Mit dem Deadvlei verbindet mich eine wahre Hass-Liebe.
Auf der einen Seite fotografiere ich für mein Leben gern und es reizt mich jedes Mal ungemein neue aufregende Motive zu entdecken, die mir bis dahin verborgen geblieben waren. Auf der anderen Seite bin ich ein furchtbar fauler Kerl und hasse es meinen viel zu fetten Körper über die Dünen schleppen zu müssen. Wobei es ja fast einfach wäre dort ohne Fotorucksack und Stativ hinzukommen, aber bepackt wie ein Esel und 20kg schwerer als sonst, ist es halt mehr eine Tortour.
Besonders schade find ich auch, dass die paar Bäume des Deadvlei - es sind vielleicht noch 45 übrig (die bereits liegenden nicht mitgerechnet) – nicht mehr lange stehen werden. Manche der alten abgestorbenen Kameldornbäume sind durch die Witterung und Insekten bereits so durchlöchert, dass sie nur angestubst werden müssen und praktisch sofort zu Staub zerfallen.
Ein einziger Idiot könnte, so er seiner Zerstörungswut freien Lauf liesse, fast das gesamte Deadvlei vernichten. Zum Glück singen die betrunkenen Russen nur und haben sonst keinen Unfug im Sinn. Nicht auszudenken wenn mal einer auf eine gute Idee kommt….
Am meinem ersten Morgen in der Sossus Dune Lodge war ich zum ersten Mal der aller erste im Deadvlei, was sich umgehend bezahlt machte, denn ich erspähte vor einer der großen roten Dünen drei Oryx die gemächlich das Weite suchten. Perfekt wurde die ganze Szene aber erst durch den Vollmond der gerade dabei war hinter der Düne zu verschwinden. Eine traumhafte Szene, die sich aber auch mit meiner Nikon D4 samt dem 70-300mm nur sehr mangelhaft einfangen ließ.
Dann folgte das obligatorische warten auf die Sonne (was mitunter 1 Stunde dauert), da Big Daddy im Weg steht 😉
Ist die Sonne dann endlich da, behindern sich die Fotografen mit ihren Stativen und es kann vorkommen, dass manch einer recht lautstark das vor ihm befindliche Motiv für sich alleine reklamiert. Ich muss dann immer heimlich lächeln, denn mein bestverkauftes Foto ist aus dem Deadvlei und es ist nicht einmal scharf. Denn als ich letztes Mal hier war (Juli 2007) hatte ich ein Fisheye dabei, dass furchtbare CA’s produzierte und damit die Aufnahmen fast unbrauchbar machte.
Trotzdem habe ich dieses Bild bereits über 200 mal verkauft!
Heuer fotografiere ich aber nicht mehr mit dem Stativ – außer bei stockfinsterer Nacht – denn die Nikon D4 bietet solch großartige technische Möglichkeiten, dass ich das Stativ bei den Preisen die ich heutzutage für einzelne Fotos bekomme, als unnütze Limitierung meiner Möglichkeiten empfinde. Denn wenn man mit Stativ unterwegs ist, zwingt man sich quasi selber dazu, genau nachzudenken und seine Fotos exakt zu komponieren, eine an sich gute Sache in der professionellen Fotografie, hat sie aber einen großen Haken in der Praxis, man kann in den 90 min nach Sonnenaufgang maximal 10 Fotos machen, während jemand wie ich in der selben Zeit locker 500 Aufnahmen schafft.
Zurück in der Sossus Dune Lodge aß ich Mutterseelenallein zu Mittag und fragte mich, wo zum Teufel sich all die Touristen bei 40°C und senkrecht stehender Sonne wohl verstecken würden, hier waren sie auf jeden Fall nicht. Aber das ist wahrscheinlich eines der vielen Rätsel das ich nie lösen werde. Genauso verstehe ich nämlich nicht, wieso die allermeisten Touristen immer nur eine Nacht in einer Lodge zubringen um dann sofort wieder 3 bis 6 Stunden auf der Piste zuzubringen. Anstatt die Ruhe von der alle Lodgebesitzer immer sprechen zu genießen und die Landschaften auf sich wirken zu lassen kommt es mir im Gegenteil fast so vor, als bestünde der Großteil der Touristen in Namibia aus Bankräubern auf der Flucht.
Aber wie schon erwähnt, ich bin da als Alleinreisender Fotograf, der seinen Trip als Arbeit sieht, wohl kein wirklicher Maßstab. Das ich täglich 8 bis 12 Stunden arbeite ist normal, immerhin bin ich ja genau aus diesem Grund hier, aber wahrscheinlich machen es alle wie der chinesische Philosoph und denken, „Der Weg ist das Ziel!“ (Blöde Citroen Werbung).
Vielleicht noch ein paar Gedanken zur Sossus Dune Lodge by itself.
Die Lodge selber ist meiner Ansicht nach eine Katastrophe obwohl sie für Namibianische Verhältnisse wirklichen Luxus bietet.
Die Vorteile:
Da wären der Strom, der den ganzen Tag zur Verfügung steht, die herrliche Ausstattung der Bungalows und das köstliche Abendessen samt anschließenden Drinks im Freien.
Die Nachteile:
Endlos lange Wege auf Brückenähnlichen Bauwerken (nennen wir sie Stege) zu den Bungalows. Also wenn ich den Bungalow 12 bekommen hätte, wär ich nach 1 Tag ganz sicher wieder ausgecheckt, denn ich hab keine Lust 20 min zum Frühstück zu latschen. Soviel Nahrung kann ich gar nicht zu mir nehmen, möchte ich fit sein für einmal hin und retour 😄
Durch das „nicht“ entkoppeln der Bungalows von den Stegen auf den die Leute zu ihren Bungalows gehen gerät die ganze Konstruktion dann auch noch in Bewegung, was dazu führte, dass ich keine einzige Nacht länger als bis 4:30 Uhr schlafen konnte. Für mich als Fotografen okay, aber was sagen die Familien dazu…?
Die Zeltartigen Bungalowwände sind eine Katastrophe, denn man hört nicht nur jedes Wort der Idioten die vergessen haben ihren Wecker von Deutschland auf Namibia umzustellen und meine sie müssten um 3:30 Uhr grölend auf sich aufmerksam machen (wirklich passiert am 3ten Morgen), nein man darf am Klo auch nicht laut furzen wenn andere gerade mit ihren Kindern vorbei gehen!
Durch die Bauweise der Bungalows macht eine Klimaanlage genauso wenig Sinn wie eine Heizung, daher gibt es beides nicht. Man kann hier natürlich geteilter Meinung sein und fragen wozu dies erforderlich ist, schon klar, nur sind 345,00 Euro pro Nacht für ein besseres Zelt ja auch nicht wenig Schotter, oder? Ein massiv gebautes Häuschen hat hier zwar bezüglich der Wärmeabstrahlung in der Nacht gewisse Nachteile, aber auch viele Vorteile zieht man die vorgenannten Punkte mit ins Kalkül.
Frühstück und Mittagessen sind auch so ein Thema in der Sossus Dune Lodge. Ich war vor 5 Jahren in der Sossusvlei Lodge wo es am Abend herrliche Buffets mit 8 verschiedenen Fleischsorten gibt und auch in der Früh einiges geboten wird. In der Sossus Dune Lodge hatte ich hingegen das Gefühl, dass man nicht wirklich auf frühstückende Gäste eingerichtet war (mein subjektiver Eindruck). Gleich am ersten Tag passierte es zum Beispiel, dass die nette Dame die meine Spiegeleier zubereitete, plötzlich wie von der Hummel gestochen abzischte und meine Eier ihrem Schicksal überließ. Zuerst schaute ich blöd, dann aber nahm ich das Ruder selber in die Hand und spielte kurzerhand den Chefkoch. An dieser Stelle können wir darüber diskutieren ob so etwas normal ist, oder ich einfach nur Pech hatte.
Hinzu kommt, dass die Terrasse der Bungalows völlig unbrauchbar ist, da weder Stühle draußen stehen, noch ein Sonnenschutz vorhanden ist, was dem Manager aber bewusst ist und in absehbarer Zeit (nicht wegen mir – die Info gab er mir freiwillig) ein fixer Sonnenschutz installiert werden soll, damit die schöne Terrasse auch nutzbar wird.
Das Wasser im Pool war so kalt, dass ich es meinen …………… nicht zumuten konnte, also blieb ich draußen. 😄
Und zu guter Letzt hatte ich noch die Frechheit nachzufragen ob sie mir meine dreckige Wäsche waschen könnten, wodurch ich mir leichten Unmut der Belegschaft zuzog. Gewaschen wurde sie trotzdem, war aber nicht vorgesehen. Für mich in einer so teuren Unterkunft, egal ob mitten in der Wüste oder nicht, eine Zumutung.
Jetzt aber weiter im Text:
Nach drei Tagen war dann alles für DIE Nacht vorbereitet. Ich hatte mein Permit um in der Nacht dort zu sein, die Ausrüstung war im Rucksack, ich hatte genügend Wasser mit und die Sonne ging bald unter. Also fuhr ich gemütlich Richtung Deadvlei stellte meinen Toyota dort im Schatten eines offenen Land Rovers ab und marschierte gemütlich ins Vlei.
Dort angekommen traf ich eine Gruppe Italiener, die gerade beim Zusammenpacken waren und einen Führer der Sossusvlei Lodge dabei hatte, Der wiederum wunderte sich wieso ich hier sein durfte, sagte aber nichts. Ich schlenderte noch ein wenig umher, baute dann mein Stativ auf und wartete das es finster wurde. Das war eine jener Dinge, die ich in der letzten Woche gelernt hatte, bereits dort sein solange man noch alles gut sieht, die Kamera einstellen und ausrichten und erst dann warten, denn wenn es einmal stockdunkel ist, sieht man gar nix mehr. Da kannst du dann auch kein Bild mehr komponieren und der Vordergrund gerät immer zu klein und meist auch noch unscharf, weil man sich beim Fokussieren verhaut.
Gesagt, getan. Natürlich ist es ziemlich lähmend die lange Zeit zwischen Sonnenuntergang um 17:23 Uhr und dem Beginn des Astronomical Twilights um 18:40 Uhr mit herumstehen zuzubringen, aber was solls. Immerhin war ich ja des Nächtens im Deadvlei, das soll mir erst mal wer nachmachen, dachte ich mir heimlich und wartete….
Nach und nach begann ich dann die geplanten vier Sujets zu fotografieren und war eine Stunde später fertig, länger hätte ich auch nicht brauchen dürfen, denn um 19:48 Uhr ging der Mond auf und dann wars vorbei mit der Dunkelheit.
Nun stapfte ich wieder retour zum Parkplatz, was bei stockdunkler Nacht eine wahre Challenge ist, denn in den drei Nächten in denen ich diesmal im Deadvlei war, hab ich mich original 2 mal verlaufen auf dem Weg retour. Wahrscheinlich einer der Gründe wieso dumme Touristen wie ich dort in der Nacht nicht hin sollten. Okay, ich schrammte nur wenige hundert Meter an meinem Auto vorbei und mit dem aktivieren der Türschlösser fand ich die scheiß Kiste dann auch immer, aber es ist schon verflucht finster in einer mondlosen Nacht in der Wüste, dass könnt ihr mir glauben. 😉
Am nächsten Morgen fuhr ich noch einmal ins Deadvlei und versuchte mich erneut mit meinem 16mm fisheye und der D4 an den zahlreich vorhandenen Motiven. Wobei ich am liebsten im Vlei rechts vom Deadvlei beginne, da dort die ersten Sonnenstrahlen bereits 20min früher auftreffen und man so mehr vom Tag hat. Zurück in der Lodge warteten schon alle auf mich mit dem Frühstück, war es ja schon 9:15 Uhr und ich hatte gesagt ich würde frühstücken kommen. Also in aller Ruhe hingesetzt und gefrühstückt, dann duschen, packen und auschecken.
Das waren meine 4 Tage in der Sossus Dune Lodge.
Auf der einen Seite fotografiere ich für mein Leben gern und es reizt mich jedes Mal ungemein neue aufregende Motive zu entdecken, die mir bis dahin verborgen geblieben waren. Auf der anderen Seite bin ich ein furchtbar fauler Kerl und hasse es meinen viel zu fetten Körper über die Dünen schleppen zu müssen. Wobei es ja fast einfach wäre dort ohne Fotorucksack und Stativ hinzukommen, aber bepackt wie ein Esel und 20kg schwerer als sonst, ist es halt mehr eine Tortour.
Besonders schade find ich auch, dass die paar Bäume des Deadvlei - es sind vielleicht noch 45 übrig (die bereits liegenden nicht mitgerechnet) – nicht mehr lange stehen werden. Manche der alten abgestorbenen Kameldornbäume sind durch die Witterung und Insekten bereits so durchlöchert, dass sie nur angestubst werden müssen und praktisch sofort zu Staub zerfallen.
Ein einziger Idiot könnte, so er seiner Zerstörungswut freien Lauf liesse, fast das gesamte Deadvlei vernichten. Zum Glück singen die betrunkenen Russen nur und haben sonst keinen Unfug im Sinn. Nicht auszudenken wenn mal einer auf eine gute Idee kommt….
Am meinem ersten Morgen in der Sossus Dune Lodge war ich zum ersten Mal der aller erste im Deadvlei, was sich umgehend bezahlt machte, denn ich erspähte vor einer der großen roten Dünen drei Oryx die gemächlich das Weite suchten. Perfekt wurde die ganze Szene aber erst durch den Vollmond der gerade dabei war hinter der Düne zu verschwinden. Eine traumhafte Szene, die sich aber auch mit meiner Nikon D4 samt dem 70-300mm nur sehr mangelhaft einfangen ließ.
Dann folgte das obligatorische warten auf die Sonne (was mitunter 1 Stunde dauert), da Big Daddy im Weg steht 😉
Ist die Sonne dann endlich da, behindern sich die Fotografen mit ihren Stativen und es kann vorkommen, dass manch einer recht lautstark das vor ihm befindliche Motiv für sich alleine reklamiert. Ich muss dann immer heimlich lächeln, denn mein bestverkauftes Foto ist aus dem Deadvlei und es ist nicht einmal scharf. Denn als ich letztes Mal hier war (Juli 2007) hatte ich ein Fisheye dabei, dass furchtbare CA’s produzierte und damit die Aufnahmen fast unbrauchbar machte.
Trotzdem habe ich dieses Bild bereits über 200 mal verkauft!
Heuer fotografiere ich aber nicht mehr mit dem Stativ – außer bei stockfinsterer Nacht – denn die Nikon D4 bietet solch großartige technische Möglichkeiten, dass ich das Stativ bei den Preisen die ich heutzutage für einzelne Fotos bekomme, als unnütze Limitierung meiner Möglichkeiten empfinde. Denn wenn man mit Stativ unterwegs ist, zwingt man sich quasi selber dazu, genau nachzudenken und seine Fotos exakt zu komponieren, eine an sich gute Sache in der professionellen Fotografie, hat sie aber einen großen Haken in der Praxis, man kann in den 90 min nach Sonnenaufgang maximal 10 Fotos machen, während jemand wie ich in der selben Zeit locker 500 Aufnahmen schafft.
Zurück in der Sossus Dune Lodge aß ich Mutterseelenallein zu Mittag und fragte mich, wo zum Teufel sich all die Touristen bei 40°C und senkrecht stehender Sonne wohl verstecken würden, hier waren sie auf jeden Fall nicht. Aber das ist wahrscheinlich eines der vielen Rätsel das ich nie lösen werde. Genauso verstehe ich nämlich nicht, wieso die allermeisten Touristen immer nur eine Nacht in einer Lodge zubringen um dann sofort wieder 3 bis 6 Stunden auf der Piste zuzubringen. Anstatt die Ruhe von der alle Lodgebesitzer immer sprechen zu genießen und die Landschaften auf sich wirken zu lassen kommt es mir im Gegenteil fast so vor, als bestünde der Großteil der Touristen in Namibia aus Bankräubern auf der Flucht.
Aber wie schon erwähnt, ich bin da als Alleinreisender Fotograf, der seinen Trip als Arbeit sieht, wohl kein wirklicher Maßstab. Das ich täglich 8 bis 12 Stunden arbeite ist normal, immerhin bin ich ja genau aus diesem Grund hier, aber wahrscheinlich machen es alle wie der chinesische Philosoph und denken, „Der Weg ist das Ziel!“ (Blöde Citroen Werbung).
Vielleicht noch ein paar Gedanken zur Sossus Dune Lodge by itself.
Die Lodge selber ist meiner Ansicht nach eine Katastrophe obwohl sie für Namibianische Verhältnisse wirklichen Luxus bietet.
Die Vorteile:
Da wären der Strom, der den ganzen Tag zur Verfügung steht, die herrliche Ausstattung der Bungalows und das köstliche Abendessen samt anschließenden Drinks im Freien.
Die Nachteile:
Endlos lange Wege auf Brückenähnlichen Bauwerken (nennen wir sie Stege) zu den Bungalows. Also wenn ich den Bungalow 12 bekommen hätte, wär ich nach 1 Tag ganz sicher wieder ausgecheckt, denn ich hab keine Lust 20 min zum Frühstück zu latschen. Soviel Nahrung kann ich gar nicht zu mir nehmen, möchte ich fit sein für einmal hin und retour 😄
Durch das „nicht“ entkoppeln der Bungalows von den Stegen auf den die Leute zu ihren Bungalows gehen gerät die ganze Konstruktion dann auch noch in Bewegung, was dazu führte, dass ich keine einzige Nacht länger als bis 4:30 Uhr schlafen konnte. Für mich als Fotografen okay, aber was sagen die Familien dazu…?
Die Zeltartigen Bungalowwände sind eine Katastrophe, denn man hört nicht nur jedes Wort der Idioten die vergessen haben ihren Wecker von Deutschland auf Namibia umzustellen und meine sie müssten um 3:30 Uhr grölend auf sich aufmerksam machen (wirklich passiert am 3ten Morgen), nein man darf am Klo auch nicht laut furzen wenn andere gerade mit ihren Kindern vorbei gehen!
Durch die Bauweise der Bungalows macht eine Klimaanlage genauso wenig Sinn wie eine Heizung, daher gibt es beides nicht. Man kann hier natürlich geteilter Meinung sein und fragen wozu dies erforderlich ist, schon klar, nur sind 345,00 Euro pro Nacht für ein besseres Zelt ja auch nicht wenig Schotter, oder? Ein massiv gebautes Häuschen hat hier zwar bezüglich der Wärmeabstrahlung in der Nacht gewisse Nachteile, aber auch viele Vorteile zieht man die vorgenannten Punkte mit ins Kalkül.
Frühstück und Mittagessen sind auch so ein Thema in der Sossus Dune Lodge. Ich war vor 5 Jahren in der Sossusvlei Lodge wo es am Abend herrliche Buffets mit 8 verschiedenen Fleischsorten gibt und auch in der Früh einiges geboten wird. In der Sossus Dune Lodge hatte ich hingegen das Gefühl, dass man nicht wirklich auf frühstückende Gäste eingerichtet war (mein subjektiver Eindruck). Gleich am ersten Tag passierte es zum Beispiel, dass die nette Dame die meine Spiegeleier zubereitete, plötzlich wie von der Hummel gestochen abzischte und meine Eier ihrem Schicksal überließ. Zuerst schaute ich blöd, dann aber nahm ich das Ruder selber in die Hand und spielte kurzerhand den Chefkoch. An dieser Stelle können wir darüber diskutieren ob so etwas normal ist, oder ich einfach nur Pech hatte.
Hinzu kommt, dass die Terrasse der Bungalows völlig unbrauchbar ist, da weder Stühle draußen stehen, noch ein Sonnenschutz vorhanden ist, was dem Manager aber bewusst ist und in absehbarer Zeit (nicht wegen mir – die Info gab er mir freiwillig) ein fixer Sonnenschutz installiert werden soll, damit die schöne Terrasse auch nutzbar wird.
Das Wasser im Pool war so kalt, dass ich es meinen …………… nicht zumuten konnte, also blieb ich draußen. 😄
Und zu guter Letzt hatte ich noch die Frechheit nachzufragen ob sie mir meine dreckige Wäsche waschen könnten, wodurch ich mir leichten Unmut der Belegschaft zuzog. Gewaschen wurde sie trotzdem, war aber nicht vorgesehen. Für mich in einer so teuren Unterkunft, egal ob mitten in der Wüste oder nicht, eine Zumutung.
Jetzt aber weiter im Text:
Nach drei Tagen war dann alles für DIE Nacht vorbereitet. Ich hatte mein Permit um in der Nacht dort zu sein, die Ausrüstung war im Rucksack, ich hatte genügend Wasser mit und die Sonne ging bald unter. Also fuhr ich gemütlich Richtung Deadvlei stellte meinen Toyota dort im Schatten eines offenen Land Rovers ab und marschierte gemütlich ins Vlei.
Dort angekommen traf ich eine Gruppe Italiener, die gerade beim Zusammenpacken waren und einen Führer der Sossusvlei Lodge dabei hatte, Der wiederum wunderte sich wieso ich hier sein durfte, sagte aber nichts. Ich schlenderte noch ein wenig umher, baute dann mein Stativ auf und wartete das es finster wurde. Das war eine jener Dinge, die ich in der letzten Woche gelernt hatte, bereits dort sein solange man noch alles gut sieht, die Kamera einstellen und ausrichten und erst dann warten, denn wenn es einmal stockdunkel ist, sieht man gar nix mehr. Da kannst du dann auch kein Bild mehr komponieren und der Vordergrund gerät immer zu klein und meist auch noch unscharf, weil man sich beim Fokussieren verhaut.
Gesagt, getan. Natürlich ist es ziemlich lähmend die lange Zeit zwischen Sonnenuntergang um 17:23 Uhr und dem Beginn des Astronomical Twilights um 18:40 Uhr mit herumstehen zuzubringen, aber was solls. Immerhin war ich ja des Nächtens im Deadvlei, das soll mir erst mal wer nachmachen, dachte ich mir heimlich und wartete….
Nach und nach begann ich dann die geplanten vier Sujets zu fotografieren und war eine Stunde später fertig, länger hätte ich auch nicht brauchen dürfen, denn um 19:48 Uhr ging der Mond auf und dann wars vorbei mit der Dunkelheit.
Nun stapfte ich wieder retour zum Parkplatz, was bei stockdunkler Nacht eine wahre Challenge ist, denn in den drei Nächten in denen ich diesmal im Deadvlei war, hab ich mich original 2 mal verlaufen auf dem Weg retour. Wahrscheinlich einer der Gründe wieso dumme Touristen wie ich dort in der Nacht nicht hin sollten. Okay, ich schrammte nur wenige hundert Meter an meinem Auto vorbei und mit dem aktivieren der Türschlösser fand ich die scheiß Kiste dann auch immer, aber es ist schon verflucht finster in einer mondlosen Nacht in der Wüste, dass könnt ihr mir glauben. 😉
Am nächsten Morgen fuhr ich noch einmal ins Deadvlei und versuchte mich erneut mit meinem 16mm fisheye und der D4 an den zahlreich vorhandenen Motiven. Wobei ich am liebsten im Vlei rechts vom Deadvlei beginne, da dort die ersten Sonnenstrahlen bereits 20min früher auftreffen und man so mehr vom Tag hat. Zurück in der Lodge warteten schon alle auf mich mit dem Frühstück, war es ja schon 9:15 Uhr und ich hatte gesagt ich würde frühstücken kommen. Also in aller Ruhe hingesetzt und gefrühstückt, dann duschen, packen und auschecken.
Das waren meine 4 Tage in der Sossus Dune Lodge.