Touristen sehen keine Skandale

40 Antworten · 8’350 Aufrufe · gestartet 01. Feb. 2012 von Butterblume
Antworten
3’080 Beiträge · seit 200902. Feb. 2012 ·
Eigentlich ja nicht mein Niveau aber schaut euch doch mal an wie viele Artikel die Verfasserin hier ungefragt ohne Sinn postet, ihr müsst nicht auf jeden Schrott antworeten, dies ist kein Presseverteiler sondern ein Forum in dem es um Antworten auf ernsthafte Fragen geht und nicht darum mit sinnlosen Links die eigenen Posts hochzujubeln....

Ja Gerd, nimm sie wieder in Schutz, ich weiß das ihr demnächst zusammen nach Kenia fahrt, du wirst dich wundern.... bin froh nicht dabei sein zu müssen.....

Nachdenklich

Sasowewi
1’287 Beiträge · seit 200802. Feb. 2012 ·
SASOWEWI schrieb:, ihr müsst nicht auf jeden Schrott antworeten
Aber wir dürfen schon antworten , wenn uns das Thema interessiert, oder? 😉

Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
359 Beiträge · seit 201003. Feb. 2012 ·
ihr müsst nicht auf jeden Schrott antworeten,
Total witzig. Wenn hier zum 3500 mal die Route Windhoek-Keetmanshoop-Aus-Sossusvlei
-Swakop-Etosha durchgekaut wird ist das total o.k. (finde ich auch wirklich o.k.!).

Wenn aber mal der Teppich hochgehoben wird auf dem jeder von Euch steht der in dieses Land reist, dann gibts Popohaue.

Tut mir wirklich leid lieber, liebe oder liebes Sasowei aber wenn hier gerade jemand seine Posts hochjubelt bist du es. Denn wenn`s nicht interessiert antworte ich auch nicht, so einfach ist das.

Im übrigen finde ich das meiste von Butterblume Martina auch überflüssig (aber vielleicht irgend jemand anders nicht). So what?

Viele Grüße aus Windhoek
Kowo
5’538 Beiträge · seit 200803. Feb. 2012 ·
OFF TOPICS

Hallo Stefan,

Eigentlich ja nicht mein Niveau
Es geht hier nicht darum, Marina in Schutz zu nehmen, sondern einen etwas besseren Stil zu pflegen, als Du ihn in letzter Zeit zeigst. Ich kenne Dich so nicht und ich schätze Dich trotz Deiner Ausrutscher immer noch. Ich weiß nicht, was zwischen Euch war und will es auch nicht wissen, weil es nicht hierhin gehört. Und wenn es eigentlich nicht Dein Niveau ist, dann lasse es doch bitte, in jedem Thread, in dem Dir nicht genehme Fomis posten, Deine abwertenden Kommentare zu geben. Das tut man/frau nicht.

Das ist jetzt meine letzte öffentliche Stellungnahme zu Dir und Deinem Zwist mit anderen Fomis. Wenn Du weitere Diskussionen wünschst, dann schicke mir eine pm und gib mir Deinen Skypenamen, damit wir telefonieren können.

Liebe Grüße
Gerd
zuletzt bearbeitet 03. Feb. 2012
3’394 Beiträge · seit 200903. Feb. 2012 ·
Guten Morgen,

es ist schlimm, wie hier verschiedene Dinge immer mehr ausarten. Ich war letzte Woche beim Skifahren, das war auch besser so, denn was da alles geschrieben wurde, na ja ...

Stefan: lass die Beiden doch nach Kenia fahren. Ehrlich gesagt, ich wär gern dabei, mir würde das gefallen. So weit ich weiß, ist auch Annick mit dabei. Und ich sage Dir, ich freu mich heute schon auf die Berichterstattung von dieser Reise. Du nicht ?!?

Bitte versteh mich nicht falsch, aber mir fällt auch auf, dass Du in letzter Zeit immer auf den post´s Anderer rumhakst. Warum machst Du das?
Ist denn Deine Eitelkeit so verletzt worden?
Und - kommst Du Dir da nicht "dumm" vor?

Da ist doch eine Schublade, die ist so weit unten, die hast Du doch gar nicht nötig. Oder doch?

Ich bin bestimmt kein "Heiliger" - aber oft wäre es besser, miteinander Frieden zu schließen. Und glaub mir - da geht´s einem viel viel besser. Auch Dir.

Liebe Grüsse

der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
1’005 Beiträge · seit 200803. Feb. 2012 ·
danke, dass Ihr ein durchaus interessantes Thema mit Eurem "wer hat was geschrieben und darf der das und ist das jetzt angemessen" und solchem Zeugs wieder kaputtmacht - könnt Ihr das nicht mal unter Euch ausmachen.

Ich jedenfalls fand die Diskussion mit Carl, Matou, Wernerbauer zum Thema etc. durchaus sachlich und interessant.

Gruss
Christian
3’394 Beiträge · seit 200903. Feb. 2012 ·
Christian schreibt:
Ich jedenfalls fand die Diskussion mit Carl, Matou, Wernerbauer zum Thema etc. durchaus sachlich und interessant.
Find ich auch, sachlich und interessant und frage mich eben und gerade deshalb, warum dann auf dem Post-Eröffner rumgehakt wird.

Na ja, jeder so wie er will.

Viele Grüsse,
der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
4’450 Beiträge · seit 200803. Feb. 2012 ·
Total witzig. Wenn hier zum 3500 mal die Route Windhoek-Keetmanshoop-Aus-Sossusvlei
-Swakop-Etosha durchgekaut wird ist das total o.k. (finde ich auch wirklich o.k.!).


Das kommt eben , wenn hier neue Fomies zum Teil zu faul sind die Suchfuction zu betätigen. 🙁 Dies gilt für die, die sich vorstellen und im gleichen Post schreiben , sie sind schon lange stiller Mitleser. 😉 Da muss den auch aufgefallen sein, das es eine Suchfunction im Forum gibt. 😉

Also wir helfen gerne, wir sind ja ein Reiseforum , dennoch nachdem sich vermehrt die Reisebüros es bezahlen lassen um Reisevorschläge zu machen, ist das hier ja ein wenig mit der Fragerei m M nach aus dem Ruder gelaufen. 😉

Liebe Grüße
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 03. Feb. 2012
5’538 Beiträge · seit 200803. Feb. 2012 ·
Hallo Zusammen,

entschuldigt bitte, dass ich hier auf Sasowewi geantwortet habe. Aber auch wenn Ihr Recht habt, kann man solche Aussagen nicht im Raume stehen lassen.

Ansonsten fand und finde ich Eure Diskussion sehr interessant und ich habe sie mit Interesse verfolgt.

Liebe Grüße
Gerd
57 Beiträge · seit 201203. Feb. 2012 ·
Hallo Zusammen
streiten könnt ihr Euch alleine, darauf gehe ich nicht ein.
Den Artikel empfinde ich auch als grenzwertig. Obwohl, so ein paar Gedanken habe ich mir schon gemacht.Z.B. bin ich davon ausgegangen, dass ich Afrika garnicht als Tourist bereise(Verwandtenbesuch), ich bin aber sehr schnell dem Charme der touristischen Angebote erlegen. So eine Bootstour an der Walfischbay, Delfine, Wale und Robben gucken,ein Lebenstraum, es hat was. Und dann habe ich mal die Hp einer hier sehr umstrittenen Farm aufgerufen und deren Übernachtungspreise angeschaut,bzw. den Eintrittspreis für einen Tagesbesuch, aber Hoppla, soviel würde ich in Deutschland nur für ein 10 Sternehotel ausgeben.Und gleich der Gedanke, allein von einer Übernachtung für eine Person könnte ich eine sambische Großfamilie für einen Monat ernähren.Namibia muss sehr reich sein, der erste Gedanke, oder wer bekommt dieses viele Geld? Ich zahle ja nicht einmal in einem deutschen Zoo soviel Eintritt, und da kümmern sich ausgebildete Tierpfleger und richtige Tierärzte um die Tiere.
Kann ich das eigentlich verantworten so für mich? Und ja, ich kann, ich kann mich touristisch in der Welt bewegen, retten kann ich sie nicht. Ich kann das mit offenen Augen tun.Wenn mir persönlich ein Event wichtig ist, ich habe da andere Prioritäten als hier die meisten wahrscheinlich, dann werde ich das möglich machen für mich. Ich werde trotzdem nie die Menschen aus den Augen verlieren, die sind mir noch wichtiger als die Tiere und werde mein Touriprogramm immer mischen.Nur wenn Menschen die Welt sehen, können sie sie auch lieben und versuchen ihre schützende Hand auf sie zu halten.
Besagte Farm ist übrigens aus unserem Programm gestrichen, ich unterstütze kein Nepp unter dem Mantel des Tierschutzes, zumindest dann nicht , wenn es so offensichtlich ist.
Liebe Grüße Katzenmama
5’538 Beiträge · seit 200803. Feb. 2012 ·
Hallo Zusammen,

Ich werde trotzdem nie die Menschen aus den Augen verlieren, die sind mir noch wichtiger als die Tiere
Danke Katzenmama für diesen Satz. Denn das ist eines der Probleme bei so tollen Safaris, die wir machen und den supertollen Landschaften. Dass wir den Menschen aus dem Auge verlieren. Oder dass wir sein Schicksal als gegeben hinnehmen. An dem Beispiel der San haben wir gesehen, dass es eines langen und zähen, aber nicht kriegerischen (!) Kampfes bedarf, wenn die Menschen zu ihrem Recht kommen wollen. Und wie können wir sie dabei unterstützen? Materiell mit Geld oder Kleidung oder Nahrung? Ich glaube das nicht so, denn da sprechen die Zahlen der bisher geleisteten E-Hilfe dagegen. Sicher wird man hier und da mit gezielter materieller Hilfe etwas erreichen. Wenn wir z. B. einem Kind eine Ausbildung zukommen lassen, d. h. wenn wir ihm die Schulkosten bezahlen, damit es überhaupt zur Schule kann. Aber m. E. erreichen wir noch mehr, wenn wir diese Menschen besuchen (am besten noch die "Patenkinder", für die wir mtl. die Ausbildungskosten bezahlen) und mit ihnen sprechen. Ich glaube, dass selbst der Besuch im Living Museum und das Gespräch dort den Menschen mehr bringt, als nur einfach jeden Monat die 50 Rand Kindergartengeld oder die 250 Rand Schulgeld zu überweisen und sich weiter um nichts zu kümmern.

Wenn wir dann noch versuchen, die Menschen auch dadurch zu unterstützen, dass wir ihre Produkte kaufen oder in ihre Camps/Lodgen fahren - also in die Community betriebenen - dann gibt es auch für die Leute dort eine Chance.

Aber das dauert Jahrzehnte, denn das gesamte bisherige Denken muss sich ändern. Und manchmal meine ich, dass UNS, nicht den Einheimischen die Geduld dazu fehlt.

Liebe Grüße
Gerd
1’309 Beiträge · seit 200904. Feb. 2012 ·
Denn das ist eines der Probleme bei so tollen Safaris, die wir machen und den supertollen Landschaften. Dass wir den Menschen aus dem Auge verlieren. Oder dass wir sein Schicksal als gegeben hinnehmen.
Mir stellt sich bei solchen Aussagen immer die Frage: „Welches Recht habe ich, die Situation oder das Schicksal der Menschen zu bewerten?“
Natürlich sind Menschenrechtsverletzungen und Hungersnöte nicht akzeptabel und die Reisenden täten gut daran, sich kritischer mit den politischen Verhältnissen in den besuchten Ländern auseinander zu setzen.
Ich habe die Diktaturen von Banda und Kaunda in Malawi und Sambia gesehen, Hungerbäuche am Turkanasee und in Sambia. Davon konnte ich nach den Reisen berichten (und ehrlich gesagt, habe ich nach meiner letzten Kenia-Reise (1991) beschlossen nie wieder dort hin zu fahren, weil der Norden so elend am Hungertuch nagte, während der Süden im relativen Reichtum lebte. Es brodelte lange vor den Ausschreitungen von 2008 in Kenia und man hungerte lange vor den somalischen Flüchtlingsströmen in Kenia.).
Dennoch bin ich in erster Linie Gast im Land. Ich muss diese Menschen nicht unterstützen, indem ich bei ihnen einkaufe. Ich kaufe bei ihnen ein, weil sie etwas anbieten, was ich gerne hätte oder benötige. Ich bin in Afrika genausowenig wie in Kroatien oder Frankreich eine wandelnde Hilfsorganisation.
Wie sollen Völker wie die San, Himba, Massai, Samburu usw. ihre traditionelle Lebensart beibehalten und gleichzeitig Zugang zu Schule, Universität und „moderner“ Lebensweise erhalten? Wie soll dieser Spagat zu schaffen sein? Welche Chance müssen wir ihnen bieten?
Aus meiner idealisierten Sicht ist die „Chance“ das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
359 Beiträge · seit 201004. Feb. 2012 ·
Mir stellt sich bei solchen Aussagen immer die Frage: „Welches Recht habe ich, die Situation oder das Schicksal der Menschen zu bewerten?“
genau diese Fähigkeit unterscheidet den Mensch vom Affen. Ob diese Bewertung richtig oder falsch, angemessen oder nicht, gut oder böse ist, ja das ist dann eine andere Frage. Und Werten und Bewerten tut jeder und immer und auch unbewusst.

Gruß
Kowo
1’309 Beiträge · seit 200904. Feb. 2012 ·
kowo schrieb:
Mir stellt sich bei solchen Aussagen immer die Frage: „Welches Recht habe ich, die Situation oder das Schicksal der Menschen zu bewerten?“
genau diese Fähigkeit unterscheidet den Mensch vom Affen.
Stimmt nicht so ganz:
http://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Schimpansen_alarmieren_Artgenossen_selektiv1771015588177.html
Schimpansen sind sehr wohl in der Lage, eine Gefahrensituation für Artgenossen selektiv einzuschätzen und das ist auch eine Art von Bewertung. 😉
Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
5’538 Beiträge · seit 200804. Feb. 2012 ·
Hallo Nenette,

Dennoch bin ich in erster Linie Gast im Land. Ich muss diese Menschen nicht unterstützen, indem ich bei ihnen einkaufe. Ich kaufe bei ihnen ein, weil sie etwas anbieten, was ich gerne hätte oder benötige. Ich bin in Afrika genausowenig wie in Kroatien oder Frankreich eine wandelnde Hilfsorganisation.

Danke für Deine Klarstellung meiner missverständlichen Aussage. Natürlich kaufe ich nicht ein, um die Menschen zu unterstützen, sondern weil ich etwas brauche oder weil es mir gefällt. Genau so ist es mit den Dienstleistungen. Ich buche keine Dienstleistung (z. B. eine Lodge-Übernachtung), weil ich Einheimische unterstützen möchte, sondern weil ich sie brauche oder weil sie mir gefällt. Wenn ich aber bei meiner Kaufentscheidung zwischen zwei Angeboten zu entscheiden habe und davon ist ein Produkt das eines Einheimischen und ein Produkt das eines Ausländers (z. B. Schnitzerwaren aus China!), dann entscheide ich mich eher für das Produkt des Einheimischen. Jetzt mal ein ganz konkretes Beispiel: Wir kaufen grundsätzlich keine Lebensmittel in Namibia, die nicht aus N oder dem südlichen Afrika kommen. Vor allen Dingen kaufen wir keine (subventionierten) europäischen Lebensmittel ein, die die einheimischen Arbeitsplätze vernichten.

Wie sollen Völker wie die San, Himba, Massai, Samburu usw. ihre traditionelle Lebensart beibehalten und gleichzeitig Zugang zu Schule, Universität und „moderner“ Lebensweise erhalten? Wie soll dieser Spagat zu schaffen sein?
Die Himbas, San und wie sie alle heißen, leben doch schon lange nicht mehr ihre traditionelle Lebensart. Sie haben Autos, Fahrräder, Handys, Plastik. Und das sogar auch in den Living Museen. Was wir hier sehen, ist die Pflege alter Traditionen, so wie die Bayern ihren Schuhplattler und das Dirndl und die Lederhose "pflegen". Das hat doch damit nichts zu tun, dass die Kinder und Jugendlichen nicht weitergebildet werden und lesen, schreiben und rechnen
lernen. Und wenn sie das Zeug dazu haben, später auch zur Uni gehen und Arzt werden.

Welche Chance müssen wir ihnen bieten?
Die Chance, die wir ihnen dazu bieten müssen, besteht darin, dass wir ihnen - und da hast Du meine volle Unterstützung - ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Aber - und jetzt komme ich wieder auf meinen Ausgangspunkt zurück - wenn wir Ihnen einfach nur Geld, Lebensmittel oder Kleidung geben, werden diese Menschen nie lernen, sich selbst zu bestimmen. Sie gewöhnen sich an unsere "milden Gaben" und werden zu Abhängigen unserer Hilfe.

Liebe Grüße
Gerd
359 Beiträge · seit 201004. Feb. 2012 ·
Beispiel: Wir kaufen grundsätzlich keine Lebensmittel in Namibia, die nicht aus N oder dem südlichen Afrika kommen. Vor allen Dingen kaufen wir keine (subventionierten) europäischen Lebensmittel ein, die die einheimischen Arbeitsplätze vernichten.
nur mal so aus Interesse: kaufst du in D denn auch keine Weintrauben aus NAM oder Äpfel aus Chile oder Kiwi usw. usw.? Wäre ja sonst irgendwie inkonsequent, oder? Ich bin ehrlich: im Alltag achte ich oft nicht so drauf, Asche über mein Haupt.

Gruß aus Windhoek
Kowo
5’538 Beiträge · seit 200804. Feb. 2012 ·
Hallo Kowo,

besteht da vielleicht gerade ein kleines Missverständnis. Meine Einkaufsstrategie gilt für die Monate, in denen wir in Swakop leben. Da achte ich streng darauf, keine von der EU subventionierten Lebensmittel zu kaufen, weil durch diese Subventionen Arbeitsplätze in Afrika vernichtet werden. Also Weintrauben aus Nam - selbstverständlich, Äpfel aus Chile - habe ich noch nicht gesehen. Fruit und Veg hat m. W. nur südafrikanisches Obst.

In Deutschland ist das anders. Da achte ich auf Preis und Ausssehen der Lebensmittel. Habe jetzt gerade Erdbeeren aus Marokko gekauft. Aber die Landwirtschaft hier nagt ja auch nicht am Hungertuch und es werden durch die Einfuhren keine Existenzen vernichtet. Hier kaufe ich sogar chinesische Ware, was ich in Nam. nie tun würde.

Lieber Gruß
Gerd
359 Beiträge · seit 201004. Feb. 2012 ·
hallo gerd,

also ich glaube mal mit den Einfuhrzöllen hier in NAM ist das sogar ne Milchmädchenrechnung mit den Arbeitsplätzen. Kenn ich mich aber auch nicht so richtig aus.

Nachdem die Chinesen jetzt das spendiete AU Gebäude übergeben konnten wird es bald sowieso keine europäischen Produkte mehr in Afrika geben. 🤩 Neben diesen sollte man dann aber doch auch den ökologischen Aspekt etwas im Auge behalten. Und Erdbeeren aus Marokko im Winter, na ja.

Egal jedem wie er möchte, ich muss jetzt raus zum Braai. Alles Gute aus Windhoek, schönes Wochenende

Kowo
1’309 Beiträge · seit 200904. Feb. 2012 ·
Hallo,
@Kowo: wir kaufen die Lebensmittel in Deutschland, wenn möglich saisonabhängig "regional". Also keine Äpfel aus Chile und Argentinien, keinen Knofel aus Übersee usw.
Bei Mangos, Bananen und Maracuja haben wir das Warten auf den lokalen Anbau aber satt und kaufen, wenn's geht, afrikanisch.
@Gerd: Ich glaube, dass wir so ziemlich auf einer Wellenlänge sind.
Wie die Verhältnisse bei den Maasai heute aussehen, weiß ich nicht, aber 1985-1990 ging das traditionelle Leben über das Pflegen von Traditionen hinaus. Viele lebten noch in Lehmhütten und von der Viehzucht. Sie waren damals ein beliebtes Ziel ethnologischer Forschungen. Die Berührungspunkte mit der modernen Welt waren die Treffen mit Touristen, nicht immer gewünscht, und gelegentliche Einkäufe in Narok. Das Nomadenleben war schwer vereinbar mit Schulbesuchen.
Mein Eindruck beim Besuch eines Maasaidorfs war nicht: "Die armen Menschen! Wie kann man so leben!" Es war eher: "Ich gehöre hier nicht hin! Ich begehe einen Hausfriedensbruch!"
Ich bin gespannt, wie ihr das erlebt.
Die Maasai haben eine Organisation gegründet, die ihre Kultur unterstützt:
http://www.maasai-association.org/mission.html
Ist der Wille der zwangsumgesiedelten San, wieder in den CKGR zu ziehen, nicht auch der Wunsch, die traditionelle Lebensweise zurück zu bekommen. Bin ich da zu romantisch veranlagt?
Was mich nachdenklich stimmt, ist, dass Menschen, die vor einigen Jahrzehnten noch unter für uns undenkbaren Bedingungen leben konnten, heute lernen müssen, sich selbst zu bestimmen.


Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
5’538 Beiträge · seit 200804. Feb. 2012 ·
Hallo Zusammen,

@Nenette: Meine Kenia-Erfahrungen sind aus 2010, aber dafür sehr eng begrenzt auf das Masai Mara Gebiet. Die Menschen dort sind durch die Touristen alle nicht mehr so ursprünglich und die von mir genannten Neuerungen gehören auch dort zum Alltag der Einheimischen. Das mit der Schule ist sicherlich noch immer ein (Denk-)Problem. Wofür brauchen meine Kinder in die Schule, wenn sie ja doch Rinder hüten. Rinder, die nie verkauft und selten gegessen werden, weil sie ja nur als Vorzeigeobjekte für den Beweis des Reichtums ihrer Besitzer dienen. Das Thema "Hausfriedensbruch" habe ich zwar in Kenia oder in Namibia bei den Himbas so empfunden wie Du, dafür aber in einem Squattercamp in Soweto, als ich eine Townshiptour gebucht hatte. Da hatte und habe ich wirklich den Eindruck, dass die Menschen gegen ihren Willen vorgeführt wurden und dass sie wie wohlerzogene Schulkinder beim Besuch des Schulrates alle Antworten gegeben haben, die sie vorher eingepaukt hatten. Etwas anderes wäre auch kaum möglich gewesen, denn der "Lehrer" = Guide aus dem besuchten Squatter Camp stand daneben und achtete darauf, dass ja die richtigen (trinkgeldfähigen) Antworten kamen.

Ist der Wille der zwangsumgesiedelten San, wieder in den CKGR zu ziehen, nicht auch der Wunsch, die traditionelle Lebensweise zurück zu bekommen.
Da bin ich mir nicht so sicher. Ich glaube, dass sie in erster Linie zurück wollen in ihre Heimat, weil gerade die San ein in allen Staaten des südlichen Afrikas eine rechtlose Minderheit sind. Hier in der Kalahari können sie sich wenigstens wieder selbst bestimmen.

@Kowo: Ich hoffe, Du hast ein leckeres Stück Fleisch auf dem Grill. Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende.

Ach ja, ich kaufe überwiegend das Obst der Saison. Aber wenn mich dann im Januar eine Erdbeere so schön anlacht wie die gestern, dann kaufe ich sie auch und genieße sie ohne Schuldgefühle.

Liebe Grüße
Gerd