THEMA: Nord-Botswana Oktober 2013 als Selbstfahrer
13 Jan 2014 21:13 #320795
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14. und 15.10. Savuti (CV5) und Weiterfahrt nach Linyanti.


Savuti hat uns, nun schon beim zweiten Besuch, noch weniger gefallen als beim ersten Mal 2010. Sehr heiß



(etwas über 40 Grad. Gut, dafür kann Savuti nichts und überraschend ist es auch nicht), sehr dreckiger Sand, ich nehme an, von der Holzkohle tausender Lagerfeuer. So schwarz waren meine Füße (in Sandalen) selten. Und der Sand ist gespickt mit fiesen kleinen, losen Dornen von denen ich mehrere aus meinen Füßen gepult habe. Ich habe wieder feste Schuhe angezogen. Der Ablutionblock ist derart aufgeheizt und auch nach Sonnenuntergang ohne Lüftung (die Tür bleibt geschlossen - verständlich wegen der Tiere, aber eine andere Lüftung gibt es nicht), dass trotz „kalter“ Dusche bei Sonnenuntergang noch beim Abtrocknen erneut der Schweiß ausbricht.



Außer Tockos, einer Fuchs-Manguste und einen, uns umkreisenden, Elefanten haben wir kaum Tiere gesehen.



Eine Kap-Turteltaube. Kennt jeder, ruft immer "work-harrrrder"
Herumgefahren sind wir nicht. Ich schätze es nicht, auf’s Geratewohl durch die Gegend zu brummen, zumal wir an den Fahrttagen genügend herumfahren. Wenn man mal einen guten Guide (Dombo-Uli (Entschuldigung Uli!) und Sango-Mike) hatte, ist man da verwöhnt. Auf dem Platz CV5 aber sitzt man im Gebüsch.


Ein Hörnchen, das unser Auto von unten erkundete.
Gehört haben wir auch keine Tiere, dafür aber ständig den Diesel-Generator für eine oder mehrere der Lodges, auch und besonders nachts. Der Savuti-Channel ist nur noch ein Rinnsal. Die zwei Übernachtungen zu dem hohen Preis hätten wir anders einplanen können.


Am 15. sind wir dann nach Linyanti (CL2) weitergefahren. Die Strecke ist sehr sandig, wir sind aber gut durchgekommen. Meist 2. Gang 4H, gelegentlich 1. Gang 4H. Manchmal gabeln sich die Fahrspuren und man hat keine Zeit, sich deren Qualität anzusehen, weil Anhalten problematisch werden kann. Wir hatten mehrfach Glück mit der Wahl der linken Spur (Savuti Richtung Linyanti). Dort, wo die aus dem Sand ragenden gebleichten Gebeine früherer Fomis missglückte Kämpfe mit dem Tiefsand verraten (oder waren es doch nur Knüppel? Keine Ahnung, nur schnell weiter. Diese Frage muss auf ewig offen bleiben) heißt es, besonders aufzupassen. Wenn der Sand so tief ist, dass die Fahrspur des Vorgängers nur noch zu einem V wird, kann es kritisch werden. Ggfs. den 1. Gang einlegen (nicht anhalten dabei, sondern mit Bedacht aber bestimmt den 1. Gang einlegen) und mit 2000 U/min in 4H durch. So ging’s immer.


Das Office von SKL in Linyanti.
Abends hatten wir für eine halbe Stunde das erste heftige Gewitter. Wir verbrachten es im Zelt, das tatsächlich dicht blieb.

Schöne Grüße,
Reinhard

Nächste Folge: Linyanti at it's best.
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16 Jan 2014 20:23 #321314
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Liebe Leute,
in Linyanti haben wir einen der schönsten Tage unserer Reise erlebt. Man sitzt oben am Hang und schaut was da so kommt. Immer was los auf der Bühne.

16.10. Linyanti

Linyanti war ein Paradies! Dass man dort kaum herumfahren kann, stört mich wie gesagt wenig. Wir haben dem Tag an unserem Platz gesessen und wurden prächtig unterhalten. Stundenlang plantschten und fraßen Elefanten im Röhricht direkt vor uns und besuchten uns gelegentlich.





Ebenso kamen einige Kudus. Dieser schmucke junge Bursche hielt sich lange (zusammen mit seiner Freundin) dicht bei uns auf. Da wir brav auf unseren Stühlen saßen und nur mit dem Baumschatten mitwanderten wurden wir wohl als ungefährlich angesehen.




Bennett's Woodpecker schaut um die Ecke





Sehr viele verschiedene Vögel gab es dort wie bereits vor drei Jahren. Hadedah, Glanzstare, Crested Barbet, Oxpecker, verschiedene Bülbüls, Hartlaub’s Babbler, Bennett’s Woodpecker.





Der Crested Barbet (Hauben-Bartvogel) machte auf uns den Eindruck eines unerschrockenen kleinen Raufbolds. Er nahm gern direkt von den Fingern Rusk-Krümel und biss auch gern mal in den Finger. Wenn man den Krümel nicht losließ zerrte er daran, man hätte ihn mitsamt Krümel hochheben können.

Ein Waran, mehrere Giraffen und immer wieder Elefanten. Sehr störend war, dass einige Offizielle zweimal direkt vor uns mit einem Luftpropellerboot lang brummten mit einem Mordslärm. Die Elefanten stürmten in höchster Aufregung aus dem Wasser zu uns auf den Hang :woohoo: Nach einer Viertelstunde kehrte wieder Ruhe ein. Nachts haben wir dicht bei uns Hippos gehört. Auf einmal krachte es laut zehn Meter neben uns. 3 große Elefanten brachen sich dicke Äste ab von einem umgebrochenen großen Baum. Wir betrachteten im Mondlicht mit etwas mulmigem Gefühl die Szenerie. :S Bei uns brachen sie glücklicherweise nichts ab.



Ein wunderbarer Tag ging zu Ende.
Letzte Änderung: 17 Jan 2014 18:09 von Reinhard.
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26 Jan 2014 13:22 #323158
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Heute, 26. Januar: strahlender Sonnenschein, minus 10 Grad :silly:
Am 17.10. 2013 hatten wir anderes Wetter:
Abschied vom Paradies, Fahrt nach Kasane und Senyati.

Linyanti war wirklich toll. Ich bin sicher, jeder weitere Tag hätte ebensolche Erlebnisse geboten. Aber Senyati war gebucht und auf ging’s. Unser Nüvi kürzte den Weg entlang der sandigen Cutline Richtung Kachikau mit einer schmalen Piste quer durch den Busch ab. Ich hatte den Eindruck, dass hier jede Woche maximal einer durchkommt. Diese Piste schien weniger benutzt zu sein als alle im CKGR. Bisher hatte alles so gut geklappt … wenn wir hier liegen bleiben … :unsure:
Aber plötzlich waren wir wieder auf der breiten, roten Sand-Hauptpiste und konnten ab Kachikau erstmals die 2010 noch im Bau befindliche Asphaltstraße befahren.







Die Transitroad zwischen Ngoma und Kasane




Auf dem kurzen Straßenstück zwischen Kazungula und Senyati begegnetet uns plötzlich internationaler Fernverkehr.

Um 14:30 waren wir am Senyati Camp. Unsere Buchung hatte man offenbar vergessen und es dauerte einige Zeit des Suchens und Blätterns, bis eine Bedienstete schließlich entschied: wir sollen in Chalet No. 2. Was etliche schon wissen aber wir bis dato nicht: der Blick auf die Elefantensuhle und das Wasserloch ist allerbest. Vielleicht zehn Meter vor der Terrasse gibt’s eigentlich immer einen großen Elefanten-Auflauf, gelegentlich mit aufgeregtem Trompeten. Grandios.





















Einen schönen Rest-Sonntag wünscht
Reinhard
Anhang:
Letzte Änderung: 26 Jan 2014 13:35 von Reinhard.
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31 Jan 2014 19:41 #324057
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Es ist Freitag Abend und es geht weiter:

18.10. Senyati

Ich muss gestehen, trotz der vielen Lobeshymnen auf Senyati und deren Eigner bleibt bei uns der Eindruck etwas zwiegespalten.
Einerseits ist die Lage von Chalet No. 2 toll. Direkt vor dem Gebäude unentwegt "Nature-TV".
Andererseits macht die Unterkunft einen verbesserungsfähigen Eindruck. Es sind drei große Räume hintereinander: vorne Essen und Kochen, gazebespannte Fenster, schön luftig.




Der mittlere Raum ist der Schlafraum mit verglasten Fenstern, die man zwar öffnen kann aber eben ohne Gaze, d.h. kein Mückenschutz, auch kein Moskitonetz am Bett; am Ende als dritter Raum, der nur durch etwa 2 m hohe Wände getrennt ist, das Bad und WC, soweit alles ok.
Im Schlafraum gab es ein Klimagerät, das aber nicht funktionierte. Die Giebelwand des Bades wird in den Stunden vor Sonnenuntergang enorm aufgeheizt und heizt auch gleich den Schlafraum. Unser misslungener Versuch einer angenehmen Temperierung des Schlafraums sah dann so aus: Glasfenster geschlossen wegen der Mücken (trotzdem hatte ich ungefähr rund 20 neue Stiche am Morgen), Glastür zur Küche weit geöffnet und dort alle Fenster geöffnet, aber Gaze geschlossen. Fazit: Mücken und Bullenhitze.
Entweder hatten wir zuvor Zelte, die nachts abkühlen und dennoch Gazefenster haben oder Aircondition oder Gaze-gesicherte, weit zu öffnende Fenster. Hier nichts dergleichen. Von den Betreibern hat sich während der drei Tage niemand blicken lassen und das Büro war eigentlich immer unbesetzt, jedenfalls wenn wir anwesend waren. Schade.
Die Elefanten-Schau war trotzdem prima:







In Kasane haben wir das kleine Biodiversity Centre am westlichen Ortsrand besucht. Ein rührender und meines Erachtens unterstützenswerter Versuch Schlangen und Vögel, gelegentlich Säugetiere den Touristen in kleinen und großen Käfigen zu zeigen - mit Erläuterung und Führung. Die meisten Tiere wurden aufgegriffen oder verletzt eingeliefert. Wer möchte, kann auch eine Python auf den Arm nehmen.
Schöne Grüße,
Reinhard
Letzte Änderung: 31 Jan 2014 19:45 von Reinhard.
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02 Feb 2014 11:45 #324282
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Liebe Leute,
nach einem letzten schönen Abend auf Senyati


ging es am nächsten Morgen weiter.

19.10. Fahrt zur Mazambala Island Lodge am Kwando


Keine besonderen Vorkommnisse. Freundliche Grenzabfertigung an der Ngoma Bridge und ebensolche Aufnahme an der Lodge, die nur eine geringe Belegung hatte.



Waren das zweite Mal dort: immer empfehlenswert.
Tollen Bootsausflug am Nachmittag gemacht.





Ein Lappenkiebitz




und sein häufigerer Verwandter, der Waffenkiebitz (Blacksmith Plover)




Eine Lechwe im flotten Lauf dicht an uns vorbei
Viele Krokodile gesehen, Hippos und die Krönung: eine Kolonie Karmin- oder Scharlachspinte mit mehreren hundert Tieren an einem kleinen Steilufer.





Für einen kleinen Zwischenstopp haben wir viel gesehen und einen angenehmen Aufenthalt gehabt.
Schöne Grüße,
Reinhard
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06 Feb 2014 19:42 #325351
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20.10. Fahrt zu Drotsky’s Cabins am Panhandle


Wieder zurück nach Botswana (so sammelt man Visa im Pass!).

Wir erwarteten eine in Ehren ergraute, mit deutlich Patina versehene Drotsky’s Cabin am Panhandle und bekamen eine noble, erst drei Jahre alte, in einen großzügigen Park mit Pool eingebundene Lawdon’s Lodge (Benannt nach Lawrence und Donovan, den Söhnen des Eigentümers). Überraschung! Das wohl beste Haus unserer Reise.


Ansicht von der Gartenseite




Ich habe ja ein Faible für aufwändige hölzerne Dachkonstruktionen! Hier das Haupthaus.




Sehr großzügige, einzeln stehende Cabins aus Holz mit allem Comfort.



Blick von unserer Terrasse in den Park.



und so sah es drinnen aus.
Sehr gutes Essen im riesigen, eindrucksvollen Haupthaus. Drei Übernachtungen dort.
Wir haben uns auch Drotsky's Cabin selbst angesehen, die etwa 2-300 Meter flussabwärts liegen und nur noch in Ausnahmefällen belegt werden.
Gruß
Reinhard
Letzte Änderung: 08 Feb 2014 19:17 von Reinhard.
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