Plastiksackverbot in NWR-Nationalparks

206 Antworten · 28,6k Aufrufe · gestartet 15. Juni 2018 von Namtom
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568 Beiträge · seit 201425. Aug. 2018 ·
Die Diskussion nährt sich aus weltweiter Ignoranz.
Der größte erste Schritt zu einer Eindämmung des Plastikproblems, wie aller Umweltprobleme, läge darin, daß sich jeder Mensch einigermaßen vernünftig verhält.
Dazu braucht es kein Reiseverbot, keine Totalvermeidung von Plastiktüten, kein Veganertum und keine Selbstkasteiung.
Die ersten 50% des Müllaufkommens wären einfach zu erreichen. Über die nächsten Prozente muß man dann ringen.

Es scheitert aber sowohl an den "asiatischen Fischern", als auch den "amerikanischen Konsumenten", den "europäischen Verbrauchern" und den "afrikanischen Umweltsündern".

Meine Plastiktasche vom Café Boa Viagem in Porto ist mittlerweile ca. 40 Jahre alt und noch nie in der Wildnis oder im Meer angekommen. Ihre Umweltbilanz ist damit herausragend. Viele ihrer Schwestern gingen seither evtl. schon durch die komplette Nahrungskette. Daran ist weniger die Tasche schuld, als der Umgang mit ihr.

Bildung, Verantwortung und Anstand sind die Schlüsselwörter zum Problem.
Das Erstere ist oft politisch nicht gewollt, die Letzteren weltweit zu weithin unbekannten Fremdwörtern verkommen.
Damit sind "einfache Lösungen" gestorben und man kompliziert die Sache bis hin zum "Verzicht auf Trinkhalme zur Rettung des Planeten". Gespenstisch!

Mit einem Minimum an "gesundem Menschenverstand" ist mehr geholfen, als mit der ganzen gegenseitigen Schuldzuweisung, eigenem Narzissmus inclusive.

Wünsche fröhliches Reisen und Konsumieren und fröhlichen Gebrauch des eigenen Verstands!
"Sapere aude" ist aus der Mode gekommen, aber wichtiger denn je!

Grüßle
Randfontein
Gast25. Aug. 2018 ·
Guten Abend, in Österreich bestehen eigentlich eine gute „Abfalltrennungsmoral“ und hohe Recyclingquoten. Dass es noch geistige Dinosaurier gibt, die das nicht packen, frustriert wie mich genauso wie die, die hier Pessimismus geäußert haben. Trotzdem meine ich zum konkreten Thema hier, dass man schon den Versuch wagen könnte/sollte, möglichst viel der Verpackungen (Dosen, Kartons, Flaschen, Sackerln etc.) durch die BESUCHER wieder mitnehmen (abtransportieren) zu lassen(mein Vorschlag #530283). Würde man die Leute fragen, ob sie eine Mülldeponie in ihrer geliebten Etosha wollen, würden doch die meisten sagen: NEIN, KEINESFALLS! Man müsste ihnen dann nur noch erklären, wie viel Volumen auf Deponie und Zwischenlager, Sortieraufwand und LKW-Fuhren nach Windhoek oder sonst wohin sie SELBER vermeiden können, wenn sie ihren Müll SELBER dorthin bringen, oder auf einen geordneten Weg dorthin. Und es wäre mE dem Besucher auch durchaus zumutbar und von diesem auch leicht durchführbar. Wenn dieser den Platz im Auto hatte um den PACKUNGSINHALT einzuführen, dann hat er auch den Platz um die VERPACKUNG zurückzuführen. Ich denke, dass die Leute das auch verstehen würden, wenn man ihnen erklärt, dass durch ihre Kooperation Mülldeponierung IM Park reduziert werden kann. Außerdem ist es betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, dass der Parkbetreiber Bierdosen oder Petflaschen auf eigene Kosten nach Windhoek oder die nächste Stadt mit Sammelstelle transportiert, wenn der Besucher das gratis erledigen kann. Hier könnten zigzig sinnlose LKW-Kilometer, Investitions- und Betriebskosten eingespart werden.
Aber wie gesagt, man müsste es den Leuten erklären, denn modernen Menschen sind solche Überlegungen und Verhaltensweisen schon fremd geworden. Und bitte mir jetzt nicht sagen, dass das naiver Utopismus sei, diese Befürchtung habe ich schon selber. Wenn das aber so ist, kann man dieses Thema genauso gut löschen.
Grüße
Werner
I. A. erinnert mich das hier an uralte Debatten über den Verpackungs(müll)wahn und wie dieser reduziert werden könnte. Es gab damals gute Initiativen von Erzeugern und Handel, die am Konsumenten scheiterten, der diese nicht annahm. Spätestens mit der Einpreisung der Entsorgungskosten war das auch kein großes Thema mehr. Aber wenigstens wurden dabei in Europa dann Sammel-, Sortier- und Recyclingsysteme eingeführt, die mehr oder weniger gut funktionieren. Aber an einer REDUZIERUNG scheint nur mehr wenig Interesse zu bestehen, denn die Mengen steigen, wobei die dünnen Sackerln für Obst und Gemüse mE keineswegs das eigentliche Problem sind.

Gute Informationen zum "Plastikproblem" gibt es hier
https://www.nationalgeographic.com/environment/planetorplastic/
Pflichtlektüre für am Thema Plastikmüll Interessierte. Z. B. weil
DIE HÄLFTE ALLEN JEWEILS PRODUZIERTEN PLASTIKS IN DEN LETZTEN 15 JAHREN ERZEUGT WURDE.
Der mit Abstand größte Eintrag in die Ozeane ist über die großen Flüsse Asiens. Was man an der Meeresoberfläche sieht ist nur ein verschwindend kleiner Teil davon, der Löwenanteil ist schon so fein vermahlen, dass man ihn mit freiem Auge nicht mehr sieht. Es brennt also der Hut!
Das Plastiksackerl ist wohl ein echtes Problem und der große Aufreger (weil er für uns auch ein ästhetisches Problem darstellt) aber der Großteil allen produzierten Plastiks steckt in Produkten des täglichen Gebrauchs, die wir uns nicht mehr wegdenken können, die langlebig und teilweise heute noch nicht wiederverwertbar sind und daher irgendwo (wo?) landen. „Plastikwerkstoffe“, die Textilien und Metalle ersetzen können, halten eben auch sehr viel länger als ihr Produktzyklus. Wird noch spannend.
zuletzt bearbeitet 25. Aug. 2018
517 Beiträge · seit 201825. Aug. 2018 ·
@loser... Ich benötige mal einen Tip. Ich habe mich nun entschlossen meinen Müll nach 6 Wochen Rundreise aus Nächstenliebe zu NWR mit nach Windhoek zu nehmen.
Wohin schaffe ich ihn dann zur ökologischen Verwertung?
Ich hoffe natürlich nicht, dass die umligenenden Gästebetriebe zu NWR nun ach die Preise erhöhen müssen, da sich das Müllproblem nach "außerhalb" verlagert.
Neugierige Grüße
Gast25. Aug. 2018 ·
Focus schrieb:@loser... Ich benötige mal einen Tip. Ich habe mich nun entschlossen meinen Müll nach 6 Wochen Rundreise aus Nächstenliebe zu NWR mit nach Windhoek zu nehmen
Das weiß der TravelNamibia/Christian und hat das u.a. in diesem Thema im#523873 geschrieben 🙂
Guten Abend noch
Werner
PS Es geht nicht um Nächstenliebe zu NWR sondern um Naturschutz. Wie viele Mülldeponien willst du in Nationalparks 😠
517 Beiträge · seit 201825. Aug. 2018 ·
.... Du glaubst, das NWR seinen anfallenden Müll nach wdh fährt?? Ebenso die Farmer und Gästebetriebe außerhalb der Städte?
Hmmm, na dann.....
VG
Gast25. Aug. 2018 ·
Focus schrieb:.... Du glaubst, das NWR seinen anfallenden Müll nach wdh fährt?? Ebenso die Farmer und Gästebetriebe außerhalb der Städte?
Hmmm, na dann..... VG
stand zumindest betr. Etosha so in der Zeitung, ich wunder(t)e mich auch. Weißt du es besser, wo wird "der Etoschamüll" denn verbuddelt und bist du zufrieden damit? Darum geht's. Sollten z. B. Parks mit kleinen Besucherzahlen eine Abfallwirtschaft wie im KNP aufziehen, wie sowas finanzieren? Wenn nicht, was schlägst du vor? Übrigens rede ich von Wertstoffen, nicht von Müll, lesen zu können hilft
Werner
zuletzt bearbeitet 25. Aug. 2018
517 Beiträge · seit 201825. Aug. 2018 ·
Nee mag keine Grundsatz Diskussion führen.
Vielleicht ist es auch besser, wenn jeder in seinem Glauben an Dinge verbleibt.
Vor Jahren hat spar in omaruru ein Plastik Sack Verbot versucht... Nicht lange...
Und glaub mir, auch heute noch wird verbrannt was brennt. Der Rest wird verbuddelt oder deponiert.
Namibia bekommt nicht das einfachste Recycling hin und führt ein Pfand System auf Glas ein. Da wäre der Umwelt schon viel geholfen wenn die Scherbenberge nicht weiter wachsen würden.
Ist avrr6auch egal, ich wollte eigentlich nur wissen, wie du dir deinen Vorschlag praktisch vorstellst, dass Touristen und Besucher ihren Müll mit nach Windhoek transportieren.
VG
390 Beiträge · seit 201721. Sept. 2018 ·
Ich hänge mich hier mal ran:

Wie ist denn der derzeitige Stand der Dinge?
Wir wollten eigentlich im Oktober unsere Sachen im Camper in solche größeren wiederverwendbaren Plastiktaschen tun. Außerdem habe ich gern Plastiktüten für die Schuhe und ggfs. nasse Badesachen mit. Und Duschbad und Shampoo tu ich gern in diese Zippertüten, falls sie mal auslaufen.
Darf ich das Alles?
Wenn nein, wird es kontrolliert? Nicht, dass ich nachher meine Sachen alle im Camper rumfliegen habe, weil sie mir weggenommen werden.
83 Beiträge · seit 201521. Sept. 2018 ·
Hallo motorradsilke
vor zwei Wochen kamen wir aus Namibia zurück. Wir haben keine Kontrollen bezüglich Plastiksäcke gesehen, die Tüten in unseren Koffern haben wie erwartet niemanden interessiert. Das einzige was uns aufgefallen ist: in den Shops im Etosha (und auch an anderen Orten) gibt es Papiertüten satt Kunststoffsäcke.

Gruss, Pallas
60 Beiträge · seit 201822. Sept. 2018 ·
Hallo,
sind auch seit 2 Wochen aus Namibia zurück. Wurden nur wegen der Vet-Grenze beim Etoscha mehrfach kontrolliert. Tüten wurden nicht beanstandet. Hatten einen Hilux mit Dachzelten. Im Canopy war alles wegen dem Staub in Plastikbeuteln verpackt ( gr. Müllsäcke aus Deutschland mitgebracht ). Der Rest wie Lebensmittel steckte in zugebundenen Spar-Tüten. In den Spar-Supermärkten wird immer reichlich in Tüten vom Personal eingepackt. Dieses ließ sich dabei nicht bremsen, trotz unserer Seitz bereitgehaltener Stofftaschen.
390 Beiträge · seit 201722. Sept. 2018 ·
Danke für die Erfahrungsberichte. Dann mach ich das wie geplant. Ich nehm die Tüten ja wieder mit, schadet also dort Niemandem.
33,3k Beiträge · seit 200603. Okt. 2018 ·
Ab Dezember wird in Swakopmund für Plastiksäcke Gebühr fällig:
Wichtig ist: "Ab 1. Dezember sollen Plastiktüten an der Kasse einen geringen Betrag kosten – eine Pflicht ist es dann aber noch nicht." Was die Stadt da beschlossen hat ist total wurscht, da es eben von der Regierung als Gesetz verankert und dann im Amtsblatt veröffentlicht werden muss. Und das ist ja eh der Plan des Umweltministeriums und geht nicht schneller, besser oder anders, wenn eine Stadtverwaltung irgendwas vorher beschließt. Und Vermüllung kostet u.a. in Swakopmund, Windhoek und Walvis Bay schon immer eine Strafe von 2000 Namibia Dollar. Ist also mehr ein symbolischer BEschluss.

Viele Grüße
Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 03. Okt. 2018
52 Beiträge · seit 200809. Okt. 2018 ·
Hallo,

wird der Einkauf an der Kasse in den Supermärkten zZt noch von den Helfern in die kleinen Tüten verpackt?
Ich frage nur, weil wir uns sonst (kompostierbare) Mülltüten mitbringen.

VG Selous
33,3k Beiträge · seit 200609. Okt. 2018 ·
wird der Einkauf an der Kasse in den Supermärkten zZt noch von den Helfern in die kleinen Tüten verpackt?
Ja, aber Du kannst z.B beim Food Lovers Market/Fruit & Veg seit einigen Wochen was gutes tun und stabile Papiertüten für N$ 2/Stück kaufen.

Viele Grüße
Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
517 Beiträge · seit 201809. Okt. 2018 ·
Hallo,
ich muss jetzt mal fragen, weil ich es in Namibia so halte wie zu hause.... Meine Einkäufe kommen in den Einkaufswagen, an der Kasse sage ich nein zum Einpacken und fahre den Wagen zum Auto und packe meinen Kram ins Auto. Wozu brauchen dann alle (zumindest Touristen) Plastiktüten?
Oder haben Mietwagen keine Vorratskisten, Behältnisse, Kühlschrank zum Verstauen?

Ich habe durchaus Verständnis für Leute, die einkaufen und dann im Taxi oder Bus oder laufen müssen, dass die ordentliche Tüten zum Transport ihrer Einkäufe haben.

Und Müll kann man auch temporär in der Aufwaschschüssel, Eimer, Dose bis zur nächsten Mülltonne transportieren....


VG
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2018
5’486 Beiträge · seit 200909. Okt. 2018 ·
Focus schrieb:Und Müll kann man auch temporär in der Aufwaschschüssel, Eimer, Dose bis zur nächsten Mülltonne transportieren....
Hallo Focus,

genau das funktioniert nicht, wenn Du für mehrere Tage in abgelegenen Gegenden unterwegs bist, wo es keine Müllentsorgung gibt. Da gibt es für mich keine Alternative zu luft- und geruchsdicht zu verschließenden Müllbeuteln. Erst recht in einem Bushcamper, wo man ja im Wagen schläft, wo auch der Müll bis zur Entsorgung gelagert werden muss.

Alles Gute
Thomas
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517 Beiträge · seit 201809. Okt. 2018 ·
Oh doch Thomas, das geht. Und wenn es bei dir nicht geht machst du eindeutig was falsch.
Ich bin ja nun auch öfters im Busch, nur Müll Transport Probleme habe ich nicht.
Vielleicht könntest du mal erläutern, welchen Müll du nicht ohne Plastiktüte transportieren möchtest....
VG
828 Beiträge · seit 201609. Okt. 2018 ·
Focus schrieb:Oh doch Thomas, das geht. Und wenn es bei dir nicht geht machst du eindeutig was falsch.

..bei mir geht es auch nicht , Schande über mich 🙁

Für diesen Einkauf unten für 10 Tage Busch brauche ich 5 Tüten. Jeweils eine
Tüte hängt als Abfallsack an der Hintertür bis sich voll ist. Dann kommt sie in die Alu Box die auf dem Dach festgezurrt ist. Platz im Auto für Abfall gibt es keinen. Jeder Schaft ist belegt mit Wasser, Lebensmitteln, Schlafsäcken, Eiskasten, Eisbox, Werkzeug.

Wie schon geschrieben gibt es in entlegenen Gebieten keine Müllcontainer. Den ganzen Müll schmeisse ich nach der Tour in eine Mülltonne wenn ich wieder in der Zivilisation bin. Es sabbert immer mal was und ich habe keine Lust immer die Box zu putzen und vom Dach zu lösen.

Wie dir sicher auffällt sind da vielen Pet-Flaschen mit Wasser (im Auto sind nochmals so viele wie auf dem Bild). Da wird es wohl auch noch 5 dünne praktische Abfallsäcke vertragen bin ich der Meinung. Man kann alles übertreiben, Sorry.


fgh-1.jpg
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2018
5’486 Beiträge · seit 200909. Okt. 2018 ·
Alles was gammeln kann. D.h. Lebensmittelreste und Lebensmittelverpackungen.

Ich kann auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, wo das Problem bei der Mülltüte sein soll. Zum einen entsorge ich Sie an dafür vorgesehenen Stellen und zum anderen besteht der Müll in der Tüte aus der vielfachen Menge an Plastik, was aber anscheinend kein Problem zu sein scheint.
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