Hi,
klar kann man da verschiedene Ansichten haben und wir müssen da keinen Konsens finden.
travelNAMIBIA schrieb: Du (und auch andere) haben doch in allen Threads zu diesem Thema immer vehement die These vertreten, dass mit 6-12-monatiger Verzögerung der Tourismusmarkt auf Währungsschwankungen reagiert - also gib den Touristen Zeit.
Ich weiß gar nicht mehr, ob ich das hier so vehement vertreten habe (Altersdemenz), aber es ist ja plausibel, das Fernreisen meistens nicht ganz spontan sondern mit gewissem Vorlauf gebucht werden und sich Währungsschwankungen deshalb erst verspätet bemerkbar machen. Andererseits kommen wir von einem Kurs von 1:9 in 2010 und fast 45% Kursaufbesserung bis auf 1:13 in den letzten 3 Jahren sind bislang anscheinend verpufft bzw. durch andere negative Veränderungen überkompensiert worden. Werden da weitere 15% Kursaufbesserung von 1:13 auf 1:15 den Boom auslösen?
Dass die Zahl der Inlandstouristen bzw. SADC-Touristen wächst und Namibia da Fortschritte erzielt, halte ich für plausibel. Und das ist auch positiv. Allerdings dürfte dass der Tourismusindustrie in Namibia nicht ganz so viel bringen, wenn z.B. 23% mehr Südafrikaner auf dem Landweg kommen. Die mieten dann kein einziges Auto in Namibia. Wahrscheinlich campen sie recht häufig und wenn sie eine Lodge oder Gästefarm in Anspruch nehmen, macht diese 20-50% weniger Umsatz als normal, weil ja saftige SADC-Rabatte die Regel sind.
Bei den internationalen Touristen steht man glaube ich aktuell ungefähr wieder da, wo man vor 8-10 Jahren schon mal stand. Das heißt nicht, das alle Tourismusanbieter darben. Einige schaffen auch unter den Bedingungen Wachstum, andere schrumpfen halt. Da Air Namibia seit einem halben Jahr zuverlässig fliegt, erwarte ich eigentlich auch, dass es demnächst wieder etwas bergauf geht. Bedingung ist, dass Air Namibia bis zur nächsten planmäßigen Millionensubvention mit der 1,3-Milliarden-Subvention vom letzten Jahr auskommt und nicht vorher erneut illiquide wird und wieder im Chaos versinkt.
Die BoN begründet die Probleme im Tourismus in Namibia seit 5 Jahren mit der Eurokrise - explizit auch im aktuellen Quarterly Bullentin. Damit verschafft sie den Verantwortlichen ein bequemes Alibi. Dummerweise wächst in den letzten Jahren aber der Tourismus in Südafrika - auch mit deutschen Kunden. Die müssten ja genauso unter der Eurokrise leiden, tun sie aber nicht. Und deswegen greift die Erklärung der BoN nicht (mehr). Die aktuellen Probleme sind hausgemacht in Namibia. Nachdem die häufig kritisierten Preise von Lodges und Farmen durch die Wechselkurse erst einmal entschärft sind, dürften die beiden Hauptprobleme wohl Air Namibia/Fluganbindung und die mediocre Auslandsvermarktung durch das NTB sein. Oder welche Gründe siehst Du als local noch?
Beste Grüße
Guido