MargritThemenstarter403 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #1SASambeziGast08. März 2010 · #2Hallo,
das Namibia nun auch das Problem mit Überpopulation von Elefanten bekommt - wie fast alle Länder des südl. Afrika mit Elefantenbestand.
Da auch dort dann irgendwann das Mensch - Tierproblem auftritt.
Gruß
SOSoutherndreamsGast08. März 2010 · #3Hallo Margit,
hättest du mir das vor eineinhalb Jahren gezeigt, wäre ich wahrscheinlich empört gewesen.
Nach den vielen Monaten unterwegs,vielen Gesprächen auch mit Rangern
und Guides habe ich jedoch eine andere Einstellung dazu bekommen.
Wenn Elefanten in einem Gebiet zu viele Schäden anrichten und und auch nicht mit Elektrozäunen ums Dorf (gesehen in Zimbabwe und Mosambik) oder mit Chili Fencing davon abgehalten werden können, den Menschen zu schaden, müssen sie getötet werden.
Die Länder, die zuwenig Elefanten haben, wie z.B. Angola, können aufwändige Fang- und Wiederaussetzungsaktionen nicht bezahlen. Die Aktion Elefanten nach Mosambik ist fehlgeschlagen, von 111 Elefanten sind 90 % zurückgelaufen, 1000 waren ursprünglich geplant, nach 111 ging das Geld aus.
Mosambik hat ja noch nicht einmal genug Geld um die Menschen aus den NP's wie Zinave oder Banhine fernzuhalten. Und es gibt in Mosambik genügend leeren Raum, wo man diese Menschen ansiedeln könnte.
Sehr zu meinem Verständnis beigetragen hat die Lektüre des Buches
A Game Rangers Remembers von Bruce Bryden
http://www.amazon.com/Game-Ranger-Remembers-Bruce-Bryden/dp/1868423158/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books&qid=1268056046&sr=1-3-spell.
Natürlich sind Formulierungen wie
In bestimmten zuvor festgelegten Gebieten sollte zukünftig jeder Elefant vernichtet werden. oder
Diese Aufgabe sollte jedoch nicht vom Umweltministerium sondern von den Farmern übernommen werden. nicht grad das Gelbe vom Ei.
Alleine schon der Plan,
Tiere die sich für die Trophäenjagd eignen, sollten in diesen wenigen speziellen Gebieten als Trophäentiere vermarktet werden. Alle Einnahmen aus der Trophäenjagd und dem Verkauf von Elefantenprodukten (Fleisch, Leder, Elfenbein usw.) sollte den dortigen Farmern zugute kommen. ist m. M. nach zum Scheitern verurteilt, weil A zu viel Bürokratie und B wahrscheinlich auch zuviel Mißbrauch zu erwarten sein dürfte.
Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte sicherlich bei der Berichterstattung geholfen.
Viele Grüße,
Beate
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #4Genau gesehen ist es ja keine Überpopulation von Elefanten, sondern eine Überpopulation des Menschen und damt verbunden zu wenig Platz für die Dickhäuter.
Die ziehen leider bei dem Konflikt den Kürzeren....
Diese Art von Konflikten gibt es überall immer häufiger, der Mensch breitet sich aus (siehe den Braunbären JJ1 oder Bruno, der sich von Österreich über die deutsche Grenze geschlichen hat udn das mit dem Leben bezahlen mußte....)
LG Jens
Goldmull795 Beiträge · seit 200708. März 2010 · #5Jens, hiermit gebe ich dir völlig recht!
Was hat der Mensch seit Bestehen schon alles an Pflanzen und Tiere ausgerottet oder zumindest verdrängt,weil er meint, er wäre die Krone der Schöpfung und könnte ohne die Natur auch leben....!Müssen wir uns denn überall breit machen?
Wenn wir unsere Mitlebewesen nicht leben lassen wollen, dann
haben wir es auch nicht verdient die Erde leihweise zu (über-)(be)-völkern! Leben und leben lassen...!
Also sind Kompromisse gefragt.
Gruß, Goldmull
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #6Wobei ich in dem Fall die Bewohner in Afrika eher verstehen kann, wenn ich dort mit Mühe ein bisschen Gemüse für meine Familie anbauen würde und alle 2 Tage Elis alles plattmachen, wäre ich auch nicht wirklich happy weil es um mein Überleben ginge.
Aber mit Bruno hier in Bayern erstmal "präventiv" draufhalten, das verstehe ich nicht. Ich würde mich über Bären, Luxe usw. eher freuen...
Jens
SOSoutherndreamsGast08. März 2010 · #7Was ihr bei eurer Müssen wir uns denn überall breit machen? Theorie überseht sind die Menschen, die typischerweise von Subsitenzwirtschaft leben, oder kleine Farmer mit wenigen Angestellten. Alle die sind schon seit Generationen da, viele waren noch nie im nächsten Ort oder weiter als zur nächst größeren Stadt.
Diese Dörfer wachsen langsam aber stetig. Die Menschen haben kulturell und finanziell gesehen keine Chance, woanders hinzuziehen.
Viele Grüße
Beate
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200608. März 2010 · #8Hallo Goldmull,
ohne die Diskussion anheizen zu wollen.. wie genau stellst Du dir denn die "Kompromisse" vor? Für jeder Elefant der sterben muss, muss auch ein Mensch umgesiedelt werden, damit er nicht mehr im Elefantengebiet lebt und diese stört?
Hi Beate,
Etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte sicherlich bei der Berichterstattung geholfen.
Tja, es ist eben die AZ. Da werden englische Originalberichte einfach mal frei Schnauze ins deutsche übersetzt (z.B. to cull mit vernichten gleichgesetzt).
ist m. M. nach zum Scheitern verurteilt, weil A zu viel Bürokratie und B wahrscheinlich auch zuviel Mißbrauch zu erwarten sein dürfte.
Hier stimmen wir absolut wohl nicht überein (müssen wir ja auch nicht immer). Wieso ist es zum Scheitern verursacht? Die Mechanismen und Bürokratie klappt bei der "normalen" Trophäenjagd auch gut (z.B. ohne Permits keine Trophäenausfuhr). Der Missbrauch ist da eher gering und kaum möglich. Im Prinzip natürlich wieder eine Grundsatzfrage: Tiere sollen getötet werden. Lässt man es nun Trophäenjäger für viel Geld machen oder staatliche Berufsjäger für kein Geld...
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Joerg3'175 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #9Hallo Christian!
was ist denn hier ein staatlicher Berufsjaeger!!oder meintest Du stattlich!!! 😉
Gruss
Joerg
Es gibt NIX, das es nedd gibt
SOSoutherndreamsGast08. März 2010 · #10Hallo Christian,
Der Missbrauch ist da eher gering und kaum möglich. Im Prinzip natürlich wieder eine Grundsatzfrage: Tiere sollen getötet werden. Lässt man es nun Trophäenjäger für viel Geld machen oder staatliche Berufsjäger für kein Geld...
Sicherlich nicht der Berufsjäger, klar. Aber die AZ schreibt Diese Aufgabe sollte jedoch nicht vom Umweltministerium sondern von den Farmern übernommen werden. Das sind ja wohl keine Jagd-Farm-Besitzer, die da leben, sondern "normale" Farmer.
das meinte ich eigentlich.
Und ich halte eben gar nichts vom Elfenbeinverkauf. Trophäen, ja, aber nichts, was den Verkauf gewilderten Elfenbein fördern könnte.
Und so wie ich es sehe sind Elefanten ja bisher eher weniger Objekte einer Jagdfarm gwesen. Oder täusche ich mich da?
Viele Grüße,
Beate
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200608. März 2010 · #11Hi Joerg,
mittlerweile haben die, die für das MET Reduktionsabschlüsse machen auch die Prüfungen zum Berufsjäger (nach Jagdführer, Meisterjagdführer) mit Großwildausbildung ablegen müssen. Diese meine ich!
Hallo Beate,
alles klar, dann hatte ich Dich da missverstanden. Ich denke die AZ meint da Farmer in der Kamanjabregion. Hier gibt es auch einige Jagdfarmen.
(Aber insgesamt stellt der Originalartikel im The Namibian von vor 5 Tagen alles etwas deutlicher und ohne Übersetzungsfehler dar. Hier geht es auch primär um kommerzielles Farmland zwischen Kamanjab und Khorixas.)
Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #12Wenn ich das richtig weiss, versteigert der Staat einmal im Jahr eine definierte Anzahl Abschüsse von "Problemelefanten". Diese Lizenzen werden von Berufsjägern ersteigert und der verkauft quasi den Abschuß an wohlhabende Jagdgäste. Trophäe ist in dem Fall nur ein Foto und sonst nix.
Prinzipiell finde ich das gar nicht so schlecht:
1. Staat bekommt Geld in die Kasse
2. Arbeitsplätze + Einkommen für Berufsjäger, Fährtensucher + sonst. Personal
3. Der Berufsjäger sorgt (hoffentlich) im Notfall für den Nachschuss, falls der Gast nicht richtig trifft
Grüße
Jens
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #13Goldmull schrieb:Müssen wir uns denn überall breit machen?
Gruß, Goldmull
Das scheint mir auch in Deutschland ein sehr verbreitetes Gesellschaftspiel 🙂
Spass bei Seite, können wir es den Menschen weit ab von unserer Heimat übel nehmen das sie sich Raum zum Leben nehmen?
Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
jaw2'048 Beiträge · seit 200708. März 2010 · #14Müssen wir uns denn überall breit machen?
Gruß, Goldmull
das würde aber viel mehr auf den Landverbrauch z.B. in Deutschland zutreffen, wo wir jeden Tag hektarweise land zubetonieren, obwohl die Bevölkerung schrumpft.
Und hier in Afrika?
Ist es verwerflich, dass die Menschen nach mehr Wohlstand und sicherer Nahrungsversorgung streben?
Ist es verwerflich, wenn sie diese Nahrung hier vor Ort mit geeigneten Methoden selbst erzeugen wollen, statt die Getreide- und MaisÜberschüsse aus EU und USA als "Entwicklungshilfe" geschenkt zu bekommen.
Und noch eines: Wenn es den Regierungen hier nicht gelingt ein Leben mit und von der Natur, z.B. durch Tourismus aber auch durch Jagd sinnvoll zu organisieren, dann wird es nur ein Leben gegen die Natur geben. Wer also hier die Tierwelt und die Natur erhalten will, der muss sinnvolle Alternativen für größere Bevölkerungsgruppen anbieten. Farmer haben kein Verständnis, wenn ihr Vieh verhungert und sie daran gehindert werden, die Rinder in die satten Weiden des Etosha-NP zu treiben oder eben wenn Elis die Ernte vernichtet und damit das physische Überleben massiv gefährdet.
Polemik an: Und schließlich tut Afrika mit Bürgerkriegen, Infektionskrankheiten und Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen ja einiges, damit der Mensch sich nicht überall ausbreitet. Ist Euch das wirklich lieber, dann schaut euch mal an, welchen Weg die Natur dabei nimmt. Polemik aus.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
SESeyko1'096 Beiträge · seit 200908. März 2010 · #15travelNAMIBIA schrieb: Tja, es ist eben die AZ. Da werden englische Originalberichte einfach mal frei Schnauze ins deutsche übersetzt (z.B. to cull mit vernichten gleichgesetzt).
Sonnige Grüße
Christian
Hallo Christian,
dein Satz irritiert mich. Beim Culling wird - nacheinander, beginnend mit der Leitkuh - die ganze Herde "vernichtet", sprich sie werden alle - ohne Ausnahme - geschossen.
Was entspricht daran nicht "vernichten", wenn sogar die Kälber geschossen werden?
Die Begründung warum dies nötig sein soll kenne ich. Was ist das anderes als vernichten?
Grüße
Guido
Goldmull795 Beiträge · seit 200708. März 2010 · #16jaw schrieb:Müssen wir uns denn überall breit machen?
das würde aber viel mehr auf den Landverbrauch z.B. in Deutschland zutreffen, wo wir jeden Tag hektarweise Land zubetonieren, obwohl die Bevölkerung schrumpft.
Das ist mir schon lange ein Dorn im Auge - jedes Jahr werden Flächen von der Größe des Bodensees bei uns versiegelt, zubetoniert usw.! Und das bei einer schrumpfenden Bevölkerung - wir wollen immer mehr, alles immer bequemer und schneller .. .! Wachstum for ever!
Und für Afrika und andere Gebiete wäre es auch wünschenswert, wenn sich die Bevölkerung an das Naturpotential anpassen könnte. Jede Überschreitung dieser Grenzen führt zu noch mehr Not, siehe die Hungergürtel, die durch Überstockung,Überweidung u. Überbevolkerung in einem ökologisch sensiblen Raum entstanden.Aber das ist leichter gesagt als getan! Viele Naturvölker machen (machten) es uns vor - aber wer will
diesen Standard teilen? Also müssen weitere Resourcen dran glauben, z.B. der Regenwald in Amazonien u. in Indonesein z.B.Wo führt das hin?
Es wäre schön, wenn es möglich wäre die (optimale)Bevökerungszahl an das Ökopotential einer jeweiligen Region anzupassen, doch wer kann oder soll das steuern? Das wäre mehr als eine Lebensaufgabe!
JEjeweller235 Beiträge · seit 200908. März 2010 · #17Hallo Leute,
Dieses Problem werden wir nur in den Griff bekommen,wenn wir weltweit die Geburtenrate reduzieren. Leider will das kein Politiker hoeren, da er ja Waehler braucht. Aus beruflichen Gruenden habe ich viel mit Touristen zu tun. Die Deutschen sind mit Abstand am meisten besorgt um den Erhalt der Tierwelt in Afrika. Wenn ich Schmuck mit Elefantenhaar anbiete, dann heisst es gleich ,nein die armen Elefanten,komisch ist nur, sie tragen alle Lederschuhe. Aber das scheint etwas anderes zu sein. In Deutschland selbst nehmen sie es dann auch nicht mehr so genau. Ich denke da an Baeren,Woelfe und Wildschweine. Oder die arme Wildsau in Duesseldorf die von 10 Bullen platt gemacht wurde.
Lustigerweise macht eine Kollegin von mir, auf eben diesen Seiten hier Reklame fuer einen Ekipa Anhaenger der leider
aus Elfenbein gefertigt ist. Versteht mich nicht falsch,ich bin nicht gegen sie,ganz im Gegenteil. Ich verkaufe auch Ekipa
Anhaenger.
Reduzierung der Menschheit auf 3Mrd. und wir sind alle unsere Probleme (auch co2 Ausstoss und soweiter) los. Leider werde ich es nicht mehr erleben.
Herzliche Gruesse
GUGuido.Gast08. März 2010 · #18Hallo,
Das es in vielen Regionen Afrikas eine Überpopulation an Elefanten gibt, dürfte mittlerweile Konsens sein. Mich irritiert an dem Artikel, dass es um den Nordwesten von Namibia geht. Das ist vor allem auch das Gebiet der endemischen Wüstenelefanten und davon gibt meines Wissens nicht so viele?
»Die grenzübergreifenden Naturschutzgebiete, die sogenannten Friedensparks, sind eine Art der Lösung des Problems«
Gibt es Stellen, an denen Elefanten bekanntermaßen den Kunene überqueren? Ansonsten verstehe ich nicht ganz, wie grenzüberschreitende Parks dieses Problem lösen, wenn der Grenzfluss im Nordwesten eine natürliche Barriere für Elefanten darstellt?
Beste Grüße
Guido
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200608. März 2010 · #19jeweller schrieb:Hallo Leute,
Reduzierung der Menschheit auf 3Mrd. und wir sind alle unsere Probleme (auch co2 Ausstoss und soweiter) los. Leider werde ich es nicht mehr erleben.
Herzliche Gruesse
Was macht dich da so sicher 😛
Viele der Wahnsinnigen die auf der Erde wandeln könnten das rasch ändern 🤩
Dann müsste es aber wohl heisen
Leider werde ich es nicht mehr überleben 🤩 😄
Gruss Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
JEjeweller235 Beiträge · seit 200908. März 2010 · #20Hallo Kurt,
ach weisst Du in meinem Alter mache ich mir da keine zu grossen Gedanken mehr. Ich kaufe mir zum Beispiel keine
Langspielplatte mehr weil ich vielleicht das Ende nicht mehr erlebe.
Herzliche Gruesse