offen gestaltet und man hat stets einen weiten Blick über die Landschaft. Neben dem Essbereichen gibt es noch eine Bibliothek. Die übrigen Gebäude bieten gemütliche Aufenthaltsmöglichkeiten.



Das Essen hatte leichten italienischen Einschlag und war excellent. Morgens gab es Buffet, Mittags und abends ein 3-gängiges Menü. Zwischendurch Kuchen und Snacks. Glücklicherweise waren die Portionen meist nicht so groß, sonst wäre man gemästet worden. Ausnahme war das beste Rinderfilet, das ich je gegessen habe, da musste ich schon ganz schön stopfen.

Das Personal ist sehr zurückhaltend, aber immer da, wenn man es braucht.

3.960,-N$ p.P./N. all inclusive
Note: 1

Wenn man Lage, Design, Ausstattung, Service und Essen betrachtet, war die Okahirongo Elephant Lodge die beste Unterkunft dieser Reise.
Teil 805. Aug. 2010
07.05.2010 (8.Tag)
Okahirongo Elephant Lodge


Das Programm bis zum Lunch war klar - wir wollten mit Pollen die Wüstenelefanten suchen.

Bei unserem Aufenthalt in der Region gab es zwei Elefantenherden im Hoarusib. Eine hielt sich flussabwärts in der Schlucht auf und die andere hatte in der letzten Nacht die Lodge in Richtung Nordost passiert.

Die Schlucht war im Mai noch nicht passierbar (da hatten wir uns ja gestern richtig entschieden, als wir umkehrten). Dem entsprechend fuhren wir im weichen Morgenlicht flussaufwärts.



Schon nach kurzer Zeit hatten wir die Spuren der Herde gefunden. Trittsiegel und frische Kothaufen wiesen den Weg. Bald würden wir die Herde sehen - dachten wir.

Nach einer Stunde hatten wir die Herde immer noch nicht erreicht. Spuren gab es aber weiterhin reichlich. Wir erklommen einen Hügel, der sich als perfekter Aussichtspunkt über dem Hoarusib erhebt. Von hier aus hatten wir vor einem Jahr eine große Herde gesehen, diesmal hatten wir kein Glück und fuhren weiter den Spuren hinterher.



Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Abzweigung in Richtung Khumib. Der Hoarusib verengt sich hier wieder zu einer Schlucht. Elefanten hatten wir noch immer nicht gesehen.



Noch eine weitere Stunde dauerte es, bis unsere Geduld zumindest teilweise belohnt wurde. Zwar war von der Herde noch immer nichts zu sehen, aber wir entdeckten einen alten Elefantenbullen, der allem Anschein nach ebenfalls der Herde folgte.



Wir folgten den Spuren noch eine Weile, aber letztendlich mussten wir umkehren, ohne die Herde erreicht zu haben. Einerseits sehr schade, aber andererseits zeigte es uns sehr eindrucksvoll, welch enorme Distanzen die Wüstenelefanten in kürzester Zeit zurücklegen.

Bei einer Pinkelpause entdeckte ich noch frische Löwenspuren. Lt. Pollen besteht aber kaum eine Chance die Tiere zu entdecken, da es nur sehr wenige gibt und sie sehr scheu sind. Nachdem ich ein paar Tage später erfuhr, dass gerade eines der Löwenmännchen geschossen worden war, wundert es mich nicht, dass die Löwen hier im Gegensatz zu den meisten anderen Gebieten scheu sind.

Nach dem excellenten Lunch verbrachten wir den frühen Nachmittag mit relaxen am Pool und in den verschiedenen sehr schön gestalteten Lounges der Lodge.

Für den späten Nachmittag hatten wir dann mit Pollen noch den Besuch in einem Himba-Dorf und anschließenden Sundowner verabredet.

Ich saß schon im Safariwagen, da fiel mir an unserem in der nähe parkendem Wagen auf, dass etwas nicht stimmte. Das Wagenheck glänzte ganz eigentümlich. Bei näheren hinsehen zeigte sich, dass einer der Kanister undicht geworden war und dass auch der Dachgepäckträger schon wieder kaputt war. So machte Kathrin allein den Ausflug und ich kümmerte mich um den Wagen.

Beim Kanister war die Dichtung nicht mehr in Ordnung, wahrscheinlich durch die ständigen Vibrationen durchgescheuert. Hier half nur ab in den Tank mit dem Rest. Die weitere Reise mussten wir mit 3 Kanister auskommen, was sich aber als unproblematisch herausstellen sollte.

Beim Dachgepäckträger war jetzt auch meine Ersatzverschraubung gebrochen und die Kabelbinder gerissen. Hier musste etwas stabileres her. So verzurrte ich die Verstrebungen mit dem Spanngurt, welcher eigentlich die Kanister fixieren sollte. Für die Kanister bekam ich von der Lodge einen 10m Nylonstrick, den ich in einem wahrlich gordischen Knoten wieder und wieder um die Kanister zurrte. Diese Konstruktion sollte den Rest des Urlaubs halten. Dadurch, dass alles voll ausgelaufenem Diesel war, sah ich jetzt allerdings aus wie ein Schwein.

Kathrin kam begeistert von den Himbas zurück. Dadurch, dass Pollen ebenfalls Himba war und aus der Region stammte, gab es einen ganz anderen Zugang zu den Menschen. Auch gab es keinerlei Bettelei oder den permanenten Versuch, etwas zu verkaufen. Lt. Pollen hat man eine pauschale Regelung mit der Lodge getroffen, so dass die Besucher diese fremde Kultur viel angenehmer erleben können. Als ich das hörte, wurde ich ob dieser verpassten Gelegenheit noch neidischer, als ich ohnehin schon war.

Teil 910. Aug. 2010
08.05.2010 (9.Tag)
Okahirongo Elephant Lodge - Opuwo Country Hotel

248km

Glaubt man T4A, wäre die heutige Strecke überhaupt nicht zu schaffen. Karte und Navi sagen knappe 15h Fahrzeit voraus. Glücklicherweise wußte ich, dass diese Angaben vorn und hinten nicht stimmen. Trotzdem war es natürlich eine ordentliche Strecke, die wir da vor uns hatten und so starteten wir gewohnt früh.

Da wir die letzten beiden Tage schon reichlich im Hoarusib unterwegs waren, wählten wir diesmal die Parallelstrecke, welche am östlichen Ufer entlang führt. Diese ist erheblich besser zu fahren, Tiere sahen wir aber leider nicht.

Schon nach einer Stunde Fahrzeit verlassen wir das Tal des Hoarusib um über den Pass am Haifischzahn ins Tal des Khumib zu wechseln. Oben von der Paßhöhe genießen wir noch einen letzten Blick zurück zum Hoarusib.



Hier im Bereich des Passes wird auch die Tierwelt wieder reichhaltiger obwohl die Umgebung deutlich karger als die Flußtäler ist. Sehr nahe kommen wir einer großen Gruppe Springböcke, halten an, beobachten und fotografieren.



Nicht mehr weit und wir erreichen in der Nähe einiger verlassener Himba-Hütten den Flußlauf des Khumib.



Der Khumib präsentiert sich als ware Oase in der ansonsten trockenen Umgebung. Wir sehen viele Tiere (Strauße, Springböcke, Zebras und Giraffen), was mir hier aber fast noch besser gefällt sind die farbenprächtigen Blütenteppiche, die überall den Boden bedecken.



Obwohl ich das Fahrzeug schonend gefahren bin und wir reichlich Zeit mit fotografieren und schauen verbracht haben, erreiche ich in der Hälfte der bei T4A angegebenen Zeit die D3707, 15km östlich von Orupembe. Ich hatte mir die D3707 als gute Kaokoveld-Piste vorgestellt; was wir hier antreffen ist aber ein gut gegradeter Pad, wie man ihn auch in allen anderen Teilen Namibias vorfindet. Der Pad soll anscheinend auch dauerhaft gewartet werden, den man ist gerade auch dabei, reichlich Verkehrsschilder aufzustellen - mehr als an einer deutschen Landstraße.

Zunächst führt der Pad durch eine sehr gebirgige Landschaft...



...bevor man dann noch einmal den Hoarusib in seinem Oberlauf quert. Man kann von Purros auch bis hierhin im Hoarusib bleiben, eine Tour die ich in absehbarer Zeit auch auf jeden Fall einmal fahren möchte.

Wir machen unter den Palmen am Ufer Lunch. Man merkt, dass die Okahirongo Elefant Lodge keine Selbstfahrer gewohnt ist. So spitzenmäßig die Verpflegung in der Lodge ist, so schlecht sind die Lunchpakete. So etwas braucht man halt nicht auf einer Flugsafari; da ist man pünktlich zum Mittagessen in der nächsten Unterkunft.

Je näher wir Opuwo kommen umso dichter bevölkert wird die Gegend. Es ist viel Vieh auf der Piste und diese ist vom Zustand auch eher schlechter als im Kaokoveld.

Um 15:00Uhr erreichen wir das Opuwo Country Hotel. Wir checken schnell ein, beziehen unser Zimmer und fahren danach noch einmal nach Opuwo rein, um zutanken, den Wagen zu überprüfen, einzukaufen und vor allem, den quirligen Ort zu erleben. Es mögen wahrscheinlich nur die wenigsten Leser nachvollziehen können, aber uns ist Opuwo der liebste Ort in ganz Namibia.

Danach geht's zum Sundowner. Dafür muss man sich im Opuwo Country Hotel noch nicht einmal aus der Poolliege bewegen, denn von hier aus hat man den besten Blick. Während wir im trockenen sitzen gehen rings umher zum Teil kräftige Schauer nieder. Dies sorgt für eine ganz besondere Stimmung und den bislang schönsten Sonnenuntergang des Urlaubs.



Opuwo Country Hotel

Ein recht großes Hotel auf dem Hügel nördlich der Stadt.

Man wohnt in reetgedeckten Mehrparteien-Häusern. Bei den Luxuszimmern 4 Zimmer je Haus und mit Klima-Anlage. Bei den Standard-Zimmern teilen sich 6 Zimmer ein Haus. Die Zimmer sind von der Einrichtung her nichts besonderes, aber sauber und ordentlich.



Das Haupthaus ist riesig und ebenfalls mit Reet gedeckt. Hier befinden sich neben der Rezeption auch ein Souvenir-Shop, das Restaurant und die Bar.



In der sehr gut bestückten Bar bekommt man zu seinen Getränken auch kostenlos die Spezialität des Kaokovelds gereicht - gekochte Mopane-Raupen. Normalerweise bin ich ja lokalen Spezialitäten gegenüber recht aufgeschlossen, aber die Raupen sehen dermaßen ekelig aus, dass ich mich nicht überwinden konnte.

Das Highlight des Opuwo Country Hotels ist unzweifelhaft der Pool. Groß und direkt an die Hangkante gebaut bietet sich von ihm aus ein fantastischer Blick über die Landschaft.



Zum Dinner gibt es Buffet. Wir waren sowohl von der Vielfalt, als auch von der Qualität begeistert. Dazu noch sehr freundliches Personal, das in seinem Job voll aufgeht und einen erst fort lässt, wenn man kurz vorm platzen ist.

Da das Hotel ca. 80 Gästen Platz bietet, sind hier auch regelmäßig Busgruppen.

1.000,-N$ pro Person DBB
Note 3+
Teil 1018. Aug. 2010
09.05.2010 (10.Tag)
Opuwo Country Hotel - Epupa Falls Lodge

184km

Es ist 14 Jahre her, dass wir an den Epupa Fällen waren viele Berichte ließen erahnen, dass sich seit 1996 einiges getan hat.

Bereits die Anreise unterscheidet sich deutlich. War die C43 damals noch ein echtes Abenteuer, dass ich ohne Allrad niemals angegangen wäre, kann man heutzutage auch mit einem robusten 2x4 die Fälle erreichen. Die bessere Straße bringt auch ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen mit sich. Damals waren wir allein, diesmal haben wir doch locker 20 Fahrzeuge getroffen. 😎

Trotz des guten Zustandes ist die Strecke aber extrem staubig. Ein Abstand von einem Kilometer zum vorausfahrenden Fahrzeug ist Minimum.

Viele Reviere weisen noch Wasser auf und so sehen wir viele Himbas mit Ihren Herden auf dem Weg zu diesen Tränken.

Die gebirgige Landschaft wechselt ständig und so kommt nicht im mindesten Langeweile auf.



Dort wo der Pad hinunter zum Kunene führt biegen wir links auf eine Fahrspur ab, die steil hinauf zu einem Aussichtspunkt führt. Der Ausblick von dort oben ist überwältigend. Der Kunene führt Hochwasser und wir erkennen erstmals welche Ausmaße die Epupa Fälle haben. 1996 war Niedrigwasser und die Fälle ergossen sich einzig auf 50m Breite in eine kleine Schlucht.



Von Hier oben zeigt sich aber auch welche Veränderung hier an den Fällen sonst noch vor sich gegangen ist. Gab es 1996 einzig das kleine Community Camp, reiht sich jetzt am Flußufer eine Anlage an die Nächste.

Wir genießen noch eine Zeit lang die Aussicht (immerhin haben wir 10N$ pro Person an die Himba-Gemeinde zahlen müssen) bevor wir dann gegen Mittag zu unserer Unterkunft fahren.

Nach Bezug unserer Zelte suchen wir für die nächsten Stunden erst einmal Zuflucht im Schatten, denn es ist extrem heiß und sehr schwül. Rückblickend war dies der heißeste Tag der Reise. Einmal sehe ich kurz einen Nilwaran neben unserem Zelt, der aber leider sofort ins Wasser flüchtet als er mich sieht.

Als die Hitze etwas nachlässt machen wir uns noch einmal auf zu den Fällen. Diesmal möchten wir sie aus der Nähe erleben. Um zu den Hauptfällen vorzudringen müssen wir dafür zunächst einige kleine Bäche durchwaten, die sich aufgrund des Hochwassers gebildet haben und jetzt einen beliebten Badeplatz der örtlichen Kids ergeben. Direkt an den Fällen ist es dann sehr angenehm, da die Gischt kühlt. Für's fotografieren ist die Gischt weniger gut. Wasser und Elektronik wollen einfach nicht zueinander passen.



Eigentlich wollten wir zum Sundowner noch einmal zum Aussichtspunkt fahren. Die Hitze macht uns aber so träge, dass wir uns bei der Lodge nicht von der schönen Sitzecke am Wasser lösen können und hier die Dämmerung über uns hereinbrechen lassen.



Nach dem Abendessen beobachten wir noch lange die vielen Fledermäuse, welche die von den Scheinwerfern, die den Fluss anstrahlen, angelockten Insekten jagen.

Epupa Falls Lodge

Um es gleich vorweg zu sagen, die Epupa Falls Lodge war die schlechteste Lodge dieser Reise. Für sich genommen wäre das Vorgefundene sicherlich noch akzeptabel, aber nicht zu dem Preis, der dort verlangt wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei dieser Unterkunft war unverschämt.

Die Zelte sind für ein Tented Camp eher klein aber ausreichend ausgestattet. Sie sind sauber und haben das übliche angebaute Bad. Die Lage der Zelte direkt am Fluß ist traumhaft. Allerdings stehen die Zelte gerade einmal 5m auseinander und somit für meinen Geschmack viel zu dicht beieinander. Glücklicherweise rauscht der Fluss so laut, dass er etwaige Geräusche aus der Nachbarschaft übertönt.



Strom gibt es nur abends.

Ein wirkliches Hauptgebäude gibt es nicht, nur einen Unterstand. Dafür ist der zentrale Platz am Wasser sehr schön. Hier werden auch die Mahlzeiten gereicht. Anscheinend vertraut man hier voll auf gutes Wetter. Wir wurden in dieser Beziehung nicht enttäuscht.



Das Abendessen war nicht wirklich schlecht, aber man ist in Namibia natürlich verwöhnt. So war das mit vielen Knochen durchsetzte Stück Huhn eher enttäuschend. Das Frühstücks-Buffet war Standard wie in den meisten Unterkünften.

Bier und Wein kamen aus dem selben Kühlschrank was zur Folge hatte, dass Kathrins Rotwein zu kalt und mein Bier zu warm war. 😠

1.575,-N$ pro Person DBB
Note 4
Teil 1124. Aug. 2010
10.05.2010 (11.Tag)
Epupa Falls Lodge - Hobatere Lodge

467km

Es passte ins Bild der Epupa Falls Lodge, dass man vergessen hatte unsere am gestrigen Tag bestellten Lunch-Pakete zu packen. Wir hatten eine lange Strecke vor uns und keine Lust zu warten bis die fertig sind. Wir werden unterwegs schon was zu essen finden. Rechnung gekürzt und los ging's.

Zunächst erst einmal 100km auf der von gestern noch gut bekannten C43 zurück und dann auf der D3701 wieder an den Kunene bei Swartbooisdrift. Bis zum Fluss ist diese Straße ebenfalls problemlos mit jedem PKW zu befahren. Am Kunene angekommen sind wir zunächst Vortrekker-Denkmal hochgefahren. Das Denkmal selbst ist nichts besonderes, aber die Aussicht von dem schön über dem Fluss gelegenen Hügel lohnt den Abstecher allemal.

Am Kunene wechseln wir auf die D3700 Richtung Osten. Bis zur Kunene River Lodge ist die Strecke dann sehr schlecht. Es geht durch felsiges Gelände mit vielen Absätzen und Stufen. Das sind aber nur ein paar Kilometer. Danach wird der Weg etwas besser und ist zur Trockenzeit sicherlich sehr einfach. Wir haben aber noch mit den Nachwirkungen der Regenzeit zu tun.

Immer wieder verschwand die Strecke in Schlammlöchern. Zum Teil musste man durch, was ich zur Sicherheit lieber mit Differenzialsperre machte, da man nicht erkennen konnte, wie tief die Löcher sind und wie weich der Untergrund ist. Bei den meisten Schlammlöchern gab es aber eine Umfahrung. Die führte zwar so manches mal abenteuerlich am Hang entlang, aber da sieht man wenigstens was auf einen zukommt.

Entlang des Weges ist das Tal dicht besiedelt. Hier muss man auch sein Klischee von den Himbas als nomadiesierende Rinderzüchter überdenken, denn im Tal haben sich viele Himbas niedergelassen und betreiben Ackerbau; vor allem Mais.



Ca. 20km vor Ruacana stehen wir plötzlich auf einer neuen guten Schotterpiste. Allem Anschein nach wird die D3700 von Ruacana aus nach Westen ausgebaut. Schneller voran kommen wir allerdings zunächst nicht, da vor uns eine riesige Rinderherde die Straße entlang getrieben wir. Es dauert einige Kilometer bis wir passieren können.

Angesichts des hohen Wasserstandes hatte ich schon die ganze Zeit über gehofft, dass die Ruacana Falls Wasser führen und wir scheinen Glück zu haben, denn schon von weitem kann man deutlich eine Gischtwolke erkennen. Den Aussichtspunkt zu finden ist dann aber gar nicht so einfach. Man muss zum Grenzübergang nach Angola fahren und sogar schon den namibischen Grenzposten passieren. Dort wird man aber einfach durchgewunken, wenn man nur zu den Fällen will.

Die Fälle sind noch um einiges beeindruckender als die Epupa Falls, da sie nicht so zergliedert sind. Ich kann unser Glück gar nicht fassen, die Fälle einmal mit Wasser zu sehen.



Im Ort Ruacana tanken wir erst einmal nach und da die Tanke auch einen Imbiss zu bieten hat, löst sich auch das Problem unserer fehlenden Lunchpakete.

Was dann folgt sind 200km Langeweile auf der C35. Beim Wettbewerb um die ödeste Strecke Namibias wäre diese Straße ganz vorne mit dabei.

Zur Hobatere Lodge führen dann noch einmal 16km Farmpad. Endlich wieder Kurven. Das Lenkrad war schon fast festgerostet.

Wir sind um 15:00Uhr an der Lodge. Genau richtig, denn in einer halben Stunde beginnt der Nachmittags-Gamedrive. Da es sich bei Hobatere um ein privates Wildschutzgebiet handelt, ist es nicht möglich mit dem eigenen Fahrzeug zu fahren, weshalb wir die Tour buchten und den Nacht-Gamedrive gleich mit dazu.

Unser Guide hieß Martin. Im Laufe der Jahre hatte er sich, nach eigenem bekunden autodidaktisch, einen recht guten deutschen Wortschatz angeeignet, den er gerne praktizierte. So erfuhren wir bei manchen Tieren, bei denen wir bislang nur die englischen Bezeichnungen kannten, erstmals die deutschen Namen.

Auf Hobatere spielt sich das Tierleben hauptsächlich am Wasserloch und auf einer großen, mit unzähligen Termitenhügeln gespickten Grasebene ab. Am Wasserloch war zunächst tote Hose, weshalb wir gleich zu Grasebene weiterfuhren.



Zunächst war das Licht noch sehr hart, so dass es nicht allzusehr zum fotografieren reizte. Da sich dies aber mit fortschreitender Zeit garantiert ändert, war das kein Problem, wir mussten nur etwas Geduld haben. Schwieriger war da schon die recht große Fluchtdistanz der Tiere. Da war ich dann schon sehr dankbar für das große Tele meiner neuen Kamera.



Kurz vor Sonnenuntergang verwandelte sich dann die Grasebene in ein goldenes Meer und wie auf Bestellung schritt eine große Gruppe Oryx gemächlich an uns vorbei.



Auf dem Rückweg zur Lodge machten wir noch einmal einen Abstecher zum Wasserloch. Zunächst sah es so verlassen aus wie vor zwei Stunden, aber dann entdeckte Kathrin am gegenüber liegenden Ufer Löwen. Es war ein großes Rudel mit zahlreichen Halbwüchsigen. Leider war es schon recht dunkel und die Tiere weit entfernt im hohen Gras, so dass man sie meist nur erahnen konnte.

Um 20:00Uhr brachen wir dann auf zur Nacht-Safari. Wir hatten uns warm angezogen, aber nichts im Vergleich zu Martin und seinem Helfer, der den Such-Scheinwerfer bediente. Die sahen mit Ihren Winterjacken und den Motorrad-Sturmhauben aus, als wollten sie zu einer Polarexpedition aufbrechen.

Zunächst gab es eine kurze Einweisung zum Verhalten bei einer Nachtsafari. Man würde nur nachtaktive Tiere anleuchten und nur diese dürfen auch mit Blitz fotografiert werden. Dazu zählen auch alle Raubkatzen. Tagaktive Tiere (vor allem die großen Grasfreser) werden nicht angeleuchtet und dürfen auch nicht geblitzt werden, da sie im Gegensatz zu den nachtaktiven Tieren mit der Blendung nicht klar kommen und so eine leichte Beute für ihre Fressfeinde währen. Interessant war in diesem Zusammenhang auch, dass die Antilopen fasst alle lagen, ein Verhalten dass man tagsüber nur selten sieht.

Dann ging es los. Zunächst zum Wasserloch, wo aber von den Löwen nichts zu sehen war. Bei der Weiterfahrt tauchte dann im Licht des Autoscheinwerfers ein großer Kudubulle auf. Er humpelte und hatte blutige Schrammen auf der Hinterhand. Anscheinend war er nur knapp einem Löwenangriff entkommen. Als wir jedoch genauer hinsahen, konnten wir erkennen, wie schwer der Kudu verletzt war: Der eine Hinterlauf war ca. 10cm über dem Huf mit einem offenen Bruch abgeknickt und schwang nur noch von Haut und Sehnen gehalten umher. Allem Anschein nach war er zwar den Löwen entkommen, hatte sich dann aber bei der Flucht im Dunkeln in unwegsamen Gelände das Bein gebrochen. Noch nie habe ich so gehofft, das die Löwen ihr begonnenes Werk doch noch erfolgreich beenden.

Nachdem uns die Natur ihre Grausamkeit so überdeutlich vor Augen gehalten hat, war die Stimmung zunächst etwas gedrückt. Als dann aber in rascher Folge eine Tiersichtung nach der anderen folgte besserte sich das rasch. Innerhalb kürzester Zeit sahen wir eine Afrikanische Wildkatze, eine Weißgesicht-Eule, eine Puffotter, einen Springhasen mehrere Ginsterkatzen und als Höhepunkt ein Erdferkel.

Leider waren die meisten Tiere zu weit entfernt oder verschwanden alsbald im Unterholz, dass es nicht möglich war sie zu fotografieren. Einzig eine Ginsterkatze hatte es sich auf einem Stein gemütlich gemacht, so dass zumindest ein halbwegs akzeptables Nachtfoto dabei herauskam.



Hobatere Lodge

Bei der Hobatere Lodge handelt es sich um eine alteingesessene Unterkunft inmitten des gleichnamigen privaten Schutzgebietes.

Das Lodgegelände ist zwar umzäunt, da es in der Zufahrt aber kein Tor gibt, hat der Zaun wohl eher symbolischen Charakter.

Unser Zimmer befand sich zusammen mit drei weiteren Zimmern in einem Gebäude, welches in die Umzäunung integriert war. Die Einrichtung der Zimmer war sauber und ordentlich, aber nichts besonderes. So konnte man von der Terasse zaunfrei nach draußen blicken.



Darüber hinaus gab es noch Einzelhütten innerhalb der Umzäunung.

Es gibt nur abends Strom. Für die stromlose Zeit findet sich auf jedem Zimmer eine sehr gute Batterielampe. Aber Achtung - das Teil sieht aus wie ein Kofferradio und wird dadurch häufig nicht erkannt.

Das Hauptgebäude ist ein imposanter zweistöckiger Bau mit Strohdach. Umgeben von einem sehr schönen tropischen Garten lässt es sich hier angenehm entspannen.



Die Atmosphäre ist sehr familiär.

Abends gab es ein kleines Buffet mit zwei Hauptgerichten und morgens das für Namibia übliche gute Frühstücks-Buffet.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Hobatere Lodge aufgrund Ihrer Lage sehr von der Öffnung des Westeingangs des Etosha Nationalparks profitieren wird. Wie sich das auswirkt bleibt abzuwarten.

960,-N$ pro Person DBB
Note 2-
Teil 1231. Aug. 2010
11.05.10 (12.Tag)
Hobatere Lodge - Ongawa Lodge

241km

Unser Frühstück genossen wir auf der Veranda mit Blick auf das Treiben der Vögel und anderer Kleintiere im tropischen Garten welcher das Hauptgebäude umgibt.



Der Weg Richtung Etosha war nicht weit und wir hatten ausreichend Zeit weshalb wir nicht die übliche Strecke über Asphalt nahmen, sondern uns für die kleinen Pads durch das Farmland südlich des Nationalparks entschieden. Über D3248 und D2695 ist der Weg mit Sicherheit abwechslungsreicher. Dafür sorgten bei Kathrin schon die zahlreichen Farmtore die sie an diesem Tag öffnen und schließen musste.

Die bestimmende Farbe hier in der Gegend war Gelb. Ich weiss nicht welcher hier häufig vorkommende Baum in dieser Farbe blühte, aber es gab der ansonsten doch recht herben Landschaft einen lieblichen Touch.

Ebenfalls auffallend war die große Population an Singhabichten. Auf jedem zweiten Strommast saß einer dieser eleganten Greifvögel.

Mittags standen wir am Eingang des Ongava Wilderness Reserve, einem privaten Schutzgebiet, welches direkt westlich des Anderson Gates an den Etoscha Nationalpark angrenzt. Am bewachten Eingang ins Ongawa Reserve erhielten wir eine Zufahrtsskizze zu unserer Lodge, denn das Gebiet ist groß und es befinden sich noch drei weitere Unterkünfte auf dem Areal.

Die heißen Stunden des Tages verbrachten wir auf der Veranda unserer Hütte, wo wir erst einmal unser Lunchpaket plünderten und dann die Antilopen am nahen Wasserloch beobachteten, welches keine 50m von unserer Hütte entfernt lag. Das typische harte Licht von Etosha lies aber keine Ambitionen zum fotografieren aufkommen.

Da es sich bei Ongawa wie gesagt um ein privates Wildschutzgebiet handelt war ein Gamedrive auf eigene Faust nicht möglich und so hatten wir uns für den nachmittäglichen Gamedrive mit Sundowner angemeldet.

Dabei merkten wir vor allem, wie groß das Ongawa Reserve ist, denn wir waren reichlich unterwegs, hatten aber das Pech, dass sich die Tiere einfach nicht zeigen wollten oder sich zwischen den vielen Büschen verbargen. Aber das gehört halt auch mit dazu, wenn man Tiere in freier Wildbahn beobachten will - ist eben kein Zoo. Deshalb gibt es von diesem Nachmittag auch nur ein einziges präsentables Tierfoto.



Die Sonne sank immer tiefer und unser Guide hatte es plötzlich immer eiliger. Wir dachten uns, dass er uns als Ausgleich zu den spärlichen Tiersichtungen zu einem besonder schönen Sundownerplatz bringen will. Bald sahen wir auch andere Lodgefahrzeuge, deren Gäste schon mit einem Drink in der Hand Richung Westen schauten. Wir fuhren weiter - die Sonne sank weiter - die Sonne versank und wir fuhren noch immer. Unser Guide allmähliche in Rallye-Manier. Wir saßen ganz hinten und konnten wegen des ganzen Geklappers und Gescheppers des Wagens auch nicht fragen, was das alles soll.

Schließlich hielten wir in fortgeschrittener Dämmerung auf einer großen Wiese. Von der Sonne war schon nix mehr zu sehen. Wir stiegen aus und fragten etwas verständnislos unseren Guide, was das alles auf sich hätte. Der grinste breit und deutete auf einen grauen Fleck in der Ferne. Mit dem Fernglas konnte ich es dann erkennen - Nashörner. Es handelte sich um eine Kuh mit riesigem Horn und Ihrem schon recht großen Kalb. In der Zwischenzeit hatte unser Guide dann auch schon unsere GinTonic fertig und so standen wir dann mitten auf dieser Wiese in einem kleinen Tischchen mit Drinks und Snacks, während die Nashörner in aller Seelenruhe nur 30m an uns vorbeizogen. 10 Minuten später wiederholte sich das ganze Schauspiel noch einmal mit einer weiteren Nashorn-Kuh incl. Kalb.



Für gute Fotos war natürlich schon viel zu dunkel. Ich sehe das Bild eher als Beweis an, dass wir nicht angesichts des GinTonics unsere Wunschträume für Realität gehalten haben.

Wir brauchten dann im stockdunkeln noch eine halbe Stunde für den Rückweg zur Lodge und waren froh, dass es in dem offenen Safariwagen reichlich Decken gab.

Zum Dinner hatten wir einen Tisch auf der Aussichtsterasse ergattern können und hatten so die ganze Zeit das beleuchtete Wasserloch im Auge. Hier gaben sich dann erst einmal die Nashörner die Klinke in die Hand. Zum Dessert erschien dann eine Löwin, die zunächst ebenfalls Ihren Durst stillte und sich danach hinter in der Nähe befindlichen Büschen auf die Lauer legte.

Das wollten wir aus der Nähe sehen und so begaben wir uns direkt nach dem Essen, bewaffnet mit einem Schlummertrunk zu unserer Hütte. Die Guides meinten nämlich, wir könnten trotz der Löwin auf der Veranda unserer Hütte sitzen. Zu Anfang war mir ein wenig mulmig, denn es dauerte eine ganze Weile, bis ich den Standort der Löwin ausmachen konnte. Sie lag nur 30m - 40m von uns entfernt, aber wenn man die potentielle Gefahr erst einmal im Auge hat fühlt man sich schon viel besser.

Plötzlich bewegte sich ein größerer Schatten direkt unterhalb unserer Veranda. Nachdem der erste Schreck überwunden war, konnten wir erkennen, dass es sich um eine braune Hyäne handelte. Sie wollte wohl zum Wasserloch, steuerte aber geradewegs auf die Löwin zu. Erst wenige Meter vor der Löwin erkannte Sie die Gefahr und nahm reißaus.

Als es der Löwin dann irgendwann zu langweilig wurde und sie sich den Hang hinauf Richtung Hauptgebäude entfernte konnten auch wir uns aufraffen, zu Bett zu gehen.

Ongawa Lodge

Die Lodge liegt im Herzen des gleichnamigen privaten Wildschutzgebietes am Hang eines Kalksteinhügels. Vom Eingang in das Wildschutzgebiet, welcher sich direkt neben dem Anderson Gate befindet sind es noch 16km bis zu Lodge.

Man erreicht die Lodge von der Rückseite des Hügels und betritt Sie so am höchsten Punkt, was gleich einen tollen Eindruck von der Anlage erlaubt. Oben am Hang befindet sich das Hauptgebäude. Unterhalb davon verteilen sich die Hütten weitläufig am Hang. Alles ist durch Treppenwege miteinander verbunden. Für Fußkranke oder gar Behinderte ist die Lodge absolut ungeeignet.

In der Dunkelheit darf man sich zwischen den Hütten und dem Hauptgebäude nur in Begleitung eines Guides bewegen. Fanden wir erst ein wenig nervig, dann aber berechtigt, als wir sahen, wie die Löwin mitten durch das Lodgegelände lief.

Die Hütten in denen man wohnt sind riesig. Die Außenwände bestehen überwiegend aus Canvas, das Dach ist mit Stroh gedeckt. Zusätzlich zum Bad gibt es noch eine Außendusche auf der Veranda, welche ich nach unserer Ankunft am Mittag gleich ausgiebig nutzte. Es ist schon Klasse, im freien unter der Dusche zu stehen und dabei die Tiere am nahegelegenen Wasserloch zu beobachten.

Die Hütten sind weit voneinander getrennt, so dass man von seinen Nachbarn nicht das Geringste bemerkt. Wir hatten die am weitesten vom Hauptgebäude entfernte Hütte, die ganz am Fuß des Hügels und am nächsten zum Wasserloch lag. Das bedeutete zwar ordentlich Treppensteigen und fehlender Fernblick, wurde aber durch unsere Erlebnisse am Wasserloch mehr als aufgewogen.



Das Hauptgebäude ist eigentlich nur ein riesiges Überdach, welches dann direkt in die Aussichtsterasse übergeht. Der Blick in die Ferne und auf das Wasserloch ist fantastisch. In der Bibliothek finden sich viele Informationen zum Ongawa Reserve, vor allem auch zum sehr erfolgreichen Nashorn-Zuchtprogramm welches hier seit mehr als einem Jahrzehnt betrieben wird.



Das Essen war gut. Zum Frühstück das übliche Buffet und zum Abendessen ein Dreigänge-Menü. Gerade auf einer Lodge wie Ongava hätte ich mir zum Dinner aber etwas besseres als Hähnchenbrustfilet gewünscht, auch wenn es von der Zubereitung her nichts daran auszusetzen gab.

1.850,-N$ pro Person DBB
Note: 1-
Teil 1313. Sept. 2010
12.05.2010 (13.Tag)
Ongava Lodge - Mushara Outpost

248km

Die beiden jetzt folgenden Tage sollten ganz dem Etosha Nationalpark gewidmet sein. Heute wollten wir vor allem den westlichen Teil des öffentlich zugänglichen Bereiches erkunden.

Doch zuerst mussten wir in Okaukuejo uns registrieren und bezahlen. Danach ging es gleich weiter nach Norden zum Okondeka Wasserloch. Auf den großen Grasflächen die wir auf dem Weg dorthin durchfuhren, waren zahlreiche Zebraherden unterwegs.



Bei Okondeka war reichlich Betrieb. Alle Grasfresser, die auf den umliegenden Flächen reichlich Nahrung finden waren vertreten. Sehr verwunderlich war die sehr große Anzahl von Tieren weit draußen auf der Pfanne. Was wollen die dort?

Leider ist das Wasserloch sehr weit vom Parkplatz entfernt und das Licht war auch schon sehr hart, so dass sich keine präsentablen Fotos ergaben.

Auf dem Rückweg Richtung Okaukuejo entdeckten wir eine Fuchsmanguste direkt am Wegrand, die uns genauso interessant fand, wie wir sie.



Unser nächstes Ziel war das Wasserloch Gemsbokvlakte. Hier hatte sich eine riesige Herde Zebras zusammengefunden. Da war dann reichlich Aktion angesagt, denn obwohl es mehr als ausreichen Wasser für alle gab, versuchten viele Tiere in die Mitte des Pools zu gelangen und traten und bissen dabei heftig um sich. Ich habe bislang noch nie soviel Aggressivität bei Zebras erlebt.

Wir waren so fasziniert von dem Geschehen im Wasserloch, dass wir den Schakal, der sich bis auf wenige Meter dem Auto genähert hatte zunächst gar nicht bemerkten. Ob der hier öfters gefüttert wird?



Bei Olifantsbad hofften wir dann, dass diese Wasserstelle ihrem Namen gerecht würde, da wir hinsichtlich Elefanten in diesem Urlaub noch hinter den Erwartungen zurück lagen. Aber wir hatten Pech - es gab weder Elefanten noch andere Tiere.

Auch bei den Wasserlöchern an der Pfanne (Homob, Charitsaub, Sueda und Salvatora) war absolut Tote Hose. Dafür waren wieder in der Ferne viele Tiere weit draußen auf der Pfanne zu erkennen.

In Rietfontein gab es dann wieder die üblichen Vegetarier zu sehen, bevor wir weiter nach Halali fuhren, wo wir unter einem schattigen Baum auf der Campsite unsere Lunchpakete schlachteten. Das wurde auch gleich von einigen Mitessern bemerkt, die einem die Brotstückchen direkt aus der Hand nahmen, dann aber gleich wieder auf Ihren Baum flüchteten.



Camping auf Halali wäre nicht mein Ding. Zu staubig zu groß und zu ungemütlich, auch wenn die Sanitäranlagen einer recht guten Eindruck machten.

Auch das Wasserloch Goas bot zwar Tiere, aber keine berichtenswerten Highlights, so dass in solch einem Fall schon mal ein neugieriges Erdhörnchen in den Focus meines Interesses und meiner Kamera rücken kann.



Das Licht lud noch immer nicht zum fotografieren ein, und so beschlossen wir uns jetzt auf direktem Wege zu unserer nächsten Unterkunft zu begeben. Vielleicht haben wir ja morgen mehr Glück. Unterwegs konnten wir dann noch sehen, dass im Osten der Pfanne noch Wasser steht. Das könnte morgen interessant werden. Außerdem sahen wir noch eine Löwin im hohen Gras, was bedeutete, dass wir eigentlich nur die Ohren sahen.

So kamen wir rechtzeitig im Mushara Outpost an, so dass Kathrin noch deren Pool nutzen konnte.

Nach dem Lunch gab's dann noch sehr guten Chorgesang der Küchenmannschaft. So kann ein angenehmer Tag ausklingen.

Mushara Outpost

Die Lodge liegt nur wenige Kilometer vom Gate im eher langweiligen flachen Buschland östlich des Etosha Nationalparks, womit auch schon die einzige Schwäche dieser traumhaften Unterkunft genannt ist.

Die Unterkünfte bestehen aus einer Teakholzkonstruktion, deren Außenwände mit Canvas bespannt sind. Sehr gediegen und alles in Topzustand. Bedingt durch die schon genannte Lage im flachen Buschland gibt es leider keinen Ausblick von der Veranda und so viel der Sundowner für heute aus, was nicht heißt, dass ich auf meinen GinTonic verzichtet habe.



Das Haupthaus scheint direkt der Raffaelo-Werbung entsprungen zu sein. Vieles ist in weiß oder hellen Pastelltönen gehalten. Hier durfte sich der Innenarchitekt anscheinend nach Lust und Laune austoben. Es machte einen Riesenspaß durch den großen luftigen Raum zu schlendern und die vielen liebevollen Accessoires zu entdecken die alle perfekt zueinander passen, was sich bis in die Bekleidung des Personals fortsetzt.



Überhaupt das Personal. Unter der sorgsamen Hand von Chefin Helena hat sich hier ein Service etabliert, wie man ihn auch in deutlich teureren Unterkünften nicht besser findet. Obwohl man viel weniger Personal sieht, als in anderen Unterkünften, läuft alles ruhig, gelassen und trotzdem perfekt. Hier gilt eindeutig Klasse statt Masse. Nebenbei beweist Helena auch, dass es keineswegs immer eines weißen Vorturners bedarf, damit der Service stimmt.

1.700,-N$ pro Person/Nacht DBB
Note: 1
Teil 1421. Sept. 2010
13.05.2010 (14.Tag)
Etosha Nationalpark


Nachdem wir gestern den Westteil des Nationalparks erkundet hatten, stand heute der Ostteil auf dem Programm.

Zunächst ging es nach Norden, wobei wir die Fisher Pan im Osten umrundeten. Die Pfanne stand noch in weiten Teilen unter Wasser - ein für uns ungewohnter Anblick. Bei unseren vorherigen Besuchen im Nationalpark waren die Pfannen immer ausgetrocknet.



Wir wunderten uns sehr, dass es trotz des vielen Wassers und des saftigen Grüns in der Gegend relativ wenig Tiere zu sehen gab. Lediglich Kudus gab es etwas häufiger, darunter viele prächtige Bullen. In der Ferne zeigte sich auch einmal kurz ein Löwenkopf im hohen Gras.

Kurz bevor wir das Andoni Wasserloch erreichten, wussten wir auch, weshalb wir bislang noch keinen Elefanten in Etosha gesehen hatten. Die waren alle hier. Zeitgleich konnten wir viele Herden auf der Grasebene und im Buschland ausmachen. Überall gab es reichlich Schlamm- und Sandsuhlen, die von den Elefanten ausgiebig zur Körperpflege genutzt wurden.



So von Elefanten umzingelt, konnten und wollten wir nur sehr langsam vorankommen, und so war es schon Mittagszeit, als wir am Fort Namutoni ankamen. Was bot sich also mehr an, als die ehemalige Festung zu besichtigen und sich dann ein schönes Plätzchen zum Verzehr der Lunchpakete zu suchen.

Das Fort erstrahlte wie immer in blendendem Weiss, ich hatte aber den Eindruck, dass sich hier seit unserem letzten Besuch einiges hinsichtlich Renovierung getan hat. Alles machte einen sehr guten Eindruck.



Nach der Besichtigung machten wir unter dem mit Reet gedeckten Schattendach des Wasserlochs Lunchtime. Hin und wieder ließen sich ein Paar Impalas oder Warzenschweine blicken, ansonsten war es eher ruhig.

Danach begegneten wir dann der für mich größten Attraktion Namutonis - den fast zahmen Zebramangusten. Es war eine große Gruppe von 20-30 Tieren, die einen bis auf wenige Zentimeter an sich heranließ. Über eine Stunde verfolgte ich die Tiere mit der Kamera, ohne dass sie sich an meiner Anwesenheit störten. Die ganze Zeit war was los - nie wurde es langweilig. Solch eine Begegnung ist für mich schöner, spannender und interessanter als das übliche schlafende Löwenrudel, um das sich ein dutzend Safariwagen gruppiert hat.

Es ist aber gar nicht so einfach, auch nur halbwegs gute Nahaufnahmen der Zebramangusten zu machen. Die halten einfach nicht still und sind so wuselig, dass sie einem ständig aus dem Bild rennen und wenn das mal nicht der Fall ist, zumindest den Schärfebereich auf den die Kamera gerade fokussiert hat, verlassen.



Es fiel mir schwer, mich von den Zebramangusten loszureißen, aber vielleicht wartet ja noch ein weiteres Highlight auf uns.

Das nächste Ziel war der Loop entlang der hier noch mit Wasser gefüllten Etosha Pfanne nach Okerfontein. Doch wir hatten die C38 noch gar nicht verlassen, da glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Am Straßenrand kam uns eine Leopardin mit Jungtier entgegen. Das Jungtier verschwand leider sofort im Unterholz, ehe ich auch nur zur Kamera greifen konnte. Die Leopardin blieb noch kurz auf der Straße und setzte sich dann mit dem Rücken zu uns ins Gebüsch am Straßenrand. Ich vermute, sie wollte unser Interesse auf sich ziehen, bis das Kleine in Sicherheit war.



Sehr angenehm war bei dieser Begegnung, dass wir sie ganz alleine hatten. Trotz dass sie auf der Hauptstraße stattfand war außer uns kein weiteres Auto dort. Manchmal hat es auf Vorteile, wenn man entgegen des allgemeinen Trends auch in der Mittagszeit auf Gamedrive geht. Das schlechte Fotolicht schmälert die Tiererlebnisse an sich ja in keinster Weise; man kann sie nur nicht so schön dokumentieren.

In Okerfontein war dafür überhaupt nicht los. Auch Kalkheuwel verließen wir nach kurzer Zeit wieder.

Dafür boten Chudop und Klein Namutoni, dass was man von Ihnen erwartet - eine Sinfonie der langen Beine. Diese beiden Wasserlöcher sind Giraffenland und wir wurden nicht enttäuscht. Kathrin war überglücklich, so viele Ihrer Lieblingstiere zu sehen.



Wenige Minuten vor Toresschluss verließen wir den Etosha Nationalpark und erreichten bei Sonnenuntergang das Gelände von Mushara Outpost. Hier hatte ich mir schon am Morgen eine schöne Baumgruppe für die typischen afrikanischen Sonnenuntergangsfotos ausgesucht.



Direkt vor der Lodge mussten wir dann noch einen Bogen um eine Puffotter machen, um sie nicht platt zu fahren. Die Viecher sind wirklich verdammt träge.

Das letzte Tiererlebnis des Tages war dann ein sehr schöner und großer Nachtfalter, der sich während unseres Schlummertrunks an der Wand neben uns niederließ.

Teil 1527. Sept. 2010
14.05.2010 (15.Tag)
Mushara Outpost - Susuwe Island Lodge

793km

Das Kapitel für den heutigen Tag wird eher kurz, da es sich um eine reine Überführungs-Etappe handelt.

Die Strecke ist lang und so wählten wir die schnellste Verbindung über die B1 und die B8. Die Straßen sind durchgehend asphaltiert und in sehr gutem Zustand. Da es auch so gut wie keine Kurven gibt, hätte ich auch einen Ziegelstein auf's Gaspedal legen können, wenn nicht unser Wagen ab 130km/h sehr penetrant zu piepen angefangen hätte. So war ich die ganze Zeit beschäftigt, möglichst schnell voranzukommen, ohne aber einen Tinitus zu bekommen.

Haben heutzutage eigentlich alle Mietwagen solch einen Scheiss Geschwindigkeitswarner?

Eine kleine Abwechslung bot der Veterinärzaun. Wir hielten brav neben dem Beamten, um uns dafür gleich einen Rüffel einzufangen, weshalb wir nicht am 3m weiter vorne stehenden Stopschild gehalten haben. Man gebe einem kleinen Menschen etwas Macht und sie wird im zu Kopf steigen. 😠

Mit passieren des Veterinärzaunes ist man wieder in Schwarzafrika. Vorbei die Zeit, in der man kilometerweit an Zäunen entlangfährt und nur hin und wieder ein einsames Farmhaus sieht. Hier wird das Vieh noch von Hirten gehütet und alle Paar Kilometer sieht man ein kleines Dorf unweit der Straße.

In Rundu ist Halbzeit. Wir tanken und stocken unseren Reiseproviant auf.

Mit Überquerung des Okavango erreichen wir den Bwabwata Nationalpark. Ein wahrer Schilderwald warnt den Autofahrer vor Elefanten, nur lassen sich diese leider überhaupt nicht blicken.

Am Kwando angekommen biegen wir zunächst nach Norden zur Bumhill Rangerstation ab, um ein Permit für das Susuwe Triangel zu erwerben. Nett werden wir darauf hingewiesen, das wir als Gäste der Susuwe Island Lodge ein solches nicht benötigen.

Die Zufahrt zur Susuwe Island Lodge geht genau gegenüber des Weges nach Bumhill von der B8 ab. Ausgeschildert ist sie allerdings nicht. Auch das GPS wollte uns einen anderen Weg schicken. Lt. T4A erfolgt die Zufahrt von der Ostseite des Kwando, was definitiv falsch ist. Nur meine Google Earth Recherche im Vorfeld des Urlaubs bewarte uns vor einem längeren Umweg.

Von der B8 aus sind es dann noch 16km tiefsandiger Track entlang des Kwando - zunächst auf dem Hochufer und später auf der Überschwemmungsebene.

Wir erreichen den Parkplatz der Lodge, von dieser selbst ist aber noch nichts zu sehen.



Da uns nichts besseres einfällt hupen wir kurz, worauf uns aus dem Dickicht des gegenüber liegenden Ufers zugerufen wird, dass das Boot für unsere Überfahrt gleich kommen wird, was dann auch der Fall ist.

Es ist spät geworden. Wir haben gerade noch Zeit für einen Sundowner, dann wird es auch schon dunkel.

Susuwe Island Lodge

Die Lodge liegt auf einer kleinen Insel im Kwando und ist nur per Boot zu erreichen. Die Insel ist ist dicht mit tropischen Pflanzen und Bäumen bewachsen, so dass man die Lodge schon vom nur 50m entfernten Parkplatz nicht mehr sehen kann.

Es gibt nur 6 Unterkunftshütte, so dass es in Susuwe nie voll wird. Die Hütten selbst sind riesig. Vor den einzelnen Hütten gibt es jeweils eine schöne Veranda mit Blick auf den Fluss und einem Mini-Pool.



Der Zentralbereich besteht aus einem großen freien Platz mit Feuerstelle, der von einem kreisförmigen Arkadenbereich umgeben ist. Hier ist alles offen, es gibt keine geschlossenen Räume. Man ist immer inmitten der Natur.



Überragt wird der Zentralbereich von vielen großen Bäumen. Auf einem von Ihnen befindet sich eine Aussichtsplattform von der aus man sehr schön den Sonnenuntergang beobachten kann.

Das Essen ist mir nicht mehr in Erinnerung, was dafür spricht, dass es weder außergewöhnlich gut noch außergewöhnlich schlecht war.

Abends am Lagerfeuer sitzt man zusammen mit dem Lodge-Management und den Guides. Eine sehr familiäre Athmosphäre.

3.480,-N$ full inclusiv p.P
Note: 2+
Teil 1601. Okt. 2010
15.05.2010 (16.Tag)
Susuwe Triangle

18km

Das Frühstück fällt heute bewusst kurz aus. Wir wollen den Tag mit einer Bootstour auf dem Kwando beginnen und da natürlich die Morgenstunden mit Ihrem schönen Licht auskosten.



Nur selten ist das Ufer so frei, wie auf dem Bild. Meist ist es dicht mit Papyrus und Schilf bestanden. Wir sahen einige Lechwe Antilopen und eine größere Gruppe Klaffschnäbel.

Das Highlight der Tour sind aber eindeutig die Hippos. Bislang hatte ich bei Bootstouren Hippos immer als recht aggressiv erlebt und die Bootsführer hatten dem entsprechend auch einen gehörigen Respekt vor den Tieren und großen Abstand gehalten. Ich fragte mich also, wie dass auf diesem max. 10m breiten Fluss funktionieren soll.



Schon bald tauchte das erste Hippo vor uns auf und genauso schnell wieder unter. Die Hippos hier sind ziemlich scheu. Man hätte also nicht allzu viel von den Hippos gehabt, wäre das Wasser des Kwando nicht glasklar. So aber hatten wir das außergewöhnliche Erlebnis zu sehen, wie diese massigen Tiere, graziös wie Ballerinas, über den Grund des Flusses laufen; teilweise direkt unter unserem Boot hindurch.

Als auf der Rückfahrt dann der Gaszug unseres Bootes riss, war ich umso dankbarer für das friedliche Naturell der Hippos im Kwando. Die Lösung dieses Problems war typisch afrikanisch. Unser Guide lag den Rest der Tour bäuchlings über dem Motor und bediente den Gasregler per Hand auf Zuruf des Bootsführers. So kamen wir zwar problemlos zurück, hätten aber einem aggressiven Hippo niemals ausweichen können.

Auf den Lodges scheint es üblich zu sein, die Zeit zwischen Vormittags- und Nachmittags-Aktivität auf dem Lodgegelände zu relaxen. Das ist nicht so unsere Welt und so verbrachten wir die Mittagszeit indem wir mit unserem Auto zum Horseshoe fuhren, einer weiten und landschaftlich sehr schönen Flussschleife des Kwando.

Die Lodge zeigte sich bezüglich unserer Planung sehr flexibel. Anstelle des Mittagessens bekamen wir gleich nach der Bootstour einen leckeren Brunch und nach unserer Rückkehr sollte es Kuchen geben.

Von der Lodge aus sind es nur 9km bis zum Horseshoe und der Weg verläuft die ganze Zeit auf den Überschwemmungsflächen des Kwando. Immer wieder hat man schöne Blicke auf den Fluss sowie die noch überschwemmte Bereiche.



Nur wenig südlich der Lodge trafen wir auf die ersten Elefanten und ab dort konnten wir keine 300m am Stück fahren, ohne hinter der nächsten Herde zu stehen. Ständig gingen welche zum Fluss bzw. kamen von dort. Viele Elefanten sahen wir auch beim Baden im Fluss.



Sehr wohl war mir die ganze Zeit nicht. Derart von Elefanten umgeben zu sein, hatte ich auch noch nicht erlebt. Normalerweise kann man sich ja im Rückwärtsgang zurückziehen, wenn Elefanten Ihren Unmut über uns Menschen äußern. Hier war das nicht möglich, denn hinter uns befanden sich ebenfalls Elefanten. Und es handelte sich nicht nur um Herden, wir sahen auch Bullen in der Must.

So brauchten wir 2h für die 9km bis zum Horseshoe. Obwohl der Sandstrand am Ufer mit den Spuren und sonstigen Hinterlassenschaften zahlreicher Tiere übersäht war, sahen wir zu unserer Verwunderung kein einziges. Das machte aber nichts. Nach der Fahrt bis hierher, war es mir ganz recht, die landschaftliche Schönheit genießen zu können, ohne auf der Hut zu sein, wo der nächste Elefant auftaucht.



Wollten wir rechtzeitig zur Sundowner-Tour zurück auf der Lodge sein und möglicht auch noch etwas vom Kuchen ergattern, mussten wir den Rückweg schneller schaffen als den Hinweg.

Ich erinnerte mit eines Threads hier im Forum, in dem jemand gepostet hatte, dass sich Elefanten durch in die Hände klatschen vertreiben lassen. Das wollte ich mal ausprobieren.

Ihr werdet es nicht glauben, aber es funktioniert tatsächlich. Das allerbeste ist, dass die Elefanten auf das Klatschen nicht etwa hektisch oder aggressiv reagiert haben. Es schien eher so, als würde es sich um ein Geräusch handeln, das Elefanten nicht mögen und ihm aus dem Wege gehen. Da konnte eine Herde seit 5 Minuten an den Büschen links und rechts des Weges gefressen haben; kaum klatschte man ein paar mal kräftig in die Hände, machte sie sich gemächlich von dannen.



Trotzdem gab es auch wieder einige Momente, wo mir doch ein wenig mulmig wurde. Vor allem wenn sich mal wieder ein Elefant so versteckt hatte, dass man ihm näher kam, als ihm lieb war.



Wir schafften es dann noch rechtzeitig zum Kuchen und zum Sundowner-Gamedrive. Unser Guide hatte vor, uns das in dem Gebiet lebende Löwenrudel zu zeigen. Rasch fand er auch die Spuren und wir konnten das Gebiet in dem sich die Löwen aufhielten eingrenzen. Leider befand sich das Rudel aber in einem sehr dicht bewachsenem Areal zu dem es keinerlei Zugang gab, so dass wir keine Katzen zu Gesicht bekamen.

Sundowner machten wir dann auf einem kleinen Hügel direkt am Ufer des Kwando. Da wir uns am Westufer des Kwando befanden ging die Sonne aber leider nicht über dem Fluß unter.

Unser Guide hatte gerade liebevoll den kleinen Tisch mit Getränken und Knabbereien gedeckt, da hörten wir den ersten Warnruf von Pavianen. Bald darauf hörte man es im Gebüsch kräftig knacken - eine Elefantenherde war im Anmarsch. Die Herde war weit verstreut und befand sich rings um uns verteilt. Hin und wieder sah man einen grauen Rücken aus dem Gebüsch ragen. Als sich die ersten Tiere bis auf 10m genähert hatten, hielt es unser Guide für angebracht, dass wir uns alle ins Auto verziehen. Die Elefanten kamen immer näher und es wurden immer mehr. Wir waren regelrecht umzingelt und die Tiere waren bis auf 5m an uns herangekommen. In dem offenen Safariwagen war das noch einmal eine ganz andere Nummer, als in unserem Wagen. Auch dem Guide war das Ganze nicht mehr geheuer. Er war ebenfalls sehr angespannt und hatte die Hand die ganze Zeit am Zündschlüssen um notfalls sofort durchstarten zu können. Glücklicherweise blieb die Herde aber die ganze Zeit über sehr relaxt.

Für normale Fotos war es natürlich schon viel zu dunkel und ich hoffe auf Euer Verständnis, dass ich keine Blitzlichtaufnahmen machen wollte.

Auf der Rückfahrt im dunkeln lief uns dann noch ein Hippo in den Scheinwerferkegel des Autos.

Abends in der Lodge fragte mich der Lodge-Manager sehr vorsichtig und höflich, ob uns vielleicht nicht bekannt sei, dass der Caprivi in einer anderen Zeitzone als der Rest Namibia liegt. Das hatten wir in der Tat nicht gewußt und waren somit zu allen Mahlzeiten und Aktivitäten zu spät gekommen. Glücklicherweise sehen die Afikaner solch zeitliche Dinge sehr locker.
Teil 1708. Okt. 2010
16.05.2010 (17.Tag)
Susuwe Island Lodge - Sussi & Chuma Lodge

316km

Heute geht's an die Victoria Fälle. Erstmals aber nicht nach Zimbabwe, sondern nach Zambia.

Kurz nach Sonnenaufgang starteten wir bereits und konnten wie erhofft die noch tief stehende Sonne über dem Khwai genießen.



Die B8 war schnell erreicht und auf guten Asphalt waren wir bald darauf in Katima Mulilo, wo wir aber nur kurz zum tanken hielten.

Der Grenzübergang mit der neuen Zambesi-Brücke befindet sich gleich am Stadtrand von Katima und kann nicht verfehlt werden. Auf namibischer Seite unterscheidet sich das Prozedere in keiner Weise von den Grenzübergängen nach Botswana.

Am anderen Ufer ist dann der typische afrikanische Behörden-Marathon angesagt. Immigration, Zoll, Fahrzeugregistrierung, Roadtax und KFZ-Versicherung wollen erledigt werden. Alles läuft sehr betulich ab, aber dafür wenigstens korrekt. Trotzdem kein billiges Vergnügen, aber zumindest kann man entgegen anders lautender Aussagen alles in Namib-Dollar zahlen.

Glücklicherweise ist so gut wie nichts los und so haben wir die zambische Einreise in gut einer Stunde erledigt.

Jetzt geht es direkt auf der gut ausgebauten Straße nach Livingstone. Es ist Sonntag und die Gottesdienste sind gerade zu Ende. So sind unzählige Menschen links und rechts der Straße unterwegs; alle in ihrer feinsten Garderobe und prächtig anzusehen. Vor allem die kleinen Mädchen sind vielfach herausgeputzt wie kleine Prinzessinnen.

Rechtzeitig zum Mittagessen sind wir in der Lodge.

Nachmittags geht es dann selbstverständlich zu den Fällen. Es herrscht absolutes Hochwasser. Bei diesem Wasserstand gefällt mir die zambische Seite der Fälle erheblich besser, da man die Fälle viel besser sehen kann. Auf der zimbabwischen Seite sieht man bei Hochwasser nur noch Gischt.



Nur ein schmaler Bergrücken trennt die Fälle von der anschließenden Schlucht des Zambesi.



Auf diesem Bergrücken entlang führt der wahrscheinlich nasseste Wanderweg der Welt. Man läuft die ganze Zeit durch die Gischt der Fälle. Wenn der Wind die Gischt einmal für kurze Zeit zurückdrängt sieht man kurz blauen Himmel, bevor das Wasser wieder über einem zusammenschlägt. Teilweise strömt mehr Wasser auf einen nieder, als unter einer Dusche. Selbst mit den sehr guten Ponchos der Lodge waren wir total durchnässt, aber zumindest den Fotoapparat konnte ich unter ihm trocken verwahren.



Auf dem Rückweg zur Lodge sehen wir dann direkt am Stadtrand von Livingstone eine Herde Elefanten. So am Rande einer Großstadt auch in Afrika ein ungewöhnlicher Anblick.

Zurück in der Lodge haben wir gerade genug Zeit uns trocken zu legen, bevor wir zum Sundowner-Cruise auf dem Zambesi starten. Es ist nur eine kleine Gruppe im gut motorisierten Lodge eigenen Boot.

Der Fluß ist gewaltig, die Strömung reißend und vielfach finden sich große Strudel und Wellen. Umso mehr bin ich erstaunt über die vielen Nilpferde im Fluß.



Als sich die Sonne dem Fluß nähert suchen wir uns einen ruhigen Bereich. Der Motor wird ausgeschaltet, es werden Sundowner und Knabbereien gereicht. Hier kann man sich mal so richtig treiben lassen.



Sussi & Chuma Lodge

Die Lodge liegt im Mosi oa Tunya Nationalpark direkt am Ufer des Zambesi. Da sich die Fälle ebenfalls in diesem Nationalpark befinden, zahlen Gäste der Lodge keinen Eintritt bei den Fällen.

Alle Verbindungswege der Lodge verlaufen auf Bohlenwegen in 4m Höhe. Es gibt zahlreiche Meerkatzen auf dem Gelände, die anscheinend sehr erfolgreiche Diebe sind. Jedenfalls sieht man viele Affen mit Dingen umherlaufen, die eigentlich nicht in Affenhände gehören.

Menschen mit Spinnenphobie werden sich dieser auf dem Lodgegelände stellen müssen. Zwar sind die Gebäude absolut ungezieferfrei, wie man es bei einer Unterkunft dieser Kategorie erwarten kann - in der Natur sieht es aber anders aus. Überall befinden sich riesige Gemeinschaftsnetze mit zum Teil Dutzenden Spinnen darin, welche die Größe einer menschlichen Hand erreichen. Auf den Walkways läuft man nur knapp unter den Netzen hindurch.

Als Unterkünfte fungieren aufgeständerte Rundhütten direkt am Ufer. Die Einrichtung ist perfekt und lässt keine Wünsche offen. Vor der Hütte eine sehr gemütliche Veranda unter großen Bäumen, mit Blick auf den Zambesi.



Sehr großes zweigeschossiges Hauptgebäude im Stil einer Rundhütte. Im Erdgeschoß das Restaurant, darüber die Bar mit Lounge.



Direkt am Flußufer befindet sich noch eine Sonnen-Terasse. Abends wird hier ein Lagerfeuer entzündet.



Das Personal ist überaus freundlich und gut ausgebildet. Das Essen lässt keine Wünsche offen.

490,-US$ p.P. full inclusive
Note: 1
Teil 1801. Nov. 2010
17.05.2010 (18.Tag)
Sussi & Chuma Lodge - Kubu Lodge

81km

Zum Abschied von der Lodge gab's noch eine kleine Geschichts-Lektion. Sussi und Chuma waren die Namen der beiden schwarzen Führer, die Livingstone zu den Viktoriafällen brachten.

Unsere Einreise nach Botswana erfolgte via Kazangula-Ferry, die sich von Livingstone aus rasch auf guter Teerstraße erreichen lässt. Die letzten Kilometer fährt man an einer schier endlosen LKW-Schlange entlang, die sich vor der Grenze staut. Glücklicherweise muss man sich als PKW-Fahrer dort nicht anstellen, sondern kann direkt bis zur Grenze durchfahren.

Bei der von uns beobachteten Abfertigungsgeschwindigkeit und der Fährkapazität von nur einem Sattelschlepper je Fähre gehe ich von einer Wartzeit von mindestens einer Woche aus. Da frage ich mich schon, weshalb die Fahrer nicht den weniger als zwei Fahrstunden entfernten Grenzübergang bei Katima nutzen und weiter über Ngoma Bridge nach Botswana einreisen.

Auch an der Grenze selbst ist es das genaue Gegenteil zum Grenzübergang unserer Einreise nach Sambia. Hier herrscht quirrliger Trubel und es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten. Vor allem die Geldwechsler gehen einem gehörig auf die Nerven und versuchen einen zum Narren zu halten, dass man in Botswana nur reingelassen wird, wenn man die Grenzgebüren in Pula zahlen kann.

Ist alles Bullshit. Bis auf die Fähre kann man alle Gebühren sowohl in Zambia, als auch in Botswana mit Namib$ oder US$ bezahlen. Für die Fähre braucht man Rand oder Pula. Bei den Geldwechslern muss man kräftig handeln. Die ersten angebotenen Kurse sind eine Unverschämtheit.

Die Grenzformalitäten selbst gingen korrekt über die Bühne. Man darf sich halt durch die Menschenmassen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die Fähren selbst sind auch etwas besonderes. Es gibt zwei Stück und zumindest unsere war in solch einem desolaten Zustand, dass man sie mit einem normalen PKW nicht mehr hätte benutzen können. Ein Großteil der Beplankung fehlte und so fährt man teilweise direkt über die Spanten, die Zwischenräume mit lockeren Holzabfällen aufgefüllt.



Von der Fähre aus war die Kubu-Lodge schnell erreicht.

Für den Nachmittag buchten wir eine Boots-Safari auf dem Chobe. Die Zeit bis dahin verbrachten wir im Park der Kubu-Lodge und mit Einkäufen, Geldwechsel und tanken in Kasane.

Der Chobe führte ebenso wie der Sambesi Hochwasser, so dass alle Inseln überflutet waren und man sich eher wie auf einem See, denn auf einem Fluss vorkam. Diese Situation hatte zur Folge, dass die Tiere den Fluß nicht querten und wir somit auf den Anblick schwimmender und den Fluss durchquerender Elefanten verzichten mußten.

So konzentrierte sich unsere Boots-Safari denn auch auf den Uferbereich des Chobe Nationalparks, wo wir hinsichtlich Tierbeobachtungen dann auch nicht enttäuscht wurden.

Zunächst ging es gemächlich los. Wir sahen die typischen Uferbewohner, vor allem reichlich Krokodile und Kingfisher.



Die Tiere sind hier am Ufer alle sehr relaxt. Wir kamen mit dem Boot sehr dicht heran. So konnte ich auch erstmals sehen und fotografieren, wie schön die Innenseiten von Kudu-Ohren gezeichnet sind. So schnell wie diese scheuen Antilopen sonst flüchten, ein sehr schwieriges Unterfangen.



Elefanten gab es natürlich auch reichlich. Einzeln, in Gruppen und häufig mit Jungtieren, kann ich die Dickhäuter stundenlang beobachten, ohne dass es langweilig wird.



Im schönsten Abendlicht zeigte sich dann noch ein Seeadler, bevor wir hinaus in Flussmitte fuhren um dort den Sonnenuntergang zu genießen.



Beim Abendessen auf der Terrasse der Kubu-Lodge tauchte dann noch ein Busch-Baby im Geäst des unseren Tisch überragenden Baumes auf. Es beobachtete uns eine Zeit lang und sprang dann in großen Sätzen über den Rasen davon. Mein erstes Busch-Baby - ein weiteres Highlight dieser Reise.

Kubu-Lodge

Die Lodge liegt nicht direkt in Kasane, sondern in der Mitte zwischen Kazungula und Kasane. Das parkartige Lodge-Gelände liegt direkt am Ufer des Sambesi. Überall auf dem Gelände laden Sitzgelegenheiten zum verweilen ein.



Vom hoch am Uferhang liegenden Restaurant bietet sich ein schöner Blick über Fluss und Park. Die Küche bietet regionale Einschläge.



Man wohnt in kleinen, rustikalen und mit Reet gedeckten Hütten, die leider ziemlich dicht beieinander stehen. Der Sanitärbereich könnte besser sein, so war es beispielsweise kaum möglich, die Temperatur der Dusche zu regulieren.



327,-US$ p.P. DBB
Note: 3+
Teil 1905. Nov. 2010
18.05.2010 (19.Tag)
Kubu Lodge - Savuti


Was wir gestern von der Wasserseite gesehen hatten, wollten wir heute noch einmal vom Land aus betrachten. So war der erste Programmpunkt des Tages die Chobe Riverfront.

Es zeigte sich aber auch hier, was ich schon zur gestrigen Boots-Safari schrieb: Die Chobe Riverfront ist bei Niedrigwasser wesentlich interessanter als jetzt zum Hochwasser. Die Loops am Ufer waren ausnahmslos unter Wasser und nicht zu befahren. So gab es nirgends freie Flächen und man bewegte sich die ganze Zeit im Buschland, was die Tierbeobachtung entsprechend schwierig machte.

So waren die Tiersichtungen auch nicht sehr ergiebig. Wir waren schon froh über jede Antilope, die wir sahen.



Das Hochwasser hat aber nicht nur Nachteile. Landschaftlich fand ich den zu einem großen See gewordenen Chobe ausgesprochen reizvoll.



Irgendwie kamen wir dann am Ende unserer Fahrt entlang des Chobe auf die Straße bei Ngoma Bridge. Das war wohl offiziell nicht so vorgesehen, denn wir kamen im Niemandsland zwischen den beiden Grenzabfertigungen auf die Straße und sorgten damit bei den botswanischen Grenzbeamten für ein wenig Verwirrung. Da wir aber alle Unterlagen unserer ordnungsgemäßen Einreise nach Botswana vorweisen konnten, lies sich alles rasch klären.

Bis Kachikau folgten wir dann einer Baustellenpiste die parallel zu der in Bau befindlichen neuen Straße verlief. Nicht sehr schön zu fahren.

Auch wenn damit natürlich wieder ein Stück Afrika-Romantik verloren geht, kann ich schon nachvollziehen, dass Botswana immer mehr Orte an ein modernes Straßennetz anschließen will und den Bewohnern von Kachikau gönne ich diese Verbesserung Ihrer Infrastruktur von ganzem Herzen. Gleichzeitig hoffe ich aber inständig, dass die Straße tatsächlich in Kachikau enden wird und nicht bis Savuti oder gar Maun durchgezogen wird. Wie auch immer, ich werde das nächste Mal auf jeden Fall wieder die Strecke über Nogatsaa nehmen.

Ab Kachkau ist derzeit auf jeden Fall wieder alles beim alten. Schnurgerade zieht sich die schmale Tiefsandpiste durch den Mopane-Busch.



Hier zeigte sich mal wieder die Klasse des Landcruisers. Ohne auch nur ein Quentchen Luft ablassen zu müssen, pflügte sich der Wagen ohne jede Schwierigkeit durch den tiefen Sand. Auch das wieder anfahren nach einem Stop bereitete keinerlei Probleme.

Spannend wurde es, als kurz nach Kachikau plötzlich ein Elefant direkt hinter uns aus dem Dickicht rannte und wütend trompetete. Den hatten wir im dichten Busch überhaupt nicht gesehen und hier auch nicht vermutet. Mit Vollgas brachte ich uns schnell aus der Gefahrenzone.

Kurz vor Savuti galt es dann noch, den Savuti-Channel zu durchqueren, der seit über 20 Jahren erstmals wieder Wasser führte.



Zu unserem Camp war es dann nicht mehr weit. Wir quartierten uns kurz ein, stellten unser Auto ab und begaben uns dann mit Johann, der für die Zeit in Savuti unser Guide war auf abendlichen Gamedrive.

Hier jagte dann ein Höhepunkt den nächsten. Johann hatte, während seine Mannschaft das Camp aufbaute, bereits die Umgebung erkundet und führte uns zunächst zu einem Löwenrudel. Die Jungtiere waren munter am spielen, und so machte es viel Spaß die Tiere zu beobachten. So gut sie sich aber auch beobachten ließen, gute Fotos waren mir nicht vergönnt, da sich alles in den Büschen abspielte. Entweder gab es störende Schatten, oder es verdeckten Pflanzenteile zu viel von den Löwen. Von den Schwierigkeiten mit dem Autofocus, wenn ständig irgendwelche Äste davor ragen, mal gar nicht zu Reden.

Danach fuhren wir in das Revier eines Leoparden und hatten auch tatsächlich das Glück, ihn dabei anzutreffen, wie er selbiges markierte, wie es sich für männliche Leoparden gehört. Leider lief auch dieser Leopard die ganze Zeit vor uns her, so dass es wieder nur Rückenansichten gab.



Abschließend hatten wir dann noch im schönsten Licht des ausklingenden Tages das Vergnügen, einem Elefantenbullen ganz nah zu kommen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie entspannt die Elefanten hier in Savuti sind.



Während des Abendessens kamen öfters Elefanten in Sichtweite des Camps vorbei. Als wir dann schon im Zelt waren und gerade zu Bett gehen wollten, fing es plötzlich an, im direkt neben unserem Zelt stehenden Busch zu rascheln. Keine 2m neben unserem Zelt stand ein Elefant und war am futtern. Durch die Zeltfenster konnten wir ihn vom Bett aus bestens beobachten.

Mobiles Zeltcamp von "Pride of Africa"

Bevor ich auf unser Zeltcamp selbst eingehe, möchte ich kurz die Umstände schildern, wie es überhaupt dazu kam, dass wir dort übernachteten.

Ursprünglich hatten wir zwei Nächte im Savuti Elephant Camp gebucht. Einen Monat vor Reisebeginn erhielten wir über unser Buchungsbüro die Nachricht, dass das Savuti Elephant Camp in der Zeit unseres geplanten Aufenthaltes wegen Maintenance geschlossen sei und wir deshalb auf die zum gleichen Unternehmen gehörende Khwai River Lodge umgebucht worden sind. Damit konnten wir uns natürlich überhaupt nicht einverstanden erklären. Zum einen wäre die Anreise von Kasane eine derart lange Strecke, dass wir diesen Tag komplett mit Fahren verbracht hätten. Zum anderen handelt es sich bei dem Gebiet am Khwai um eine ganz andere Landschaft als bei Savuti. Die Landschaft am Khwai ist viel eher mit dem Okavango-Delta zu vergleichen und dorthin geht es ja eh noch.

Nach langwierigen Verhandlungen unseres Buchungsbüros mit den zuständigen Stellen vor Ort, präsentierte man uns als Lösung, für uns ein mobiles Zeltcamp in Savuti zu errichten. Damit wurde die Firma "Pride of Afrika" beauftragt.

Einen faden Beigeschmack hatte die ganze Sache dadurch, dass weder die Ranger vor Ort, noch unser Guide Johann etwas von einer Schließung des Savuti Elephant Camps wussten und wir auch diverse Safari-Fahrzeuge des Lodge-Betreibers "Orient-Express Safaris" mit Gästen antrafen. Mir drängt sich da ein ganz anderer Verdacht auf...

Für all diese Probleme konnte aber "Pride of Afrika" nichts und so will ich jetzt auf deren mobiles Zeltcamp eingehen.

Insgesamt hatte man eine Mannschaft von 4 Personen für uns nach Savuti geschickt. Neben Johann, dem Guide noch Grace als Camp-Chefin und ihre zwei Helfer.

Gewohnt haben wir in einem großen dreiteiligen Safarizelt mit Stehhöhe (sogar für mich, mit meinen 1,96m). Im Sanitärbereich standen Chemietoilette und Eimerdusche zur Verfügung. Selbstverständlich gab es warmes Duschwasser.



Darüber hinaus gab es noch gab es noch ein nach drei Seiten offenes Zelt in dem die Mahlzeiten serviert wurden. Das Campfire war direkt davor.



Das Essen war vorzüglich. Ich war immer wieder erstaunt, was Grace mit einfachsten Mitteln aus frischen Zutaten gezaubert hat. Auch Brot und Brötchen wurden zu jeder Mahlzeit frisch gebacken.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass wir die erste Nacht auf der Savuti-Campsite verbrachten, da für diese Nacht keine HATAP-Campsite mehr verfügbar war.

575,-US$ p.P. full inclusive
Note: 2-
Teil 2012. Nov. 2010
Wo ich jetzt so vor dem Rechner sitze und nach Worten für den nächsten Tagesbericht suche, stelle ich fest, dass es wesentlich einfacher ist, über einen Reisetag zu schreiben, als über einen Tag, an dem man "nur" mit Gamedrives beschäftigt war.

19.05.2010 (20.Tag)
Savuti


Die Nacht war eine der kältesten in diesem Urlaub. Entsprechend dick eingemummelt sitzen wir im offenen Safariwagen.

Auch die Tiere haben anscheinend gefroren und suchen jetzt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Als erstes halten wir direkt neben einer Gabelracke, die noch ganz aufgeplustert ist. So puschelich sieht man diese ansonsten so eleganten Vögel selten.



Nicht viel später entdecken wir eine Familie Zwergmangusten, die sich auf einem umgestürzten Baumstamm ebenfalls dem Sonnenbad hingibt.



Danach fahren wir kreuz und quer durch die Savuti Area, die heute aber wie ausgestorben ist. Da fragt man sich doch, wo die vielen Tiere von gestern Abend abgeblieben sind. Nach einiger Zeit entdecken wir wenigstens einen Elefanten, der sich ausgiebig seiner Körperpflege widmet.



Zum Lunch kehren wir dann in unser Camp zurück, welches aber in der Zwischenzeit von der Savuti Campsite auf eine einsam gelegene HATAP-Campsite am Savuti Channel umgezogen ist. Das war sicher ein hartes Stück Arbeit, in so kurzer Zeit das gesamte Camp auf- und abzubauen und nebenbei noch den hervorragenden Lunch zuzubereiten.

Bis zum Nachmittag verbringen wir die Zeit im Camp, respektive am nahe gelegenen Savuti Channel.



Der Nachmittags-Gamedrive führt uns zur Savuti-Marsh. Die Marsh selbst ist überschwemmt und nicht befahrbar; die am Rand entlang führende Marsh-Road lässt sich aber problemlos befahren. Wir sehen reichlich Weidetiere, aber ohne spektakuläre Erlebnisse. Auch zum fotografieren bietet sich nichts so richtig an, da die Tiere meist weit draußen in der Marsh sind, wo wir ja nicht hinkommen.

Wir sehen einen Landrover, der es versucht hat und jetzt im Schlamm feststeckt. Ein anderer Guide berichtet uns, dass der Fahrer schon seit Stunden versucht frei zu kommen. Hilfe von außen ist nicht möglich, da auch für die anderen Fahrzeuge das Risiko zu groß wäre. Später erfahren wir, dass die Besatzung die Nacht im Auto in der Marsh verbrachte, bevor es ihr am nächsten Morgen gelang, den Wagen zu befreien.

Als sich die Sonne immer mehr dem Horizont nähert, steuern wir den mit Abstand größten Baobab der Umgebung an um dort stilvoll unseren Sundowner einzunehmen.



Da ich jetzt schon seit drei Wochen ohne Klettern auskommen muss, nutze ich die Risse und Wülste der Rinde um wenigstens ein bisschen meiner Leidenschaft zu frönen.

Während wir Savanna dry und GinTonic genießen, versinkt die Sonne in der Marsh, wie in einem See.



Abends beim Dinner dann plötzlich großes Geschrei aus der Küche. Ein Honigdachs hat die Mülltonne geentert indem er einfach im hohen Bogen hinein gesprungen ist. Nur sehr wiederwillig lässt er sich vertreiben und sorgt auch den restlichen Abend für gute Unterhaltung. Immer wieder schleicht er sich in den Küchenbereich und versucht dort etwas zu stibitzen. Vor allem die Mülltonne ist nirgends vor ihm sicher, da wir keine geschlossenen Fahrzeuge haben, in die wir die Mülltonne stellen können. Vor lauter Verzweiflung wird die Mülltonne dann aufs Autodach gestellt, nur um von dort durch den kleinen Räuber bald darauf heruntergeschubst zu werden.

Das Scharmützel zwischen Honigdachs und Küchen-Crew zieht sich noch die ganze Nacht hin. Immer wieder hört man es scheppern und sieht Taschenlampen aufblitzen.
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