YAyanjep1’014 Beiträge · seit 201608. Aug. 2022 · Wenn man bedenkt, dass ein Akku für eine DJI etc. ca 15 Minuten durchhält inklusive Start und Landung finde ich die immer mal wieder geäußerte Behauptung, man werde "stundenlang von dem Gedröhne belästigt" etwas weit hergeholt, um es vorsichtig auszudrücken.
Bei der Störung der Tierwelt gehe ich, wie vermutlich auch die Betreiber der Nationalparks, vom dümmsten anzunehmenden Benutzer aus. Wenn man einem Elefanten oder Rhino im Fahrzeug gegenübersteht und die Drohgebärden ignoriert, bekommt man die Quittung sofort serviert. Mit einer Drohne kann man viel Unfug anstellen und den Tieren auf die Pelle rücken ohne Rücksicht auf Verluste. Wenngleich sich wohl die meisten Nutzer vernünftig verhalten, kann eine Minderheit schmerzbefreiter Drohnenpiloten die Tiere nachhaltig verstören, aufscheuchen oder gar verletzen. Vögel, zumal wenn sie gerade brüten oder ihre Nachkommen großziehen dürften eine Drohne auf jeden Fall als ernsthafte Bedrohung ansehen. Deshalb kann ich die Regularien sehr gut nachvollzienen.
Yanjep
Ebi904 Beiträge · seit 201008. Aug. 2022 · Ich hab mal ner privaten Organisation, die z.B. Nashörner schützt und versucht, Wilderer zu fassen, ne Drohne geschenkt. Die Leute haben danach gefragt, war nicht meine Idee. Die Drohne wurde und wird außerhalb von Nationalparks eingesetzt, um Flächen zu überfliegen, die man anders nicht effektiv überwachen kann. Um den eventuellen Schaden, den die Tiere durch die Drohne nehmen können, macht sich dort niemand großartig Gedanken. Für die Leute überwiegen die Vorteile, und zwei Wilderer sind schon in den Bau gegangen.
Es gab im TV auch mal eine Doku über ein wesentlich größeres Projekt in Sambia, wo viele Drohnen zum selben Zweck verwendet werden. Denke (und hoffe) mal, dass die Leute dort wissen, was sie tun.
Hab selbst niemals ne Drohne in einem NP eingesetzt, wie käme ich dazu? Es ist aber zu einfach gedacht, wenn man auf jeden Drohnenbesitzer einfach eindrischt. Schon fast lustig finde ich das Rudel, das sich dann bildet. Ähnlich wie bei den Geiern, lässt sich einer bei der Beute nieder, werden es schnell mehr, die einen Fetzen raus hacken.
Grüße
Ebi
Buitepos88 Beiträge · seit 202008. Aug. 2022 · Vorab: auch ich fliege gelegentlich Drohnen, und finde es schade, dass deren Nutzung so stark eingeschränkt ist, respektiere das aber.
JP K schrieb:
Warum werden Drohnen verboten in Nationalparks, aber Autos nicht?
Zwei Argumente werden üblicherweise genannt:
1. die Tiere sollen sich nicht an Drohnen gewöhnen, weil auch Wilderer Drohnen einsetzen. Ob das ein "reales" Problem ist, sei mal dahingestellt, mir hat ein Ranger mal gesagt, ihm sind eigentlich keine Fälle von Wilderern mit Drohnen bekannt.
2. wenn ein Tourist seine Drohne einsetzt, und die Drohne abstürzt, muss der Tourist aussteigen um die Drohne zu bergen. Das ist eventuell nicht ganz ungefährlich, und vor allem normalerweise verboten. Der Tourist wird aber sicherlich nicht sein mehrere hundert Euro teures Spielzeug einfach liegen lassen.
JP K394 Beiträge · seit 202109. Aug. 2022 · Die Argumente
- die Tiere sollen sich nicht an Drohnen wegen Wilderer gewöhnen
- zur Bergung der Drohne muss man evtl aus dem Auto aussteigen
verstehe ich. Aber eignen sie sich dazu, den Drohnenbesitzern "die Pest an den Hals" zu wünschen? "Ich hoffe Deine Kaufbemühungen bleiben erfolglos" geht ja schon in diese Richtung, vor allem wenn noch weitere unterstellende oder abfällige Bemerkungen hinzukommen.
Das Argument, den dümmsten oder tierquälerischsten Nutzer zu unterstellen, da hab ich meine Probleme mit. Man kann ja Regeln aufstellen wie zu fliegen ist, do's and don'ts des Drohnenfliegen. Funkioniert bei uns in Deutschland doch auch. Wenn
- Autoansammlungen Crossings in der Mara verhindern
- Autoansammlungen Jagdwege abschneiden
- Tiere sich in den Schatten der Autos legen
- etc
und dies versucht wird zu unterbinden durch Rangerüberwachung und nicht das Auto per se verteufelt wird, dann kann doch vergleichbares für Drohnen auch stattfinden, die Ranger sind ja schon unterwegs. Ausserdem: so viele Dumme gibts nun auch wieder nicht, dass jedem Drohnenflieger dies unterstellt werden muss hier im Forum und niedergemacht werden muss, oder?
YAyanjep1’014 Beiträge · seit 201609. Aug. 2022 · @ JP K
Ich hoffe, Du hast mich nicht falsch verstanden. Ich habe selber auch eine DJI-Drohne und gehöre nicht von zur Anti-Drohnen-Front.
Aber dass eine Menge Leute unterwegs sind, die unbedacht Unfug anstellen, einfach weil sie es können, ist kaum zu leugnen. Da halte ich ein pauschales Verbot in Nationalparks schon für richtig.
Yanjep
Monokelkobra260 Beiträge · seit 200709. Aug. 2022 · Wie man hier gut sehen und lesen kann ist dies ein sehr heikles Thema.
Ich war selbst bereits mehrfach mit Drohnen in Afrika unterwegs, bereits schon in Zeiten als es dazu offiziell noch keine echte Regelung gab in diesen Ländern. Ich habe damit auch Tiere gefilmt, viele verschiedene und kann daher denke ich relativ gut abschätzen was geht und welche Tiere Probleme mach(t)en. Abgesehen davon konnte ich bereits viele andere mit ihren Drohnen in ähnlichen Situationen sehen und auch entsprechend beobachten, meine Ergebnisse daraus lauten wie folgt:
1. 90-95% der Drohnenpiloten die ich gesehen und erlebt habe, gehen sehr respektvoll mit Personen und Tieren um und halten entsprechende Abstände ein.
2. Es gibt Ausnahmen und echte Idioten, aber die gibt es auch ohne Drohne und nur mit einem Toyota Hilux "bewaffnet" - deren Verhalten kann genauso oder sogar noch mehr stören/nerven!
3. Die Drohnen von vor wenigen Jahren sind NICHT vergleichbar mit dem was heute auf dem Markt ist, die aktuellen Drohnen wie Mavic 3, Mini 3 Pro etc. sind deutlich leiser als noch die alten Phantoms von vor einigen Jahren noch. Auch wurden gewisse störende Frequenzen massiv reduziert, teilweise gar nahezu eliminiert.
4. Mit Elefanten hatte ICH niemals negative Begegnungen, die einzigen Tiere die ich selber gefilmt hatte und die Drohne nicht so mochten waren Zebras. Allerdings muss man auch hier sagen, sie sind nicht in Panik davon gestürmt, aber ich konnte sehen sie fühlten sich nicht wohl dabei und waren nervös. Also gab ich nochmals 10-12 Meter extra Abstand und sie haben sich wieder sichtlich entspannt, natürlich gab es dann keine tollen Close-Ups mehr für mich, aber das Tierwohl hatte Vorrang vor dem eigenen Ego und Bedürfnis - Immer!
5. Aufpassen muss man aber bei Vögeln, gerade Raubvögel neigen dazu gerne mal eine Drohne anzugreifen und da besteht die Gefahr sie könnten sich an dieser schwer verletzten. Kommt man in diese Situation heisst es umgehend zurück bzw. sogar die Drohne in der Luft abzustellen, sie fallen zu lassen und dann entsprechend zu borgen. Auch hier, Tierwohl get vor, wir haben als Piloten eine entsprechende Verantwortung!
6. Belästigung von Personen ist möglich aber schwer, gerade viele Damen haben ja Angst in der Aussendusche gefilmt zu werden. Vergesst es, selbst die besten Drohnen können sich so gut nicht anschleichen und die Telefunktionen sind noch immer eher lausig denn wirklich ausgereift. Da solltet ihr mehr Angst vor den grossen weissen Männern mit 600'er Teleobjektiven haben, sind die besseren "Spannerwerkzeuge" 😉
7. Drohnen fliegen aktuell im Schnitt zwischen 12-24min maximal, selten eine die länger aushält. Es ist daher lächerlich zu behaupten man sei stundenlang von eine Drohne belästigt worden. Zudem, selbst wenn der Pilot die Batterie dazwischen wechselt, es besteht Immer die Möglichkeit auf diesen zu zu gehen und ihn darum bitten eine andere Routen etc. zu wählen. Oftmals weiss man als Pilot gar nicht, dass man jemanden stört. Die meisten Piloten würden dann den Flug reduzieren oder anpassen. Ich habe es jeweils so gemacht, dass ich die Leute vorab über meine Flugpläne informiert habe. Ich habe immer mitgeteilt wo in etwa ich fliegen werde, ab wann cirka und für wie lange. Dies war für 99% der Leute nie ein Problem und dem anderen 1% stört es sogar, dass ich atme und Puls habe, also ALLEN recht machen kann und muss man's eh nicht.
8. Die Drohnenregulierungen in den entsprechenden Ländern sind mittlerweile dermassen heftig, dass es sich die meisten eh überlegen sich das ganze formelle/administrative anzutun und die Drohnen daheim lassen. Ich für meinen Teil hatte auf meinen letzten Reisen genau deshalb KEINE Drohne mehr dabei. Der Aufwand für wenige Minuten Flug rentiert sich für mich einfach meist nicht mehr. Aber jetzt für meinen Botswana Trip in Kürze, da werde ich wieder eine mitnehmen da ich auf privatem Boden fliegen darf.
Also bitte, Drohnen sind kein Teufelswerk, sie ermöglichen geniale Aufnahmen von Natur und Landschaft und werten als Foto oder Film jede Reiseerinnerung auf. Auch ist es nicht fair wegen einige weniger Spinner, gleich alle Piloten so negativ darzustellen. Ich reise seit fast 20 Jahren nach Afrika und habe genug andere verrückte Sachen gesehen, da waren die 1-2 Drohnenspinner jedoch dass Kleinste Übel. Leben und Leben lassen meine Lieben, so soll es sein ....
Cheers
Marco
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
RB224 Beiträge · seit 201309. Aug. 2022 · @monokelkobra
Zu Punkt 6.......
meine neue Drohne ist heute eingetroffen, sie ist so leise, dass ich sie selber nicht richtig orten kann, sie schieß gestochen scharfe 4K Aufnahmen mit denen ich deine (und jeder andere) Reputation im Netz für immer versauen könnte.
Der Wunsch (nicht nur für Damen unter der Dusch), die eigene Identität zu waren, ist doch mehr als verständlich. Ich möchte weder mit meinem nachten Ar...h noch mit Klappspaten und Klopapier in der Hand noch sonst irgendwie von einer Drohne überrascht werden und schon gar nicht meine Filme im Netz Wiedersehen.
Vielleicht magst du auch noch mal die Formulierung "grosser weisser Mann mit 600er Tele als Spanner" überdenken?
Nachdenkliche Grüsse, RB
Monokelkobra260 Beiträge · seit 200709. Aug. 2022 · RB schrieb:@monokelkobra
Vielleicht magst du auch noch mal die Formulierung "grosser weisser Mann mit 600er Tele als Spanner" überdenken?
Nachdenkliche Grüsse, RB
Wieso, weil ich nicht gegendert und non-binäre ausgeschlossen habe? Meist sind es aber doch grosse weisse Männer, oder 😗
Nachdenklichst
Marco
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
RB224 Beiträge · seit 201309. Aug. 2022 · Moin,
das mit dem Gendern ist mir persönlich ziemlich wurscht.....
Das Bild von Mann+ groß + weiss + 600er Tele = Spanner finde ich ziemlich grotesk. Und erfüllt noch nicht mal irgendwelche abgedroschen Stereotypen. Das ist alles.
Davon unabhängig:
1. sind die meisten Safarigäste hellhäutig
2. kann man 600er auch zum Spannen nehmen
3. sind es meistens Männer, die Frauen stalken/ spannen etc.
4. Körpergrösse ist völlig irrelevant
LG, RB
1743Themenstarter69 Beiträge · seit 202212. Aug. 2022 · Mal nen Update von mir zu meiner Ursprungsfrage.
Man kann in Maun Drohnen kaufen. Ich habe welche gefunden in
Plot 43094, Maun, Botsuana
Neue Mall mit nem großen / guten Soar drin. Hier der, APP store in der Mall.
DJI kann er bestellen, dauert ca 4 Werktage.