biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201429. Jan. 2015 ·
Im Etoscha Nationalpark
Mi.1.Okt
Wir haben heute wieder viel Zeit. Unser Ziel ist das Dolomite Camp im Etoscha NP und wir wollen nicht vor 14 Uhr in den NP einfahren, da dort der Eintritt nach 24 Stunden abgerechnet wird und wir am letzten Tag vormittags auch noch etwas sehen wollen. Zunächst gehen wir in einem der kleineren Supermärkte in Opuwo Getränke und etwas zum Mittagessen für unterwegs einkaufen. Hier beginnt wieder die Teerstraße, so daß wir sehr flott voran kommen. Am Straßenrand sehen wir plötzlich sehr hohe Termitenhaufen. Wir sehen sie uns näher an, manche sind über 2m hoch.
Auf der anderen Seite der Straße ist eine spärlicher bewachsene Fläche mit kleineren Termitenbauten soweit das Auge reicht. Das erinnert mich an die Steinreihen in der Bretagne in Frankreich. Nach aus-giebiger Mittagspause und kilometerlanger Fahrt, auf der meist schnurgeraden Straße, fahren wir gegen 14 Uhr am Galton Gate in den Park ein. Die Formalitäten sind rasch erledigt. Wir beschließen zunächst einige Wasserlöcher zu besuchen, ehe wir dann zum Camp fahren. Zunächst begegnen wir einer ganze Herde Zebras, die unweit der Straße in aller Ruhe fressen.
Als wir in der Nähe eines Wasserlochs sind, sehen wir Elefanten und weitere Zebras die dorthin zum trinken unterwegs sind.
Nachdem wir das treiben eine Weile beobachtet haben fahren wir zum nächsten Wasserloch weiter. Die Wasserstellen in diesem Teil des Parks sind künstlich angelegt worden um die Tiere auch hier zu halten wenn die natürlichen Quellen kein Wasser mehr haben. Schon unterwegs treffen wir einige Giraffen, die aber allesamt relativ scheu sind und sich erst mal ein Stück wegbewegen und uns beobachten.
Nach einer Weile kommen sie dann doch zu dem Baum nahe der Straße zurück um zu fressen. Wir freuen uns über die tollen Fotos die wir jetzt schon, nach so kurzer Zeit machen können. Am nächsten Wasserloch wieder Elefanten, Zebras und hier auch Girafffen die beim trinken ganz grotesk die Vorderbeine spreizen müssen damit der Kopf auch das Wasser errreichen kann.
Hier gesellen sich noch eine Herde Springböcke dazu und ein Kudu, der sich mit etwas Respekt vor den Elefanten, eher zögerlich dem Wasser nähert.
Auf der Weiterfahrt zum Camp sehen wir noch einige Oryx und ein paar Steinböcke. Begeistert von den Tieren die wir bereits in den wenige Stunden gesehen haben, erreichen wir das Dolomite Camp. Das Camp ist schon von weitem zu sehen, es liegt oben auf einem Hügel. Der Parkplatz ist unterhalb und man wird von einem kleinen Elektrofahrzeug abgeholt und nach oben gebracht. Nachdem wir eingecheckt haben und unseren Bungalow bezogen haben, genießen wir die Aussicht über die Ebene auf der Terasse vor den Restaurants. Beim Abendessen treffen wir die Schweizer wieder, die wir in Epupa kennengelernt hatten. Wir tauschen aus was wir bisher gesehen haben und sind alle voller Vorfreude auf die nächsten Tage in Etoscha.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201429. Jan. 2015 ·
Do. 2.Okt
Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt haben stellen wir beim abfahren fest, daß die meisten anderen Gäste das Camp schon früher verlassen haben. Um so besser, so werden wir nicht mit Verkehr um uns herum unterwegs nach Okaukuejo sein. Zunächst gehts ziemlich lange durch den Busch und die Grasebene ohne das wir auch nur ein einziges Tier sehen. Selbst an zwei Wasserlöchern waren lediglich ein paar einsame Springböcke und Oryx zu sehen.
Eine Herde Kudus überquert die Straße und am nächsten Wasserloch doch wieder Zebras und Giraffen.
Eine Herde Gnus taucht auf. Man hat den Eindruck als müssten sich Zebras und Gnus erst mal einig werden, wer, wann trinken darf. Dann ist aber doch noch für alle gleichzeitig Platz. Ein Strauß kommt auch noch dazu und dann noch eine sehr große Herde weiterer Zebras. Beim weiterfahren sehen wir, daß selbst Gnus und Impalas im Schatten der Büsche Schutz vor der Sonne suchen, die inzwischen ziemlich heiß herunterbrennt.
Unter einem anderen Baum liegt ein Schabrackenschakal der uns neugierig betrachtet.
Die Straße windet sich nun durch buschiges Gelände und plötzlich stehen vor uns nur 10 Meter neben der Straße zwei Elefanten. Wir sind noch ca. 30 Meter entfernt und halten an. Mit etwas Herzklopfen filmen und fotografieren wir. Der eine scheint sich nicht an uns zu stören und frisst ruhig weiter, der andere schaut uns an und kommt dann langsam auf uns zu. Noch bleibt er parallel zur Straße, schaut jedoch dauernd in unsere Richtung.
Dann beginnt er etwas mit den Ohren zu wedeln und ich erinnere mich an die Begegnung im Hoanib wo der Guide bei diesen Anzeichen ein Stück weggefahren ist. Ich fahre ein paar Meter rückwärts, dem Elefanten scheint das genug zu sein, er frisst weiter, sieht aber immer wieder her. Der andere hat sich nicht von der Stelle bewegt und frisst dort vor sich hin. Irgendwann müssen wir hier ja weiter und so beschließe ich es zu wagen. Die Elefanten sind gerade mal 10-15 Meter neben der Straße. Beim vorbeifahren schauen sie zwar neugierig zu uns her, machen aber keine Gesten die bedrohlich wirken. Ein bissel mulmig war uns das erste Erlebnis mit den Elefanten aus dieser Nähe schon! Nun kommen wir wieder durch die Grasebene. Strauße, Zebras und Springböcke ziehen in Schaaren darüber hin. Auch einige Giraffen sind dabei. Es ist noch früh am Nachmittag und so fahren wir erst mal nach Norden an die Etoscha Pfanne. Soweit das Auge reicht eine weiße Ebene.
Kleine und grössere Gruppen von Tieren laufen in alle möglichen Richtungen. Aus dem Nachbarauto winkt uns jemand ganz aufgeregt und deutet in eine Richtung: Vor uns, etwa 150 Meter entfernt haben Löwen ein Zebra gerissen! Einer der Löwen ist noch am fressen, die anderen liegen schon satt etwa 50 Meter daneben. Dann ist auch der fertig und begibt sich träge und satt zu den restlichen.
rechts das gerissene Zebra
Wir fahren zur Unterkunft nach Okaukuejo. Beim Einchecken, wir haben hier für zwei Übernachtungen gebucht, der Schreck: trotz unseres Vouchers kann die Dame an der Rezeption keine Buchung finden. Da alle Buchungen im Park unter derselben Nummer und zusammen gebucht sind um so verwunderlicher, da die anderen Buchungen vorhanden sind. Trotz vielen Telefonaten mit der Zentrale lässt sich das wohl heute abend nicht mehr klären. Wir bekommen für die Nacht ein Zimmer nicht weit von Restaurant und sollen morgen früh wieder kommen, sie hofft das bis dahin geklärt zu haben. Stirnrunzelnd beziehen wir unser Zimmer und rufen unverzüglich Anett von Paarl Safari in Südafrika an. Sie verspricht sich unmittelbar mit DERTOUR über die Notfall Nummer in Deutschland in Verbindung zu setzten. Kurz danach kam von Erwin der Rückruf: DERTOUR kümmert sich drum! Eingermaßen beruhigt gehen wir nach dem Abendessen mit vielen neuen Eindrücken zu Bett.
vielen Dank für deinen tollen Bericht, er ist genau die richtige Medizin wenn man mit einer triefenden Rotznase zu Hause hockt 🤢 Schreib schnell weiter, ich habe gaaaaaaaaaaaanz viel Zeit zum Lesen 😉
LG
Claudia
Ach ja, noch zu deiner Tankanzeige im Hilux: die fängt erst an sich zu bewegen, wenn der 1. Tank leer ist und unser Hilux hat bei der km-Anzeige auch geschummelt, er hat 4,4km auf 100km zu wenig angezeigt.
Berg-Eule2’060 Beiträge · seit 201329. Jan. 2015 ·
Hallo Volker,
ein toller Bericht samt schönen Bildern von einer abenteuerlichen Reise. Für mich besonders interessant, auf welche Schwierigkeiten ihr dort gestoßen seid, denn im Mai/Juni werden wir auch diese Gegend erkunden. Da wir jedoch nicht ganz so abenteuerlustig sind, werden wir mit Guide fahren 😊 und somit hoffentlich keine Probleme haben.
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
@ Clamat: Hallo Claudia Gute Besserung!! Zur Tankanzeige; da der Kilometerzähler knapp 100km (auf 800km) weniger anzeigte als das Navi war der Spritverbrauch ja noch niedriger! Deshalb waren wir so überrascht! Liebe Grüße Volker
@Berg-Eule
Hallo Gabriele Probleme hatten wir auch keine, allenfalls waren wir über die Straße von Orupembe nach Okangwati überrascht. Hat sie doch immerhin eine Nummer: D3703 ! Dann wünsch ich euch viel Spaß dort! und wir sind gepannt was du uns dann darüber erzählen kannst! Liebe Grüße Volker
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
Fr. 3.Okt
Nach dem Frühstück geht der erste Weg zur Rezeption. Wir werden freundlich begrüßt, das Missverständnis mit der nicht auffindbaren Buchung ist gekärt! Ob es direkt gefunden wurde oder durch Intervention durch Erwin und Anett bei DERTOUR konnten wir nicht erfahren, letztlich wars aber auch egal. Wir bekommen dann für die nächste Nacht den absoluten "Premium VIP Bungalow" direkt am Wasserloch! Diese Entschuldigung nehmen wir gerne an! Erwin ruft an und fragt ob alles geklärt ist, als ich ihm berichte welchen Bungalow wir bekommen staunt er nicht schlecht. Den könnte er nicht mal buchen wenn er wollte, sagt er! Er wünscht uns weiter viel Spass auf unserer Reise und freut sich mit uns das alles wieder in Ordnung ist. Gegen 10 Uhr gehen wir wieder auf Pirschfahrt. Heute wollen wir die Wege durch den Busch erkunden und an etlichen Wasserlöchern vorbei schauen.
Nur unweit des Camps, der Turm ist noch zu sehen, liegen kurz neben der Straße einige Löwen unter einem Busch im Schatten. Wir vermuten, daß es dieseben sind die gestern abend nur wenige Kilometer von hier das Zebra gerissen hatten. Dann die Enttäuschung: trotz langsamer Fahrt und viel spähen in den Busch bekommen wir mehrere Stunden fast kein Tier zu Gesicht! Auch nicht als wir wieder aus dem Busch in die Grasebene wechseln die zur Etoscha Pfanne führt. Doch dann sehen wir, noch ein ganzes Stück entfernt, einen einzelnen großen Elefanten, der langsam durchs Gras geht. Wir schauen kurz auf die Karte und stellen fest, daß er sich in die Richtung bewegt, in der ein Parkplatz liegt. Wir fahren dorthin und nun ist der Elefant nur noch etwas mehr als 100m entfernt, kommt aber langsam näher. Er hat lediglich noch einen Stoßzahn und ist ziemlich groß. Wir sind die einzigen Besucher auf dem Platz und ich habe sicherheitshalber so geparkt daß ich schnell aufbrechen kann falls es notwendig wird. Der Elefant hat uns bemerkt, er schaut öfter beim fressen zu uns herüber. Langsam kommt er dann auf uns zu. Er wirkt, allein durch seine Größe, Respekt einflößend, aber nicht bedrohlich. Immer wieder schätzte ich beim filmen die Entfernung ab, bei ca. 15 Meter will ich gerade starten und ein Stück wegfahren als er sich abwendet und parallel zum Auto weitergeht. Er bleibt mehrfach stehen und schaut, während er weiter frisst, zu uns herüber. Gut eine halbe Stunde können wir ihn beobachten ehe wir weiterfahren.
Später begegnen wir noch einem einzelnen, sehr großen Elefanten, der aber in zielstrebiger Gangart, lediglich die Straße überquert. An den Wasserlöchern sind noch Springböcke, Oryx, Impalas, Zebras ein einzelner Kudu und ein paar Elefanten zu sehen.
Auf dem Rückweg sehen wir auch nochmal die Löwen. Sie liegen nur ein paar Meter weiter wieder unter den Büschen.
Dann machen wir es uns in unserem Luxus Bungalow gemütlich. Der besteht aus zwei Schlaf- und zwei Badezimmern im Erd- und Obergeschoß. Im Obergeschoß ist noch ein wunderschöner Balkon mit Aussicht auf das nachts beleuchtete Wasser-loch. Beim Abendessen werden wir nochmal überrascht: das Essen ist bei diesem Bungalow inclusive! Ein Grund mehr, sich rundum wohlzufühlen!
Von unserem Balkon haben wir schon den Sonnenuntergang genossen und später, wir als wir schon im Bett waren, kommt noch zwei Nashörner und ein großer Elefant zum baden ans Wasserloch.
lese mit Freude Deinen Reisebericht, der ja u.a. im meiner liebsten Ecke Namibias spielt.
Das mit den Straßen-Nummern sagt nichts über den Zustand aus. Selbst die Kunene River Road hat eine Nummer (D3700) und gilt dennoch als eine der anspruchsvollsten 4x4-Strecken Namibias.
Im Picknick-Platz beim Etosha-Lookout gibt es eine interessante Infotafel, weshalb die Elefanten im Etosha so groß sind und gleichzeitig so schlechte (Stoß)zähne haben. Liegt letztendlich an der Ernährung. Da fehlen bestimmte Mineralien.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
Sa. 4.Okt
Heute gehts ins nächste Quartier nach Halali. Ein paar Springböcke und Oryx tummeln sich am Wasserloch. Nach dem Frühstück brechen wir auf. Zunächst auf der Hauptstraße. Links von uns liegt die beinahe endlose Weite der Pfanne. Hier sind, wie schon am Vortag, fast keine Tiere zu sehen, lediglich eine Giraffe können wir in Ruhe fotografieren.
Dann taucht in der Grasebene eine große Herde Zebras auf. Beim näher kommen sehen wir, daß auch eine ganze Herde Gnus friedlich zwischen den Zebras grast.
Ein einsamer Sekretär spaziert durchs Gras.
Wir nehmen den Weg durch den Busch, den Rhino Drive, aber auch hier sind am Vormittag keine Tiere zu sehen. Kurz vor Mittag erreichen wir schon Halali. Schon von weitem können wir den Helio Hügel sehen, die einzige größere Erhebung hier im südlichen Teil des Nazionalparks. Hier befand sich während der Kolonialzeit eine Heliografenstation, die Nachrichten nach Fort Namutoni sendete. Wir können zwar schon einchecken, aber den Schlüssel bekommen wir erst Nachmittags. Da wir keinen Hunger haben, kaufen wir nur ein paar Getränke, machen eine kleine Pause und erkunden weiter das Gelände. An einer Stelle kann man, wie auf einer Halbinsel, weit in die Lehmpfanne hinaus fahren. Tiere sind keine da, aber die Aussicht in die weiße Ebene ist grandios.
wo sind denn die Tiere? .... ....dort ganz hinten!
Wir fahren weiter nach Osten. Vor uns stehen im einiger Entfernung plötzlich mehrere Autos und zwei Safari Busse: zwei Nashörner überqueren die Straße! Leider sind wir noch zu weit weg. Als wir näher kommen und sich die anderen Fahrzeuge bereits entfernen, sehen wir die Nashörner nur 20 Meter entfernt im Schatten der Büsche stehen. Sie lassen sich auch von hier aus noch sehr gut fotografieren!
Am nächsten großen Parkplatz, an dem wieder Toilettenanlagen sind, stehen mehrere Tafeln auf denen viel wissenswertes über den Park und interessantes über die Elefanten zu lesen ist. Hier müssen wir leider feststellen, daß unser Kühlschrank nicht mehr funktioniert. Die Sicherung ist durch, aber auch nach dem Auswechseln bringe ich den Kühlschrank nicht mehr zum laufen. Auf dem Rückweg nach Halali begegnen wir noch einem sehr großen einzelnen Elefanten, der uns jedoch kaum beachtet und mühselig die letzten Blätter von den Büschen abrupft.
Eine Gruppe Kudus grast nicht weit entfernt. Da wir heute wohl nicht noch mehr Tiere zu sehen bekommen fahren wir zurück. Wir beziehen unsere Unterkunft, packen mal wieder unsere Koffer neu und genießen das Abendessen.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
Topobär schrieb:Hallo Volker,
lese mit Freude Deinen Reisebericht, der ja u.a. im meiner liebsten Ecke Namibias spielt.
Das mit den Straßen-Nummern sagt nichts über den Zustand aus. Selbst die Kunene River Road hat eine Nummer (D3700) und gilt dennoch als eine der anspruchsvollsten 4x4-Strecken Namibias.
Im Picknick-Platz beim Etosha-Lookout gibt es eine interessante Infotafel, weshalb die Elefanten im Etosha so groß sind und gleichzeitig so schlechte (Stoß)zähne haben. Liegt letztendlich an der Ernährung. Da fehlen bestimmte Mineralien.
Hallo Topobär Die Tafeln haben wir gesehen, steht auf der nächsten Seite (4.Okt.) Mal mit dem Motorrad im norden Namibias zu fahren währe mein Traum ...(gewesen), inzwischen bin ich etwas zu alt für solche Abenteuer auf zwei Rädern! 😐 🙂
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
So. 5.Okt
Gleich nach dem Aufbruch sehen wir eine Gruppe Antilopen die wir erst für Kudus halten, beim Näherkommen fällt uns aber das andere Gehörn und die braune Farbe auf. Nun muss mal wieder unser Etoscha Atlas mit den Tierbildern her: Es sind Kuhantilopen, die hier neben der Straße im Busch stehen.
Wir fahren die südliche Strecke, den Rhino Drive, der in den Eland Drive mündet. Ein paar Giraffen schauen neugierig zu uns herüber, lassen sich aber dann beim fressen nicht weiter stören. Nach einigen Kilometern, wir waren schon enttäuscht am Vormittag wieder nicht viel zu sehen, taucht er plötzlich wie aus dem Nichts auf. Es ist tatsächlich ein Leopard, der etwa 30 Meter vor uns auf den Weg gelaufen ist. Was sollen wir tun? Ihn aus der Entfernung von hinten sehen? Gas geben und nach vorn fahren? Dabei könnten wir ihn verscheuchen und wir sehen gar nichts mehr von ihm? Wir fahren im Abstand von ca. 20 m nach.Nach einer Weile biegt er nach links in die Büsche ab. Nun aber schnell ran. Gemütlich spaziert er nun wenige Meter neben dem Weg durch die Büsche. Man kann leider von hier aus wenig Fotos machen, weil das Buschwerk doch ziemlich dicht ist. Als er nach einiger Zeit tiefer in den Büschen verschwindet haben wir immer noch Herzklopfen! Es war ein tolles Erlebnis!
Wir kommen wieder in die Grasebene. Herden von Zebras, wieder Kuhantilopen und erstmals eine sehr große Herde Oryx. Kurz vor Namutoni sehen wir noch einen Elefanten etwa 50 Meter neben der Straße im Gras. Wir beobachten und fotografieren. Ein paar mal hat es den Anschein als würde er auf uns zukommen und uns bedrohen. Es ist ein sehr großer Bulle mit außergewöhnlich großen Stoßzähnen. Da er jedoch immer noch mehr als 30 Meter entfernt ist und sich immer wieder zum fressen abwendet, ist es wohl doch nur Neugierde wenn er zu uns herschaut. Nach einer Weile bewegt er sich wieder weg von der Straße.
Am nächsten Parkplatz stellen wir fest, daß es sehr große Unterschiede in Art und Ausstattung der Toilettenanlagen gibt. Diese hier (bei Ockerfontein) ist schon sehr dürftig! Wir erreichen Namutoni schon am frühen Nachmittag. Trotz eines Camp Planes müssen wir doch eine Weile suchen bis wir unser Zimmer gefunden haben. Die Anlage in diesem Teil ist sehr neu und der Plan ist nicht wirklich maßstäblich. Das Fort wollen wir morgen früh vor der Abreise besichtigen. Wir trinken erst mal Kaffee und gehen anschließend auf die Abendpirsch. Vorbei am Wasserloch Klein Namutoni fahren wir auf den DikDik Drive, hier sollen oft sehr viel Tiere zu sehen sein. Doch zu unserer Enttäuschung sehen wir auf dem ganzen Rundweg gar nichts! Auf dem Rückweg bietet sich ein schönes Bild: vor uns auf der Straße zieht in losem Abstand eine Herde Impalas Richtung Wasserloch. Eine einzelne Giraffe kommt uns entegegen.
Nur 15 Meter vor uns biegt sie dann ab in die Büsche. Wir nähern uns dem Wasserloch und weitere Giraffen begegnen uns auf der Straße. Im Wasser tummelt sich eine ganze Herde Elefanten. Ein ganz Junges ist dabei. Als es in zu tiefes Wasser gelangt wird es von der Mutter mit dem Rüssel rasch wieder herausgezogen. Nach einer ganzen Weile verlassen die Elefanten das Wasser und bestäuben sich daneben mit Sand. Ein Schakal benutzt die Gelegenheit zu trinken, solange die Elefanten da waren hat er sich wohl nicht getraut. Wir sind schon im Begriff wegzufahren, als aus dem gegenüberliegenden Busch weitere Elefanten auftauchen. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, es will schier kein Ende nehmen. Weit über 50 Elefanten laufen mehr oder weniger schnell zum Wasser. Als sie fast alle im Wasser sind geschieht etwas unerwartetes. Die Herde, die das Wasser schon verlassen hatte, kehrt ins Wasser zurück! Von den neu angekommenen stellen sich einige in einer Formation entgegen.
Minutenlang stehen sich beide Gruppen mit geringem Abstand gegenüber. Man kann die Spannung förmlich sehen. Der größte Elefant der Neuankömmlinge geht plötzlich vorwärts, marschiert, ruhig aber bestimmt, mitten durch die andere Herde.
Offensichtlich wird das akzeptiert, dann nun löst sich die Spannung und die einzelnen Tiere bewegen sich gemeinsam im Wasser. Verlassen tut es aber auf absehbare Zeit keine der Gruppen. Auf dem Parkplatz haben sich inzwischen mehr als 20 Autos in Position gestellt. Eine kleine Gruppe Elefanten verlässt das Wasser und spaziert keine 15 Meter entfernt zwischen Wasser und Autos entlang. Alle sind bereits vorbei, als der letzte Bulle zurückkehrt und das hinterste Auto bedroht.
Der Fahrer setzt ein paar Meter zurück, der Elefant ist zufrieden und wendet sich ab. Nach und nach verlassen alle das Wasser, lediglich drei Halbstarke bleiben zurück. Es sind wohl zwei Bullen die spielerisch um das Weibchen kämpfen. Immer wieder jagt der eine den anderen durchs Wasser, piekst ihn sogar mit dem Stoßzahn in den Hintern, dann stehen sie sich wieder gegenüber und hauen sich mit den Rüsseln. Das Weibchen nimmts scheinbar gelassen und badet vor sich hin. Am Ende kommt der Chef und holt sie ab. Erst jetzt gehen auch die Giraffen wieder zum Wasser. Es wird Zeit zurückzukehren, denn nach Einbruch der Dunkelheit muss man zurück im Camp sein. Wir sehen wieder einen sehr schönen Sonnenuntergang, genießen das Essen auf der Terasse des Restaurants, und stellen fest das es heute der erlebnisreichste Tag in Etoscha war.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
Der Unfall
Mo. 6.Okt
Der letzte Tag in Etoscha. Nach dem Frühstück, wir haben schon gepackt und ausgecheckt, besichtigen wir noch das alte Fort. Danach wollen wir eine Runde um die Fischpfanne fahren, ehe wir Etoscha verlassen.
Das Fort ist ein rechteckiges Gebäude mit nur einem Tor, der Boden im Innenraum ist mit Ziegeln gepflastert. Die Wege sind kreuzförmig, etwa 2m breit und um eine Stufe erhöht. In den Räumen des Forts befinden sich heute verschiedene Läden, ein Cafe und einen Eckturm kann man besichtigen. Während wir uns umsehen, höre ich plötzlich einen kurzen Aufschrei: meine Frau sitzt am Boden!
Ich eile zu ihr, sie hat die Stufe übersehen und ist mit dem Fuß umgeknickt und hält sich den Knöchel. Ich bringe ihr rasch einen Stuhl. Ein paar Minuten Pause, dann wird der Schmerz schon nachlassen, denke ich und gehe ein paar Fotos machen. Nach 10 Minuten kehre ich zurück und nun erzählt sie alles: Sie ist mit dem rechten Fuß, die Stufe hinunter, umgeknickt, aber mit dem linken Fuß dabei an der Stufe irgendwie hängen geblieben. Der Schmerz im rechten hat schon nachgelassen aber der linke Fuß tut nun mehr weh! Sie fürcht daß er gebrochen sein kann. Ich erkundige mich nach der nächsten Möglichkeit ärztlicher Hilfe, die ist aber erst im Krankenhaus in Tsuneb, ca. 120 km von hier, zu bekommen. Zum Glück liegt das auf dem Weg der heutigen Etappe. Wir besorgen im Laden einen Beutel Eiswürfel, und fahren nun auf direktem Weg nach Tsuneb. Das Krankenhaus finden wir dank Navi sofort.
An der Notaufnahme wird Slawa in einen Rollstuhl gesetzt und ein Arzt ist gleich zur Stelle. Nach dem Röntgen können wir mit dem Arzt die Aufnahmen ansehen, es ist kein Bruch zu erkennen! Sie bekommt Schmerzmittel und Salbe mit, der Fuß wird bandagiert und nach ein paar Tagen sollte alles wieder in Ordnung sein. Nun fahren wir noch durch Tsumeb, eine Bergbaustadt in det hauptsächlich Kupfer sowie weitere seltene Mineralien abgebaut werden.
Ich kaufe ein paar Getränke ein, dann fahren wir ein paar Kilometer zurück zum Oshikoto See, an dem wir vorhin vorbei gefahren waren. Der See liegt in steile Felswände eingebettet. Nach den Angaben der Schautafeln ist er sehr tief. Hier versenkten die deutschen Truppen nach der Kapitulation 1915 ihre letzten Geschütze. Slawa steigt nicht mit aus, der Fuß schmerzt doch zu sehr.
Dann fahren wir weiter über Grootfontein zu unserem heutigen Ziel. Roy´s Camp ist eine liebevoll gestaltete urige Anlage. Ein kleiner Pool gleich am Eingang wird über einen kleinen Wasserfall gespeist, der aus einer alten Badewanne kommt.
Die Bungalows sind klein und sehr hübsch eingerichtet, überall findet man kleine Kuriositäten.
Die Holzmöbel sind erstaunlich schwer und ich erinnere mich daran, schon mal etwas von "Eisenholz" gelesen zu haben. Offensichtlich ist es Mopane Holz, auf dem auch die schon erwähnten Würmer zuhause sind.
Da Slawa unmöglich laufen kann fahren wir sogar die 100 Meter zum Restaurant mit dem Auto vor. Das essen ist richtig gut, es gibt Eland Stew, das hatten wir bisher noch nie. Wir beschließen noch, nichts weiter zu planen um abzuwarten wie rasch sich der Fuß bessert. Noch sind wir fast eine Woche in Afrika.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
Die letzten Tage
Di. 7.Okt
Nach dem Frühstücken, leider können wir keine 2. Nacht hier verbringen, müssen wir Roy´s Camp verlassen. Eigentlich wollten wir heute die Buschleute der "Ju/´Hoansi San" besuchen. Da Slawa aber immer noch nicht laufen kann, verschieben wir das auf den nächsten Tag. Das wird zwar dann vom Zeitplan enger aber sollte trotzdem zu schaffen sein. Ein Blick auf die Karte und spontan beschließen wir ein Picknick am Kavango zu machen. Das sind zwar 250 km hin und noch etwas mehr wieder zurück, aber was solls, wenn man nicht laufen kann. In flotter Fahrt auf der Teerstraße, die meist sehr gerade über einige Hügel führt, erreichen wir nach gut 100 km wieder den Veterinärzaun. Die Kontrollen kennen wir schon. Auf der nördlichen Seite reihen sich nun immer wieder Siedlungen wie an einer Perlenschnur aneinander.
Südlich davon waren, außer ein paar weit auseinanderliegenden Farmen, keine Ansiedlungen zu sehen. An der Straße sind viele Andenkenstände aufgebaut, am Rückweg werden wir an einigen davon anhalten und noch ein paar Schnitzereien einkaufen. In Rundu sind wir doch erstaunt wie groß diese Stadt ist! Wir kaufen Getränke im Supermarkt und suchen einen Weg an den Fluß. Wir fahren nach Osten aus Rundu heraus, doch die Teerstraße verläuft zu weit vom Fluß entfernt. Nach einigen Kilometern folgen wir einer kleineren Straße nach Norden und kommen durch den Ort Vungu Vungu. Dann erreichen wir doch noch das Ufer. Wir werden etwas bestaunt, es ist wohl sehr ungewöhnlich daß sich Touristen hierher verirren.
Der Kavango, wie er hier heißt, bildet die Grenze zu Angola. Fließt dann ca. 200 km weiter östlich, nach Süden, wo er dann im Okavango Delta versickert. Der Fluß ist hier etwa 50-60 Meter breit, einige Jungen baden hier. Es ist hier um diese Jahreszeit nicht sehr tief, da wir einige Kinder sehen die bis zur Flußmitte noch stehen können. Die andere Seite müsste Angola sein, aber von Grenze oder ähnlichem ist nichts zu bemerken. Nach ausgiebiger Rast machen wir uns auf den Rückweg. Wir fahren gemütlich, denn es ist genügend Zeit um auch ein paar der Verkaufsstände näher zu betrachten. Das Ziel ist die Gästefarm Kalkfontein etwa 12 km vor Grootfontein.
Außer uns sind nur wenig andere Gäste zu sehen. Schade, denn die Farm verdient mehr Aufmerksamkeit. Die Zimmer reihen sich in einem Innenhof um den Pool, an der Frontseite ist ein nett eingerichtetes Restaurant. Unser Abendessen auf der Terasse besteht aus Eland Steack, etwas köstlicheres hatten wir selten auf der Reise! Plötzlich ertönt von ziemlich nah ein lautes Gebrüll. Erschrocken schauen wir uns um, das klingt nach Löwen! Die Bedienung lacht, hier gibt es einen Löwen im Gehege, den wir nur vorher nicht bemerkt hatten. Am nächsten morgen besuchen wir ihn, auch ein paar Strauße und Warzenschweine sind zu sehen und ein liebevoll gestalteter Spielplatz zeigt, daß man auch auf Familien mit Kindern eingerichtet ist. Wir schlafen herrlich in unseren Betten, immer noch das Gebrüll des Löwen im Ohr.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
@Topobär Jetzt wird der See wahrscheinlich noch voller sein, nach den Regenfällen der letzten Tage (30.Jan.2015)
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201430. Jan. 2015 ·
Mi. 8.Okt Trotz des weiterhin schmerzenden Fußes wollen wir heute das Dorf der Buschleute besuchen. Zunächst müssen wir wieder zurück auf der Teerstraße bis Roy´s Camp. Dort zweigt die Gravelroad nach rechts ab, der wir weitere 50 km folgen. Doch ehe es zum Dorf geht, kommt erst mal wieder der Veterinärzaun. Die kurze Kontrolle und dann, nach wenigen hundert Metern, steht das Schild am Straßenrand: "Living Museum of the Ju/´Hoansi San" Wir folgen dem Pfad durch dichten Busch, es ist gerade mal eine Fahrspur im sandigen Boden. Nach ein paar Kilometern steht ein Mann auf dem Weg, der uns herzlich begrüßt. Er zeigt uns den Weg und fährt mit uns zu einem Platz wo wir auf verschiedenen Tafeln allerhand wissenswertes über das Museumsdorf erfahren können. Es gibt verschiedene Führungen und wir entscheiden uns für eine, die uns das Dorfleben zeigen wird. Wir werden auf einen anderen Weg geschickt, der an einem Holzgebäude endet. Das Gebäude ist aus lose zusammengefügten Stämmen errichtet und dient dem Schutz vor der Sonne. Dahinter, in einem kleinen umzäunten Hof sind Gegenstände zum Verkauf ausgelegt. Wir warten ein paar Minuten und ein Mann im Lendenschurz begrüßt uns und sagt er wird uns das Dorf zeigen, so wie man früher hier gelebt hat. Auf meine Bemerkung, daß wir doch bereits einen Guide haben, lacht er: es ist derselbe Mann ich habe ihn in der traditionellen Kleidung nur nicht erkannt. Nun kommen weitere Männer und Frauen in Lendeschurz dazu und wir werden wenige Meter durch den Busch zu einem Platz geführt.
Die Leute lassen sich im Schatten nieder und der Guide erklärt, daß die Buschleute hier nicht mehr so leben, aber sie uns gerne ihre alten Traditionen zeigen möchten. Die Buschleute sind auffallend klein und alle sehr schlank. Am Rand der Lichtung steht eine Hütte, die sich deutlich in der Art von denen der Himba unterscheidet. Sie ist ebenfalls rund aber etwas kleiner im Durchmesser, und nicht mit Lehm abgedichtet sondern nur mit Zweigen und Blättern. Als erstes wird uns gezeigt wie man mit zwei Hölzern Feuer macht. Es gelingt erst nach einiger Anstrengung und so verzichten wir darauf es auch mal selbst zu probieren.
Die ganze Zeit wird dazu erklärt, auch welche Holzarten wofür gebraucht werden, daß die Buschleute eine ganze Menge heilende und kräftigende Pflanzen kennen, aber auch auf welche Art sie ihr Gift herstellen mit dem sie die Jagdpfeile präparieren. Aus einem Ast wird durch abschnitzen der Enden ein Bogen hergestellt. Die Sehne dazu aus dem grünen Stengel einer ca. 2 cm dicken grünen Pflanze. Dieser Stengel wird zunächst breit geklopft und dann wird er mit einem Stock über ein Brett gezogen und so das Mark entfernt.
Nun bleiben lange weiße Fasern übrig, die einzeln auf dem Oberschenkel gerollt werden. Immer neue Fasern werden dazugegeben und so entsteht in kurzer Zeit ein dünnes Seil, das als Bogensehne verwendet wird. Schon ist der Bogen fertig gestellt und ein Jäger zeigt uns wie früher damit gejagt wurde.
Die Frauen sitzen daneben und fertigen aus verschiedenen Pflanzen Schmuck an. Nach zwei Stunden ausführlichem zeigen und erklären gehen wir zurück zu den Verkaufsständen und erwerben noch einige Gegenstände. Unsere Wasservorräte, die wir im Kaokofeld dabei hatten, brauchen wir ja nun nicht mehr und so können wir den Buschleuten noch zwei Plastikkanister Wasser dalassen, was von ihnen freudig angenommen wird. Auf der Rückfahrt, noch auf der Gravelroad, steht ein Junge am Straßenrand der sich den Bauch reibt. Ich habe ihn erst gar nicht bemerkt, aber dann fahren wir die paar hundert Meter zurück. Schüchtern kommt der Junge zum Auto. Wir zeigen ihm unser Schwarzbrot und lassen ihn probieren. Offensichtlich schmeckt es ihm und wir können ihm eine ganze Packung samt einer bunten Brotzeitdose überlassen. Stolz zieht er mit seinen Geschenken Richtung Dorf. In Grootfontein tanken wir nochmal auf und machen uns auf den Weg zum Hoba Meteoriten. In einem schön angelegten Park liegt der größte jemals auf der Erde gefundene Meteorit. Er hat eine fast quadratische Form von über 2,5 Meter Kantenlänge und relativ flacher Oberfläche. Sein Gewicht wird auf auf über 50 Tonnen geschätzt.
Wir überlassen den Meteoriten seinem weiteren Schicksal, müssen wir doch heute noch 200 km bis zum Waterberg fahren. Nach einigermaßen zügiger Fahrt, immer wieder unterbrochen von Farmtoren, die geöffnet und hinter uns wieder geschlossen werden müssen (Slawa ist keine Hilfe, sie kann weder richtig auftreten noch Auto fahren), sehen wir vor uns dichte schwarze Wolken. Nach einer Weile fallen dann auch dicke Tropfen und ein kurzes aber heftiges Gewitter entlädt sich um uns herum.
Wir müssen langsamer fahren, denn die lehmige Straße wird im nassen sehr rutschig. Gegen 18 Uhr erreichen wir das Camp am Waterberg auf dem Gelände eines ehemaligen deutschen Polizeipostens. Morgen ist ein echter Ruhetag, und wir nehmen uns gar nichts vor, auch keinen geführten Ausflug.
ich habe deinen Bericht gerade in einem Rutsch nachgelesen. Sehr schön und informativ geschrieben. Vielen Dank. 😁
Und dann das Glück einen Leo in der Etosha zu sichten. 😄 Glückwunsch dazu.
Besonders deinen Teil über das Damarland und Kaokoveld habe ich aufmerksam gelesen. Du hast damit meine Vorfreude enorm gesteigert. Heute in 3 Monaten erden wir teilweise auf euren Spuren wandeln. Hoffentlich sind die Pads nach dem vielen Regen bis dahin wieder befahrbar.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201431. Jan. 2015 ·
@take-off Die Straßen sollten alle passierbar sein wenn es dann nicht mehr direkt regnet. Pads die innerhalb eines Riviers führen könnten allerdings mit Vorsicht zu befahren sein. Wünsch euch jedenfalls viel Spass !!
Gruß Volker
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201431. Jan. 2015 ·
Do. 9.Okt
Ruhetag. Der einzige wirkliche auf der ganzen Reise. Zwar mehr zwangsläufig, da Slawa mit den Schmerzen im Fuß, die einfach nicht besser werden, noch immer kaum auftreten kann. Am Vormittag schauen wir uns im Shop noch ein wenig um, wollen eigentlich nichts mehr kaufen, und erstehen dann aber doch noch ein paar Dinge. Mittag essen wir eine Kleinigkeit im Restaurant. Im liebevoll restaurierten ehemaligen Hauptgebäude der deutschen Polizeistation sind unter anderem alte Fotos an den Wänden zu sehen.
Nochmal ein Rock Shandy zur Erfrischung
Nachmittags machen wir uns auf, den alten Soldatenfriedhof aufzusuchen. Slawa bleibt im Auto zurück, direkt bis dorthin kann man nicht fahren, und der Weg zu Fuß ist ihr doch zu weit. Auf dem Friedhof sind etliche Gräber zu sehen auf deren Grabsteinen zu lesen ist, daß hier Polizisten und Angestellte der Signalstation, bei zwei Überfällen auf die Station im Januar und August 1904 durch die Hereros, "ermordet" wurden.
Im krassen Gegensatz dazu im Hintergrund, das Waterbergmassiv, dessen Felswände eine fast romantische Kulisse bilden. Nachmittags beobachten wir dann vor unserem Bungalow eine ganze Herde von Zwergmangusten, die mit ihrem grauen Fell und den dunklen Querstreifen leicht zu erkennen sind. Sie durchstreifen die ganze Anlage und machen auch vor den Mülltonnen nicht halt, die sie gründlich durchsuchen.
Als wir zum Abendessen fahren sehen wir plötzlich eine Herde Warzenschweine, die vor uns den Weg entlang läuft. Auf der nächsten Wiese beginnen sie zu grasen und knieen dabei auf den Vorderbeinen, wohl um sich nicht ständig tief bücken zu müssen. Aus solcher Nähe konnten wir bisher keine Warzenschweine beobachten.
Das Felsenband des Waterbergs leuchtet rot in der Abendsonne und während wir das fotografieren, kommt aus dem Gebüsch noch ein Pärchen Dikdik´s heraus. Sie sind ziemlich scheu und auch gleich wieder verschwunden.
Das Abendessen ist wieder gut und der Kellner kennt schon unseren Wunsch zum Abschluß: noch "two double Amarula". So lassen wir den Abend ausklingen und schauen nochmal in den grandiosen Sternenhimmel, so werden wir den in nächster Zeit nicht mehr zu sehen bekommen.
biker5Themenstarter50 Beiträge · seit 201431. Jan. 2015 ·
Fr.10.Okt
Heute gehts zurück nach Windhuk. Mit etwas Wehmut, denn die Zeit der Ruhe und Abgeschiedenheit ist nun entgültig vorbei. Irgendwie fahre ich heute besonders langsam, habe wohl keine Lust schnell wieder in die inzwischen ungewohnte Zivilisation zurück zu kehren. Dennoch erreichen wir schon bald die Teerstraße. Als wir dann die B1, die Haupt Nord-Süd Achse Namibias, erreichen, wird der Verkehr deutlich dichter je mehr wir uns Okahandia nähern. In der Stadt hatte ich auf dem Hinweg das Schild einer Bäckerei gesehen. Der Name klingt zwar deutsch, aber im Laden spricht leider niemand mehr deutsch. Dafür gibt es ein Blätterteiggebäck, daß wir auch von zuhause kennen. Das bei uns bekannte "Schweineohr" wird hier "Elefantenohr" genannt! Nach einem kleinen Imbiss fahren wir zurück nach Windhuk. Zunächst wieder einen Kleinwagen abholen, der uns am nächsten Tag zum Flughafen bringen soll. Slawa kann unmöglich fahren und so bitte ich dort, mir doch das Auto mit zu Value Car zu fahren, wo wir den Hilux abgeben müssen. Das wird auch prompt erledigt und ich bringe den Fahrer zurück zu Europcar. Vorher hatten wir den Hilux noch getankt. Die Rückgabe des Fahrzeugs ergibt keinerlei Probleme. Der ausgefallene Kühlschrank funktioniert natürlich wieder: Vorführeffekt! Allerdings war ja die Sicherung wirklich durchgebrannt! Nach dem Gepäck umladen gehts, auf inzwischen ziemlich bekannter Strecke, wieder zum Hotel Casa Blanca. Das letzte Abendessen genießen, noch ein gutes Glas Rotwein und morgen wieder nach hause.
Sa.11.Okt
In aller Ruhe aufstehn und frühstücken. Der Flug geht erst am Nachmittag. Die Koffer sind gepackt und gewogen, wir hätten noch reichlich Platz gehabt! Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg, Noch eine kleine Stadtrundfahrt in Windhuk ehe wir uns auf den Weg zum Flughafen machen.
Unterwegs zieht ein Demonstrationszug vorbei, eine überdimensionale Flagge wird mitgeführt und die nicht sehr zahlreichen Teilnehmer haben die Flagge als Umhang über den Schultern. Leider können wir nicht in Erfahrung bringen worum es sich handelt. (Am Flughafen weht die Flagge auf Halbmast, konnte aber auch zuhause nicht in Erfahrung bringen weshalb)
Vor der alten Feste, auf dem Platz wo sich bis Dezember 2013 das Reiterdenkmal befand, steht ein neues Denkmal der "heroischen Befreiung" Namibias! Über Geschmack lässt sich streiten, doch der Geschmack der SWAPO orientiert sich leider an den Monumentalbauten sozialistischer Regieme!
Auch am Flughafen haben wir noch reichlich Zeit. Wir fliegen über Johanneburg und müssen dort umsteigen. Die Wege in Johannesburg sind ziemlich weit und Slawa kämpft immer noch mit den Schmerzen im Fuß. Doch dann ist es soweit und wir besteigen in Johannesburg den "Riesenvogel" A380 der Lufthansa. Der bringt uns über Nacht in ausgesprochen ruhiger Luftfahrt nach Frankfurt. Der Anschluß nach Nürnberg ist auch problemlos zu erreichen und so landen wir am Sonntag morgen wieder zuhause. Dass ein Koffer unterwegs nicht mitkam (ist uns zum allerersten mal passiert) ist dann auch nicht so tragisch, er wird noch am selben Nachmittag nach Hause geliefert.
Ein schöner Urlaub ist zuende, der einzige Wermutstropfen: Slawas Fuß ist schlimmer gestaucht als zunächst vermutet, er war im Gelenkbereich doch angebrochen. Der Heilungsprozess ist äußerst langwierig und zieht sich immer noch hin.
danke für diesen schönen Reisebericht! Ich war die ganze Zeit als stiller Mitleser dabei! Ihr hattet wirklich eine tolle und aufregende Route und tolle Sichtungen im Etoscha! Schöne Bilder, die ich auch an unseren Namibia Urlaub erinnert haben!
Ich hoffe es geht deiner Frau langsam wieder besser und hoffe auf eine baldige Genesung!
Liebe Grüße
Kloppo
- Wurstsalat gibt es wieder zu Hause 2013-
- die Reise zu den unaussprechbaren NPs 2014-
- Kloppo und die Klepperkischd 2015-
- How was Your Day?... A Trip to MOZ & SA 2016-
- Kloppos zu Gast beim Tanz der Vampire