Radioaktivität im Naukluft NP, Messergebnisse??

6 Antworten · 1’824 Aufrufe · gestartet 29. Juni 2014 von Gio
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Themenstarter62 Beiträge · seit 200729. Juni 2014 ·
Hallo,

bei meinem letzten Besuch im Namib-Naukluft NP ( mit Übernachtung an der Blutkuppe und Tinkas) konnte ich feststellen, dass bei der Welwitschia, im Swakop-Tal, im Bereich von Blutkuppe und Tinkas in der Landschaft mehrere Dosimeter zur Messung radioaktiver Strahlung aufgestellt waren.
Hat jemand Informationen, ob Messergebnisse vorliegen, und wo sie veröffentlicht oder abfragbar sind.
In der Suchfunktion bin ich nur auf eine Diskussion aus 2011 ( ohne konkrete Belastungswerte) gestossen.
Ich möchte hier keine Panik verbreiten, aber die Kenntnis über mögliche Strahlenbelastung ist sicher für den einen oder anderen Besucher interessant. Stichwort: Kleinkinder, Schwangere etc.

Ciao
Gio
33,3k Beiträge · seit 200629. Juni 2014 ·
Hi Gio,

soweit ich weiß wurde die Studie kürzlich veröffentlicht. Sie wurde von Rössing-Uranium in Auftrag gegeben (von einem unabhängigen Umweltinstitut in Südafrika durchgeführt), da einige Arbeiter über gesundheitliche Beschwerden geklagt hatten.

Ich glaube mich zu erinnern, dass dort im Endeffekt heraus kam, dass die Strahlung keinerlei gesundheitliche Schäden mit sich zieht, nicht einmal bei Arbeitern die 40 Jahre lang täglich in der Rössing-Mine arbeiten. Ich suche den Bericht gerne nochmal raus - bin mir nämlich wie Du merkst nicht ganz sicher ob ich da nicht gerade was mit den "gesundheitlichen Schäden" bei einer anderen Mine in Tsumeb durcheinander bringe.

Viele Grüße
Christian
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2’664 Beiträge · seit 201229. Juni 2014 ·
Mir wäre nicht bekannt, daß irgendwo in freier Natur die Grenzwerte über den auch in Europa zugelassenen Werten lägen.

Lediglich bei Rössing gibt es einen unterirdischen Stollen, wo es hochradioaktives Uranophan und Pechblende gibt, bei dem der Geigerzähler Purzelbäume schlägt. Dort würde ich nicht einmal mit Schutzkleidung hineingehen wollen. Wenn Arbeiter dort geschädigt worden wären, würde das mich nicht erstaunen. Aber kein Konzern kann und wird das aus haftungsrechtlichen Gründen zugeben.

Die Ängstlichen können sich ja Jodtabletten mitnehmen.

Dosimeter sind zur Überwachung da, ob sich durch den Uranabbau die natürlichen Grenzwerte verändern. Ich weiß zwar nicht wer die von Dir genannten Dosimeter aufgestellt hat, es können aber auch Auflagen des Staates sein, die den Bergbaugesellschaften gemacht wurden. Standen dort keine Schilder?

An jeder Mine wo Erz vermahlen und mit Wasser aufbereitet wird, gibt es sog. Slimes Dams, d.h. viel Feinstaub, der durch Wind durch das Land getragen wird. Ich mache mir auch Gedanken, was im Laufe der Jahrzehnte passiert (Perioden von Westwind/ Ostwind). Am meisten über die chinesischen Minen, die der Schutz der Umgebung sowieso nicht anficht, und sie weg sind wenn es kritisch wird. So auch mit ihren Arbeitern. Aber das wird unsere Generation und auch die Generation der heute Regierenden nicht mehr erleben.

Ähnliche Problematiken gibt es mitten in Europa, und zwar an den Uranabbauten in Sachsen, wo für die Russen abgebaut wurde. Auch das Thema ist noch lange nicht gegessen.

@ Christian:

Die ganze Welt schickt ihr Erz zur Schmelze nach Tsumeb, selbst aus Bulgarien kommt es. Warum wohl?
Ich selbst habe einige Jahre dort gearbeitet und weiß welche Gifte dort in die Umgebung geblasen wurden: Arsen-Trioxid, Cadmium, Blei, Schwefel, alles was verbunden im Konzentrat der Metalle Kupfer und Blei vorkommt. Es war schon damals vorgeschrieben, gewisse Bereiche des Smelter nur mit Respirator (Gasmaske) zu betreten. Je nach Windrichtung saßen wir im Büro mit Gasmaske vor dem Gesicht. Es gab nördlich vom Smelter abgezäunte Abwasserdämme, die mit Arsen hoch vergiftet waren, wo einmal 30 Rinder verreckt sind, die vom Wasser gesoffen haben (schmeckt süß). Die alten Schächte sind ja inzwischen überflutet, und es wagt sich keiner daran aufgrund der hohen Belastung mit Arsen und Blei. Aber das ist natürlich aus den Abbauten. Und ich wage mal lieber nicht zu hinterfragen, wie viel davon ins Grundwasser und in die unterirdischen Seen gelangt ist. Es gab ja zu einer Phase eine britische Gruppe, die in den oberen Omeg-Levels Mineralien herausholen wollten, das wurde ihnen haftungsrechtlich jedoch zu riskant. Die Mine war ein geordneter Betrieb, bis die hirnlosen Streiker der Bergarbeiterbgewerkschaft bei einem Streik die erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen für Untertage als auch für die Hütte gewalttätig verhindert haben. Nur das hat zur Zeitbombe geführt, die dort tickt. Aber das ist ja Tabuthema.
Dagegen ist die radioaktive Belastung m.E. Peanuts. Schade um Tsumeb, das war mal die Perle Namibias mit den wunderschönen Gärten an jedem Haus.
zuletzt bearbeitet 29. Juni 2014
Themenstarter62 Beiträge · seit 200729. Juni 2014 ·
Swakop1952 schrieb: Standen dort keine Schilder?
.
Es gab keine Beschilderung wer die Messung durchführt und was gemessen wird. Die Dinger stehen unauffälig in der Landschaft rum; ein halboffenes Kistchen auf einem Pfahl. Darin ein kleines blaues Dosimeter italienischer Herkunft.
Themenstarter62 Beiträge · seit 200729. Juni 2014 ·
travelNAMIBIA schrieb:Hi Gio,

hier noch ein aktueller Artikel dazu: http://www.az.com.na/gesundheit/uranoxid-mit-mund-getestet.417498 und hier einer aus 2012: http://az.com.na/leserbriefe/keine-strahlungsgefahr-am-swakop.147215.php

Viele Grüße
Christian
Danke für die links . Momentan kann ich sie nicht lesen (weisse Seite) ; ich versuchs morgen nochmal.

Die Dosimeter sollen sicher die von der Mine langer Heinrich ausgehenden Belastung erfassen. Gehört die auch zu Rössing?
Welche Minen wurden in der Rössing-Studie untersucht? die im Khan-Tal?

Ciao Gio
16,9k Beiträge · seit 201204. Apr. 2022 ·
Langer Heinrich in Startblöcken: Volle Produktion soll binnen dreier Jahre erreicht werden https://www.az.com.na/handel/langer-heinrich-in-startblocken2022-04-04

Paladin Energy hatte immer wieder behauptet, dass es die Uranmine am Langen Heinrich unterhalte und auf Vordermann bringe, damit die Mine wieder voll in Betrieb genommen werden kann, sobald sich der Uranpreis stabilisiert habe. Jetzt plant das Unternehmen eine Aktienvergabe in Höhe von 215 Millionen Australien-Dollar mit dem Ziel, die Uranmine in der Namib-Wüste neu zu beleben. ...

LG
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