Kulturzauber Marokko - Eine Reise zwischen Königsstädten, blauen Gassen und Meer

Reisebericht 18 Antworten · 1’028 Aufrufe · gestartet 20. Sept. 2026 von Makalani
Themenstarter226 Beiträge · seit 202320. Sept. 2026 ·
Hallo liebe Fomis,


im März dieses Jahres haben wir eine kleine Tour durch Nordmarokko gemacht, um genau zu sagen von Fès über Chefchaouen, die blaue Stadt bis nach Tanger an der Straße von Gibraltar. 

Und was soll ich sagen, dieses faszinierende Land mit seiner interessanten Kultur, schönen Landschaften und sehr freundlichen Menschen hat einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen gefunden.

Geflogen sind wir mit Ryanair, die Unterkünfte haben wir über Booking, Überlandtransfers und Ausflug nach Meknès über Get your Guide und die Flughafentransfers über den jeweilige Riad gebucht. Mit dem Wetter hatten wir großes Glück - Temperaturen tagsüber zwischen 18 und 23 Grad und immer blauer Himmel. Noch zwei Wochen vor unserer Reise war es in Nordmarokko kalt und nass. Alle Fotos habe ich mit meinem I-Phone 13 gemacht. 

Und so sah unsere Reise aus:


23.03.2026: Flug mit Ryanair von Barcelona nach Fès (Urlaub im Urlaub )

23.03. - 27.03.2026: 4 Nächte Riad Citronnier & Spa in Fès

24.03.2026: Medina von Fès el Bali auf eigene Faust

25.03.2026: Ganztägige Privattour nach Volubilis über Moulay Idris nach Meknès 

26.06.2026: Weitere Erkundung von Fès auf eigene Faust und marokkanischer Kochkurs im Palais Amani 

27.03.2026: Privattransfer von Fès nach Chefchaouen und erster Spaziergang durch blaue Gassen bis zur Bouzafer Moschee zum Sonnenuntergang 

27.03. - 29.03.2026: 2 Nächte Tja Chefchaouen and Spa mit spektakulärem Blick über die blaue Stadt

28.03.2026: Spaziergang durch die Medina und Besuch der Kasbah Chefchaouen auf eigene Faust

29.03.2026: Morgens nochmal durch die Souks von Chefchaouen und am Nachmittag Gruppentransfer nach Tanger

29.03.2026: 2 Nächte Riad Dar Elif in Tanger

30.03.2026: Erkundung von Tanger auf eigene Faust 

31.03.2026: Rückflug mit Ryanair von Tanger nach Barcelona 



 Bick von der Dachterrasse unseres Riads in  Fès


 In der Medina von Fès


 Auf dem Weg nach Volubilis - Blick auf Barrage Sidi Chahed 




 Archäologische Stätte Volubilis 


Bab El Mansour Laalej in Meknès

 Blick über Chefchaouen aus der Kasbah


 In einer blauen Gasse


 Sonnenuntergang an der Straße von Gibraltar 


 Blick über Tanger von der Dachterrasse unseres Riads


 Wer hat hat Lust durch den wunderschönen Norden Marokkos mitzureisen ? 

 Sei es, um alte Erinnerungen wieder aufleben zu lassen oder neue, inspirierende Reisemöglichkeiten zu entdecken. 


 Liebe Grüße, Sabine


zuletzt bearbeitet 28. Okt. 2026
101 Beiträge · seit 202620. Sept. 2026 ·
Liebe @Makalani ,Sabine, 

Ich bin gerne dabei - mal ganz was anderes! Ich freue mich schon, die ersten Bilder sind ja schon wirklich traumhaft. 

Liebe Grüße, 

Caro

Themenstarter226 Beiträge · seit 202321. Sept. 2026 ·
Liebe @caroline, 

wie schön, dass du uns durch Nordmarokko begleitest. 

Ja, es ist etwas ganz anderes als das östliche oder südliche Afrika. Der Fokus in Marokko liegt auf Kultur und Landschaft. 

Wer Katzen mag, kommt hier auch voll auf seine Kosten. 

Liebe Grüße, Sabine

zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202322. Sept. 2026 ·
Prolog: Der Beginn unserer Leidenschaft für Marokko 


Meinen Geburtstag im September letzten Jahres wollte ich gemeinsam mit Stefan an einem besonderen Ort verbringen und so fiel unsere Wahl auf Fès in Marokko. Die Kultur kannten wir schon aus einem Badeurlaub in Agadir, als unsere Tochter noch klein war und von einem 3-tägigen Städtetrip nach Marrakesch in 2012.

Auch in 2025 flogen wir mit Ryanair von Barcelona nach Fès und verbrachten 3 Nächte im wunderschönen Riad „Hanael Garden & Spa“ in der Medina von Fès. Quafae und ihre Tochter aus der Schweiz führen den Riad mit herzlicher Gastfreundschaft und verwandelten unseren Aufenthalt zu einem Traum aus 1000 und einer Nacht. 


Am ersten Morgen nach einem leckeren Frühstück im Garten des Riads,


begrüßen wir um 10: 00 Uhr unseren Guide Abdullah. Gemeinsam mit einem Ehepaar aus den Niederlanden, verschaffen wir uns einen ersten Überblick von Fès. Mit einem Van inklusive Fahrer geht es einmal rund um Fès-el Bali und Abdullah erweist sich als exzellenter Reiseführer. Er erzählt viel über die Stadt und die marokkanische Kultur. Ein großes Plus ist auch, dass er Deutsch spricht. Als pensionierter Lehrer ist er überall bekannt und immer wieder hält er einen Plausch mit ehemaligen Schülern und anderen Einheimischen. 

Unser erster Halt war ein Aussichtspunkt mit Blick über die Medina. 


 Als nächstes folgte ein kurzer Stopp am Bab Boujloud, dem blauen Tor. 


Am Königspalast verlassen wir das Fahrzeug 


  


 und schlendern entlang der Rue Bou Ksissat im historischen jüdischen Viertel (Mellah). Viele Häuser der Mellah haben Balkone zur Straße und deutlich mehr Fenster als die traditionellen Häuser der muslimischen Viertel. Heute leben fast keine Juden mehr in diesen Häusern, sondern in anderen Stadtvierteln.



Durch das Bab Semmarine gelangen wir auf die Grand Rue des Fès-el Jdid, die wir bis zum Ende folgen. 



Auf beiden Seiten der verkehrsberuhigten Straße reihen sich Geschäfte, Cafés und die El Hamra Moschee aneinander. 



Die Menschen sind ausgesprochen freundlich und ruhig, sodass wir die angenehme orientalische Atmosphäre ganz in Ruhe genießen können. Es gibt sooo viel zu entdecken - an jeder Ecke wartet etwas Neues!


zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202322. Sept. 2026 ·
Am Ende der Grand Rue biegen wir rechts ab und laufen entlang einer Mauer, wo ein Barbier seinen Stand im Schatten eines alten Baumes aufgebaut hat. Doch keiner der drei Männer benötigt eine Rasur! 


Wir passieren eine kleine Moschee, blicken durch ein Gitter auf ein altes Wasserrad und durchqueren ein altes Tor, in dessen unmittelbarer Umgebung derzeit Sanierungsarbeiten stattfinden. 


Nach diesen ersten Eindrücken der Medina von Fès-el Jdid betreten wir am Ende der Gasse kurz vor einem kleinen Tor rechts

den Jardin Jnan Jdil, eine grüne Oase im Herzen der Stadt.


Wir spazieren durch diesen wunderschönen Garten bis zu einem anderen Eingang, wo unser Fahrer schon auf uns wartet. Wir steigen ein und weiter geht die Fahrt zum Borj Sud, einer alten Festungsanlage. 



Von dort hat man einen beeindruckenden Blick auf die Altstadt und die umliegende Landschaft.


Dananch besuchen wir eine nahegelegene Keramikmanufaktur und erhalten bei einem Rundgang durch die Werkhallen Einblicke in diese faszinierende Handwerkskunst. 


Zuletzt werden wir in einen Verkaufsraum geführt und können nicht widerstehen ein paar der schönen Keramikprodukte zu kaufen. Wie sich später herausstellt, haben wir viel zu viel dafür bezahlt …  😅


Am späten Nachmittag beenden wir die Runde um Fès-el Bali und steigen am Rand der Medina aus. Wir verabschieden uns vom Fahrer und von unseren netten Mitreisenden, bevor uns Abdullah durch die Souks zu unserem Riad zurückbringt. 


Wir wünschen ihm noch einen schönen Abend und freuen uns, morgen mit ihm auf einem Rundgang die Medina und Souks zu erkunden.

Den Rest des Tages lassen wir in unserer Oase der Ruhe zuerst bei einem Tee und später bei einem idyllischen Dinner im Garten ausklingen. 


zuletzt bearbeitet 24. Sept. 2026
730 Beiträge · seit 202322. Sept. 2026 ·
Ich reise auch noch gerne mit. 

Marokko hatte ich bisher noch nicht wirklich auf dem Schirm, aber deine Bilder wecken auf jeden Fall Interesse, einfach auch mal was anderes zu sehen. Und schließlich sind wir doch alle immer wieder mal auf der Suche nach neuen Ideen.

Ich freue mich auf deinen Bericht!

Lg, Melanie 

zuletzt bearbeitet 22. Sept. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202323. Sept. 2026 ·
Liebe Melanie,

bis letztes Jahr hatten wir Marokko auch nicht wirklich auf dem Schirm. Das Land bietet sehr viele Pluspunkte , wie z. B. kein langer Flug, kein elektronisches Visum vorab, recht gute Infrastruktur (wird im Moment noch weiter ausgebaut), gute Preise,  mit Englisch kommt man zurecht, eine völlig andere Kultur und last but not least haben wir uns bisher immer sicher gefühlt. 

Ich freue mich sehr, dass du mitreisen willst 😊.

Morgen geht es dann weiter.

Liebe Grüße, Sabine

Themenstarter226 Beiträge · seit 202324. Sept. 2026 ·


Unser Guide Abdullah holt uns am nächsten Morgen pünktlich um 10:30 Uhr in unserem Riad ab. Heute trägt er einen weißen Gandoura, ein langes, lockeres Gewand - genau das richtige bei den hohen Temperaturen! 


Zuerst laufen wir ein Stück durch die Gassen, 


bevor wir den Qued Bou Khrarab überqueren. Der Fluss verläuft durch die historische Medina und war früher mal die Grenze zwischen den beiden Städten Madinat Fas und al-Aliya. Unter den Almoraviden im 11. Jahrhundert wurden sie zu einer gemeinsamen Stadt verbunden. Der Fluss ist von hohen Mauern eingefasst und wurde im Laufe der Zeit mit zahlreichen Brücken überbaut. Teilweise verläuft er heute verborgen unter einer Straße. Für meinen Geschmack sieht das alles andere als schön aus. 

Um so mehr freue ich mich auf der anderen Seite des Flusses eine kleine Medina zu betreten. So früh am Morgen sind noch viele Läden verschlossen, doch nach und nach öffnen sie ihre Tore. 



 Es ist schön durch die Gassen zu schlendern und in eine andere Kultur einzutauchen. Manche Gassen sind so eng, dass wir nur hintereinander durchlaufen können. Alleine wären wir hier wahrscheinlich nie durchgegangen …

 


 Ein Funkmast getarnt als Palme 😀

 Schließlich kommen wir gegenüber der „La Porte du Marché Rcif“ raus, überqueren die Straße und schon sind wir in der großen alten Medina von Fès-el Bali.

Wir laufen durch den Teil der Souks wo überwiegend Obst, Gemüse und sonstige Lebensmittel angeboten werden.

 Während wir Abdullah folgen, können wir uns ganz auf die Umgebung konzentrieren und die Eindrücke auf uns wirken lassen.

So langsam nähern wir uns dem Handwerkerviertel und beobachten, wie Wolle nach alter Tradition in leuchtenden Farben gefärbt wird. 

 Auch kleine Betriebe, die hier Leder färben sehen wir. 


Am Stand eines Messerschleifers beginnt Abdullah ein Gespräch mit dem Inhaber, der sehr gut Englisch spricht. Er erzählt uns, dass er vorher einen guten Beruf in einem Unternehmen hatte, den er jedoch aufgab, um das Geschäft seines Vaters weiterzuführen. Dann wirft er seine Maschine an und wir können live erleben, wie ein Messer professionell geschärft wird.

Am Place Seffarine, dem traditionellen Platz der Kupferschmiede, können wir den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen. Das rhythmische Hämmern gehört seit Generationen zum Klangbild der Medina.


zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2026
59 Beiträge · seit 202425. Sept. 2026 ·
@Makalani: Ich steige auch noch zu. In Marokko waren wir bisher nicht, aber dein Bericht inkl. der tollen Bilder macht Lust darauf. Zudem

bin ich gerade krank und da kommt mir die Reise in ein afrikanisches Land sehr gelegen 🤩​

Marc
Themenstarter226 Beiträge · seit 202325. Sept. 2026 ·
Hallo MaLu

Willkommen an Bord und schön, dass du bei unserer Reise dabei bist! Voraussichtlich geht es frühestens Samstag der nächsten Woche weiter. Hoffentlich bist du bis dahin wieder fit und fährst noch mit uns weiter. 

Gute Besserung und Liebe Grüße, Sabine 

zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202310. Okt. 2026 ·

Nach einer wunderbaren Woche in Marokko. - diesmal mit Essaouria, Agafay Wüste und Marrakesch - und einem Rucksack voller neuer Eindrücke, unvergesslicher Erlebnisse und Begegnungen geht die Reise nun in Fès weiter. 

Vom Handwerkerplatz laufen wir  …


… zur Cherratine Madersa aus dem Jahr 1670, eine große Koranschule mit über 100  kleinen Studentenzimmern auf mehreren Etagen. Abdullah lässt uns genügend Zeit, alles in Ruhe zu besichtigen. Diese Auszeit hat er sich auch redlich verdient.


In einem Teppichgeschäft werden uns bei einem Tee verschiedene Teppiche vorgeführt und eigentlich haben wir kein Interesse daran. Als uns etwas modernere helle Berberteppiche gezeigt werden, erkennen die Verkäufer wohl an meinen Augen, dass mir diese gefallen. Und so wird ein Teppich nach dem anderen dieser Art angepriesen. Doch wir bleiben dabei - kein Teppichkauf heute! 


Beim Mausoleum of Moulay Idriss II, der in Marokko als bedeutender Heiliger verehrt wird, erklärt uns Abdullah die Spendenvorrichtung am Mausoleum. Manche Besucher verbinden die Spende mit einem Gebet oder einer Bitte um Segen. Nur Muslime dürfen diesen wichtigen religiösen Pilgerort betreten, durch die offene Tür können wir jedoch einen  Blick hineinwerfen. 


Am Place Nejjarine bewundern wir den mit bunten geometrisch angeordneten Mosaikfliesen verzierten Nejjarine Brunnen. Er diente Reisenden, Händlern, Bewohnern und ihren Tieren früher als Wasserstelle. Der Name bezieht sich auf die Holzhandwerker in diesem Viertel. Im Hintergrund ist der Eingang zum Nejjarine Museum für Holzkunst zu sehen, das wir dann in diesem Jahr besucht haben. 

Rund um den Platz findet man traditionelle Werkstätten und Geschäfte, in einem Geschäft kaufe ich mir ein Paar Silberohrringe mit Türkisen.



zuletzt bearbeitet 31. Okt. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202312. Okt. 2026 ·

Auf unserem weiteren Weg passieren wir einen die  Al-Qarawiyin Moschee, ein Symbol für die kulturelle und religiöse Bedeutung von Fès und ist ein wichtiger Ort für religiöse Unterweisung und politische Diskussion. Leider dürfen wir sie als Nicht-Muslime nicht besichtigen ...  Später kommen wir noch an einem anderen der 17 Eingänge der Moschee vorbei. 



Durch einen schmalen, wunderschön gekachelten Gang erreichen wir das Viertel mit Stoffen und Seide in allen möglichen Farben. Die bunten Seidenfäden dienen zum Nähen, besticken traditioneller Kaftane, Kleider, Gürtel und festlicher Gewänder oder für traditionelle Handarbeiten, wie das besticken von Mustern auf Tischdecken, Kissen, Tüchern und anderen Textilien. 



Abdullah führt uns in eine relativ moderne Kooperative mit Kräutern, Gewürzen, Geschenkartikeln und Produkten aus Arganöl. Eine junge Verkäuferin mit sehr guten Englischkenntnissen setzt uns, schneller als wir wollen, auf eine Bank und erklärt uns die verschiedenen kosmetischen Produkte aus Arganöl und schmiert uns dies und das auf Arme und Hände. Als sie unser Desinteresse bemerkt, kommt sie endlich zum Ende - aber vorher drückt sie zuerst Stefan und dann mir einen Schwamm mit einem Pulver unter die Nase. Es war sehr unangenehm! Was das wohl war- bis heute wissen wir es nicht ...  Wir sind so durch die Aktion irritiert, dass wir nicht mehr nachfragen und sind froh, als wir aus dem Laden raus sind. 


Die Medina von Fés ist ein riesig großes Labyrint aus Geschäften und an jeder Ecke entdecken wir etwas neues. Ein Handwerker für Schmiedekunst demonstriert uns die Verzierung eines Tabletts mit Hammer und Meißel, was ein wahres Handwerk ist. Wir erfahren vom Geschäftsführer, dass es hierfür auch Schablonen gibt, mit denen die Muster gefertigt werden können. Die so bearbeiteten Stücke sind zwar weniger hochwertig, dafür aber deutlich günstiger. Wir kaufen bzw. handeln einen wunderschönen Silberteller, der Zuhause als Ablage für Wein- und Wasserflaschen auf dem Esszimmertisch dient - eine schöne Erinnerung an Fès.


Das Mausoleum de Sidi Ahmed al-Tijani ist eine Pilgerstätte der Anhänger der Tijaniyyah, die ihren Ursprung in Nordafrika haben und sich zu einem einflussreichen Sufi-Orden in Westafrika entwickelt hat. Abdullah meint, ich solle ein Foto von den Pilgern machen, die nach und nach das Mausuleum verlassen. Das wäre zweifellos ein tolles Fotomotiv. Allerdings tue ich mich schwer damit, Menschen ohne ihre Erlaubnis zu fotografieren - gerade an einem so persönlichen und religiösen Ort. 


Abdullah zeigt uns noch die Schule, in der er früher unterrichtet hat ...



Zum Abschluss unserer Tour durch die Medina von Fès besuchen wir die Chouara Gerberei, die zu den bekanntesten traditionellen Gerbereien Marokkos gehört. Sie ist für die runden, steinernen Färbebecken bekannt, in denen bis heute Tierhäute bis heute mit traditionellen Methoden verarbeitet und gefärbt werden. 


Nachdem wir das Gebäude betreten haben, erhalten wir einen Strauß Minze, die wir unter die Nase halten sollen. Damit soll der intensive Geruch der Lederverarbeitung besser zu ertragen sein. Doch wir haben Glück, heute weht der Wind in die andere Richtung.

Auf der Dachterrasse angekommen, erklärt uns ein Mitarbeiter der Gerberei die einzelnen Prozesse der Lederherstellung. Obwohl am Nachmittag nicht mehr so viel in der Gerberei los ist, sind es beeindruckenden Szenen. Danach weist er uns die Treppe hinunter in die Verkaufsräume- Aus Casimodos Reisebericht wusste ich, dass es dort schon mal aufdringlich zugehen kann. So entscheide ich mich ein Trinkgeld für die Führung zu geben und siehe da, wir können uns in Ruhe umschauen.
Vielen Dank für den Hinweis Casimodo



Auf dem nahegelegenen Platz werden gerade neue Tierfelle für die Gerberei angeliefert, die später entlang des Qued Bou Khrares zum Trocknen aufgehängt werden.



Nur noch ein paar wenige Schritte sind es von hier zu unserem Riad, der nach dem Trubel der Medina wie eine Oase der Ruhe wirkt. Wir laden unseren Guide Abdullah zum Abschluss zu einem Drink im wunderschönen Garten ein und unterhalten uns noch eine Weile. Wir bedanken uns nochmal für diese interessante Führung durch die Medina von Fès und überreichen ihm sein wohlverdientes Trinkgeld.

 Dann verabschieden wir uns und ruhen uns noch ein bisschen im Zimmer aus. Da es uns in unserem Riad so gut gefällt, haben wir nochmal ein Abendessen vorbestellt und verbringen einen schönen letzten Abend in Fès. 



zuletzt bearbeitet 31. Okt. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202328. Okt. 2026 ·


Nach diesem Kurztrip nach Fès wollen wir mehr von Marokko sehen und planen direkt eine weitere Reise für März 2026.


Montag, 23. März 2026       Marokko wir kommen!

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen fahren wir mit dem Auto ca. 50 Minuten zum Flughafen in Barcelona und  parken direkt am Terminal 2, wo wir einen Parkplatz für die Zeit unserer Reise gebucht haben. Ruck zuck erreichen wir den Abflugbereich des Flughafens und da wir für die 8 Tage nur mit Handgepäck reisen, geht alles sehr zügig. Pünktlich um 13:50 Uhr starten wir in Richtung Fès - der zweistündige Flug verläuft ruhig und von meinem Fensterplatz aus erfreue ich mich an der guten Sicht auf die Landschaft Marokkos. Da es in den Wochen zuvor geregnet hatte, zeigt sich die Landschaft in manchen Gebieten in sattem Grün. 


 



Nach der Landung in Fès stellen wir uns am Immigrationsschalter an. Vom letzten Besuch wussten wir, dass nach den gebuchten Unterkünften gefragt wird und so legen wir dem Beamten unseren Reiseplan vor. In der Ankunftshalle ziehen wir noch schnell ein paar Dirham am Geldautomat und begeben uns auf die Suche nach unserem Fahrer für den Transfer zum Riad. Am Ausgang des Gebäudes treffen wir ihn und stellen fest, dass er weder Englisch noch Französisch und geschweige denn Deutsch kann. Egal - wir folgen ihm zum Wagen und steigen in ein kleines altes Auto ein. Wir fahren bis vor die Tür des "Riad Citronnier & Spa", der am Rand der Medina von Fès liegt. Für die nächsten 4 Nächte haben wir diese Unterkunft im westlichen Teil der Stadt gebucht, da wir diesen uns noch unbekannten Teil der Stadt am nächsten Tag erkunden wollen.

Nadia vom Riad eilt herbei und hilft uns mit den Koffern. Beim Betreten des Innenhofs sind wir zuerst einmal von der Schönheit des Riads überwältigt - so schöne Kacheln und Stuckarbeiten. Das erst im Januar 2026 eröffnete Haus wurde drei Jahre lang traditionell renoviert. 









Zur Begrüßung bekommen wir einen marokkanischen Minztee …





... und dann führt uns die sympathische Nadia durch den Riad und schließlich zu unserem Chambre 1 - Karima




Nur kurz richten wir uns im Zimmer ein, denn wir wollen nochmal hoch auf die Dachterrasse. Über eine Stunde genießen wir den Blick über Fès und das Gebirge im Hintergrund. 








Als die Sonne langsam untergeht, wird es frisch und wir gehen rein. Für 19:30 Uhr haben wir ein Essen vorbestellt, die Gemüse Tajine schmeckt wirklich lecker. Später erfahren wir, dass die Küche fest in der Hand von Nadias Schwester und Mutter liegt.



Nach dem Essen gehen wir in unser Zimmer und fallen in die bequemen Betten. Mit dem Gedanken „Was erwartet uns wohl in den nächsten Tagen?“ schlafe ich dann irgendwann ein … 

zuletzt bearbeitet 29. Okt. 2026
Themenstarter226 Beiträge · seit 202331. Okt. 2026 ·

   

    Dienstag, 24. März 2026

   Im Labyrinth der Souks von Fès 


 Nach einer angenehmen Nacht stehen wir bei Zeit auf, machen uns fertig und freuen uns auf das marokkanische Frühstück im traumhaften Innenhof des Riads:  Msemen   mit Butter und Honig, Fladenbrot, süße Backwaren, Marmelade, Oliven, Omelette, frisches Obst, Kaffee oder Tee und frisch gepresster Orangensaft. 

 Heute wollen wir unsere Tour durch die Souks von Fés am Bab Boujloud beginnen. Es ist zwar nicht sehr weit entfernt, aber da viele Schritte vor uns liegen, lassen wir   uns von Nadia ein Taxi rufen. Der Fahrer lässt uns dann am Place Boujloud raus und wir laufen ein paar Meter zum Eingang der Medina durch das "Blaue Tor", das auf der   anderen Seite aber grün ist.

  


 Unser erstes Ziel ist die Madrasa Bou Inania, die nur wenige Schritte vom Tor entfernt ist. Und prompt verlaufen wir uns schon - statt nach links gehen wir an der ersten   Gabelung nach rechts. Doch schnell merken wir den Fehler und laufen zurück.  


   


 Die Madrasa Bou Inania, eine alte islamische Hochschule, wurde zwischen 1350 und 1357 erbaut und gilt als eines der gewaltigsten Bauwerke der Dynastie der     Meriniden. Die Architektur ist typisch marokkanisch mit kunstvollen Mosaiken, geschnitztem Zedernholz und filigranen Stuckarbeiten. Leider kann man nur den Innenhof der Koranschule besuchen.  

 








Gegenüber der Madrasa Bou Inania liegt Dar-al Magana mit einer historischen Wasseruhr, die den Bewohnern, Studenten und Betenden der Moschee und Madrasa die genaue Bestimmung der rituellen Gebetszeiten erleichterte. Die Uhr ist seit Generationen außer Betrieb und der Mangel an Dokumentation an ihrer Funktionsweise  erschwert die Reparaturbemühungen. Das komplette Haus befindet sich zur Zeit in Sanierung. 




Wir schlendern weiter auf der Rue Talaa Kebira ...

 



und kommen am "Café Clock" vorbei. Inzwischen ist es ca. 12:30 Uhr - Zeit für eine kleine Pause. Durch eine  schmale Passage gelangen wir in das großzügige, mehrstöckige Café. Auf der Dachterrasse genießen wir den herrlichen Rundumblick über die Stadt und stärken uns mit     erfrischenden Getränken. 


 




 Unser nächstes Ziel ist das Holzmuseum, zu dem wir unseren Weg durch die lebhaften Souks fortsetzen. 



 



Das Nejjarine Museum ist eine Ausstellung für traditionelle   Holzkunst und Handwerk und ist in einer ehemaligen Karawanserei untergebracht. 


 

  

  


 Gleich um die Ecke erkunden wir den historischen Maristan Sidi Frej, ein ehemaliges Krankenhaus aus dem 13. Jahrhundert, das auch der Betreuung psychisch kranker     Menschen diente. Heute befindet sich dort der bekannte Souk-el-Henna.


 

 

Das reichhaltige Frühstück hat uns lange satt gehalten, doch inzwischen knurrt langsam wieder der Magen. So machen wir uns auf den Weg zurück und schlendern noch gemütlich durch die Medina. 


Im "Restaurant Lounge- Rooftop Mouda Palace" stärken wir uns und genießen dabei das besondere Ambiente über den Dächern von Fès. Heute wählen wir keine Tajine und zum Dessert gibt es eine süße knusprige Pastillla mit Pistazien - einfach köstlich. 



Und natürlich darf zum Abschluss ein frisch aufgebrühter marokkanischer Minztee nicht fehlen. 


Inzwischen ist es schon fast 19:00 Uhr als wir durch ein weniger lebhaftes Viertel zum Riad gehen. 


Bisher verlief die Orientierung in der Medina dank zahlreicher Wegweiser ganz gut. Hier ist es etwas schwieriger und nur mithilfe des Navis finden wir den Weg zurück zu unserer Unterkunft. 



Da Nadia heute Abend frei hat, werden wir von Zacharia herzlich empfangen. Er spricht sehr gut Englisch und es entwickelt sich eine interessante und angenehme Unterhaltung während wir noch ein Getränk genießen. Nach dem langen Tag und den vielen Schritten durch die Medina macht sich jedoch die Müdigkeit bemerkbar. Deshalb verabschieden wir uns und ziehen uns auf unser Zimmer zurück. 

Morgen geht es dann endlich mal raus aus den Souks in die nähere Umgebung von Fès, um genauer zu sagen nach Volubilis und Meknès ...

    


zuletzt bearbeitet 31. Okt. 2026
101 Beiträge · seit 202631. Okt. 2026 ·
Hallo @Makalani ,

Ich lese weiterhin sehr gerne deinen schönen Bericht mit den tollen Eindrücken von Marokko, das ich leider noch gar nicht kenne! 

Sag was kann man sich unter einer Pastilla vorstellen? Sind das süße Fladen mit Creme dazwischen? Oder eher knusprige Teigplatten oder so 🤔? Es sieht jedenfalls herrlich aus, genau was ich gerne esse 😋

Liebe Grüße, 

Caro

Themenstarter226 Beiträge · seit 202331. Okt. 2026 ·
Hallo Caroline (leider habe ich noch nicht rausgefunden, wie das mit dem @ funktioniert 🤔) , 

vielen lieben Dank, dass du uns auf unserer Marokkoreise begleitest. 

Ich habe nochmal genau recherchiert und festgestellt, dass der richtige Name eigentlich „Jawhara“ oder „Milchpastilla“ heißt. 

Ja, es sind knusprige Teigplatten, die in Öl goldbraun gebacken werden. Dazwischen kommt eine Creme aus Milch, die traditionell mit Orangenwasser verfeinert wird. Das ganze wird dann geschichtet und zum Schluss wird die Jawhara mit Puderzucker bestreut. 

In den Souks von Fès haben wir gesehen, wie die Teigplatten hergestellt und verkauft werden. Die Herstellung ist ziemlich aufwändig. 

 

 In unserem Marokkanischen Kochkurs war   Stefan zusammen mit einer Amerikanerin für das Frittieren der fertigen Teigplatten in einer Pfanne mit Öl zuständig. 


 Meine zusammengesetzte Jawhara sah allerdings nicht so toll aus 


Doch in Tanger habe ich wieder ein Traum von Jawhara mit Himbeeren gegessen 😍


 Es gibt verschiedene Varianten von Jawhara, die bisher alle sehr lecker schmeckten. 

Liebe Grüße, Sabine  


310 Beiträge · seit 201601. Nov. 2026 ·

Hallo Makalani, ich reise auch noch gerne mit. Wir haben 2023 eine große Rundreise als Selbstfahrer durch Marokko gemacht und waren vom Land und den Menschen ebenfalls total begeistert. Eure Erfahrung mit der Handynavigation in den Souks in Fes und Marrakesch kann ich nur bestätigen. Wir haben immer mitten in den Souks gewohnt und hätten unsere Unterkunft niemals ohne Navi wieder gefunden.

LG Elde

Alle Reiseberichte auf meiner Homepage: https://fldegen.jimdofree.com/
4’592 Beiträge · seit 200701. Nov. 2026 ·

Hallo Sabine,


nach Marokko komme ich natürlich gerne mit. Man bräuchte mehr Urlaub 😉

Vielen Dank für den schönen Bericht. Gerne denke ich an unsere eigene Reise zurück. Ich mag MArokko sehr!

Aus Casimodos Reisebericht wusste ich, dass es dort schon mal aufdringlich zugehen kann. So entscheide ich mich ein Trinkgeld für die Führung zu geben und siehe da, wir können uns in Ruhe umschauen.Vielen Dank für den Hinweis Casimodo

Und natürlich sage ich gerne Danke für Deinen netten Kommentar😍


Viele Grüße

Carsten

Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowieKenia, Bangkok Kambodscha, Island Marokko und Lofoten Vesteralen
zuletzt bearbeitet 01. Nov. 2026
101 Beiträge · seit 202602. Nov. 2026 ·
Liebe @Makalani Sabine, 

Vielen Dank für den detaillierten Einblick in die Küche 🙂

Die Jawhara zuzubereiten sieht ja wirklich sehr kompliziert aus, Hut ab, dass ihr das gemacht habt! Da muss man bestimmt auch sehr geduldig sein, und so dünn würde ich das nie hinbekommen 🙄

Aber deine selbstgebackene (sagt man das so? Gekocht ist ja auch nicht richtig) würde ich sofort probieren, die sieht zum reinbeissen aus 😋

Liebe Grüße und ich hoffe, die Reise geht hier bald weiter 😃🤩

Caro