Wie sicher ist es bei Gewitter im Dachzelt?

49 Antworten · 22,8k Aufrufe · gestartet 18. Juli 2007 von Jambotessy
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Themenstarter2’610 Beiträge · seit 200705. Sept. 2016 ·
Hallo allerseits,

2007 hatte ich diesen Thread ja ins Leben gerufen. Ich kann euch sagen, wie wir es seitdem (und schon vorher) gehalten haben: donnert es, zucken Blitze dann geht es flugs die Leiter runter in die Fahrerkabine. Je nach Temperatur nehmen wir den Schlafsack mit, klappen die Rückenlehnen zurück und machen es uns gemütlich. Da fühlen wir uns sicher und können ganz entspannt schlafen. Freunde, die mal mit uns gereist sind, fanden uns "überängstlich" und blieben im Zelt. Ist uns aber egal, ganz nach dem Motto: was nützt uns ein Held, wenn er tot ist 😉 ?

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
7’354 Beiträge · seit 200605. Sept. 2016 ·
KarstenB schrieb:
kurz zum Faradayschen Käfig: dieser muss nicht geschlossen sein, ein Metallgitter in alle Richtungen ist völlig ausreichend.

... mit geschlossen war auch nicht vollflächig Metall gemeint, sondern eben ein Gitter/Käfig, der den Strom ableiten kann. Bei einem geschlossenen Fahrzeug mit Metallkarosserie funktioniert das.

In moderne Cabriodächer sind häufig auch Metallstreben oder -fäden eingelassen. Da hätte ich aber schon ein weniger guten Gefühl, weil so viel leitendes Metall wird da nicht verbaut sein und so 'n "Klingeldraht" schmurgelt bei solchen Spannungen und Stromstärken vermutlich einfach weg. Elektrische Verdecke haben ja wohl aber genug Metallteile verbaut.

Das Zelt beim Bushcamper und vergleichbaren Fahrzeugen besteht seitlich allerdings nur aus einem Stoffgewebe, nehme ich mal an. Da ist von etwas, das einem Käfig ähnelt, ja wenig übrig und der nasse Zeltstoff leitet Strom möglicherweise auch sehr gut, so dass der Blitz vielleicht auch diesen Weg nehmen könnte. Wenn ich mir Bäume anschaue, die vom Blitz getroffen wurden, vermute ich, dass von so einem Zelt anschließend noch ein Häufchen Asche übrig ist.
Ich würde bei Gewitter das Dach runterklappen und mich nach unten verziehen.

Gruß
Wofgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
49 Beiträge · seit 201605. Sept. 2016 ·
Hallo miteinander,
ich würde den direkten Blitzschlag zwar nicht vernachlässigen, aber ich halte andere Gefahren für wichtiger. Ins Auto umsteigen denke ich ist relativ sicher gut, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass (wenn man auf Nummer sicher gehen will) die Möglichkeit in kurzer Zeit loszufahren nützlich wäre. Das fängt an bei einfachem wie dass jemand verletzt wird (und man zum Arzt fahren will), über ein Baum bricht gleich ab oder einer Flut bis hin zu einem durch einen Blitzschlag ausgelösten Buschbrand.
Jedesmal ist es sinnvoll, dass das Auto fahrbereit ist.

BTW: Wenn es um Risiko management geht sind die Gefühle von Menschen (incl. mir) nicht sehr gut. So sind mehr Leute in den USA an ANGST vor Terrorismus gestorben als am Terrorismus (incl. 11September) einfach, weil sie vom Flugzeug aufs Auto umgestiegen sind und das viel gefährlicher ist, oder man hat viel mehr Angst vor Terrorismus als davor mit dem Auto zu fahren, trotzdem sterben mehr Leute durch Autos.... einige weitere Beispiele kurz und Populärwissenschaftlich hier..
LG
7’354 Beiträge · seit 200605. Sept. 2016 ·
desertstar schrieb:ich würde den direkten Blitzschlag zwar nicht vernachlässigen, aber ich halte andere Gefahren für wichtiger.

... das sehe ich schon auch so, aber nur weil eine Gefahr bedrohlicher ist, sollte man eine andere nicht aus den Augen verlieren.
Und wenn sich die Gefahr eines Blitzschlages einfach dadurch vermeiden lässt, dass man sich ins Auto zurückzieht (so man denn eines hat 😉 ), dann kann man das ja mit wenig Aufwand tun.

Wenn man natürlich die ganze Zeit über an mögliche Gefahren denkt (Reifenplatzer, Diebstahl, Überfall, Schlangenbiss, Malaria, ...), dann wird die Reise nicht entspannend. Man sollte die Gefahren grob kennen, Leichtsinn vermeiden, einen Plan B für den Fall der Fälle haben und unterwegs nicht dauernd dran denken, was alles passieren könnte. So komme zumindest ich recht gut zurecht. Ich denke, so in etwa waren Deine Gedanken auch.

Gruß
Wolfgang
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5’489 Beiträge · seit 200906. Sept. 2016 ·
Wer hat in Afrika denn schon einen Blitzeinschlag ins Dachzelt oder zumindest ins Auto miterlebt? Mir ist niemand bekannt. Bei den Risiken einer Afrikareise sehe ich Blitze ganz weit hinten.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
4’132 Beiträge · seit 200806. Sept. 2016 ·
Topobär schrieb:Wer hat in Afrika denn schon einen Blitzeinschlag ins Dachzelt oder zumindest ins Auto miterlebt? Mir ist niemand bekannt.
Gibt es einen Unterschied von Blitzen in Afrika und anderswo auf der Welt?

Ich kenne es aus meiner Kindheit.
Alle waren aus den Bodenzelten in die schützenden Autos gegangen.
Und obwohl man meinen mochte, dass ein Auto wohl eher getroffen würde, Schlug ein Blitz ins Nachbarzelt ein.
Das war ein sehr eindrückliches Erlebnis, vom Lärm und den Brandspuren her.
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Themenstarter2’610 Beiträge · seit 200706. Sept. 2016 ·
Hallo Topobär,

ich möchte aber auch nicht die 1. sein 😉 .

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
219 Beiträge · seit 201506. Sept. 2016 ·
Von der Wahrscheinlichkeit her ist der Blitzeinschlag vielleicht nicht so groß, aber gegen Naturgewalten ist man generell machtlos von daher finde ich es schon wichtig zu wissen wie man sich am besten schützen kann.
7’354 Beiträge · seit 200607. Sept. 2016 ·
Topobär schrieb:Wer hat in Afrika denn schon einen Blitzeinschlag ins Dachzelt oder zumindest ins Auto miterlebt? Mir ist niemand bekannt.

... mir ist auch niemand bekannt, der das in Deutschland schon erlebt hat. Trotzdem scheint es wohl zu passieren.

Und mir ist auch niemand bekannt, der als Radfahrer in der Wüste vom Blitz erschlagen wurde. Trotzdem war ich etwas beunruhigt, als ich mit dem Rad auf dem Weg ins Sossusvlei in ein Gewitter kam und eine halbe Stunde lang rund herum die Blitze einschlugen. Wäre in der Zeit ein Auto vorbeigekommen und der Fahrer hätte mir angeboten, mich bis zum Ende des Gewitters mit ins Auto zu setzen, hätte ich sicherlich nicht mit dem Argument angelehnt, dass ich noch nie von einem Blitzeinschlag in einen Radfahrer in der Wüste gehört hätte.

Gruß
Wolfgang
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391 Beiträge · seit 201507. Sept. 2016 ·
https://www.bergzeit.de/magazin/zelten-bei-gewitter-wie-verhaelt-man-sich-richtig/

Das kann man auch adaptieren auf ein Dachzelt.

Ausnahme sind hier die Aufstelldächer aus Aluminium (nicht Kunststoff), die dürften überhaupt kein Problem sein. Sprich in einem Bushcamper mit Aludach ist man gut geschützt vor Blitzschlag. In den normalen Dachzelten hingegen nicht.

Ich würde mir insgesamt bei einem Gewitter aber jeweils auch mehr Sorgen machen über Dinge wie Wind, Regen, Überschwemmung, herabfallende Äste, umstürzende Bäume, herumfliegende Teile. In die Fahrerkabine zu wechseln ist aber auch dabei kaum falsch bzw. sicher eine gute Entscheidung 😉
zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2016