DEUTSCHER JÄGER TÖTET AFRIKANISCHER ELEFANTEN

85 Antworten · 11,8k Aufrufe · gestartet 16. Okt. 2015 von engelstrompete
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197 Beiträge · seit 201018. Okt. 2015 ·
hi,

gestern kam in den NBC-news das ein (boeser und vielleicht auch heimtueckischer) elefant eine,wenn ich mich recht erinner,58-jaehrige frau im kavango getoetet hat!

eine gruppe elefanten war nahe einem dorf und diese gruppe wurde bei polizei und naturdingens gemeldet.
nun,nichts wurde unternommen. --------wenn aber nun auf diese gruppe elefanten aus sicherheitsgruenden geschossen worden waere ?!?!?!

dann haette dieser POST noch mehr kommentare.




so,was machen die GUTMENSCHEN (hier) nun mit diesem elefanten??

was wird aus der familie der frau???

schoenes streiten wuenscht ein verschwitzter
david
7’359 Beiträge · seit 200618. Okt. 2015 ·
phantom schrieb:
schoenes streiten wuenscht ein verschwitzter
david
Suchst Du bewusst Streit?

Kannst Du haben.
Allerdings nur, wenn du es schaffst, die Shift-Taste an den passenden Stellen zu betätigen.

Ich streite doch nicht mit jedem V.......

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast18. Okt. 2015 ·
Hallo Markus,
maggus schrieb:Ich selbst bin so ein "Urlaubsangler" und wenn da mal ein etwas größerer Fisch am Haken zappelt, dann geht mein Puls deutlich nach oben und der Adrenalinspiegel steigt bis auf Anschlag! Ja,ist so und ich denke mal, wird bei den meisten meiner Mitmenschen ähnlich ablaufen!!!
Wenn es nur um den Thrill, um Adrenalin geht, warum dann keine Betäubungsjagd? Da muss man das Tier exakt genau so aufspüren, sich exakt genau so anpirschen, wie bei einem tödlichen Abschuss. man bringt sich in die gleiche oder noch größere "Gefahr". Man kann sich genau so freuen, wenn der erste Betäubungsschuss perfekt gesessen hat. Und wie bei der echten Trophäenjagd kann man, währen das Tier betäubt ist, genau so sein Poserfoto mit dem Tier schießen, wie bei einem tödlichen Abschuss. Trophäenjäger deklarieren das Poserfoto ja immer zur Ehrenbekundung gegenüber dem abgeschossenen Tier - ich stelle auch immer jemand anders meinen Fuß auf den Kopf, wenn ich ihn ehren will...

Markus, erkläre mir bitte, warum die Betäubungsjagd dann keine Alternative ist. Ich habe bisher keine andere Erklärung gefunden, als dass das Gefasel von Thrill, Jagdsport etc. nur vorgeschoben ist und es eben doch nur um das Töten geht. Einige Leute brauchen anscheinend das Gefühl, sich über andere Lebewesen erheben zu können, über Leben und Tod bestimmen zu können und ein Gefühl von Macht zu haben. In nur leicht anderem Kontext stufen Gerichte so etwas immer als niederste Motive ein.

Markus, wenn Du immer vehement pro Trophäenjagd argumentierst, dann erbringe bitte mal den Nachweis, warum das sinnvoll sein soll. Du sagst gern, dass Du gerade keine Zahlen hast und von anderen vorgebrachte Zahlen ignorierst Du seit Jahren beharrlich.

Für Namibia gibt es eine Menge Statistiken. Alle 82 Conservancies zusammen erzielen auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland mit der Trophäenjagd rund 1,3 Millionen EUR im Jahr an Einnahmen. Pro Einwohner und Monat in den Conservancies netpricht das 0,67 EUR. In allen Conservancies zusammen wurden durch die Trophäenjagd 135 Vollzeitjobs und 129 Teilzeitjobs geschaffen*. Die durchschnittliche Conservancy ist etwa so groß wie das Bundesland Saarland und auf dieser Fläche haben dann etwa 2,5 Locals durch Trophäenjagd einen Jobs. Wohlgemerkt: Das sind keine Zahlen von Anti-Hunting-Lobbyisten, die die Trophäenjagd in ein schlechtes Licht stellen wollen, sondern die Zahlen sind von offiziellen Stellen in Namibia, die die Trophäenjagd ausdrücklich gutheißen.

Noch 3 Aspekte:
1. Gern wird erzählt, dass erst die Trophäenjagd den Tieren einen Wert gibt und die Locals sich deshalb mit den Tieren arrangieren oder sie sogar aktiv schützen. Und dann wird erzählt, dass ein Löwe durch die Trophäenjagd 10.000 USD wert ist. Fein. Laut umfangreichen Studien kommen von den Umsätzen bei der Trophäenjagd im Schnitt aber nur 3% bei den Locals an. Dann sind es nur noch wenige hundert USD, die ein Löwe wert ist. Wenige hundert USD insgesamt für eine Gemeinschaft aus meist ein paar tausend Menschen. Eine Kuh ist viel mehr wert. Für den einzelnen Farmer ohnehin.

2. Häufig wird auch argumentiert: Es gibt noch x-tausend Tiere z.B. Löwen und wenn Trophäenjäger ein paar wegschiessen, ist das kein Problem. Gerade bei Löwen ist es so, dass die Population zu einem großen Teil aus versprengten, isolierten Gruppen besteht. Hier mal 30. Da mal 50. Bei den Gruppen ist der Genpool zu klein, um langfristig einen nennenswerten Beitrag zum Arterhalt zu leisten. Das gilt umso mehr, wenn der Genpool laufend verschlechtert wird, weil Trophäenjäger immer die prächtigsten, gesundesten Tiere Tiere wegschießen. Andere große Populationen wie im Krüger sind zu einem großen Teil mit FIV und anderen Krankheiten infiziert. Jeden Abschuss eines gesunden Tieres im besten Alter finde ich dann kritisch.

3. Wenn es denn sein muss, kann ich mich mit einer Trophäenjagd auf Büffel, Oryx etc. arrangieren. Und rein theoretisch erscheint mir auch eine Trophäenjagd auf Löwen so durchführbar, dass sie tatsächlich kaum negative Auswirkungen hat. Dann sollten aber unabhängige Wissenschaftler und nicht von Gier getriebene Jagdveranstalter und Trophäenjäger festlegen, welche Tiere geschossen werden dürfen. Immer wieder wird das prächtigste Tier im besten Alter geschossen und so das Sozialgefüge gestört und der Genpool verschlechtert. Immer wieder - nicht nur bei Cecil und nicht nur in Zimbabwe - werden Tiere zum Abschuss aus Gebieten heraus gelockt, in denen ausdrücklich nicht geschossen werden darf. Immer wieder reicht ein "Hab' ich nicht gewusst" der Trophäenjäger, um drohende Sanktionen bei Fehlverhalten abzuwehren. Das alles passiert wieder und wieder und wieder. Offenbar ist es in Afrika nicht möglich, die Jagd angemessen zu regulieren und zu überwachen und deswegen ist zumindest die Jagd auf bedrohte Arten wie Löwen meines Erachtens grundsätzlich abzulehnen.

Markus, wenn Du immer so vehement für die Trophäenjagd bist und auch an dem Abschuss von Cecil gar nichts Schlimmes findest, dann erkläre mir anhand obiger Zahlen bitte mal, wieso Trophäenjagd ökonomisch und/oder ökologisch sinnvoll sein soll? Ich kann das anhand der harten Fakten nicht nachvollziehen. Je mehr man versucht Fakten zu finden, umso mehr fällt auf, dass die angeblich so segensreichen ökonomischen und ökologischen Wirkungen der Trophäenjagd regelmäßig extrem übertrieben werden. Gern um den Faktor 100. Ich habe das Beispiel ja schon mal gebracht: Im Rahmen des Cecil-Abschusses durfte ein Deutscher Jäger in der Bild unwidersprochen sagen, dass in Namibia die Trophäenjagd für 20% der Staatseinnahmen sorgt**. So einen Mist glauben anscheinend viele Jäger und Jagdbefürworter und denken dann, Trophäenjäger sind Wohltäter und Naturschützer. In der Realität ist es ca. 1/100 davon. In den meisten südafrikanischen Ländern trägt die Trophäenjagd nur 1 bis 5 Promille zum GDP bei. Das soll pauschal ein unverzichtbarer, nicht zu ersetzender Faktor für Wirtschaft und Umweltschutz sein?

Beste Grüße

Guido

Nachtrag: Ich bin ab morgen auch wieder auf Reisen und etwaige Antworten meinerseits werden entsprechend dauern.


* Quelle MET/NACSO
** http://www.bild.de/news/ausland/loewe/tierschuetzer-gegen-grosswildjaeger-die-grosse-diskussion-zur-jagd-auf-afrika-loewen-41999308.bild.html
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2015
785 Beiträge · seit 200818. Okt. 2015 ·
Hallo Guido,

wo fange ich an, ok Namibia,Einnahmen durch die Jagd;

Bei deinen Zahlen bezüglich Namibia sprichst du bei den Einnahmen leider nur von den Conservancies, die Einnahmen durch die Jagd auf den Farmgebieten lässt du hier völlig außer acht und aus eigener Erfahrung und vielen Gesprächen mit lokalen Farmern in Namibia habe ich erfahren, dass gerade die Trophäenjagd eine maßgebliche Einnahmequelle ist und auch überhaupt Anreiz war von Rindern auf Game um zu schwenken! Kurz gefasst: Ohne die lukrative Trophäenjagd gäbe es wesentlich weiger Wild in Namibia, ist dies dein Ziel?
Gleiches habe ich auch in Südafrika / Limpopo gesehen, dort reiht sich eine Jagdfarm an die nächste und dies ist sicherlich nicht der Fall, weil in dieser strukturschwachen Gegend damit kein Geld verdient wird!

Betäubungsjagd: Sicherlich auch eine Möglichkeit, wird vielleicht zu wenige angeboten aber ein Gedanke der bestimmt noch ausbaufähig währe!

Löwenjagd: Hier bin ich auch kritischer geworden und sicherlich sollte diese auch nur in Gebieten erlaubt werden, die nachweislich stabile Bestände haben und es kann hierbei nicht genug Kontrollen geben! Ich hätte auch hier keine Einwände gegen noch geringere Quoten und gerne auch noch höhere Preise!

Verteilung der Gelder: Hierauf hat der Jäger wahrscheinlich wenig Einfluss und auch größere Einbindung der lokalen Bevölkerung währe sicherlich nur Vorteilhaft!
Diese Verteilung ist dann auch leider Sache der Regierung und z.B. in Zimbabwe mehr als fragwürdig und hier sollte mehr Transparenz gefordert werden!

Trophäenjagd auf Büffel, Kudu, Oryx sehe ich als völlig bedenkenlos, die Arten sind wohl wenig bedroht, für die Farmer sind dies gute Einnahmequellen und diese Tiere werden für die Fleischversorgung eh geschossen und wenn da jemand kommt, der noch für den Abschuss bezahlt dann um so besser!

Trophäenjagd auf Elefanten: Sehe ich auch als recht unbedenklich, denn gerade diese haben sich in einigen Gebieten extrem vermehrt und die Schäden an der Umwelt sind eigentlich auch von jedem erkennbar!

Generell noch mal zusammenfassend: Trophäenjagd kann, wenn richtig ausgeführt, nachhaltig und in strukturschwachen Gegenden eine lukrative Einnahmequelle sein, zumindest so lange, bis andere Lösungen gefunden und auch umgesetzt worden sind!

Siehe auch WWF und die Meinung zur Trophäenjagd!

Warum ich immer so die Trophäenjagd verteidige:

Ich kann diese Hetzkampagnen gegen die Jäger, oder der "Trophäenjäger" einfach nicht mehr sehen, es nervt mich wenn dort immer nur Kotzsmileys und Todeswünsche gepostet werden und wenig sachliches geschrieben wird!

Es wird sich rieeeesig darüber aufgeregt, wenn da mal ein Elefant geschossen wird,ok sicherlich kein schönes Bild, aber gerade wir kommen aus einem Land der Massentierhaltung und des Überflusses und hier machen wir schön die Augen zu!

Frei nach dem Gedanken: "Ich bin toll und mache alles richtig, verurteilt und verbrennt die Anderen!!"

Auch wenn ihr es vielleicht nicht glaubt, ich selbst bin nicht einmal ein Jäger, oder verdiene mein Geld irgendwie mit der Jagd, ich esse immer mal gerne Wild, habe einige Freunde die auf die Jagd gehen, aber dass war´s!


Viele Grüße


Markus
Gast18. Okt. 2015 ·
Hallo Markus,
maggus schrieb:aus eigener Erfahrung und vielen Gesprächen
Sorry, aber das ist genau das typische Rumgeeier. Deine subjektiven Wahrnehmungen aus einer Handvoll Namibia-Reisen ersetzen keine Fakten. Ich halte erst einmal fest: Den Nachweis, dass die Trophäenjagd in den Conservancies ökonomisch sinnvoll ist, kannst Du offenbar nicht führen.

Zu den Jagdfarmen: Natürlich ist mir bewusst, dass die auch Umsätze machen. Und wer eine Trophäenjagd in einer Conservancy macht, sorgt auch außerhalb der Conservancy durch Übernachtungen, gebuchte Guides, den begleitenden Berufsjäger, Präparatoren usw. für Umsätze. Die Summe der Umsätze bleibt aber insgesamt gering, s.o. Durch die Trophäenjagd wird zwangsweise auch negative Presse geerntet, gibt es Boykottaufrufe usw. Macht das unter dem Strich irgendeinen Sinn für Namibia? Ich habe darauf noch keine endgültige Antwort, aber ich finde sehr viel mehr Fajten, die dagegen sprechen als dafür. Namibia setzt ca. 1.000 Millionen Euro jährlich mit Tourismus um. Sind die 1,3 Millionen der Trophäenjagd in den Conservancies dann nicht zu kompensieren? Und der werte Herrn Minester Shifeta des MET musste kürzlich kundtun, dass der gesamte Umweltschutz in Namibia am Ende ist, sollte die Trophäenjagd wegfallen. Da versagt meine Logik vollständig.

Und - man mag mich korrigieren - soweit ich weiß, werden auf den privaten Jagdfarmen in Namibia kaum Löwen, Nashörner oder Elefanten geschossen. Das findet primär in den Conservancies statt und deshalb wollte ich die besonders beleuchten. Wenn auf Jagdfarmen ein paar Antilopen geschossen werden, ist das meines Erachtens nicht das dringliche Thema.
maggus schrieb:Betäubungsjagd: Sicherlich auch eine Möglichkeit, wird vielleicht zu wenige angeboten aber ein Gedanke der bestimmt noch ausbaufähig währe!
Ich befürchte, das liegt weniger am fehlenden Angebot als an der fehlenden Nachfrage. Belegen kann ich das aber auch nicht.
maggus schrieb:Ich kann diese Hetzkampagnen gegen die Jäger, oder der "Trophäenjäger" einfach nicht mehr sehen, es nervt mich wenn dort immer nur Kotzsmileys und Todeswünsche gepostet werden und wenig sachliches geschrieben wird!
Zustimmung. Wenn z.B. bei Facebook dem Cecil-Jäger gedroht, ihn bei lebendigen Leib zu häuten, wenn seine Familie bedroht wird, dann ist das inakzeptabel. Darüber hinaus ist es auch kontraproduktiv. Man liefert der Gegenseite damit eine Menge Argumentationshilfen. Aber man kann solche inakzeptablen Meinungsäußerungen und Drohungen ja auch kritisieren, ohne deshalb vehement für die Trophäenjagd eintreten zu müssen.

In puncto Massentierhaltung kann ich Dir folgen und habe für mich die Konsequenzen gezogen.
Und eine durch einen Trophäenjäger in freier Natur geschossene Antilope hatte mutmaßlich das weniger beschissene Leben als eine Sau oder ein Rind in deutscher Massentierhaltung. Aber ein paar Unterschiede gibt es schon. Das Holstein-Rind gehört mit mehr als 1,6 Millionen Tieren allein in Deutschland nicht zu den bedrohten Arten. Und auf moralischer Ebene geht es da nicht um die pure Lust am Töten, um die Lust andere Lebewesen zu dominieren.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2015
Gast18. Okt. 2015 ·
Wow Guido,

ich ziehe meinen Hut!

Wer selbst jetzt noch die Trophäenjagd verzweifelt versucht zu verteidigen, wie z.B. Maggus, dem bräuchte man eigentlich nicht mehr zuhören. Gelinde gesagt..... 🙂

Hurryup
1’155 Beiträge · seit 200618. Okt. 2015 ·
...trotzdem lese ich gerne Hemingway...jagen, lieben, saufen...dem Tod ins Gesicht lachen..."die grünen Hügel Afrikas"...auch für nicht Jäger, wie mich, faszinierende Literatur über die Jagt...lg tom
Gast18. Okt. 2015 ·
Hallo Kater,
Tomcat schrieb:...trotzdem lese ich gerne Hemingway...jagen, lieben, saufen...dem Tod ins Gesicht lachen..."die grünen Hügel Afrikas"...auch für nicht Jäger, wie mich, faszinierende Literatur über die Jagt...lg tom
Kannst Du auch. Als Nicht-Angler habe ich auch mal "Der alte Mann und das Meer" gelesen. Hemingway hat vor grob 60 Jahren gejagt. Andere Zeit, andere Werte, andere Löwenbestände usw. Ich halte wenig davon, heutiges Wissen sowie heutige moralische und rechtliche Maßstäbe an sehr lange Vergangenes anzulegen. Vor 100-150 Jahren hätten wir alle hier wahrscheinlich nichts dabei gefunden, uns ein paar Hottentotten auf einer Völkerschau oder ein paar "Bimbos" im Käfig auf dem Jahrmarkt anzuschauen. Aus heutiger Sicht würde man das als zutiefst rassistisch und menschenverachtend bewerten. Halt auch andere Zeit, andere Werte. Trotz aller Rückschläge entwickelt sich die Menschheit ja doch ein bisschen weiter.

Beste Grüße

Guido
785 Beiträge · seit 200818. Okt. 2015 ·
Guido. schrieb:Hallo Markus,
maggus schrieb:aus eigener Erfahrung und vielen Gesprächen
Sorry, aber das ist genau das typische Rumgeeier. Deine subjektiven Wahrnehmungen aus einer Handvoll Namibia-Reisen ersetzen keine Fakten. Ich halte erst einmal fest: Den Nachweis, dass die Trophäenjagd in den Conservancies ökonomisch sinnvoll ist, kannst Du offenbar nicht führen.
Hallo Guido,

in deiner Aufstellung sehe ich einen gravierenden Fehler:

Du beziehst dich in Namibia nur auf die Conservancies und setzt die Einnahmen daraus in den Vergleich mit den Einnahmen gesamt aus Tourismus und lässt die Einnahmen der etlichen Jagdfarmen einfach unter den Tisch fallen!

So kann ist deine Aufstellung leider nicht vollständig und auch nur sehr einseitig und ich kann hiermit zumindest mir kein eindeutiges Bild über die Gesamteinnahmen machen und gerade dies währe doch wohl interessant, um über etwas urteilen zu können, oder etwa nicht?

Auch reisen einige Jäger nach Namibia, nicht nur der Jagd wegen, sondern machen auch gleichzeitig noch Unternehmungen im touristischen Bereich, wozu sind hier die Einnahmen zu zählen, würden diese Menschen auch nach Namibia reisen,wenn sie dort nicht jagen könnten?

Keine Ahnung wie sich dies verhalten würde, mit weniger Reisenden / Einnahmen sollte dann auf jeden Fall gerechnet werden!

Jetzt mal anders herum gefragt: Wo ist denn jetzt überhaupt der Schaden den die Trophäenjagd in Namibia anrichtet?

Außer, dass hier der ein oder andere "würgen muss, wenn er diese Typen beim einchecken auf dem Flughafen sieht!"

Ich sehe es eigentlich nur als zusätzlicher Gewinn für das Land und letztendlich auch für die Tiere dort!

Stimmst du mir überein, dass, wenn in Namibia die Jagd durch Ausländer verboten werden würde, dass sich dies letztendlich wahrscheinlich auf den Wildbestand landesweit negativ auswirken würde, denn die meisten Farmer würden dann mit Rinder oder Schaafszucht wieder ihr Geld verdienen und die Wildtiere nur als Nahrungskonkurrenz sehen und wieder abschießen!

So wie es ja früher auch üblich war, bevor man entdeckt hat, dass mit diesen Tieren auch Geld zu verdienen ist.

( Dies ist sicherlich nur eine Vermutung, aber ich denke mal nicht so realitätsfremd! )

Wir werfen hier eh sehr viele Dinge durcheinander, darüber sind wir uns sicherlich auch einig, denn was für einige Regionen gilt, sieht in anderen Regionen Afrikas wiederum ganz anders aus!

Zum Thema Moral: Hm, welche Moral, etwa die Moral unserer Industriestaaten, deren Wohlstand sich auf die Ausbeutung der 3 Welt beruht und deren Hunger nach Öl Kriege führen lässt?


Viele Grüße


Markus
7’359 Beiträge · seit 200618. Okt. 2015 ·
hurryup schrieb:
Wer selbst jetzt noch die Trophäenjagd verzweifelt versucht zu verteidigen, wie z.B. Maggus, dem bräuchte man eigentlich nicht mehr zuhören. Gelinde gesagt..... 🙂
... doch. Man sollte immer alle Seiten hören.
Ich stimme diesbezüglich in vielen Dingen nicht mit ihm überein, aber einige Argumente haben Hand und Fuß.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1’162 Beiträge · seit 201219. Okt. 2015 ·
Lieber Guido,

meine Bewunderung mit welcher Ruhe und Gelassenheit, und vor allem Sachkenntnis Du dieser Rabulistik von Markus begegnest.


Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
Gast19. Okt. 2015 ·
Hallo Markus,
maggus schrieb:Du beziehst dich in Namibia nur auf die Conservancies
Ja und das habe ich begründet. Die kritischen Tiere wie Löwen, Nashörner, Wüstenelefanten usw. werden in der Regel in den Conservancies und nicht auf privaten Jagdfarmen geschossen.
maggus schrieb:und setzt die Einnahmen daraus in den Vergleich mit den Einnahmen gesamt aus Tourismus und lässt die Einnahmen der etlichen Jagdfarmen einfach unter den Tisch fallen!
Ich muss mit nichts Recht haben, ich suche selber noch nach vielen Antworten und Du kannst mich gern überzeugen. Aber in deinem Posting kommen null Fakten, null Zahlen, null Quellen, nur ein paar Vermutungen, subjektive Wahrnehmungen und dann kommst Du mit Öl-Krieg und verdrehst mir das Wort im Mund.

Ich habe explizit geschrieben, das Jagdfarmen auch Umsätze machen und das Trophäenjäger auch außerhalb der bejagten Conservancies Umsätze generieren. Ich habe das nicht unter den Tisch fallen lassen. Mir geht es aus den nun mehrfach genannten Gründen primär um die Conservancies. Bei der Gegenüberstellung der Tourismuseinnahmen insgesamt von 1.000 Millionen EUR und den Trophäenjagdeinnahmen in den Conservancies habe ich explizit die Frage formuliert "Sind die 1,3 Millionen der Trophäenjagd in den Conservancies dann nicht zu kompensieren?". Ich habe nicht so getan, als wären die 1,3 Millionen die Gesamteinnahmen durch Trophäenjagd in Namibia. Die sind selbstverständlich höher.
maggus schrieb:So kann ist deine Aufstellung leider nicht vollständig und auch nur sehr einseitig und ich kann hiermit zumindest mir kein eindeutiges Bild über die Gesamteinnahmen machen und gerade dies währe doch wohl interessant, um über etwas urteilen zu können, oder etwa nicht?
Nein meine Aufstellung ist nicht einseitig. Sie beleuchtet die Conservancies und das habe ich auch geschrieben. Wenn Du meinst, das da Daten fehlen, dann liefer doch die fehlenden Daten! Wenn Du auch mal die Gesamteinnahmen durch Trophäenjagd in Namibia beleuchten möchtest: Können wir machen. Aber dann ist doch an Dir und nicht an mir, auch mal ein paar Fakten mit Quellenangabe zu bringen, welchen positiven Wirkungen die Trophäenjagd denn hat! Du vertrittst doch diese Meinung.
maggus schrieb:Stimmst du mir überein, dass, wenn in Namibia die Jagd durch Ausländer verboten werden würde, dass sich dies letztendlich wahrscheinlich auf den Wildbestand landesweit negativ auswirken würde, denn die meisten Farmer würden dann mit Rinder oder Schaafszucht wieder ihr Geld verdienen und die Wildtiere nur als Nahrungskonkurrenz sehen und wieder abschießen!
Das ist hypothetisches Gefasel. Kann ich auch: Stimmst Du mit mir überein, dass Namibia nur mal seinen Tourismussektor besser managen müsste (NTB, Luftfahrtsektor, NWR, Kriminalität, ...) um innerhalb von 3 Jahren die Zahl seiner Touristen zu verdoppeln? Und das man dann locker alle Jagdfarmen und die Trophäenjagd in den Conservancies durch touristische Angebote ersetzen kann?


Das ist der Punkt, wo die Diskussion komplett nutzlos wird. Du bringst null Fakten. Und ich mache gerade das Gleiche und schreibe auch nur noch mal eine Rechtfertigung und Ausformulierung, so dass man es nicht mehr verdrehen kann. Das bringt niemanden weiter. Wenn man meine eigene Ausführungen zusammen fasst, dann müsste man zu dem Schluss kommen, dass die in Namibia ziemlich bescheuert sind. Den Minister halte ich aufgrund seiner Aussagen auch für genau das. Aber das da nur Bekloppte sind, ist ja keine sehr plausible Annahme. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass es irgendwo doch gute Argumente pro Trophäenjagd gibt? Recherchier das doch mal!

Noch ein Punkt: NAPHA ist der Interessensverband der Berufsjäger in Namibia, also der Leute, die die meisten Trophäenjagden durchführen. Es ist auch der oberste Lobbyist für Trophäenjagd in Namibia. Man sollte annehmen, dass die großes Interesse haben, die Trophäenjagd im besten Licht darzustellen und Fakten pro Trophäenjagd zu bringen.

Schaut man auf die Website: Nix. Ja, da kommt häufiger das Wort Conservation vor. Konkrete Zahlen was die Jagd bringt? Ganz mager. Das Einzige "70 to 80 percent of all wild animals in Namibia are found on private land – this is largely credited to the trophy hunting industry.". Quelle? 40% der Fläche von Namibia sind schon geschütztes staatliches Land, darunter die besonders wildreichen Nationalparks und die Conservancies. Dann gehen noch besiedelte Gebiete ab. Dann gehen noch für normalen Tourismus genutzte Farmen und Reserves wie Erindi ab. Und dann gehen noch die landwirtschaftlich genutzten Flächen ab. Auf dem verbleibenden Rest leben 70-80% der Wildtiere in Namibia? Nicht ausgeschlossen aber erst mal nicht sehr palusibel.

Ansonsten gibt es bei NAPHA in epischer Breite Top-Ten-Listen der prächtigsten abgeschossenen Trophäen für alle möglichen Tierarten. Für mittelgroße Löwen, Elefanten, Nashörner, usw. gibt es eine NAPHA-Bronze-Medaille, für größere eine NAPHA-Silber-Medaille und das Abschießen der größten, prächtigsten Tiere wird mit einer NAPHA-Gold-Medaille belohnt. Da werden ganz gezielt Anreize gesetzt, selektiv die biologisch besten, prächtigsten Tiere abzuschießen (natürlich unabhängig vom Alter, Breeding-Status usw.). Das ist dann "Conservation" durch Trophäenjagd?

Mir fallen jetzt 2 möglich Erklärungen ein: Man ist bei NAPHA in Sachen PR und Öffentlichkeitsarbeit unfähig und völlig unbedarft (für regelmäßige AZ-Beiträge und Leserbriefe reicht es immerhin). Oder man tut sich auch da schwer, glaubhafte, überzeugende Daten und Fakten pro Trophäenjagd zu veröffentlichen, weil es sie einfach nicht gibt? Ich tippe vorerst auf Ersteres.

Nicht unter den Tisch fallen lassen will ich: NAPHA will sich um die Ausbildung Schwarzer kümmern, will Geld für Anti-Wilderei-Maßnahmen sammeln. Wie genau diese Maßnahmen sich darstellen, weiß ich nicht. Kannst Du gern recherchieren und hier einstellen.

Beste Grüße

Guido - ab jetzt im Urlaub.
zuletzt bearbeitet 19. Okt. 2015
33,5k Beiträge · seit 200619. Okt. 2015 ·
Moin zusammen,

ich habe den Thread in aller Länge durchgelesen und mir kommen so einige Fragen auf, da ich nicht einmal verstanden habe worum die beiden Fraktionen sich eigentlich "streiten". Ich schicke aber vorweg, damit kein falscher Eindruck aufkommt, dass ich rein gar kein Problem mit der Jagd habe, es persönlich aber auch nicht nachvollziehen kann, warum man gerade Elefant & Co jagen will.

Eigentlich ging es ja um einen Elefanten in Simbabwe, nun aber eher um die Trophäenjagd an sich, v.a. in Namibia. Ich habe nur immer das Gefühl, dass alle möglichen Dinge zum "Reizthema Trophäenjagd" in einen Topf geschmissen werden. Der Farmer, der den Kudu für Fleisch erlegt wird auf einmal genauso verdammt, wie der Elefanten-"Mörder".

Folgende Fragen bleiben bei mir grundsätzlich unbeantwortet:
- Wir der Nutzen von Jagd überhaupt gesehen oder generell in Frage gestellt?
- Wird die Trophäenjagd generell verdammt?
- Wird die Trophäenjagd auf "Großtiere" (Elefant, Löwe & Co) generell verdammt?
- Wir der Großwild-Trophäenjäger verdammt, weil er Geld für z.B. einen Elefantenabschuss bezahlt?
- Ist es nicht unerheblich für die Sache an sich, ob eine Einzelperson Spaß an der Jagd/dem Töten eines Tieres hat?
- Ist die Trophäenjagd unnütz, weil sie anscheinend nicht genug (was ist "genug"?) den z.B. Conservancies einbringt?
- Kann es der Sinn der Sache sein, ein altes Tier lieber eines natürlichen Todes sterben zu lassen, als es für viel Geld erlegen zu lassen?
- Wer sollte die Jagd, wenn sie denn überhaupt notwendig sein sollte, durchfürhen, wenn nicht private Trophäenjäger? Berufsjäger? Der Staat?

Nur ein paar Zahlen zu Wildtieren in Namibia
- Bestandsvergrößerung (über alle Tierarten gesehen) seit den 1960er Jahren um mehr als 400 Prozent (Quelle: MET)
- Bis zu 6000 Trophäenjäger im Jahr (Quelle: NAPHA und Polizei am HKIA), die im Durchschnitt (laut MET) 6000 Euro (!) im Land lassen und 10 Tage vor Ort sind (= 600/Euro Tag - der deutsche Durchschnittstourist bringt laut Exit Survey etwa N$ 1840 (= etwa € 120/Tag)).
- Die Trophäenjagd in Namibia macht einen verschwindend kleinen Anteil an der gesamten Jagd im Land aus (die übrigens kaum in Zahlen zu nennen ist, da es keine Meldepflicht für jagdbares Wild gibt)

@Guido: Ich danke Dir ausdrücklich für Deine Sachlichkeit bei diesem Thema!

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
785 Beiträge · seit 200819. Okt. 2015 ·
Hallo Guido.

auch ich möchte dir für die Sachlichkeit der Diskussion danken, denn nur mit sachlichen Argumenten lassen sich Lösungen erzielen, denn wir haben letztendlich alle ein Ziel und zwar den dauerhaften Erhalt der Tiere und deren Lebensräume in Afrika!

Christian hat jetzt ja einige Fakten gebracht, die wohl auch realistisch sind und ein ganz anders Bild auf den Ertrag der Trophäenjagd in Namibia werfen und diese Zahlen sind deutlich anders zu sehen wie der Vergleich von Guido mit den 1.000 Millionen und den 1,3 Millionen!

( Guido ich weis, du hast auch geschrieben, dass die Einnahmen natürlich viel höher sind, hast damit auch recht,aber allein der Vergleich dieser beiden Zahlen hat mich gestört! )

Dies kam mir so vor, als wenn ich bewerten wöllte, was der Frankfurter Flughafen für die Region bringt und hierbei nur die Einnahmen der Parkhäuser zählen würde!


Die Fragen die Christian jetzt in seinem Tröd gestellt hat, hatte ich so ähnlich, leider nicht so detailliert, auch schon einmal formuliert nur leider keine Antwort erhalten und es währe doch toll,wenn die Personen,die hier so laut den Erleger des Elefanten oder die Trophäenjäger generell beschimpft haben, sich mal die Mühe machen würden, diese Fragen zu beantworten, denn vielleicht verstehe ich dann besser wie so gedacht wird!

Und zu guter letzt möchte ich noch ein paar Fakten bringen, die die Tröphäenjagd im südlichen Afrika und die Abschussquote von Nashörnen in Namibia erklären,somit dürfte ich wohl den mir vorgeworfenen Mangel an sachkundigen Quellen genüge getan haben!

Cites über Rechtfertigung der Quoten von Abschussquoten

https://cites.org/eng/news/SG/2012/US%20Senator%20questions-25-6-12-FINAL-rev.pdf

Studie über Ertrag der Jagd in Tanzania und auch andere Länder im südlichen Afrika, leider schon etwas älter, werde mal schauen ob ich noch was aktuelleres finde, aber trotz der länge doch recht informativ!

https://portals.iucn.org/library/efiles/documents/ssc-op-014.pdf


Viele Grüße


Markus
Gast19. Okt. 2015 ·
Hallo,


nur ganz kurz vor dem Absprung:
travelNAMIBIA schrieb:- Bestandsvergrößerung (über alle Tierarten gesehen) seit den 1960er Jahren um mehr als 400 Prozent (Quelle: MET)
Das Thema hatten wir schon. Ist wie bei Aktien. Die Wahl des Referenzzeitraums ergibt die Aussage. Relevanter für aktuelle Beurteilungen wären die Bestandsentwicklungen in den letzten paar Jahren. Die Erfolge in früheren Jahrzehnten sind unbestreitbar und Namibia hat dafür zurecht viel Anerkennung geerntet. Aber darauf kann Namibia sich nicht ewig ausruhen. Die Welt und die Bedingungen drumherum ändern sich. Gern würde ich hier mit Statistiken argumentieren, aber ich kenne keine 🙁, bzw. nur selektiv einige Regionale. Außer dem MET scheint niemand in Namibia großflächig Wildzählungen durchzuführen. An den letzten Wildzählungen des MET gibt es erhebliche Zweifel. Selbst einige Conservancies zweifeln daran und betrachten vom MET gezählte Bestände als völlig überhöht. Und das obwohl die Conservancies kurzfristig von überhöhten Tierzählungen und in der Folge überhöhten Abschussquoten finanziell stark profitieren.
travelNAMIBIA schrieb:- Bis zu 6000 Trophäenjäger im Jahr (Quelle: NAPHA und Polizei am HKIA), die im Durchschnitt (laut MET) 6000 Euro (!) im Land lassen und 10 Tage vor Ort sind (= 600/Euro Tag - der deutsche Durchschnittstourist bringt laut Exit Survey etwa N$ 1840 (= etwa € 120/Tag)).
Ich kenne die Zahlen so nicht, aber sie lassen sich plausibel mit Angaben aus anderen Quellen in Einklang bringen. Das ergibt ganz grob 36 Millionen EUR im Jahr. Das wiederum entspricht grob 3% der Tourismuseinnamen im Land und 3 Promille des BIP. Das passt zu den Größenordnungen, die in diversen Studien, u.a. die Ecolarge-Studie genannt werden.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 19. Okt. 2015
33,5k Beiträge · seit 200619. Okt. 2015 ·
Hi Guido,
Das Thema hatten wir schon. Ist wie bei Aktien. Die Wahl des Referenzzeitraums ergibt die Aussage. Relevanter für aktuelle Beurteilungen wären die Bestandsentwicklungen in den letzten paar Jahren
Nur einige Beispiele:

- Elefant: bis zu 25.000 Tiere in Namibia (Zuwachs zwischen 2007 und 2013 laut IUCN 30 Prozent)
- Löwe: 562 in 2004, bis zu 1600 in 2015 - Verdreifachung in 11 Jahren (Quelle: MET, Africat)
- Breitmaulnashorn: 191 in 2004, 370 in 2009 - Verdopplung (Quelle: MET, CITES)
- Spitzmaulnashorn: 1113 in 2004, >1500 in 2009 - 50% Zuwachs (Quelle: MET, CITES)
- Gepard: 2500 in 2004, 3500 in 2011 - Zuwachs um 40% (Quelle: MET, CCF)
- Büffel: 1365 in 2004, 20.000 in 2008 - Zuwachs um 1450% (Quelle: MET, NNF)
- Giraffe: 10.415 in 2004, 15.000 in 2015 - Zuwachs um 50% (Quelle: MET, Giraffe Conservation)

Für weitere Zahlen und Quellen siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Wildtierbestand_in_Namibia

Schönen Urlaub wünscht
Christian
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Gast19. Okt. 2015 ·
Hallo Christian,

Ich habe ja auch nichts Besseres, aber Zahlen von 2008 sind nicht so interessant. Die Einwicklung ab 2010 ist interessanter (siehe u.a. sprunghaft gestiegene Wilderei bei Nashörnern) und da gibt es eben begründete Zweifel an den Zählungen des MET. Ich weiß, dass meine Position da argumentativ auch nicht besonders stark ist, weil ich das nicht mit anderen Zahlen untermauern kann.

Africat, IUCN und Cites referenzieren auch nur Zahlen vom MET und sind keine unabhängigen Quellen. Wikipedia darfst Du auch nicht anführen 😉
Die Hälfte aller deutschen Wikipedia-Artikel zu Namibia ist von Dir - auch dieser maßgeblich - und als Quelle dort wird dann zum Teil Hitradio Namibia referenziert und die Nachrichten dort hast mit einiger Wahrscheinlichkeit auch wieder Du verfasst. Insofern referenzierst Du Dich da über 3 Ebenen selbst. Die Angaben bei Wikipedia sind z.T. auch nicht korrekt eingepflegt. Für Löwen wird mit Verweis "Africat (2015)" ein Bestand von "1200-1600" angegeben. Auf der referenzierten Quellenangabe bei Africat findet sich die Zahl überhaupt nicht. Dort nennt Africat 1113-1644 Löwen. Das ist weder eine Zahl von Africat, noch ist das eine Zahl aus 2015. Africat zitiert dafür die Angabe "Namibia Large Carnivore Atlas" des MET aus 2012. Der in 2012 erstellte "Namibia Large Carnivore Atlas" wiederum basiert aus Umfragen in 2010. Und so lösen sich die aktuellen Erfolgsmeldungen auf...

Den von allen anderen wieder und wieder zitierten "Namibia Large Carnivore Atlas" des MET habe ich jetzt nur ganz schnell überflogen. Nicht schlagen, wenn ich falsch liege. Auf den ersten Blick lese ich, dass das MET nicht einen einzigen Löwen selbst gezählt hat, sondern Fragebögen an 300 Farmer geschickt hat und auf deren Angaben hin Schätzungen zur Population angestellt hat. Und auf der Datenbasis werden Erfolge gefeiert?
Methods:
In 2010, the Ministry of Environment and Tourism (MET) initiated a large
carnivore survey. First, MET sent questionnaires to farmers throughout the country.
Nearly 300 farmers replied, giving a clearer picture of presence- absence and perceived
occurrence levels. From these data we used a kernel estimator to create a contoured map
of absent, high, medium and low occurrence for all 6 of Namibia’s large carnivores. The
areas were then calculated for each occurrence area. We then applied density estimates
from the previous large carnivore atlas to calculate population estimates for each species
Soweit ich weiß, zählt das MET gelegentlich zumindest partiell auch aus der Luft? Falls Du dazu Zahlen hast, wäre das noch interessant.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 19. Okt. 2015
33,5k Beiträge · seit 200619. Okt. 2015 ·
Hi Guido,

ich fürchte solche Zahlen wie Du suchst, gibt es weltweit nicht. Man kann nicht Wildtierbestände durch einen Notar beglaubigen lassen. Man muss irgendwelche Zahlen schlichtweg mal als Grundlage für Entscheidungen nehmen - und da denke ich sind welche von einem Ministerium, unabhängigen Sichtungen, international anerkannten Tierschutzorganisationen, nationalen Tierschutzorganisationen (Africat untergräbt mit den hohen Löwenzahlen ja sozusagen ihre eigenen "Wichtigkeit", ebenso Giraffe Conservation mit einem 50%igen Zuwachs - ich würde denken, dass die eher zu niedrig zählen/schätzen) sind da schon relativ akkurat. Die Zählung vieler Tierarten überall auf der Welt geschieht nur durch "Volunteer Counting", d.h. es werden Fragebögen ausgewertet. Und das geschieht, zumindest was das MET, IUCN angeht nach international standardisierten Statistikmethoden. Bestandstendenz ist bei all den von mir genannten Tierarten durchaus positiv, ohne, dassich mich jetzt auf eine genaue Zahl festlegen würde. Klar, die 100 gewilderten Nashörner seit 2007 muss man von den 2008-Bestandszahlen abziehen.

In Deutschland gibt es wieder 180 Wölfe - mehr als 7 auf einem Fleck hat aber noch nie einer gesehen und auch diese wurden "nur" von Bauern, Autofahrer etc. gesichtet...

Viele Grüße (und nun aber wirklich "ab in den Urlaub" ;-))
Christian

P.S. Es ist übrigens wurscht wer bequellte Informationen bei WP einstellt; es war ja auch nur als Quellennachweis gedacht, ehe ich hier PDFs etc poste).
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zuletzt bearbeitet 19. Okt. 2015
852 Beiträge · seit 200621. Okt. 2015 ·
Hallo!

Leider habe ich diesen Thread noch nicht gelesen, verfolge sie Geschichte aber. Der Jaeger ist vermutlich identifiziert.

In diesem Zusammenhang habe ich eine Frage. Kennt jemand Rainer Schorr mit der Farm Twin Hills?

Hier die neuste Info

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/zimbabwe/11942776/Zimbabwe-elephant-hunter-identified-as-German-property-mogul.html

Gruss
Christian
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