THEMA: Sanwild, Urlaub oder wahlweise Volontär
01 Mär 2023 13:27 #662589
  • GinaChris
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  • GinaChris am 01 Mär 2023 13:27
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Sanwild

Seit Jahren auf meiner to-do-Liste, war es heuer endlich so weit, Sanwild Sanctuary bei Gravelotte stand auf dem Programm. Jetzt sind wir so gar nicht jene Art von Menschen die gerne rumsitzen und nichts tun, auch nicht im Urlaub. Deshalb habe ich gleich bei der Buchung angeboten, dass wir gerne bereit wären, bei anfallenden, notwendigen Arbeiten mitzuhelfen.

Aber lasst mich von vorne beginnen: Sanwild wurde 1998 von Louise Joubert gegründet. 2018 kam sie bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben, und für Sanwild brachen traurige Zeiten an; Wilderei, Diebstahl und Vandalismus, um nur einige zu nennen. 2020 würde ein neuer Verein gegründet, dem Didi Schoeman, ein Wildtier-Filmproduzent und Naturschützer, der lange Jahre mit Louise zusammengearbeitet hatte, übernahm als Vorstand.
Seither ist Didi bemüht, alles wieder instandzusetzen. Die Unterkünfte wurden komplett überholt und teilweise neu gebaut, die Zäune repariert, aber vor allem steht jetzt der Tierschutz wieder im Vordergrund. Alle Tiere die Sanwild beherbergt, sind aus schlechter oder nicht artgerechter Haltung. Wildtiere, die von Privaten illegal als Jungtiere angeschafft wurden, landen hier genauso wie ehemalige Zirkustiere, oder verwaist aufgefundene Tierbabies. Oberstes Ziel von Sanwild ist es, soweit irgendwie möglich, die aufgenommenen Tiere irgendwann wieder auszuwildern. Deshalb gilt bei Sanwald auch als festgeschriebens Gesetz, so wenig wie möglich menschliche Interaktion mit den Wildtieren. Alle Tiere hier, außer den Löwen und Hyänen, leben frei im 3000 ha großen Reservat.
Es ist Heimat unzähliger Tierarten; selbst Elefanten und auch NH leben hier.

Ein Tag bei Sanwild, als Urlauber mit Tatendrang:
Früh am Morgen trifft man sich auf der Poolterrasse zum Kaffee, und beobachtet dabei die erste Gnuherde, die ans davor liegende Wasserloch zum Trinken kommt. Lukas, der Farmmanager ruft zum game-drive. Die erste, die ins offene Fahrzeug springt, ist seine Jack-Russel-Hündin, die begeistert den Platz am Dach (!) einnimmt, und mit Bravour das Gleichgewicht, selbst auf den holprigsten Pfaden hier, hält. Wir fahren quer durch das Reservat, zu den Gehegen der alten Zoo- und Zirkuslöwen. Teilweise fast blind, aber immer noch mit ausgezeichnetem Gehör, wird unsere Ankunft mit lautem Gebrüll begrüßt. Eine der Löwinnen hat eine Mähne; man hat an ihr Laborversuche durchgeführt… Es scheint alles in Ordnung, nur der alte, alleinlebende Löwe lässt sich in seinem Gehege nicht blicken. Lukas meint, das wäre bereits der dritte Tag. Er würde ihn später mit Hilfe einer Drohne suchen.
Weiter geht es zu den beiden Hyänen, die bereits ungeduldig heulend auf ihr Hühnerfrühstück warten. Sie bekämen in Kürze ein noch größeres Gehege, erklärt Lukas.
Am Rückweg treffen wir auf eine Herde Giraffen, und ein von Hand aufgezogenes NH kommt an den Wagen um Lukas zu begrüßen. Zurück in der Lodge serviert Rebecca, die gute Seele der Lodge, das späte Frühstück.
Kein Wasser, meldet Lukas, die Elefanten wollten die Rohrleitungen im Reservat näher untersuchen, und jetzt wäre irgedwo ein Leck. Chris, beruflich vorbelastet, schwingt sich mit Lukas und Didi in den Wagen, um das Leck zu finden.
Am frühen Nachmittag meint Lukas, er müsse uns etwas sehr interessantes zeigen. Und wieder geht es im Geländewagen los, in den westlichen Teil des Reservates. Hier ist es steinig und hügelig. Lukas erklärt, dass früher hier nach Gold gesucht wurde, und führt uns in einen handgeschlagenen Stollen, der an einem Minenschacht für uns endet. Es ist noch die alte Holzkonstruktion zu sehen, welche die Arbeiter früher genutzt haben um in die Tiefe zu gelangen.
Jetzt ist aber wieder Zeit nach dem alten Löwen zu sehen. Lukas und ein paar weitere Mitarbeiter von Sanwild, fahren mit uns zum Gehege. Der Alte hat sich unter einen Busch verkrochen, und Lukas muss jetzt da hinein, um zu prüfen, warum der Löwe seit Tagen nicht zu seiner Tränke geht. Von außen wird Lukas von einem entsprechend bewaffneten Kollegen geschützt, und wir stehen „etwas nervös“ neben ihm. Der Löwe lässt ein Warnknurren hören;
er mag nicht, dass Lukas näher kommt. Um den Löwen zum Aufstehen zu ermutigen, wird auf der hinteren Ladebordwand des Autos, ein Kuhbein zerteilt, und dann neben die Tränke des Löwen gelegt. Vielleicht ist das ein Ansporn für den Alten, meint Lukas; er würde morgen wieder nach ihm schauen.
Auf unserer Heimfahrt, es dämmert bereits, entdecken wir im dichten Buschwerk eine kleine Elefantenfamilie,
und erfahren, dass morgen ein verwaistes Buschbock-Junges hier ankommen würde, das jemand gefunden hat.
Das Feuer in der Lapa ist bereits entzündet, und Didi grillt Hühnchen mit Meersalz und Zitrone. Wir essen alle gemeinsam, und lassen dann den Abend auf der Terrasse, mit interessanten Gesprächen ausklingen.

Sanwild bietet Standard-Safari-Zelt, und etwas luxeriösere, die in der ersten Reihe mit Blick zum Wasserloch stehen, an. Letztere bestehen aus einem Schlafraum mit einem Doppel- und zwei Einzelbetten, einem Bad mit zwei Waschtischen, Wanne und Dusche, sowie einem separaten WC. Ein Kühlschrank und eine Kaffeestation findet sich ebenfalls im Zelt. Davor eine kleine Terrasse mit zwei Sesseln.
Der allgemeine Bereich besteht aus dem Lodgehaus, in dem ein riesiges Wohn/Esszimmer, sowie die Küche sind;
davor eine Terrasse mit Pool und Blick zum Wasserloch. Seitlich daneben die Lapa mit Feuerstelle und Grill.

Freiwilligenarbeit, neu bei Sanwild:
Die Volontärtätigkeit hier, sucht ihresgleichen! Untergebracht wird man in den Standard-, gegen Aufpreis auch in den Luxuszelten. Es werden drei Mahlzeiten täglich angeboten, und die Zelte werden gereinigt. Der Mindest-, oder Standardaufenthalt beträgt zwei Wochen, und schließt mit einem Zertifikat ab. Wäscheservice und Wifi sind inkudiert. Man darf alle Räumlichkeiten der Lodge, sowie den Pool nutzen. Einstieg ist jeweils am Montag, wo man auch kostenlos vom Flughafen Hoedspruit abgeholt, und am Ende wieder hingebracht wird. Während des Programmes finden mehrere, und wechselnde, im Preis inkludierte Kurse statt. Nicht inkludiert sind Getränke und Versicherung.
Preis für 2 Wo € 2.240 p.p.
Verlängerungswoche € 1.120

Von uns ein 100% iges: wir kommen wieder!

Nähere Infos auf der neuen hp > sanwild.org/

Gruß Gina













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