THEMA: 3 Flieger, 5 Wohnmobile und ein PKW
19 Dez 2022 14:24 #657844
  • swisschees
  • swisscheess Avatar
  • Nobody is perfec!
  • Beiträge: 1713
  • Dank erhalten: 826
  • swisschees am 19 Dez 2022 14:24
  • swisscheess Avatar
Teil 1

Oder 2022 7 Wochen in Namibia und Südafrika unterwegs

Gleich vorneweg, dies ist ein Bericht von einer Reise mit Pleiten, Pannen und Ärgernissen.
Also die drei Flieger hatten keine Pannen. Wir durften von Frankfurt nach Windhoek je 2 x 23 Kilo Gepäck mitnehmen. Von Kapstadt nach Windhoek aber nur je 1 x 20 Kilo. Deshalb schickten wir 16 Kilo per Post (Schiff) von Südafrika nach Hause. Ein Koffer war dann trotzdem 22 Kilo und wir mussten für die 2 Kilo etwa 4 Franken bezahlen. Bei Airlink ist man da schon etwas kleinlich, aber das konnten wir noch verkraften. Wir hatten in den 6 vorangegangen Wochen schon ganz andere Sachen erlebt.
Die Flüge selbst waren OK.

Weil wir unsere Reise in Namibia starteten, haben wir einen Toyota Navi 4x4 von Britz bei CU-Camper gebucht.



1. Windhoek: Erstes Wohnmobil Toyota NAVI 4x4 von Britz
Die Übergabe, die beim Flughafen in Windhoek stattfand, war problemlos. Ausser dass wir unbedingt ein Video über das Fahren auf Pisten und andere Verhaltensregeln ansehen mussten, was etwas langweilig war, da wir schon mehrere hunderttausend Kilometer in Afrika unterwegs waren. Wenigstens bekamen wir auf unsere Nachfrage einen Kaffee.

Wir luden unser Gepäck in den Aufbau, welcher ab da unser Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer sein sollte. Bald merkten wir das dieser Teil des Fahrzeugs alt, nicht sehr sauber und etwas spärlich ausgerüstet war. Da wir ja im Sinn hatten 7 Wochen mit dem Fahrzeug unterwegs zu sein, kauften wir noch ein paar Sachen dazu, die wir dann verschenkten, bezw. im Fahrzeug liessen.
Das Bett musste durch Ziehen eines schweren Brettes über die Sitzecke und auslegen eines halben Dutzend Sitzkissen hergerichtet werden. Wir entschieden, es so zu belassen, weil es uns zu umständlich war es täglich auszuführen.

Die Kleider haben wir wegen des ausströmenden unangenehmen Geruchs, nicht in die Schränke geräumt. Der Stauraum war so spärlich, dass auch nicht alles unterzubringen war. Einen grossen Teil liessen wir in unseren Gepäcktaschen. Diese mussten wir dann jeden Abend in die Fahrerkabine und am Morgen wieder auf das Bett wuchten.
Am zweiten Tag, kurz vor dem Etosha Park, regnete es kurz und wir mussten ein Leck am Aufstelldach feststellen. Natürlich tropfte es genau auf das Bett.

Wir riefen den Vermieter Britz an und man versprach uns einen Ersatzwagen in die Etosha zu bringen. Am nächsten Nachmittag kam das Ersatzfahrzeug und wir mussten den ganzen Inhalt von einem Camper zum anderen verschieben. Dazu gehörten auch die Gegenstände welche bereits ab Windhoek zum Inventar gehörten. Wir mussten uns beeilen, denn der Fahrer musste vor Sonnenuntergang, also 18:30 den Park verlassen.
Letzte Änderung: 23 Dez 2022 11:13 von swisschees.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, Rocky, peter 08, speed66, urolly, Logi, Daxiang, Gromi, CuF, Malbec und weitere 4
20 Dez 2022 10:05 #657893
  • swisschees
  • swisscheess Avatar
  • Nobody is perfec!
  • Beiträge: 1713
  • Dank erhalten: 826
  • swisschees am 19 Dez 2022 14:24
  • swisscheess Avatar
Teil 2

2. Etosha: Zweites Wohnmobil Toyota NAVI 4x4 von Britz

Wir hatten schon beim ersten festgestellt, dass die Liegefläche nicht 1,9 Meter lang war, wie im Internet beschrieben. Emanuels Füsse ragten, beim ausgestrecktem Liegen mindestens 5 Zentimeter über die Bettkante. Er war in jungen Jahren 1,85 Meter lang und seitdem ist er nur in die Breite gewachsen. Damit hätten wir noch leben können aber als Christine auf das Bett stieg, krachte das Brett auf einer Seite herunter. Auch bei den nächsten Fahrten passierte dasselbe. Das Brett wieder auf beide seitlichen Auflagen zu bringen, war nicht gerade einfach und nur mit viel Kraft möglich. Es stellte sich heraus, dass dieses auf beiden Seiten nur wenige Millimeter auflag. Mit etwas Improvisation und genauem ausrichten, konnte man wenigsten absturzfrei darauf schlafen. Dieser Aufbau war mindestens so alt wie der erste.

Nachdem wir auch dieses zweite Gefährt energisch beanstandet hatten, vereinbarten wir mit dem Manager in Windhoek in Kapstadt auf ein grösseres Wohnmobil zu wechseln. 4x4 brauchten wird da nicht mehr. Wir verkürzten unsere geplante Route in Namibia um eine Woche, um das Fahrzeug schneller loszuwerden.

In Windhoek kam dann noch ein Techniker auf dem Campingplatz vorbei, um seitlich an den Aufleger Vierkant- Profile anzuschrauben. Das hielt dann auch bis Kapstadt. Allerdings fuhren wir von da an auch nur noch auf geteerten Strassen.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, peter 08, urolly, Daxiang, CuF, Malbec, GinaChris, tacitus
20 Dez 2022 17:03 #657906
  • swisschees
  • swisscheess Avatar
  • Nobody is perfec!
  • Beiträge: 1713
  • Dank erhalten: 826
  • swisschees am 19 Dez 2022 14:24
  • swisscheess Avatar
Teil 3

3. Kapstadt: Erster Iveco Maui 4 Berth

Wir sind dann in vier Tagen die fast 1'500 Kilometer nach Kapstadt gefahren.
Gegen einen Aufpreis bekamen wir einen 4 Bett Camper mit viel Stauraum. Man war so fair, uns die Einwegmiete für den Toyota zu erlassen. Hier war man sehr hilfsbereit. Der Branch Manager kam immer wieder und fragte uns, ob alles in Ordnung sei, oder wir noch einen Wunsch hätten. Zu unserm Erstaunen war der grösste Teil des Inventars in diesem Camper neu. Zum Teil sogar original verpackt. Das lag wohl auch mit an Emanuels heftiger Kritik an den vorherigen Fahrzeugen. Zudem hatte auch eine Mitarbeiterin von CU-Camper bei Britz interveniert.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: La Leona, urolly, Daxiang, Malbec, tacitus
22 Dez 2022 09:53 #658015
  • swisschees
  • swisscheess Avatar
  • Nobody is perfec!
  • Beiträge: 1713
  • Dank erhalten: 826
  • swisschees am 19 Dez 2022 14:24
  • swisscheess Avatar
Teil 4

4. Stellenbosch: Zweiter Iveco Maui 4 Berth

Vier Tage und weniger als 200km später leuchtete während der Fahrt durch Stellenbosch auf den Armaturen ein Weihnachtsbaum auf. Die Symbole für Bremsen, ABS, und ESP erschienen.

Wir riefen bei der Maui Notfallnummer an. Man erklärte uns, dass wir so nicht weiterfahren dürften. Na sowas, da wären wir nie draufgekommen! Man werde einen Mechaniker mit einem Ersatz-Camper schicken. Dieser könnte vielleicht einen Sensor austauschen. Stellenbosch ist ja nur etwa 30 Kilometer vom Flughafen entfernt, wir warteten aber gefühlte 2 Stunden bis zur Ankunft.

Gefrustet waren wir auch, denn wir glaubten nicht an eine Reparatur. Der Mechaniker bestätigte unseren Verdacht. Also war es wieder Zeit den ganzen Haushalt umzuladen. Übergabe und Kontrolle fand nicht wirklich statt, denn wir wollten endlich Richtung Küste fahren. Schliesslich hatte uns der Branch Manager versichert er habe das Fahrzeug selbst kontrolliert. Das glaubten wir ihm aber nicht, zurecht wie sich später herausstellte.

Die nächste Nacht verbrachten wir in Hartenbos, wo wir dann leider feststellen mussten, dass wir eine richtige Schrottkiste bekommen hatten. Da wurde Emanuel am Telefon schon etwas deutlicher was er von der Firma und ihrem Vehikel hielt.
Es fing damit an, dass die Wasserpumpe und das Innen- sowie das Aussenlicht nicht funktioniert. Nach mehreren Telefonaten mit Maui stelle sich heraus, dass der Hauptstromschalter ausgeschaltet war. Das zeigt bereits, wie der Chef kontrolliert hat!

Weiter Mängel waren:
Die Aufbautür liess sich von innen nicht entriegeln, nur mit dem Schlüssel von aussen.
Die Aussenklappe des Stauraums liess sich nicht abschliessen, zudem war eins von drei Scharnieren gebrochen.
Am Dashboard leuchtet ein Licht auf, dass eine Birne kaputt ist.
Bei der Innenbeleuchtung funktionierten an allen LED-Streifen nur die Hälfte der Lämpchen.
Bei einem Fensterrollo war die Halterung gebrochen.
Eine Schublade liess sich nicht verriegeln, bei jeder Kurve rollte sie auf und zu. Mit einer Schnur zurrten wir sie fest.

Dieses Fahrzeug war des lausigste das wir bis zu diesem Zeitpunkt bekommen hatten. Emanuel bezeichnete es bei Maui als Schrottkarre und war total hässig.

Man versprach uns einen brandneu 6 Bett Camper am nächsten Tag nach Buffalo Bay zu bringen. Da wir dort drei Tage bleiben wollten war das kein Problem, nur das wiederholte Umladen war uns zuwider.
Letzte Änderung: 23 Dez 2022 11:06 von swisschees.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, La Leona, freshy, urolly, Papa Kenia, Graskop, Daxiang, CuF, Malbec, TinuHH und weitere 2
23 Dez 2022 11:02 #658075
  • swisschees
  • swisscheess Avatar
  • Nobody is perfec!
  • Beiträge: 1713
  • Dank erhalten: 826
  • swisschees am 19 Dez 2022 14:24
  • swisscheess Avatar
Teil 5

5. Bufallo Bay: Mercedes Maui 6 Berth

Am späten Nachmittag kamen zwei Maui Mitarbeiter mit dem Mercedes an. Als routinierte Fahrzeugwechsler hatten wir schon so viel wie möglich in Reise- und Einkaufstaschen verstaut. So war der Umzug unter Mithilfe der beiden jungen Maui Männer in Bestzeit abgewickelt. Der Mercedes sah gut aus, allerdings war er nicht brandneu, mindestens einmal wurde er schon vermietet. Der Kilometerstand von mehr als 3´000km verriet dies.



Frei von den Mängeln war auch dieser nicht.
Am dritten Tag hatten wir wieder einmal etwas Regen und natürlich tropfte es auf das hintere Bett. Diesmal kam es aus einem Schraubenloch des Dachventilators. Nach mehreren Telefonaten mit Maui, wurde uns die Adresse gegeben, bei welcher man sich des Problems annehmen würde. Die Kosten würde man uns ersetzen, ja was denn sonst? Bei Campworld in Port Elizabeth wurde der Ventilator aussen abgedichtet und die zu kurze Schraube mit einer längeren ersetzt.

Eine Schublade klemmte beim auf und zu machen. Dafür öffnete und schloss sich diese und ein zweite in jeder Kurve.
Der Vorhang zwischen Aufbau und Fahrerkabine war mit ungeeigneten Plastikteilchen in einer Vorhangschiene «befestigt». Diese Kunststoffteilchen fielen beim Verschieben immer wieder heraus und es war schwierig sie wieder in die Schiene hineinzudrücken.

Einen weiteren Mangel stellten wir erst nach langem Suchen fest. Es roch im Fahrzeug manchmal nach Gas. Es war der Gashahn an der Flasche, der aber nur leckte, wenn er aufgedreht war. Zum Glück ist da nichts passiert.

Wir hatten keine Lust noch einmal Fahrzeug zu wechseln, also meldeten wir dies Mängel erst bei der Rückgabe.

Fortsetzung folgt.
Letzte Änderung: 23 Dez 2022 11:21 von swisschees.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: peter 08, speed66, Daxiang, CuF, Malbec, GinaChris, Makra
24 Dez 2022 13:09 #658134
  • swisschees
  • swisscheess Avatar
  • Nobody is perfec!
  • Beiträge: 1713
  • Dank erhalten: 826
  • swisschees am 19 Dez 2022 14:24
  • swisscheess Avatar
3 Flieger, 5 Wohnmobile und ein PKW Teil 6 und Schluss

Walvis Baai AVIS Toyota Corolla

Ihr denkt vermutlich, da hat doch sicher alles funktioniert. Leider nicht ganz.
Schon das Buchen war schwierig. Obschon wir eine Avis Preferred Karte haben, konnten wir keine Onlinebuchung machen. An den verschiedenen Kreditkarten die wir verwendeten scheiterte das immer wieder.
Schliesslich gingen wir in Port Elizabeth am Flughafen zu Avis und wollten da eine Buchung machen. Hier befanden wir uns in Südafrika, und Walvis Baai ist in Namibia. Die Angestellte konnte an ihrem Terminal auch keine Buchung machen. Am Telefon war das aber dann doch noch möglich.

In Walvis Baai wollten wir das gebuchte Auto übernehmen. Unser Gepäck war schnell im Kofferraum verstaut. Als dann das GPS angeschlossen war, bekam es aus dem 12 Volt-Anschluss aber keinen Strom. Der Verdacht fiel auf eine durchgebrannte Sicherung und wir mussten laut lachen. Der AVIS-Mitarbeiter schaute uns verwundert an, er dachte wir lachen über ihn, er kannte ja unsere vorherigen Pannen nicht. Nach allen Vorkommnissen der letzten Wochen, verwunderte uns nichts mehr. Wir witzelten dann, dass uns wohl noch der Austausch des Fliegers nach Frankfurt bevorstand. Der Chef der lokalen Mietstation fand dann nach einigem Suchen die defekte Sicherung.

Der Flug von Windhoek nach Frankfurt verlief ohne Pannen, nur mit der deutschen Bundesbahn lief nicht alles ohne Probleme. Aber das ist bekanntlich nichts Besonderes.

Übrigens wir haben uns von all diesen Ereignisse die Reise nicht vermiesen lassen. Die Highlights waren die vielen Tiersichtungen in der Etosha und im Addo Park. Am meisten genossen wir die Treffen mit vielen Freunde in Namibia und Südafrika.

Noch ein Nachtrag zu den Betten der zwei Maui Modelle:
Wir mussten in den beiden 4 und dem 6 Bett Fahrzeugen beide «grossen» Betten benützen. Beide sind nur 120 Zentimeter breit, sind also nur für 2 schlanke Erwachsene oder Kinder tauglich. Eines war zudem nur 180 Zentimeter lang, Christine musste da diagonal liegen.
Der grosse 6 Bett Camper hat einen Alkoven, dieser ist sehr niedrig und eignet sich nur für Kinder. Es gab zwar ein Brett, um ein Herausfallen zu verhindern, aber die Matratze ragte einige Zentimeter über die Bettkannte heraus. Deshalb hätte man die Sicherung nicht anbringen können. Die sehr kurze Leiter und der Matratzenüberhang hätten einen Aufstieg sehr erschwert.
Da es in dem Alkoven ausser einer Dachluke keine Fenster gibt ist es dort im Hochsommer sicher recht warm.

Vermutlich sind wir durch unsere eigenen Wohnmobile etwas verwöhnt. Aber schliesslich bezahlen wir für die Miete nicht wenig und erwarten dann auch einen Mindeststandart und ein wenig Komfort kann auch nicht schaden. Wir hatten früher auch schon Mietfahrzeuge, und da gab es auch Mängel, aber nie in diesem Ausmass.

Zur Information: Britz und Maui Südafrika und Namibia gehören zur THRSA Holding.
CU-Camper vermittelt Wohnmobile international

Vielleicht schreibe ich noch einen Reisebericht des schönen Teil der Reise.
Bis dann könnt Ihr Euch schon ein paar Bilder bei Flickr ansehen.
Letzte Änderung: 10 Jan 2023 13:32 von swisschees.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Hanne, speed66, TinuHH, Makra
Powered by Kunena Forum