Reisebericht: Namibia-Botswana Aug. 2009

24 Antworten · 9'816 Aufrufe · gestartet 01. Sept. 2009 von Otjikoko
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Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200901. Sept. 2009 · #1
Hallo ihr Lieben!

Heute fange ich mal an meinen Bericht von unserer 4wöchigen Reise zu verfassen.

Die Bilder hierzu könnt ihr in meinen Fotoalben auf http://picasaweb.google.de/Otjikoko ansehen.

Der Verlauf der Reise war wie folgt:

- Windhoek

- Kalahari bei Mariental

- Köcherbaumwald und Giants' Playground

- Fish River Canyon und Ai Ais National Park

- Sossussvlei und Sesriem Canyon (Hinweg: Besichtigung: Schloß Duwisib)

- die versteinerte Dünen der Ur-Namib (Weiterfahrt über Spreeghoogte Pass)

- Erongo Gebirge (inkl. Tagesausflug ins Erindi Private Game Reserve)

- Traditional Bushman Village bei Grashoek (nordöstlich von Grootfontein)

- Caprivi (Mahango Park, Bwawata Park)

- Chobe National Park (Botswana)

- Victoria Falls (Zimbabwe)

- Rundu

- Erongo Gebirge

- Windhoek


Gefahren Strecke insgesamt: über 5100km.

Also los geht's:

Kalahari

Am 03.08.2009 landeten meine Mutter und ich ihn Windhoek wo uns mein Onkel bereits mit einem VW Bus Syncro erwartete. Er ist im Ruhestand und war schon stolze 2 Monate dort auf einer Gästefarm und nun hieß es für ihn die Rundreise mit uns anzutreten.

Dies war - trotz VIELER Aufenthalte in Namibia zuvor - unsere erste Reise, die auch bis in den äußersten Süden des Landes gehen sollte. Wir waren zuvor noch nie südlicher als Walvis Bay gewesen und wir waren auf den uns unbekannten Teil des Landes sehr gespannt.

Wir brachen direkt vom Flughafen auf und fuhren zur Anib Kalahari Lodge bei Mariental wo wir 2 Nächte verbringen sollten. Die Zimmer gefielen uns sehr gut und das Essen war köstlich. Besonders die Croissants zum Frühstück! 🙂 Wir liefen am ersten Tag noch den kurzen Walking Trail (ca. 5-6km) dort und sahen dabei viele Springböcke, die ganz nah an uns vorbei rannten bzw. besser gesagt sprangen und Oryxe, die einfach stehen blieben und uns argwöhnisch betrachteten. Auch Strauße kreuzten unseren Weg. Der Sonnenuntergang war super und 10min nach dem es dunkel war, waren wir wieder an der Lodge und hatten leckeres Oryx-Fleisch zum Abendessen. Am nächsten Tag liefen wir nochmals den großen Walking Trail (ca. 11km) und sahen auch hier alle oben genannten Tiere und auch viele Hartebeester und Streifengnus. Diesmal stießen wir auch auf einige sehr große urige Bäume die riesige Webervögelnester beherbergten. Nach der Hälfte des Weges kamen wir von der flachen Kalahari an den roten Dünen an. Hier schien das Flachland in die von den Postkarten bekannte rote Dünenlandschaft überzugehen. Ein sehr schöner Anblick. Am Nachmittag folgte ein Game Drive zusammen mit einem netten italienischen Paar mit zwei Kindern und einer älteren Dame, die mit einer reinen Frauen-Reisegruppe reiste. Der Game Drive war sehr schön. Die Weite der Kalahari mit ihrem sperrlichen Bewuchs und der freien Sicht gefiel uns sehr. Auch hier sahen wir wieder alle oben genannten Tiere und auch Zebras, Warzenschweine und Eland. Unser Guide erklärte uns vieles über die Tiere und die Pflanzen der Kalahari. Z.B. das Falken sich in den Webervögelnester einnisten und diese vor anderen Räubern verteidigen, auch wenn sie selbst Webervögel aus anderen Nestern fressen und dass Webervögelnester von 4 Generationen von Vögeln bewohnt werden, die jeweils bestimmte Aufgaben erfüllen. Antilopen kommen gerne zu den den Nestern und fressen den Kot der Vögel unter den Bäumen, da dieser sehr reich an Kalk bzw. Calcium ist. Oder, dass die gelbe Manguste symbiotisch mit den Erdhörnchen zusammen lebt. Die Erdmännchen graben den Bau, die Mangusten töten Schlangen, die in den Bau kommen. Außerdem erfuhren wir, das die roten dünen der Kalahari nur in Namibia und Südafrika vorkommen und das die Kalahari in Botswana zwar auch rot aber flach sei. Über 9 afrikanische Länder ertreckt sich diese riesige Halbwüste! Wobei Botswana "the heart of the Kalahari" genannt wird, da weit über zwei Drittel der Fäche Botswanas von der Kalahari bedeckt wird.

Die Oryx Antilope kann extrem lange ohne Wasser auskommen und es genügt ihr die Feuchtigkeit in der Nahrung zum überlebern. Sie kann ihre Körpertemperatur durch ein nasales Kühlungssystem regulieren und bis auf über 46 Grad steigen lassen ohne Schaden zu nehmen, da das Gehirn gekühlt wird. Dabei spielen auch die Farben im Gesicht eine Rolle. Unter den weißen Streifen in ihren Gesichtern liegen Venen, die zum Gehirn führen und dieses mit Blut versorgen. Unter den Schwarzen Streifen, die die Wärme aufnehmen, heiß werden und die Hitze praktisch von den Weißen "ableiten" nicht.

Springböcke können bis zu 7m weit aus dem Stand springen! Im schnellen Laufen angeblich bis zu 14m. Zu letzterer Auskunft fügte unser Guide aber dazu: It is said 14 metres but I haven't seen it yet. And seeing is believing...!" 🙂

Die Termitenhaufen schauen nur zu einem Drittel aus dem Boden heraus. D.h. also unter der Erde geht das "Nest" nochmal um zwei Drittel der überirrdischen Größe nach unten weiter. Die Königin lebt 12 Jahre, ist ca. 13cm groß und legt jeden Tag ca. 20.000 Eier. Alle 4 Jahre (also 3 mal im Leben) legt sie ein Königinenei aus dem eine weitere Königin schlüpft. Die einzige Aufgabe des Königs ist - außer zu befruchten - die Königin mit einem vorgekauten brei aus Holz zu füttern. Ansonsten gibt es Arbeiter und Soldaten in einem Termitenvolk.

Der Sundowner auf einer der roten Kalaharidünen war fantastisch. Das Windhoek Lager schmeckte und die Sonne ging blutrot vor uns unter. Genau so hatten wir uns das vorgestellt. Zurück auf der Lodge hatten wir dann noch einige Biere an der Bar und unterhielten uns gut mit den beiden burischen Angestellten und erfuhren einiges über das Leben dort und den Lodge-Betrieb. Der junge Manager aus Südafrika meinte, dass er es dort in Namibia viel schöner und besser fände als in Südafrika, da die Leute nicht so "snobbish" seien und es besser und schöner sei in Namibia zu arbeiten. In SA würden viele Leute Lodgen eröffnen um das schnelle Geld zu machen ohne Rücksicht auf Qualität. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen, da ich noch nie in SA war.

An dem kleinen Wasserloch nahe der Lodge konnten wir am nächsten Morgen auch zwei Duiker und zahlreiche Erdhörnchen, die dort ihren Bau zu haben schienen, beobachten bevor es weiter zum Köcherbaumwald ging.

Köcherbaumwald und Giants' Playground

Gegen Mittag erreichten wir den Köcherbaumwald etwas nördlich von Keetmanshop. Wir zahlten pro Person 50 N$ Eintritt und durften ins Quivertree Forest Camp hinein. Wir besichtigten die schönen Köcherbäume, die eigentlich keine Bäume sondern eine sehr große Aloe-Art sind und sahen dabei auch viele Klippschliefer auf den schwarzen Felsen herum tollen und sogar auf die Bäume klettern. Die Bäume wachsen auch auf diesen Felsen, da sie Halt geben und sich mit Wärme aufheizen. Köcherbäume wachsen nur im Süden von Namibia und in der nördlichen Kapregion von Südafrika. Wir sollten noch viele auf unserer Reise sehen. Sie stehen im Süden fast überall. Der Köcherbaumwald ist nur so bekannt, weil dort so viele an einem Platz stehen.

Jedenfalls schürten wir dann zum mittagessen den Grill mit unserem mitgebrachten Holz an und grillten Kartoffeln und T-Bone-Steaks, die wir in unserer Kühltruhe (sie funktionierte über die Autobaterie!!! War echt Klasse für unseren Trip!!!) hatten und am Ankunftstag im Supermarkt in Rehoboth erworben haben. LECKER!!! Allerdings war es hier sehr, sehr heiß. Es war mittagszeit und der Schweiß stand uns auch ohne die Glut des Grills schon im Gesicht.

Wir traffen dort auch das nette italienische Paar wieder, das wir schon in der Anib Lodge getroffen hatten. Es stellte sich heraus, dass auch sie - genau wie wir - auf dem Weg zum Fish River Canyon waren. Und genau wie wir auch einen Bungalow im Canyon Village gebucht hatten.

Nach dem Essen fuhren wir weiter zum Giants' Playground. Als wir aus dem Quivertree Forest Camp heraus fuhren, sahen wir links zwei Geparde auf der anderen Seite des Zaunes entlang streifen. Nur ca. 20m von der Straße entfernt am Zaun entlang. Wahrscheinlich wurden sie hier in einem sehr großen Gehege gehalten, da sie nicht scheu waren. Ob es sich um ein geschlossenes Gehege handelte, konnte man bei der Größe des Terrains allerdings nicht erkennen. Da hielten wir noch mal kurz zum fotografieren an. Eigentlich wollten wir einen Köcherbaum käuflich im Camp erwerben, doch der Preis von 1000 N$ für einen 1m großen Baum schreckte uns ab. Es gab sie auch in 10cm größe für 50N$. Doch auf solche Winzlinge verzichteten wir dann doch. Davon abgesehen hätten wir diese geschützen Bäume sowieso nur mit einem speziellen Permit erwerben dürfen, welches wir nicht hatten.

Der Giants Playground liegt ca. 3-4km vom Quivertree Forest Camp entfernt. Auf dem Weg dorthin sahen wir rechts und links des Weges zahlreiche Köcherbäume auf den für die Gegend typischen scharzen Felsen. Auch oft mehrere Bäume dicht beieinander. "Mensch," meinten wir , "wenn wir das gewusst hätten, wären wir gleich hierher! Da hätten wir uns die 50 N$ Eintritt sparen können!" Der einzige Vorteil im Camp war, dass dort ein Grill und ein WC war und wir eine Info-Brochure über die Bäume erhielten. Allerdings stellten wir kurz darauf fest, dass es auch beim Giants' Playground ein WC-Häuschen gab.

Der Giants Playground ist ein relativ großes Gebiet in dem riesige quaderförmige Felsen aufeinander liegen als hätte sie ein Riese als Bauklötze benutzt um ganz abstrackte und unnatürliche Gebilde zu schaffen. Wie diese Steine auf natürlichen Weg in diesen Formationen da hinkamen ist absolut schleierhaft! Witzig war auch, dass einige dieser Gebilde von riesigen Steinen nur von kleinen Steinen gehalten wurde und ohne diese wohl einstürtzen würden. Klippschliefer waren dort jedenfalls in ganzen Herrscharen vertreten!

Nach einem ausgiebigen Sparziergang dort und einem kurzen Supermarkteinkauf in Keetmanshop fuhren wir weiter zum Fish River Canyon ins Canyon Village. Wir benutzen dazu die D 608, die uns hier im Forum empfohlen wurde. Ein kleiner Umweg, der sich lohnte! Eine fantastische Strecke links und rechts Berge, die wenn man von Norden nach Süden fährt immer mehr, höher und schöner wurden. Danke für diesen tollen Tip! Allerdings ging es sehr oft sehr steil auf und ab und einigen Schlaglöchern galt es auszuweichen. Trotzdem war alles ohne Allrad gut machbar. Wir waren schon sehr langsam unterwegs und richtig bequem war es auch nicht. Aber für uns ok und auszuhalten. Lediglich den Italienern mit ihren zwei kleinen Kindern rieten wir die Teerstraße zu fahren. Für die Kleinen wäre das wohl etwas zu stressig und anstrengend gewesen.

Der Sonnenuntergang auf der Strecke war sehr schön und wir konnten den Mond schon sehr früh bei relativ hellen Tageslicht fotografieren.

Wir kamen allerdings ziemlich erschöpft von der langen Fahrt im Canyon Village an als es schon seit ca. 1,5 Stunden dunkel war. Wir freuten uns sehr auf unser Abendessen dort und die schönen Zimmer und die gesamte Anlage. Die Lodge bzw. die ganze Anlage, das Essen, der Service und die Zimmer waren super! Es gefiel uns sehr dort! Sogar noch besser als auf der Anib Lodge, wobei man die beiden allerdings nicht miteinander vergleichen kann.


Fish River Canyon und Ai Ais National Park

Nach der Ankunft hieß es sich beim Dinner zu überlegen, was ihr am nächsten Tag machen wollen, da wir am übernächsten Tag ganz früh Richtung Sossusvlei aufbrechen mussten. Wir erfuhren, dass es einen langen Hiking Trail in die Berge gab mit grandioser Aussicht über die weite endlose karge Landschaft und dem so genannten "whole in the wall" (ein 2m mal 2m großes Loch in der Felswand durch das man an einer Stelle durch den Berg durch laufen kann) und, dass nachmittags Game Drives im privatem Gebiet der Lodge, dem sogenannten "Gondwana Canyon Park", möglich seien. Auch geführte Ausflüge zum Canyon seien möglich und die Guides erklären viel und laufen mit einem ein ganzes Stück am Canyon entlang. Im Gondwana Park gibt es Oryx, Springbock, Zebras, Kudus, Strauße und seit neusten auch 4 Spitzmaulnaßhörner. Diese hielten sich aber im nördlichen Teil des Parks auf und uns wurde gesagt, dass der Game Drive leider nicht bis dort hinauf ginge.

Da wir auf unserer Reise noch genug Tiere sehen würden, entschieden wir uns dafür, früh den Hiking Trail (ca. 12km insgesamt) durch die Berge und nachmittags den geführten Ausflug zum Canyon zu machen.

Am nächsten Tag beim Frühstück gab es ein leckeres Buffet, dass keine Wünsche offen lies und zahlreiche Vögel (Spatzen und Glanzstarre) flogen in dem großen aber sehr schönen Speisesaal herum. Das ganze Gebäude war redgedeckt, wie auch unsere Bungalows, und in die große Felsformation nebenan integriert. D.h. die riesigen Felsbrocken gingen durch die Wand in den Speisesaal und schuffen eine urige Atmosphäre. Trotz der Größe des Saals waren relativ wenig Gäste da, was uns sehr gelegen kam.

Nach dem Frühstück ging es gleich los mit Foto- und Videokamera, Fernglas und Trinkwasser zum Hiking Trail.
zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2010
8'054 Beiträge · seit 200801. Sept. 2009 · #2
Hallo Otji,



Bist du sicher dass es sich um das Mesosaurus Camp handelte wo du die Zwei Geparden gesehen hast???
Die zwei Geparden gehören nämlich dem Besitzer des Quivertree Forest Camps (Coenie Nolte). Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gehege bis zum Mesosaurus Camp geht!

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200901. Sept. 2009 · #3
Hallo ANNICK!

Wir haben den Köcherbaumwald besichtigt. Der ist doch "im" Mesosaurus Camp, oder?

Als wir aus dem Camp herausfuhren auf dem kurzen Weg zu der T-Kreuzung an der es links dann zum Giants' Playground ging, sahen wir rechts einen Wildzaun hinter dem 2 Geparde liefen.

Keine Ahnung wo die genau dazu gehörten. Das war kurz nach dem Ausgang vom Mesosaurus Camp.

Oder ich irre mich und wir haben den Köcherbaumwald im Quivertree Forest Camp besichtigt? Das kann auch sein... 🙂 Ich habe nicht auf den Namen des Camps sondern nur auf die Wegweiser zum "Quiver Tree Forest" geachtet. Denen sind wir einfach nachgefahren bis wir dort waren. Evtl. war es das Forest Camp in dem wir waren. Dort wurden jedenfalls Brochuren verteilt und es gab wie schon erwähnt Bäume zu verkaufen. Wenn man zum Tor reinkam war gleich rechts die Rezeption.

Wenn der Name des Quiver Tree Forest Camps zutreffend ist und es direkt am "Forest" liegt, waren wir wohl doch dort!

In diesem Fall muss ich meine obige Ausage im Bericht zurücknehmen. Es war wahrscheinlich das Forest Camp in dem wir waren. Wir haben da ja auch nur gegessen und sind weitergefahren ohne zu übernachten.

Gruß, Otji!
zuletzt bearbeitet 01. Sept. 2009
8'054 Beiträge · seit 200801. Sept. 2009 · #4
Hallo Otji,

Jetzt verstehe ich. Du warst im Quivertree Forest Camp nicht im Mesosaurus. Da hast du die Tickets für die Besichtigung vom Quivertree Forest und Giant's Playground gekauft. Das ist nämlich Privatbesitz.
Schade du hast die Gelegemheit verpasst beim Cheetah Feeding zuzusehen. Da hatte ich die Gelegenheit eine Gepardin zu streicheln. Schon ein komisches Gefühl!

Viele Grüsse

Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200901. Sept. 2009 · #5
Jetzt ist alles klar! Danke ANNICK! Ich hatte aber dafür auf Otjitotongwe im letzten Jahr die Gelegenheit Cheetahs beim fressen zu sehen und zu streicheln.

Auch auf der oben beschriebenen Tour haben wir nen Leoparden, Cheetahs und Caracale (Wüstenluchse) auf der Hammerstein Lodge besucht. Die Cheetahs konnten wir da auch streicheln. Kommt noch alles später im Bericht! 😉
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200903. Sept. 2009 · #6
Fish River Canyon und Ai Ais National Park

Wir folgten der Beschilderung einen steilen, schmalen Pfad die Felsen hinauf. Von dort oben hatte man bereits eine herrliche Aussicht über die weite Landschaft und konnte die schöne Anlage des Canyon Village von oben betrachten. Als wir weiter und höher in die Berge stiegen, wurde die Aussicht immer spektakulärer und man konnte auch die riesigen Felsformationen und Berge neben an bestaunen. Vereinzelt stießen wir auch hier immer wieder auf Köcherbaume oder andere Sukulenten. Ein herrlicher Vormittag!

Am nachmittag ging es mit einem Guide der Lodge zum Fish River Canyon. Der Canyon war wirklich atemberaubend! Der Guide erklärte uns wie und wann der Canyon entstanden ist, dass er immer Wasser beinhalten würde, dass der Fish River in den Oranje und dieser wiederum in den Atlantik münden würde. Außerdem erfuhren wir noch einige geologische Infos und auch etwas über die Giftigkeit einiger Sukulenten im Ai Ais Park. Nur Springböcke und drei andere Tierarten, die ich leider schon vergessen habe, könnten gefahrlos davon fressen. Die Milch dieser Wolfmilchgewächse wurde von den Nama einst alls Pfeilgift verwendet.

Wir sahen auch den beeindruckenden "Spiegelberg" in der Ferne vom Canyon aus. Dieser wurde von den ersten deutschen Siedlern zur Kommunikation benutzt indem sie mit großen Spiegeln von dem Berg aus Lichtsignale unwahrscheinlich weit über die Landschaft sendeten.

Wir liefen auch ca. 2,5km am Rande des Canyons entlang um ihn aus verschiedenen Blickwinkeln sehen zu können und seine gewaltigen Strukturen besser erkennen zu können.

Es ist kaum zu glauben welche unglaublichen Wassermassen (!) und Erosionskräfte diese Gebilde vor Jahr Millionen geschaffen haben müssen... Ich dachte unwillkürlich an Dinosaurier und über unvorstellbar lange Zeitperioden nach im Hinblick darauf, dass dieser gewaltige Canyon einst nur ein kleiner Spalt im Boden war...

Den Sundowner in Form von Bier und Gin Tonic nahmen wir am Hauptaussichtspunkt ein. Es war sehr schön. Allerdings muss ich sagen, dass der Sonnenuntergang zumindest an diesem Abend dort leider nicht so schön wie am Sesriem bzw. Sossusvlei war. Das Wetter war an dem Tag recht diesig und der Sonnenuntergang war weniger "afrikanisch" rot, sondern eher wie ein ganz normaler, aber trotzdem schöner, Sonnenuntergang in Deutschland.

Abschliessend muss ich sagen, dass wir diesen Ausflug zum Canyon nicht mit einem Guide hätten machen brauchen. Alle von Ihm erzählten Infos (auch von den Pflanzen) hätte man auch im Internet und/oder in einem guten Reiseführer lesen können. Trotzdem war es ganz nett, da wir mit unserem einheimischen Nama-Guide auch privat ins Gespräch kamen und Snacks und Getränke inklusive waren. Das nächste mal werden wir uns aber das Geld für die Führung sparen und selbst zum Canyon fahren.

Ein Guide und ein ärztliches Gesundheitszeugnis sind allerdings Pflicht, wenn man den Canyon in einer dort angebotenen 5tägigen Wanderung durchqueren will. Proviant und Schlafsäcke müssen dabei selbst getragen werden. Wasser muss dabei aus dem Canyon getrunken werden, da es zu schwer wäre so viel mit sich herum zu tragen. Tabletten zur Trinkwasserreinigung dürfen hierbei natürlich keines Falls fehlen!


Sossusvlei und Sesriem Canyon


Am nächsten morgen hieß es sehr früh aufstehen und Aufbruch zur Hammerstein Lodge 60km südlich von Sesriem. Eine enorme Etappe! Viele Touristen, die eine ähnliche Tour machen, machen meist Zwischenstop in Aus und/oder Lüderitz oder auf einer Gästefarm auf dem Weg. Dafür hatten wir leider keine Zeit gehabt. Wir fuhren bis um ca. halb acht Uhr abends durch. Wir machten lediglich einmal am Wegrand Pause, um eine Brotzeit einzunehmen und etwas Tütensuppe mit unserem Camping Kocher dazu zu machen. Auf der Strecke fuhren wir unter anderem durch das Namib Rand Nature Reserve.

Allerdings schafften wir tatsächlich mit einem Umweg von ca. 32km die Besichtigung von Schloß Duwisib, wo wir ca. 50-60min verweilen konnten. Diese Zeit reichte völlig aus um alles stressfrei zu sehen und zu fotografieren.

Gegen Abend waren wir auf Hammerstein. Das Dinner war lecker und das Buffet reichhaltig! Wir hatten sogar Heizdecken in den Zimmern! Damit hatten wir nicht gerechnet! Vor allem meine Mutter genoss diesen Umstand sehr! Mein Onkel und ich hatten allerdings keine Verwendung dafür, denn so kalt war es unserer Meinung nach auch nicht. Nach dem Abendessen führte uns das Personal der Lodge noch ein paar musikalische Einlagen vor. Sie sangen und tanzten einige traditionelle Nama- und Ovambo-Lieder für uns und regten uns sogar zum mittanzen an. Leider waren wir hierfür schon etwas zu müde von der langen Fahrt.

Allerdings muss ich auch ganz klar sagen: Essen, Service, Ambiente/Einrichtung und Zimmer waren sehr gut auf Hammerstein, allerdings handelte es sich hier um eine große unpersönliche Lodge mit Busgruppen und in der Bar wurden abends deutsche Schlager gespielt. Für mich war die Musik am Abend das Schlimmste... Ansonsten war es schön dort.

Am nächsten Tag war ein Ruhetag auf Hammerstein angesagt. Der Sossusvlei sollte später erst kommen. Was nicht heißt, dass wir nicht die Leopardin, die Geparden und die Caracale (Wüstenluchse oder Rotkatzen) die dort in Gehegen lebten besuchten und eine Wanderung über das Farmgelände durch schöne bizarre Felslandschaften mit etlichen Kakteen machten. Die Katzen waren alle als Junge auf die Lodge gekommen. Sie wurden von Farmern gebracht, die sie ohne Mutter im Busch fanden. Auf Hammerstein wurden sie aufgezogen. Zu den Geparden und Caracalen durfte man ins Gehege rein. Die Geparde konnte man sogar anfassen und streicheln. Die Leopardin galt es mit vorsicht von auserhalb des Zaunes zu beobachten.

Hierzu muss ich sagen, dass die Katzentour auf Hammerstein KEINES Falls mit Okonjima oder Otjitotongwe vergleichbar ist. Bei diesen beiden Lodge ist es VIEL besser! Keine Frage!!! Hammerstein war mehr wie ein Zoogehege in das man halt auch mal rein durfte. Trotzdem waren die Katzen wunderschön!

Die Caracale sprangen 3m hoch aus dem Stand!!!

Gegen Nachmittag entdeckten wir im Garten von Hammerstein einen noch ganz jungen, zahmen Springbock, der die Beete abfrass. 🙂 Auch er war ein Waisenkind und wurde auf Hammerstein aufgezogen. Man konnte zwar sehr nah an ihn ran gehen, anfassen lassen wollte sich der Kleine aber nicht. Dafür konnten wir ihn beobachten wie er wie ein Wilder und für seine Spezies typisch auf dem Lodge-Gelände hin und her sprang und schon wirklich große Sätze machte und dies mit hohem Tempo!

Auch ein eigentlich zahmes aber sehr bissiges Zebra lebt auf Hammerstein.

Wir hätten nach der Katzentour einen Game Drive dort machen können und es hieß, dass es viel Wild und für die Gegend dort auch viele Wildarten und Buschmann-Felszeichnungen auf der Lodge gäbe. Allerdings entschlossen wir uns, das Geld hierfür zu sparen und lieber für 1,5 Stunden, wie oben bereits erwähnt,auf dem Walking Trail der Lodge zu wandern. Zumal der Drive, wenn ich mich nicht irre, stolze 500 N$ pro Person gekostet hätte! Eindeutig zu teuer unserer Meinung nach. Unterwegs sahen wir Klippschliefer und Kippspringer! Und ein großes Nagetier mit langem buschigen Schwanz und relativ großen Ohren in den Felsen. So etwas hatten wir noch nie gesehen. Später erfuhren wir, dass die Einheimischen dieses Tier "Berghase" nennen. Ob dies der korrekte zoologische Name ist, wage ich zu bezweifeln. Aber na ja..


Am nächsten Tag hieß es Abschied von Hammerstein nehmen und recht früh morgens los zum Sossusvlei! Hammerstein war nicht der absolute Hit, aber eine saubere gute Unterkunft mit gutem Essen und guten Zimmern, die preislich sehr ok war. Wir wollten einfach ein Zimmer in relativer Nähe des Sossusvlei, dass nicht so teuer ist wie viele der Luxus-Lodgen dort. Auch wenn diese evtl. ihr Geld wert sind... Das kann ich nicht beurteilen, da ich dort nicht war. Allerdings meinten einige hier im Forum, dass das Desert Homestead auch bezahlbar, schöner und besser sei. Da wir allerdings Hammerstein schon gebucht hatten, blieben wir dabei. Alles in allem war es aber ok dort.

Nach ca. 60-65km Fahrt kamen wir am Eingangstor von Sesriem bzw. dem Namib Naukluft Park an.

Juhu! Die höchsten Sanddünen der Welt erwarteten uns!!!
zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2010
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200905. Sept. 2009 · #7
Sossusvlei und Sesriem Canyon

Nach Zahlung des Eintrittspreises bzw. dem Erweb des Permits fuhren wir bequem auf der geteerten Straße in den Park Richtung Vlei. Nach ca. 20-25km kam dann auch schon links ca. 30m von der Straße entfernt die allseitsbekannte Düne 45. Auch, wenn schon einige Autos davor standen und man bereits eine ganze Kolone von Touris auf dem Kamm der Düne aufsteigen sah, mussten wir natürlich auch dort halten und den Aufstieg antreten, bevor wir weiter in den eigentlichen Vlei fahren sollten, denn schließlich ist die Düne 45 ja eine bekannte Sehenswürdigkeit, die wir nicht auslassen wollten! 😉

So anstrengend hatte ich es mir allerdings nicht vorgestellt... Mit Videokamera behängt und mit Rucksack beladen stapfte ich nach oben. Es war verdammt steil und im Sand kam ich kaum vorwärts. Das Problem war, dass es mir wahnsinnig in den Waden zog und meine Gelenke das nicht so mitmachten. Dieses Problem hatte ich einst bei den Dünen zwischen Swakopmund und Walvis Bay auch schon gehabt. Doch die Höhe bzw. die Steigung dieser Düne toppte dies noch bei Weitem. Ich musste mehrmals Pause machen beim Aufstieg. Als ich nach unten schaute, dachte ich, "mensch... so wenig bist du erst gelaufen?". Ich wollte schon aufgeben, aber ich zwang mich weiter.

Das Gute daran: Bis ich oben war, waren alle anderen Touris schon wieder unten! Ich hatte die Düne für mich allein! Super! Es hatte sich gelohnt durchzuhalten! Ein herrlicher Ausblick über ein irres weites flaches Gebiet... ganz weiß. Fast wie die etosha-Pfanne! Und in der anderen Richtung: die herrliche Wüstenlandschaft mit ihren großen Sanddünen...

Dieser Ausblick entschädigte alle Strapazen des Aufstieges!!!

Auf der Düne gab es tatsächlich Leben! Kleine ganz flache Käfer und Eidechsen begegneten mir. Unwirklich, dass es hier im nichts Tiere gab. Die bekannte Side-Winder-Schlange ist mir zum Glück aber nicht über den Weg "gewunden". 🙂

Danach ging es weiter in den Vlei. Für die wenigen hier, die das nicht wissen sollten: Mit "Vleis" bezeichnet man in Namibia große trockene Lehmsenken, die in der Regenzeit meist kurzfristig mit Wasser gefüllt sind. Im Sossusvlei sind in der Regenzeit sogar meistens hunderte Flamingos zu finden, die von der Küste "anreisen"! Verrückt, inmitten der Wüste und den gigantischen Dünen dort...

Wir fuhren bequem auf der Teerstraße bis zum 2x4-Parkplatz. Dort wollten wir eigentlich einen 4x4-Shuttle in Anspruch nehen, doch wir erfuhren von einem Einheimischen dort, dass unser VW Syncro 4x4 die letzten 5km zum Vlei locker schaffen würde. Wir sollten nur reichlich Luft aus den Reifen lassen und immer in der Spur unserer Vorgänger fahren.

Gesagt, getan... Wir kamen unglaublich weit mit unserem Büssli. Hinter uns blieben mehrere 4x4-Geländewägen stecken... Doch an einer wirklich schwierigen Stelle erwischte es uns auch. Vorwärts und rückwärts versuchten wir raus zu kommen aus dem Tiefsand. Leider gruben wir uns nur noch mehr ein und auch das Anschieben zusammen mit anderen Touris, die uns zu Hilfe kamen, nütze nichts...

Es blieb uns nichts weiter übrig, als uns von einem der dortigenm 4x4-Shuttles mit unserem Abschleppseil herausziehen zu lassen. Dies kostete allerdings stolze 150 N$.

Das Problem war, dass unser 4x4-Antrieb gar nicht funktionierte... Das wussten wir vorher nicht, da wir in vorher auf unserer Tour noch nicht gebraucht bzw. aktiviert hatten.

Für uns war auf dieser Strecke nicht an Weiterfahrt zu denken. Wir kehrten um und nahmen uns am Parkplatz nun doch, wie eigentlich geplant, ein kostenpflichtiges 4x4-Shuttle.

Auf der Fahrt zum Vlei kamen uns etliche knallrote, schwitzende Touris entgegen gelaufen, die zu Fuß die 5km durch den Tiefsand vom Parkplatz in den Vlei gelaufen sind. Sie sahen wirklich fertig und bemitleidenswert aus. Es war sehr heiß mittlerweile... Grundsätzlich spricht, wenn man fit genug ist aber sicher auch nichts gegen diese Lösung. Kostet halt Kraft und vor allem Zeit.

Unser erstes Ziel war der Dead Vlei. Es ging nachdem uns das Shuttle absetzte noch ca. 1,2km durch den Sand zu Fuß eine "kleine" Steigung hoch. Da war er: Der Dead Vlei! Außer uns waren, da es mittlerweile fast schon mittag (HITZE!) war, nur ein junges Ehepaar dort. Wir blieben etliche Minuten dort und ruhten uns aus. Ich machte viele Fotos. Auch von "Big Daddy", der riesigen Düne die an den Vlei angrenzte. Das wär was gewesen! Auf Big Daddy zu klettern! Bestimmt eine noch bessere Aussicht als auf Düne 45. Wir waren ja nun mitten im Vlei-Gebiet. Doch waren wir hierfür nun wirklich zu geschlaucht.

Neben dem Vlei ging es ca. 1,50m runter in eine weitere schmale Senke. Dort wuchsen viele grüne Sträucher und kleine Bäume. Ein Kontrast zum Dead Vlei daneben, mit seinen knochigen abgestorbenen Bäumen bot er einen skurielen Anblick.

Nun ging es vom Dead Vlei ca, 2,2km zu Fuß zum Sossusvlei. D.h. 1,2km zurück, wo wir vom Shuttle abgesetzt wurden und dann nach ca. 1km in die andere Richtung. Dies allerdings war easy, da der Weg keine Steigung hatte und es einen relativ guten Weg ohne Tiefsand gab. Wer mit dem eigenen Auto dort hin kam, konnte auch bis direkt zum Sossusvlei fahren.

Dort standen überall große Bäume die uns endlich Schatten spendeten und viele grüne Büsche wuchsen auf den Dünen. Wir fotografierten die gewaltige Sossusvlei-Düne und sahen winzig klein aus der Ferne eine Reisegruppe aufsteigen.

Ein Gebirge aus Sand! Wahnsinn! Wir bereuten es etwas, dass wir nicht mehr so viel Zeit hatten... Und schon etwas fertig waren... Diese Düne wäre eigentlich der Höhepunkt gewesen... Wahrscheinlich wesentlich besser als Düne 45 vom Ausblick her, nehme ich mal an. Wir blieben leider unten und betrachteten den Vlei, in dem es ebenfalls eine für wüstenverhältnisse recht üppige grüne Vegetation gab. Aus den Dünen tauchten plötzlich 3 Strauße auf. Wir filmten sie, wie sie au der unwirklichen Landschaft in den Vlei hinter liefen um dort nach Nahrung zu suchen.

Auch drei Oryx-Antilopen sahen wir im bzw. um den Vlei.

Es war schon verückt, dass es hier in dieser Gegend noch große Säugetiere bzw. Vögel gab. Fast unwirklich das Ganze...

Springböcke kommen in dem Gebiet ja ebenfalls vor. Doch sahen wir an diesem Tag keine.

Da wir zu der heißeren Mittagszeit (was man eigentlich nicht machen sollte!) unterwegs waren, waren im Dead - und im Sossusvlei auch so gut wie niemand außer uns unterwegs gewesen. Auf den Dünen dort schon gar nicht. Es war also alles überhaupt nicht überlaufen. Trotzdem empfehle ich so früh wie möglich in den Vlei und vor allem auf die Dünen zu gehen! Es war schon SEHR heiß. In den heißeren Jahreszeiten sowieso!

Nun ging es den 1km zurück zur Haltestelle des Shuttles. Wir fuhren zum Parkplatz zurück und ich hätte jetzt noch schnell den "Hidden Vlei" besuchen wollen, der ca. 2-3km (wenn ich richtig informiert bin...) südlich des Parkplatzes liegt. Dieser soll zwar nicht so beeindruckend wie Dead Vlei sein, aber im wesentlichen ungefähr genauso aussehen. Er ist vielen Touris allerdings gar nicht bekannt. Doch war es uns jetzt zu heiß und die Zeit war bereits sehr voran geschritten. Also pumpten wir unsere reifen wieder auf und fuhren den ganzen Weg auf der Teerstraße zurück zum Ausgang.

Der Sossusvlei war für uns ein voller Erfolg! WUNDERSCHÖN!!! TOLL!!! Ich hatte es mir gar nicht so interessant und beeindruckend vorgestellt. Jetzt verstehe ich die Leute, die mir bisher in Namibia immer sagten: "WAAAAS?? Du warst schon so oft hier in diesem Land und warst noch nie im Vlei? Nicht zu glauben... Das ist doch mit das Beste bzw. Schönste an Namibia!" 🙂

Wie zu Beginn schon erwähnt: Dies war unsere erste Reise in den Süden dieses Landes. Bisher dachte ich immer: "Och der Süden... wenig Tiere und nur Einöde und Sand!" Auf unserer Tour wurde ich eines Besseren belehrt! Wunderschön war alles bis jetzt gewesen! Trotz wesentlich weniger Tiere als im Norden.

Nun hatten wir nur noch 45min um den Sesriem Canyon zu sehen. Von der Rezeption am Eingang ging es nochmal ca. 4-5km im eigenen Auto in die andere Richtung. Die Strecke ist ohne 4x4 kein Problem. Kein Sand mehr! Recht schell waren wir dort.
zuletzt bearbeitet 29. Nov. 2009
157 Beiträge · seit 200805. Sept. 2009 · #8
Hallo Otjikoko,
weiter so! 🙂 Ich freue mich schon auf die Fortsetzng.Eine unterhaltsame Lektüre für einen regnerischen Samstagmittag mit viel Erinnerungspotential.
Gruß AGA
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Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200905. Sept. 2009 · #9
Danke AGA! 🙂

Ich bleib auf jeden Fall am Ball!
245 Beiträge · seit 200905. Sept. 2009 · #10
Danke für den schönen Bericht. Freue mich schon auf die Fortsetzung.
2'460 Beiträge · seit 200626. Nov. 2009 · #11
Otjikoko schrieb:
Danke AGA! 🙂

Ich bleib auf jeden Fall am Ball!
Wo bleibt die Fortsetzung?

Bin jetzt endlich dazu gekommen, mir deine Bilder anzuschauen. Die Fotos bei den Buschmännern haben mich sehr an unseren Urlaub in Bot erinnert.
Die Bilder vom Heliflug über die VicFalls sind prima, schade, dass wir dort keinen Heliflug gemacht haben. Vielleicht, wenn man noch mal hinkommt 😁
Wo hast du den Karakal aufgenommen?

LG Chrissie
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
5'538 Beiträge · seit 200826. Nov. 2009 · #12
Hallo Otjikoko,

danke für den schönen bisherigen Bericht. Bin gespannt, ob Dir die Wanderung durch den Sesriem-Canon genau so gut gefallen hat wie mir. Ich mache das bei fast jedem zweiten Besuch da. Ist nicht so anstrengend, weil der Untergrund nicht so sandig ist, aber sehr abwechslungsreich.

Ich hänge mal ein Bild an - nicht von der Wüste - bin gespannt, ob Du es erkennst.

Liebe Grüße

Gerd
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200926. Nov. 2009 · #13
Danke Chrissie und Gerd!

Ja, tut mir leid... Mein Bericht ist etwas in Vergessenheit geraten. Versuche ihn nun peu a peu weiter zuschreiben, wenn ich Zeit habe.

@Chrissie:

Das waren mehrere Caracale in nem Gehege auf der Hammerstein Lodge.

@Gerd:

DANKE für das Bild! Ja, ich erkenne natürlich was bzw. vor allem WO (!) das ist!!!! 🤩

Eine sehr schöne Aufnahme hast du da gemacht!
zuletzt bearbeitet 26. Nov. 2009
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200929. Nov. 2009 · #14
So: Nun also weiter im "Text"! 🙂

Leider hatten wir nun nur noch 40-45min Zeit.... Uns wurde gesagt, dass die Tore des Parks dann schliessen würden..

Wir machten also schnell einige Fotos von oben vom Canyon und gingen dann hinein.

Es war sehr schön dort und die Felsformationen waren wirklich sehr interessant. Z.B. waren an einer Stelle zwei große Löcher in der Fleswand durch die man durchschauen konnte und auch ein riesiger viereckiger Fels der wie gemeiselt aussah.

Ich muss gestehen, dass ich es in der Zeit nicht schaffte durch den ganzen Canyon zu gehen, denn ich hielt alle 10m an um Fotos aus anderen Perspektiven zu machen.
🙂

Wir alle fanden den Canyon zum Abschlus wirklich toll und auch den Sonnenuntergang dort. Allerdings hätten wir viel liewber den Sunset auf bzw. bei den Dünen oder im Vlei gesehen. Das muss herrlich sein... Evtl. beim nächsten mal...

Mit uns waren noch eine französische Reisegruppen mit Guide und einige einzelne Touristen im Canyon unterwegs.

Das einzige was ich mir schöner vorgestellt hatte, war das Wasser im Canyon. In Büchern hatte ich Bilder von relativ viel und kristallklarem Wasser gesehen in dem man schwimmen konnte.

Als wir da waren, war der Wasserstand sehr niedrig und es sah auch nicht sehr einladend aus... Irgendwie trüb und abgestanden... Dies war evtl. jahreszeitlich bedingt (es war immerhin ja Trockenzeit...).

In vermeindlich "letzter Minute" verliesen wir den Namib Naukluft Park. Allerdings waren die Tore offen und kein Personal dort oder sonst wo in Sicht. Wir nahmen also an, dass wir wahrscheinlich auch länger hätten bleiben können. Gerne wären wir bei den Dünen etwas länger geblieben. Es fand auch keine Kontrolle mehr statt.

Nun ja... Sicher ist sicher... Und wir machten uns auf zur Namib Desert Lodge. Dort blieben wir nur für eine Nacht um am nächsten Tag weiter nach Windhoek und ins Erongo zu fahren.

Am nächsten morgen machten wir ganz früh eine kleine Wanderung zu den versteinerten Dünen und einige Fotos davon. In der Nähe des Haupthauses befinden sich nämlich große versteinerte Dünen der Ur-Namib.

Das frendliche Personal pumpte uns auch unsere Reifen nochmals auf, die wir einiges an Luft verloren hatten. Dann ging es über Solitair nach Windhoek.

In Solitair machten wir NATÜRLICH eine kurze Pause um uns den berühmten Apfelkuchen zu gönnen! MMMHHHH! Ein echter Genuss!

Nach den Erledigungen einiger persönlicher Sachen in Windhoek, ging es weiter und wir kamen am späten Abend recht fertig von dem langen Fahrtag im Erongo auf unserer Farm, die an das Erinidi Private Game Reserve angrenzt, an.
zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2010
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200905. Jan. 2010 · #15
Erongo Gebirge

Hier verbrachten wir insgesamt 10 Tage auf der Farm. Wir konnten sehr viel Wild (Giraffen, Strauße, Warzenschweine, Oryx, Kudu, Eland, Springböcke, Black Faced Impals, Weißschwanz- und Streifengnu, Paviane, Haartebeester, Wasserböcke, Zebras, Marabus, Geier, Schakale,Steinböckchen, Duiker, sehr viele niedliche Dik Diks,...) auf unseren Game Drives und Wanderungen beobachten.

Am meisten Tiere sahen wir immer, wenn wir mal einen nachmittag am Damm verbrachten. Dies taten wir ganze 3 mal! Dort kamen an einem Nachmittag tatsachlich insgesamt fast 250 Stück Wild! Fast alle oben genannten Arten. Und: In der Abenddämmerung kam tatsächlich eine seltene braune Hyäne ans Wasser um ihren Durst zu stillen. Ein skuriller Anblick war das, als die so typisch herantrottete mit ihren krummen Beinen und der merkwürdigen Gangart dieser Tiere.

Die Landschaft dort mit ihren vielen schwarzen, gelblichen und rötlichen Felsformationen und dem dichten Busch gefällt uns persönlich mit am besten. Und natürlich die urigen Butterbäume überall im felsigen Gelände.

Außerdem bestiegen wir den Mount Otjikoko. Eine echte Herausforderung! Der Abstieg war fast schwieriger als der Aufstieg! Steil war es... und viele Dornenbüsche und vor allem Geröll und Felsen... Zum Teil rutschte ich (notgedrungen...) auf dem Hintern den Berg herunter.... 🙂

Wir mussten öfters Pause machen (vor allem beim Aufstieg) um zu verschnaufen und um zu gucken, welchen Weg wir nehmen könnten um möglichst sicher und "stressfrei" hinauf zu gelangen.

Oben wurden wir mit einem herrlichen Ausblick über endlose Weiten von Buschland und Hügeln belohnt! In der Ferne sah man die beiden Omatako-Berge und den Mount Etjo!

Auf einem Felsvorsprung machten wir ein nettes Picknick vor dieser Kulisse bevor es wieder an den Abstieg ging.

Völlig verückt war, dass es auf dem Berg außer Klippschliefern auch Kudus und sogar Warzenschweine (!) gab!!! Und zahlreiche Pflanzenarten (darunter viele Sträucher), die es weiter unten nicht gab.

Auch eine kleine gemütliche Klettertour durch einen sehr schönen felsigen Canyon nur wenige hundert Meter vom Farmhaus entfernt gehörte zu unserem Programm, sowie ein Tagesausflug mit Game Drive ins benachbarte Erindi Private Game Reserve, wo wir auch Hippos und Krokodile zu sehen bekamen.

Meine Mutter genoss die Zeit auf der Farm mit am meisten! Sie hatte (wie immer...!) vor allem an den vielen Kindern der Angestellten einen Narren gefressen.

Nach 10 Tagen ging es allerdings weiter Richtung Caprivi. Recht früh morgens ging es los zu Roy's Camp ca. 55km nördlich von Grootfontein um dort in der "Nähe" die San (Buschmänner) bei Grashoek zu besuchen.
zuletzt bearbeitet 07. Jan. 2010
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200905. Jan. 2010 · #16
Historic Living Village der San bei Grashoek

Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir am Mittag Roy's Camp. Wir checkten ein und bezogen unsere Zimmer in den kleinen sehr rustikalen Bungalows.

Meine Mutter war etwas entsetzt, da die Türen große Astlöcher besassen und zwischen Boden und Türen relativ große Schlitze waren... Sie hatte etwas Sorge wegen Ungeziefer und Schlangen.... Doch "selbst ist die Frau"! 🙂 Kurzer Hand stopfte sie die Löcher mit zusammengerollten Handtüchern und Taschentüchern zu, wodurch sie sich zumindest sicherer fühlte... Meinem Onkel, mir und den anderen Gästen störte dies allerdings weniger. 🙂

Nun brachen wir auf Richtung Grashoek zum Historic Living Village der San. Knapp 80km waren es von Roy zum San Village.

Auf einer staubigen Piste ging es ca. 75km Richtung Osten. Dann stießen wir auf den Veterinärzaun bzw. die Vet.-Kontrolle bei Grashoek. Ein "San-Wächter" winkte uns nach kurzem Small Talk einfach durch ohne etwas kontrolliert zu haben. Grashoek war ein sehr kleiner Ort aus Wellblechhütten wo etliche Hühner, Esel und Rinder frei herum liefen. Dann ging es links rein in den Busch zum San Village.

Plötzlich wurde der Weg extrem sandig... fast Tiefsand...

Die letzten 4km waren für unseren VW Bus schon heftig... Wir hatten plötzlich schon Sorge und ein ganz klein bisschen Angst dort anzukommen. Bei Roys wurde uns gesagt, dass die Strecke gut mit unserem Auto machbar wäre... Doch schafften wir es (trotz kurzem Steckenbleibens und Anschiebens bzw. Manövrierens) trotzdem ins Village! Zum Glück war ja Trockenzeit!

Übrigens: Die Tour zu den San kann man natürlich auch von Roy`s Camp organisiert machen (halbtags oder ganztags), wenn man nicht selbst fahren möchte oder kann. Doch sind, wenn überhaupt, nur die letzten 4-5km ein Problem. Trotzdem rate ich hierbei dringend zu 4x4, wenn man selbst fährt!

Da waren wir also! Ein halber Tag bei den San erwartete uns!
zuletzt bearbeitet 09. Jan. 2010
309 Beiträge · seit 200908. Jan. 2010 · #17
Hallo Otjikoko !
Schöner Reisebericht...feuert natürlich meine Vorfreude auf den Februar an, wenn ich mit meiner Schwester ebenfalls in der Gegend bin. Eine Frage von meiner Seite - lese, dass ihr die D608 gefahren seid. Die reizt mich auch ungemein, ich weiss aber nicht, ob wir die zeitlich schaffen können. Wir lange habt ihr in etwa gebraucht, um von Keetmanshoop bis zum Canyon zu kommen ?
Danke im voraus und viele Grüsse!
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200908. Jan. 2010 · #18
Hallo Paula!

Wir haben im Quiver Tree Forest Camp noch gegrillt und zu mittag gegessen und waren noch ganz schnell im Supermarkt in Keetmannshop. Ich weiß nicht mehr wie viel Uhr es war als wir von dort los sind.

Aber wir sind dann doch sehr lange gefahren. Wir kamen um ca. 19.00 oder 19.30 Uhr im Dunkeln im Canyon Village an. Ohne Pausen bzw. Stops! (oder evtl. war es auch noch etwas später???)

Ein halber Tag oder ein bisschen mehr geht dafür glaube ich schon drauf. Das italienische Pärchen war schon lange vor uns da. Die sind die Teerstraße gefahren. Aber frag evtl. auch mal andere Formis. Ich kann mich nicht mehr genau an die Fahrzeit erinnern...

Von der Landschaft her ist die D608 aber traumhaft! Vorsicht: Der Weg schlängelt sich sehr und es geht durch ein paar kleine Reviere und die Pad fällt ab und zu mal plötzlich voll steil ab (plötzlich geht es nach einem Hubel 50m-100m relativ steil nach unten). Ist aber machbar!

Wir waren in der Trockenzeit da und hatten nen VW Bus ohne 4x4.
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2010
309 Beiträge · seit 200908. Jan. 2010 · #19
Hallo Otji,
danke für die schnelle Antwort - hm, das klingt nach längerer Fahrzeit, als wir uns eigentlich erlauben können. Wir müssen nämlich am gleichen Tag noch auf die Westseite des Canyons kommen und wollten da nicht im Dunkeln ankommen... Aber nach den Schilderungen über die D 608 wäre das wohl super schade. Wahrscheinlich müssen wir uns kurzfristig entscheiden und es davon abhängig machen, wann wir morgens los kommen. Nochmals danke und nochmals liebe Grüsse !!
Themenstarter2'349 Beiträge · seit 200908. Jan. 2010 · #20
Wenn ihr ganz früh morgens in Keetmannshop losfahrt, könnte es klappen. Dann müsst ihr halt direkt zum Canyon, wenn ihr bei eurer Unterkunft angekommen seid. Ist die Frage, ob es euch nicht zu stressig wird... Und man weiß ja nie, ob es unterwegs nicht doch etwas länger dauert, falls was sein sollte... (Regenzeit?)

Aber wie gesagt: Ich will es nicht beschwören... Evtl. wissen andere da besser bescheid... Ich glaube wir sind relativ spät von Keetmannshop weg...
zuletzt bearbeitet 08. Jan. 2010