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pollux schrieb:Und die SWAPO nur 51 Sitze trotz offensichtlicher Unregelmäßigkeiten zulasten der Opposition. Ohne die vom Präsidenten ernannten 8 Sitze keine Mehrheit (51+8) von 104.Also Sorry. Du kannst nicht die 8 Sitze dazu rechnen oder rausnehmen, wie Du willst und dann behaupten, dass die SWAPO nicht mal mehr eine Mehrheit hat. Die Argumentation ist dann mathematisch kaputt. Ohne die 8 Sitze, die vom Präsidenten ernannt werden, hat das Parlament 96 Sitze. 51 Sitze sind mehr als die Hälfte (48) von 96. Und mit den 8 Sitzen kommt die SWAPO auf 59 Sitze, was auch deutlich mehr als die Hälfte (52) von 104 ist. Nach jeder validen Rechnung hat die SWAPO eine Mehrheit. Wenn ich es richtig im Kopf haben, dann haben die 8 vom Präsidenten ernannten Abgeordneten auch kein Stimmrecht, sondern sind vor allem dafür da, Minderheiten Gehör zu verschaffen.
eine Zuordnung der Stimme zum Wahlbezirk nicht mehr möglichwie meinst du das? Es ist ja registriert wo jemand seine Stimme abgegeben hat. Nur ist natürlich nicht nachvollziehbar für wen er gestimmt hat.
tacitus schrieb:Wenn nun, unabhängig vom Wohn- und Meldeort, überall im Land gewählt werden konnte, also generell auch außerhalb des persönlichen Wahlbezirks, ist (in einer geheimen Wahl) eine Zuordnung der Stimme zum Wahlbezirk nicht mehr möglich. Oder doch und wie, E-Voting oder was?Wenn sich was geändert hat, dann erzähle ich möglicherweise großen Quatsch und man korrigiere mich bitte, aber ansonsten wählt man in Namibia für die Nationalversammlung keine Direktkandidaten und die Parteien stellen keine einzelnen Listen für die 14 Regionen auf, sondern die Parteien stellen landesweite Listen auf. Dann gibt es je nach Wahlerfolg eine Quota an Sitzen und die Kandidaten ziehen gemäß Listenplatz in die Nationalversammlung ein oder nicht. Deshalb spielt es keine Rolle, wer wo im Land wählen geht.
aber ansonsten wählt man in Namibia für die Nationalversammlung keine Direktkandidaten und die Parteien stellen keine einzelnen Listen für die 14 Regionen auf, sondern die Parteien stellen landesweite Listen auf. Dann gibt es je nach Wahlerfolg eine Quota an Sitzen und die Kandidaten ziehen gemäß Listenplatz in die Nationalversammlung ein oder nicht. Deshalb spielt es keine Rolle, wer wo im Land wählen geht.genau so ist es. Die Parteien müssen vorher eien Liste mit 32 bis 96 Namen mitteilen. Die Sitze werden dann entsprechend der Reihenfolge an die Personen der Parteienlisten vergeben. In diesem Jahr haben etwa 11.000 Stimmen für einen vollen Sitz gereicht, die Überhangsstimmen haben dann dazu geführt, dass sogar die BCP mit nur etwa der Hälfte der Stimmen dennoch einen Sitz bekam.
travelNAMIBIA schrieb:Danke, dass du meine Frage nicht verstehst, ist auch schon die Antwort und Erklärung.eine Zuordnung der Stimme zum Wahlbezirk nicht mehr möglichwie meinst du das?......
Wenn es das in Namibia nicht gibt, ist es egal wo man wählt. Dann sind aber auch "regionale" Wahlergebnisse bedeutungslos beeinträchtigt.genau. Das hatte ich schon in Bezug auf die Wahlbeteiligung je Wahlkreise angedeutet (einige Posts zurück), dass diese Statistiken absolut nichtssagend sind.
ewbabmiz schrieb:Gern wird gelästert, wie doof die Leute sind, wenn sie immer noch SWAPO oder Zanu-PF wählen. Ich weiß nicht, vielleicht sind die Leute nicht so doof und haben durchschaut, dass die Opposition weitgehend eine Kopie der Regierung ist - minus deren Erfahrung, wie man ein Land regiert?GANZ GENAU mein Gedanke. Ich saß im Oktober beim Finanzamt neben einer jungen Frau, und wir unterhielten uns auch über die Wahlen. Sie war sehr unentschlossen, einfach deshalb, weil sie den starken Verdacht hegte, dass ein Regierungswechsel nicht zwingend eine Verbesserung bedeuten würde - und ob man dann nicht lieber bei den Übel bleibt, das man kennt. Sie sprach auch eben die Erfahrung an, die die Swapo inzwischen hat.
pollux schrieb:Wer sich etwas bzgl. Zimbabwe auskennt, weiß, dass es der ZANU gelungen ist, alle Inkarnationen der Opposition von MDC bis CCC zu unterwandern und von innen zu zerstören. Das hat wenig mit Inkompetenz zu tun.Das ist das, was die Opposition behauptet. Ich kann das nicht völlig ausschließen, finde es aber überhaupt nicht plausibel. Nelson Chamisa hat bei CCC selbst aktiv verhindert, dass die eine Satzung, normale Parteistrukturen, Mitgliederlisten usw. bekommt. Alles sollte sich offenbar auf die Person Chamisa konzentrieren. Wenn er dann genau darüber fällt, dass die Partei eben keine Satzung, keine Strukturen und keine Mitgliederlisten hat, dann lag es an der Zanu-PF? Es kann schon sein, dass die Zanu-PF oder andere MDC-Strömungen diese Fehler erkannt und dann ausgenutzt haben. Aber für diese Fehler, für die totale Fehlkonstruktion von CCC, dafür, dass er sich so angreifbar gemacht hat, ist doch trotzdem Chamisa selbst verantwortlich. Wenn man die Logik zu Ende führt, müsste dann Chamisa selbst das U-Boot der Zanu-PF sein. Das glaube ich eher nicht. Chamisa ist nur völlig unfähiger Egozentriker, wie die anderen Oppositionsführer auch.
makis schrieb:Sie war sehr unentschlossen, einfach deshalb, weil sie den starken Verdacht hegte, dass ein Regierungswechsel nicht zwingend eine Verbesserung bedeuten würde - und ob man dann nicht lieber bei den Übel bleibt, das man kennt.Ich bin alt genug, mich zu erinnern, dass es in Deutschland dafür mal ein Wort gab: Politikverdrossenheit.
So ging es nach meinem Eindruck den Bürgern bei dieser Wahl, und wer den ganzen Tag in der Schlange stand, nur um dann unverrichteter Dinge spät nachts nach hause geschickt zu werden, weil die Wahlzettel alle, oder die Urne voll sind, der verliert zu Recht den Glauben an die Demokratie.Interessant. Mein Eindruck ist genau gegensätzlich. Die Leute standen teilweise 14 Stunden in der Schlange und gaben ihre Stimme ab, weil ihn eben die Politik so wichtig ist. Das ist mMn eher das Gegenteil von Politikverdrossenheit. "Überall anders" wären die Leute nach ner Stunde wieder nach Hause gegangen. Hier nicht. Das war für mich ein sehr positiver Eindruck (mal abgesehen davon, dass natürlich niemand so lange zu Abgabe seiner Stimme warten sollte...)
travelNAMIBIA schrieb:Mein Eindruck ist genau gegensätzlich. Die Leute standen teilweise 14 Stunden in der Schlange und gaben ihre Stimme ab, weil ihn eben die Politik so wichtig ist. Das ist mMn eher das Gegenteil von Politikverdrossenheit.Bevor das ein Missverständnis wird: nicht die Leute, die da wählen gehen, sind Politikverdrossen, sondern die Leute, denen es schon egal ist, welche Partei oder welcher Präsident denn gewählt wird, und die gehen wahrscheinlich auch gar nicht erst wählen.