Kapitel 3: "Alliteration! Safari spontan, sieht Steffi in Swakopmund"Ach ist das herrrrlich! Warum kann nicht jeder Tag mit harmonischem Vogelgezwitscher beginnen! Trotz Summ-Mücke nach der Nachttoilette haben wir herrlich geschlafen und die aufgehende Sonne vom Bett aus beobachtet. Denn mit den ersten Sonnenstrahlen wurde es erst richtig warm und angenehm. Während also meine Reisebegleitung in aller Ruhe das Zelt abbaute und noch einige Sachen sortierte, tat ich das, was Löwen am liebsten tun. Faul in der Sonne rumliegen! =^.^=

Während dem Frühstück hatten wir dann auch sogleich Besuch von einigem Federgetier, welches sich ebenfalls hungrig um die zuvor verteilten Samenkörner versammelte.


Da wir heute noch einen weiten Weg von ca. 4-5 Stunden vor uns hatten, verweilten wir allerdings nicht allzu lange an diesem harmonischen Ort und verließen Harmonie in Richtung Swakopmund. Die C28 wurde im weiteren Verlauf immer schöner und wand sich über und um Hügel, Berg und Tal. Man hätte fast meinen können die Straße wurde nur für uns gemacht, denn es ist uns tatsächlich nur ein Viehtransporter an diesem Morgen entgegen gekommen.

An einer Stelle scheuchten wir zwei Adler von einem Roadkill auf, worauf sich der schwarze Löwe sogleich auf Fotojagd begab.

Kurz vor dem "Bosua Pass View" machten wir einen Snack-Stopp und genossen die grandiose Aussicht auf die sich vor uns ersteckende Landschaft und die blühenden Pflanzen.


Nach dem Pass passierten wir dann noch zwei bis drei Farmen, bevor wir in den Namib Naukluft National Park hineinfuhren. Fast nichts als Horizont, so weit das Auge reicht.

Als wir irgendwo mitten in der Wüste eine kleine Fotopause machten, kam uns die spontane Idee einen kurzen Abstecher bei Steffi, unsere Reiseagentin bei Namibia Click and Travel, zu machen und sie in ihrem Büro zu besuchen. Da es aber immerhin schon Freitag war, und wir uns nicht sicher waren, ob Steffi nicht vielleicht schon in einem verlängerten Wochenende war, wollten wir kurz anrufen und nachfragen, ob es ihr denn auch recht wäre. So weit so gut. Nur das mit dem Anrufen wurde ein Problem, da mein Privat-Reiseleiter zwar eine SIM-Karte besorgt hatte, aber für diese nur einen Internet-Daten-Voucher gekauft hat... Ich muss gestehen, dass mir danach leicht mulmig wurde, als mir allerlei Horrorszenarien durch den Kopf gingen, welche mit einem einfachen Telefonanruf nicht passieren könnten. Mein Privat-Chauffeur sah das aber natürlich ganz anders. Ein Löwe mit einem Auto, einer Straße und Verpflegung für mindestens 3 Tage bleibt da selbst bei 39°C Außentemperatur noch lange gechillt.
Ein gutes Stück vor Swakopmund wurde aus der Schotterpiste auch wieder eine Teerstraße. Und bei einem kurzen Stopp vor der Autobahn wurden wir sogar von einem Güterzug begrüßt. 🙂

Von hier war es nicht mehr weit bis zu Steffis Büro, welches wir nun ohne Vorankündigung und ganz spontan einfach mal anfuhren. Zu unserem Glück war Steffi anwesend, begrüßte uns herzlich und versorgte uns mit einem schön gekühlten Mineralwasser. Natürlich eroberte sie mit ihrer sehr sympathischen Art sofort mein Löwinnenherz und bekam sogleich einen Ehrenplatz in meinem imaginären Löwenrudel. Und zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie sehr wir ihre Hilfe noch würden gebrauchen müssen...

Allerdings war ich ihr auch schon an diesem Nachmittag überschwänglich dankbar für das Organisieren unserer Reise. Steffi versorgte uns auch sogleich mit wertvollen Tipps für unseren weiteren Tagesverlauf und organisierte uns auch einen weiteren MTC-Voucher zum Telefonieren bei einer ihrer netten Kolleginnen. Die Löwinnen von Namibia Click and Travel sind in meinen Augen wirklich die Besten!
Den Tipps von Steffi folgend, wurden erstmal beide 80l Dieseltanks in Swakopmund vollgetankt. Dabei haben die, ich nenne sie jetzt mal, Tankstopp-Dienstleister nicht schlecht geschaut, dass da eine Löwin hinter der Windschutzscheibe sitzt. Der arme Kerl der die Windschutzscheibe reinigen musste hat mir schon fast leidgetan, denn ich muss einen richtig hungrigen Eindruck gemacht haben. Denn Hunger hatte ich nach der langen Fahrt und den paar wenigen Snacks unterwegs. Zum Glück gab es für mich gleich genau das richtige Geschäft nebenan. =^.^=

Während ich auf meinen Chickenburger wartete und an den Nachbargeschäften vorbeistreifte, sprach uns ein Junge an und sagte, dass er Hunger habe. Ich weiß, dass man bettelten Kindern eigentlich nichts geben sollte. Aber ich konnte einfach nicht anders und versprach ihm, dass er meine Pommes haben könne. Ich glaube er hatte eher auf Geld gehofft aber bat an auf unser Auto aufzupassen. Auf die Frage hin, ob er denn überhaupt wisse, welches unser Auto wäre, deutete er ziemlich zielsicher auf unseren Camper. Und wenn man so durch die Reihe der parkenden Autos blickte, so war unser Wagen auch der Einzige mit Dachzelt. Wir waren wohl sofort als Touristen aufgeflogen.
Wir holten unser Burger-Menu bei "Hungry Lion" ab und gaben dem Jungen die Pommes. Sofort wurden wir von einem jungen und alten Mann um Geld angebettelt. Besser nichts wie weg hier!
Dem Linksverkehr folgend bogen wir um sechs Ecken und standen in der Dophin Street vor Veronikas B&B. Und sogleich kamen meinem Privat-Chauffeur heimelige Erinnerungen hoch. Natürlich konnte sich Hansjürgen weder an meine Tante noch an meinen Privat-Chauffeur erinnern. Dafür waren 10 Jahre einfach eine zu lange Zeit. Allerdings wusste Hansjürgen sofort, dass einer von uns schon einmal hier gewesen sein musste, da sonst anscheinend keiner gezielt nach dem "Löwenzimmer" frägt. Warum das bei uns wohl anders ist... 😉
Während mein Privat-Chauffeur unseren Camper im sicheren Hinterhof parkte und mit Hansjürgen eine Stromversorgung für unsere Kühlbox herstellte, nahm ich das gemütliche Zimmer in Beschlag.

Für das Abendessen hatten wir, auf Steffis Tipp, schon einen Platz im "Altstadt Restaurant" reserviert. Und als Hansjürgen davon hörte, empfahl er uns nach dem Abendessen unbedingt das Lagerfeuer an der Bar zu besuchen. Wir machten uns also zeitig auf den Weg. Wie typisch für Swakopmund, war es hier etwas diesig und nebelig.

Zuerst ein Stück an der Strandpromenade entlang und dann zum Superspar, Temponachschub besorgen. Seit dem Flug hatten unsere Vorräte doch sehr gelitten.
Den Weg durch die Stadt nutzen wir dann auch gleich für ein wenig Sightseeing und für Erinnerungsfotos.

Dabei waren wir auch nicht die Einzigen Fotografen. Kiano, ein einheimischer junger Mann, der auch Fotos für sein Musikprojekt machte, inspirierte uns zu diesem Motiv.

Leider mussten wir seine Einladung zum Museum ablehnen, da wir ja schon im "Altstadt Restaurant" reserviert hatten. Dieses war auch gleich um die Ecke und wir bekamen einen gemütlichen Platz im Innenraum. Ohne groß die Speisekarte zu studieren, bestellen wir ein Wildsteak mit Bratkartoffeln und Gemüseplatte. Denn wenn mein Privat-Reiseleiter 10 Jahre lang von etwas geschwärmt hat, dann war das von dem absolut leckeren Wildfleisch, welches man in Namibia bekommt. Und das Oryx-Steak, welches er vorgesetzt bekam, schmeckte absolut köstlich. Aber nicht nur das Steak, auch das mitbestellte Gemüse war eine Köstlichkeit sondergleichen! Zumindest sagt er das, denn ich kann mit Grünzeugs naturgemäß nicht viel anfangen.

Mit gefüllten Bäuchen begaben wir uns dann auch zum Lagerfeuer, wo wir mit einem großen Radler in der Hand und an interessanten Gesprächen beteiligten. Unter anderem unterhielten wir uns auch mit "Cowboy" einem einheimischen Deutsch-Namibianer aus der Stadt. Er bot uns und anderen Gästen an bei ihm auf Arbeit vorbeizukommen, wenn wir Wildfleisch haben möchten. Er habe nämlich fast einen ganzen Kühlraum voll Gnufleisch. Ich weiß nicht, ob er wirklich damit gerechnet hat, dass man nächsten Tag tatsächlich zwei hungrig aussehende Löwen bei ihm auf der Matte stehen würden. =^.^=
Da es mittlerweile natürlich schon dunkel war, ließen wir uns ein Taxi bestellen und fuhren zurück zu unserem Zimmer. Der Taxifahrer war nett. Aber warum musste mein Privat-Navigator ihn navigieren? Kannte er sich etwa in seiner eigenen Stadt nicht aus, oder konnte mein Privat-Navigator einfach sein integriertes Navigationssystem nicht ausstellen? Naja, mir war es am Ende egal. Hauptsache ich bekam bald ein schönes gemütliches Bett und eine ruhige Nacht.
Bis zum nächsten Kapitel: "Deutsch, deutscher, schwiizerdütsch"
Eure "Safari" =^.^=