Malaria Tropica, Achtung bei Arztbesuch in Germany

21 Antworten · 9’728 Aufrufe · gestartet 25. Feb. 2014 von Sabine1
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Themenstarter141 Beiträge · seit 200925. Feb. 2014 ·
Wir waren letztes Jahr im September/Oktober 2014 in Zimbabwe und Mosambik.
Wir haben uns wegen der Nebenwirkungen schon immer gegen eine Prophylaxe entschieden, sondern haben immer ein Stand BY
Medikament mit dabei.
Wir kamen aus Afrika zurück und eine Woche danach bekam mein Mann Fieber und ging, da es Wochenende war sofort in die Klinik und hat dort berichtet, dass wir aus Afrika kommen, so wie man es halt tun soll. Der Arzt hat ein Blutbild gemacht (leider nicht das Richtige) und meinte es sieht nicht nach einer Tropenkrankheit aus und wenn es nicht besser wird sollen wir in 2 Tagen wieder kommen. Dies sollte schlimme Folgen haben. Nach 3 Tagen haben wir dann mit dem Tropeninstitut gesprochen und sind dann in eine andere Klinik und haben auf einem Malari Test bestanden. Test Positiv. Durch die Verzögerung hat mein Mann eine sehr schlimme Malaria Tropica bekommen und musste sofort ins TRopenkrankenhaus. Ohne diese Verzögerung wäre es nicht so leensbedrohlich geworden. Das Tropenkrankenhaus hat sein absolutes Unverständis gegen die Ahnungslosigkeit der Klinik bei uns zu Hause ausgesprochen. Auf eine Anzeige haben wir verzichtet, da alles gut ausgegangen ist, aber 1-2 Tage später wäre es zu spät gewesen für meinen Mann.
Wir möchten allen den Hinweis geben wenn ihr ohne Prophylaxe reist und ihr bekommt Fieber, entweder gleich ins TRopenkrankenhaus oder aber unbedingt auf einem Malariatest (das Ergebnis darf aber nicht mehrere Tage auf sich warten lassen- ganz wichtig) in normalen Kliniken sind die Ärzte damit offensichtlich überfordert.
7’320 Beiträge · seit 200625. Feb. 2014 ·
Sabine1 schrieb:Wir möchten allen den Hinweis geben wenn ihr ohne Prophylaxe reist und ihr bekommt Fieber, entweder gleich ins TRopenkrankenhaus oder aber unbedingt auf einem Malariatest (das Ergebnis darf aber nicht mehrere Tage auf sich warten lassen- ganz wichtig)
... auch wenn man mit Prophylaxe unterwegs ist, gilt dies. Prophylaxe schützt ja nicht zu 100% und kein Mittel schützt gegen jede Form von Malaria.
in normalen Kliniken sind die Ärzte damit offensichtlich überfordert.
... kein Wunder. Dort hat man ja häufig noch nie so 'nen Fall gesehen, geschweige denn, behandelt. Daher immer einen _fachkundigen_ Arzt aufsuchen. Mit Zahnschmerzen geht man ja auch nicht zum HNO-Arzt.
Freut mich, dass es letztlich nochmal gut ausging.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
521 Beiträge · seit 201125. Feb. 2014 ·
Hallo Sabine,

hoffentlich geht es Deinem Mann wieder besser!

Ich kenne das nur umgekehrt, wenn wir nach einer Reise hier zum Arzt mussten (egal mit was) wurde immer sofort auf Malaria gecheckt, auch wenn man was ganz anderes hatte. Das war schon fast nervig, aber jetzt kommt es mir doch wieder vernünftig vor.

Vielen Dank fürs noch mal wach rütteln!

Gruß,
Nunanani
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
4’450 Beiträge · seit 200825. Feb. 2014 ·
Hallo,

Wolfgang schreibt:

.. kein Wunder. Dort hat man ja häufig noch nie so 'nen Fall gesehen, geschweige denn, behandelt. Daher immer einen _fachkundigen_ Arzt aufsuchen. Mit Zahnschmerzen geht man ja auch nicht zum HNO-Arzt.
Freut mich, dass es letztlich nochmal gut ausging.


nachdem wir bei verschiedene für uns fachkundige Ärzten waren, möchte ich hier auch warnen :

Wir kamen 2010 aus Namibia, mein Mann ging es nicht gut , da wurde er erstmal auf Rippenfellentzündung behandelt , obwohl ich auch sofort sagte , das wir gerade aus Namibia gekommen sind.
Nach 8 Wochen !!!!!!!!!!!! wurde es sehr brenzlich, ich will gar nicht ins detail gehen was er so alles bekam, das die Symptomen ja wohl eindeutig waren.
Es wurde fast Alles getestet und auch Blut und Urin untersucht. Sowohl im Krankenhaus als beim Arzt.
Letztendlich hat dann ein Lungenfacharzt die DD Blutwerte getestet,sofort Intensive und Diagnose, beidseitige Arterien Lungenembolie.

Heute ist Alles wieder 100 % in Ordnung kein Marcomar oder sonstiges aber das war wohl sowas von schlimm, da hätte es nicht viel gefehlt.....

Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2014
Gast25. Feb. 2014 ·
Hallo,

das normale Krankenhaus in Deutschland hat vielleicht alle 10-20 Jahre mal einen Malariafall. D.h. niemand hat Erfahrung damit. Die Standard-Diagnostik bei Malariaverdacht ist das Anschauen von eingefärbtem Blut unter dem Mikroskop. Das was der Labormensch dann durch sein Mikroskop sieht, muss er interpretieren. Im normalen Krankenhaus-Labor machen die aber auch nur alle zig Jahre mal einen Malariatest, haben also auch keine Erfahrung damit. Deshalb lieber gleich zu den Experten. Hier eine Liste der qualifizierten Krankenhäuser:
http://dtg.org/institut.html

Die qualifizierteste Adresse für Tropenmedizin in Deutschland ist wohl das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg. Hat man kein ziviles Krankenhaus mit Tropenmedizinischer Abteilung in der Nähe, so können teilweise die Bundeswehrkrankenhäuser auch eine gute Anlaufstelle sein. Im Rahmen der zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr bauen die seit einiger Zeit z.T auch tropenmedizinisches Knowhow auf und die behandeln meist auch Zivilisten.

Im örtlichen Kreiskrankenhaus hier war man so ehrlich zuzugeben, das man mit Malaria keine Erfahrung hat und eigentlich überfordert ist. Andere Krankenhäuser möchten vielleicht erst mal behandeln...

Beste Grüße

Guido
7’320 Beiträge · seit 200625. Feb. 2014 ·
Guido. schrieb:Im örtlichen Kreiskrankenhaus hier war man so ehrlich zuzugeben, das man mit Malaria keine Erfahrung hat und eigentlich überfordert ist.
... so ein Verhalten sollte man erwarten können. Leider ist es wohl nicht so.

Dazu kommt sicherlich eine ziemliche Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten. Wenn ich beim Reisemediziner sage, ich möchte einen Malariatest oder einen Test auf z.B. Schistosomiasis, dann wird der gemacht (und ich muss ihn auch erst einmal bezahlen). Macht der Arzt das bei einem Kassenpatienten, wird er sich möglicherweise gegenüber der Krankenkasse rechtfertigen müssen. Da läuft es dann schon auseinander.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast25. Feb. 2014 ·
Hallo Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:Dazu kommt sicherlich eine ziemliche Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten. Wenn ich beim Reisemediziner sage, ich möchte einen Malariatest oder einen Test auf z.B. Schistosomiasis, dann wird der gemacht (und ich muss ihn auch erst einmal bezahlen). Macht der Arzt das bei einem Kassenpatienten, wird er sich möglicherweise gegenüber der Krankenkasse rechtfertigen müssen. Da läuft es dann schon auseinander.
Ein paar Beispielkosten vom letzten Jahr im Bernhard-Nocht-Institut:
- Test auf Malaria (Blutausstrich, Giemsafärbung, Parasitennachweis) : 41,56 EUR
- Test Dengue-Fieber: 55,62 EUR
- Test auf Rickettsien (durch Zecken übertragene Parasiten): 34,19 EUR
- Untersuchung, Blutabnahme, Beratung, Befundbericht: 43,06 EUR

Dann kommen häufig noch 50-100 Euro für ein Standard-Blutbild, Standard-Urinuntersuchung usw. dazu.
Viele Privatpatienten zahlen das letztlich auch selbst, weil sie einen Tarif mit Selbstbeteiligung haben 😉 Wer tausende EUR für einen Afrikaurlaub ausgeben kann, wird bei so etwas hoffentlich nicht geizen.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 25. Feb. 2014
2’047 Beiträge · seit 200726. Feb. 2014 ·
Hallo Sabine,
ich bin dir sehr dankbar für deinen Bericht.
Es ist tatsächlich so, dass ein großes Risiko besteht, dass eine Malaria-erkrankung in Deutschland nicht sofort erkannt wird, weil die Ärzte die Krankheit fast alle noch nie gesehen haben, sie also gar nicht kennen und schon gar nicht daran denken. Dazu kommt, dass die einfache aber wirksame Diagnostik im „dicken Tropfen“ zwar eine typische Examensprüfungsfrage ist, aber praktisch das keiner je gemacht hat geschweige denn die Labore in der Praxis dafür ausgelegt sind. Meist werden dort Schnelltests selbst gemacht, wobei keine Normalpraxis einen Malariatest machen kann. Die Proben werden eingeschickt und das Ergebnis kommt dann 1-2 Tage später. Aber dazu muss der Arzt erstmal an Malaria denken.
Das ist überhaupt kein Vorwurf an irgendeinen Arzt und auch in deinem bedauerlichen Fall kann ich nicht so ohne weiteres ein Fehlverhalten erkennen, weil vermutlich ein Verdacht in eine andere Richtung bestand. Die von der Politik immer so niedlich geredete Budget- und Pauschalsysteme führen eben auch dazu, dass nur das unbedingt notwendige gemacht werden kann. Die Rationierung im Gesundheitswesen ist alltäglich, nur oft für die Patienten wenig sichtbar.
Aber: Das eigentliche Problem steht bereits zu Beginn des Berichtes: Immer wieder poltern hier Besserwisser ihre eigenen Erfahrungen, ohne ausreichende Prophylaxe in Malariagebiet zu reisen. Das kann auch mehrmals gut gehen –muss aber nicht. Ich bin froh, dass es bei Euch noch mal gut ausgegangen ist. Aber es ist ein Hochrisikospiel mit der eigenen Gesundheit. Ich würde mir sehr wünschen, dass Euer Erlebnis dazu beiträgt, dass dieses Risiko vielen Fomis etwas bewusster wird.

Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
354 Beiträge · seit 201026. Feb. 2014 ·
jaw schrieb:, Das eigentliche Problem steht bereits zu Beginn des Berichtes: Immer wieder poltern hier Besserwisser ihre eigenen Erfahrungen, ohne ausreichende Prophylaxe in Malariagebiet zu reisen. Das kann auch mehrmals gut gehen –muss aber nicht. Ich bin froh, dass es bei Euch noch mal gut ausgegangen ist. Aber es ist ein Hochrisikospiel mit der eigenen Gesundheit. Ich würde mir sehr wünschen, dass Euer Erlebnis dazu beiträgt, dass dieses Risiko vielen Fomis etwas bewusster wird.


jaw
Exakt so sehe ich das auch. Diese Stand by Geschichte gaukelt einem die Sicherheit vor und keiner ist tatsächlich in der Lage den Zeitpunkt für eine erforderliche Medikation durch eine auftretende Beschwerdesymptomatik zu bestimmen. Schmeisst man das Zeug bei ersten Fieberanzeichen ein? Wartet man evtl. noch einen Tag? Ist es evtl. "nur" Zeckenfieber, etc.etc. Aber jeder ist ja Fachmann. Das Zeug hab ich ja dabei und bin sicher. M.E. totaler Blödsinn. Zum Spielen sollte man in die Spielbank gehen. Da gehts um Geld und nicht um Leben.

Serengeti
319 Beiträge · seit 201226. Feb. 2014 ·
jaw schrieb:Dazu kommt, dass die einfache aber wirksame Diagnostik im „dicken Tropfen“ zwar eine typische Examensprüfungsfrage ist, aber praktisch das keiner je gemacht hat geschweige denn die Labore in der Praxis dafür ausgelegt sind.
Jedes Labor ist auf die Untersuchung vom "dicken Tropfen" ausgelegt - da reicht ein Mikroskop mit entsprechender Vergrößerung aus. Die Beurteilung eines Blutausstriches und/oder dicken Tropfens erfordert aber sehr viel Erfahrung. Weiterhin ist zu beachten, daß auch ein negatives Untersuchungsergebnis möglich ist, was aber eine Malariaerkrankung nicht ausschließt. Zu Beginn können die Parasiten so spärlich sein, daß sie im dicken Tropfen noch nicht nachgewiesen werden können.
Ich sprech da aus eigener Erfahrung. Trotz Prophylaxe mit Malarone hatte ich mir Malaria tropicana eingefangen. Im ersten Blutabstrich (und das obwohl ich schon den zweiten Fieberschub hatte - also ca. 6 Tage nach den ersten Symptomen) konnte sie nicht nachgewiesen werden. Erst beim zweiten Abstrich war sie nachweisbar. Ich habe die Blutbilder zu Hause - ist wirklich nicht so einfach. Ich konnte dann im ersten Blutbild auch einen Parasiten finden, aber da habe ich schon eine Weile gesucht.
BikeAfrica schrieb:
Dazu kommt sicherlich eine ziemliche Ungleichbehandlung von Privat- und Kassenpatienten.
Da kann ich nicht uneingeschränkt zustimmen. Das Problem ist eigentlich, wirklich gute Ärzte zu finden. Es gibt viele Ärzte die wirklich mehr darauf getrimmt sind, möglichst viel Geld mit dem Patienten zu machen, aber es gibt auch Ärzte, welche ihren Beruf als Berufung sehen und die unterscheiden nicht zwischen Privat- und Kassenpatient. Solche Ärzte muß man aber erst einmal finden. Ich habe das selber beim Zahnarzt erlebt. 2 Mal im Jahr immer beim Zahnarzt gewesen und der hat immer gesagt alles i. O.. Irgendwann kam es mir doch etwas spanisch vor. Zu einem anderen Zahnarzt gegangen und seine Aussage war: "Sie waren schon jahrelang nicht beim Zahnarzt". Es wurde dann viel Pfusch aufgedeckt. Egal, lange Geschichte.
Und Tropeninstitut bedeutet nicht unbedingt, daß die Ärzte gut sind (siehe vorherigen Abschnitt). Meine Freundin war beim Münchner Tropeninstitut wegen Gelbfieberimpfung und um sich Doxycyclin als Prophylaxe verschreiben zu lassen. Aussage der Tropenärztin: "Doxycyclin ist totaler Quatsch und wirkt überhaupt nicht als Prohpylaxe, das ist ja ein Antibiotika (das mit dem Antibiotika stimmt, aber die erste Aussage ist komplett falsch).

Prophylaxe ja oder nein - das sollte jeder selber entscheiden. Nochmals, trotz Prophylaxe kann man Malaria bekommen. Ich habe das am eigenen Leib erfahren (siehe oben). Bei mir wurde es dann auch in der Richtung schwierig, daß man Malarone nicht mehr als Gegenmittel einsetzen konnte (da ich es ja als Prophylaxe verwendet hatte - was Anfang der 90'er Jahre üblich war). Nun war guter Rat teuer. Man griff auf das alte Mittel Chinin zurück. Hier hatte aber selbst das Tropeninstitut in München keine Erfahrung über die Nebenwirkung von Chinin. Man wird während der Einnahme richtig schwerhörig und die Denkleistung wird extrem verringert (ich konnte eine Seite in einem Buch lesen und wusste danach nicht mehr, was ich gelesen hatte). Da kam dann schon die Angst hoch, daß ich celebrale malaria habe. bei meinen späteren Reisen durch Afrika wurden mir die Nebenwirkungen von dortigen Ärzten bestätigt.

Nochmals, Prophylaxe schützt nicht 100% vor Malaria. Wichtiger ist meiner Meinung nach den eigenen Körper zu beobachten und ein Fieberthermometer. Sobald man sich nicht gut fühlt immer Fieber messen. Sobald man über 39 liegt, sollte man sein Blut untersuchen lassen (und in Afrika hat man mehr Erfahrung die Blutbilder zu interpretieren, weil Malaria dort alltäglich ist). egal ob Prophylaxe oder nicht.
Ich nehme keine Prophylaxe mehr, wegen meiner obigen Erfahrung. Aber das ist meine persönliche Entscheidung. Standby habe ich dabei - aber auch deswegen, weil ich meist mit dem Rad unterwegs bin und da ist nicht immer sofort ein Arzt verfügbar - das dürfte aber für die Wenigsten hier zutreffen.

Wie gesagt, Prophylaxe ist auch eine persönliche Entscheidung. Manchmal habe ich aber das Gefühl, daß wirklich viele denken, ich habe nehme Prophylaxe, also kann mir nichts passieren - das ist definitiv falsch!!!

toumtoum
zuletzt bearbeitet 26. Feb. 2014
1’155 Beiträge · seit 200626. Feb. 2014 ·
Serengeti schrieb:

Exakt so sehe ich das auch. Diese Stand by Geschichte gaukelt einem die Sicherheit vor und keiner ist tatsächlich in der Lage den Zeitpunkt für eine erforderliche Medikation durch eine auftretende Beschwerdesymptomatik zu bestimmen. Schmeisst man das Zeug bei ersten Fieberanzeichen ein? Wartet man evtl. noch einen Tag? Ist es evtl. "nur" Zeckenfieber, etc.etc. Aber jeder ist ja Fachmann. Das Zeug hab ich ja dabei und bin sicher. M.E. totaler Blödsinn. Zum Spielen sollte man in die Spielbank gehen. Da gehts um Geld und nicht um Leben.

Serengeti
Hallo Serengeti

… ich bin einer dieser „Stand by“ Typen… seit 20 Jahren. Ich bin jedes Jahr mindestens 2 Monate in Malariagebieten. Ich kann nicht die ganze Zeit Prophylaxe nehmen.

Falls ich Symptome hätte, würde ich das Stand By Medikament (nach Anleitung und Rezept..) nehmen und im entsprechenden Land sofort in die nächste Klinik fahren. Die wissen dann ganz genau welche Bluttests sie machen müssen um auf Malaria zu testen. Die sind darauf spezialisiert!

Mir ist es einigermassen unverständliche, dass ein Arzt solche Fehler macht wie in diesem Falle. Gerade auch wenn er auf Malaria hingewiesen wird und die Symptome ganz klar auf Malaria schliessen lassen. Es ist dann seine Kompetenz das richtige Labor zu finden und einen vernünftigen Bluttest durchführen zu lassen. Das ist keine Kunst, Sorry.

Und wie schon geschrieben wurde. Du kannst dir auch mit Prophylaxe eine Malaria holen. Nur können die Symptome dann unter diesen Umständen sehr unterdrückt und nicht so klar sein. Wie das in diesem Fall hier herausgekommen wäre weiss ich nicht…?

Ich werde weiterhin meine Strategie fahren. So wenige Stiche wie möglich und Stand by…

Gruss, Tom
2’610 Beiträge · seit 200726. Feb. 2014 ·
Hallo Sabine,

Gott sei Dank, dass es noch gut ausgegangen ist!

Unser Hausarzt (stammt von Geburt aus einem Malaria-Land) hat zu dem Thema einmal gesagt: Ich muss Ihnen anraten, eine Malariaprophylaxe zu machen. Jetzt ziehe ich meinen Kittel aus und sage ihnen als Privatmann, dass ich persönlich nur ein Standby-Mittel mitnehmen würde. Wenn sie sich eine Malaria einfangen, kann nämlich jeder Idiot diese diagnostizieren, haben sie Malariamittel genommen, wird es schwieriger. Besser ist, sie lassen sich gar nicht erst stechen und achten deshalb darauf, dass sie sich immer mit irgendeinem Mittelgut einsprühen, abends lange Hosen tragen usw. . Urlauber, die Malariaprophylaxe betreiben, wiegen sich öfter in Sicherheit und vergessen dies leicht. Nicht zu verachten sind auch die Nebenwirkungen, die die Medikamente haben können.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie und ob er Vorsorge betreibt, aber man muss sich vor Augen halten, dass man trotz Malariaprophylaxe an Malaria erkranken kann.

Grüße
Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
2’860 Beiträge · seit 201126. Feb. 2014 ·
Hallo @all,
Jambotessy schreibt:
"...und sage ihnen als Privatmann, dass ich persönlich nur ein Standby-Mittel mitnehmen würde. Wenn sie sich eine Malaria einfangen, kann nämlich jeder Idiot diese diagnostizieren, haben sie Malariamittel genommen, wird es schwieriger."

Wann nehme ich denn das Standby-Malaria-Mittel? Wenn ich unklares Fieber habe? Erschwert es dann nicht wieder die Abklärung? ???
Nehme ich es nur als Beruhigung mit? Oder ist es in den KH nicht vorhanden und ich habe es deshalb bei mir?
Der Sinn des Standby erschließt sich mir nicht ganz!

Vor meinem letzten SA-Besuch bin ich zum Hausarzt - Gelbfieberimpfungsstelle - und wurde gefragt, welches Mittel ich denn haben möchte!!! Beratung=0!

Fragende Grüße
Strelitzie
319 Beiträge · seit 201226. Feb. 2014 ·
Jambotessy schrieb: Jetzt ziehe ich meinen Kittel aus und sage ihnen als Privatmann, dass ich persönlich nur ein Standby-Mittel mitnehmen würde. Wenn sie sich eine Malaria einfangen, kann nämlich jeder Idiot diese diagnostizieren, haben sie Malariamittel genommen, wird es schwieriger.
Das hat mir damals mein behandelnder Arzt auch gesagt. Durch meine Prophylaxe mit Malarone wären die Erreger etwas "verkümmert" und damit im Blutbild noch schlechter zu erkennen. Es gibt eben imer zwei Seiten der Medaille.
Der Arzt hat mich dann auch als Studienobjekt für seine Studenten verwendet - wenigsten war ich dann noch von praktischem Nutzen 😄

toumtoum
1’287 Beiträge · seit 200826. Feb. 2014 ·
Hallo,

auch ich verzichten seit Jahren auf Prophylaxe, ob das schlau ist oder nicht, kann ich wohl erst beurteilen, wenn ich einmal Malaria bekomme. Allerdings fehlte dann auch der Vergleich zum Verlauf mit Prophylaxe.

Ergänzend zu dem bereits beschriebenen, möchte ich auf die überall in Afrika erhältlichen Malaria Quicktests verweisen. Mit diesen kann man sich recht einfach selbst testen. Natürlich ist auch dieser Test nicht 100% sicher und ich würde auch mit negativen Test bei unklaren Symptomen unmittelbar einen Arzt aufsuchen.

Mir ist bewusst, dass ich so ein Risiko eingehe aber dadurch bin ich eher übervorsichtig und achte genau auf mögliche Symptome und bin schon einmal vorsorglich zum Arzt um mich testen zu lassen (war zum Glück negativ).

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
931 Beiträge · seit 200626. Feb. 2014 ·
An der Diskussion ob man nun eine Malaria-Prophylaxe nehmen sollte oder nicht möchte ich mich nicht beteiligen, sie wird m. E. eh nur irrational geführt und bringt in einem solchen Forum gar nichts.

Ich finde es aber auch bemerkenswert, dass immer mehr Leute mit irgendwelchen Stand-By Präparaten durch die Gegend fahren. Aus meiner Sicht ist das kompletter Blödsinn. Zum einen kann ein Laie normalerweise gar nicht beurteilen, wann ein solches Präparat sinnvoll genommen werden sollte. Und zum anderen ist es auf den Reiserouten der allermeisten Fomis auch gar nicht nötig so etwas auszuprobieren. Innerhalb von 24 Stunden kann man immer einen Arzt oder ein Krankenhaus erreichen. Und genau das sollte man im Zweifelsfall auch tun bevor man sich selber irgendwelche Malariamittel verabreicht. Es gibt natürlich Gebiete in Afrika wo eine ärztliche Versorgung wirklich nicht gewährleistet ist. Dort sollte man sich aber ohnehin anders vorbereiten.

Mit Verwunderung lese ich auch die Erfahrungen, die manche bei einer nachträglichen Kontrolle bei ihrem Arzt zu Hause gemacht haben. Ich denke, man muss hier mal unterscheiden zwischen der ärztlichen Erfahrung, die für eine vorhergehende Beratung oder eine Therapie bei Tropenkrankheiten erforderlich ist und der Möglichkeit einer grundlegenden Verdachts-Diagnostik. JEDER Hausarzt hat die Möglichkeit, die notwendigen Proben zu nehmen und ein zuschicken. Entweder an ein Labor am Ort oder direkt an eine Tropenklinik. Da gibt gibt es auch keine Unterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten. Ein Arzt, der dies trotz konkreter Verdachtsmomente und dem Hinweis auf einen vorausgegangenen Tropenaufenthalt nicht tut, ist wahrscheinlich einfach zu bequem dazu. Ich würde ihn kein 2. Mal konsultieren.

Wir reisen seit über 30 Jahren regelmäßig in unterschiedliche Tropenregionen. Dazu gab es mehrere Langzeitaufenthalte. In der Folge war es immer mal wieder nötig, im Anschluss eine Tropenkrankheit auszuschließen (oder auch behandeln zu lassen). Immer hat den Anstoß einer unserer Hausärzte (es waren mehrere im Laufe der Jahre) gegeben und mindestens auch die Erst-Diagnostik vorgenommen. 2x wurde das Berhard-Nocht-Institut eingeschaltet, ambulant und auch stationär. Und nie gab es ein Problem mit unseren Krankenkassen, obwohl 'nur' Kassenpatienten.

Ulli
0
761 Beiträge · seit 201026. Feb. 2014 ·
Hallo,

Pro und Contra Malaria-Prophylaxe handhaben wir nach Region, nach Hinweisen auf z.B. 'Fit-For-Travel' und anderen Hinweisen, auch nach zusätzlichen Recherchen auf USA-Seiten.

Stand-By also z.B. In Laos, 100% Prophylaxe in Kenia/ Botswana (Chobe etc.)

Ich hab mich noch nie benachteiligt gefühlt als Kassenpatient, hätte ich das Gefühl bei meinem Hausarzt, hätte ich gewechselt. Dazu muss man sagen, er ist auch Anlaufstelle für Gelbfieberimpfung und Reisemedizin an sich.

Gruß Doro
~ Africa is a feeling ~
7’320 Beiträge · seit 200627. Feb. 2014 ·
Flori schrieb:Pro und Contra Malaria-Prophylaxe handhaben wir nach Region, nach Hinweisen auf z.B. 'Fit-For-Travel' und anderen Hinweisen, auch nach zusätzlichen Recherchen auf USA-Seiten.
... eine gute Seite für die gesundheitliche Situation weltweit ist http://www.promedmail.com/
Das ist ein Zusammenschluss von ca. 1.400 Ärzten weltweit, die über gerade aktuell auftretende Krankheiten informieren. Ich schaue da vor jeder Reise rein. Ich habe noch nichts Besseres gefunden. Früher gab es auch mal eine Seite mit 'ner deutschen Übersetzung, aber ich denke, es wurde den Betreibern zu aufwändig.
Ich hab mich noch nie benachteiligt gefühlt als Kassenpatient, hätte ich das Gefühl bei meinem Hausarzt, hätte ich gewechselt. Dazu muss man sagen, er ist auch Anlaufstelle für Gelbfieberimpfung und Reisemedizin an sich.
... beim Hausarzt ist die Krankenkasse wahrscheinlich meist egal. Bei Spezialisten gibt es sehr wohl häufig große Unterschiede. Das zeigt sich in der Wartezeit bis zum Termin oder ob man überhaupt einen Termin bekommt bis hin zu getrennten Wartezimmern mit unterschiedlicher Ausstattung.
Aber schön, dass es im Bereich der Reisemedizin nicht so zu sein scheint.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7’320 Beiträge · seit 200627. Feb. 2014 ·
Guido. schrieb:Wer tausende EUR für einen Afrikaurlaub ausgeben kann, wird bei so etwas hoffentlich nicht geizen.
... das sehe ich auch so. Viele Reisende interessiert es aber eher mehr, welches Entertainment-Angebot das Flugzeug bietet. 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7’320 Beiträge · seit 200627. Feb. 2014 ·
Serengeti schrieb:Diese Stand by Geschichte gaukelt einem die Sicherheit vor und keiner ist tatsächlich in der Lage den Zeitpunkt für eine erforderliche Medikation durch eine auftretende Beschwerdesymptomatik zu bestimmen. Schmeisst man das Zeug bei ersten Fieberanzeichen ein? Wartet man evtl. noch einen Tag? Ist es evtl. "nur" Zeckenfieber, etc.etc.
... im besten Fall haut man sich nur die Akutdosis sinnlos rein, aber im schlechtesten Fall hat man eine andere schwere Krankheit, die schnellstens behandelt gehört, aber nicht wird, weil man eine Malaria behandeln zu müssen glaubt. Oder man hat Malaria-Form X und das eingenommene Mittel wirkt nur gegen Form Y.

Und es gibt ein paar mehr Malariaformen als die meisten Leute wissen. Deshalb gehört das ja auch in die Hand speziell ausgebildeter Ärzte.

Gruß
Wolfgang
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