BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200701. Okt. 2008 ·
Ihr lieben, wackeren Blogbesucher!
Ein paar Tage noch und das Oktoberfest 2008 gehört der Vergangenheit an! Auch ich hatte heuer schon mehrfach dort meinen Spaß, auch wenn man mich immer ein wenig zu meinem diesbezüglichen Glück überzeugen muss. Doch wie sollte es anders sein: hunderttausende von Menschen überfluten München, niesen, husten, fassen alles an, hinterlassen ihre Keime und Viren. In all meinen Afrika-Jahren hab ich mir noch nichts wirklich nennenswertes geholt, aber zur Wiesn-Zeit kann ich darauf zählen: 'ne fette Bronchitis nebst Triefnase, Wattekopf und Fieber. Macht nix, aber auch keine Freude!
Was könnte da schöner sein, als über einen weiteren Abschnitt meiner Reise zu berichten? Die Bangweulu Swamps oder das, was ich davon erlebt habe. Am schönsten ist immer das, was man dachte, interessanter das, woran man nicht im Traum dachte...
habe gerade Teile Deines Berichtes mit Freude gelesen. Dabei bin ich über das Thema TseTse Schutz am Auto "gestolpert". Kannst Du genauer beschreiben wie ihr das gemacht habt oder gibt es vielleicht Bilder davon? Mein armer Mann reagiert allergisch auf die Stiche, was ihn jedes Mal (bei den ersten Stichen) mindestens einen Ruhetag verschafft... Nicht das uns sowas von Sambia abhalten würde...
Wie habt Ihr das Problem mit dem Fotografieren aus dem Auto heraus gelöst?
Vielen Dank schon mal und Grüße
baboon
BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200702. Okt. 2008 ·
Hallo Baboon!
Das kann ich gut verstehen, dass einen Tsetsestiche außer Gefecht setzen. Mir geht es ähnlich. Zwar brauche ich keinen Ruhetag, dafür schwillt aber die Stichstelle tierisch an, bildet scheußliche Blasen und tut richtig weh. Muss nicht sein.
Deshalb haben wir heuer besagten Tsetseschutz konstruiert. Wir hatten allerdings einen Landrover Defender (mit Dachfenster), der u. U. ein bisschen eckiger in seinen Details ist als „moderne“ Autos. Foto hab ich keines gemacht (Mist, ich wollte), aber ich gebe mir Mühe, es so anschaulich wie möglich zu schildern:
Das Dachfenster war kein Problem. Einfach ein deutlich größeres Stück Moskitonetz zuschneiden und über das geöffnete Dachfenster drapieren, an den Rändern möglichst faltenfrei halten. Dann mit Klebeband fixieren. Ich hatte nur Plastik-Paketband, aber ich halte, nach den jetzigen Erfahrungen, breites Kreppklebeband für geeigneter. Man muss zwischendrin immer wieder mal kontrollieren, ob sich nix abgelöst hat, gerade, wenn man Astkontakt hatte oder längere Strecken mit höherem Tempo über Land gefahren ist. Funktioniert aber sonst einwandfrei. Was allerdings der Autovermieter zu den Kleberesten sagt...?
Bei den Fenstern konnte ich nur die hinteren beiden bestücken, denn die vorderen bilden beim Öffnen nicht nur oben, sondern auch seitlich einen schrägen Schlitz. Hinten gehen die Fenster grade runter und ich wollte was haben, das dicht macht, in der Höhe variabel ist und man das Fenster unabhängig davon öffnen oder schließen kann. Dazu habe ich ein rechteckiges Stück Moskitonetz ausgeschnitten, auf jeder Seite zwei Finger breiter als das Fenster selbst und den Stoff mit Klebeband „gesäumt“. Dann schnitt ich ein Stück dünnes Bambus- bzw. Schilfrohr exakt auf Fensterrahmenbreite, umwickelte es mit Klebeband (als Splitterschutz), schnitt an beiden Enden kleine Führungsschlitze ein, die genau in den Fensterrahmen passten. Dieses Rohr befestigte ich unten am Stoff (kann man annähen oder mit Band ankleben). Oben klebte ich den Stoff innen am Türrahmen fest, klemmte das Rohr schräg in den Fensterrahmen, straffte und fixierte das ganze durch Geradeziehen. Je nach Bedarf konnte man nun das Fenster öffnen und schließen, ohne den Vorhang zu entfernen. Die Größe des Lüftungsschlitzes konnte man regulieren, indem man den Stoff am Rohr aufwickelte und erneut einklemmte. Hat gut funktioniert, allerdings stört es natürlich schon, das Stück Stoff vor Augen. Man musste sich halt immer ein wenig runterbücken, wenn man was genauer sehen wollte.
Fotografieren durch den Stoff funktioniert natürlich nicht befriedigend, aber wir haben versucht, die Fenster immer so sauber zu halten, dass wir, bei extremem Tsetsevorkommen, durch die Scheibe knipsen konnten. Wenns nicht so schlimm war: dicke, lockere Fleecejacke anziehen und rasch aus dem Auto springen, Tür gleich wieder zu. Leider ließ sich nicht vermeiden, dass hin und wieder doch eine dabei ins Auto geschlüpft ist, aber wir haben mit viel Spaß sofort Jagd darauf gemacht und ich bin in 6 Wochen kein einziges Mal gestochen worden.
Hoffentlich war das anschaulich genug beschrieben und ihr könnt was damit anfangen! Auf jeden Fall einen stichfreien Urlaub und viel Vergnügen in Sambia wünscht euch
vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, das werden wir beim nächsten Besuch "im Königreich der TseTse Fliege" auch versuchen. Die Bauanleitung ist jetzt in Kopie in meinem persönlichen "Afrika-Ordner" gespeichert, denn so können wir die benötigten Materialien gleich mitnehmen, braucht ja nicht allzuviel Platz im Rucksack.
Wir wünschen Dir viele weitere tolle Reisen und Erlebnisse.
Viel Spaß beim Lesen wünsche ich euch, meiner treuen Lesergemeinde, die ich jetzt so lange habe warten lassen. Nächste Woche flieg ich für 2 Wochen nach Amerika, aber vielleicht schaffe ich vorher noch ein weiteres Kapitel.
Bleibt mir gewogen, ich hab noch einiges in der Pipeline 😉
Eure Barbara
@Inka: Beneide dich richtig, dass du bald nach Sambia fährst. Was für ne Route habt ihr denn geplant? Auf jeden Fall ganz viel Spaß und viele schöne Erlebnisse!
JSJudith Sabine98 Beiträge · seit 200811. Okt. 2008 ·
Hi Barbara,
ich schaue schon fast jeden Tag, ob Du wieder was veröffentlicht hast. Auch wenn ich jetzt Schelte bekomme, ich finde dein Reisebericht ist der mit Abstand Interessanteste, den ich hier im Forum gelesen habe. Der Grund liegt wohl darin, daß Du so reflektierst schreibst.
LG, Judith
PS: Hoffentlich bist du bald wieder aus Amerika zurück
heute in drei Wochen kommen wir in Lusaka an 😄 🤪 - ich freu mich riesig - nach vier Jahren endlich mal wieder Afrika - der Entzug war hart!!!
Kurze Route: Lusaka - South Luangwa - weiter nach Malawi: Kasungu NP - Liwonde NP - evtl. Mulanje NP - zurück nach Sambia: Lower Zambezi NP - Kafue NP - Ngonye Falls - evtl Sioma NP - Lusaka
Wir müssen aber wahrscheinlich eh sehr flexibel sein, wegen dem Wetter... aber es gibt ja genügend Möglichkeiten sich es vier Wochen gut gehen zu lassen... Wenn wir noch Zeit haben (was ich eher nicht denke) wäre ein kleiner Abstecher nach Kasane und etwas Serondela doch immer schön...die Ecke da macht echt süchtig, auch nach vier Mal dort wird es nicht langweilig...
Liebe Grüße Inka
BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200715. Okt. 2008 ·
Ein letzter Beitrag vor meiner amerikanischen Schweigepause. Eigentlich hatte ich gedacht, ich sollte bis dahin alles berichtet haben, aber manches dauert halt länger, nimmt mehr Zeit in Anspruch, als man so denkt.
Heute: rauf in den Norden von Sambia, rauf nach Samfya am Bangweulu-See.. Eine nötige Zwischenstation, wie sich herausstellte. Nicht mehr, nicht weniger. Aber trotzdem spannender als eine Campingnacht am Chiemsee oder der Ostsee...
@Inka: Klingt gut, wird gut! Habt viel Spaß, Freude und Erlebnisse! Erzählst du auch was über deine Reise, wenn du wieder da bist? Ja? Bitte!
@Judith: Danke für dein Kompliment! Von MIR kriegst du dafür keine Schelte!!! Was meine reflektierende Schreibe anbelangt: Ich denke, je unschöner, je kälter es mich erwischt hat, desto mehr neige ich zum Reflektieren. Ist auch gut so, denn nicht alles kann immer perfekt sein, auch wenn man sich die wertvollsten Wochen des Jahres aus den Rippen schnitzt. Und schön ist nicht gleich perfekt.
erst mal viel Spaß bei deiner "amerikanischen Schweigepause"!
Ich hab zwar noch nie wirklich einen Reisebericht geschrieben - bisher immer nur Notizen für den Hausgebrauch - werde diesmal aber versuchen was zu schreiben - mit deiner Meisterleistung werde ich aber nicht mithalten können...
die angesprochene Spendenaktion auf dem Weg aus den Bangweulu Swamps scheint wohl korrekt zu sein. Diese Woche haben wir per Luftpost einen Dankesbrief erhalten, natürlich handgeschrieben.
BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200704. Nov. 2008 ·
Bin wieder da, ihr Lieben!
Schön war's in USA, auch da gab's viele Tiere, viel Natur, viele Dorfbewohner, die immer alles mitbekamen, was wir taten. Dort waren wir Weiße unter Weißen und wurden trotzdem bestaunt, als wären wir die ersten unserer Couleur... Liegt aber sicher an anderen Dingen!
Nun aber weiter im Text, im afrikanischen. Zeit wird's, schließlich sind Annette und Joachim auch schon wieder in Deutschland zurück. Mit meinem Bericht hänge ich noch hinterher, nämlich mitten im Juli, grenzwertig zwischen Kongo und Sambia, oben und unten.
BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200711. Nov. 2008 ·
Upside down und es geht weiter! Ein reiner Fahrtag von den wunderschönen Lumangwe Falls nach Isanga Bay am Lake Tanganjika. Was will man da schon berichten? Viel! Denn es war eine Fahrt, die im wahrsten Sinne des Wortes so dahin plätscherte, zum Schluß aber über tiefe Abgründe ins vorläufige Paradies führte, auch wenn wir das an diesem Tage nicht mehr zu Gesicht bekamen.
JSJudith Sabine98 Beiträge · seit 200812. Nov. 2008 ·
Hi Barbara,
der Bericht war wieder super spannend. Immer wenn Du in meinen Postkorb auftauchst schnappe ich mir ein Bierchen und geniesse Zeile für Zeile.
Liebe Grüße,
Judith
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BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200712. Nov. 2008 ·
Hallo Judith!
Das passt ja! Du trinkst ein Bierchen, wenn du meine Zeilen liest, ich trinke eines, wenn ich sie schreibe... Prost! Gerade rinnt wieder ein Schluck göttlichen Augustiner Hells durch meine Kehle - ich texte am nächsten Kapitel. Also stell schon mal 'ne neue Flasche kalt!
Neulich habe ich einen Blick auf die Seitenzahl meines in Neo-Office erfassten Reiseberichts geworfen: Es sind schon 67 Seiten, dabei bin ich erst bei Tag 30 von 42. Und lange schon trage ich mich mit dem Gedanken, vielleicht doch mal ein Foto-/Lesebuch für den privaten Gebrauch drucken zu lassen. Da gibt es ja zahlreiche Angebote im Internet. Doch alles, was ich bis dato zu diesem Thema gefunden hab, entsprach nicht so ganz meiner Vorstellung. Entweder muss man sich Software herunterladen und seine Bilder und Texte in vorgegebene Gestaltungsraster pressen oder der maximale Seitenumfang war für meine Bedürfnisse zu gering.
Vor kurzem aber bin ich fündig geworden: Bis zu 700 Seiten in 4er-Schritten sind möglich, verschiedene Hoch- und Querformate stehen zur Auswahl, diverse Bindungsarten. Man kann fertig gestaltete PDFs hochladen, egal, ob die nun bild- oder textlastig oder beides sind. Einziges Manko: beim Buchrücken kann man nur Titel und Autor angeben und eine annähernd passende Farbe auswählen, die "Gestaltung" übernimmt der Verlag. Das ganze wird zu ziemlich annehmbaren Preisen gedruckt. Und es gibt noch einen Clou: für einen einmalig zahlbaren Betrag bekommt man, wenn man das will, eine ISBN, wird im offiziellen Buchhandel gelistet und das persönliche Werk wird, sobald eine Kundenbestellung eintrudelt, on demand gedruckt. Klingt irgendwie gut, oder?!
Nun möchte ich eventuellen Aufschreien vorbeugen: ich bin weder verwandt noch verschwägert mit dem Verlag, der diese Leistung anbietet. Ich dachte mir lediglich, das könnte für den einen oder anderen für euch ebenso interessant sein wie für mich. Noch habe ich zu texten und es nicht selbst ausprobiert, aber ihr könnt euch ja selbst ein Bild von diesem Angebot machen.
Liebe Grüße von Barbara, die jetzt weiter textet...
auch ich freu mich immer sehr über einen neuen Teil Deines Reiserberichts und an Deinen treffenden, witzigen und wohlformulierten Texten. Klasse!
Danke für den Tipp mit dem Verlag - das hört sich wirklich interessant an. Vielleicht irgendwann, wenn wir gaaaanz viel Afrika-Erfahrung und noch mehr Zeit haben, werden wir unsere Erlebnisse auch mal "richtig" zu Papier bringen. Einfach nur für uns selbst. Das stelle ich mir wirklich schön vor! Tolle Idee und nochmals herzlichen Dank für die Anregung! Und bis dahin werden wir weiter unsere Amateurberichte im Forum mit euch teilen, um die lange Wartezeit zwischen 2 Afrikaurlauben wenigstens mit gedanklichem Mitreisen überbrücken zu können.
und wann geht's weiter..ich warte gespannt auf die Fortsetzung.....möchte am liebsten wieder einen actionreichen Bericht wie die Tage zuvor 😎
also mach bitte weiter so!
BhekisisaThemenstarter468 Beiträge · seit 200714. Nov. 2008 ·
Also guagu, es ist nicht zu fassen! Nicht mal ein klitzekleiner Ruhetag ist uns vergönnt! 😉
Aber ich schreibe bereits am nächsten Kapitel, in dem ich unsere Erfahrungen in der Stadt Mpulungu zum Besten geben werde. Nein, wir sind nicht überfallen, ausgeraubt oder gar verletzt worden - im Gegenteil. Aber Action muss ja auch nicht immer "Krawumm" sein, oder?! Auf jeden Fall könnt ihr Anfang nächster Woche mit der Fortsetzung rechnen, wenn's recht ist.