Schakale bei Arte

4 Antworten · 1’034 Aufrufe · gestartet 28. Jan. 2009 von Rodrigo
Antworten
Themenstarter1’125 Beiträge · seit 200628. Jan. 2009 ·
Guten Abend an alle,
wir hatten vor einer Woche eine kurze Diskussion über Löwen und Elefanten im Chobe NP. Heute kam eine Sendung über Schakale. Damals hatte ich kritisch angemerkt, alles sei, vor allem im Kommentar, dramatisiert und vermenschlicht - was ich für inadäquat und 'amerikanisiert' gehalten habe. Man hat mir zugestimmt, man hat mir widersprochen. Nun heute. Wie fandet Ihr diese Schakalsendung? Meine Meinung: Es war keine Sendung über die Schakale, sondern eine Doku-Soap amerikanischer Sorte über niedliche Wollknäuel, die vom Bösen bedroht werden. Ein Drehbuch wurde erfüllt, dazu wurden Bilder zusammengestellt, ein Text wurde dazu verfasst, der aus einer Soap aus dem Nachmittagsprogramm stammen könnte. Wiederum die für Biologen und Afrikakenner grauslichen Prinzipien: Dramatisierung und Vermenschlichung. Es wird der Natur nicht nur nicht gerecht, es verfälscht. Das Lecken des Fells ist eben nicht das Schnuckeln zweier menschlicher Teenager. Natur als Entertainment.
Ich kann's nicht ändern. Aber ich kann sagen: Glaubt das Zeug nicht. Die Bilder lügen.
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
zuletzt bearbeitet 28. Jan. 2009
Gast28. Jan. 2009 ·
Hallo Wolff-Rüdiger!
Ich verstehe, was du meinst.
Aber es sind nicht die Bilder, die lügen...;)

Gruß,

Baiba
Themenstarter1’125 Beiträge · seit 200628. Jan. 2009 ·
Mein Gott, Baiba, hast Du schnell reagiert!
Vielleicht hast Du recht, es sind nicht die Bilder. Aber sie werden für ein Drehbuch missbraucht. Und damit lügen sie auch - so war mein Gedankengang.
Guat's Nächtle!
Wolff-Rüdiger
Omnia vincit amor
3’491 Beiträge · seit 200629. Jan. 2009 ·
Hallo Wolff-Rüdiger,
ich gebe Dir recht.Da werden wirklich gute oder gar sensationelle Aufnahmen vom Sender zusammengekauft und zu Doku-Soaps verwurstet, dass einem die Galle hoch kommt.Es gibt eine Vielzahl von Beispielen, wobei manches davon nur denjenigen auffällt, die das Land ein bisschen kennen. Die berühmten Büffel und Krokodile von Etosha sind ja nur ein Beispiel dafür. Ich glaube eigentlich auch nicht,dass die "Quote" daran schuld ist - der Zuschauer verlangt m.E. keinen Krimi oder keinen "Rühr-mich-zu-Tränen"-Film, wenn er sich für einen Doku-Film entscheidet.Aber die Sender scheinen, uns das glauben machen zu wollen.Vielleicht aber hat sich der Zeitgeschmack tatsächlich geändert und wir haben es nur noch nicht gemerkt😁 .Wenn ich nochmal einen dieser - aus heutiger Sicht - unsäglichen Grzimek-Filme sehe, dann kommt mir auch die Galle hoch.Dennoch muss ich anerkennen, dass er damit ein völlig neues Bewusstsein für den Naturschutz geschaffen und sich bleibende Verdienste um die Tierwelt Afrikas erworben hat. Wir werden die von Dir zu Recht beklagte Unsitte nicht aus der Welt schaffen. Aber zum Glück gibt es ja einen Programmwahlknopf.
Gruß Joli
378 Beiträge · seit 200729. Jan. 2009 ·
Hallo Wolff-Rüdiger,

da gebe ich dir zu 100% recht. Gerade bei der gestrigen Schakaldoku fiel das vermenschlichen besonders unangenehm auf. Ich fand bei dieser Doku noch nicht einmal die Bilder sonderlich schön.
Ich habe die Sendung eigentlich auch nur bis zum Ende geschaut, weil ich mir die anschließende Mogadischudoku ansehen wollte, die dann wieder etwas entschädigte.

Gruß Bernd