THEMA: Betreutes Wohnen im Bodenzelt - Botswana 2014
27 Sep 2014 08:14 #355309
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Ein Tag mit Höhen und Tiefen - Chobe Riverfront – Sonntag, 31.8.14

Kurzer Teil 2: Ein bisschen Elefanten....



Es ist 9 Uhr - wir fahren weiter und keine 5 Minuten später sehen wir links diese Herrschaften – in einer Vierer- Formation marschieren sie direkt auf uns zu :woohoo: .



Ach, sie sind ganz friedlich und wollen - wie wir bald sehen werden - nur das Eine: FRESSEN!





Mein Blick geht nach rechts: Giraffen an Impalas.... im Chobe ist immer etwas los, nur „ein bisschen Elefanten“ geht nicht! B)





Ich schaue wieder nach links :ohmy: – huch – nun sind es ein bisschen mehr geworden! Eine große Herde mir Jungtieren ist zum Frühstück eingetroffen. Wir befinden uns nun inmitten der grauen Riesen und Zwerge – da wird geknuspert und gebuddelt und leise vor sich hingeschnaubt – was für eine friedliche Stimmung!









Einer der Mittelgroßen (ganz links außen) hat schauspielerisches Talent – er unterhält uns eine Viertelstunde lang fast ganz alleine - zuerst mit seinem Stöckchen im Maul







Danach entdeckt er uns :) . Ich versuch’s heute noch mal mit zwei kleinen Videos (auch von mir der Hinweis, dass man angeblich eine bessere Qualität sieht, wenn man an dem Zahnrad HD einstellt - ich habs auch so bearbeitet - auf meinem Laptop muss ich allerdings schon froh sein, wenns überhaupt läuft ;) ) Einige harte Schnitte bitte ich zu entschuldigen und auch an den Bezeichnungen arbeite ich noch, Titel gibts vielleicht irgenwann auch mal eingeblendet – aber ich bin noch ganz am Anfang mit meinem Programm.....

In diesem Filmchen kann man (gegen Ende) so richtig sehen, wie es in seinem Köpfchen arbeitet :) – er schwankt zwischen Furcht und Neugier!

Nun zu dieser kleinen Beobachtung, die ich irgendwann mal erwähnt und die mich so beeindruckt hat: bisher hatte ich bei der Kombination „Elefanten und Fressen“ immer umgestürzte Bäume, große Grasbüschel aus dem Chobe gefischt, dicke Äste und ein großes Mampfen vor meinem inneren Auge.

Nun stelle ich fest, dass die Dickhäuter es offensichtlich auch auf ganz kleine bestimmte Gräser abgesehen haben – und dafür eine höchst filigrane Technik entwickelt haben: mit dem Rüssel wird der Grashalm zweimal umwickelt und dann mit einem gezielten Schubs des Vorderfußes herausgerissen! Dieses kleine Stückchen Grünzeug wird dann genüsslich gekaut (sieht man aber erst gegen Ende)! Eigentlich ist mir das erst bei unserer Boatcruise auf dem Chobe so richtig aufgefallen, da hab ich’s aber nicht gefilmt – und dann entdeckte ich zu meiner Freude solche Szenen im Nachhinein auf meinen Videos! Für einige vielleicht zum Gähnen :dry: – ich finde es erstaunlich, wie zielstrebig sie vorgehen!

Am Anfang steht noch mal das Stückchen, das schon im oberen Film vorkam, aber in Zeitlupe – und dann der kleine Clown (ja, es ist derselbe, der auch den Wagen so genau inspiziert hatte) beim Buddeln im Sandkasten, zuerst auch nochmal mit seinem Trick. Ob er die ganze Zeit über wirklich nur auf der Suche nach Essbarem war oder ihn seine Neugier bei uns in der Nähe gehalten hat – ich tippe eher auf Letzteres! Übrigens waren wir auch hier die ganze Zeit alleine - die Außenspiegel, die man sieht, gehören zu unserem Landy....

Wem Elefanten nicht gefallen oder sie langweilig findet, der mag vielleicht die Musik – es ist ein Song der African Vocals mit freundlicher Genehmigung von Joel Nambuli! Heute früh habe ich mit ihm gesprochen (scheint auch ein Frühaufsteher zu sein ;) - oder er war noch gar nicht im Bett :laugh: ) und ich soll in diesem Zusammenhang alle Fomis, die er auf der Deutschlandtournee kennen gelernt hat, ganz herzlich von ihm grüßen!


Und hier noch drei Fotos von ihm und einem noch kleineren, der auch recht neugierig scheint











und außerdem von diesen – für mein Empfinden – so niedlichen Elefantenfüßchen – die Zehen sind doch einfach klasse, oder??? :kiss:









Fortsetzung folgt.....
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28 Sep 2014 18:23 #355422
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Ein Tag mit Höhen und Tiefen - Chobe Riverfront – Sonntag, 31.8.14

Teil 3 (bis zur Mittagspause)



Als die Elefanten-Herde beginnt auf die andere Seite zu ziehen reißen auch wir uns los und cruisen ein bisschen durch den Park. Wie schon gestern festgestellt bemerken wir kaum etwas von dem Trubel durch die Lodge-Fahrzeuge – Spencer schafft es offensichtlich immer, andere Wege zu nehmen. Trotzdem (oder gerade deshalb) sehen wir aber wieder viele interessante Dinge: hier eine große Gruppe von Zebramangusten, die aber offensichtlich noch nicht auf Betriebstemperatur sind – immer wieder legen sie sich langgestreckt in die Sonne.











Um 10 Uhr machen wir Pinkelpause an der Serondela Picnic Site (dem früheren Campground) – wer findet den Fehler?? :unsure: :whistle:





Ach – fast hätte ich es vergessen – hier habe ich beim Heranfahren meinen megapeinlichen Auftritt : noch voller Euphorie (durch meine Karminspintsichtung) rufe ich aufgeregt „A lion on the riverbank“. Spencer lacht: no, it’s a baboon!“ :blush: :huh: Fotografiert hab ich den Löwenaffen nicht, aber jeder kennt Paviane ja - und mal ganz ehrlich – von hinten gibt’s schon Ähnlichkeiten, oder :blink: ….so ein bisschen.... :S .auf jeden Fall wenn man gerade von einem trinkenden Löwen träumt... :whistle: .ähhm...jaaaa....ab sofort halte ich was Sichtungen betrifft meine Klappe (aber nur da – ansonsten kann ich für nichts garantieren und wäre wohl auch überfordert mit dem Versuch, mich in Schweigen zu hüllen :silly: )!!!

Wir sind hier ganz alleine, die vielen anderen Fahrzeuge, die ganzen großen Kisten voll mit Touris und Spencers Freunde, die Selfdrivers, kurven vermutlich unten am Wasser herum.



Ach, da fällt mir - da von beidem gerade die Rede war - doch noch eine Story in Sachen Selfdriver und „Bele kann ihre Klappe nicht halten“ ein – und es geht ausnahmsweise nicht um Spencer! Sondern um Jo...! :laugh: Hat auch nichts mit Chobe zu tun, kam mir nur gerade in den Sinn: als wir von Maun aus Richtung Moremi fuhren gab unser Co-Reiseleiter uns Unwissenden :whistle: eine kurze Einführung in den Park – unter anderem erklärte er uns, dass dieser fast nur von Tourguides befahren würde, da das Selbstfahren hier sehr unüblich sei. Es wäre nämlich viel zu schwierig... und zu gefährlich ...blablabla :evil: . Ach nee - da kuck her!! Und dies alles von einem, der noch nie in seinem Leben im Moremi war! Das Fragezeichen in meinen Augen wurde immer größer. Und irgendwann konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und fragte ihn, wie er denn darauf käme? Ja, das sei doch so und das würde auch in seinem Reiseführer stehen.... :woohoo: Okay, ich war zwar noch nie vom South Gate reingefahren und kannte auch einen Großteil des Parks nicht – aber mein Wissensstand war doch ein anderer, zum Teil aus Erfahrungen von den letzten Jahren, wo ich jede Menge Selfdriver vom North Gate her gesehen hatte – und dann natürlich vom Forum. Wenn ich alleine die ganzen Fomis, die durch den Moremi fahren, zusammenzähle...huch :huh: ! Aber Jo blieb bei seiner Meinung....bis ...ja bis uns quasi im Minutentakt Selfdriver begegnet sind. Ich konnte mir dann ehrlich gesagt irgendwann ein halblaut vor mich hingemurmeltes süffisantes „Oh, schon wieder so ein seltener Selfdriver“ :silly: nicht mehr verkneifen! :P

So, jetzt aber schnell zurück in den Chobe: wir befinden uns immer noch bei Serondela, tanken Brauchwasser und ein Glanzstar sitzt als nettes Stillleben ganz ruhig neben einem Baboonhäufchen (oder ist es nicht doch ein Löwenhäufchen :blush: ?).



Kurz nachdem wir zur Weiterfahrt gestartet sind hält Spencer schon wieder an und weist uns auf ein Geräusch hin: es ist das Rufen einer Leopardin! Er vermutet, dass sie ihr Junges sucht – und der Guide eines anderen Fahrzeugs bestätigt, dass er und seine Gäste das Muttertier gesehen haben (schön für sie.... :whistle: :evil: ). Wir fahren eine Weile zusammen mit ihm und einem Selfdriver auf und ab und finden sie schlussendlich auch, aber alles was wir sehen sind ein paar leopardenfarbene Flecken in einem Busch! Selbst wenn ich es wollte könnte ich euch keine Fotos davon zeigen – ich habe es nämlich geschafft, meine Kamera unten zu lassen und kein einziges Bild von „Busch mit unsichtbarem Leoparden“ zu knipsen (und ja - ich bin stolz auf mich B) !!!)

Allerdings sind wir dann doch erstaunt darüber, dass man auf der Serondela Picnic Site, wo Aussteigen ja erlaubt ist, den Raubkatzen unmerklich und unwissend so nahe kommen kann.

Dann geht es weiter – und so kenne ich die Impalas:





Plötzlich hält Spencer wieder an – da stehen zwei Giraffen. Okeeee, Giraffen sind schön, aber was ist an diesen hier so besonders? Er erklärt es uns: sie schauen mit starrem Blick (was mir jetzt gar nicht so aufgefallen wäre) auf einen Punkt schräg hinter uns im Busch. Spencer ist sich sicher – da muss etwas sein!! Ich könnte mich heute noch in den Hintern beißen, dass ich die Salzsäulen-Giraffen nicht fotografiert habe – aber wir waren so damit beschäftigt, hinter uns nach irgend etwas zu suchen. Und siehe da - Sekunden später tritt sie auf:



Sie schaut sich nach allen Seiten um






Im Film gibt es eine Stelle, wo sie anhält und nach hinten schaut – da sagt Spencer sofort: "Da muss noch eine zweite sein" (ich hab’s aber gelöscht wegen der vielen Nebengeräusche)! Tatsächlich - schon tritt Nr.2 aus dem Busch – sie ist sehr gut an ihrer Narbe an der Schulter und dem im oberen Teil eingerissenen Ohr zu erkennen. Diese Beiden strahlen so viel Kraft und Konzentration aus – ich bin glücklich, diese herrlichen Tiere nicht nur schlafend (wie so oft), sondern auch in Bewegung erleben zu dürfen.














Da ich die erste Löwin kaum fotografiert sondern fast nur gefilmt habe, müsst Ihr da jetzt durch – leider bleibt es in unserem Landy nicht aus, dass der eine oder die andere sich etwas heftiger bewegt, um die eigene Fotoposition zu ändern und so den Landy zum Schaukeln bringt, wodurch sich mein ganz persönliches Gewackel noch potenziert:



Sie marschieren zielstrebige auf ihrem Weg Richtung Osten – 8 Minuten lang beobachten wir die Beiden und folgen ihnen parallel auf der Straße, die erste läuft sogar trabend vor unserem Fahrzeug her, aber dann verschwinden sie zusammen im Gebüsch. Laut Spencer sind sie auf der Suche nach etwas Essbarem. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir sie am Abend wiedersehen werden – aber im Rückblick verstärkt dies nun natürlich die Faszination, die diese beiden Löwinnen auf mich ausüben. Abends sind sie vermutlich gesättigt – genau nachvollziehen lässt es sich aber nicht (und nein, wir werde keine Jagd und keinen Riss erleben B) , nicht einmal Blut werden wir sehen - das hatte ich ja heute schon mit der Katzenfutterdose :sick: ).

Eins verrate ich euch aber schon einmal: sie werden später nicht mehr nur zu zweit sein.... :kiss:

Weiter geht’s an einem stattlichen Giraffenbullen vorbei – ich frage mich immer wieder, ob diese ganzen Beulen, die man oft auf den Giraffenköpfen sieht, normal und gesund sind :dry: ?






Und ein Lilac Breasted Roller muss natürlich auch sein – zumal dieser tatsächlich mal seine lilafarbene Brust so richtig zur Schau stellt.

Einmal in der Kurzfassung



Und einmal in der Langfassung



Fruitbreak gibt es heute etwas später – dafür an einem sehr schönen sandigen Plätzchen am Wasser. DT beobachtet Frankoline, ich finde andere sonderbarer Gestalten.... ;)







Auf der Rückfahrt entdecken wir noch diesen Tawny Eagle und ich erschrecke zuerst bei seinem Anblick: die Beine sind in einem grotesken Winkel abgespreizt – du meine Güte, was ist denn dem passiert :woohoo: ?



Schnell wird aber klar, dass es sich um einen Frankolin handelt, dem da „etwas passiert ist“ :sick: . Na dann – guten Appetit.







Zufrieden mit den vielen schönen geruhsamen und so unterschiedlichen Sichtungen tuckern wir zurück zu unserer Campsite und ich freue mich auf eine ausgiebige Mittagspause und vor allem auf den Nachmittag mit unserem letzten ausführlichen Game-Drive in dieser traumhaften Gegend.

Leider wird aber alles ganz anders kommen...... :evil:

Fortsetzung folgt in ein paar Tagen!
Letzte Änderung: 19 Okt 2014 11:32 von Champagner.
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03 Okt 2014 19:18 #356120
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Ein Tag mit Höhen und Tiefen - Chobe Riverfront – Sonntag, 31.8.14

Teil 4 : Der völlig verpfuschte Nachmittag


Nun beginnt unsere ausgedehnte Mittagspause auf unserer Hatab-Campsite Nr.1








Zuerst bereiten Spencer und DT zusammen unseren Lunch zu, danach ist Siesta mit Lesen und Nichtstun angesagt - zum Schlafen ist es zu warm im Zelt und müde bin ich eh nicht.

Dieses Foto kennt Ihr so ähnlich ja schon.....(ja, da lach ich noch :blush: )



Außerdem kann wer will noch duschen – ich bin zu faul und außerdem werden wir ja morgen in einer Lodge übernachten. Bis dahin müssen die anderen mich so ertragen.... Es stellt sich dann auch schnell heraus, dass Duschen heute prinzipiell keine gute Idee ist – Daphne, die als erste dran ist, hat mit einem Bienenschwarm zu kämpfen, der sich zu einem Trinkgelage am Duschkopf versammelt hat. Spencer schaut sich die Sache an und beschließt, die komplette Dusche umzubauen, was ja einiges an Arbeit bedeutet. Aber auch an dem neuen Standort wird es nicht besser...die fleißigen Bienchen sind hartnäckig!

Apropos Bienen, sonstige Insekten, Krabbelzeugs und Schlangen: wenn ich Leuten von meiner bevorstehenden Botswanareise im Bodenzelt erzählt habe gab es meistens ein großes Gekreische: Ihhhh, hast du keine Angst vor Spinnen und Schlangen in deinem Zelt? Nööö, hatte ich nicht.... Mal abgesehen davon dass ich zu Tieren generell eher ein gutes Verhältnis habe wusste ich von meinen letzten Reisen zur gleichen Jahreszeit, dass es auf Grund der kalten Nächte kaum solches Kleingetier zu sehen gibt. Und so war es denn auch – ich musste bis zu meinem letzten Campingtag warten, bis ich diese süße kleine Wall-Spider an meiner Zeltaußenwand fand!



Wer genau hinschaut erkennt die Zähne (also vom Reißverschluss, nicht von der Spinne :whistle: ) und kann daraus ablesen, wie groß bzw. klein das Tierchen ist.

Während wir mit Faulsein beschäftigt sind hören wir plötzlich Motorengeräusch und ein Fahrzeug kommt in Sicht. Häää, stehen wir nicht auf einer exklusiven Campsite mit Einsamkeitsgarantie?? :dry: Ja schon – aber die Dame, die jetzt aussteigt kommt zur Inspektion: es gibt wohl immer wieder unangemeldete Kontrollen, dabei wird geschaut, ob die Tour Operator die Campsites auch so nutzen wie vorgesehen. Zum Beispiel – und das wusste ich nicht, wird mir aber in diesem Zusammenhang von DT erklärt – muss ab einer Gästezahl von 8 Personen ein zweites WC aufgebaut werden. Dies, die korrekte Nutzung (Müllentsorgung, Grubentiefe der Buschtoilette, Platzierung der Zelte usw.) und die Sauberkeit des Camps wird geprüft und protokolliert.

Um 15.30 Uhr brechen wir dann zu unserem letzten Game-Drive dieser Reise auf und ich freue mich: mindestens noch 3 Stunden Chobe pur!

Tja, so kann frau sich täuschen! :( Erinnert Ihr euch dass es hieß, Je. und Jo. würden zu uns gebracht?? Haha, das stimmt schon – aber wer jetzt denkt, sie werden zu unserer Campsite gebracht liegt ebenso falsch wie wir unwissenden Vier. Okay, dann treffen wir sie eben auf dem Game-Drive und sie steigen einfach zu uns um. Weit gefehlt! Das geht nämlich ganz anders: Wir (sozusagen also das „uns“ B) ) werden dorthin transportiert, wo es für Bushways passend ist. Und dies ist – so die erste Version der Geschichte – die Straßenkreuzung, die Ihr hier seht:





Dazu eine Erklärung für diejenigen, die sich im Chobegebiet nicht auskennen. Die gerade Transitroad verbindet das Ngoma Gate mit Kasane – untenrum (also auf der Karte oben ;) ) finden die Game-Drives statt. Das heißt: langweiliger zweispuriger Teer versus pralles Leben..... Um zu dieser Junction zu kommen, wo wir unsere Beiden treffen und übernehmen sollen muss man eine knappe halbe Stunde lang diese öde Sandpassage leicht bergauf fahren.



Den genauen Plan unseres Nachmittags erfahren wir auch erst beim Losfahren von Spencer. Eigentlich mag ich ihn ja wirklich gerne – aber wenn jemand versucht, mich für dumm zu verkaufen, dann kann ich richtig sauer werden :evil: ! Er erzählt uns nämlich folgende Geschichte: wir fahren jetzt da hoch und dann auf der Teerstraße nach Osten, um durchs Sedudu-Gate wieder in den Park einzufahren – somit würden wir auch diese Ecke der Riverfront kennen lernen :blink: . So ein Quatsch :woohoo: ! Ich bin schon oft genug von Serondela zum Sedudu-Gate gefahren, um zu wissen, dass man das locker unten im interessanten Teil hin und her schafft – vor allem wenn man so viel Zeit hat wie wir. Dabei hätte man am Anfang das Licht sogar noch günstig halbwegs im Rücken und die Chance auf schöne Sichtungen. Dann kommt er noch mit fadenscheinigen Begründungen, dass man oben an der Teerstraße manchmal sogar Elefanten sieht. Ach....würde Loriot jetzt sagen... :silly: (das hab ich aber hier im Forum geklaut, erst neulich hatte dies jemand geschrieben und ich musste sooo lachen!) . Bis heute grüble ich noch drüber nach, was denn nun an der Kombination „Teer und Elefanten“ so sensationell sein könnte ??? :dry:

Und dann der Knaller: er weiß, dass ich sehr gerne Roan Antelopes sehen würde und meint jetzt, die würde man da oben mit etwas Glück entdecken. Mit etwas Glück – soso - vielleicht hätte ich ihm vorher sagen sollen, dass ich auch noch nie im Lotto gewonnen habe... :S Muss ich erwähnen, dass wir natürlich keine gesehen haben?

Schön und gut – wir arbeiten uns also den Hang hoch, die Stimmung ist ....na sagen wir mal... nicht perfekt.... :whistle: ....und sie wird nicht besser als Spencer stoppt und leicht gekünstelt versucht ein bisschen Spannung aufzubauen: er meint, da vorne könnten Wild Dogs sein, wir sollten doch schnell mal mit dem Fernglas schauen!!! Verarschen kann ich mich selber :angry: – das sind Southern Ground Horn Bills.

Okay, einer ist immerhin kooperativ und posiert ein bisschen.



So sieht er im zusammengeklappten Zustand aus



Und so auseinandergefaltet – aber selbst da können wir keinen Wild-Dog unter dem Gefieder entdecken :huh: !



Und das war’s dann auch schon an Sichtungen in dieser knappen halben Stunde.....

Nun kommen wir zur Kreuzung, wo wir um spätestens 16 Uhr das Fahrzeug mit Jo. und Je. treffen sollen. Doch grau ist alle Theorie..... nichts und niemanden treffen wir hier! Hätten wir uns vielleicht auf einen bestimmten Tag festlegen sollen? :P Spencer telefoniert auf Setswana ein bisschen rum – so richtig schlau scheint er aber aus den Informationen auch nicht zu werden. Also bietet er uns das nächste Highlight: wir werden die Wartezeit mit der sensationellen Querung der Teerstraße überbrücken und zu einem Wasserloch fahren! Hurrrraaa....wie geil ist das denn ???!!! :evil: Ein Wasserloch – und was für ein schönes :whistle: ! Und das Ganze im Gegenlicht - juhuuu!!! Die Idylle wird durch ein Militärfahrzeug vervollständigt – das fotografiere ich aber nicht, Ärger gibt’s so schon genug..... :pinch:



Nun ist die Natur aber doch ein bisschen gnädig und bietet uns ein paar Elefanten. Aber wenn’s mal nicht so läuft, dann richtig - denn knapp daneben ist auch vorbei: ihren Aufenthalt am Wasserloch haben wir offensichtlich exakt verpasst, sie sind noch ganz nass und eben im Abmarsch! Nun ja - wir sind genügsam...... und ich kann zwar sehr trotzig sein und dies auch so richtig und sehr ausdauernd :silly: , aber hier greife ich – unter Protest - doch mal kurz zu meiner Kamera und finde das Motiv mit diesen Hinterteilen ganz nett.









Das es in diesem Kapitel sonst kaum Fotos gibt hier noch ein paar Elefanten vor der Herbstkulisse (auch wenn in Botswana gerade der Sommer beginnt), der kleine schlammverschmierte Kerl ist ja schon süß!












Die Elefanten verkrümeln sich ins Gebüsch....



.....und schon fahren wir zurück zu dieser wahnsinnig spannenden Teerstraße voller Roans und Elefanten und Jos und Jes...... Hab ich was vergessen? Achja, die Wild Dogs, richtig..... :P

Es ist inzwischen 16.10 Uhr.

Heute habe ich in Thorstens RB dies gelesen und musste sofort an uns denken – nur war es bei ihm wohl doch als Scherz gedacht
THBiker schrieb:
Gegen 16:00 wollten wir dann nochmal auf Pirsch gehen. Wir sind ja nicht zum Spaß hier.

Für uns gilt der Spruch auch – aber er ist bitterer Ernst – Spaß macht das heute wirklich nicht.

Und natürlich steht auch jetzt noch niemand an der Kreuzung - Spencer nimmt also die Fahrt Richtung Osten (Kasane) auf. Meine Fotodaten sagen mir, dass ich die nächsten 40 Minuten kein einziges Mal den Auslöser betätigt habe – wozu auch?? Mit jedem zurückgelegten Kilometer kühlt die Stimmung im Landy um ein Grad runter und es beginnt ein wenig frostig zu werden....(Hilfe, wo ist meine TU? :woohoo: )

Bei jedem entgegenkommenden Auto hoffen wir, dass nun wenigstens die Suche, wenn schon nicht die Teerfahrerei beendet ist – aber nein. Wir sind auf Höhe des Sedudu-Gates und Spencer hat inzwischen die Botschaft erhalten, dass die Beiden noch in Kasane sind, sie kommen von einer Bootstour. Wie schön für sie - Teerfahrerei hier, Bootstour auf dem Chobe dort – die frostige Stimmung wandelt sich bei mir in kochenden Zorn vermischt mit Neid! Gaaaanz schlechte Kombination...... :sick: Ich merke wie Spencer zögert und nicht weiß, was er machen soll. Bisher habe ich mal abgesehen von halblauten Stänkereien nichts gesagt, aber nun werde ich deutlich: wenn er meint nun nach Kasane rein fahren zu müssen, um sie abzuholen und nicht etwa runter zur Riverfront abbiegt - dann gibt es eine Meuterei auf dem Landy....! Und eine entsprechende Mail bekommt Bushways so oder so von mir....

Natürlich ist uns klar, dass das Ganze nicht Spencers Schuld ist – er hat eine Anweisung von seiner Geschäftsleitung – basta – und muss sehen, wie er damit klar kommt. Hinzu kommt, dass er nicht ständig Empfang direkt zu dem Fahrer von Jo und Je hat. Die ganze Fahrt über hat er ja versucht, eine Lösung zu organisieren – aber vergeblich vor allem auf Grund technischer Schwierigkeiten – eigentlich kann er einem schon fast leid tun :blush: . Auch diese ganzen Storys mit Elefanten, unsichtbaren Roans und als Hornbills verkleidete Wild-Dogs waren natürlich nur hilflose Versuche, die Situation noch irgendwie zu retten – aber ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen, er hätte die ganze Wahrheit gesagt – nämlich dass diese dämliche Rumfahrerei nur den einen Zweck hat – und zwar die Angestellten von BW und SD wieder an Bord zu nehmen. Und zwar auf eine Art, die uns gegenüber schlicht und ergreifend nicht korrekt ist – egal ob noch zusätzlich etwas schief lief oder nicht. Die Aktion war von vornherein zu Lasten von uns Campinggästen angelegt – denn kein normaler Mensch fährt zum Spaß die Cutline hoch zur Transitroad und auf der dann zum Sedudu Gate, wenn er doch eigentlich schon in Serondela ist.

Nun entscheidet sich Spencer wenigstens zum Glück dazu, sofort übers Sedudu Gate wieder einzufahren und bekommt dann auch endlich Joel, den zuständigen Guide, an die Strippe (den kenn ich sogar von meinen Sango-Aufenthalten, inzwischen hat er ins Chobe Elephant Camp gewechselt).

An Spencers Stimme ist zu erkennen, dass auch er das Ganze langsam nicht mehr lustig findet - er gibt Joel klare Anweisungen wohin er seinen A....llerwertesten :P bewegen soll, und zwar subito! Das lässt sich trotz Setswana recht leicht dem Gespräch entnehmen.

Die Weiterfahrt (ursprünglich ja ein Game-Drive, nur um das nicht in Vergessenheit geraten zu lassen) wird natürlich von ständigen Telefonaten über den jeweils aktuellen Stand des Treffens begleitet.... Ja, genau so stelle ich mir die viel beworbenen ausführlichen Wildbeobachtungsfahrten vor.... :whistle:

Zwischendurch fotografiere ich widerwillig irgend ein blühendes Gestrüpp im Sedudu Valley




und dann sehen wir das mir wohlbekannte Bild.

Das Foto entspricht meiner Stimmung – TRÜBE! Wobei...... eigentlich müsste es gewittern, so zornig wie ich bin....



Am Treffpunkt (ich hatte sogar verstanden, wo der sein sollte, nämlich da, wo der Weg unten auf die Sackgasse trifft, die nach Osten abgeht) ist natürlich niemand – also fahren wir eine kleine Verlegenheitstour auf besagter Gasse hin und her ....man merkt richtig, wie Spencer Zeit schindet.....




Das dort vorgefundene Hippo im Schlamm und ein paar Geier plus Marabus - alles im trüben Gegenlicht - erspare ich euch (und wenn’s nur aus Trotz ist)!

Irgendwann geschieht dann doch das Wunder und Joel mit seiner kostbaren Fracht taucht auf – und es ist, wie schon immer geplant :whistle: : sie wurden zu uns gebracht. Nur leider mussten wir uns dafür erst mal 1,5 Stunden ihnen entgegen bewegen und uns dabei tödlich langweilen.

Außer unseren Beiden sind noch zwei Frauen im Fahrzeug, von denen sich Jo und Je nun ausführlich verabschieden – bis ich ein bissiges „Könnt Ihr mal endlich bei uns einsteigen“ in ihre Richtung gifte! Ich bin nahe daran, einen Mord zu begehen – nur KarstenB’s Bericht über afrikanische Gefängnisse hält mich davon ab. Es gibt eine kurze Erklärung, dass die Bootstour viel länger als geplant gedauert hat und so weiter...bla bla bla....wer will das denn gerade wissen? Besser wird dadurch nichts!

Es ist inzwischen 17 Uhr und bei besch.....eidenem Licht fahren wir recht zügig Richtung Serondela – warum auch langsam fahren, Fotografieren macht eh keinen Sinn bei diesen Verhältnissen (wobei ich fairerweise zugeben muss, dass es heute dummerweise auch noch extrem diesig ist). Spencer versucht uns den Blick über den Chobe als „wonderful“ zu verkaufen - ich nörgel leise vor mich hin, dass wir leider mindestens eine Stunde zu spät dran sind für wonderfulle Ausblicke! Wären wir – um (wie von ihm so wortreich verkündet) diese Gegend kennen zu lernen - von Anfang an unten an der Riverfront in der anderen Richtung entlang gefahren dann hätten wir a) bestimmt einiges an Tieren gesehen und dies b) bei besserem Licht von schräg hinten – den wonderfullen Chobeausblick inbegriffen. Arrghhhhhhh!!!! :evil: :sick: :angry:

So sind wir seit unserer glücklichen Wiedervereinigung nun fast eine halbe Stunde unterwegs bis endlich mal wieder zum Fotografieren angehalten wird – leider ist es auch für diesen Lappet-faced Vulture eigentlich schon zu dunkel...aber weil ich Geier doch so mag......! :(




Fortsetzung - mit Happy-End! – folgt.... und zwar mit mehr Fotos und weniger Text und Gemotze - versprochen!
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Teil 5 : Das Happy-End


Während wir den Lappet-faced Vulture fotografieren meint Spencer, dass er jetzt gerne noch dort vorbeischauen möchte, wo wir unsere zwei Löwinnen heute früh gesichtet haben (hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir mit ihnen ganz alleine waren :dry: :) ?).

Gesagt – getan, und 5 Minuten später bietet sich uns ein unglaubliches Bild :ohmy: : eine großes Löwenrudel hat sich über die Ebene verteilt!








Zuhause bei der Fotoanalyse (Ohren, Narben, Stirnfalten) stelle ich fest, dass tatsächlich die Beiden vom Vormittag dabei sind. Dazu gesellt sich alles was das Herz begehrt (abgesehen von einem erwachsenen Löwen mit Mähne - aber das hatten wir ja schon.... :whistle: ) – nahezu jede Gewichtsklasse ist vertreten!

Spencer macht schnell mal Inventur und zählt 11 Löwen: die beiden uns bereits bekannten Damen (macht2) , hier die mit der Narbe an der Schulter



dazu noch eine dritte erwachsene Löwen (macht 3), die auf einem Auge blind ist.




Sie hat drei Babys bei sich (macht 6) , die sie noch säugt, was sehr ermüdend zu sein scheint.











Die Löwin mit der Narbe an der Schulter hat auch noch eine sichtbare Milchleiste (hat man in dem Filmchen am Vormittag gesehen), ist aber wohl dabei abzustillen, denn einer von ihrem vier Jungen Wilden (macht 10) versucht zwischendurch mal an eine Zitze zu kommen – hier der Versuch



Er wird aber weggestoßen (siehe Film). Trotz seines aufdringlichen Schmusens hat er keine Chance, zumindest was das Trinken betrifft
Wie man hier sieht hat er eine Verletzung am Hals und sucht vielleicht deshalb besonders die Nähe seine Mutter, die sie ihm auch gewährt.













Als er aber bei seiner Mutter bezüglich der Milch nicht weiterkommt, versucht er sein Glück bei der Mutter mit den Babys (ebenfalls siehe Film). Dann gibt es noch eine noch nicht ganz erwachsene Löwin (macht 11), die lange fast unsichtbar hinter dem Termitenhaufen liegt.

Einige der elf Löwen sind immer in Bewegung, manche ruhen sich ab und zu aus und beobachten, was um sie herum vorgeht – aber insgesamt ist es ein unüberschaubares Durcheinander!












An dem dicken Bäuchlein erkennt man, dass die Jagd der beiden Chefinnen am Vormittag vermutlich erfolgreich gewesen ist – mehr wissen wir aber nicht.




Leider ist das Licht schon sehr schlecht und man hat kaum eine Chance auf gute Fotos – von daher haben meine Bilder (die wider besseren Wissens sehr zahlreich sind - aber ich kann mich so schlecht trennen.....und elf Löwen ergeben automatisch noch mehr Fotos als acht :blush: ) sowie meine Filmschnipsel vor allem einen hohen Erinnerungswert für mich und ich bitte von technischen Bewertungen Abstand zu nehmen!!! (Und ja, man sollte es kaum glauben, aber die richtig schlechten Stellen habe ich schon alle rausgeschnitten B) ! Zum Thema „Filmen und Bele“ werde ich auch noch etwas im Fazit schreiben.).

Übrigens stehen noch zwei oder drei andere Fahrzeuge da, aber es geht sehr ruhig zu. Deshalb kann ich im ersten Film sogar noch ein paar Sekunden den (wenn auch schlechten) Originalton verwenden – es ist unglaublich süß, wie die Babys ihren Wunsch nach Milch durch eine Mischung aus Grunzen und Jaulen zum Ausdruck bringen..... Die restliche akustische Untermalung stammt bei beiden Filmen von den African Vocals.

Überhaupt gibt es so viele herzerweichende Szenen – ich weiß wirklich nicht, wohin ich schauen, geschweige denn was ich fotografieren (oder doch filmen :huh: ???) soll.





Die Kleinen haben Durst!







Da kommt der Falsche daher!



Sind die nicht knuffig?? :kiss:














Das Licht wird immer schlechter – es ist inzwischen 17.40 Uhr.






Die Löwinnen recken und strecken sich und mahnen zum Aufbruch – Spencer erklärt, dass das gegenseitige Anstupsen übersetzt bedeutet: Los, lasst uns endlich gehen! Er vermutet, dass sie Durst haben und runter ans Wasser wollen. (Komisch, bei mir daheim heißt das Stupsen an meinen Beinen: Los, mach mal endlich eine Dose auf :evil: ! )





Beim Abmarsch geht es in etwa zu wie bei einem Schulausflug :silly: – während einige bereits vorauseilen, lassen sich andere nach ein paar Metern schon wieder erschöpft fallen, den einen juckts, zwei bubeln miteinander rum – das sieht nach allem aus, aber nicht nach einem geordneten Aufbruch und Spencer lässt sogar ein leichtes Kichern vernehmen bei diesem Anblick :lol: .











Dann weist er uns aber darauf hin, dass die Löwinnen inzwischen wachsam die Gegend beobachten – und auch wir entdecken nun diese drei Elefanten, die aufgehört haben zu fressen und im Gegenzug die Löwen beobachten.




Die Löwengruppe ist nun etwas konzentrierter und beginnt ihre große Parade vor den Elefanten - ihr Weg zum Wasser führt direkt an ihnen vorbei. Auch wir müssen uns dafür ein Stück vorwärts bewegen, gerade rechtzeitig kommen wir an, um noch einige auf dem Catwalk zu sehen. Manche machen einen auf cool, andere schauen sich aber schon länger nach den Elefanten um. Die halbblinde Löwin wird von einer Kollegin eskortiert, diese läuft zwischen den grauen Riesen und der gehandicapten Katze. Ein mutiger Kleiner ist ganz alleine unterwegs













Unser Guide weiß genau, was die Großfamilie nun vorhat und fährt zu der Stelle, an der sie nach seiner Meinung wieder aus den Büschen auftauchen wird, um dann runter ans Wasser zum Trinken zu marschieren.

Dummerweise parkt aber inzwischen ein Selfdriver, der auch vorhin schon bei den Löwen stand und im Pulk mit hierher gefahren ist, genau auf ihrem – von Spencer zumindest so prognostizierten – Laufweg :angry: . Deshalb ruft er dem Fahrer aufgeregt zu, er solle sofort dort verschwinden – und zum Glück ist dieser nicht schwer von Begriff und parkt flott um. Uff, gerade noch geschafft – denn schon sieht man die ersten Köpfe auftauchen. Spencer hat für unseren Landy einen perfekten Platz ausgesucht, man hat gute Sicht und dazu auch noch einigermaßen ausreichend Licht.





Und dieser Auftritt hat für mich wirklich Gänsehaut-Potential: die beiden Löwinnen von heute früh, die offensichtlich die Verantwortlichen der Gruppe sind, schauen sich nach allen Seiten sichernd um. Was für eine anrührende und zugleich beeindruckende Szene - diese prachtvollen starken Löwenmütter, die sich so wachsam und zuverlässig um ihre Familie kümmern :kiss: ! Ich hoffe, die Stimmung kommt rüber und Ihr könnt verstehen, dass diese Fotos (obwohl sie auf Grund der Uhrzeit - es ist 17.52 Uhr - und des entsprechend geringen Lichts technisch keine Highlights sind) zu den Topfavoriten meiner Urlaubserinnerungen gehören! Auch wenn ich es nie geschafft habe, das komplette elfköpfige Gewusel einzufangen....









Endlich dürfen die Kleinen über die Straße.





Wie auf dem Filmchen dann am Ende gerade noch zu sehen ist gibt es für die Minis kein Halten mehr, sie rennen auf ihren kleinen Beinchen den Berg hinunter.



Auch die restlichen Familienmitglieder versuchen – wenn auch etwas würdevoller, wie es sich für einen Löwen gehört – zügig zum Wasser zu gelangen.





Wir fahren ihnen noch ein Stückchen nach und sehen sie von Weitem trinken, aber die Fotos sind nun wirklich nicht mehr vorzeigbar........

WOW – was war das für ein geniales Happy-end für diesen vermurksten Nachmittag – eine halbe Stunde lang durften wir diese beeindruckende Großfamilie beobachten! Heute noch denke ich darüber nach, wie wir - und sicher auch Spencer - uns gefühlt hätten, wenn wir ohne diese Sichtung zu unserem Camp hätten zurückkehren müssen..... :unsure:

Aber so ist alles gut :) – und der Frust vom Nachmittag erst einmal vergessen. Für die anderen kann ich nicht sprechen, aber für mich war das schon ganz großes Kino.... Schade, dass es schon so dämmrig war, aber ich denke, wir haben durch unsere von unserem Touroperator verschuldeten Rumgurkerei nicht viel verpasst – entweder waren die Löwen erst vor kurzem dort angekommen, wo wir sie vorgefunden haben oder sie waren zuvor am Schlafen, denn so richtig munter wurden sie erst während unserer Anwesenheit. Sag ich jetzt mal so..... :blink: zum Glück weiß man bei Sichtungen ja nie, was man schon verpasst hat.

DT erwartet uns mit Spaghetti Carbonara (wenn ich mich richtig erinnere) und den Nachtisch übergießen wir wie schon öfters mit Amarula aus meiner Flasche!

Am Tisch fragt uns Je. ein bisschen aus, wie uns die Tour gefallen hat und wo wir Verbesserungspotential sehen. Dazu komme ich dann aber in meinem Fazit.

Jo. latscht mal wieder voll in ein Fettnäpfchen :woohoo: ! Er versucht uns - als wir über das folgende Thema in Botswana reden – zu erklären, dass es mit der Einhaltung der Schulpflicht in Deutschland ja auch nicht so weit her sei, jeder würde mehr oder weniger machen was er will. Ups :blink: – da hat er sich aber mal wieder die falschen Gesprächspartner ausgesucht: wir drei Deutschen sind ja alle aus der „Branche“, wenn auch in verschiedenen schulpädagogischen Bereichen tätig. Jeder von uns kennt zur Genüge die Arbeit und auch die Sorgen, die mit der Überwachung der Einhaltung der Schulpflicht verbunden sind – wir werden ja schon unruhig, wenn ein Schüler mal unentschuldigt fehlt und haken sofort zuhause nach. Das ganze Prozedere kann schlussendlich bis zu einem Polizeieinsatz führen...... A.wird angesichts der pauschalen Aussagen von Jo. fuchsig und bittet ihn, doch ein paar Beispiele zu nennen. Er beginnt herum zu stottern.... hmmm....nun ja.....Beispiele hat er gerade keine zur Hand.... :S A. bittet ihn, dann solche aus der Luft gegriffenen Behauptungen (und das zieht sich ja schon die ganze Reise über hindurch) doch bitte bleiben zu lassen :evil: :P .


Daphne und ich gönnen uns noch ein Weinchen am Campfire, DT backt Brot und dann wird es – eigentlich das erstemal auf der Reise – so richtig lustig. Wieder ist Jo. beteiligt, die Komik ist allerdings unfreiwillig. Er meint den ganzen Abend über, einen Vogel zu hören, den er nicht identifizieren kann. Zuerst versuchen wir ihn davon zu überzeugen, dass es Grillen sind, die er hört. Aber nein, er beharrt darauf, da ist ein anderes Geräusch.

Keiner von uns kann es hören :unsure: – außer Je., die manchmal mit ganz großen Ohren meint, auch dieses Piepsen zu vernehmen. Wir anderen einigen uns darauf, dass wir eben älter sind als Jo. und Je. und nicht mehr alle Frequenzen hören können. Wobei dagegen spricht, dass auch DT den Kopf schüttelt: nein, er kann kein unbekanntes Geräusch wahrnehmen! Aber auch dafür hat Jo. eine Erklärung: er meint, er habe vermutlich eine Sonderbegabung, was das Hören dieser hohen Töne betrifft. Wahh, warum nur fällt mir spontan dieser Witz ein? Die Mutter kommt nach dem Elterngespräch heim und sagt zum Vater: Du, Karle, die Lehrerin meint, unser Fritzle soll auf die Sonderschule wechseln. Der Vater antwortet stolz: Ja, ja, das soll er ruhig machen, wenn er’s Zeug dazu hat! :lol:

Doch zurück zu unserem Supertalent: nun beginnt ein Dialog zwischen Spencer und Jo, der mich frappierend an Loriots Jodeldiplom erinnert. Spencer schlägt Jo. einen Vogellaut vor: düdüdüdidüüü,, Jo. antwortet: nein, ich höre ein klares didüdididiii! So geht das eine ganze Weile hin und her und wir Zuhörer, vor allem A. und ich lachen uns schief (was Jo. irgendwie nicht so sehr gefällt, aber ich glaube, er erkennt das Komische an der Situation gar nicht und meint, wir lachen ihn aus :blush: ).

So endet der Abend recht fröhlich, auch wenn der Vogel bis heute unerkannt blieb! Wir kriechen in unsere Zelte und in dieser Nacht kann ich schlecht schlafen – da ist zum einen das Bedauern, dass dies für mich in absehbarer Zeit die letzte Zeltnacht im botswanischen Busch sein wird und zum anderen gibt es immer wieder lautes Löwengebrüll zu hören.....
Letzte Änderung: 05 Okt 2014 12:26 von Champagner.
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07 Okt 2014 20:42 #356579
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  • Champagner am 27 Sep 2014 08:14
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Der vorletzte Tag – Chobe Safari Lodge, Kasane – Montag, 01.09.14




Das Löwengebrüll, das wir nachts gehört haben, stammt laut Aussage von Spencer von zwei Brüdern, die sich per „contact call“ suchen. Ich weiß nicht, ob sie sich gefunden haben – aber ich zumindest habe meinen Schlaf kaum gefunden :dry: . Ist mir aber egal – Schlaf im Urlaub wird völlig überbewertet – ich könnte ja etwas versäumen. Und siehe da, im Morgengrauen verabschiedet sich unsere Elefantenherde von uns. Heute ist sie in der anderen Richtung – vom Wasser her – unterwegs und sie haben es offensichtlich eilig, zum Frühstück zu kommen.







Mir geht es ähnlich – schnell alles zusammen packen und dann ein letztes Mal den Toast von DT genießen!

Mit der Sonne kommt auch die Truppe für die Site-Inspection anmarschiert: bisher hatte ich keine Baboons auf unseren Campsites erlebt (ist ja auch für voucher holders only :lol: ) – aber offensichtlich hoffen sie, dass wir ein paar Dinge zurücklassen. Dies ist aber verboten – und auch heute „darf“ ich wieder das entsprechende Protokoll schreiben.







Trotz Abbau des Camps nimmt sich Spencer die Zeit und weist uns noch auf einen Striped Kingfisher hin.


Ich bin erstaunt (nachdem ich ihn dann endlich auch entdeckt hatte :whistle: ) – was macht der hier? Bis heute war für mich ein Kingfisher ein...na ja, wie der Name schon sagt, ein Fischer und somit am Wasser zugange. Wasser haben wir aber hier nun definitiv keines. Tja, frau lernt nie aus: Spencer erklärt mir, dass der Striped Kingfisher sich nicht von Fischen, sondern von Insekten ernährt und in Baumlandschaften lebt. Das kleine Kerlchen macht mir große Freude, denn obwohl ich mich an ihn zu Fuß heranpirsche fliegt er nicht davon und ich kann ihn aus verschiedenen Perspektiven fotografieren. Zuerst ziert er sich noch ein bisschen, aber dann setzt er sich dekorativ auf einen Ast.











Was für ein süßer Kerl! :kiss:



Aber dann ist Schluss mit lustig: wir packen alles zum letzten Mal zusammen und verlassen unsere Campsite pünktlich um 8.15 Uhr.




Der Plan für heute ist wie folgt: wir drei Deutschen werden – auf Grund der gewünschten und so gebuchten Änderung - in der Chobe Safari Lodge abgesetzt – der Rest fährt zur Toro Lodge, wo BW einen Standort hat, dort wird der Trailer mitsamt DT abgestellt - die anderen fahren nach Zambia zu den Victoria Fällen. Spencer hat etwas Zeitdruck, denn es muss einiges erledigt werden, die Dauer des Grenzübergangs ist auch nicht absehbar und schließlich soll Daphne ja noch etwas von ihrem Tag in Livingstone haben. Wobei sie schon an den Fällen war auf einer früheren Reise und von daher sehr entspannt ist. Überhaupt hätte sie die Reise so wie wir abgeändert, wenn sie gewusst hätte, dass dies möglich ist. Ihr südafrikanischer Reiseveranstalter, mit dem sie sowieso nicht zufrieden war, hat sie aber nie auf eine solche Möglichkeit hingewiesen.




Bei der Fahrt Richtung Sedudu Gate gibt es beim Sedudu Valley noch eine Bonussichtung für mich: ein Martial Eagle sitzt ewig weit entfernt hinter viel Geäst und ich bin sehr glücklich, dass meine Kamera sich schlussendlich für ihn und gegen irgendwelche trockenen Zweige entschieden hat, auch wenn das Ergebnis nicht optimal ist - aber es ist mein erster Martial Eagle :) .



In der Chobe Safari Lodge gibt es zuerst ein freudiges Wiedersehen :) : die ganz am Anfang der Reise vergessenen Jacken von A. und W. wurden – durch Bush Ways organisiert - per Buschflieger nachgesandt. Ein toller Service – alles gut verpackt und unversehrt. D.h. ich bekomme meine Jacke von W. zurück - auch wenn sie jetzt eigentlich nicht mehr gebraucht wird.... B)



Spencer checkt noch schnell, ob mit unserer Buchung alles okay ist – und dann heißt es Abschied nehmen von ihm, DT, Daphne, Jo und Je!

Leider können wir unsere Zimmer noch nicht beziehen – dazu ist es einfach noch zu früh: 9.20 Uhr. Wir schauen uns ein bisschen um, gehen dann in den nahegelegenen Supermarkt und kaufen ein paar Süßigkeiten und Getränke. Danach liegen wir faul auf den Liegestühlen der Lodge, genießen den schönen Ausblick inklusive Elefanten am anderen Ufer und surfen ein bisschen im Internet.

Ich bin freudig überrascht von der Chobe Safari Lodge – sie ist zwar recht groß, aber sehr schön gestaltet. Auch unser früher Lunch (Club Sandwich u.ä,), den wir uns gönnen, schmeckt lecker.







Die Gartenanlage (später vom Wasser aus gesehen)





Dann ist es endlich soweit und wir können unsere Zimmer beziehen! Wow – das hätte ich nicht erwartet. Frau Miebach von Iwanowski hatte Safari Rooms für uns gebucht und das sind wirklich klasse Unterkünfte – alles groß, hell und sauber. Bevor ich meinen Krempel großflächig über die Räumlichkeiten verteile mache ich schnell noch ein paar Fotos. Auch wenn ich mein Zelt geliebt habe – hier könnte ich es auch ein paar Nächte aushalten!













Während ich mich für die Boatcruise richte wird ein Kühler mit zwei Flaschen Rosé geliefert – eine für mich und eine für A. und W. Hmmmm, wer hat denn heute Geburtstag?? :dry:




Die Entschuldigung von Bush Ways

Als wir uns kurze Zeit später am Bootssteg treffen überreicht A. mir ein Schreiben, das eben für uns angekommen ist: eine sehr lange und betroffene Entschuldigung von Bush Ways für den gestrigen Ärger. Hier ein Auszug aus dem Schreiben:

"We would like to sincerely apologise for the miscommunication within our team yesterday.....which forced you to wait instead of enjoying your game drive and the park. This should never happened and we are deeple sorry for the inconvenience. Please kindly accept our most sincere apologies....."

Na, da wurde aber schnell reagiert - und nun wissen wir auch, woher der Wein kommt, freuen uns darüber und nehmen die Entschuldigung (zunächst natürlich kommentarlos) an. Alles ist gut!! :) :) :)

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: die Sache ging nach unserer Rückkehr noch mehrmals zwischen Iwanowski, Bush Ways und uns hin und her – es war ziemlich schwierig ihnen zu vermitteln, dass die Entschuldigung völlig ausreichend für uns war und dass sie ja selber sagten, dass dies nicht mehr geschehen dürfe und sie daraus lernen wollten. Was will man denn mehr?

Aber nein, ein paar Tage später bekam ich noch eine Nachricht von Caroline von BW, in der sie sich noch mal entschuldigt hat und inzwischen rief mich sogar Heiko Genzmer, der Mitinhaber von BW höchtspersönlich an - er wollte wissen, ob die Entschuldigung (es waren ja inzwischen zahlreiche ;) ) bei uns richtig angekommen ist. Wir haben auch darüber gesprochen, dass es sich wohl tatsächlich nicht nachvollziehen lässt, wer nun den Fehler begangen hat – aber niemand von BW scheint der Meinung zu sein, dass dies nur ein kleines Versehen war, sondern sie bedauern den Vorfall sehr.

Uns ist das schon fast peinlich..... :blush: so viel Wirbel wollten wir doch gar nicht aus der eineinhalbstündigen Sache machen. Aber es macht deutlich: das Problem und auch man selber wird ernst genommen. Wobei wir ja im Anschluss an die Löwensichtung überhaupt nicht mehr über die vorausgegangene Zeit gemeckert oder gar Konsequenzen deshalb angedroht hatten – für uns war spätestens abends am Campfire die Sache eigentlich schon erledigt!

Soweit dazu - und nun geht’s zu der Private Boat Cruise, auf die ich mich schon so sehr gefreut hatte. Leider erwischen wir aber einen eher suboptimalen Guide – er ist noch sehr jung und offensichtlich am Beginn seiner Karriere. Informationen allgemeiner Art leiert er auswendig gelernt herunter (manchmal habe ich auch den Eindruck, dass er von einem Spickzettel abliest) und ansonsten interessiert er sich hauptsächlich für sein Handy :angry: . Ich ertappe ihn immer wieder dabei, wie er es – wenn ich mich wegen einer Frage oder einer Sichtung zu ihm umwende – schnell auf die Seite legt.

Es ist sehr schwer ihm zu vermitteln, dass wir gewisse Dinge schon oft genug auf dieser Reise gesehen haben und er gerne weiterschippern kann. Auch fährt er für meinen Geschmack zu dicht an einen Elefanten im Wasser heran – der scheint das auch nicht okay zu finden. Nicht dass ich Angst hätte – aber ich habe keinen Lust, das arme Tier zu bedrängen, nur damit wir eine interessante Sichtung haben. Als wir ihn bitten, mehr Abstand einzuhalten, lacht er und meint, wir bräuchten uns nicht zu fürchten, er hätte das schon im Griff. Dass es uns um etwas anderes geht, versteht er nicht. Ich habe die Situation ein bisschen fotografiert und gefilmt – und ich finde, man spürt, dass wir dem Elefanten zu dicht auf die Pelle rücken!













Aber ansonsten ist es natürlich schon sehr angenehm, dass man nicht mit einer italienischen Großfamilie an Bord inklusive kichernder oder motzender Teenagern zu kämpfen hat (alles schon gehabt....).

Über diesen Glockenreiher beim Fischen habe ich mich sehr gefreut – das hatte ich noch nie erlebt!









Eine Gruppe schwimmender Elefanten verhält sich auch ungewohnt – plötzlich kommt Unruhe in die Gruppe und sie drehen um, nur um kurz darauf doch wieder die ursprüngliche Richtung einzunehmen.









Das gleiche Spielchen nochmal:









Keine Ahnung, was sie irritiert hat. Schlussendlich verlassen sie aber dann doch frischgewaschen und entsprechend schwarzglänzend den Chobe Richtung Namibia.









Ansonsten die üblichen Verdächtigen – es ist so beruhigend zu wissen, dass man auf dem Chobe immer irgend etwas Schönes antrifft!





























Auch wenn hier der zeitliche Ablauf nicht stimmt – aber den Geiern möchte ich doch den letzten Sichtungsabschnitt widmen! Ich hatte ja schon letztes Jahr auf der Makgadikgadi-Tour Blut geleckt und mich für diese Aasfresser begeistert (vermutlich bin ich auch schon immer ein bisschen durch den Film „Das Dschungelbuch“ aus meiner Jugend geprägt....) . Mir gefallen die tollen Schnäbel und auch das ganze Verhalten – wobei ich mich ehrlich gesagt immer sehr darüber amüsiere, wenn ein Geier mit gespreizten Flügeln ein Beinchen hebt.....
Vielleicht kann mich ja mal jemand darüber aufklären, ob dies eine Drohgebärde, eine Machtdemonstration oder einfach nur ein affiges Verhalten ist!













Hüühhhh!!! :laugh:





Weil einer so schön sein Beinchen gehoben hat, hab ich ihn im Filmchen gleich dreimal zum Abschied "winken" lassen – man verzeihe mir die Wiederholung.

Ein bisschen grausam wirkt es schon, wenn ein Geier dann im Hals des toten Büffels fast verschwindet und ihn „wieder zum Leben erweckt“ – auf jeden Fall wackelt der Kopf ein bisschen... :sick:

So, hier nun mein letztes "cineastisches Meisterwerk" :laugh: :silly: – zuerst der bedrängte Elefant (er läuft übrigens tatsächlich so langsam, das ist keine Zeitlupe – jeder weiß ja, wie schwerfällig man im Wasser zu Fuß unterwegs ist.... :blink: ) und dann die Vereinigten Aasfresser B) .




Ganz am Schluss der übliche Sonnenuntergang an der ebenso üblichen Stelle – dieses Jahr zum Glück wieder mit besserem Wetter, der Dunst im letzten Jahr hat die Sonne schon vor dem Untergehen verschluckt!









Als wir wieder an Land sind gönnen wir uns einen Cocktail in der Bar und dann das große Buffet – man weiß gar nicht, wo man anfangen (und dann auch aufhören soll). Ein bisschen ungewohnt ist der ganze Rummel nach der Einsamkeit im Busch aber schon – die vielen Geräusche um mich herum finde ich anstrengend.



Also nichts wie ab ins Luxusbett – morgen steht die Fahrt nach Victoria Falls auf dem Programm!
Letzte Änderung: 27 Okt 2014 16:24 von Champagner.
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09 Okt 2014 18:51 #356804
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  • Champagner am 27 Sep 2014 08:14
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Sodele - die Reise nähert sich dem Ende - Tiere gibts auch so gut wie keine mehr.... :( Deshalb im Schnelldurchlauf noch der Rest - etwas textlastig, aber es ist ja bald geschafft ;) :

Von Kasane (BOT) nach Victoria Falls (ZIM) – 02. 09.14

Naja, soooo toll hab ich in meinem Luxusbett nun auch nicht geschlafen :unsure: – da verliert man sich ja drin... Aber ich will nicht meckern – wie gesagt, wenn man nicht die Einsamkeit sucht, dann ist das in dieser Lodge hier richtig klasse! Und uns ging es ja nur um die Bootsfahrt, für die wir eine zusätzliche Übernachtung benötigt haben. Ich bin auch recht froh, dass wir alles ein bisschen entspannt ausklingen lassen können, denn das laut Reiseverlauf vorgesehene Programm klang etwas hektisch in meinen Ohren. Aber ein bisschen Hektik werden wir heute trotzdem noch bekommen.... :S

Zuerst aber frühstücken wir in aller Seelenruhe – und wenn es mir nicht schon fast schlecht wäre, dann würde ich mir sogar noch eine Waffel backen lassen! Aber rien ne va plus.... leider hab ich bei den Eierspeisen zu sehr zugelangt :sick: .

Noch ein letzter Blick über die schöne Anlage im vormittäglichen Licht




Dann checken wir gemütlich aus und werden überpünktlich schon vor 10.05 Uhr abgeholt - ja, das ist kein Tippfehler, Abfahrtszeiten wie bei der Bahn – und das dazugehörige Chaos scheinen sie auch von denen abgekupfert zu haben! Nein, ich übertreibe natürlich mal wieder ein bisschen (die Deutsche Bahn ist unschlagbar, was Verspätungen und Ausfälle betrifft :P ) – aber ein reibungsloser Transfer geht anders.... Denn das war’s dann auch schon gewesen mit der Pünktlichkeit. Dazu kommt, dass die Zeit für die Fahrt von Kasane nach Vic Falls recht knapp kalkuliert war - Ankunft in Vic Falls sollte vor 12 Uhr sein, kurz einchecken und dann Abholung um 12 Uhr für unseren Helikopter-Flug. Ups, da darf aber nicht viel dazwischen kommen :blink: .

Eigentlich sollten wir noch einen Gast in einem Hotel in der Nähe mitnehmen, der war aber nicht da, prima – so geht es gleich weiter und wir liegen zeitmäßig voll im Plan! Frohgemut fahren wir also Richtung Grenze, um nach ein paar 100 Metern und einem Telefongespräch später plötzlich umzudrehen. No problem, sein Office hat ihm den Auftrag gegeben, zwei andere Gäste abzuholen. Hmmmm, hatten wir das nicht schon mal mit den zwei Gästen, die wir abholen müssen???? :whistle:

Es geht Richtung Flughafen und ich wage die Bemerkung, dass wir um 12 Uhr einen Termin in Victoria Falls haben. No problem – wir werden die Beiden da vorne an der „junction“ treffen! Junction.....nein, bitte nicht schon wieder!! :woohoo: Wenn er jetzt noch von irgendwelchen Roan Antelopes oder Wild Dogs anfängt, dann bekomme ich einen Schreikrampf :evil: ! Langsam bewegen wir uns auf die Kreuzung zu....es wird ein bisschen telefoniert – und natürlich steht da niemand. Hilfe – ICH HASSE DÉJÀ-VU’s!!!!
Das ganze Getue mit der Kreuzung war nur Show, wir fahren weiter bis zum Airport! Dort steigen in aller Seelenruhe zwei Damen aus einem Fahrzeug aus– und dreimal dürft Ihr raten, von welcher Lodge sie kommen? Richtig- aus dem Chobe Elephant Camp :lol: . Das ist jetzt aber nur ein Zufall und hat mit der Organisation nichts zu tun – dies hat das Transferunternehmen in der Hand.

Jetzt geht es also zum zweitenmal Richtung Kazungula und dort erlebe ich endlich mal, was ein afrikanischer Grenzübergang ist. Bisher war das alles Ponyhof und ich dachte immer – warum stellen sich die Fomis nur so an :P ???? Ausreise Botswana ist kein Problem – ich brauche nicht mal ein Formular. Aber dann kommt Zimbabwe: Das Zollgebäude wird von beiden Seiten - Eingang und Ausgang - von den Touristenmassen gestürmt, was jedoch völlig sinnlos ist, da eh nur hinter einem Schalter zwei freundliche Herren ganz gemütlich zusammen sitzen. Sie haben auch keinerlei Hemmungen trotz der wartenden Menschenmassen jeden Touristen in seiner Landessprache zu begrüßen- sehr sympathisch.....und das ist mal nicht ironisch gemeint :) Ihr besagter Schalter liegt übrigens ganz hinten im Eck, so dass zum normalen Stau im kompletten Gebäude auch noch ein Rückstau im Schalterbereich dazu kommt, denn manche Leute schaffen es einfach nicht :angry: , Platz für diejenigen zu machen, die stolz ihren Pass mit Visum in den Händen haben und hier raus wollen und sollen.

Auf der anderen Seite, bei der Ausreise, sitzt ein gelangweilter Beamte und liest Zeitung....ganz entspannt im Hier und Jetzt – was geht ihn die Einreise an? Ohhhhmmmmm....... :silly: Der Fahrer von Wild Horizon, der uns ab hier nach Victoria Falls bringen wird, zappelt schon ein bisschen rum – wir sind die letzten, auf die sein Bus noch wartet. Schnell füllen wir unser Einreiseformular aus – aber die Schlange bewegt sich eh nur langsam vorwärts – mein Blick zur Uhr sagt mir, dass das sehr knapp werden wird mit einer pünktlichen Ankunft in Victoria Falls. Als unsere beiden Damen an der Reihe sind, beginnen sie noch eine Diskussion über die Visagebühr: sie wohnen nämlich in Südafrika, haben aber kanadische Pässe. Und das kostet erheblich mehr – warum versteh auch ich nicht, aber es ist keine spontane Erfindung, sondern hängt sogar irgendwo an dem Glasfenster der Zöllnerkabine aus. Schlussendlich marschieren wir aber alle mit unserem Gepäck zum Bus und ich frage den Fahrer, ob er glaubt, dass wir es auf 12 Uhr zur Ilala Lodge schaffe. Ich liebe klare Ansagen – seine Antwort: No chance!

Gut, dann wissen wir das auch..... :unsure: Erst komme ich mir ja wie die drängelnd-panische deutsche Touristin vor, aber es ist wohl gut, dass ich ihm die Info gegeben habe, denn ohne dass ich ihn darum bitte klärt er alles telefonisch mit Wild Horizon vor Ort ab.

Und siehe da - wir werden als erste in der Ilala Lodge abgeliefert. Dadurch absolvieren wir auch gleich Kapitel zwei des Grundkurses „Wie schaffe ich mir Feinde?“ Ich glaube, die anderen Passagiere konnten uns schon an der Grenze, als wir als letzte einstiegen, nicht leiden (Kapitel 1) – und das bessert sich durch unsere Bevorzugung nun auch nicht mehr :blush: . Egal – tschüss – wir werden uns eh nicht mehr wiedersehen.

Einchecken ist jetzt natürlich kein Thema – denn es wartet bereits der Fahrer, der uns zum Helikopter bringen soll. Im Auto sitzen zwei Italiener – Grundkurs, Kapitel 3: die können uns wohl auch nicht unbedingt leiden. Pffff... :whistle: .die sollen sich mal nicht so anstellen - was sind denn 20 Minuten Wartezeit – da sind wir ganz andere Sachen gewohnt....

In Schweigen gehüllt fahren wir raus zum Airstrip von Bonisair. Ich wollte wieder mit denen fliegen, weil sie einen Viersitzer haben und das hätte ja perfekt gepasst. Nun ist es ein Sechssitzer, da passen wir zwar alle auf einmal rein, aber hinten drin sitzt man sich gegenüber und zwei fliegen also falsch herum. Da ich aber der (die?) Single an Bord bin (tja, alles im Leben hat einen tieferen Sinn! :) ) , darf ich vorne neben dem Piloten sitzen. Fein, der Hubi ist auch nach unten hin verglast!







Der Flug ist schön, der Wasserstand minimal höher als 2012.











Hier sieht man gut die einzelnen Aussichtspunkte



Und hier der Danger Point aus verschiedenen Perspektiven







Auf dem Rückweg – kurz vor der Landung – zeigt uns der Pilot Elefanten... und dort drüber sind Giraffen....(die hab ich überhaupt nicht gesehen.... :unsure: ) und rechts übrigens noch ...ROANS. Nein – ich fass es nicht – die ganze Reise über hatte ich auf sie gehofft – nun sind sie hier – und ich blinde Kuh checke es mal wieder zu spät wo sie sich befinden :woohoo: . Somit wird das Foto mit einer schemenhaften Antilope am unteren Bildrand ein Geheimnis zwischen meiner Speicherkarte und mir bleiben :blink: :blush:

Aber wenigstens die Rüsseltiere hab ich noch erwischt - und hier schließt sich in meinem Kopf ein Kreis - 2012 hab ich hier meine ersten freilaufenden afrikanischen Elefanten gesehen - aus einem Bonisair-Hubschrauber heraus - und heute sind sie die letzten Tiere der Reise!
.









Nach der Rückkehr zu Ilala Lodge checken wir ein und ich bin sehr glücklich, dass die Anfrage von Frau Miebach geklappt hat – wir haben zwei der Zimmer im Bereich hinterm Pool – mit einer netten kleinen Terrasse (Lil hat in ihrem Reisebericht schöne Fotos davon!).





Spontan beschließen wir, uns für den Rest des Nachmittags zu trennen. Da ich einen kleinen erkältungstechnischen Rückschlag habe, empfinde ich kein großes Verlangen, mich zum Essen in den Ort zu begeben wie A. und W. und esse daher eine Kleinigkeit in der Lodge. Vorher hatten wir aber beide das selbe Erlebnis, wie wir abends feststellen: wir hatten unsere Terrassentüren jeweils offen, als ein neuer Gast auf seine Terrasse trat und ein von tiefstem Herzen kommendes „Das ist das Paradies“ von sich gab! :)

Nach meinem Snack breche ich in Richtung Fälle auf – und bin positiv überrascht, dass ich – so ganz alleine unterwegs – überhaupt nicht blöd angequatscht werde. Vermutlich sehe ich arme Singeline so aus als ob ich eh kein Geld für Souvenirs habe... B)



Ich gönne mir an den View Points so viel Zeit wie ich Lust habe – dabei versuche ich ein bisschen gegen den Strom zu schwimmen, denn eine riesige Schülergruppe ist unterwegs....





Vielleicht kann sich noch jemand an meinen letzten Bericht von den Victoria Falls erinnern – da ging es mal ne Weile wegen eines Baumstamms, der über dem Weg lag, hin und her im Forum. Tja – ich muss euch die traurige Nachricht machen: dieser Baumstamm ist nicht mehr da....(aber ich bin unschuldig!).




Dafür gibt es mehr Gischt als 2012 – an Stellen, an denen ich damals gut fotografieren konnte, lasse ich es dieses Mal lieber bleiben.







Unterwegs beobachte ich die Leute, wie sie so ihren diversen Freizeitbeschäftigungen nachgehen....













Am Danger Point bleibe ich sehr lange sitzen und genieße das Lärmen des Wassers und die Sonne, die immer tiefer sinkt.







Mit A. und W., die inzwischen eingetroffen sind, gehe ich zurück zur Lodge und wir gönnen uns ein richtig feines Abendessen à la carte. Mit dem Wissen, dass morgen noch ein gemütliches Frühstück vor der Abreise auf uns wartet, gehen wir zu Bett. Ironie des Schicksals: von wegen Krabbelzeugs beim Zelten – heute nacht werde ich zum ersten Mal von einem vereinsamten Moskito genervt, das mich zwingt aufzustehen und mich mit Peacefull Sleep (das mir Fleur de Cap aus ihrem Urlaub mitgebracht hatte :kiss: :kiss: :kiss: ) einzunebeln :sick: .

Gute Nacht! :)
Letzte Änderung: 12 Jul 2015 13:39 von Champagner.
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