Quo vadis, kulturelles Erbe/Kolonialerbe?

102 Antworten · 15,9k Aufrufe · gestartet 18. Aug. 2013 von Otji
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22 Beiträge · seit 201321. Aug. 2013 ·
Hallo,

jetzt wird es irgendwie krank.

Alles Gute!
zuletzt bearbeitet 21. Aug. 2013
Themenstarter392 Beiträge · seit 200821. Aug. 2013 ·
steinbeisser schrieb:
Otji schrieb:😕

Ich fürchte aber, dass wir uns so langsam vom Thema wegbewegen und möchte (auch mich) dazu aufrufen, dorthin zurückzukommen. Danke! 🤪

LG

Otji
Weshalb möchtest Du denn gerne Fachwerkhäuser und Bahnlinien (hatte auch mal 'ne Fallerlandschaft im Keller) von Haubitzen und Herrenmenschenideologie - aber auch von Bildung, Gesundheitsfürsorge, Humanismus, Pioniergeist , ... trennen? Und wie geht das?

steinbeisser
Hallo Steinbeisser!

Dein Beitrag ist mir irgendwie entgangen. Da ich gleich CL-Quali gucke, antworte ich, wenn ich zu Hause bin. Oder halt morgen.

Gruß, Otji

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Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
2’664 Beiträge · seit 201222. Aug. 2013 ·
eggitom schrieb:
Swakop1952 schrieb:Du kannst und darfst glauben was Du möchtest. Für Manche ist Wikipedia ja auch eine Bibel.
Lieber H.

Da du mit dem zweiten Satz offensichtlich mich ansprichst, erlaube ich mir wider besseres Wissen einen letzten Kommentar.

Du fällst - nicht nur mir und nicht erst seit gestern - hier im Forum dadurch auf, dass für dich offenbar nur deine eigene Meinung zählt. Richtig fundiert belegt hast du deine Aussagen meines Wissens noch nie; du weichst regelmässig auf Nebenschauplätze aus. Auch lässt du dich durch noch so stichhaltige Argumente und Beweisführungen (Bsp. Konno) nicht von deiner eigenen "Wahrheit" abbringen.

Bei uns in der Schweiz nennt man das "ein Brett vor dem Kopf haben". Eine Medizin dagegen gibt es meines Wissens nicht.

Eigentlich schade: mit deinem immensen Wissen über Namibia hast du in anderen Threads schon vielen weitergeholfen.

Freundliche Grüsse
Thomas

PS: Sorry Otji, das musste einfach noch gesagt sein. Lasst uns zum eigentlichen Thema zurückgehen.
Lieber Thomas,

würdest Du mal bitte qualifiziert aufzählen, was Deiner Meinung nach nicht beantwortet worden ist?

Wenn ich aufgrund von Erfahrungen vieler Farmer (auch bei denen gibt es unterschiedliche Meinungen), die ordentliche Weidewirtschaft betreiben, auf die Schädlichkeit von Ziegen bezüglich Verbuschung hinweise, dann steht mir die eigene Meinung m.E. zu. Du mußt sie ja nicht übernehmen. Dazu brauche ich nicht einen Haufen Links ergoogeln, die meine Meinung unterstützen. Konno gestehe ich das aufgrund seiner Jugend und fehlender praktischer Erfahrung zu. Daß Ziegenzüchter das Verbuschungsrisiko bestreiten werden, ist doch naheliegend. Würde ich in dem Fall auch tun.

Wenn ich nach afrikanischer Art Weidewirtschaft betreibe, mich nicht um die Tiere kümmere, und die Tiere in immer größer werdenden Radien rund um Wasserstellen alles pflanzliche herunter trampeln bis nur noch Wüste übrig bleibt, und Büsche und Bäume von oben bis unten abfressen, na klar, dann kann auch keine Verbuschung vorkommen, weil einfach alles zerstört wird, und selbst die dann möglicherweise heranwachsenden Büsche durch die Ziegen selbst gefressen werden. Aber es entsteht eine wüstenartige Landschaft (bestes Beispiel: Sahel Zone).

Wenn ich jedoch eine ordentliche Weidewirtschaft betreibe von Camp zu Camp, dann knödeln die Ziegen die zuvor gefressenen Schoten und damit die Saat überall hin, und die anwachsenden Büsche werden nicht heruntergetrampelt, und statt Wüste bildet sich ein verstärkter Buschbewuchs. Ist das verständlich? Genau da sind Ziegen schädlich. Verstärkt durch Schotensaaten, die durch den Verdauungstrakt der Tiere gegangen sind.

Da ich den Thread nicht weiter mit diesem Thema verfälschen wollte, hatte ich geschwiegen. Ich gönne Konno, sich mit einem reiben zu wollen. Ist doch OK, mehr als ein Schmunzeln über seinen jugendlichen Eifer erzeugt das jedoch nicht.

Mit besten Grüßen vom Brett vor dem Kopf beim
Hajo

P.S. Ich bin nach wie vor der Meinung, daß dieses Thema nicht in diesen Thread gehört.
zuletzt bearbeitet 22. Aug. 2013
Themenstarter392 Beiträge · seit 200822. Aug. 2013 ·
Guten Abend,

ich habe noch Kopfschmerzen vom CS-Gas, was auf uns abgefeuert wurde (diverse Medien berichten), daher keine detaillierte Antwort an Steinbeißer.

Lediglich eine Bitte:

Streitereien über Ziegen bitte per PN, danke! 🙂

LG

Otji
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1’457 Beiträge · seit 200622. Aug. 2013 ·
Otji schrieb:

Streitereien über Ziegen bitte per PN, danke! 🙂

Na genau da sind sich doch wenigstens beide Parteien einig 🤩 😗
33,3k Beiträge · seit 200627. Aug. 2013 ·
Hi zusammen,

gester wurde bekannt, dass das Reiterdenkmal nun endgültig vernichtet werden soll. Der Platz soll für die Errichtung einer Statue von Sam Nujoma freigemacht werden. Mehr dazu z.B. heute in der AZ.

Viele Grüße
Christian
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709 Beiträge · seit 201127. Aug. 2013 ·
travelNAMIBIA schrieb:...gester wurde bekannt, dass das Reiterdenkmal nun endgültig vernichtet werden soll. Der Platz soll für die Errichtung einer Statue von Sam Nujoma freigemacht werden...
Das war ja vorhersehbar.
Und ich wurde gescholten, als ich solches Vorgehen sarkastisch vorhersagt...
-------------------------- ...der schon öfter 4x4 in Afrika war... http://www.4x4club-leipzig.de/ http://www.baja-deutschland.de/
Gast27. Aug. 2013 ·
Hallo,
travelNAMIBIA schrieb:gester wurde bekannt, dass das Reiterdenkmal nun endgültig vernichtet werden soll. Der Platz soll für die Errichtung einer Statue von Sam Nujoma freigemacht werden. Mehr dazu z.B. heute in der AZ.
Das man das Reiterdenkmal weg haben will, kann ich in gewisser Weise noch nachvollziehen. Etwas unschön ist, dass Pohamba bei der Begründung die Realität schon etwas verbiegt: "This monument is a symbol of victory on the side of the Germans. This monument means ‘we have defeated them'". Das Denkmal trägt eine Inschrift, welche die Intention zweifelsfrei klar macht. Da steht was vom Gedenken an die verstorbenen Deutschen. Vom "glorreichen Sieg" oder so steht da nichts. Wenn man das zum Triumphbogen für den Sieg der Deutschen umdeutet, ist das schon ein bisschen fragwürdig

Aber wie gesagt, das kann ich noch etwas nachvollziehen. Unschön wird es, wenn damit Platz gemacht werden soll für ein weiteres Nujoma-Denkmal. Der Führer-Kult nimmt da schon etwas bedenkliche Ausmaße an. Und noch bedenklicher wird es im Kontext mit der nun anscheinend angedachten Gesetzesnovelle, so dass zukünftig der Präsident per Deklaration von oben Namensänderungen von Orten befehlen kann. Das man gerade jetzt das Gesetz entsprechend ändern möchte, legt den Verdacht nahe, dass man sehr wohl vor hatte, Lüderitz in Naminüs umzubenennen und das deswegen wohl auch so kommuniziert und verstanden wurde. Wahrscheinlich hat man erst danach festgestellt, dass man das rechtlich derzeit gar nicht kann.

Die SWAPO arbeitet sich da an Themen ab, die das Land meines Erachtens null voranbringen. Das Auslöschen jeglicher Kolonialspuren und neuer Führerkult bringen niemanden mehr zu essen, eine bessere Bildung, eine funktionierende Gesundheitsversorgung oder einen guten Job. Naja. Nächstes Jahr endet die Amtszeit von Pohamba. Hage Geingob dürfte als designierter Nachfolger nicht die schlechteste Wahl sein?

Beste Grüße

Guido
Gast27. Aug. 2013 ·
Gouverneur Dr. Theodor Seitz, bei der Einweihungsfeier des Reiterdenkmals am 27. Januar 1912: „Den Toten zur Ehre ist dieses Denkmal gesetzt, den Lebenden zum Ansporn, zu erhalten und auszubauen, was in einem schweren Kampfe von aufopfernder Vaterlandsliebe errungen wurde (...) Der eherne Reiter der Schutztruppe, der von dieser Stelle aus in das Land blickt, verkündet der Welt, daß wir hier die Herren sind und bleiben werden."

SWAPO Verfassungsentwurf lt. Election Manifesto 1989, Pkt. 7 „Economic Policies“: As a movement committed to the values of social justice, solidarity and public interest, SWAPO does not conceal its belief in the moral superiority of socialism over capitalism. Egalitarianism forms the basis of its vision of a just social order.”

….….kam dann alles etwas anders.
Grüße Werner

PS 1: Bitte um einen link betr. die beabsichtigte Vernichtung des Reiterdenkmals.

PS 2: 2004 habe ich im „Osten“ eine in Statuen und Monumente spezialisierte Metallgießerei besucht, die, mangels Nachfrage für Lenin und Marx plötzlich vor dem Aus gestanden war aber Dank Wojtyla (von klein in Serie bis monumental als Einzelstücke) dann wieder florierte.
zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2013
983 Beiträge · seit 201127. Aug. 2013 ·
Ob die Statue, wie Christian meint, "vernichtet" werden soll, wage ich zu bezweifeln. Pohamba spricht von "removed" (würde ich als "abbauen" übersetzen) und bietet indirekt an, die Statue nach Deutschland zu überführen. Das lässt darauf schließen, dass man nicht an ein "Einschmelzen" denkt.

Quelle Namibian:

"This monument is a symbol of victory on the side of the Germans. This monument means 'we have defeated them'. The horse rider must be removed," Pohamba stated, adding that the government would not have any objections if the statue is to be taken back to Germany.

"If they want to take it back to Germany it is also fine, we will not have any objections," the President said.

http://allafrica.com/stories/201308270601.html

Das ist "Politiker-Kommunikation" und soll meiner Meinung nach heißen "weg damit - und wohin danach, darüber können wir reden"
Beste Grüße rhh64
zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2013
Gast27. Aug. 2013 ·
Hallo Werner,
wernerbauer schrieb:Gouverneur Dr. Theodor Seitz, bei der Einweihungsfeier des Reiterdenkmals am 27. Januar 1912: „Den Toten zur Ehre ist dieses Denkmal gesetzt, den Lebenden zum Ansporn, zu erhalten und auszubauen, was in einem schweren Kampfe von aufopfernder Vaterlandsliebe errungen wurde (...) Der eherne Reiter der Schutztruppe, der von dieser Stelle aus in das Land blickt, verkündet der Welt, daß wir hier die Herren sind und bleiben werden."
Wenn Du suchst, findest Du wahrscheinlich noch rassistischere zeitgenössische Kommentare, nur finde ich das als Argument etwas dünn. Seitz hat das Reiterdenkmal nicht initiiert. Es wurde vor seiner Amtszeit angeleiert. Das war eindeutig als Denkmal für die Gefallenen gedacht, die Eröffnung fiel nun zufällig in die Amtszeit von Seitz. Dieser war anscheinend - wie so viele damals - ein Rassist und hat das Denkmal in seiner Eröffnungsrede eher als Herrschaftssymbol kommentiert. Statt so einen Kommentar zum Maßstab zu machen, würde ich mich bei der Interpretation doch eher an die Inschrift halten. Wenn es der Maßstab ist, welche Kommentare oder welche Nutzung Gebäude oder Denkmäler zeitweise erfahren haben, dann sollten wir in Deutschland z.B. Siegessäule und Brandenburger Tor in Berlin schnellstens wegsprengen, die von den Nazi intensivst als Symbole in ihrem Sinne verwendet wurden. Einen Weg den Deutschland übrigens häufig geht und der meines Erachtens viel besser als Abriss ist: Man ergänzt Monumente mit fragwürdiger Historie durch Infotafeln, die bei der geschichtlichen Einordnung helfen.
wernerbauer schrieb:PS 1: Bitte um einen link betr. die beabsichtigte Vernichtung des Reiterdenkmals.
Von Vernichtung war nicht explizit die Rede, wohl aber davon, dass es weg muss.
“This monument is a symbol of victory on the side of the Germans. This monument means ‘we have defeated them’. The horse rider must be removed,” Pohamba stated, adding that the government would not have any objections if the statue is to be taken back to Germany.
http://www.namibian.com.na/indexx.php?id=2920&page_type=story_detail

Ansonsten wie gesagt: Das man das Reiterdenkmal weg haben will, kann ich irgendwo noch nachvollziehen. In Verbindung mit anderen Maßnahmen erscheint mir das alles schon ein bisschen fragwürdig. Vor 3-4 Jahren gab es in Namibia einen großen Wirbel um das Reiterdenkmal und dessen Verschiebung. Pohamba war da schon seit mehr als 5 Jahren Präsident. Warum ist ihm da nicht eingefallen, dass das Denkmal weg muss und nicht an anderer Stelle wieder aufgebaut werden darf? Warum jetzt diese neuen Prioritäten? Und ich kann nicht beurteilen, wie repräsentativ diese Umfrage hier ist, aber es gibt zumindest Indizien, dass die SWAPO-Regierung damit erneut gegen die Bevölkerungsmehrheit handelt - wie auch bei der mutmaßlich immer noch verfolgten Umbenennung von Lüderitz:
http://www.az.com.na/lokales/nicht-begeistert.91342.php

Beste Grüße

Guido
Gast27. Aug. 2013 ·
Danke Guido und Entwarnung!
Mit dem Zitat wollte ich bloß daran erinnern, dass das Denkmal eben durch derartige Punzierung und Vereinnahmung durch Offizielle und unzählige Nachahmungstäter im Geist auch zum Symbol für diese Geisteshaltung wird bzw. von afrikanischer Opferseite folglich durchaus auch als Siegermonument gesehen werden kann und nicht bloß als Totengedenken. Das kann ich eben nachvollziehen, zumal ja für eine Erwähnung der afrikanischen Opfer ziemlich lange Gelegenheit gewesen wäre.
In der Quintessenz bin ich deiner Meinung und fände eine Vernichtung
(Christian hatte ausdrücklich Vernichtung geschrieben) des Reiterdenkmals für falsch und sinnlos. Für die Geschichtswahrnehmung wäre so ein Symbolakt auch in etwa so effektiv wie die unlängst berichtete Zerstörung einer Festplatte mit Snowden-NSA-Enthüllungen im Keller des M&G in London.
Den Persönlichkeitskult um Nujoma (u. a.) und seine politische Leistung sehe ich genauso kritisch wie du. Ansonsten halte ich aber so was wie die Äußerungen von Pohamba zum Thema halt für Politik- und Politikeralltägliches, einen großen Unterschied zu unserer eigenen täglichen Kost (insbesondere jetzt im Wahlkampf) kann ich persönlich nicht erkennen, bin aber zugegebenermaßen nicht emotional involviert. Bei Lüderitz musste er ja schon zurückrudern und das Reiterdenkmal wird vielleicht im Unabhängigkeitsmuseum landen.
Grüße Werner
zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2013
33,3k Beiträge · seit 200627. Aug. 2013 ·
Hi Guido & alle anderen,

abgesehen davon, dass Herr Staatspräsident Pohamba auch hier wieder seine Möglichkeiten überschätzt (genauso wenig wie Städte umbenennen darf er anerkannte Nationale Denkmäler entfernen lassen - noch zumindest), ist irgendwo sicherlich politische Kalkül (Wahljahr) dabei. Es wird nur auf Reaktionen der "Kolonialisten" gewartet. Warum z.B. wurde überall um die Alte Feste und das neue Museum vor Jahren bereits schönster Rasen gepflanzt, nur nicht um das Reiterdenkmal - weil man Reaktionen hervorrufen möchte... die bisher - leider für die Regierung - ausblieben. Noch vergangene Woche hatte einen Kulturbeauftrage der Regierung gesagt, dass der Reiter sogar vielleicht eines der neun Statuen direkt unter dem neuen Museum werden kann. Kommunikation ist halt nicht so die Stärke der dort oben...

Mir persönlich ist es wurscht ob das Denkmal nun in ein Museum in Deutschland oder vielleicht ins neue Windhoeker Stadtmuseum kommt (was ich nicht schlecht finden würde) oder ganz zerstört wird. Nur die Argumentation von Herrn Pohamba, es wäre ein Sieger-Denkmal ist sowas von "flach". Wer hat denn im Endeffekt "gesiegt"? Wer ist denn an der Regierung? Die Südwestafrikanische Volksorganisation... die sich übrigens selber weigert sich in Nampo umzubenennen 😉

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
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425 Beiträge · seit 200727. Aug. 2013 ·
"die sich übrigens selber weigert sich in Nampo umzubenennen"
Christian, der war gut! 😄 🤪 😄 🤪 😄 😛
Grüße Stephan www.skyimages.de Reisebericht Namibia 2002 - Wie alles begann..." Reisebericht Namibia 2007 Astronomie in Namibia 2009 Ins Land der Skipetaren 2010 "Kommt ein Kudu geflogen" - Namibia 2013 Timelapse Video "Southern Skies" Namibia 2016 - oder auf Zebrapfaden durch den Busch
Gast27. Aug. 2013 ·
Hallo,
Stephan M schrieb:"die sich übrigens selber weigert sich in Nampo umzubenennen"
Christian, der war gut! 😄 🤪 😄 🤪 😄 😛
Christians Aussage hat aber durchaus einen ernsten Hintergrund. Diversen Firmen in Namibia, die einst Southwest/Südwest im Namen trugen, wurde seinerzeit nahegelegt, sich einen anderen Namen zuzulegen, weil das so eine koloniale Konnotation hat.

Wenn man historische Bezüge zur Kolonialzeit auslöschen will, dann hätte die regierende South West Africa People's Organization konsequenterweise mal bei sich selbst anfangen und sich in NamPO o.ä. umbenennen müssen. Hat man aber nicht. Die Partei rechtfertigt sich damit, dass der volle Name heute nicht mehr gilt und der heutige Parteiname nur noch im Akronym SWAPO besteht.

Beste Grüße

Guido
Gast28. Aug. 2013 ·
@SWAPO<>NAMPO
Man ist so an Namen gewohnt, dass einem Anachronistisches daran nicht mehr auffällt. Jedenfalls hat mich der Hinweis darauf jetzt neugierig gemacht. Hier ein paar chronologische Daten, falls es jemanden interessiert:
SWANU gründete sich 1959 und brachte ihr Anliegen betr. Unabhängigkeit von SA 1960 vor die UNO-GV. SWAPO gründete sich 1960.
1966 erklärte die UNO-GV die von SA ausgeübte (aber völkerrechtlich strittige) Verwaltung von SWA für erloschen und gründete ein Komitee um SWA in die Unabhängigkeit zu führen. Der 1967 gegründete „Rat für SWA“ sollte dieses bis zur Unabhängigkeit verwalten und die dafür erforderlichen rechtlichen Strukturen schaffen.
Am 12. Juni 1968 beschloss die UNO-GV die Umbenennung von SWA in „Namibia“, diese ist somit seither die völkerrechtlich „offizielle“ Staatenbezeichnung. Ab hier wäre eigentlich eine Umbenennung bei SWAPO u.a. angesagt gewesen, insbesondere weil SWAPO am 13.12.1974 von der UNO-GV als „authentische Vertretung des namibischen Volkes“ anerkannt wurde und Beobachterstatus erhielt sowie die Ermächtigung „jedes“ Mittel zur Erlangung der Unabhängigkeit einzusetzen.

Wie war das in den anderen Staaten der Region?
Bei ANC und PAC in SA sowie den Staaten ohne Namensänderung bei der Unabhängigkeit stellte sich die Frage nicht.
In Rhodesien/Zimbabwe hießen ZAPU bzw. ZANU von der Gründung weg so, bzw. war also seit 1961 bzw. 1963 Zimbabwe der angestrebte Staatenname.
In Nyassaland/Malawi gründeten 1960 Banda u.a. den 1959 verbotenen Nyassaland African Congress (NAC) als Malawi Congress Party (MCP) neu und Banda ging damit 1964 in die Unabhängigkeit und 1966 in den/die Einparteienstaat/diktatur.
In Northern Rhodesia/Zambia gründete Kaunda 1958 den Zambian African National Congress (ZANC) als Gegenbewegung zum 1948 gegründeten Northern Rhodesian African Congress (NRANC).
Scheint also so, dass von den später dominierenden Parteien nur SWAPO nicht umbenannt hat.
Grüße Werner
PS. Passte das noch zum Thema oder war das jetzt „thread-jacking“?
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2013
1’309 Beiträge · seit 200928. Aug. 2013 ·
wernerbauer schrieb:
PS. Passte das noch zum Thema oder war das jetzt „thread-jacking“?
Passt doch gut zum Thema, es hat doch was mit Kolonialerbe zu tun.
VG Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Themenstarter392 Beiträge · seit 200807. Sept. 2013 ·
Hallo,

sorry, aber passt das nicht in einen Beitrag? 😉

Dass Pohamba Aktionismus betreibt, ist ja nicht von der Hand zu weisen. Allerdings wird er schon sehen was er davon hat... Davon bin ich überzeugt. 😉

Viele Grüße,

Otji
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst Du nur das Zauberwort. - Joseph von Eichendorff
33,3k Beiträge · seit 200607. Sept. 2013 ·
Hi zusammen,

die Stadt Windhoek sieht es ja etwas pragmatischer....
http://www.az.com.na/lokales/kulturmeile-mit-reiter.412404

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian

P.S. Hoer: Schreib doch etwas übersichtlicher - das kann alles in einen Beitrag - so weiß keiner mehr wozu und an wen Du dich wendest 🙁
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