Namibia Ersttäter - logistische Fragen

5 Antworten · 604 Aufrufe · gestartet 21. Aug. 2026 von Pangu
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Themenstarter2 Beiträge · seit 202621. Aug. 2026 ·
Hallo zusammen,

nachdem ich mir schon lange vieles hier durchgelesen habe, habe ich noch ein paar letzte Fragen, da wir das erste Mal in Namibia und generell in Afrika sein werden. Unsere Route für den November steht und es ist auch bereits alles gebucht, wir werden in festen Unterkünften übernachten und fahren folgende Route: Windhoek - Mariental - Fish River Canyon - Lüderitz - Duwisib - Sesriem - Swakopmund - Damaraland - Etosha - Windhoek.

Nun zu meinen Fragen:

1) da wir in keine abgelegenen Gebiete fahren, dürfte die Dichte an Tankstellen doch eigentlich ausreichend sein, oder müssen wir uns da Gedanken machen? 

2) Ich habe gelesen, dass man nur eine recht geringe Menge Bargeld einführen darf und es an den Geldautomaten auch eine recht niedrige Höchstabhebesumme gibt. Wie viel Bargeld sollte man denn generell dabei haben oder kann man viel mit Karte zahlen? 

3) es wird ja immer wieder empfohlen, ausreichend Trinkwasser dabei zu haben. Kann ich das üblicherweise in den Lodges nachfüllen oder sollte ich wirklich mehrere Tagesvorräte ins Auto packen, wenn abzusehen ist, dass ich an keinem Supermarkt vorbei komme? 

4) ich habe immer wieder von Straßen Permits gelesen, wofür genau benötige ich diese? Kann ich die Routen zwischen den Unterkünften einfach ins Navi eingeben oder muss ich noch etwas beachten? 

5) wir haben viele Aktivitäten schon vorgebucht, überlegen aber z.B in Swakopmund spontan zu schauen, was angeboten wird. Ist das möglich bzw. wie viel Vorlauf braucht man zur Buchung einer Tour? 

6) Häufig ist von MTC für Simkarten zu lesen. Habe ich das richtig verstanden, dass ich diese vor Ort kaufen und als PrePaid ins Handy legen kann für mobiles Netz?

7) im November dürfte es ja ziemlich heiß werden. Kann ich also davon ausgehen, dass ich auch nachts und an der Küste keine warmen Sachen brauche oder kühlt es da dann doch ab? 

8) bei überwiegend B und c Straßen wird es wahrscheinlich nicht nötig sein, gezielt Luft aus den Reifen zu lassen, oder? 

9) vielleicht etwas blöde Frage, aber ich kann die Tierwelt vor Ort eben noch gar nicht einschätzen: ist es  außerhalb der Nationalparks auch halbwegs gefahrlos möglich, mal alleine einen 1-2 stündigen Spaziergang rund um die Unterkünfte zu unternehmen, oder laufe ich dann Gefahr, einem Löwen gegenüber zu stehen? 


Vielen Dank vorab an die Erfahreneren, die sich die Zeit nehmen, meine Anfänger-Fragen zu beantworten!

Liebe Grüße


314 Beiträge · seit 201721. Aug. 2026 ·
Hallo Pangu, 

die Runde ist schön, so sind sie schon viele gefahren (so auch wir vor 10 Jahren das erste mal). Zu Deinen Fragen kann ich folgendes beisteuern:

1. abgelegen sind manche Gebiete schon, die ihr durchfahrt, aber wenn ihr immer tankt, wo ihr es könnt, gibt es keinen Grund sich Gedanken zu machen.

2. ihr könnt allgemein viel mit Karte zahlen. Wahrscheinlich werdet ihr euch wundern, wie lange eure Abhebung reicht. Ich würde am Flughafen zweimal jeweils das Maximum anheben, das reicht sicher fürs erste.

3. wir haben es IMMER so gemacht, dass wir am Beginn der Reise ein paar Flaschen im Supermarkt kaufen und diese dann aus 5l-Kanistern nachfüllen. Tipp: 1 oder 2 Sixpacks 1,5l-Flaschen und erstmal 2 oder 3 5l-Kanister. In den Lodges könnt ihr sicher auch Wasser kaufen, aber sicher teurer …

4. Tipp: Kauf Dir die aktuelle T4A-Karte, da sind alle Straßen eingezeichnet, für die du ein Permit benötigst. Denk dran, dass du eventuell benötigte Permits nur in den entsprechenden Büros bekommst (wenn ihr z. B. nicht die C14 nach Swakopmund nehmt, sondern z. B. Nebenstrecken durch den Namib Naukluft Park nehmen wollt. Auch für einen Ausflug in die Mondlandschaft bei Swakop). Ein Navigationssystem für diese Runde wirst du kaum brauchen …

5. Da wir keine Swakop-Fans sind, müssen das andere beantworten. Ich glaube aber die meisten Aktivitäten bucht man sinnvollerweise vor.

6. Haben wir nie gemacht, ist aber so glaube ich korrekt. Aber wozu? In allen festen Unterkünften habt ihr WLAN.

7. Richtig. Für die Küste reicht im November ein Hoodie oder eine Fleece-Jacke. Ansonsten werdet ihr es schön warm haben.

8. Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Auf Gravel MUSST du keine Luft ablassen, ich würde aber auch nicht mit 2,5 fahren, das Auto kann dann ganz gut hüpfen. Am besten den Vermieter befragen. Wir fahren meist mit 1,8 auf Gravel (und damit meistens gut). Tiefsand werden ihr auf eurer Route keinen haben (außer zum Sossusvlei, geht m. W. derzeit noch (oder wieder?).   TIPP: Statt Duwisib würde ich euch eine Zwischenübernachtung in/an den Tirasbergen empfehlen, das ist eine wesentlich schönere Route über die D707. Die ist zu schön, um sie links liegen zu lassen (im wahrsten Sinne…) - falls ihr noch etwas ändern könnt …

9. südlich Damaraland gibt es keine Löwen und selbst im Norden sind sie so rar dass ihr tagsüber sicher nicht in Gefahr seid. Im südlichen Namibia gibt es vereinzelt Leoparden, aber auch die werdet ihr kaum zu Gesicht bekommen. Größer ist sicher die Gefahr durch Skorpione oder Schlangen, aber mit guten Schuhwerk und Aufmerksamkeit sollte auch das tagsüber kein Problem sein. Am besten aber immer auch in den Unterkünften Bescheid sagen, dass und wohin ihr gehen wollt. Umgeknickt ist man schneller als gefressen🫢.

Freut euch drauf!

LG Robert


7'315 Beiträge · seit 200621. Aug. 2026 ·

1)     Fahrt den Tank nicht bis zum letzten Tropfen leer. Dann passt das. Tankt auch vor Etosha nochmal, falls es dort knapp werden könnte.

2)     Man kann inzwischen viel mit Karte zahlen, aber manchmal funktioniert es auch nicht. Bargeld in Reserve ist immer sinnvoll. Welche Einfuhrgrenzen hast Du denn gelesen? Ich hatte ausreichend Bargeld dabei.

3)     Trinkwasser bekommst Du meist auch an Tankstellen und ansonsten habe ich auch Leitungswasser getrunken. Ich war u.a. insgesamt 22 Wochen per Fahrrad im dortigen Sommer unterwegs und habe bis zu 15 Litern Leitungswasser pro Tag getrunken, in Summe wohl über 1.000 Liter und ohne Probleme.

4)     Die Permits braucht man nur für bestimmte Strecken. Wenn Du vom Sossusvlei die Hauptpiste nach Walvisbay und weiter nach Swakopmund fährst, brauchst Du keines.

5)    

6)    

7)     An der Küste ist es deutlich kühler und windiger als anderswo. Da kann man durchaus einen Fleecepulli o.ä. brauchen.

8)     Ich persönlich habe mir das gespart.

9)     Auf Deiner Route wirst Du höchstens in Teilen des Damaralands auf Löwen treffen können und selbst dort ist die Wahrscheinlichkeit so gering, wie in Deutschland, einen Elch zu treffen.

Gruß
Wolfgang

Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 21. Aug. 2026
88 Beiträge · seit 202521. Aug. 2026 ·
Hallo Pangu,


1. wir waren immer mit einem Toyota Hilux mit Doppeltank unterwegs, trotzdem haben wir getankt, wann es möglich war. Tatsächlich hatten wir es schon erlebt, dass eine Tankstelle auf Diesel wartete und wir somit nicht tanken konnten. Dann nahmen wir einfach die nächste. Der zweite Tank wurde bisher selten benötigt.

Im Etosha könnt Ihr nicht tanken, bitte vorher daran denken. Ansonsten gibt es auf Euerer Strecke genügend Tankstellen.

 

2. Am Flughafen könnt Ihr zweimal die Höchstsumme aus dem Automaten ziehen. Ich meine es waren 2 x 3.000 namibische Dollar. Ansonsten konnten wir die meiste Zeit mit der Karte zahlen. Bargeld braucht man nur an manchen Lodges, Guestfarmen ohne Internet (es ist auch nicht immer stabil) oder für die Tipp-Box. Geldautomaten findet ihr aber auch unterwegs meist an Tankstellen oder Supermärkten.

 

3. Größere Supermärkte z. B. Spar findet Ihr meist nur in den Städten wie Windhoek, Mariental, Lüderitz, Swakopmund. Meistens holten wir uns mehrere 5 l- Kanister und füllten unsere Tagesflaschen. Am Ende verschenkten wir den Rest. Ohne genügend Wasser, würde ich nicht losfahren. Durch die Wellblechpisten, ist es uns aber auch schon passiert, dass eine der Kanister auslief. Daher gut befestigen. Auch haben wir schon die Flaschen mit Leitungswasser gefüllt, ggf. in der Lodge nachfragen. Es gibt auch Lodges die Braakwasser haben, das man nicht trinken kann. 

 

4. Sesriem, Spitzkoppe und Etosha zahlt ihr die Permits am Eingangstor, bzw. Büro. Wenn Ihr nach Swakopmund z.b. auf der C14 bleibt, braucht ihr kein Permit. Aber wie Robert schon schrieb auf der T4A-Karte sind die Permit pflichtigen Strecken eingetragen.

 

5. Wir haben die Aktivitäten in Swakopmund vorgebucht. Allerdings von Namibia aus, so 1-2 Tage vorher. Daher ist eine Sim-Karte auch von Vorteil. November ist noch Nebensaison, klappt auch VorOrt

 

6. Am Flughafen könnt ihr in der Halle, wo auch der Geldautomat steht eine Sim- Karte und Guthaben kaufen, sie kostet nicht viel und ich fühlte mich sicherer damit, auch wenn nicht überall in Namibia immer Netz zur Verfügung steht. Tatsächlich nutzten wir in den Lodges meist das Wifi.

 

7. Da ihr im November fliegt, habt ihr ja für die Anreise etwas wärmere Kleidung an. Wir waren im Dezember und es war ausreichend. Nur wenn man früh morgens auf eine geführte Safar geht, ist der Fahrtwind für den einen oder andere etwas frisch. Aber ein Fleece oder Windjacke reichte mir aus.  

 

8. Wir fahren auch meist auf 1,8 bis 2. Ich fand es auf Duwisib schön und sehr gastfreundlich. Auf der Hinfahrt kann man die D707 mitnehmen, in Betta tanken und etwas Zeit einplanen wegen den vielen Fotostopps. Aber wie Robert schon schrieb, auch die Unterkünfte an der D707 sind zu empfehlen.

 

9. Im Etosha dürft ihr unterwegs nicht aussteigen, daher ist keine Gefahr von wilden Tieren gefressen zu werden. Wichtig ist, wie Robert schon schrieb auf geschlossene Schuhe zu achten und ein bisschen die Augen auf den Boden zu richten. Auch solltet ihr nicht in der Dunkelheit fahren.


Deine Fragen sind auch uns vor der ersten Reise durch den Kopf gegangen. Es ist im Vorfeld alles so aufregend, schließlich reist man nach Afrika. Freut euch auf die Reise, Namibia ist wunderschön. 

Viele Grüße 

Andrea

 

 

147 Beiträge · seit 201722. Aug. 2026 ·

1. Wie andere schon schrieben, tanke so, dass du immer noch bis zur nächsten Tankstelle hättest fahren können. Guck auf dein Tankvolumen, wenn du einen kleinen/billigen Mietwagen buchst. Ich war mal etwas in Stress, weil ich mit zu kleinem Tank die Skeletton Coast hochgefahren bin und dann einen Tankabstecher machen musste, der Alternativlos war. Das war nicht gut.

3. Ich kaufe immer Wasser für mehrere Tage. Du bekommst zwar auch Wasser in den Lodges, aber die Flaschen sind oft klein und teuer.

6. Kauf dir die Sim-Karte direkt im MTC-Shop, im Arrivalbereich des Flughafens. Die richten dir das alles ein. Wenn du keinen Stress mit nachladen haben willst, nimm das Prepaidpaket AwehYoData30 + 30min International Voice Bundle Europa. Damit hast du üppig Datenvolumen, kannst in Namibia telefonieren und auch 30min nach Europa, falls es irgendwelche Probleme zu regeln gibt. Das Ganze ist 30 Tage gültig.

Themenstarter2 Beiträge · seit 202624. Aug. 2026 ·
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten! Die helfen mir sehr weiter.