Wohnwagen und Straßenverhältnisse

15 Antworten · 4’412 Aufrufe · gestartet 29. März 2005 von Erich
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ThemenstarterGast29. März 2005 ·
Liebe Namibia Freunde!
Ich würde gerne eine individuelle Rundreise durch namibia machen, aber mit einem Wohnmobil. Sind die Straßenverhältnisse für ein Wohnmobil über 5 Wochen geeignet (Reisezeit Anfang August bis 1. Sept. Woche). Ich bin verunsichert, da vorwiegend 4x4 Autos mit Dachzelten angeboten werden. Sind die nicht asphaltierten Straßen dort auch so wellblechförmig wie in Australien?
Wer kann mir weiterhelfen

Vielen Dank Erich
ThemenstarterGast29. März 2005 ·
Hallo Erich,
du solltest bei einem Wohnmobil als erstes abklären, ob es auf nicht geteerten Straßen fahren darf. Wenn nicht, fährst du auf den Hauptverkehrsstraßen hin und her. Soweit ich mich erinnere, sind 2000 km von den 20.000 km Straßen geteert.
Warum Wohnmobil? Wenn überhaupt, dann ein 4x4 Bushcamper, der den Inhalt seiner Schränke auf vielen Straßen ins Innere leert oder sich auflöst. Die Dachzelter wechseln oft zwischen Camp und Lodge, zwischen Outdoor und Bungalow. Der Mehrpreis für das nicht unbedingt nötige Wohnmobil läuft dann in den täglichen "Luxus".
Ich habe Wohnmobile eigentlich nur in der Etosha gesehen, aber da 5 Wochen bleiben...
Axel
ThemenstarterGast29. März 2005 ·
Hallo Axel!
Danke für Deine Antwort. Erklärungshalber einige Zusatzinfos: Zunächst möchte ich meine Frau und meine 2 "Kinder" (15+20) mitnehmen und dann noch 5 Koffer Fotoutensilien. Mehrere Kameras müssen immer griffbereit sein. Wohin damit ?
Nächstes Problem : der Staub: Ich denke der Objektivwechsel ist auch im Wohnmobil besser. Wenn man täglich viele Stunden fährt, kann man sich "hinten" rühren", mit einem 4 Sitzer wohl kaum.
Nächstes Argument: Ich komme immer sehr spät am Campingplatz an, findet man immer Plätze - im Notfall haut man sich im Wohnmobil hinten rein und fertig. Die Kälte in der Nacht kann ich zu dieser Zeit natürlich noch nicht beurteilen. In Australien wars zu dieser Zeit jedenfalls zum Teil sehr kalt.
Ich glaube mit Maui Campern ist es erlaubt auf auf nicht geteerten Straßen zu fahren.
Das Hin- und Herräumen im Wohnmobil ist auch etwas einfacher als im Bushcamper weil einfach mehr Platz ist.
Beim täglichen "Luxus" gebe ich Dir recht, nur ich sehe bei 4 Personen und den vielen Gepäck zu viele Probleme mit dem Camper - bitte um Euren Rat...

Vielen Dank: Erich
ThemenstarterGast30. März 2005 ·
Hallo Erich

Wir fahren in der Schweiz häufiger mit einem Wohnmobil herum und haben in Namibia ein 4x4 Fahrzeug. Von der Strassen Beschaffenheit her würde ich auf vielen Strecken mit gutem Gewissen mit dem Womo fahren, allerdings sehr gemütlich. Neben der Strassenbeschaffenheit kommt auch noch der Wind hinzu der ab und zu recht heftig sein kann. Bei einem Womo mit grosser Fläche kann es dadurch manchmmal recht heikel sein.

Auf der anderen Seite verstehe ich den Komfortgedanken des Womos sehr gut und letzten August/September haben wir uns Abends die Heizung gewünscht.

Kläre doch mit der Vermietung ab ob Du auf den ungeteerten Pads fahren darfst und informiere Dich vorher im Forum genau über die Strecken die Du machen möchtest. Wenn Du viel fotografierst wird sicher die Etosha nicht fehlen und da ist mit dem Womo kein Problem. Übrigens haben wir letztes Jahr am Waterberg gleich einige Womos gesehen.

LG Chrigu
ThemenstarterGast30. März 2005 ·
Hallo Erich,
ich kenne die geteerten Straßen eigentlich nur vom schnellen Darüberfahren. Auf diesen hast du mit den LKW´s zu kämpfen, die dich ggf überholen ( schwerer Unfall vorgestern mit 7 Toten).
Auf den Hauptsandpads ist nur wenig mit Wellblech zu rechnen, dafür mit Sandhügeln in der Mitte. Du fährst dann wie auf Schnee mit den üblichen Folgen. Auf engere Wege wirst du nicht kommen, wegen der Größe des WoMo, d.h. in der Etosha sind einige Wasserlöcher nicht erreichbar. Die 4x4 sind ebenfalls staubdicht ( bei geschlossenem Fenster), das Problem mit den Kameras kenne ich. Da ich meist nur zu zweit oder zu dritt fahre, ist der Platz aber genügend. Späte Anreise (Dunkelheit) ist in vielen Camps nicht möglich, da vorher geschlossen, allgemein ist eine Fahrt in der Dunkelheit oder beginnender Dunkelheit nicht zu empfehlen.
Evtl würde ich überlegen, einen VW-Bus mit Camping zu nehmen ( als 4x4). Damit sind die meisten Strecken problemlos zu machen, er hat Platz und ist nicht so groß.
Axel
ThemenstarterGast30. März 2005 ·
Hallo Erich,
eigentlich sollte man ja meinen, dass Namibia das ideale Land für Wohnmobilfahrer sein müsste - merkwürdigerweise sieht Du die aber recht selten. Wird sicher etwas mit den einschränkenden Bestimmungen der Vermieter zu tun haben - und mit dem Preis: Namibia bietet so wundervolle Unterkünfte, so dass Womo-Übernachtungen immer nur die zweitbeste Wahl sind. Aber die von Dir angesprochene praktische Seite ist ein Argument, das ich sehr gut nachempfinden kann - geht uns ähnlich. Wir haben uns daher immer mit einem VW-Bus ausgerüstet. Da ist auch genug Platz für die Familie und das Equipment. Und dann diese prima Schiebetüren ( von denen man aber in Etosha leider keinen Gebrauch machen darf !!). Leider ist der VW-Bus bei den meisten Vermietern aus dem Programm genommen und durch den in etwa gleichwertigen Toyota Condor ersetzt worden (ohne Schiebetür). Es soll aber jetzt wieder den T4 von VW geben - oder den Mercedes Vito. Also wenns um Platz geht, gibt es durchaus Alternativen zum Womo.
Gruß Joli
ThemenstarterGast30. März 2005 ·
Warum darf man denn keine Schiebetüren in Etosha benutzen?
ThemenstarterGast30. März 2005 ·
du darfst schon, aber nur in den eingezäunten gebieten, sonst kommt der löwe rein 😉
ThemenstarterGast31. März 2005 ·
Liebe Freunde!

Zunächst nochmals Danke für Eure Hilfe. Zumal ich erstmals über ein Forum Informationen beziehe bin ich ja aufs positivste überrascht.

Nochmals kurz zur Sache betr. „Straßen“ weil ich mir immer noch im unklaren bin:
Wir fahren im August mit erster Septemberwoche dazu. Gefühlsmäßig dürfte es da ja gar keinen Regen geben, oder ? Das Problem ist entweder das "Wellblech" oder extrem steile oder schmale Straßen. Wellblech "fürchte" ich deshalb, weil ich in Australien einmal 50 KM so gefahren bin. Da beutelt es jeden Stecker bei der Autoelektrik auseinander und davor habe ich schon etwas Angst. Habt Ihr konkret länger Wellblechstraßen erlebt?
Im Prinzip wollen wir bei 5 Wochen Aufenthaltsdauer kaum Sehenswürdigkeiten (ist natürlich relativ) auslassen, da müssen wir daher auch hinkommen. Wenn ich langsamer fahren muß, ist das kein Problem, wenn wir nicht hinkommen natürlich schon eher.

Betreffend Bequemlichkeit von Lodges kann ich alles nachvollziehen: Nur ich will nicht urlauben sondern fotografieren. Was hilft mir die Lodge wenn ich bei Sonnenaufgang bereits im gelände sein möchte. Gefrühstückt wird bei uns erst nach der ersten Fotopartie wenn die Sonne schon schlechter wird. Dh. alles was mir in einer Unterkunft ja gefallen würde kann ich in Wahrheit gar nicht nutzen, da würde ich mich selbst anlügen. Es geht daher für uns wirklich nur darum: Ist die reise mit einem Wohnmobil technisch machbar oder nicht? (Wenn auch unter Berücksichtigung langsamerer Reisegeschwindigkeiten)

Bitte nochmals um Euren Rat.

Vielen dank: Erich
ThemenstarterGast31. März 2005 ·
Hallo Erich

Die Namibianer sind wahrscheinlich die besten Pad-Bauer (Pisten-Bauer) der Welt. Sie sind meistens sehr gut und starkes Wellblech kommt selten vor.

In Namibia sind viele Lodges auf genau solche Bedürfnisse ausgerichtet (wenn Du es wünscht). D.h. sehr früh aufstehen, etwas kleines essen und einen Kaffee trinken und dann raus in die Natur. So um neun, wenn das Licht schlechter wird, gibt es dann ein Frühstück.

Noch etwas zu Eurer Tour. Irgendwann werdet Ihr sicher auch in Sossusvlei fahren. Vom Sesriem in Sossusvlei gibt es eine Teerstrasse die viel schlechter ist als die meisten Pads. Leider hast Du vom für den Weg nur eine Stunde Zeit bis die Sonne aufgeht (vorher darfst Du nicht rein). Was bei der Distanz mit einem normalen Fahrzeug grad so knapp reicht, mit einem Womo, bei wenig Licht möchte ich das nicht machen.

LG Chrigu
ThemenstarterGast31. März 2005 ·
Hallo Erich,
ich bin vor einigen Jahren mit dem Wohnmobil in Namibia unterwegs gewesen. Es ist machbar, aber auch anstrengend! Die langsamere Geschwindigkeit hat uns dabei damals nicht gestört, aber die Lautstärke - denn Du denkst, Dir fliegt wirklich alles um den Kopf, das ganze Womo klappert.
Wir sind damals von Windhoek über Rehoboth und den Spreetshoogte Paß Richtung Namib Wüste gefahren und dann weiter auf Pad nach Swakopmund - ab da haben wir dann entschieden, wo immer möglich, nur noch Teerstraße zu fahren. Das heißt via Karibib und Outjo in die Etoscha Pfanne, und von da aus wieder zurück über Waterberg nach Windhoek.

Auf jeden Fall wirst Du in der absoluten Trockenzeit unterwegs sein, so daß das Fahen ansich nicht schwierig sein wird.
Damals war die Straße zum Sossusvlei noch nicht geteert, wir sind gleich frühmorgens rein, und die ersten Dünenbesteigungen zum Sonnenaufgang kannst Du ja bereits kurz nach Einfahrt machen.

Ich kenne nicht die Ausstattung der Wohnmobile in Australien, aber die in den USA - und Du kannst sie auf keinen Fall mit den namibischen Wohnmobilen vergleichen - sie sind sehr viel kleiner und einfacher ausgestattet - oft sind sie leider auch schon ziemlich "abgenudelt", da die Womo's meist erst in Namibia landen, wenn sie ihren Dienst in Südafrika absolviert haben.

Aber generell würde ich sagen, mit Kindern ist es auf jeden Fall eine mögliche Alternative.

Andrea
ThemenstarterGast31. März 2005 ·
Hallo Erich,
interessanterweise sind hier wohl wenige WoMo Fahrer vertreten. Ich kann ebenfalls nur aus meiner Erfahrung mit 4x4 und Pkw zehren und versuche mir vorzustellen, wie das mit WoMo liefe. Na dann. Auf den NAM Karten ist bei den Pässen verzeichnet, ob WoMo oder nicht und welche Steigung. Grundsätzlich werden die meisten Pässe und Querrouen auch von großen Lkw´s befahren, das endet bei Begegnungen dann so wie früher auf Korsika.
Wellblech wirst du zu den Zeiten nur auf Nebenstrecken finden, aber mit einem WoMo reichen auch 10 km in NAM.
Der von Andrea beschriebene Spreetshoogte Paß ist für Anhänger und Busse verboten, die meisten Touris mit Pkw´s, die dort fahren haben nasse Hände, obwohl der Pass entschärft wurde 2003.
Ende 2004 ist dort ein Touri mit LR und Hänger abgestürzt(5 Tote), ebenso ein verbotener Outlander Bus.
Generell denke ich mußt du mit sehr viel Zeit rechnen und wirst einige Punkte nicht, über Umwege oder nur mit Hilfe anderer Fahrzeuge erreichen.
Ob du dir damit Freude bereitest?

Axel
ThemenstarterGast31. März 2005 ·
Hallo Erich,
Deine Reisezeit ist ideal - mit Regen musst Du wirklich nicht rechnen. Wellblech ?? - Na ja - es wird zwar in Namibia viel für den Straßenzustand getan, aber nicht immer und nicht überall. War der Straßenhobel gerade da, hast Du eine Rennstrecke - ist das 1 Jahr her, dann ist das eine Teststrecke für Kukident. Nur muss ich auch mal ein Lob an die Autoindustrie loswerden: ich habe es nicht für möglich gehalten, dass moderne Autos solche Tortouren aushalten. Wir haben nun ja schon einige zig-tausend Pad - km in Namibia hinter uns und das waren alles keine Neuwagen - abgesehen von Reifenschäden hatten wir nur einen einzigen Ausfall wegen einer verlorenen Schraube. Ich finde das beachtlich. Was Steigungen anbetrifft, würde ich mir weniger Sorgen machen - den Spreetshoogte Pass und den Boshua-Pass würde ich zwar auch nur in Ost-West-Richtung fahren - aber sonst gibt es eigentlich keine Probleme, wenn man sich mit seiner Geschwindigkeit zurückhält: für einen PKW auf Pad rechnet man allgemein mit einer Durschnittsgeschwindigkeit von 60-70 km/h - beim Womo würde ich 50 km/h als Obergrenze ansehen, d.h. Deine Tagesstrecke sollte nie mehr als 400 km betragen. Dass die Fotographiererei für Dich im Vordergrund steht, ist in Namibia nichts Ungewöhnliches - darauf ist man vorbereitet und man wird Dir bestimmt auch sagen, zu welcher Zeit Du wo die besten Motive findest. Mit solchen Ratschlägen versehen, kommst Du normalerweise sicherer zu guten Aufnahmen als wenn Du selbst auf Suche gehst.
Gruß Joli
ThemenstarterGast31. März 2005 ·
Hallo Erich
Ich kenne sowohl Womo als auch 4x4 aus Australien und somit auch die Fahrerei auf Wellblech. In Namibia siehst Du sehr wenig Womos. Das hat einen Grund. Sie sind schlicht nicht für die Pads gebaut. Wenn Du nicht gerade die geteerten Rennstrecken fahren möchtest - und bei 5 Wochen kaum ein ernsthaftes Ziel - würde ich echt einen normalen PW (und Lodges) oder einen 4x4 mit 2 Dachzelten wählen. Du wirst es nicht bereuen. Sorry und Gruss, Thomas
ThemenstarterGast01. Apr. 2005 ·
Hallo Erich,

wir waren letztes Jahr im August in Namibia mit einem Condor. Als wir die Strecke Twyfelfontein - Khorixas gefahren sind ( C44 - viel befahren von Touris) war die Strasse in einem sehr schlechten Zustand mit viel Wellblech. Aber was ich mir am schlimmsten vorstelle, sind die Durchfahrten der schmalen Riviere, die es zwischendurch immer wieder hat. Selbst mit unserem PKW mussten wir ganz langsam fahren, um nicht vorne oder hinten aufzusetzen. Und dies stelle ich mir mit einem Womo ziemlich unmöglich vor - allerdings bin ich noch nie damit gefahren

Grüße
Birgit
ThemenstarterGast03. Apr. 2005 ·
Liebe "Heinzelmännchen"!
Danke einmal für Eure vielen Antworten. Ich werde jetzt 14 Tage schlafen, dann wird es wohl Zeit zum buchen. Nach meinen letzten Entschluß werde ich mich dann bei so vielen guten Erfahrungen wohl noch öfters mit Euch unterhalten.

Danke
Erich
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