Preis / Leistung stimmt oft nicht mehr

14 Antworten · 3’939 Aufrufe · gestartet 22. Juni 2005 von Tomcat
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ThemenstarterGast22. Juni 2005 ·
Ich bin das Erste Mal vor 15 Jaren nach Namibia gereist. In Sesriem gab es genau mal 8 Camps und Gästefarmen fast keine, weil praktisch keine Touristen unterwegs waren.

Vor ein paar Jahren hat der Tourismus angezogen, Lodgen und Gästefarmen sind wie Pilze aus dem Boden geschossen und die Preise haben angezogen.

Nach fünf Jahren „Namibiabstinenz“ bin ich Anfang Juni wieder mal in Namibia unterwegs gewesen. Landschaft immer noch grossartig , der Norden noch wild und wenn man weiss wo absolut unberührt. Bravo!

Ab und zu haben wir uns für ein Lodge interessiert und manchmal auch dort übernachtet, wenn uns das Preis / Leistungsverhältnis überzeugt hat. Das Preisniveau ist im Vergleich mit Südafrika sehr hoch, absolut auf Oversea Touristen abgestimmt.

Leider habe einige Lodgen den Bogen mitlerweilen völlig überspannt. Da wird oft viel Durchschnitt zu Abzockerpreisen geboten.

Da gibt es zB. eine Lodge in der Nähe einer Seelöwenkolonie, mit durchschnittlichen Zimmer direkt auf das Meer raus, einem eher rustikalen Restaurant, Standartfood ohne jegliche Aktiviäten zu einem Preis von 1250 Namibia Dollar plus Tax, pro Person versteht sich. Macht bei zwei Personen 350 Euro! Handeln auch in der absoluten „off season“ bei praktisch leerer Lodge nicht möglich! Es gibt anscheinend Leute die solche Mondpreise bezahlen, sonst wäre die Lodge schon lange Konkurs.

An der Bar einer schönen Lodge ( und vernünftigen Preisen) im Caprivi hatte ich ein interessantes Gespräch mit dem deutschen Besitzer. Er stellt fest, dass Stammkunden die seit Jahren immer wieder gekommen sind, nicht mehr auftauchen und sich alternativen zu Namiba suchen, weil sie nicht mehr länger bereit sind, die teiweise astronomischen Preise für Unterkünfte zu bezahlen….

Die Camps in Etoscha ziehen jetzt ebenfalls nach. Die Preise für Bungalows werden auf ende Juni massiv erhöht und wer weiss wie heruntergekommen die Unterkünfte in den Parks zum teil sind, wird nur den Kopf schütteln können.

Gruss Tom



Gruss Tom
ThemenstarterGast22. Juni 2005 ·
Tomcat, leider hast Du absolut recht. Insbesondere die Preisunterschiede zwischen der Neben- und der Hochsaison sind nicht nachvollziehbar, zumal die Leistung, die man als Gast "konsumiert", ja keine andere ist. Entschuldigend muss man vielleicht erwähnen, dass es jetzt eine Art Kurtaxe für die Unterkünfte gibt, die vom Kunden über den Zimmerpreis einzuziehen ist.
Andererseits: Gucke über die Grenze nach BOT: Ist es dort gerechtfertigt, für vergleichbare Unterkunftsstandards noch mehr Geld zu nehmen (teilweise EUR 500,00 p.P. und mehr) ? Die Regierung von BOT möchte aber nun einmal im Wesentlichen "Exklusivtouristen" im Land haben. ODER anderes Beispiel: Warum muss ich zur Messe in Hannover für ein Hotelzimmer EUR 300 und mehr pro Nacht ausgeben, wenn es sonst 78 EUR kostet ?
Die Nachfrage bestimmt AUCH den Preis, hier wie da.

Solange genügend Touristen ins schöne Namibia kommen, wird sich an der Preispolitik sicher nichts ändern. Aber es gibt ja auch günstigere Unterkunftsmöglichkeiten im Land, die auch sehr charmant sind ! 😄

Gruß

A/T
ThemenstarterGast22. Juni 2005 ·
Goie middag!
Ich hoffe sehr, nein, ich bin sicher, es WIRD sich was ändern:
die Beschwerden der Touristen, sowohl was NWR(Restcamps), als auch,
was Preis/Leistung anbetrifft haben die Adressaten erreicht!
Zumindest den privaten Sektor:
Aktuell: AZ.com.na unter "Branche" den Artikel von gestern;" Kritik an NWR",
oder ebendort unter "Leserbriefe" "Verrückt, solange es bezahlbar ist"...
Die Stimmen der Kritik mehren sich, und das ist gut so!
Auf diesem Weg darf man aber nicht den leichten Weg der Pauschalisierung ("Alle sind raffgierig.." etc )gehen. Jedoch das Verhältnis
von Preis zur Leistung, verbunden mit einer subjektiven Bewertung, öffentlich
zu machen ist das legitime Recht des Verbrauchers/Gastes. Zuviel
Nachsicht wirkt hier kontraproduktiv, in jeder Hinsicht.....
CH

PS Namibian.com.na hat vandag ´n spotprent, der sagts auf Afrikaans...
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
Beitrag auf Verlangen des Users gelöscht
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
Ja, in der Tat spielt das Preis - Leistungsverhältnis nicht mehr in Namibia !

Seit Jahren prangern wir dies bei allen offiziellen Anlässen an. Auch morgen werden wir ein Gespräch mit den "Obersten" vom Namibia Tourism Board in unserem Hause dazu nutzen, dies zur Sprache zu bringen. Das NTB teilt seit Jahren unsere Bedenken, aber letztes Endes kann es die Unternehmen nicht zwingen, Preise zu senken.

Jahrelang sind gab es einen Preis - Steiegrungs - Automatismus: Es ging stets um 15 - 25 % aufwärts. Solange die Währung im gleichen Verhältnis fiel oder sogar noch stärker sank, fiel diese Preissteigerung dem Reisenden nicht auf.

Nun aber haben wir seit fast 2 Jahren einen immer stärker werdenden N$ und damit keinerlei Kompensation für die Preissteigerungen der letzten Jahre.

Für die neue Reisesaison 2006 haben meinem Überblick nach die meisten Unternehmen ihre Preise eingefroren. Das aber ist meines Erachtens zu wenig: Eine Zurücknahme der Preise um ca. 30 % würde das von deutscher Seite lahmende Übernachtungsgeschäft erst ankurbeln...

Aber man schaut auf andere...

Neue Zielgruppen sind Italiener und Briten. Letztere werden z. zt. mit massiven Werbekampagnen für Namibia motiviert. Wir deutschen Reisenden werden in Zukunft - wie in Südafrika auch - eine immer weniger starke Rolle spielen.

Natürlich - und da muß ich ich so mancher Gästefarm, Lodge oder so manchem Hotel Recht geben - sind die Ansprüche der Reisenden in den letzten Jahren enorm gestiegen. Viele Unternehmen haben deshalb auch sehr stark investiert, um den gehobenere Ansprüchen gerecht zu werden. Sie haben Geld zu hohen Zinsen geliehen. Auch die Konkurrenz untereinander ist durch den Ausbau der touristischen Infrastruktur viel größer als früher - und entsprechend geringer die mögliche Auslastungsrate...Und das wiederum verführt zu höheren Preisen, insbesondere in den Hochsaisonzeiten...Keine sooo leichte Sache !

Trotzdem verfügt Namibia auch heute noch in jeder Preiskategorie über Unterkünfte, die ein reeles Preis - Leistungs - Verhältnis widerspiegeln. Nur muß man diese kennen. Dieses Forum dient ja auch dazu, sich hierzu auszutauschen. Das Fahren mit einem Allrad mit Dachzelt ist nur für den geringeren Teil von Reisenden eine Alternative. Nicht jeder möchte in einem Zelt schlafen und am Campingplatz selber brutzeln.

Bleibt also die realistische Alternative, die Unterkünfte mit einem guten Preis - Leistungsverhältnis zu sammeln. und das wird ja schon ín dieser schublade "Unterkünfte" fleißig gemacht.
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
um die Aussage des Achim ein wenig zu differenzieren:

unser DZ Preis 2001: N$ 390.-/ DM 130.- (entspr. ca.€ 65.-)
unser DZ Preis 2005: N$ 480.-/ ca. € 60.-

entpricht einer Steigerung in N$ von ca. 6,25% jährlich, in € einer Senkung von fast 8%!

Wir verdanken es wahrscheinlich diesem Umstand und dem Zuwachs aus den schon erwähnten britischen und vor allem italienischen Märkten, dass wir unsere Umsätze in diesem Geschäftsjahr bisher um über 30% steigern konnten.
Die Buchungen deutscher Veranstalter sind tatsächlich etwas enttäuschend. Die der Selbstbucher optimistisch.
Vor allem bei italienischen Veranstaltern kann ich ein klares Preisbewusstsein erkennen, was das Reisen für diese Zielgruppe erschwinglich hält.

Trotzdem sinkt bei uns die Marge bei leicht steigenden Preisen (2006 ca 8%) weiter (Strom ab Juni 22,5% teurer)!

Was sagte mir da man jemand vor vielen Jahren: "jammert nicht, kämpft!"

Ralph aus Windhoek (wo's jetzt wieder Sommer wird 😉 )
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
Ralph, nun ist Eure Lodge ein Musterbeispiel für Preisdiziplin ! Das sage ich gerne in aller Öffentlichkeit. Wär das überall so wie bei Euch, gäb´s diese Diskussion hier nicht. Weiter so...hoffentlich lernt manch anderer daraus !
.
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
Das ist schon ein wichtiges Thema, das bei stagnierenden Einkommen in Deutschland für "Otto-Normal-Namibia-Liebhaber" zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ich muss sagen, dass mir viele Preise von Unterkünften einfach "wegdriften" und dass ich Angst habe, mir deshalb unseren geliebten Namibia-Urlaub bald nicht mehr leisten zu können.

Wie wäre es denn, wenn die Namibia-Erfahrenen unter diesem Thread einmal (verständlicherweise subjektive) Empfehlungen für Unterkünfte im mittleren Preisgefüge geben würden, bei denen das Preis-/Leistungsverhältnis ihrer Meinung nach wirklich (noch) stimmt? Damit meine ich aber nicht die typischen "joli"-Empfehlungen "teuer, aber jeden Euro wert" (entschuldige bitte joli, nimm´s nicht persönlich). Würde mich gerne an diesem Austausch beteiligen.

Gruß
Armin
ThemenstarterGast24. Juni 2005 ·
Hallo Armin

Generell ist es so, das wenn du in Gegenden fährst die der "Massentourismus" noch nicht erreicht hat (zB. Caprivi Region) alles noch zum Besten steht.

Die Strategie wie sie momentan in Namiba gefahren wird, hat meiner Ansicht nur einen kurzen Atem. Irgenwann wird der Mark einbrechen und damit die Preise wieder auf ein vernünftieges Niveau zurückfinden..(hoffentlich!)

Gruss aus Cape Town Tom
ThemenstarterGast24. Juni 2005 ·
Kann mich Armin nur anschließen. Es gibt auch in den "touristisch erschlossenen" Gebieten Namibias einige Übernachtungsalternativen, die noch keine abgehobene Preispolitik betreiben. Gäbe es die nicht, würde ich auch inzwischen auf Namibia verzichten.
Warum tragen wir die Namen nicht einfach zusammen? Am besten unter einem neuen Thread, damit hier weiterhin die grundsätzliche Problematik dieser Entwicklung diskutiert werden kann!

Gruß, Dieter
ThemenstarterGast24. Juni 2005 ·
Wir haben unsere NAM-Reise mit M. Iwanowskis neuestem NAM-Handbuch
geplant (sehr empfehlenswert!), aber so druckfrisch wie es war, stellten wir enorme Preissteigerungen fest, z.B. bei der Waterberg Wilderness
Lodge, mehrere Lodges nahe Sossusvlei......wirklich unvorstellbare Er-
höhungen! Habt ihr schon einen neuen Thread - ich beteilige mich gern. Assi
ThemenstarterGast25. Juni 2005 ·
Hallo Dieter und andere,

habe den Anfang gemacht und in einem neuen Thread "Unterkünfte mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis" erste Empfehlungen abgegeben. Nachahmer willkommen.

Gruß
Armin
ThemenstarterGast26. Juni 2005 ·
Hallo Armin,

danke dass Du damit mal den Anfang gemacht hast.
Ich hatte das zum Beginn meiner Reiseplanung schon mal hier vorgeschlagen und einige fanden das auch schon gut.
Nur gemacht hat es noch keiner und ich konnte nicht damit starten da ich noch keine persönlichen Erfahrungen in Namibia habe und dort im September das erste Mal zu Gast bin.

Was mir insgesamt aufgefallen ist, in den Städten ist es kein Problem auch etws preiswerteres zu finden. Aber Gästefarmen und Lodges sind verflixt teuer, selbst in Ecken wo die Auswahl, also Konkurrenz gegeben ist.

Aber ich glaube auch die Katze beisst sich hier in den Schwanz. Bei der ersten Reise bucht man sicher noch das eine oder andere überteuerte weil es empfohlen wurde oder man nichts anderes kennt. Bei den folgenden Reisen ist der Individualtourist aber sicher wacher und wählt gezielter aus.... und da kann eine Sammlung hier im Forum wirklich sehr hilfreich sein.
Ich werde im Oktober dann gern einiges ergänzen.

Grüsse

evy
ThemenstarterGast26. Juni 2005 ·
ich ergaenze im august auch gerne meien erfahrungen!!

viele gruesse


uta
ThemenstarterGast27. Juni 2005 ·
Meine liieben Forumsteilnehmer,

erwartet nun aber nicht die Wunder pur Richtung Preis - Leistungsverhältnis. Wichtig ist vor allem das Leistungsverhältnis - denn es soll alles noch Urlaub sein und nicht nur die große Spar - Runde. Alle wirklichen Preiswert - Tipps sind eh in unserem neusten Reise - Handbuch (21. Auflage 2004) veröffentlicht, das wir gerade für 2006 aktualisieren. Und je billiger etwas wird, desto mehr muß man sich auf Kompromisse einlassen. So ist´s im Leben - auch beim Reisen !
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