SIsimanaThemenstarter7 Beiträge · seit 201118. März 2012 · Hallo Leute,
noch 1 Woche dann gehts los!
Besteht zur Zeit eine hohe Malariagefahr für Etosha?
Wer war kürzlich da und kann sagen ob es viele Mücken gibt?
Weiß das allgemein zu dieser Zeit die Gefahr höher ist, wollte mal ne praktische Einschätzung haben.
Falls ja, welches Mittel wird empfohlen?
Wo bekommt man die Beste Beratung in Windhoek?
LG und schönen Sonntag noch!
BRBrummelbiene17 Beiträge · seit 201118. März 2012 · Hallo Simana,
also wir fliegen Morgen Abend nach Südafrika und werden neben Botswana auch den Etosha NP besuchen.
Nach meinem Kenntnisstand liegt Etosha direkt im Risikogebiet. Und ob es dort viele Mücken oder wenige Mücken hat ist uns gleich. Wir nehmen auf jeden Fall die entsprechenden Medikamente ein. Sicher ist sicher!
Ich würde dir empfehlen dich von deinem Hausarzt oder sogar einem Tropeninstitut fachgerecht beraten zu lassen.
Wünsche dir einen schönen Urlaub!
LG
Biene
carl1’287 Beiträge · seit 200818. März 2012 · Hallo,
bitte hierzu das
Wiki bemühen. Hier sind alle Informationen und Kontroversen zusammengefasst.
Fazit: Du musst das für Dich selbst entscheiden!
Gruß
Carl
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jaw2’047 Beiträge · seit 200718. März 2012 · Hallo Simana,
deine Frage ist schon falsch gestellt. Die Zahl der Mücken ist eher nebensächlich. Viel wichtiger ist die Zahl der infizierten Menschen in der Umgebung. Da in den letzten Jahren im Etosha NP immer mehr Familien der Arbeiter seßhaft geworden sind, die meist aus dem Norden kommen, gibt es auch einen viel größeren Pool infizierter Menschen, an denen sich die Mücken erstmal infizieren müssen um die Plasmodien später auf dich zu übertragen.
Somit ist in den letzten Jahren das Risiko größer geworden. Nicht weil es mehr Wasser und mehr Mücken gibt, sondern weil in dem so dünn besiedelten Bereich statt malariafreien Touris eben mehr infizierte Einheimische als Ansteckungslieferant für die Mücken zur Verfügung stehen. Ansonten fliegen die nicht so weit, also hast du in 20-30 km Umkreis wenig / keine Infizierten kannst du dich theoretisch stechen lassen so oft du willst ohne ein nennenswertes Risiko zu haben.
Mache das, was du nach Beratung mit deinem Reisemediziner für deinen Gesundheitszustand und dein Sicherheitsbedürfnis brauchst. Wichtig ist, dass keine prohylaxe vor der Ansteckung schützt, sie verhindern nur die Ausbreitung im Körper. Deswegen musst du ggf. das Mittel auch lange genug hinterher, manche auch schon vor Beginn des Risikos einnehmen. Treten dann Nebenwirkungen auf (die können nicht ohne sein, musst dich für dein Mittel schlau machen) kann das den teuren Urlaub ganz schön vermasseln.
Die Entscheidung kann dir aber kein Fomi abnehmen.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
travelNAMIBIA33,4k Beiträge · seit 200619. März 2012 · Ein wenig OFF TOPIC
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Hi Jaw,
Da in den letzten Jahren im Etosha NP immer mehr Familien der Arbeiter seßhaft geworden sind, die meist aus dem Norden kommen, gibt es auch einen viel größeren Pool infizierter Menschen, an denen sich die Mücken erstmal infizieren müssen um die Plasmodien später auf dich zu übertragen. Somit ist in den letzten Jahren das Risiko größer geworden.
Wie kommst Du darauf? In Etosha ist das Risiko, wie in ganz Namibia deutlich geringer als vor 10 Jahren, da insgesamt das Malariarisiko in Namibia deutlich zurückgegangen ist.
Es gab z.B. im letzten Jahr weniger als 80 Malariafälle pro 100.000 Einwohner und weniger als 4 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. D.h. es gab in Namibia im letzten Jahr insgesamt nur etwa 80 Todesfälle durch Malaria bei 1600 Malariafällen insgesamt. Eine verschwindend geringe Zahl, die vor 10 Jahren etwa noch 15x so hoch lag. Für Etosha ist diese übrigens noch geringer! Namibia ist was Malariabekämpfung angeht einer der Vorreiter weltweit.
Zum Hintergrund:
http://www.who.int/malaria/publications/country-profiles/profile_nam_en.pdfSonnige Grüße
Christian
Vom 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
rhh64983 Beiträge · seit 201119. März 2012 · Hallo Christian,
vielen Dank für die fundierte Info!
In der von dir angeführten Quelle ist rechts oben eine Grafik. Dort ist z. B. für Erongo (was eigentlich immer als malariafrei beworben wird) grau eingezeichnet. Oder gibt es da Ausnahmen bzgl. Malariarisiko im Erongo-Gebiet?
Bin mir nicht sicher, ob die dort eingezeichnete Farbe hell- oder dunkelgrau ist. Wäre es dunkelgrau, würde das bedeuten mehr als 100 Malariakranke pro 1000? Bzw. 1-10 Malariakranke pro 1000?
travelNAMIBIA33,4k Beiträge · seit 200619. März 2012 · Hallo Ralf,
ist wohl hellgrau. Wird sicherlich an dem starken Zuzug aus dem "Ovamboland" nach Swakopmund und Walvis Bay liegen. Es geht ja immer darum, wo der Fall dem Krankenhaus gemeldet wurde. Es sagt weniger etwas darüber aus, wo sich die Person infiziert hat. Häufig wird das zwar das gleiche Gebiete sein, aber bei großen Städten sollte man den Zuzug berücksichtigen.
Sonnige Grüße
Christian
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jaw2’047 Beiträge · seit 200719. März 2012 · Hallo Christian,
die offiziellen Statistiken kenne ich. Gezählt werden hier Neuerkrankungen (Inzidenz).
Auf was ich hinweise ist die Siedlungspolitik. Im und am NP siedlen immer mehr Familien der immer mehr Beschäftigten in den mehr und größer werdenden Camps. Waren früher oft Nama, Damara und auch San als Ranger und Bedienstete tätig so findest du heute immer mehr Menschen aus dem Norden des Landes in Etosha.Diese stammen aber aus Malariagebieten, reisen dort immer wieder hin und bekommen Besuch von dort. Alle diese Menschen transportieren potenziell Malariaerreger in eigentlich sonst malariafreie Gebiete. Richtig ist, dass im allgemeinen das Risiko in Namibia heute niedriger ist als vor 10 oder 15 Jahren. Das war aber nicht die Frage. Vor 10 oder 15 Jahre was das Risiko im Etoshagebiet grundsätzlich niedrig, weil die Anophelex nicht so weit fliegen. Ich weiß dass du dort aufgewachsen bist. Malaria spielte dort keine nennenswerte Rolle, es war Thema, wenn man nach Norden an die Flüsse fuhr. Naja, und das stimmt heute eben so absolut nicht mehr und es hängt nicht von der Zahl der Mücken ab (die lästig sind und die Netze alleine deswegen sinnvoll machen).
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
CHChinga5 Beiträge · seit 200724. Apr. 2012 · Hallo,
vielleicht folge ich nicht ganz der Richtung der vorliegenden Beiträge, aber irgendwie paßt mein Tipp doch wohl hierhin.
Wir waren mit Malarone - von zu Hause mitgebracht - im Caprivi und im 'Krüger' unterwegs. Aufgrund einer Routenänderung mußten wir die Prophylaxe also unpräpariert verlängern.
In Botswana aber bekamen wir in mehreren Apotheken weder Malarone noch Malavit.
Stattdessen wurde uns NIVAQUINE empfohlen und verkauft.
Dosierung: Erst bei Einfahrt in's Risikogebiet 1x2 Tabletten und dann jede Woche 1x2 Tabletten und 3 Wochen danach auch noch.
Kosten für 10 Tabletten (werden auch einzeln verkauft): Etwa 6 €uronen !!!
Ich als Nichtmedizinmann weiß natürlich nicht zu beurteilen, wie gut oder ob die vergleichbar mit Malarone sind, aber zumindest haben wir uns wohl nix eingefangen.
Dies nur als Tipp.
Gruß
Chinga
Brauni389 Beiträge · seit 200625. Apr. 2012 · @Chinga
Das mit den Tips ist so eine Sache. Schön das Du Dir nichts eingefangen hast.
Hier kann man den Wirkungsbereich des Nivaquine nachlesen (
http://de.wikipedia.org/wiki/Chloroquin)
Lt. WHO und anderen Quellen ist in Nam und Bot das Plasmodium falciparum Hauptauslöser der Malaria.
Das Fazit überlasse ich jedem der Nachliest.
Grüße aus der badischen Residenz Karlsruhe
Touristen bringen Souveniers mit nach Hause.
Reisende Geschichten.
JUKoehler415 Beiträge · seit 201025. Apr. 2012 · Hallo Chinga,
ich muss Brauni zustimmen und würde NIVAQUINE nicht für diese Regionen empfehlen. Über 85% aller dort nachgewiesenen Plasmodien sind inzwischen gegen den genannten Wirstoff resistent! Malarone war o.k.
LG Jens-Uwe