NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202319. Apr. 2026 ·
bayern schorsch schrieb:Grüss Dich Silvia,
die Löwensichtung inclusive Nachwuchs ist, wie Du ja selbst schreibst, "herzallerliebst". Uns erinnert diese Sichtung bald zu 100 % an unseren KTP-Urlaub vor ein paar Jahren. Fast die gleiche Stelle, 2 Löwendamen, 3 Cubs und ein prächtiger Mähnenträger. Und wir das ERSTE (!!!) Auto. Das war eine der besten Löwensichtungen ever. Ich denke, dass das bei Euch ebenso ein absolutes highlight war.
Herzliche Grüße der bayern schorsch
Hallo Bayern-Schorsch, wahrscheinlich hast du recht und diese Löwenbegegnung war tatsächlich ein einmaliges Erlebnis. Natürlich hat man mit dem Fernglas öfter die Chance, Löwen in Bewegung oder mit Nachwuchs aus der Ferne zu beobachten. Aber das ist einfach nicht dasselbe, wie wenn sie einem quasi direkt vor der Nase „herumtanzen“. Das war schon ein ganz besonderes Geschenk. Es freut mich für euch, dass ihr auch schon mal so einen Moment erleben durftet.
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202319. Apr. 2026 ·
Hab Erbarmen mit dem Armen
Zum Abendessen gibt es Schmalspurkost: Nudeln mit Pfeffersoße. Gefühlt haben wir uns in diesem Urlaub schon eine halbe Kuh einverleibt – das ist mehr, als ich zu Hause über das ganze Jahr verteilt esse. Uwes Appetit hält sich ohnehin in Grenzen, von ihm kommt also kein Protest gegen die fleischlose Kost.
Beim anschließenden „Freilicht-Kino“ auf der Terrasse bekommen wir Besuch von einem echten Profi. Ein junger Schakal tritt auf und zieht die ganz große Show ab. Er setzt sich direkt vor uns hin und serviert uns den „Ich-bin-kurz-vor-dem-Verhungern“-Blick. Die Distanz ist so gering, dass ich ihm fast die Flöhe aus dem Fell holen könnte.
Als er merkt, dass wir nicht die Softi-Touristen sind, die sofort ihren Proviant über den Zaun schmeißen, wechselt er die Strategie: Er rollt sich zusammen, seufzt lautlos und hält dabei intensiven Augenkontakt. Es zerreißt mir fast das Herz – der Kerl hätte einen Oscar verdient! Doch wir sind uns bewusst, dass wir ihm langfristig keinen Gefallen erweisen, wenn wir uns weichkochen lassen. Es tut uns aufrichtig leid, kleiner Freund, aber wer keine Maus fängt, geht mit leerem Magen ins Bett.
Als es nebenan auf der Terrasse raschelt, gibt er uns sofort den Laufpass und trottet hoffnungsvoll zu den Nachbarn. Sein freundschaftlicher Schmachtblick war ja ganz schön geheuchelt. Der kleine Gauner hat gnadenlos versucht, uns emotional zu erpressen. Aber Pech gehabt: Die da drüben sind genauso erbarmungslos wie wir.
Eulenparadies
Unser gebuchter Night-Drive beginnt um 18:30 Uhr und wird – wie wir später merken – deutlich länger dauern als angekündigt. Noch ist es sehr warm, aber ich weiß genau, wie schnell ich im offenen Fahrzeug zum Eiszapfen mutiere, sobald die Sonne weg ist. Also: lange Hosen angezogen und die warme Jacke um die Hüften gebunden. Alle anderen, Uwe eingeschlossen, belassen es bei kurzen Hosen und Kurzarm-Shirt. Ich komme mir mit meiner „Winterausrüstung“ augenblicklich total dämlich vor.
Das Fahrzeug steht bereit. Bevor es losgeht, beobachte ich die Guide, wie sie mit einem Paar an einem der Eulenbäume steht. Dieser Baum ist als Einziger weiträumig mit Absperrband gesichert. Keine Ahnung warum – vielleicht besteht Ast-Bruch-Gefahr, oder es thront dort eine Eule, die mehr Ruhe braucht als der Rest der Nachbarschaft?
Ich bin mal so frei und nähere mich der kleinen Gruppe unauffällig. Mein Plan funktioniert und ich bekomme die gewünschte Aufmerksamkeit. Mir wird gezeigt, wo ich suchen muss. Ahhh, da sitzt ein Fleckenuhu. Leider stören Laub und Äste für ein schönes Foto. Das Portrait will mir leider nicht so gut gelingen.
Doch dann folgt die Überraschung, die mich komplett umhaut. Die Frau des Paares spricht Englisch mit mir; ich verstehe kaum etwas, sie versteht, dass ich nichts verstehe – und zieht mich kurzerhand am Arm um den Baum herum. Und dann erkenne ich was sie sagen wollte: Knapp einen Meter über dem Boden, in einer tiefen Astgabel, hocken zwei Fleckenuhu -Nestlinge.
Sie sind vielleicht 15 Zentimeter groß, kugelrund, fett und unfassbar plüschig. Ich kanns nicht glauben, ich bin zwei Mal dran vorbeigelaufen und hab sie nicht gesehen. Dabei sitzen sie förmlich auf einem Präsentierteller und jetzt erklärt sich auch das Absperrband.
Ich bin völlig überwältigt. Uhu-Frischlinge so nah und quasi auf Augenhöhe zu sehen – wem ist das schon vergönnt? Mein Herz schlägt einen doppelten Salto. Ich stelle fest: Hier ist das reinste Eulenparadies. Dieser Drive fängt schon grandios an, bevor wir auch nur einen Meter gefahren sind. Meine Erwartungshaltung steigt steil an...
Geckos, Sterne und Schüttelfrost
Wir steigen zu viert ins Auto und die obligatorische Frage fällt: „Habt ihr Wünsche?“ Stille. Also ergreife ich die Initiative: „Wie wäre es mit Hyänen? Vielleicht? Wenn das nicht zu viel verlangt ist?“ Das Ehepaar möchte dann doch auch gerne einen Wunsch äußern: Löffelhunde! Unsere Guide entscheidet sich daraufhin für die Route Richtung Süden. Ich hoffe inständig, dass sie auf eine der Pisten abbiegt, die für Selbstfahrer gesperrt sind – sonst sehe ich schwarz. Ich erinnere mich nämlich noch lebhaft an die tiefliegende Piste mit dem blickdichten Wildwuchs am Straßenrand.
Wir fahren lange. Und wir sehen: nichts. Dann noch mehr nichts. Ich hoffe immer noch darauf, dass wir einen verbotenen Weg einschlagen – aber nix, nada! Hier wird strikt nach Vorschrift gearbeitet. Offenbar gibt es doch keine Sonderrechte für Guides … Böser Bub, der andere Fahrer!
Irgendwann tauchen in der Ferne einige Red Hartebeests auf. Die Herrschaften in ihrem „Badehosen-Look“ habe ich aber heute wirklich im Überfluss gesehen. Das wird langsam ein bisschen einseitig. Unsere Guide scheint das genauso zu sehen und fährt, ohne anzuhalten weiter. Immerhin sehen wir zwischen dem Nichts wenigstens schöne Landschaft.
Am Wasserloch Dikbaardskolk verabschiedet sich die Sonne endgültig. Wir warten zehn Minuten in der Stille, aber außer gähnender Leere tut sich nichts. Um uns überhaupt etwas zu bieten, beginnt unsere Rangerin, uns die Welt der Geckos zu erklären, deren Klicken wir überall hören. Das Problem: Uwe und ich sitzen hinten und verstehen akustisch so gut wie gar nichts. Als sie dann anfängt, Geckos im Gebüsch zu suchen, zieht sich die Sache wie Kaugummi. Mal ehrlich – Geckos standen für heute Abend nicht unbedingt auf unserer Wunschliste.
Da sie keinen Gecko findet, wechselt sie zu Skorpionen. Auch das zieht sich ewig hin. Inzwischen ist es stockfinster und über uns funkelt die Milchstraße mit Abermillionen Sternen. Ein wahrlich beeindruckender Anblick! Doch leider folgt darauf eine ausführliche Sternenkunde. Da aber akustisch nichts bei uns ankommt, wird die Zeit lang und länger – es wird kalt, und mit jeder Minute frieren wir mehr.
Während ich in meine Jacke schlüpfe und trotzdem an den Beinen friere, erwischt es Uwe richtig heftig. Frieren ist für ihn normalerweise ein Fremdwort. Aber jetzt schlottert er regelrecht; das sieht schon fast nach Schüttelfrost aus. Rettung verspricht eine Decke, die vorne über dem Beifahrersitz hängt. Uwe fragt danach und bekommt sie auch – es ist allerdings die einzige an Bord. Während Uwe sich einwickelt, friert das Paar vor uns in seinen kurzen Hosen und Shirts erbärmlich vor sich hin. Ich weiß zwar, dass unsere Guide keine Tiere herzaubern kann und sich wirklich bemüht, uns zu unterhalten, aber für uns ohne „Audio-Empfang“ zieht sich dieser Drive gerade wie Kaugummi durch die kalte Nacht.
Kängurus in Afrika?
Ab dem Wasserloch hat sich das Licht verabschiedet und mit ihm die Möglichkeit, eventuelle Sichtungen zu fotografieren. Sollten wir doch noch eine Hyäne finden, hätte ich wieder so ein trauriges Schattenspiel wie beim Leo im Tented Camp. Das ist zwar schade, lässt sich aber jetzt nicht ändern, also konzentrieren wir uns ganz auf das Beobachten im Schein des Spotlights.
Plötzlich rennt was über die Straße. Unser erster Tipp: Schakal. Doch als das Tier näherkommt, erkennen wir die riesigen Ohren – ein Bat-Eared Fox! Wie cool ist das denn? Ich erkenne sogar seine Ninja-Maske im Gesicht! Wie ein huschender Schatten gönnt er uns nur einen Augenblick, um sofort wieder im schützenden Buschland abzutauchen. Na, zumindest für einen Gast erfüllt sich damit schon mal der Sichtungswunsch.
Wenig später leuchten wieder Augen: Noch ein Löffelhund, der von einem merkwürdigen „Känguru-Hasen“ beobachtet wird. Solche Tiere habe ich noch nie gesehen. Es sind Springhasen, die für mich in Haltung, Fortbewegung und Statur mehr Ähnlichkeit mit einem Beuteltier haben als mit einem Hasen. Und dann traue ich meinen Augen kaum: Das Miniatur-Känguru setzt plötzlich zur Jagd auf den Löffelhund an! Frei nach dem Motto: „Weg da – mein Revier!“ Ob der Hase vielleicht irgendwo Jungtiere im Bau schützen will, oder ob es eher ein unbeholfener freundschaftlicher Annäherungsversuch ist? Jedenfalls ist es ein höchst amüsanter Anblick, wie der kleine Fox vor dem hüpfenden Hasen Fersengeld gibt.
Im Königreich der Eulen
Ein Stück weiter kommt uns eine tiefentspannte Wildkatze entgegen - sozusagen ein Schrumpflöwe 😄 . Sie ist direkt neben unserem Auto auf Futtersuche. Das sind zwei, drei Minuten reinstes Sichtungsglück für uns, bevor auch sie im Gebüsch verschwindet.
Wann immer danach noch Augen im Gehölz leuchten, sind es meist die Springhasen. Außer ihnen bereichern lediglich noch zwei Steinböckchen unser nächtliches Sichtungsglück sowie viele Eulen. Die sitzen vor allem am Boden und warten darauf, dass ihnen ein Mäuse-Sandwich serviert wird. Überall sitzen sie: vor, hinter, neben uns und auf den Bäumen. Es sind viele. Wirklich viele. Wir befinden uns ganz offensichtlich im Königreich der Eulen.
Alles in allem können wir zumindest den Känguru-Hasen als Erstsichtung verbuchen – und die Wildkatze sowie den Löffelhund als Tiere, die wir nur sehr selten zu Gesicht bekommen. Und wenn man es ganz genau nimmt, haben wir auf diesem Drive zwar keinen Riss, aber immerhin eine Verfolgungsjagd gesehen 😄 .
Schlafmützensolidarität
Gegen halb zehn sind wir zurück und sehen in unserem Chalet zu, dass wir wieder auf die Körpertemperatur eines lebenden Wesens kommen. Uwe ist eindeutig noch nicht fit. Zwar hätten wir morgen früh vor unserer Weiterreise noch reichlich Zeit für einen Drive und würden vielleicht noch einmal die Löwen finden, aber Uwe ist doch noch sichtlich angeschlagen. In dem Fall darf er sich morgen eine extra Mütze Schlaf gönnen.
In mir kommt durchaus kurz der Gedanke auf, für morgen früh einfach einen Drive ohne Uwe zu buchen. Aber ganz ehrlich: Mit meinem nicht vorhandenen Orientierungssinn gehe ich womöglich noch zwischen Chalet und Rezeption verloren. „Ehefrau verschollen in der Kalahari“ – ich weiß nicht, ob ich das Uwe wirklich antun will. Nein, diesen Verlust möchte ich ihm doch nicht zumuten, dafür bin ich vieeel zu solidarisch.
Melanie1982723 Beiträge · seit 202319. Apr. 2026 ·
Liebe Silvia,
wie beneide ich euch um diese Löwen-Cubs-Sichtung!! Immer, wenn ich meinem Mann Bilder aus einem Reisebericht zeige, auf denen mehr als 2 Löwen zu sehen sind, sagt er: "Wieso haben wir dieses Glück eigentlich nicht?" Wobei wir ja auch schon tolle Sichtungen hatten. Aber die der anderen sind natürlich immer noch besser 😄 und so sehr gesegnet waren wir bisher mit Löwen auch noch nicht. Da hoffen wir schon auf den KTP nächstes Jahr. Und ich kann deine Gedanken so sehr nachvollziehen, wenn man fährt und fährt und denkt, das gibt's einfach nicht, irgendwo müssen die Tiere doch sein!
Wir haben ja im Urlaub auch immer eine ich nenne sie mal liebevoll "Schnarchnase" dabei 😎 allerdings ist es bei uns die größere der beiden Mädels. Wir anderen 3 stehen normalerweise auch nicht zeitig auf, aber in Afrika ist das absolut kein Problem. Vorallem, wenn man einen Morning Drive machen will. Unser Plan für den KTP ist, dass wir zu zweit oder auch zu dritt losfahren und Nummer 4 dann wecken, wenn wir zurückkommen. Ja, so muss man immer ein bisschen Kompromisse machen, man ist halt nicht alleine unterwegs. Aber wenn man dann wie Uwe auch noch angeschlagen ist, hat er sich einfach mal eine Pause verdient, der Ärmste. Ich hoffe, dass er nach dem Night Drive nicht noch mehr flachgelegen ist.
solitaire1’986 Beiträge · seit 201119. Apr. 2026 ·
Wir waren vom 9. bis 10. Februar die erste Nacht in Twee Rivieren und vom 16. auf 17. Februar die zweite Nacht. Während unserer Zeit hat es fast nur nachts geregnet, tagsüber gab es nur sehr wenige kurze Schauer. Liebe Grüße, Silvia
Ja, ich war davor. Ich war vom 2. bis 10. im KTP, Twee Rivieren ganz am Anfang. Deine Fotos zeigen mir dann, wie sich alles verändert hat. Bin schon neugierig. Im Jänner war ich auch schon, das kommt jetzt dann in meinem Bericht. Für mich war es faszinierend, wie sich innerhalt dieser drei Wochen (also Jänner und dann Februar) der Park verändert hat.
Liebe Grüße Margit
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202322. Apr. 2026 ·
Melanie1982 schrieb:Liebe Silvia,
wie beneide ich euch um diese Löwen-Cubs-Sichtung!! ... Da hoffen wir schon auf den KTP nächstes Jahr.
...Wir haben ja im Urlaub auch immer eine ich nenne sie mal liebevoll "Schnarchnase" dabei ...
Liebe Melanie, jetzt wo ich die Fotos alle durchgehe, meine Tagebuchnotizen lese und die Reise verarbeite, würde ich alles ein bisschen weniger enttäuscht bewerten. So wenige Tiere haben wir gar nicht gesehen - beim Durchsehen der Fotos fällt mir sogar auf, dass ich mich an einzelne Löwensichtungen gar nicht mehr erinnern kann. Aber die Fotos mit Datum belegen es 😄
Man sieht in den Reiseberichten immer so viele unglaubliche Raubtier-Portraits, aber Niemandem werden die Tiere in Dauerschleife präsentiert. Alle fahren manchmal stundenlang oder sogar tagelang rum, ohne großen Raubtiererfolg und dann ist auch nicht jede Löwensichtung die auf den Fotos so nah aussieht, wirklich so nah gewesen. Mit dem Tele kannst du ja die Tiere auf große Entfernung, wenn du sie mit bloßem Auge schon kaum mehr erkennen kannst, so nah ran zoomen, dass du meinst, die sitzen dem Fotografen vor der Nase. Das alles ist zumindest denen, die ohne das große Geschütz unterwegs sind, nicht immer so bewusst, weshalb das Gefühl entsteht: Nur andere haben die tollen Sichtungen.
Mein größter Fehler war und sind immer wieder die zu hohen Erwartungen. Wir hatten später noch so viele tolle Erlebnisse und Entdeckungen, die wir nicht erwartet haben. Die haben uns doppelt so glücklich gemacht.
Und was die Schnarchnase betrifft: Die kann man getrost schlafen lassen, wenn sie nicht der Fahrer ist 🙂 Für mich braucht es also eine andere Lösung. Aber die wird sich finden.
Wann geht es denn für euch in den KTP? Der Februar ist ja nun auch nicht der Monat in dem man nur am Wasserloch warten muss. Vielleicht habt ihr eine bessere Sichtungszeit gewählt. Für mich ist halt Wärme wichtig und deshalb gibt es für uns nur die Green Saison mit dem Nachteil die Tiere weniger und schwerer zu finden.
Melanie, ich freu mich, dass du noch mit liest und dass du dich immer mal zu Wort meldest. Sonst hat man gar nicht so das Gespür dafür, ob der Bericht noch gelesen wird.
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202322. Apr. 2026 ·
solitaire schrieb:Wir waren vom 9. bis 10. Februar die erste Nacht in Twee Rivieren und vom 16. auf 17. Februar die zweite Nacht. Während unserer Zeit hat es fast nur nachts geregnet, tagsüber gab es nur sehr wenige kurze Schauer. Liebe Grüße, Silvia
Ja, ich war davor. Ich war vom 2. bis 10. im KTP, Twee Rivieren ganz am Anfang. Deine Fotos zeigen mir dann, wie sich alles verändert hat. Bin schon neugierig. Im Jänner war ich auch schon, das kommt jetzt dann in meinem Bericht. Für mich war es faszinierend, wie sich innerhalt dieser drei Wochen (also Jänner und dann Februar) der Park verändert hat.
Liebe Grüße Margit
Liebe Margit, wir waren schon überrascht, als wir die großen Pfützen quasi über Nacht gesehen haben. Auf vielen meiner Fotos sieht der Himmel stark bewölkt aus, aber es war immer trocken wenn wir unterwegs waren. Wir hatten auf der ganzen Reise das Gefühl, dass wir mit dem trockenen Wetter gereist sind und uns der Regen nicht hinterher kam 😄
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202322. Apr. 2026 ·
Sonntag 16.Februar
Eulen-Drama
Ich wache mit den ersten Vogelstimmen auf, schleiche mich in die Küche, koche mir einen Kaffee und setze mich im Schlafi raus auf die Terrasse. Es ist noch ziemlich Dunkel, aber die ersten Sonnenstrahlen lassen nicht mehr lange auf sich warten. Der Sonnenaufgang taucht das Land in wunderschönes Licht. Ehrfürchtig und tief beschenkt ziehen die Bilder des gestrigen Tages an meinem inneren Auge vorbei – ich bin einfach nur dankbar.
Irgendwann ist auch Uwe wach und gesellt sich zu mir. Wir frühstücken im schönsten Morgenlicht. Unser Zeugs ist schnell zusammengepackt und im Auto verfrachtet. Die heutige Etappe nach Bitterpan ist ja fast nur ein Katzensprung. Das bedeutet, wir können ganz nach dem Motto „Hakuna Matata“ in den Tag starten. Diese Gemütlichkeit schreit förmlich danach, Uwe noch die Uhu-Plüschtiere zu zeigen – ich möchte sie auch gerne noch einmal sehen.
Wir schlendern also zum Owl-Village und steuern zielstrebig den Baum an, der mit dem „Tatort-Absperrband“ gesichert ist. Da sitzt er, der Wonneproppen, und schaut uns an. So ein süßes Kerlchen! Aber wo ist das zweite? Da sitzt nur noch eins im Nest! Mein Kopfkino startet sofort: Hat sich etwa der Schakal den Kleinen geholt? Das Nest befindet sich ja gerade mal einen Meter über dem Boden. Mir zieht es das Herz zusammen. Es tut mir so unendlich leid. Ich ärgere mich über die Elterntiere: Warum in aller Welt bauen die ihr Nest so tief, dass die Brut den Fleischfressern förmlich auf dem Silbertablett serviert wird? Haben sie keine Lust auf Kindererziehung?
Mit schwerem Herzen umrunden wir den Baum, um nach den Alten zu sehen. Wir schauen nach oben – und – ich glaub`s ja nicht: da hockt es! Etwa einen Meter über unseren Köpfen starrt uns das vermisste „Kuscheltier“ munter an. Was für eine Freude! Echt jetzt, der KTP verpasst meinen Gefühlen an jedem einzelnen Tag eine 60-Grad-Wäsche inklusive Dauer-Schleudergang!
Ciao Owl-valley und Löwenparadies
Es ist halb zehn. Wir verabschieden uns von Nossob und rollen durch das Bitterpan-Tor. Vor uns entfaltet sich eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Die Sandpiste leuchtet im satten, typischen Kalahari-Rot. Der Ritt über die Dünen kann beginnen. Besonders schön finde ich die Aussicht, dass uns hier kein Fahrzeug entgegenkommen wird und uns auch von hinten keines auf die Pelle rückt.
Abschiedskomitee
In einer Akazie sitzt ein Gelbbauchgirlitz oder zumindest ein very gelber Vogel😊 und sein Nachbar in schwarzer Feder-Robe könnte ein Trauerdrongo sein.
Foto nix gut!
Wir sind noch keine zehn Minuten auf der Piste, begegnen wir einem ziemlich neugierigen und taffen Schakal, der erst stehen bleibt und dann sogar ein Stück auf uns zukommt. Vielleicht versucht heute der Bruder unseres gestrigen Besuchers, uns ein Abschiedssandwich abzuschwatzen?
Die Kalahari legt noch eine Schippe drauf: keinen Kilometer weiter streift ein junger Kudu Bulle durch die Pampa. Seinen noch recht kurzen Hörnern nach zu urteilen, ist er wohl noch ein Teeny. Aber echt kein Pickelgesicht, sondern die pure Ästhetik auf vier Beinen. Mit seinem wunderschönen Körperbau und diesen Ohrwatscheln zum Verlieben ist er ein echtes schöpferisches Kunstwerk.
Botanik-Wunder im roten Sand
Auch botanisch hat die Wüste echt was drauf. Neben den üblichen Hülsenfrucht-Pflanzen entdecke ich ein kurzes Liliengewächs – und zwar kein zartes Blümelein, das mit zwei Tropfen Wasser im Jahr klarkommen muss, sondern eine kräftige, fleischige Pflanze mit trompetenförmigen Blüten wie frisch aus der Gärtnerei. Wie ist es nur möglich, dass so ein üppiges Gewächs in diesem trockenen Wüstenklima so gedeihen kann? Ich bin maximal begeistert. Mit so einer Pflanze habe ich hier nicht im Geringsten gerechnet.
Ansonsten tuckern wir gemütlich an klassischen Akazien und eher kleinen Kameldornbäumen vorbei, während hier und da mal ein bunter Bodendecker meine Aufmerksamkeit fordert. Oder auch mal eine Horngurke
Kalahari-Idylle pur
Überhaupt gleicht diese Fahrt einer Postkarten-Idylle: Der tiefrote Sandweg bildet den perfekten Kontrast zum strahlend blauen Himmel, an dem dekorative Wattebausch-Wölkchen hängen. Landschaftlich ist das Naturgenuss pur. Das Sahnehäubchen liefern schließlich zwei Steinböckchen, die für ein kurzes Fotoshooting posieren, bevor sie wieder im üppigen Wildwuchs verschwinden.
Bitterpan - mitten im Nirgendwo
Nach der staubigen Anreise liegt sie vor uns: die Bitterpan-Siedlung. Vier Chalets, eine Gemeinschaftsküche und die Residenz des Campwarts – ein exklusiver Club mitten im Nirgendwo. Claudius, Verwalter der Nachtlagerparzellen, weißt uns Gemach Nr. 3 zu.
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202322. Apr. 2026 ·
Erster Eindruck:
Grandioser Blick aufs Wasserloch und die dahinterliegende Salzpfanne.
Das Zimmer selbst? Das reinste Raumwunder auf 9 qm! Zwei schmale Betten, dahinter eine kleine Ablagefläche und gerade genug Platz für die Siebenmeilenstiefel und ein Köfferchen mit dem Nötigsten für zwei Tage. Zugegeben – mit Yoga im Zimmer wird es schwierig, es sei denn, man beherrscht den „sterbenden Schwan“ auf der Bettkante.
Aber das Zimmer hat ja noch die Balkonerweiterung – das sind noch mal großzügige 3 qm. Wer braucht schon mehr, sofern er nicht vorhat, auf seinem Balkon zu joggen? Für zwei Stühle reicht der Platz locker. Ein paar Stufen runter und du stehst in deiner privaten Braai-Area. Mein Fazit: Kompakt, schnuckelig, effizient.
Sollte jemand für ein Fünf-Gänge-Menü mehr Töpfe und Flammen benötigen, steht eine gut ausgestattete Gemeinschaftsküche zur Verfügung. Jede Wohneinheit hat dort einen eigenen Kühlschrank mit Gefrierkombination, und am langen Tisch finden alle Gäste gleichzeitig Platz.
Ein Badezimmer gibt es auch: Man muss nicht „auf dem Bengel“ sitzen, wenn die Verdauung zum Schlussakt aufruft, und man muss sich auch nicht am Wasserloch waschen. Nur aus dem Zimmer raus, zwei Schritte über den Steg und du stehst in deinem Busch-Paradies-Wellness-Tempel. Der hat alles, was man braucht: Waschbecken, Schleudersitz und Dusche – was will man mehr? Verlaufen werde ich mich hier nicht. Schlafanzug und Zahnbürste finden schnell ihren Platz.
Genauso schnell nähert sich unser Körper bei den 38 Grad, die heute in Bitterpan regieren, der Kernschmelze. Auf der Terrasse findet im Moment nur ein Stuhl Schatten, und so sitzen wir abwechselnd in der Heißluftfritteuse. Da hilft wieder nur das nasse Handtuch, aber es zischt nur kurz und ist sofort wieder trocken. So überleben wir diesen Tag wahrscheinlich nicht – wir fühlen uns wie zwei gedünstete Forellen. Unsere Überlebensstrategie: Ab ins klimatisierte Auto! Nach kurzer Rücksprache mit Claudius dürfen wir bis zum Wasserloch Moravet fahren.
Erfrischungsfahrt
Wir erwarten auf dieser Tour keine besonderen Tiersichtungen, sondern hoffen auf schöne Dünenlandschaften – und diesbezüglich werden wir nicht enttäuscht. Doch die Kalahari meint es gut mit uns: Überraschenderweise begegnen uns einige Steinböckchen, Oryxe und Strauße, die die Hitze offenbar besser wegstecken als wir. Wir genießen das Fahren im tiefen Sand und über die Dünenkämme. Dabei sind wir so entschleunigt unterwegs, dass man meinen könnte, wir wären mit Rückwärtsgang unterwegs.
Küchen-Chaos
Wieder zurück im Camp, bereiten wir uns auf das Abendessen vor. Auf unserer Speisekarte steht heute minimalistisch: Salat und geröstetes Brot. Wir halten uns für genial und denken: Wenn wir schon um fünf unser Abendbrot richten, umgehen wir den großen Küchenstau. Claudius hat uns erzählt, dass alle Zimmer belegt sind. Gleichzeitiges Kochen läuft hier zwangsläufig auf Tuchfühlung und intensiven Körperkontakt hinaus– Nein danke!
Ich nehme also Kurs auf die Küche und stelle fest: Alle anderen hatten exakt denselben Gedanken. In der Gemeinschaftsküche herrscht ein Stau wie zum Ferienbeginn im Gotthardtunnel. Dumm gelaufen.
Zu meinem Ärger beansprucht ein Paar sämtliche Töpfe, Pfannen und Schneidebretter sowie den Großteil der Arbeitsfläche für sich. Und wer nun denkt, wir müssten für unser Salätchen nur warten, bis sie mit dem Kochen fertig sind – weit gefehlt! Die Herrschaften servieren ihr Festmahl direkt in den Töpfen und Pfannen auf dem Gemeinschaftstisch.
Da wir keine Lust haben, erst nach deren Verdauungsschläfchen an eine Pfanne zu kommen, essen wir unser Brot eben ungeröstet. Also echt – mit so viel kulinarischer Ignoranz mitten in der Wildnis habe ich nicht gerechnet.
Wir überleben es aber. Zwei der drei anderen Paare kennen wir bereits aus Nossob. Unser Wiedersehen führt dann sogar trotz meiner anfänglichen Konsternation zu einem netten Gespräch am Tisch. So wird aus dem „Küchen-Krieg“ am Ende doch noch ein geselliges Miteinander unter Gleichgesinnten.
Verschmähtes Gammelfleisch
Der Sonnenuntergang ist so magisch, dass mein Gehirn kurzzeitig in den Stand-by-Modus schaltet. Ich denke überhaupt nicht daran, dass ich in einem Wilderness Camp bin, und marschiere ein Stück um die Pfanne, weil ich Fotos machen möchte. Erst als der Auslöser klickt, dämmert es mir: Wie dumm kann man eigentlich sein? Ich stehe hier quasi als „Snack-to-go“ mitten in der Arena. Ich hab mal gelesen, eine Hyäne kann ein Festmahl bis auf 10 km riechen. Wow, da war wohl tatsächlich keine unterwegs, denn 61 Jahre altes Gammelfleisch hätte sie durchaus anziehen können. Glück gehabt! Nachdem sich mein Verstand zurückgemeldet hat, bringe ich mich sofort wieder in Sicherheit.
Neun Quadratmeter, aber endlose Weite
Zurück in unserem 9-qm-Traumfänger-Häuschen setze ich mich zu Uwe auf die Terrasse. Die Hitze verzieht sich endlich, und es wird angenehm kühl. Wir beobachten ein paar Täubchen und hören den Geckos beim regen Nachbarschaftsplausch zu. Schließlich landet noch eine Eule im Baum am Wasserloch und sagt uns Gute Nacht. Jetzt wird es gänzlich dunkel, und Abermillionen Sterne funkeln um die Wette. Was für ein Traum!
Doch mein Hyänen-Sichtungs-Wunsch dominiert wieder mein Gehirn. Ich will diesen Park nicht verlassen, ohne eine gesehen zu haben! Während Uwe es vorzieht, sich „aufs Ohr zu hauen“, starte ich meine Mission Nachtwache. Das Wasserloch ist so nah, dass ich sie – sollte eine kommen – vielleicht sogar fotografieren könnte.
Ich sitze … und warte … und warte. Das Einzige, was ich sehe, ist das Spotlight unserer Nachbarn, die ebenfalls vorhaben, die Nacht durchzumachen. Sie haben erzählt, dass sie hier mal eine unglaubliche Leoparden-Sichtung hatten. Das motiviert! Aber ich unterschätze immer wieder, wie schwer es ist, wach zu bleiben, wenn um mich herum alles still und dunkel ist. Die Müdigkeit schlägt gnadenlos zu. Das ist vielleicht eine Quälerei! Irgendwann muss ich kapitulieren. Ich muss schlafen, nur ein bisschen. Vorsichtshalber stelle ich mir den Wecker auf 3 Uhr.
Irgendwann höre ich das vertraute Bellen der nächtlichen Krawallos. Jetzt habe ich die Chance zu erkennen, welche Spezies sich hier immer so zankt! Ich stehe auf – Brrrr, ist das kalt geworden! Meine Winterjacke liegt natürlich im Auto. In meiner Not wickle ich mir das Bettlaken um wie eine römische Toga. Dank des kurzen Weges in unserem Zimmer reicht ein Stolperer, und ich stehe draußen auf dem Balkon.
Ahhh ja, wie vermutet: Es sind Schakale. Zwei, drei Tiere. Sie kommen und gehen. Ich halte als frierendes Bettlaken-Gespenst die Stellung, aber nicht lange, bis mich die Müdigkeit wieder überwältigt. Ich schaffe es weder wach zu bleiben noch vernünftig zu schlafen – ich könnte ja was verpassen! In mehreren Intervallen sitze, friere und warte ich oder schlafe ein halbes Stündchen.
Das Durchhaltevermögen unserer Nachbarn ist unglaublich. Wann immer ich draußen bin, sehe ich ihr Spotlight. Ich sitze wieder da und sehe nichts als den Baum und das Wasserloch.
Wisst ihr was? Mir reichts: Es ist mir sowas von Scheiß egal, wer oder was sich heute Nacht noch hier blicken lässt. Ich will nur noch schlafen und hau mich augenblicklich ins Bett. Durchgefroren wie ich bin, dauert es eine Weile, bis ich meine Hyänen endlich sehe: Zwar nur im Traum, aber dort sind sie wenigstens scharfgestellt.
solitaire1’986 Beiträge · seit 201122. Apr. 2026 ·
Hi Silvia, ich habe bei meinen beiden Aufenthalten im Park (Anfang Jänner und Anfang Februar) auch vergeblich nach Hyänen gesucht. Bisher hatte ich immer Tüpfel- und Braune Hyäne, diesmal keine Spur. Ich war allerdings noch nie um diese Jahreszeit.
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Melanie1982723 Beiträge · seit 202322. Apr. 2026 ·
Nacho schrieb:
Melanie1982 schrieb:
Liebe Melanie, jetzt wo ich die Fotos alle durchgehe, meine Tagebuchnotizen lese und die Reise verarbeite, würde ich alles ein bisschen weniger enttäuscht bewerten. So wenige Tiere haben wir gar nicht gesehen - beim Durchsehen der Fotos fällt mir sogar auf, dass ich mich an einzelne Löwensichtungen gar nicht mehr erinnern kann. Aber die Fotos mit Datum belegen es 😄
Man sieht in den Reiseberichten immer so viele unglaubliche Raubtier-Portraits, aber Niemandem werden die Tiere in Dauerschleife präsentiert. Alle fahren manchmal stundenlang oder sogar tagelang rum, ohne großen Raubtiererfolg und dann ist auch nicht jede Löwensichtung die auf den Fotos so nah aussieht, wirklich so nah gewesen. Mit dem Tele kannst du ja die Tiere auf große Entfernung, wenn du sie mit bloßem Auge schon kaum mehr erkennen kannst, so nah ran zoomen, dass du meinst, die sitzen dem Fotografen vor der Nase. Das alles ist zumindest denen, die ohne das große Geschütz unterwegs sind, nicht immer so bewusst, weshalb das Gefühl entsteht: Nur andere haben die tollen Sichtungen.
Mein größter Fehler war und sind immer wieder die zu hohen Erwartungen. Wir hatten später noch so viele tolle Erlebnisse und Entdeckungen, die wir nicht erwartet haben. Die haben uns doppelt so glücklich gemacht.
Und was die Schnarchnase betrifft: Die kann man getrost schlafen lassen, wenn sie nicht der Fahrer ist 🙂 Für mich braucht es also eine andere Lösung. Aber die wird sich finden.
Wann geht es denn für euch in den KTP? Der Februar ist ja nun auch nicht der Monat in dem man nur am Wasserloch warten muss. Vielleicht habt ihr eine bessere Sichtungszeit gewählt. Für mich ist halt Wärme wichtig und deshalb gibt es für uns nur die Green Saison mit dem Nachteil die Tiere weniger und schwerer zu finden.
Melanie, ich freu mich, dass du noch mit liest und dass du dich immer mal zu Wort meldest. Sonst hat man gar nicht so das Gespür dafür, ob der Bericht noch gelesen wird.
Liebe Grüßle, Silvia
Hallo Silvia,
wir fahren in den Osterferien, also Ende 2027, in den KTP. Allerdings haben wir uns jetzt auf "nur" 4 Nächste geeinigt. Ist also eher ein Hineinschnuppern. Aber bei nur 2 Wochen Ferien und verschiedenen anderen Wünschen mussten wir ein bisschen hin- und herplanen. Heute Nacht konnte ich dann endlich die Unterkünfte buchen - ich war mir sooo sicher, dass ich in Nossob ein Riverfront-Chalet bekomme. Tja, jetzt bin ich froh, dass ich überhaupt die 4 Nächte abdecken konnte. Nicht mal in TR habe ich 2 Nächte am Stück für meinen Zeitraum bekommen... zuerst hatte ich 4 verschiedene Unterkünfte in 3 Camps, inzwischen konnte ich die Buchungen nochmal anpassen. Aber Nossob fehlt mir noch. Von den Wilderness Camps ist aktuell sogar in Bitterpan was frei (wir brauchen ja 2 davon), deshalb kam dein Bericht jetzt gerade ganz recht 🙂 Bin allerdings noch sehr unschlüssig, ob Bitterpan was für uns sein könnte. Oder ob ich einfach mal abwarte, was die nächsten Tage, Wochen und Monate noch so frei wird. Bin auf dein Fazit zu Bitterpan gespannt bzw welches Camp du generell wieder buchen würdest und welches eher nicht.
Liebe Silvia, Bitterpan ist einfach immer wieder ein Traum! Wir waren letztes Jahr Anfang Februar da und es war unser absolutes Highlight. 🤩 Wir hatten drei Löwenbrüder zum abendlichen Braii quasi auf der Terrasse und zum Frühstück eine Brown Hyena am Zaun. 😁 Das Problem mit der Hitze in der Sonne auf der Terrasse haben wir so gelöst, dass wir unsere Reisewäscheleine zwischen zwei Pfosten gespannt haben und einen Pareo daran aufgehängt haben. Sah ungewöhlich aus, aber wir hatten Schatten.
Seit ich deinen Bericht gelesen habe, ist die Sehnsucht nach dem KTP wieder richtig groß geworden. Mal schauen, vielleicht nächstes Jahr in den Sommerferien als Solotrip ...
Liebe Grüße Kirsten
solitaire1’986 Beiträge · seit 201122. Apr. 2026 ·
Liebe Silvia, ich bin ja bekennende Schlafmütze, stehe jeden Tag bei Sonnenaufgang auf und schaffe es daher auch nicht, die halbe Nacht wach zu bleiben. Wer weiß, was ich da schon alles versäumt habe. Aber wenn die Tage so aufregend sind, geht einfach in der Nacht nichts mehr. (Achtung: Spoiler - ich bin in meinem Bericht noch nicht so weit 😗 ) Auf der letzten Reise haben mich keifende Schakale in Kieliekrankie geweckt, ich habe mich über sie geärgert, bin schlaftrunken auf die Terrasse und wollte sie verjagen. Als ich zum Wasserloch blickte, war dort ein Leopard. Es war 0.40 Uhr. Ohne die Schakale hätten da Horden von Leoparden trinken können, ohne dass ich sie bemerkt hätte 😄 . Was ich damit sagen will: Es hat alles seine Zeit und manchmal muss man einfach auch Glück. Ich habe "meinen" ersten Leoparden erst auf meiner 6. Reise gesehen, meine Nichte schon auf ihrer 1.
www.margit-noehrer.com
FB und Insta: reisende.autorin
Buch: Der glühende Atem der Wüste
Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Hallo Silvia, dafür, dass Du nur mit dem Handy fotografierst hast du aber tolle Bilder. Man braucht für gute Bilder eben auch ein Gespür und Auge und ein entsprechendes Motiv. Liebe Grüße Andrea
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202323. Apr. 2026 ·
solitaire schrieb:Hi Silvia, ich habe bei meinen beiden Aufenthalten im Park (Anfang Jänner und Anfang Februar) auch vergeblich nach Hyänen gesucht. Bisher hatte ich immer Tüpfel- und Braune Hyäne, diesmal keine Spur. Ich war allerdings noch nie um diese Jahreszeit.
Liebe Margit, ich denke, es gibt Monate mit besseren Sichtungs-Chancen als den Januar/Februar. Das war uns bei der Buchung auch klar. Wenn man aber dann real stundenlang durch den Park fährt, sind Traum und Wirklichkeit halt doch zwei paar Schuh 😄 Aber eine Streifenmaus die in der Unterkunft aus ihrem Apartment kommt, ist auch eine besondere Sichtung 😄 Wie heißt es so schön: Wer immer nur nach dem großen Glück Ausschau hält, übersieht das kleine was er direkt vor der Nase hat...oder so ähnlich.
Liebe Grüße, auf das wir heute unser kleines Glück nicht übersehen 😄 , Silvia
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202323. Apr. 2026 ·
Hallo Silvia,
wir fahren in den Osterferien, also Ende 2027, in den KTP. Allerdings haben wir uns jetzt auf "nur" 4 Nächste geeinigt. Ist also eher ein Hineinschnuppern. Aber bei nur 2 Wochen Ferien und verschiedenen anderen Wünschen mussten wir ein bisschen hin- und herplanen. Heute Nacht konnte ich dann endlich die Unterkünfte buchen - ich war mir sooo sicher, dass ich in Nossob ein Riverfront-Chalet bekomme. Tja, jetzt bin ich froh, dass ich überhaupt die 4 Nächte abdecken konnte. Nicht mal in TR habe ich 2 Nächte am Stück für meinen Zeitraum bekommen... zuerst hatte ich 4 verschiedene Unterkünfte in 3 Camps, inzwischen konnte ich die Buchungen nochmal anpassen. Aber Nossob fehlt mir noch. Von den Wilderness Camps ist aktuell sogar in Bitterpan was frei (wir brauchen ja 2 davon), deshalb kam dein Bericht jetzt gerade ganz recht 🙂 Bin allerdings noch sehr unschlüssig, ob Bitterpan was für uns sein könnte. Oder ob ich einfach mal abwarte, was die nächsten Tage, Wochen und Monate noch so frei wird. Bin auf dein Fazit zu Bitterpan gespannt bzw welches Camp du generell wieder buchen würdest und welches eher nicht.
Lg, Melanie
Liebe Melanie, bis Ostern ist es ja noch ein bisschen hin – wenn du am Ball bleibst, klappt das bestimmt noch mit einem der River Chalets in Nossob!
Was meine Camp-Empfehlungen angeht: Eine wirkliche Priorisierung ist schwierig, weil das Sichtungsglück ständig wandert. Aber hier ist ein kleiner Überblick, was uns wo besonders gut gefallen hat:
Twee Rivieren: Hier hat uns die Fahrt ins Nossob-Tal landschaftlich wahnsinnig gut gefallen. Durch den tollen Weitblick konnten wir dort eine Geparden-Mama mit ihren drei Halbwüchsigen beobachten. Im Camp selbst hatten wir Chalet Nr. 2 – das liegt super und wir bekamen dort Besuch von Mangusten.
Nossob: Der Blick auf den Fluss ist einfach herrlich. Wir hatten dort das große Glück, Löwen zu sehen.
Urikaruus: Die Unterkunft ist ein absoluter Traum! Der Hitzestau in den Hütten war nur mit nassem Handtuch auszuhalten aber die Atmosphäre entschädigt für alles. Unser Chalet hatte allerdings nur 2 Betten und da wäre kein Platz für mehr Zustellbetten gewesen. Zwei Chalets wirst du vermutlich nicht zeitgleich bekommen.
Bitterpan: Das ist eher was für die Seele – eine traumhafte Dünenlandschaft. Wenn du nicht gerade wegen der speziellen Dünenfahrt dorthin willst, würde ich es für den ersten KTP-Besuch bei nur vier Tagen nicht unbedingt als erste Empfehlung nennen. Es ist dort eher ruhig, auch wenn manche das Glück hatten, dass die Löwen fast schon mit am Tisch saßen.
Kalahari-Tented-Camp: wunderschöner Blick aufs Flusstal. Fahrt eigentlich nur in eine Richtung möglich, insofern nicht so abwechslungsreich.
Melanie, bei vier Tagen würde ich persönlich möglichst zwei Tage in einem Camp bleiben und die Fahrtzeiten für die Rückfahrt im Blick behalten. Du musst um 10.00 Uhr auschecken und zur nächsten Unterkunft sind es vielleicht nur ein oder zwei Stunden Fahrt. Dann musst du stundenlang im Park rumfahren, wenn das Licht nicht schön ist, bevor du wieder einchecken kannst.
Mit den Unterkünften wird sich ganz bestimmt noch was bewegen. Viel falsch machen kannst du nicht 😄 Liebe Grüße, Silvia
solitaire1’986 Beiträge · seit 201123. Apr. 2026 ·
"Wer immer nur nach dem großen Glück Ausschau hält, übersieht das kleine was er direkt vor der Nase hat...oder so ähnlich."
Hihi, ... das Kleine vor der Nase, oder besser gesagt .... das einem dauernd auf der Nase herumtanzt 😄 😎
Bei mir funktioniert übrigens die Zitier-Funktion leider nicht.
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NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202323. Apr. 2026 ·
Coralbay schrieb:Liebe Silvia, Seit ich deinen Bericht gelesen habe, ist die Sehnsucht nach dem KTP wieder richtig groß geworden. Mal schauen, vielleicht nächstes Jahr in den Sommerferien als Solotrip ...
Liebe Grüße Kirsten
Liebe Kirsten, vielen Dank für deinen Kommentar. Mensch, das ist unglaublich, dass euch die Löwen so auf die Pelle gerückt sind. Fantastisch...beneidenswert! Aber da bekomme ich direkt jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an meine Hirnlosigkeit denke als ich in der Abenddämmerung um die Pfanne gelaufen bin. Mal abgesehen, dass ich ein Tier im hohen Gras gar nicht gesehen hätte, hatte ich wirklich überhaupt nicht mehr daran gedacht wo ich war. Wahrscheinlich weil ich immer davon ausgegangen bin, dass ich dort keine Raubtiere sehen würde - außer vielleicht einer Hyäne in der Nacht. Ja, so unterschiedlich können die Erfahrungen sein und das bestätigt wieder wie viel Glück es braucht um zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.
Ich wünsche dir, dass du deinen Solotrip in den Sommerferien nächstes Jahr umsetzen kannst. Ich hätte auch schon wieder Lust die Koffer zu packen 🤩 Liebe Grüße und eine schöne restliche Woche, Silvia
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202323. Apr. 2026 ·
solitaire schrieb:Liebe Silvia, ich bin ja bekennende Schlafmütze, stehe jeden Tag bei Sonnenaufgang auf und schaffe es daher auch nicht, die halbe Nacht wach zu bleiben. Wer weiß, was ich da schon alles versäumt habe. Aber wenn die Tage so aufregend sind, geht einfach in der Nacht nichts mehr. (Achtung: Spoiler - ich bin in meinem Bericht noch nicht so weit 😗 ) Auf der letzten Reise haben mich keifende Schakale in Kieliekrankie geweckt, ich habe mich über sie geärgert, bin schlaftrunken auf die Terrasse und wollte sie verjagen. Als ich zum Wasserloch blickte, war dort ein Leopard. Es war 0.40 Uhr. Ohne die Schakale hätten da Horden von Leoparden trinken können, ohne dass ich sie bemerkt hätte 😄 . Was ich damit sagen will: Es hat alles seine Zeit und manchmal muss man einfach auch Glück. Ich habe "meinen" ersten Leoparden erst auf meiner 6. Reise gesehen, meine Nichte schon auf ihrer 1.
Liebe Margit, ich hoffe, du hast dich mit einem ordentlichen Steak bei den Schakalen bedankt 🤩 Was für eine Überraschung wenn man eigentlich nur die Krawallos verjagen möchte und dann einen Leo an der Saft Bar entdeckt. Ich beneide dich. Ja, das ist leider so: Alles hat seine Zeit und das Leben ist nicht immer gerecht. Dem einen sitzt der Löwe fast auf dem Schoß und der andere sieht ihn nur mit dem Fernglas. Für uns war es auch die vierte Afrika-Reise bis wir Löwen so hautnah gesehen haben. Leos noch keine, aber 2023 sahen wir in Karongwe, Hyänen mit Jungtieren sehr nah.
NachoThemenstarter1’070 Beiträge · seit 202323. Apr. 2026 ·
Secret schrieb:Hallo Silvia, dafür, dass Du nur mit dem Handy fotografierst hast du aber tolle Bilder. Man braucht für gute Bilder eben auch ein Gespür und Auge und ein entsprechendes Motiv. Liebe Grüße Andrea
Liebe Andrea, ich freue mich, dass du auch mit dabei bist und danke dir sehr für dein Lob bezüglich meiner Handyfotos. Leider sind wir oft nicht zur besten Licht-Zeit unterwegs. Es gibt nichts schöneres für mich, als das Morgenlicht. Das mag ich noch lieber als Sonnenuntergänge. Liebe Grüße, Silvia
solitaire1’986 Beiträge · seit 201123. Apr. 2026 ·
Die Schakale (ich mag sie ja nicht so gerne, weil sie mir beim Campen in Rooiputs meine Gewürzpackung gestohlen haben ((weil sie das Steak nicht erreichen konnten!!!)) sind übrigens oft verlässliche Anzeiger, dass etwas in der Nähe ist. Ich achte immer darauf, wie sie sich verhalten. Wenn sie nervös herumstreichen, ständig die Gegend scannen und vielleicht sogar ihr hohes "Gejammer" zu hören ist, ist meist eine große Katze in der Nähe. Das habe ich schon etliche Male erlebt, bevor dann ein Löwe oder ein Leopard auftauchte.
Schönen Tag 🌞
www.margit-noehrer.com
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