THEMA: A lion a day!? - Herbstferien im Kruger 2021
25 Okt 2021 10:32 #628725
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A lion a day!? – Herbstferien im Kruger 2021
oder
“viele Türdichtungen”

Endlich wieder im südlichen Afrika. [lautes Seufzen]

Kgalagadi im April 2020 – Nationalparks im Lockdown, alles storniert. Mein 40. Geburtstag wird in Deutschland gefeiert – in ähnlich kleinem Kreis wie ursprünglich geplant, nur eben ohne Wüste und Löwen...

Kruger im Herbst 2020 mit den (Groß-)Eltern – abgesagt.

Vier Wochen Kruger im Sommer 2021 – schweren Herzens verabschiedet. SA ist Virusvariantengebiet…

Die Hoffnung aber stirbt bekanntlich zuletzt und aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Also wieder gebucht und gebangt: Kruger im Herbst 2021.

Und endlich: Südafrika ist sogar von der Liste der Hochrisikogebiete des RKI verschwunden – für unsere Kinder – jetzt beide stolze Grundschülerinnen – heißt das: Keine Quarantäne bei Rückkehr nach Deutschland. Die Vorfreude wächst immer weiter. Endlich scheint Afrika wieder für uns in greifbare Nähe gerückt…

Zwei Wochen „Kruger intensiv“ sollen es sein. Wir haben alles wieder über das SAN-Parks-Buchungstool zusammengestellt, schnell sind auch Flüge mit Lufthansa und Airlink gefunden.

Folgende Tour ist dabei herausgekommen:
Flug von FRA über Johannesburg nach Nelspruit, Kruger Mpumalanga Airport
2 Nächte im Crocodile Bridge Camp
1 Nacht in Lower Sabie
3 Nächte in Satara
1 Nacht im Talamati Bushveld Camp
2 Nächte in Lower Sabie
1 Nacht in Skukuza
2 Nächte im Biyamiti Bushveld Camp
2 Nächte in Berg en Dal
Rückflug

Der südliche und mittlere Teil des Kruger Nationalparks also sollte es sein.



So viel sei vorab gesagt: Die staatlichen Camps waren gut mit südafrikanischen Touristen gefüllt. Internationale Reisende waren aber eher selten anzutreffen. Bis auf die Teerstraße am Südufer des Sabie, die wie gewohnt gut befahren wurde, hatte man nur wenige Auto-Sichtungen. Stundenlang sind wir oft ganz allein durch den Busch geholpert und sogar auf den großen Hauptwegen sind uns stets nur vergleichsweise wenige andere Autos begegnet. Gamedrive-Fahrzeuge von Lodges außerhalb des Parks haben wir auch weit weniger als sonst gesehen – der internationale Tourismus in Südafrika ist – wenig überraschend – noch nicht wieder ganz auf die Beine gekommen.

Akribisch werden im Vorfeld immer wieder die Einreisevorschriften studiert, der offizielle Gesundheitsfragebogen runtergeladen und ausgefüllt, die südafrikanische Corona-APP gedownloaded, PCR-Tests organisiert. Alles fühlt sich aufregender als sonst – auch das Packen. Wir sind nach der Corona-Zwangspause irgendwie aus der Übung gekommen.

Am Tag der Abreise dann ein Aufreger: Zwei PCR-Testergebnisse sind irgendwie und entgegen aller Wahrscheinlichkeit verlorengegangen. :sick: Viel Hektik, viele Telefonate mit Probenentnahmestelle und Labor. Stress und Sorge. Dann irgendwann die Erleichterung – im Labor ist man endlich fündig geworden. Das negative Ergebnis trudelt auf dem Smartphone ein, es fällt uns ein Gebirge vom Herzen. Wir sind jetzt noch reifer für die anstehende Auszeit.

Wir freuen uns auf den Duft der afrikanischen Luft, das goldene Licht der frühen Morgen- und Abendstunden, eine Zeit weitab vom Trubel des städtischen Alltags und natürlich auf ein Wiedersehen mit der afrikanischen Fauna. Die Vorfreude auf Giraffen, Kudus, Elefanten und Co ist riesig. Gespannt sind wir darauf, ob die Sichtungsfee im Kruger auch in diesem Jahr uns zugetan ist oder ob sie in der Zwischenzeit zu sehr aus der Übung geraten ist.

Und so geht es schwer bepackt mit zwei großen Trolleys, vier Rucksäcken und zwei Objektivköchern (unsere Fotoausrüstung hat während der Corona-Zeit Zuwachs erhalten) erst zum Bahnhof und dann zum Flughafen.
Endlich wieder Afrika. :)

Nach und nach werden wir jetzt unsere Fotos sichten und naturgemäß stark ausdünnen. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden wir euch dann gern mit auf unsere Reise durch den Kruger nehmen.

Wir freuen uns darauf, unsere Erlebnisse und Erfahrungen mit euch einmal mehr zu teilen und laden euch ein, auf den Plätzen unseres geräumigen Hyundai H1 Platz zu nehmen. Bald geht die Reise los.

Herzlich
Sascha mitsamt den drei „Honigdächsinnen“
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27 Okt 2021 21:25 #628948
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Kapitel 1: Endlich zurück

Kurz nach 22 Uhr hebt die Lufthansamaschine in Frankfurt ab. Vor uns liegen knapp 10 Stunden Nachtflug gen Johannesburg. Wie immer haben wir zu viert eine Mittelreihe – und im Vergleich zu unseren Flügen zu Zeiten, als unsere Kinder noch jünger waren, ist das gemeinsame Fliegen jetzt einfach sehr entspannt. Alle essen und trinken selbstständig, können sich mit dem Entertainment-Programm beschäftigen (für die Kids eines der Highlights der Reise…) und schlafen irgendwann friedlich. So vergeht die Zeit schnell und unaufgeregt. Dass wir die ganze Zeit über Masken tragen müssen, stört uns weit weniger, als vorher befürchtet.

In Johannesburg haben wir dann rund 2,5 Stunden Umsteigezeit – durch eine Veränderung des Flugplans bei Airlink etwas weniger Zeit, als wir uns wünschen würden, da wir unser Gepäck abholen und erneut einchecken müssen und nicht einschätzen können, ob Corona die Einreiseformalitäten verzögern wird.

Aber tatsächlich ist das Gegenteil der Fall – noch nie sind wir so schnell durch die Passkontrolle und den Sicherheitsbereich gekommen. Es ist einfach viel weniger Betrieb als zu normalen Zeiten.
Der verpflichtende Gesundheitsfragebogen wird vor der Passkontrolle eingesammelt – sein Inhalt wird dabei kaum eines Blicks gewürdigt… Zu Krankenversicherung und SA-Corona-App werden wir nicht befragt.

Schnell haben wir unsere Koffer zurück und können sie alsbald zum Airlink-Schalter bringen. Für den Inlandsflug ist Corona dann tatsächlich gar kein Thema mehr.

Pünktlich hebt auch die Maschine gen Mpumalanga International Airport ab. Die nun anbrechenden 45 Minuten sind jedoch alles andere als angenehm. Im Luftraum ist es windig und so quälen uns heftige Turbulenzen, die das kleine Flugzeug hin und herschwanken lassen – die Kinder nehmen das sportlich, die Erwachsenen weit weniger… :sick:

Als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen haben, ist die Erleichterung groß. Beim Aussteigen genießen wir den strahlenden Sonnenschein, atmen die trockene Hitze Südafrikas. Endlich… :)



Schnell haben wir unser Gepäck wieder in unserem Besitz und stehen alsbald am Europcar-Schalter. Hier zieht es sich – wie immer – in die Länge. Die Information, dass wir Kindersitze gebucht haben, ist mal wieder nicht bis nach Nelspruit durchgedrungen. Zum Glück können spontan zwei brauchbare Exemplare organisiert werden.

Bald stehen wir auf dem Parkplatz vor unserem fast fabrikneuen Hyundai H1, der uns die kommenden zwei Wochen treu durch den Kruger schaukeln wird. Leider kann man bei diesem Modell keine Sitze ausbauen und so ist klettern angesagt, um sich von Reihe zu Reihe zu bewegen. Dafür kann das Mittelteil zwischen den Vordersitzen so geklappt werden, dass eine Sitzbank entsteht; das gefällt den Kindern wiederum sehr gut.



An den Linksverkehr gewöhne ich mich schnell wieder und fast ohne zu „wischblinken“. Schnell sind die ca. 70 Kilometer bis Malelane zurückgelegt, während wir die an uns vorbeiziehende Landschaft genießen und enorme Wiedersehensfreude empfinden, die sich aber nicht auf südafrikanische Überholmanöver bei Gegenverkehr ausweiten möchte. :S

Unser erstes Ziel ist der Superspar in Malelane. Wir mögen es, dass man hier auf dem Parkplatz ganz unbehelligt sein Auto stehen lassen kann und der Supermarkt ist so groß und hat eine entsprechende Auswahl, dass man sich hier gut für zwei Wochen eindecken kann. Und so landen bald Säfte, Obst, Gemüse, Tütensuppen, Nudeln, Soßen und Cereals im Wagen, bis es sich türmt. Auch in Südafrika werden wir keine großen Köche werden… ;)

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Malelane Gate. Beim Überfahren der Brücke eröffnen sich erste Blicke auf den Crocodile River und seine Bewohner. So vertraut und doch immer wieder schön.



Die Formalitäten sind schnell erledigt und so fahren wir gegen 15 Uhr in den Park, um auf der Crocodile River Road am Fluss entlang zu unserem ersten Camp zu fahren: Crocodile Bridge.



Auf der Fahrt haben wir keine spektakulären Sichtungen, aber die sind auch gar nicht nötig, um Zufriedenheit auszulösen. Wir sind wieder hier! :woohoo:

Und es zeigt sich auch recht viel Wild am Wegesrand. Wir freuen uns über Begegnungen mit Warzenschweinen, Kudus, Wasserböcken, den omnipräsenten (und in ihrer Eleganz viel zu wenig beachteten) Impalas.











Ein Nilwaran wärmt sich in der brennenden Nachmittagssonne.



Auch ein erster Kronenducker beäugt uns neugierig und mag gar nicht - wie sonst so oft - schnell im Unterholz verschwinden.



Die Vogelwelt ist vertreten durch Schwarzbauchtrappen, Gelbschnabeltokos und einen jungen Kampfadler.







Erste Elefanten kreuzen unseren Weg. Was haben wir diese Tiere, zu denen wir respektvollen Abstand halten, vermisst.



Auch Giraffen zeigen sich zur Freude der Kinder, bei denen die friedlichen Riesen seit Jahren ganz hoch im Kurs stehen.



Kurz vor dem Camp – das Tageslicht neigt sich seinem Ende zu – dann ein kleiner Höhepunkt. Eine stattliche Tüpfelhyäne frisst an einem kaum mehr zu identifizierenden Warzenschweinkadaver. Ein optisches und auch olfaktorisches Erlebnis!









Bald schnappt sich das Tier sein Abendessen und trägt es emsig durch die Landschaft. Es ist schon enorm, was Kiefer und Halsmuskulatur hier leisten können.






Kurz vor 18 Uhr und damit zur Schließung der Tore fahren wir in Crocodile Bridge ein. Wir bekommen wie im Jahr 2018 Hütte 19, die im Innenkreis des kleinen Camps liegt. Keine spektakuläre Behausung, aber zweckmäßig. Wir bereiten ein einfaches Abendessen und stromern ein wenig durch das Camp.
Nach der Hitze des Tages kommt am Abend ein enorm starker Wind auf, der Gewitterwolken hereinträgt. In der Nacht beginnt es stark zu regnen. Blitze erhellen den schwarzen Himmel, Donner grollt.
Wir aber freuen uns auf den morgigen Tag. Um 5.30 Uhr soll es zur Toresöffnung auf eine erste Familien-Morgenausfahrt gehen. Unsere Zeit im Kruger kann beginnen.
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29 Okt 2021 12:09 #629056
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Kapitel 2: Unterwegs auf dem „Southern Circle“

Das nächtliche Gewitter hat einen Wetterumschwung mit sich gebracht. Als wir aufwachen, ist es stark bewölkt und erstaunlich kühl. Es weht ein beständiger Wind. Nach dem sommerlichen Empfang am gestrigen Tag wirkt die Szenerie rau und düster.
Wir sind trotzdem frohen Mutes. Noch müde geht es im Morgengrauen ins Auto. Unser Ziel ist die S28 – eine unsere liebsten Nebenstrecken im Kruger, die durch zumeist erfreulich offenes Grasland führt und im Vergleich zur in etwa parallel führenden Hauptstraße weitaus weniger befahren ist.
Wir sind kaum von der Teerstraße gen Osten abgebogen, schon sehen wir zwei Gamedrive-Fahrzeuge auf der Straße stehen. Hier muss es etwas zu sehen geben.
Als wir näherkommen, ist es nicht schwer, den Grund für die Anwesenheit der Landcruiser zu entdecken. Direkt neben dem Weg lagern im Gras drei stattliche Löwenkater. Der böige Wind zaust ihre üppigen Mähnen, während sie uns müde und/oder wenig interessierte Blicke zuwerfen.







Selbst zu dieser frühen Morgenstunde herrscht bei den dreien schon die löwentypische Ruhe – mit viel Bewegung ist nicht zu rechnen. Aber das tut der Schönheit der Sichtung keinen Abbruch. Vor allem einer der drei Kater hat es uns angetan: Seine prächtige farblich-changierende Mähne verleiht ihm eine besondere Majestät. Ein wunderschönes Tier.








Wir bleiben lange bei den Löwen stehen und können uns nur schwer losreißen (Anm.: Das gilt vor allem für die Erwachsenen, die Aufmerksamkeit der Kinder ist bei sich wenig bewegenden Tieren von geringerem Ausmaß… :whistle: ).
Unser Weg auf der S28 führt uns an einigen Elefanten und Giraffen vorbei – die Tiere sind weiter entfernt und bei dem herrschenden Licht sparen wir uns Fotos. Nur einige Zebras lichten wir ab.



Bald aber dann ein zweites Highlight der Morgentour. Auch weit entfernt und damit eher eine „Fernglassichtung“: Zwei Geparde! Wir freuen uns sehr! Die S28 bewährt sich einmal mehr als verlässliche Straße für die Sichtung dieser wunderbaren Raubkatzen. Durch unsere Teleobjektive gelingen trotz der Entfernung und des schlechten Lichts einige passable Erinnerungsbilder und als sich die Geparden noch weiter in den Busch zurückziehen, fahren wir schließlich zufrieden weiter.







Wir biegen gen Wasserstelle „Duke“ ab – haben dort aber keine Sichtung, nur einige Kudus begegnen uns.



Dafür müssen wir bald wieder halten, als wir die Runde zur Teerstraße fortsetzen. Direkt neben der Pad lagern erneut Löwen: Dieses Mal handelt es sich um zwei ausgewachsene Kater. Sie liegen lange nicht so schön frei wie die Löwen vom Beginn der heutigen Ausfahrt, lassen sich aber trotzdem gut in ihrer morgendlichen Lethargie von uns beobachten.









Über die Teerstraße geht es zurück ins Camp. Wir sind hungrig und die Kinder brauchen eine Pause. Mit diesen frühen Morgenstunden unseres ersten kompletten Kruger-Tags sind wir sehr glücklich.
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01 Nov 2021 10:43 #629187
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Fortsetzung

Wir machen eine lange Pause in Crocodile-Bridge. Nach unserem traditionellen Frühstück auf der Terrasse unserer Hütte spielen die Kinder auf der Wiese in der Mitte des Camps und die Erwachsenen streifen umher, um vielleicht einige interessante Sichtungen zu haben. Über die Jahre scheint uns die ansässige Buschbockpopulation gewachsen zu sein und so sind diese Tiere bei unserem diesjährigen Besuch im Camp an vielen Ecken zu entdecken. Außerdem sind immer wieder Grünmeerkatzen unterwegs – stets unvorsichtig abgestellte Lebensmittel im Blick.









Wir freuen uns über einen Brown-Hooded Kingfisher (Danke an euch drei! ;) ) und eine Kurrichane Thrush (als bewusste Erstsichtung).





Auch Laughing Dove und Hadeda Ibis sind unterwegs – so wird es uns nicht langweilig.





Am frühen Nachmittag fahren wir für einen späten Imbiss gen Lower Sabie. Wir sehen bei den Löwen in der Nähe des Camps nach – diese haben sich aber leider in den Busch zurückgezogen und lassen sich nur noch erahnen.
Die Fahrt gestaltet sich dann leider insgesamt als recht sichtungsarm und auch das Wetter mag sich nicht aufklaren.
Uns kommt als Gegenverkehr auf der Hauptstraße eine Tüpfelhyäne entgegen.



Außerdem lassen sich Gnus, eine Pantherschildkröte, Krokodile und Warzenschweine ablichten. Viele Fotos entstehen heute nicht – das schummrige Licht lädt dazu ein, nur mit dem Auge zu beobachten.









Am Sabieufer folgt dann eine Überraschung: In dem Baum, in dem bei unserem letzten Besuch ein Impalariss hing, hängt auch heute wieder einer! Zwei Raubadler tun sich daran gütlich. Den Leoparden werden wir in diesem Jahr hier leider nicht antreffen – schade.



In Lower Sabie steuern wir gleich die Aussichtsterrasse an und lassen unseren Blick über die heute grau erscheinende Flusslandschaft schweifen. Elefanten sind hier eigentlich immer zu beobachten und so können wir auch heute den grauen Riesen zusehen.



Bei dem ansässigen Mugg & Bean Restaurant essen wir immer wieder gern. Einerseits hat man hier wirklich schöne Ausblicke und andererseits schmeckt das Essen einfach sehr lecker. Egal ob Frühstück, Burger oder Sandwiches – bisher war alles von wirklich guter Qualität.

Nach unserer Siesta geht es zurück nach Crocodile Bridge. Anders als auf der Hinfahrt wählen wir die S28. Und wir werden belohnt. Nach längerer Sichtungsflaute auch auf dem Rückweg stoßen wir auf eine vierköpfige Gepardenfamilie, die unweit der Straße döst. Leider ist das Licht – das heute nie der Rede wert war – bereits gut eine Stunde vor Gateschließung quasi verschwunden. Und so sehen wir die Tiere nur in Graustufen. Auch ernten wir außer einigen müden Blicken keine nennenswerte Aktivität. Trotzdem freuen wir uns natürlich sehr über die zweite Gepardensichtung des Tages.







Im Camp angekommen, machen wir Pause und rüsten uns bald für eine Nachtsafari, die um 20 Uhr beginnen wird und auf die sich unsere kleine Tochter schon sehr lange freut. Endlich ist sie sechs Jahre alt und darf an den geführten Aktivitäten teilnehmen! Da es ihre erste Nachtausfahrt sein wird, widme ich ihr ein gesondertes Kapitel.
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Fortsetzung

Um 19.45 Uhr finden wir uns bei tiefschwarzer Nacht am Treffpunkt ein. Wir sind gut bepackt: Decken, Jacken, Leuchten, Kameras – es fühlt sich wie ein kleiner Umzug an. Die Kinder sind aufgeregt – im Dunkeln rauszufahren ist besonders abenteuerlich. Das Game-Drive-Pendant einer Nachtwanderung.
Vor allem unsere Jüngste fiebert der Fahrt entgegen – auch wenn sich natürlich herausstellen wird, dass man lange Phasen der nun anbrechenden zwei Stunden einfach durch den dunklen Busch fahren wird.
Aber natürlich hat das konzentrierte Ableuchten der Umgebung seinen ganz eigenen Reiz, auch wenn der große Truck, mit dem die Ausfahrt stattfindet, eigentlich nicht so unser Ding ist… Doch man ist ja lernfähig: Die Sitze hinter dem Fahrerhaus haben sich für Fotografen als besonders geeignet herausgestellt – man hat einen ähnlichen Blickwinkel wie der Guide und was man aus dieser Position sieht, sieht man fünf Meter weiter hinten noch lange nicht… :whistle:

Als erste nennenswerte Sichtung der Ausfahrt können wir niedlichen Kronenkiebitznachwuchs verbuchen.



Bald darauf ist neben der Straße eine Zibetkatze unterwegs. Die Schleichkatze lässt sich entgegen aller Erwartung durch die Lichtkegel in keiner Weise von ihrem nächtlichen Geschäft abbringen. Sie stöbert herum, kratzt sich ausdauernd und beschert uns unsere bisher schönste Begegnung mit diesem Nachtbewohner.







Weiter geht es mit einer weit weniger kooperativen Weißschwanzmanguste, von der nur verwackelte Bilder entstehen.
Meine Frau stellt sich auf dieser Fahrt als Senior-Spotterin heraus: Vor ihrem Auge ist heute nichts sicher. Und so entdeckt sie, nachdem bereits die Civet auf ihr Konto ging, auf dem Ast eines nahen Baumes eine Großfleckenginsterkatze, die sich in aller Ruhe beobachten lässt. Es ist immer wieder ein ganz tolles Erlebnis, diese Tiere, die bei Tag unsichtbar sind, erleben zu können.





Überhaupt ist an diesem Abend in Punkto Nachttiere in der Gegend eine Menge los. Bald treffen wir auf eine zweite Weißschwanzmanguste – auch diese mag leider nicht stillhalten.



Zum Abschluss schält sich schließlich noch eine weitere Zibetkatze aus der Dunkelheit, die sich lange parallel zu uns bewegt. Auch sie ist von unserer Anwesenheit ziemlich unbeeindruckt – wir von ihrer schon weit mehr.



Zufrieden und durchaus erschöpft steigen wir nach unserer Rückkehr ins Camp von der Ladefläche. Die Kinder haben neben Phasen des friedlichen Schlummerns (so ein LKW in Kombination mit Dirtroads wiegt recht optimal in den Schlaf… ;) ) die Begegnungen mit Genet und Civet (und den niedlichen Küken…) sehr genossen, die Erwachsenen sowieso.

Auf direktem Wege geht es in unsere Hütte und ins Bett. Morgen werde ich wohl allein um 5.30 Uhr rausfahren – und eine Begegnung haben, die zu den vielleicht schönsten unserer vergangenen Afrikareisen zählt. :)
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Kapitel 2: Right time, right place

Als der Wecker um 5 Uhr klingelt, bin ich bereits wach. Meine Familie schlummert noch und so versuche ich, schnell meine sieben Sachen zu packen und so leise wie möglich die Hütte zu verlassen.
Die dichten Wolken des Vortages haben sich glücklicherweise verzogen, mich empfängt strahlend blauer Himmel. Es ist noch etwas Zeit, bis das Tor öffnen wird , also genieße ich das morgendliche Zwielicht im Camp, bevor ich schließlich unseren Bus besteige.
Heute Morgen möchte ich einmal mehr die S28 gen Norden fahren – vor allem in der Hoffnung, dass sich die Gepardenfamilie, die dort gestern am Spätnachmittag gedöst hat, noch in der Nähe befindet.

Kurz vor halb sechs bin ich unterwegs. Noch sind keine weiteren Fahrzeuge zu sehen, nur die aufgehende Sonne begleitet mich – Tiersichtungen wollen sich in den ersten Minuten der Fahrt noch nicht einstellen. Aber das ist nicht schlimm, nach dem grauen Dämmerlicht des Vortags genieße ich das golden schimmernde Gras des frühen Morgens in vollen Zügen. :)

Irgendwann schließt ein zweiter Wagen auf und gemeinsam suchen wir nun die Gegend ab – bei der niedrigstehenden Sonne ist das nur in einer Richtung eine entspannte Sache, zur rechten Seite kann man durch das grelle Gegenlicht mehr erahnen als wirklich sehen.
Zum Glück findet die nun folgende Begegnung auf der linken Seite statt und damit im besten Morgenlicht. Mein „Begleitfahrzeug“ lässt irgendwann erkennen, dass etwas erspäht wurde: Ein Arm reckt sich deutend heraus. Und tatsächlich: Als ich meinen Blick schärfe, sehe ich im dichten Busch einen Geparden ziehen. Ein zweiter und dritter Blick verrät: Es handelt sich um die Familie von gestern, die Rechnung ist also aufgegangen. :woohoo:



Was nun folgt, gehört zu meinen sicherlich schönsten Beobachtungen der letzten Jahre. Sehr lange und intensiv lassen sich die vier Raubkatzen bei ihrem frühmorgendlichen Familienleben beobachten. Als der Nachwuchs einen nahen Baum erklettert bin ich im Glück. Als die Kleinen miteinander balgen ebenso. Und als die Familie einen kleinen Hügel als Aufenthaltsort wählt, ist die Kamera in Hochbetrieb. :)








































Nach langer Beobachtungszeit fahre ich weiter gen Norden bis zur Duke-Abzweigung. Ein entgegenkommendes Game-Drive-Fahrzeug macht mich darauf aufmerksam, dass dort Honeymoon-Lions liegen sollen. Als ich ankomme, sehe ich die beiden zwar – leider haben sie sich aber tief in den Busch zurückgezogen, so dass die Paarung auch eher zu erahnen als zu beobachten ist. Aber vor dem Hintergrund des gerade Erlebten ist das gar nicht schlimm für mich.



Auf der Weiterfahrt sehe ich noch Weißrücken- und Lappengeier im schönen Licht des Morgens.





Über die Teerstraße geht es dann zufrieden zurück nach Crocodile Bridge.
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