Hallo, lowflyer!
Da siehste mal, so leicht kann man missverstanden werden (bzgl. des „wild schießen“). Jetzt, wo du es erklärst, kann ich den Satz anders lesen/verstehen.
Du schreibst mir:
Das Du Kieling auch für den Titel kritisierst, ist exemplarisch für Deine Kritik an der Person Kieling. Da ist einfach alles schlecht.
Nein, es ist nicht alles schlecht, aber gleichzeitig entscheidend zu wenig gut!
Natürlich möchte ich jetzt nicht noch so weit gehen, Kieling für seine eventuelle Abhängigkeit vom Sender zu bedauern. Seine PR ist doch aus einem Guss und sehr erfolgreich. Da gibt‘s nix zu meckern.
Weiter schreibst du:
Wie schon geschrieben finde ich die Szene mit dem Elefantenangriff auch kritikwürdig. Ich sehe nur nicht die Basis, für einen Totalverriss von Kieling.
Ich bin weit entfernt, von einem Totalverriss!
Ich kann nur in diesem Fall gut beurteilen, dass das, was man im Genre über ihn erzählt, genau zutrifft.
Also, nun, ein Letztes zu diesem unwichtigen Menschen und dann wende ich mich auch wieder den schönen Dingen des Lebens zu:
Als der junge Mann anfing, war seine Arbeitsweise völlig O.K., sein Engagement spektakulär.
Das hat sich leider geändert.
Es ist auch weder verwerflich noch ein Geheimnis, dass in Tierfilmen mehr oder weniger häufig Geschehnisse herbeigeführt oder in Szene gesetzt werden. Man sollte nur nicht hinterher durch die Presse schreien, dass man z.B. von einem Elefanten angegriffen wurde. Diese Nachricht wurde aber als Promotion seit der Dreharbeiten im Hoanib von A. Kieling in die Medien lanciert. Mehr noch, er kommentiert seitdem medienwirksam mit so dramatisch intelligenten Äußerungen, wie: "Weglaufen kann die Sache noch gefährlicher machen, weil das Tier dem Flüchtenden oft nachsetzt und ihn von hinten niedertrampelt"… Deshalb sei er einfach stehengeblieben und habe versucht, sich möglichst groß zu machen. … Daraufhin habe das rund viereinhalb Tonnen schwere Tier gestoppt und sei zu seiner Gruppe zurückgelaufen. "…Wenn es mich niedergetrampelt hätte, wäre das sicherlich tödlich ausgegangen", so Kieling.
Quelle : t-online.de
Ah, ja!
Das würde ich gern so stehen lassen, das spricht für sich selbst…
Nun weiter:
Die Kunst im Film ist die, alles so zu machen/so aussehen zu lassen, als wäre es natürlich und grad so der Zufall. Auch wenn es offensichtlich nicht so war. (Dass nebenbei die Kameraarbeit gut zu sein hat und nicht überwiegend aus Wackelbildern besteht und die Bilder nicht schlecht kadriert sind, versteht sich dabei von selbst.) Die Devise ist immer: Es muss so natürlich aussehen, dass es in der freien Natur/Wildnis
so gewesen sein könnte!
Und das ist durchaus legitim! Wie sollten denn sonst die vielen wunderbaren Nahaufnahmen, die am Kill fressenden Löwen/Cheetahs und Co, gebärende Hyänen usw. geschehen? Es gibt Game-Studios in denen ergänzende Aufnahmen gemacht werden oder in denen halbe Filme über Aufzucht-Verhalten bei Wildtieren in Erdhöhlen gedreht wurden, - das alles wäre doch anders überhaupt nicht möglich! Die Aufnahmen aus der Wildnis werden dann dazwischen geschnitten, mehr oder weniger gut. Alles legitim.
Und, dass die Leute da mitunter nicht zimperlich sind, ist auch kein Geheimnis…
Einen Kieling braucht man da nicht outen, er macht es ebenso, wie andere auch. Das, was er anderes macht: Er ist mittlerweile ein extremer Selbstdarsteller und sehr selbstverliebt, - die Tierbeobachtung und der Gehalt stehen extrem weit dahinter zurück, das ganze Format wird zur Kieling-Tier-Doku-Soap.
Es geht eben nicht mehr darum, „die Letzten ihrer Art“ darzustellen, sondern diese sind der Transporteur, um Andreas Kieling darzustellen. Es geht eben nicht mehr darum, - was geschieht, wenn etwas/jemand den Individualabstand z.B. eines Wüstenelefanten unterschreitet, sondern nur noch darum: Kieling wurde von „Elefantenleitkuh“ angegriffen…
Das machen viele Andere ähnlich, es ist ja auch beliebt, es wird dadurch aber nicht besser (Container Shows sind auch beliebt).
Sein großes deutsches Vorbild, der renommierte Heinz Sielmann, hat das Personalisieren von Tierberichten ja schon vor vielen Jahren vorgemacht: Bekannt wurde der mit sehr guten Dokumentationen, bis er dann schließlich überall auf der Welt nur noch vor der Kamera stand, mit Alibi-Fernglas um den Hals und kommentierte. Allerdings kommentierte er sehr fundiert, wie es seiner Qualifikation entsprach. Ein paar Szenen wurden vor Ort gedreht, der Rest dazugekauft.
Geschadet hat er damit niemandem, eher das Gegenteil: Die Fernsehzuschauer freuten sich über schöne Tierbilder, anstelle von Mordgeschichten.
Schaden tut auch Andreas Kieling niemandem. Nur fehlt ihm in bemerkenswerter Weise die Qualifikation.
Wie Herr Christian Baumeister schon sagte: Filmemacher müssen unterhalten.
Manches unterhält aber eben weniger, das ist dann eine Frage der Qualität.
Du schreibst:
Wenn Du weitere Informationen hast, dann teile sie doch hier?!
Nein, das werde ich nicht. Ich habe genug mitgeteilt.
Meine Äußerungen basieren nicht, wie du vermutest/unterstellst, auf Spekulationen.
Am besten, du nimmst meine Darstellung einfach nur als freie Meinungsäußerung, ich erwarte ja nicht, dass du ihr mit deiner Meinung folgst. Ich möchte auch niemanden überzeugen.
Das war’s. War nett mit dir zu plaudern.
Gruß lilytrotter