THEMA: 8 Wochen entschleunigt in BOT, NAM & SA 10-11/2019
14 Mär 2020 23:15 #582788
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Teil 2 - 8. Oktober 2019

Kurz nach zwölf sind wir in Gweta und steuern sogleich die A3 an, welche uns zum Nxai Pan Nationalpark bringen soll. Um einige Pula leichter aufgrund einer Geschwindigkeitsbusse :blush: treffen wir um ein Uhr am Gate des Nationalparks ein, wo wir uns wieder einmal in ein grosses Buch eintragen dürfen. Danach geht es auf sehr tiefsandiger und teilweise miserabler Piste (immer mal wieder ist neben dem ‚normalen‘ 4x4 auch der L4 nötig) ca. 35km weiter bis zur Reception des Nxai South Camps. Unterwegs treffen wir auf ein liegen gebliebenes Lodge-Fahrzeug, welches an Ort und Stelle auseinandergebaut wird. Auch den ersten beiden Elefanten begegnen wir auf dieser Strecke. Ansonsten ist sie eher tierarm. Kein Wunder bei Temperaturen von 40°C!


Riesentrappe / Kori Bustard

Als wir auf unsere Campsite No. 3 rollen ist diese bereits besetzt – von Elefanten! Die fünf Dickhäuter schauen sich die Campsites und ihre Bewohner oder Einrichtungsgegenstände mehr als genau an :blink: . Als einer der Elefanten das erste Mal in ca. 10m Entfernung an uns vorbei schlendert halten wir den Atem an und wären beinahe zurück ins Fahrzeug gesprungen. Wir gewöhnen uns jedoch schnell an die friedlichen Riesen und geniessen die nahen Begegnungen mit diesen Tieren sehr :) . Kurz vor vier hält uns nichts mehr auf dem Campingplatz. Auf zum Game Drive!



Wir fahren zum einzigen permanenten Wasserloch im Nxai Nationalpark, wo sich einige Elefanten, Strausse und Springböcke aufhalten. Weil das Wasserloch im Gegenlicht steht und es immer noch sehr heiß ist, entscheiden wir uns, zuerst noch einen ca. 18km langen Loop in Richtung Westen zu fahren. Die Tiere stehen immer noch mehrheitlich im Schatten. Trotzdem können wir einige spannende Sichtungen verzeichnen.


Weissrücken- und Ohrengeier an einem Elefantenkadaver








Drosselschnäpper? / Chat Flycatcher?




Gabelracke / Lilac-breasted Roller

Später stellen wir uns zusammen mit einigen anderen Fahrzeugen ans grosse Wasserloch.


Erdschmätzer / Capped Wheatear und Gelbbauchgirlitze / Yellow Canary


Erdschmätzer-Familie

Die Strausse geniessen ihr Staubbad, während sich immer wieder Schakale zum Wasserloch schleichen und eine kleine Abkühlung geniessen.











Herr über das Wasserloch ist aber ein Elefantenbulle, welcher mehr oder weniger alle anderen Tiere verjagt. Golden geht die Sonne am Horizont unter.







Mittlerweile glüht der Himmel blutrot. Als wäre das noch nicht genug, gesellen sich im fantastischen Abendrot zwei weitere Elefanten zum ersten Bullen. Der Nxai Nationalpark weiss zu beeindrucken!













Es ist bereits fast ganz dunkel, als wir uns auf die Rückfahrt zur Campsite machen.



Diese liegt zum Glück nur ca. 5km vom Wasserloch entfernt. Auf ein Feuer verzichten wir heute. Wir haben noch Resten von gestern. Das Ganze aufgewärmt zusammen mit Couscous-Salat ergibt eine leckere Mahlzeit. Gestört wird diese immer wieder einmal von Elefantenbesuch. Daran müssen wir uns wohl langsam, aber sicher gewöhnen hier in Botswana :silly: .

Kurz nachdem wir uns ins Dachzelt gelegt haben stampft der nächste Dickhäuter an unserem Auto vorbei. Danach ist dann aber erstaunlicherweise Ruhe… (Zu diesem Zeitpunkt wissen wir glücklicherweise noch nicht, was uns in der übernächsten Nacht erwarten wird :whistle: )
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15 Mär 2020 20:44 #582892
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Tag 9 - 9. Oktober 2019 – Tiere und Baobabs im Nxai Pan Nationalpark, 65km
Nxai Pan Nationalpark, Baines Baobab, No. 2

Nach einer ruhigen und angenehm kühlen Nacht ist heute um fünf Tagwacht. Da wir bereits gestern unsere Stühle und den Tisch weggeräumt haben sind wir schnell bereit zur Abfahrt.



Zuerst soll es wiederum zum Wasserloch gehen, welches Morgensonne abbekommt. Es ist erstaunlich ruhig hier, das Morgenlicht jedoch wunderbar. Nach und nach nähern sich einige kleinere Tiere und die Sonne geht auf. Wir verharren lange am Wasser, entscheiden uns dann aber nach ca. zwei Stunden, doch mal eine Runde zu fahren. Vielleicht verstecken sich die Tiere ja anderswo ;) .


Waffenkiebitz / Blacksmith Lapwing

Wir kommen nur wenige Kilometer weit, als Dani im schönsten Licht eine Löwin von Osten her auftauchen sieht. Im Schlepptau hat sie zwei weitere Löwendamen sowie einen stattlichen Pascha. Wir sind das einzige Auto weit und breit. Die Löwen kommen direkt auf uns zu :woohoo: .






Unsere ersten Löwen dieses Urlaubs - jedes Mal ein spezielles Erlebnis!

Wir folgen ihnen eine Weile auf der Strasse, bevor sie es sich im Schatten eines Termitenhügels und einigen Büschen gemütlich machen. Auch hier verweilen wir längere Zeit. Zwischendurch drehen wir einen kleinen Loop, kehren aber bald wieder zu den Löwen zurück. Diese sind nicht sehr aktiv, aber es wird doch immer mal wieder umhergeschaut oder die Position gewechselt.




Drosselschmätzer / Chat Flycatcher

Währenddessen haben wir unsere ersten Zebra-Sichtungen, ebenso sind einige Strausse und eine ganze Horde Helmperlhühner unterwegs. Irgendwann lassen wir die Löwen in Ruhe schlafen und kehren ans Wasserloch zurück.


Kudu mit Rotschnabel-Madenhackern


Kuhreiher / Cattle Egrets am Nxai Pan Waterhole

Bereits auf dem Weg dorthin treffen wir auf einen grossen Trupp Kudus. Am Wasserloch angekommen könnte man meinen, wir befänden uns auf der Arche Noah. Springböcke, Impalas, Kudus, Gnus und Schakale geben sich hier die Klinke in die Hand.









Der Nxai Pain National Park ist einer der wenigen Parks des südlichen Afrikas, wo man gleichzeitig Impalas und Springböcke beobachten kann, denn die Springböcke erreichen hier ihr nordöstlichstes Verbreitungsgebiet. Zu den Säugetieren am Wasser gesellen sich Unmengen an gefiederten Genossen: Strausse, Kuhreiher, Waffenkiebitze, Schwarzmilane, Helmperlhühner sowie Weissrücken- und Ohrengeier. Wir können uns kaum satt sehen und die Zeit vergeht wie im Flug. Auch Zebras tauchen immer wieder auf.








Kuhreiher im Flug




Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite


Schmarotzermilan / Yellow-billed Kite




Weissrückengeier / White-backed Vulture


Weissrücken- und Ohrengeier / White-backed and Lappet-faced Vultures

Als es zu heiss wird entscheiden wir uns, nochmals kurz bei den Löwen vorbeizuschauen, welche sich wie zu erwarten war noch tiefer in den Schatten zurückgezogen haben. Über einen kleinen Loop in Richtung Osten geht es nochmals kurz ans Wasserloch. Dort geben sich nun vier Elefantenbullen ein Stelldichein. Sie geniessen das kühle, schlammige Nass in vollen Zügen.


Nonnenlerche / Grey-backed Sparrow-Lark, eine Erstsichtung dieser Reise



Gegen halb elf sind wir zurück auf der Campsite. Wie könnte es anders sein: Die Elefanten sind auch wieder vor Ort :laugh: .


Ein Schmarotzermilan-Paar hat sein Nest hoch oben auf einem der Bäume auf der Campsite


Nxai Pan South Camp Abolutions

Wir beobachten Vögel, essen etwas Kleines und legen uns dann eine Weile im Dachzelt schlafen. Als uns die Hitze im Zelt zu viel wird setzen wir uns wieder so gut es geht in den Schatten der Bäume und geniessen das Birden und die Elefanten auf der Campsite. Einige Vogelerstsichtungen (Red-billed Buffalo Weaver, Long-billed Crombec, Emerald-spotted Wood Dove) können wir auch verzeichnen.


Nxai South Camp Campsite No. 3






Chillen mit Elefanten B)


Büffelweber / Red-billed Buffalo Weaver

Ebenso erhalten wir immer wieder Besuch eines Trupps Brillenwürger, von Gelbschnabeltokos und im Baum neben unserer Campsite brütet ein Paar Schmarotzermilane. Hier auf der South Campsite im Nxai gefällt es uns ausserordentlich gut. Schade müssen wir heute bereits wieder weiter :huh: .

Nach einer erfrischenden Dusche und einem kurzen Stopp für ein kaltes Getränkt im gut sortierten Tuck Shop, machen wir uns nach drei Uhr auf die Fahrt zu den Baine‘s Baobabs. Die 17km Tiefsand sind ebenso mühsam wie gestern.



Wir können sie jedoch in einer guten halben Stunde bewältigen. Dann kommt der Abzweiger in Richtung Khaudiakam Pan. Auch hier ist die Strecke immer wieder tiefsandig, wechselt sich jedoch mit harten Passagen ab.



Landschaftlich gefällt es uns hier enorm gut. Leider sind einige Abschnitte kürzlich abgebrannt und aktuell noch schwarz verfärbt. Die Baines Baobabs erreichen wir über eine grosse weisse Ebene. Obwohl wir gerade von Kubu Island kommen, sind wir immer noch wahnsinnig fasziniert von diesen Baumriesen, welche hier seit tausenden von Jahren gedeihen. Wir drehen eine Runde zu Fuss um die Baobabs. Leider sind die Fliegen hier sehr lästig und umschwirren uns nonstop :evil: .


Die berühmten Baines Baobabs



Einige Kilometer südlich erreichen wir unsere Campsite No. 2. Warum die No. 1 in allen Reiseführern und Berichten als mit Abstand die ‚beste‘ Campsite angegeben wird erschliesst sich uns nicht wirklich. Hier auf der No. 2 haben wir einen riesigen Platz mit zwei prächtigen Baobabs und Blick auf die Salzpfanne. Es könnte nicht schöner sein :) !


Baines Baobabs Campsite No. 2


Gelbschnabeltoko / Southern Yellow-billed Hornbill





Im Schatten eines der Baobabs liegt ein junges Oryx und wartet auf die Rückkehr seiner Mutter. Wir können uns kaum einen schöneren und friedlicheren Ort auf dieser Welt vorstellen. Der einzige Vorteil der Nummer eins ist die Nähe zu den Baines Baobabs. Das ist aber auch schon alles.



Im Schatten der Baobabs lassen wir den Nachmittag ausklingen. Zum Sonnenuntergang machen wir noch einen kurzen Spaziergang auf die Pfanne raus. Die Stimmung ist fantastisch! Nur sind auch hier die Fliegen eine ziemliche Plage und versuchen stets in alle Körperöffnungen zu gelangen.


Baines Baobabs Campsite No. 2



Den Abend verbringen wir wie gewohnt: Feuer machen, braaien/kochen, Gin Tonic trinken, Tagebuch schreiben und Fotos aussortieren. Gute Nacht!





Letzte Änderung: 15 Mär 2020 21:09 von @Zugvogel.
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18 Mär 2020 21:00 #583266
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Tag 10 - 10. Oktober 2019 – Von den Baines Baobabs zum Moremi Game Reserve, 268km
Moremi, South Gate Campsite, MQ3

Das erste Mal auf dieser Reise ist der Himmel morgens bewölkt und der Sonnenaufgang fällt aus. Wir sind nichtsdestotrotz früh auf den Beinen und frühstücken gemütlich unter den Baobabs. Bereits um sieben sind wir bereit für die Abfahrt. Zuerst nochmals an den Baines Baobabs vorbei, dann in Richtung Tiefsandstrecke und Ausgang des Nationalparks. Hier hätten wir es auch gut noch eine dritte Nacht ausgehalten :) . Auf der Strecke treffen wir zuerst auf zwei Kudus, welche die Salzpfanne überqueren. Danach kommt es zu den bereits obligatorischen Zusammentreffen mit Steenböckchen, Lerchen und Weissflügeltrappen. Ebenso treffen wir auf einen juvenilen Schwarzbrust-Schlangenadler, der jedoch immer gleich davonfliegt, sobald wir in der Nähe anhalten.


Juv. Schwarzbrust-Schlangenadler / Black-chested Snake Eagle


Steppenfalke / Greater Kestrel

Um ca. halb neun sind wir am Gate, erledigen das Exit-Procedere und fahren dann in Richtung Maun, wo wir ca. eineinhalb Stunden später eintreffen. Unterwegs prägen Kühe, Ziegen und Strausse das Bild. In Maun herrscht geschäftiges Treiben. Im Delta Deli erhalten wir fantastisches Fleisch. Im Vergleich zu Ghanzi herrschen hier paradiesische Fleisch-Einkaufsmöglichkeiten. Gleich nebenan tanken wir unseren Landcruiser voll und können auch unseren Wassertank füllen.


Riley's Garage, Maun

Weiter geht’s zum Spar, wo wir ausser Tonic Water, Eis und alkoholische Getränke alle Punkte auf der Einkaufsliste abhacken können. Im Tops nebenan erhalten wir Cider und Bier und nochmals ein Geschäft weiter auch das gewünschte Tonic Water :woohoo: . Bei Aquarite lassen wir unsere leeren Wasserkanister wieder auffüllen und geniessen einen leckeren Frozen Jogurt.





Mittlerweile sind ca. drei Stunden vergangen und wir beiden fix und fertig :blink: . Kurz noch ins Internet, um ein Lebenszeichen nach Hause zu schicken und schon sind wir wieder auf Pad in Richtung sagenumworbenes Moremi Game Reserve! Wir sind gespannt...

Auf der asphaltierten Strasse kommen wir sehr gut voran. Danach wird es ziemlich ‚bumpy‘ :pinch: .



Unterwegs treffen wir auf unsere ersten Elefanten, Giraffen, Impalas und viele Vögel. Wie schön!

Gut durchgeschüttelt kommen wir um ca. vier Uhr am South Gate des Moremi Nationalparks an. Wir beziehen unsere Campsite No. 3, welche gleich neben einem zwölf Zelte umfassenden Gruppenplatz liegt. Das kann ja noch spannend werden :S . Heute scheint die Gruppe jedoch noch nicht hier zu übernachten...

Kurz vor fünf geht es noch auf einen kleinen Game Drive in Richtung Blackpools. Landschaftlich gefällt uns der Moremi sehr gut. Leider ist es sehr trocken aktuell, im Vergleich zu den südlichen Parks gibt es hier aber immer noch einiges an Grün!


Allgegenwärtiger Zwergspint / Little Bee-eater


Rotschopftrappe / Red-crested Korhaan

Sichtungstechnisch sind für uns ein Little Bee-eater sowie einige Giraffen und eine kleine Elefantenherde mit winzigem Jungtier nennenswert. Ansonsten begegnen wir den üblichen Verdächtigen; vielen Frankolinen, Staren, Impalas und einigen Kudus. Hier besteht definitiv noch Luft nach oben ;) .



Zurück auf der Campsite checken wir ein und bekommen die Zusicherung, dass wir morgen auf die Campsite 9 oder 10 ausweichen dürfen, wenn uns die Gruppe nebenan zu stark in die Quere kommt. Es windet heftig und ist immer noch stark bewölkt. Sogar einige wenige Regentropfen fallen vom Himmel. Deshalb verzichten wir heute auf ein Feuer und braten uns Speck und Spiegeleier.

Während dem Abendessen und auch später werden wir mehrmals von Honeybadgern besucht, welche aber sobald man sie entdeckt hat gebührend Abstand halten.


Honey Badger (Kamerafalle)


Genet / Ginsterkatze

Später liegen wir noch lange wach und lauschen den Geräuschen Botswanas. Es ist herrlich hier! Nur Schlaf kriegen wir in dieser Nacht kaum :blink: . Gründe dafür finden wir am nächsten Morgen u.a. auch auf den Fotos der Kamerafalle :laugh: :




:woohoo: :woohoo: :woohoo:





Die Erzählungen dazu gibts dann im nächsten Kapitel... :whistle:
Letzte Änderung: 18 Mär 2020 21:08 von @Zugvogel.
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21 Mär 2020 18:54 #583588
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Tag 11 - 11. Oktober 2019 – Moremi: Blackpools und Xini Lagoon, 82km
Moremi, South Gate Campsite, MQ10

Die letzte Nacht war elefantös! Viel geschlafen haben wir nicht hier auf der South Gate Campsite, hatten wir doch ständigen Besuch von Elefanten. Mal weit weg, mal laut trötend und ein anderes Mal auch nur Ast um Ast abreissend. Oder soll ich besser sagen "baum-fällend"? Häufig liegen wir wach und lauschen :) .

Gegen halb fünf ist einer der Elefanten dann so neugierig, dass er plötzlich einen Meter neben dem Dachzelt steht und kurz darauf sein Rüssel langsam unser Moskitonetz, keine 50cm von meinem Gesicht entfernt, abtastet :woohoo: . Für einen kurzen Moment muss ich die Luft anhalten und hoffe, dass die Neugierde des Elefanten nicht die Überhand gewinnt. Einmal den Spanngummi ums Zelt spicken lassen und dann noch das Solarpanel auf dem Dach untersuchen :S . Dann zieht der Dickhäuter langsamen Schrittes davon. So was erlebt man nur in Afrika! Ich bin sprachlos…und Dani schläft weiter ohne sich zu regen :silly: .

Etwas müde, aber voller Tatendrang sind wir um halb sechs wieder auf den Beinen. Die Wildkamera hat diese Nacht neben Honey Badgern und Elefanten noch anderen Besuch verzeichnet (siehe Tag 10). Wir sind überrascht, dass im Laufe der Nacht auch ein stattlicher Leopard über unsere Campsite gestreift ist :ohmy: . Die Pfotenabdrücke sind zwischen unserem Auto und der Feuerstelle klar im Sand zu erkennen. Hier im Moremi ist zumindest nachts mächtig was los!


Raubadler / Tawny Eagle

Leider ist der Himmel heute komplett bedeckt und nur langsam bricht der Tag an. Wir fahren in Richtung Black Pools, wo wir verschiedene Loops abfahren. Wir treffen auf unseren ersten Bateleur der Reise, der sogleich von einem Raubadler Gesellschaft bekommt. Auch einen Hooded Vulture entdecken wir weit oben auf einem toten Baum. Die Blue Waxbills flitzen durch die Büsche, sind bei diesem Wetter und aufgrund ihrer Geschwindigkeit jedoch kaum fotografisch einzufangen :evil: .


Leierantilope (Tsessebe) & Warzenschwein

Je westlicher wir im Bereich Black Pools kommen, umso mehr hoffen wir, endlich auf Wasser zu treffen. Landschaftlich gefällt es uns hier sehr gut, etwas Wasser wäre aber toll. Irgendwann ist es dann so weit. Bei einer schlammigen Stelle entdecken wir einige Red Lechwes, Hammerköpfe, African Jacanas, Long-toed Lapwings und einen juvenilen Fish Eagle. Lange bleiben wir stehen und geniessen.


Reed Buck


Red Lechwe


Langzehenkiebitz / Long-toed Lapwing, eine Erstsichtung

Einige hundert Meter weiter südlich kommen wir an eine Stelle, welche noch mehr Wasser führt. Es sind dieselben Vögel und Antilopen auszumachen. Jedoch suhlt sich in der Mitte des Grünzeugs auch ein Hippo :woohoo: ! Darauf hat Dani schon lange gewartet und ist total happy. Und wir hätten es beinahe verpasst...




Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana





Später spaziert eine kleine Elefantenfamilie vorbei und auch eine Impala-Herde kommt zum trinken ans Wasser.



Ausser einem Ranger-Fahrzeug sind wir heute bisher keinem anderen Fahrzeug begegnet. Für uns kaum zu glauben, aber wahr! Immer wieder sehen wir Kudus bedeckt mit Gelb- und Rotschnabelmadenhackern. Sie sind überhaupt nicht scheu und lassen sich gut beobachten. Ebenso die vielen Elefanten, Zebras und Giraffen, welchen wir begegnen.




Zebra-Taxi mit Rotschnabelmadenhackern



Gegen Mittag machen wir eine zweistündige Siesta auf einer Picknick-Site. Paviane und Kudus teilen sich hier friedlich den Platz. Gebettelt oder geklaut wird nicht, was sehr angenehm ist.


Elsterdrosslinge / Southern Pied Babbler, Erstsichtung

Gegen vierzehn Uhr beschliessen wir, nachdem wir den grössten Teil der Blackpools abgefahren haben, noch weiter zu den Xini Lagoons zu fahren. Entgegen den Angaben der Tinkers Karte und unseres Navis gibt es mehrere Verbindungsstrecken zwischen Blackpools und dem Xini Lagoons-Gebiet, was uns sehr entgegen kommt. Wir lassen uns einfach treiben und fahren der Nase nach. Zebras, Lechwes, Impalas, Giraffen, Kudus und Elefanten prägen das Bild.




Weissrückengeier / White-backed Vulture


Elsterwürger / Magpie Shrike

Später kommen wir an eine noch gut gefüllte Wasserstelle, wo sich Nilpferde und Wasservögel tummeln. Wir sind im siebten Himmel, genau so haben wir uns den Moremi vorgestellt :) !




Langzehenkiebitz Stelzenläufer, Löffler, Heiliger Ibis, Graureiher








Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana

Über zwanzig Hippos liegen im kühlen Nass, begleitet von Madenhackern, Nilgänsen, verschiedenen Reihern, Jacanas, Water Thick-knees und Lapwings. An solchen Orten können wir stundenlang stehen, beobachten und fotografieren. Und da es erst früher Nachmittag haben wir auch genügend Zeit dazu. Der bedeckte Himmel macht das fotografieren schwierig, dafür herrschen heute sehr angenehme Temperaturen von maximal 26°C. Was für ein Unterschied zu den letzten Tagen!


Wassertriel / Water Thick-Knee




Rallenreiher / Squacco Herons


Gelbschnabelmadenhacker auf Hippo


Hippo-Rolle













So, fertig mit Hippo-Fotos!

Bei den Xini Lagoons sind deutlich mehr Autos unterwegs. Ausser uns aber alles geführte Touren und keine Selbstfahrer. Dank den unzähligen Wegen kommt man einander aber überhaupt nicht in die Quere. Von einem Guide erfahren wir, dass in der Nähe ein Löwenrudel gesichtet wurde. Da wir bereits etwa zwei Stunden bei den Hippos verbracht haben reissen wir uns los und wollen mal schauen gehen, was los ist.

Einige Minuten später stehen wir plötzlich einer einäugigen Löwin gegenüber, welche nach ihren Rudelgenossinnen ruft, aber keine Antwort erhält. Irgendwie tut sie uns ja schon etwas leid…





Einige hundert Meter weiter treffen wir auf eine Löwin, die müde im Gras liegt.





Weiter im hohen Gras liegt der Rest des Rudels. Wir zählen total 14 Löwen, davon drei Jungtiere!



Was für ein toller Nachmitttag: zuerst die Hippos und Wasservögel, dann ein grosses Löwenrudel. Wir sind happy.







Gegen fünf machen wir uns dann gesättigt mit Eindrücken auf den Rückweg in Richtung South Gate Campsite. Unterwegs haben wir noch eine Sichtung zweier Scharlachspinte sowie eines Zimtrollers. Bezüglich Vögel sind wir auf dieser Reise bereits bei 96 Arten angekommen. Und viele mehr haben wir gesehen, konnten sie aber nicht identifizieren :pinch: .


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater

Zurück auf der Campsite können wir von der Nummer drei auf die zehn wechseln und sind sehr froh darüber. Neben vierundzwanzig Safarigästen zu schlafen wäre kein Vergnügen gewesen, schallt es doch immer wieder laut von ihnen herüber :evil: . Schnell werfen wir ein Feuer an und braten ein leckeres Venison-Steak. Dazu gibt es Pasta mit Tomatensauce.

Selbstverständlich erhalten wir auch heute Abend regelmässigen Honey Badger-Besuch. Auf dem Rückweg vom Duschen wird uns der Weg von einem Elefanten versperrt. Irgendwann macht er sich dann aus dem Staub. Wir sind gespannt, was die heutige Nacht für Begegnungen bringen wird.
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Tag 12 - 12. Oktober 2019 – Moremi-Highlights (Bodumatau und Xini Lagoons), 79km
Moremi, South Gate Campsite, MQ10
Teil 1

Nach einer herrlich ruhigen Nacht ohne nennenswerten Elefantenbesuch können wir den Tag erholt angehen. Die Wildkamera zeigt, dass wir nachts wieder Badger- und Genet-Besuch erhalten haben auf der Campsite. Heute soll es für uns in Richtung Bodumatau Lagoon gehen. Um kurz nach sechs rollen wir vom Platz.



Leider ist auch heute stark bewölkter Himmel vorherrschend und es sind frische 19°C. Die Elefanten sind bereits wieder unterwegs, ebenso Scharen an Giraffen. Auf der Hauptverbindung South Gate – Third Bridge fahren wir gen Norden.


Rotschnabeltoko / Southern Red-billed Hornbill


Grautoko / African Grey Hornbill

Zum ersten Mal sehen wir Schopffrankoline. Unglaublich wie viele unterschiedliche Vogelarten hier im Delta vorkommen. Das sind wir uns gar nicht gewohnt.


Schopffrankolin / Crested Francolin


Gaukler / Bateleur


Männl. Nachtflughuhn / Double-banded Sandgrouse (male)


Weibl. Nachtflughuhn / Double-banded Sandgrouse (female)

Wir touchieren die Xini Lagoons, biegen jedoch bald wieder auf die ‚Hauptstrasse‘ ab. Bei einem einsamen, friedlichen Elefantenbullen bleiben wir eine Weile stehen. Dann sind wir bereits im Bodumatau-Gebiet angekommen. Dort finden wir Unmengen an Tieren und bald auch viel Wasser. Hier fühlt man sich wie im Paradies :) !







Jetzt müsste nur noch die Sonne hinter der dicken Wolkendecke hervorkommen und der Tag wäre perfekt ;) .




Senegal-Amarant / Red-billed Firefinch

Gegen acht Uhr frühstücken wir im Beisein vieler Wasservögel und Red Lechwes. Weiter geht es über verschiedene Loops und Wege, bis wir auf einen Guide mit seinen beiden Gästen treffen, welchem wir gestern unsere Löwensichtung weitergegeben haben. Um die nächste Kurve verspricht er uns ‚a nice little sighting‘ - eine Leopardin mit Cub, welche in der Nacht ein Lechwe gerissen hat :woohoo: ! Schön, wenn man sowas als ‚nice little sighting‘ abtun kann :laugh: . Für uns heisst das nichts wie los!

Es hätte nicht besser kommen können, denn die Leopardin ist gerade unterwegs ans Wasser. Die hätten wir also auch ohne Tipp angetroffen :whistle: . In diese Richtung wollten wir ja sowieso fahren!





Die prächtige Leopardin gönnt sich eine längere Trinkpause, taucht dann wieder auf und spaziert in Richtung Lechwe-Kill, welcher gut versteckt unter einem Busch liegt.











Sie macht dann aber einen Bogen um ihren Kill und legt sich in der Nähe ins Gestrüpp. Lange warten wir und geniessen diese hammer Sichtung! Alleine :woohoo: ! Das Junge bekommen wir leider nicht zu sehen, egal wie sehr wir uns anstrengen... Naja, beklagen dürfen wir uns definitiv nicht heute...



Irgendwann drehen wir nochmals eine Runde. Als wir zurück zur Leopardin kommen ist sie nirgendwo zu sehen. Die hat sich wohl noch weiter in den Busch zu ihrem Cub zurückgezogen.

Weil endlich die Sonne etwas drückt, entscheiden wir uns, dem auf der Karte eingezeichneten Aussichtspunkt etwas nördlich einen Besuch abzustatten. Die Vogelvielfalt ist immens: Scharlachspinte, Glockenreiher, Klaffschnäbel, Jacanas, Fischadler, Schlangenhalsvögel, Nimmersatte und so weiter:


Rallenreiher / Squacco Heron


Lechwe


Bruchwasserläufer / Wood Sandpiper und Rallenreiher





Wir können uns kaum satt sehen. Dazu eine Horde Flusspferde und jede Menge Antilopen, Zebras und Warzenschweine :woohoo: .


Liegen wir bei diesem Greif richtig mit dem Habichtsadler / African Hawk Eagle?






Waffenkiebitz / Blacksmith Lapwing







Einige Flusspferde sind auch ausserhalb des Wassers unterwegs. Was für ein Anblick, wenn ein solcher Koloss in Richtung Wasser sprintet :ohmy: .


Moremi-Taxi


Gabelracke / Lilac-breasted Roller


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater


Herlmperlhuhn / Helmeted Guineafowl

Auch unseren ersten "Umbrella-Bird" können wir fotografieren - hab ich schon gesagt, dass Dani im 7. Himmel ist?! :)


Glockenreiher / Black Heron


Scharlachspint / Southern Carmine Bee-eater


Klaffschnabel / Openbill


Schlangenhalsvogel / African Darter




Nilwaran




Rallenreiher / Squacco Heron



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Teil 2 folgt vermutlich heute Nachmittag... B)
Letzte Änderung: 24 Mär 2020 11:43 von @Zugvogel.
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24 Mär 2020 16:01 #584001
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Teil 2

Am frühen Nachmittag kehren wir wieder zur Leopardin zurück, die nun in der Nähe des Kills auszumachen ist. Ebenso können wir im dichten Busch in der Nähe ihr Cub ausfindig machen. Wie süss! Fotos gibt es leider keine. Dafür war das Cub zu gut versteckt im dichten Geäst :dry: .

Irgendwann beginnt die Leopardin nochmals etwas zu fressen, man merkt jedoch, dass sie ziemlich satt ist.





Später zieht sie den Kill noch weiter in den Busch und verscharrt alle Überbleibsel. Wahnsinn, diese Kraft! Nun zieht sie sich zu ihrem Cub zurück und verschwindet kurze Zeit später zusammen mit dem Cub noch weiter im Busch. Wir finden sie nicht mehr und geben für heute auf. Vielleicht sind sie morgen noch in der Nähe. Das Lechwe ist erst zu einem kleinen Teil gefressen. Wir werden definitiv zurückkehren.

Langsam machen wir uns um vier Uhr auf den Weg nach Süden. Der Himmel wird immer blauer und Dani möchte unbedingt nochmals bei den Xini Lagoons vorbeischauen. Auf dem Weg dorthin werden die Sichtungen auch nicht weniger. Fantastisch!





Bei den Xini Lagoons treffen wir auf die Gruppe Hippos von gestern und es scheint zum ersten Mal hin und wieder die Sonne. Die Hippos sind sehr aktiv. Es macht richtig Spass, ihnen zuzuschauen!




Rallenreiher / Squacco Heron





Eine grosse Herde Elefanten marschiert zur Lagune und geniesst das kühle Nass. Einige Paviane und Lechwes mischen sich unter die Menge. Hippos da, Elefanten dort - wir wissen kaum, wohin wir die Kameras richten sollen :whistle:

















Dani ist wegen den Hippos kaum hier wegzubekommen. Ich befürchte, unsere Verwandten bekommen nächste Weihnachten einen Flusspferd-Kalender :silly: .















Viele Fotos später machen wir uns nach fünf Uhr langsam auf den Rückweg zur South Gate Campsite.



Ausser einem sehr cholerischen Elefantenjüngling, der uns dazu zwingt, mehrere hunderte Meter rückwärts zu fahren, obwohl wir nicht einmal in seine Nähe gekommen sind, haben wir keine nennenswerten Sichtungen mehr :evil: .



Der Sonnenuntergang ist heute wieder einmal ‚Afrika-like‘ spektakulär! Um halb sieben sind wir nach gut zwölf Stunden unterwegs zurück im Camp. Schnell brennt das Lagerfeuer und wir geniessen einen ruhigen Abend mit obligatem Elefanten und Badger-Besuch.

Die South Gate Campsite wird aus unserer Sicht stark unterschätzt... Wir sind begeistert! :lol:
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