Infos über die Geschichte von Farmen

10 Antworten · 1’916 Aufrufe · gestartet 30. Dez. 2022 von solitaire
Antworten
Themenstarter1’995 Beiträge · seit 201130. Dez. 2022 ·
Liebe Formis,
kann mit jemand Infos zur Geschichte von Farmen in Namibia geben? Also allgemeine Dinge wie
- Wie und wann entstand die heutige Farmeinteilung
- Wie die Zuteilung zu Besitzern
etc.
Es gibt zwar eine Website zu Farmen in Namibia, da steht sowas aber nicht drin.
Vielleicht kennt sich jemand aus oder kann mir Literatur empfehlen.

Danke schon mal
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
6’155 Beiträge · seit 200630. Dez. 2022 ·
hallo solitaire,
ein sehr interessantes Buch: Die Naukluft und die Farmen am Namibrand -Die Gästefarm Abababis- von Wolfgang Tuschmann
Verlag Schreibwerkstatt Probeer --- soweit ich informiert bin gibt es dieses Buch aber nicht mehr - versuchs einfach mal vielleicht hast Du Glück.
Empfehlen kann ich auch noch Traumland Südwest von Hans otto Meissner - Südwest-Afrika: Tiere - Farmen - Diamanten
Ich denke, die besten Informationen bekommst Du auf den jeweiligen Farmen selbst, oftmals liegt dort auch eine Chronik aus.
Schau doch auch mal beim Namibiana Buchdepot nach, da wirst Du sicher auch fündig werden.
Einen guten Ruscht wünscht Dir
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
88 Beiträge · seit 202031. Dez. 2022 ·
Im Detail kann ich dir das leider nicht beantworten, generell ist mein Verständnis allerdings, dass zunächst Gesellschaften wie die
Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika oder Minengesellschaften (siehe auch die Karte im verlinkten Wikipedia-Artikel) große Teile des Landes "erwarben".
Diese haben Sie dann parzelliert an private Farmer verkauft.
Typische Verkaufspreise lagen um ca. 1900 wohl zwischen 1 und 10 Goldmark pro Hektar, nach heutiger Kaufkraft also etwa 7 bis 70 Euro. (Zum Vergleich: laut eigener Historie der Farm Ondekaremba wurde das Land seinerzeit zu 2,60 Mark erworben.)
Auch Carl Schlettwein spricht in seinem "Leitfaden für den Anfänger" Der Farmer in Deutsch-Südwest-Afrika (ca. Seite 66 ff.) von vergleichbaren Preisen und dem Erwerb entweder direkt vom Staat, Gesellschaften, oder in eher selteneren Fällen "aus zweiter Hand".
Themenstarter1’995 Beiträge · seit 201131. Dez. 2022 ·
Danke Hanne für die Tipps. Namibiana hab ich schon durchsucht, Infos auf konkrete Farmen bezogen gibt es. Ich suche aber zudem Infos zur Landverteilung generell, wie es abgelaufen ist, wer warum welches Land bekam etc.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter1’995 Beiträge · seit 201131. Dez. 2022 ·
Danke Buitepos, da komme ich der Sache schon näher.
Ich habe zwei Farmkarten des "Directorate of Survey and Mapping", da sind die Farmen einmal mit Namen, einmal mit Nummern verzeichnet. Das ist ein ganz enger Raster, fast ganz Namibia ist in geometrische Felder eingeteilt. Das ist eine schier unüberschaubare Anzahl an Farmen. Und dann gibt es Bereiche, da ist nichts.
Zudem interessiert mich, ob nur weiße Siedler oder auch die einheimische Bevölkerung Farmen gekauft hat bzw. wie die Besitzverhältnisse jetzt sind. Hast du eine Ahnung, wo ich da Infos bekommen kann?

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
2’047 Beiträge · seit 200731. Dez. 2022 ·
Hallo Solitaire,
alle Farmen haben Nummern und ich habe irgendwo in meinen Unterlagen auch eine historische Farmkarte dazu. Die Nummern für die kommerziellen Farmen müssen wohl vor dem 1. Weltkrieg von der deutschen Kolonialverwaltung vergeben worden sein. Spätere Farmen wurden dann wie im deutschen Grundbuch mit /-Trennung als 250/1 und 250/2 etc. registriert. Die Nummern gelten bis heute. Ich habe dazu auch mal was gelesen, kann aber jetzt nicht auswendig sagen wo das stand. Die freien Flächen in deiner Karte sind die "Kommunalgebiete" und auch die ursprünglichen Naturschutzgebiete. Diese waren eben kein Privatbesitz und "eigentlich" ist auch bis heute ein Erwerb nicht zulässig, du kannst nur Nutzungsrecht pachten.
Meine Unterlagen sind derzeit alle in Umzugskisten verpackt und die Namibiasachen kommen erst wieder zum Vorschein wenn der Umzugscontainer in Windhuk entladen wird. Das wird allerdings noch einige Monate dauern....
Wenn du mich im Februar mal per pm erinnerst, dann kann ich evtl. mehr dazu sage.
Ansonsten empfehle ich dir, wenn du mal in Windhuk bist die Bibliothek der Namobia Wissenschaftlichen Gesellschaft in der 110 Robert Mugabe Ave. (Parken hinter dem Haus im Hof). Die haben die sichter die entsprechenden Quellen und sind sehr hilfsbereit.

Viele Grüße
jaw

P.S. Habe ich eben beim Googeln gefunden, aber bei der NWG auch schon mal was darüber gelesen:
http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/dissts/Dresden/Moser2007.pdf
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2022
88 Beiträge · seit 202031. Dez. 2022 ·
solitaire schrieb:Zudem interessiert mich, ob nur weiße Siedler oder auch die einheimische Bevölkerung Farmen gekauft hat bzw. wie die Besitzverhältnisse jetzt sind.
Ich kenne keine Primärquelle, aber alle Sekundärquellen, die ich so finde sprechen stets davon, dass ausschließlich Weiße, und anfangs sogar nur Deutsche kaufberechtigt gewesen sein sollen.
Exemplarisch: Konrad Adenauer Stiftung
Grundsätzlich ist die Frühgeschichte der Besiedlung ein bisschen nach Wildwestmethoden geschehen, so dass eine wirklich durchorganisierte, vollständig in Grundbüchern eingetragene Parzellierung des Landes wohl erst nach dem Weltkrieg vollendet wurde (wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Deutschen so schlampig sind).
Im Detail lässt sich das nachlesen in der "Geschichte der Deutschen Kolonial-Gesellschaft für Südwest-Afrika von ihrer Gründung bis zum Jahre 1910" Band 1 & Band 2
Für noch tiefergehende Detailrecherche kann dir sicherlich deine lokale Bibliothek bei der Suche behilflich sein, und dir auch die entsprechenden Bücher bestellen.
4’144 Beiträge · seit 200931. Dez. 2022 ·
Hallo solitaire,
lies doch auch mal dazu:
Helene von Falkenhausen: "Ansiedler-Schicksal - 11 Jahre in DSWA 1893 - 1904
erschienen 1995 bei Peters Antiquws.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Themenstarter1’995 Beiträge · seit 201101. Jan. 2023 ·
Vielen Dank Jaw für den Link und die Hinweise. Ja, die Nummern habe ich auf der Karte und dachte mir schon, dass das zum Teil Grundstücksteilungen sind. Ich melde mich im Feber gerne nochmal.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter1’995 Beiträge · seit 201101. Jan. 2023 ·
Danke Buitepos, da werde ich weitersuchen. Die Bibliothek ist sicher eine Möglichkeit für Recherchen, leider komme ich nicht so leicht hin.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter1’995 Beiträge · seit 201101. Jan. 2023 ·
Danke auch Burschi für den Literatur-Tipp.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari