Reifenprofil in Namibia absolut unwichtig?

8 Antworten · 2’972 Aufrufe · gestartet 09. Okt. 2009 von Crazy Zebra
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Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200609. Okt. 2009 ·
Hallo zusammen,

ich weiss der Titel ist provokant!

Ich lese hier ab und an wieder dass das Reifenprofil nicht den Ansprüchen des Mieters entsprach.

Und nun möcht ich aus reiner Neugierde mal wissen was eure Kriterien sind zu diesem Thema.

Vorne weg, ich schreib jetz mal meine Meinung, ich erhebe aber keinen Anspruch das meine Meinung die richtige ist und vermutlich liege ich zum Teil auch falsch, es ist nie zu spät dazu zu lernen.

Wenn ich lese das Auto hatte nur 5,8 oder 10 Millimeter Profil denke ich "na und"

Ich bin überzeugt das wir uns in Sachen Profil von unserem europäischen denken mehrheitlich verabschieden müssen genauer gesagt wenn wir das südliche Afrika bereisen.

Wenn ich ein Auto anmiete ist mir wichtig dass der Reifen keine Verletzungen in der Karkasse hat und schon gar nicht die Leinwand herausragt 🤩

Auch wichtig ist mir das nicht schon mehrere selbstflickversuche über den Reifen ergangen sind, würde dies für mich ein Zeichen sein das es bald wieder so weit sein könnte.

Im prinzip würde ich mich sogar mit total abgefahrenen Profilen auf die Reise wagen, wäre der Reifen nicht OK wäre er ja nie so weit gekommen.

Auf den Strssen im südlichen Afrika ist ja selten mit Regen zu rechnen in der bevorzugten Reiszeit von uns. Und wie wir alle wissen sind ja Sliks in der Formel ein bekannt dafür die beste Traktion zu haben auf Asphalt. Also hier wäre wenig Profil kein ärgerniss.

Matsch, OK, da wären Profilreifen hilfreich aber nur wenn sie ein sogenanntes Mud-Profil haben, die feingliedrigen Reifenprofile wie sie auf üblichen Autos zu finden sind wären im nu zugesetzt und wir hätten wieder Sliks diesmal aber ohne Vorteil.

Sand, da kommt es eher auf die Aufstandsfläche an, diese erhalte ich durch grosse Räder und niedrigen Reifendruck am besten eine Kombination aus beiden Eigenschaften. Das Profil im Sand spielt eine untergeordnete Rolle ausser ich habe ein richtiges Sandprofil, Landrover zB bietet dies an auf Wunsch
als Erstausstattung.

So nun wird's interessant, Schotterstrassen, sehr weit verbreitet im südlichen Afrika und wohl auch der Belag wo es zu den meisten Reifenschäden kommt.
Gehen wir davon aus das wir alle mit dem richtigen Reifendruck (sehr entscheidend) und angemessener Geschwindigkeit (selbstverständlich) unterwegs sind.
Nun auf diesen Strassen kommt es zu den meisten Reifenschäden, weshalb?

Meine Theorie:

Normale Strassenreifen und auch pseudo Offroadreifen haben ein zu feines Profil, ist dieses auch noch neuwertig, also viel Profil, können sich spitze Steine viel besser darin verhaken.
Durch die Geschwindikeit als Faktor und weiterer Schläge zb Wellblech hämmert es regelrecht diese Steine in die Lauffläche.
Ist nun dieser Stein spitz und gross genug treibt es ihn durch die Reifen pffffffffffffff...

Bei weniger Profil haben es scharfe Gegenstände viel weniger einfach sich im Profil fest zu setzen und somit ist die Gefahr weniger gross das es zu einem Problem kommt.

Guter Reifen ist Wichtig, Profil nicht?


Was meint ihr dazu?

Für eine angeregte Diskussion offen, VA
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zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2009
3’491 Beiträge · seit 200609. Okt. 2009 ·
Hallo VA,
ich sehe das ähnlich wie Du. Natürlich sehe ich mir bei der Übernahme des Autos die Reifen an. Viel Profil spricht für einen relativ neuen Reifen - und umgekehrt. Nur: auch bei gutem Profil kann es bereits eine Vorschädigung gegeben haben - z.B. im Reifenaufbau durch einen harten Aufschlag oder auch durch Dornen oder ähnliches. Sicher sein kann man sich also nie. Aber das Risiko eines Reifenschadens steigt mit dem Abnutzungsgrad; noch mehr aber steigt das Risiko mit dem eigenen Fahrverhalten - falscher Druck, zu hohe Geschwindigkeit oder Unachtsamkeit. Das Profil der Normalreifen hat aber meines Erachtens sonst keine weitere Bedeutung in Namibia - zumindest nicht auf Gravel.
Gruß Joli
483 Beiträge · seit 200709. Okt. 2009 ·
Ich gebe dir recht. In Anbetracht, dass viele mit total ungenügendem Reifendruck auf Teerstrasse unterwegs sind, spielt wohl die Prifiltiefe eine untergeordnete Rolle. Hingegen ist der Reifen natürlich schneller verletzt, je weniger Profiltiefe er hat. Auch sagt ein neuer Reifen nichts über den Zustand der Felge aus...

Gruss, Thomas
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4’132 Beiträge · seit 200809. Okt. 2009 ·
Hallo, Virus!
Na, wenn es denn die eigenen, selbst abgefahrenen Reifen wären, dann könnte das mit dem „Profil-egal“ vielleicht gelten.
Einem abgefahrenen Reifen an einem Mietfahrzeug traue ich grundsätzlich schon einmal nicht! Denn er mag bis hierher gekommen sein, aber was hat er alles hinter sich? Die meisten Karkassenschäden siehst Du gar nicht, - bzw. siehst Du erst dann, wenn der Reifen ab ist und die netten kleinen Drähte nach innen rausgucken, und dann fühlst du das oft auch erst und siehst es erst danach.

Ein gutes Profil ist immer von Vorteil, egal ob Sand, All-Terrain oder Mud-Terrain.
Das Profil sagt natürlich auch nicht alles aus. Profil ist ein Indikator: Je mehr Profil ein Reifen hat, desto weniger Kilometerleistung, desto geringer die Chance auf Vorschädigung. Das ist es.

Du bist davon „überzeugt das wir uns in Sachen Profil von unserem europäischen denken mehrheitlich verabschieden müssen“ Richtig: Ein abgefahrener Reifen in Europa ist im Allgemeinen dem eines abgefahrenen Reifens in Afrika gegenüber als neuwertig zu betrachten! Die haben ganz andere Sachen hinter sich, das weiß doch jeder, der seiner Abenteuerlust mit einem 4x4 gefrönt hat, - und da gilt noch immer: Don’t be gentle, it’s a rental! - mit den vorgeschädigten Reifen ist ja der Nächste unterwegs. Das lässt sich immer wieder beobachten.

Zu Deiner Theorie, zur Häufigkeit von Reifenschäden auf Gravel und den sich in die Lauffläche einarbeitenden Steinchen. Ja, das kann mal passieren, ist uns einmal passiert. In anderen Fällen waren es: Schraube, Nagel, Dorn ... Aber 4 weitere Reifenschäden auf Reisen waren einfach die Folge davon, dass die Reifen fertig waren, irgendwann ist es plötzlich soweit. Und man hat es ihnen nicht wirklich angesehen und die genauen Ursachen waren immer etwas anders und es ging vom leisen Pfff bis zum großen Knall (Karkassenschäden).
Ist es nicht vielmehr so, dass einfach Gravel die meisten Straßen-Kilometer sind, die gefahren werden und dass dann auf diesen Strecken die Vorschädigungen zum tragen kommen, weil Gravel den Reifen insgesamt stärker beansprucht?

Fazit: Gutes Profil ist wichtig! (Dabei sollte man nicht deutsche Maßstäbe ansetzen!)Aber: Auf ein gutes Profil zu achten, ist sicherlich immer von Vorteil! Schließlich gibt es auch Asphaltstraßen und Regen und Matsch und …

Gruß Lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Themenstarter3’766 Beiträge · seit 200609. Okt. 2009 ·
Ich sehe schon, da kommen einige gute Ansätze heraus.

Nun, gerade Sliks oder Reifen mit 100'000Km wird wohl kein Vermieter auf dem Fahrzeug belassen.

Was mir immer wieder auffällt das auf sogenannt neuen Reifen vor allem Dornen besseren halt finden um sich dann gerade zu stellen. Wir wissen was afrikanische Dornen können.

Und der Präzission halber, die meisten von uns sehen wohl nie wirklich Regen und Matsch in Afrika, wäre dem so und ich müsste Kilometer fressen wäre mir etwas Profil auch lieber.

Aber dürfen wir erwarten das wir immer fast Fabrikneue Reifen erhalten?
Wieviel Kilometer soll den ein Reifen funktionieren in Afrika?
Ab welcher Profiltiefe ist ein Reifen nicht mehr zumutbar in der Vermietung?

Wie hier bemerkt wurde nutz sich ein Reifen in Afrika sehr schnell ab, ich glaube nicht das Reifen diesbezüglich durch Alterung sehr oft schaden nehmen.

Ich sag mal so:

Reifenprofil bei Übenahme noch 5mm ist OK, im Schnitt werden wohl kaum mehr als 4-6000 Km gefahren je Tour.

Alter? hmmm ich denke ein Reifen in der Vermietung ist nach 25-30tkm hinüber, bei guter Ausmietung ist dies bereits nach 12Monaten der Fall, ich denke nicht das der Reifen in dieser Zeit spröde wird.

Ich hatte schon Reifen die sahen aus als hätten Mäuse daran gearbeitet, und auf zig-10'000 Kilometern noch nie einen Platten -- jaaaaaaa ich hör Euch -- Glück gehabt!
Aber die meiste Zeit so 90% der Kilometer fährt meine Frau, warscheinlich liegt es daran das Frauen umsichtiger Fahren - das muss auch mal gelobt werden 🙂

VA
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935 Beiträge · seit 200609. Okt. 2009 ·
Hallo Kurt,
auch ich stimme dir voll und ganz zu.
Auch wenn mein Mann zu 99% fährt 😛, so hatten wir noch nie einen Platten.
Die Reifen des letzten Mietwagen, ein Wohnmobil, trauten wir allerdings keine 100 km. Umso erstaunter waren wir, nach 3500 km wieder ohne Probleme den Wagen abgeben zu können.

Haben wir das Glück bis jetzt gepachtet?
Wir haben uns lediglich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten.
Kommt es beim nächsten mal ganz dicke?
Es ist zu befürchten!
Aber dann können evtl. auch wir mal was interessantes berichten 🙄

LG
Rebecca
1’009 Beiträge · seit 200709. Okt. 2009 ·
Hallo Zusammen,

wir hatten bisher immer nur Toyota Hilux und die haben als 4x4 sowieso grobstolligere (heißt das so ?) Reifen mit mehr Profiltiefe als bei einem normalen PKW.
Und Jürgen, zu 99 % der Fahrer bei uns 😉 , will keine neuen Reifen sondern welche die schon ein bischen von den Gravelroads durchgewalkt worden sind. Die Chance einen Reifenschaden zu bekommen sei dann geringer. Ob das allerdings stimmt ? Bei uns bis jetzt schon.

@rebecca: Dann sind wir wohl bald beide reif für den Reifenplatzer !!! 🤪

liebe Grüße
Petra
Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit unsere Website: SAMMY FAMILY
1’455 Beiträge · seit 200613. Okt. 2009 ·
Reifenprofil ist doch nicht gleich Profiltiefe!

Profil in den Reifen ist in unseren Breiten vor allem um Aquaplaning zu verhindern, d.h. das aufschwimmen des Reifens.
Durch die Profilrillen kann Wasser bzw. Schneematsch abgeleitet werden.

Ein Reifen in Trockengebieten hat andere Anforderungen.
Der Beste Sandreifen hat gar kein Profil, das unterstützt nur beim Eingraben.

Bei Matsch, Fels usw. ist wieder mehr Profil gefragt. Je nach Antei Gelände nimmt man dann die MT statt der AT-Version.

Wichtig ist nicht die Art des Profils (bei uns sind SOmmer bzw Winterreifen auch unterschiedlich), sondern ob er abgefahren ist.

Ein abgefahrener Reifen (mit dadurch weniger Profiltiefe)
- hat eine weniger dicke Lauffläche, d.h. empfindlicher für das Eindringen von Fremdkörpern
- hat schon einiges hinter sich, d.h. kann versteckte Beschädigungen haben
Das mindert die Sicherheit beim Fahren.

Aber WELCHES Profil hängt höchstens vom Terrain ab.
Wobei 97% der Mietwagenfahrer sich auf solchen Strecken bewegen, wo das EGAL ist. Der Rest wird es sich auch nicht aussuchen können, da man das bei einem Mietwagen selten beeinflussen kann.

Wichtig ist nur der gute Zustand der Reifen. Egal wo.

LG Jens
5’483 Beiträge · seit 200919. Okt. 2009 ·
Meine Erfahrung ist, das ein Reifen bei Einsatz hauptsächlich abseits asphaltierter Straßen ca. 15.000km hält danach ist er fertig.

Interessant ist, dass sich dies nicht am Profil zeigt, welches immer noch zu ca. 50% vorhanden ist. Vielmehr ist der Reifen durch die ständige Walkarbeit weich geworden und die Karkasse weist zahlreiche Mikrobeschädigungen auf. Dies führt dazu, dass der Reifen sehr empfindlich ist.

Wir hatten zunächst 15.000km ohne Reifenpanne und danach fast jeden Tag eine - schön gleichmäßig auf alle Reifen verteilt. Da wir unseren Urlaub nich mit ständiger Reifenreparatur verbringen wollten, haben wir nach 10 Tagen alle Reifen ausgetauscht.
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