THEMA: Reisebericht: Go visit Tanzania! 2012
05 Mär 2012 20:13 #227094
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  • Steffi82 am 05 Mär 2012 20:13
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… oder auch: Gnuuö! Moöh! Gnöö! Brrr! :P

Herzlich willkommen zu unserem Reisebericht „Go visit Tanzania!“, der – ihr werdet es wahrscheinlich schon erraten haben - von unserer Tansania Reise Mitte Januar bis Anfang Februar diesen Jahres handelt.

Insgesamt waren wir mit An- und Abreise 16 Tage unterwegs und haben die klassische Nordroute „abgegrast“. Dieses Mal sind wir nicht selber gefahren (das war uns für das erste Mal Ostafrika dann doch zu heikel), sondern haben uns fahren lassen. Neben uns beide – Christian und Steffi – begleitet ihr dieses Mal also auch Godfrey und Komba auf die Reise mit.

Nichtsdestotrotz: In unserem Land Rover ist noch genug Platz, ihr könnt also gerne zusteigen! :)

Warum gerade Tansania? Nun eigentlich haben wir das Reiseziel einem lustigen Gästebucheintrag im Okaukuejo-Camp im Etosha Nationalpark im Januar 2011 zu verdanken. Dort ließ sich damals eine Amerikanerin lang und breit darüber aus, dass es im Etosha ja gar keine Tiere zu sehen gäbe (was wir nun wirklich nicht bestätigen konnten!) Ihre Ausführungen beendete die Dame mit einem riesengroßem Aufruf: „Go visit Tanzania!“
Unsere Neugier war geweckt! :lol:

Doch schnell stellten wir fest, dass so eine Tansania-Reise – auch oder vielleicht gerade, wenn man sich entschließt nicht selbst zu fahren – eine Wissenschaft für sich ist. Die meisten Anbieter kombinieren nämlich 3-8 Tage Safari mit Baden am Meer. Nun finde ich das Meer zwar toll, mein Göttergatte weigert sich aber standhaft mit etwas schwimmen zu gehen, was lebt und kein Mensch ist. :whistle: Hinzu kommt, dass es uns am Strand immer fürchterlich schnell langweilig wird …

Einen Anbieter zu finden, der zwei Wochen Safari – noch dazu, wie wir sie uns vorstellten, d.h. mit eher weniger kulturtouristischen Elementen - und das auch noch zu einem bezahlbaren Preis anbietet war deshalb gar nicht mal so einfach. Aber wir sind letzten Endes fündig geworden! :)

Unsere Route sah dann letzten Endes folgendermaßen aus:
Tag 0: Abflug
Tag 1: Ankunft – Arusha
Tag 2: Arusha – Lake Manyara NP
Tag 3: Lake Manyara NP – Karatu
Tag 4: Karatu – Ngorongoro Krater
Tag 5: Ngorongoro Krater – Serengeti (Ndutu)
Tag 6: Serengeti (Ndutu)
Tag 7: Serengeti (Seronera)
Tag 8: Serengeti – Lake Eyasi
Tag 9: Lake Eyasi („Spaziergang“ mit den Hazabe-Buschmännern)
Tag 10: Lake Eyasi – Tarangire NP
Tag 11: Tarangire NP
Tag 12: Tarangire NP – Arusha
Tag 13: Arusha NP
Tag 14: Arusha (Besuch eines Dorfes in der Nähe von Arusha)
Tag 15: Arusha - zuhause

Achja, falls es in diesem Reisebericht öfter mal „Gnuuöt!“ bitte nicht wundern – nach drei Tagen Serengeti während der Migration und der entsprechenden Geräuschkulisse fängt jeder irgendwann an, ein bisschen Gnu zu sein. ;)

In diesem Sinne… bitte einsteigen, bald geht es los!

Alle Nachzügler und Neuzugänge können zur besseren Lesbarkeit oben rechts in der Titelleiste auf die Sonne klicken und landen dann bei den gesammelten Reiseberichtsteilen ohne Kommentare!

Letzte Änderung: 17 Jul 2013 20:52 von Steffi82.
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07 Mär 2012 17:46 #227296
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  • Steffi82 am 05 Mär 2012 20:13
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Hallo zusammen,

wie versprochen - los geht's!

Tag 1

Kurz vor sieben geht mit Blick auf den Kilimanjaro und die umliegende Gebirgskette die Sonne auf. Nach gut acht Stunden Nachtflug sind wir fast am Ziel – keine Stunde später landen wir am Kilimanjaro Airport in Tansania.

Hurra, wir sind im Urlaub! :laugh:

Bzw. wir sind fast im Urlaub - noch haben wir ja das Einreiseprozedere vor uns. Der Flughafen Kilimanjaro Airport besticht durch eine gewisse Übersichtlichkeit und 70er Jahre Bausündencharm :laugh:. Das wichtigste hier: Bloss nicht den Flughafen fotografieren, dass wird in Tansania scheinbar nicht gerne gesehen . Nun gut, hatten wir auch nicht vor, so hübsch ist er wirklich nicht :whistle:.

Im Flughafen teilen sich die Ankommenden in zwei Schlangen: Die, die bereits ein Visum haben und die, die sich dieses noch holen müssen. Wir haben unsere bereits in Deutschland beantragt und können uns daher gleich bei den Einreiseschaltern anstellen – und sind tatsächlich die Ersten :woohoo: . Die Dame hinter dem Schalter begrüßt uns sehr freundlich und arbeitet uns richtig schnell ab :blink: . Und das Gepäck ist tatsächlich auch schon da :woohoo: ! Wir sind verblüfft – so schnell sind wir noch nie im Urlaub durch das Einreiseprozedere gekommen – und das in Afrika :) ! Da fängt der Urlaub ja schon super an!

In der kleinen Empfangshalle werden wir auch schon empfangen. Neben Godfrey unserem Guide wird uns auch noch unser Fahrer Komba auf die Reise begleiten. Warum wir gleich zwei Guides abbekommen haben, ist uns nach wie vor ein gewisses Rätsel, scheint aber manchmal zu passieren, wenn gerade einer übrig ist und die örtliche Agentur einem etwas Gutes tun will (oder vielleicht auch nur einen Guide beschäftigen will ;)).

An diesem ersten Tag fahren die beiden uns nur nach Arusha ins Hotel. EIn Programm hatten wir für diesen ersten Tag nicht vorgebucht, weil wir uns nicht sicher waren wg. Verspätung etc. Dies wollten wir ggf. vor Ort noch angehen. Allerdings war diesmal der Vorurlaubsstress zuhause derart übel, sodass wir in Kombination mit dem NAchtflug ziemlich gerädert ankamen. Insofern unsere Entscheidung den Tag ruhig anzugehen und uns nur ein bisschen vom Nachtflug zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. :)

Auf der Fahrt vom Flughafen nach Arusha haben wir auch gleich einen guten Ausblick auf den Kilimanjaro. Unsere beiden Guides sind recht begeistert – so klar ist die Sicht wohl nicht allzu oft. Und eines merken wir bereits auf der dreiviertelstündigen Fahrt zum Hotel ganz klar: Hier staubt's! Und wie! Man liest ja immer davon, aber in echt vor Ort, steht man dann doch mit einer gewissen Faszination vor diesem unglaublich feinem Staub, der hier überall ist und durch alle Ritzen kriecht. Der Staub sollte dann auch für die nächsten 14 Tage unser treuer Begleiter werden ;), mal mehr mal weniger, aber da war er eigentlich immer.

Unser Hotel für die erste Nacht, das African Tulip liegt direkt in Arusha in einer kleinen Seitenstraße.



Es ist eine kleine Anlage, aber sehr gepflegt, mit sehr schönen Zimmern und sehr engagiertem Personal. Der Manager ist ein Inder, der sich zuallererst entschuldigt, dass unsere Zimmer noch nicht bezugsfrei sind. Huh? :blink: Es ist erst kurz nach 9.30 Uhr morgens – mit bezugsfertigen Zimmern hatten wir echt noch nicht gerechnet. Dem Manager scheint das aber sehr peinlich zu sein – er entschuldigt sich gefühlte 1000x und bugsiert uns in die Bar, wo wir Getränke aufs Haus bekommen :cheer: . Keine 15 Minuten später ist dann auch unser Zimmer bezugsfertig. Das ging doch nun wirklich einmal schnell. Wir verabschieden uns von Godfrey und Komba und verabreden uns für den nächsten um neun Uhr zum Start unserer Tour.

Dann holen wir ein bisschen Schlaf nach und genießen den Rest des Tages im kleinen Garten der Anlage bei Vogelgezwitscher und lecker indischem Essen.



Achja, Gnus haben wir an diesem ersten Tag gesehen – die hingen nämlich über unserem Bett :laugh: !



Fazit: African Tulip - Arusha
Als erste der letzte Übernachtung ist das kleine aber feine Hotel wirklich perfekt. Es liegt einigermassen ruhig, ist sehr gepflegt, der Manager liest einem wahrscheinlich auch wirklich jeden Wunsch von den Lippen ab ;) und das Essen ist auch sehr schmackhaft.
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07 Mär 2012 18:14 #227302
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und wie versprochen, hier auch noch der zweite Tag!

Allerdings reichlich "Gnuuööh"-los :( - dafür hab ich als Entschädigung für euch aber ein paar "Törööös" zu bieten! ;)

Ich hoffe außerdem, ihr habt nichts gegen Fotos - davon kommen in den nächsten Beiträgen nämlich jetzt einige :whistle: !

Tag 2

Nach einer erholsamen Nacht blicken wir am nächsten Morgen froh und munter unserer ersten Safari entgegen. Das Frühstück ist gut und reichhaltig und es gibt ANANAS – echte, frische Ananas :woohoo: . Ehrlich gesagt: Ich könnte mich in frischen Ananas baden, so gut sind sie :blush: ! Kein Vergleich zu den Ananas zuhause.

Nachdem Frühstück packen wir unser Sachen und marschieren zur Lobby, wo wir schon erwartet werden. Heute soll es in den Lake Manyara Park gehen. Godfrey fragt uns, welche Tiere wir uns heute wünschen! Uih - wir dürfen Wünsche äußern :cheer: - dann wünschen wir uns doch mal einen Elefanten. :laugh:

Zuvor geht’s aber noch zum Wasserkaufen und Geldwechseln. Die damit verbundene Tour durch Arusha ist sehr interessant. Neben dem leicht chaotischen Verkehr beeindrucken uns am meisten die sehr langgezogenen, direkt an den Straßen liegenden Gärtnereien. Die ein oder andere dort strauch- oder baumartig groß gewachsene Pflanze, steht bei uns in klein auf der Fensterbank. Dass die Pflanzen in ihren Heimatgefilden größer werden, war uns ja bewusst, es dann aber tatsächlich zu sehen, ist ein Augenöffner. Aus diesem Grund rufen wir während der Stadtfahrt mindestens zwanzigmal überrascht. „Uh, so groß werden die eigentlich!“ aus. Unsere Guides finden das ziemlich witzig: Da kommen die deutschen Touris und flippen bereits bei den Pflanzen in den Gärtnereien voll aus! :lol:

Und überhaupt scheint sich das Geschäftsleben hier hauptsächlich entlang der Hauptstraßen abzuspielen, was für uns jede Menge erste Eindrücke vom Land bedeutet. Den Verkehr an sich finden wir zwar etwas kreativ chaotisch mit einer gehörigen Portion „Survival oft he Fittest!“, aber noch so, dass man sich wahrscheinlich schnell daran gewöhnen kann.

Nachdem wir fertig sind, geht es los Richtung Lake Manyara Nationalpark. In Mto Wa Mbu einem kleinen quirligen Städtchen vor den Toren des Nationalparks gibt es noch schnell ein kleines Mittagspicknick. Und unsere erste am Strauch gereifte Banane. Was für ein Genuss! Wenn ich neben den Tieren das Beste unserer Reise benennen müsste, dann wäre es ganz klar das frische Obst. Es ist unglaublich wie toll auf unserer Reise die Ananas, Bananen, Mango und auch Avocado geschmeckt haben. :)

Bei unserem kurzen Picknick fliegen dann auch schon die ersten Marabus über unseren Köpfen hinweg. Hurra – wir sehen Tiere (wir freuen uns ja grundsätzlich mal über alles – nicht nur über Pflanzen). ;)

Dann geht es ab in den Nationalpark.



Der Lake Manyara Nationalpark ist ein recht kleiner Nationalpark mit nur etwa 330 Quadratkilometern. Davon umfasst aber der Lake Manyara je nach Ausdehnung rund 230 Quadratkilometer. Dadurch, dass hier das ganze Jahr über Wasser vorhanden ist, soll es hier viele Tiere geben. Schauen wir mal!

Der Park begrüßt uns grün – richtig grün! Man fährt nämlich direkt durch den dort wachsenden Grundwasserregenwald. Passend zum Dschungel laufen uns auch sofort Affen über den Weg. Paviane belagern die Straße, so ganz ohne Scheu vor den neugierigen Touris.



Ich muss zugeben, mit Affen und Pavianen im Speziellen konnte ich bisher nicht wirklich viel anfangen – aber unser Besuch im Lake Manyara NP hat das geändert. Irgendwie sind sie doch ziemlich faszinierende Tiere, wenn man ihnen mal etwas länger zusieht.





Dann fahren wir aus dem Wald heraus in Richtung See, wo sich auf den freien Flächen Zebras und Büffel tummeln. Leider alle sehr weit weg von der Straße, sodass wir durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme nur Zebrapunkte flimmern sehen. Ein Stückchen weiter sehen wir verflimmert einen Elefanten aus dem Wald kommen.

Einer? Nein eine ganze Herde von ca. 40 Tieren versammelt sich auf einer Lichtung und marschiert umgeben von einer Staubwolke dann in aller Seelenruhe in unsere Richtung. :woohoo:



Wir sind baff. :blink: Die Herde wandert wirklich genau aus uns zu. 20 Meter vor unserem Auto kommt die Truppe zu einem abrupten Stopp – die Leitkuh muss sich ihren Bauch an einem Termitenhügel reiben. Hinter ihr stoppt alles! So ein bisschen stellt sich Dschungelbuchatmosphäre ein, den zwanzig Elefanten, die abrupt abbremsen, sehen einfach nur zum Quietschen komisch aus! :)



....
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07 Mär 2012 18:26 #227303
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Tag 2 - Fortsetzung

Nachdem sich die Dame den Bauch fertig geschrubbt hat, stampft die Herde völlig unbeeindruckt an uns vorbei zum Tümpel auf der anderen Seite der Straße.





Während sich die Großen so gar nicht um uns kümmern, finden die kleinen Elefanten die Autos teils doch sehr interessant uns starten äußert putzig anzusehende Scheinangriffe auf unser Auto.





Und zum Schluss wird dann auch noch ein ganz kleiner Babyelefant von seiner Mutter an uns vorbeigeschoben. Wir sind begeistert. :laugh:





Irgendwann verschwinden die Elefanten dann wieder im Gestrüpp und wir pirschen mit einem verzückt-grenzdebilen Grinsen im Gesicht weiter durch den Park. Wir sehen Giraffen, Zebras, Paviane, Meerkatzen, einen Wasserbock von hinten und an den Hippo-Pools auch ein paar Flusspferde.



Dann treffen wir noch auf eine kleine Impalaherde, die uns aber nicht so toll findet was eine Impaladame auch recht deutlich zum Ausdruck bringt. B)



Um kurz nach sechs verlassen wir den Park und machen uns auf zu unserer Unterkunft, der Kirurumu Tented Lodge- Die Anfahrt ist reichlich abenteuerlich und schon fast ein Highlight für sich selbst. :) Die Lodge liegt am Rande des Grabenbruchs mit einem eigentlich fantastischen Blick ins Tal und auf den Lake Manyara. Heute Abend ist es aber sehr schwül und diesig und als wir ankommen auch schon dämmrig, sodass wir die Aussicht nicht wirklich zu sehen bekommen. Aber vielleicht morgen.

Nachdem wir uns kurz in unseren sehr schönen, geräumigen Zelten frisch gemacht haben, geht es ab zum Essen. Das Essen hier ist gut, wenn auch etwas zu ambitioniert – was es eigentlich gar nicht nötig hätte. Gut gesättigt fallen wir schon recht bald müde von unserem ersten Safaritag ins Bett – mal sehen, was der nächste Tag so bringt….:)
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08 Mär 2012 19:06 #227478
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Einen wunderschönen Abend liebe Mitreisende,

ich muss feststellen, dass es in unserem Wagen mittlerweile richtig schön kuschlig geworden ist, bei sovielen Zugestiegenen ;) . Schön, dass ihr uns alle auf unsere Reise zurückbegleitet. Damit ihr nicht warten müsst gibt es heute auch schon den dritten Tag. Heute geht es noch einmal in den Lake Manyara Nationalpark und im Anschluss in das eine gute Fahrstunde entfernte kleine Städtchen Karatu, nicht weit weg vom Ngorongoro-Krater.

Also, alles auf die Plätze - es geht weiter :) !

Tag 3

In der Nacht zieht ein Gewitter auf. Dementsprechend fällt mein schöner Plan am Morgen bei phänomenaler Aussicht einen atemberaubenden Sonnenaufgang zu fotografieren auch flach :dry: . Zwar hat es am frühen Morgen bereits aufgehört zu regnen, die Wolken hängen aber nach wie vor schwer am Himmel. Trotzdem: So einsam alleine auf der Terrasse vor seinem Zelt zu sitzen und einfach in die Natur hinein zu lauschen und zu warten bis es hell ist, ist irgendwie schon Luxus pur. :)



Danach gibt es ein schnelles Frühstück (Ananas, *yamyam* :P ) und auf geht es wieder in den Lake Manyara Park. Berühmt ist der Park im Übrigen hauptsächlich für zwei Sachen:

1. Für die Flamingos, die zeitweise in Scharren dort anzutreffen sind. Für alle die nun scharrenweise Flamingo-Fotos erwarten – ich muss euch leider enttäuschen :unsure: . Überall dort, wo man uns auf unserer Reise Flamingos im Überfluss in Aussicht stellte, trafen wir völlig flamingofreie Zonen an. Im Lake Manyara sahen wir auch großer Entfernung gerade eine handvoll. Mit den Flamingos hatten wir also eher Pech!

2. Für die Löwen, die dort gerne auch Bäume klettern sollen, um ein bisschen Ausschau zu halten und um den Mücken zu entkommen (die hier scheinbar bevorzugt tiefer als zwei Meter fliegen – bitte fragt mich nicht wieso – unsere zwei Guides haben uns im Brustton tiefster Überzeugung versichert, dass dem wirklich so sei). Mittlerweile sind die Baumlöwen nur noch selten anzutreffen, da sich das im Lake Manyara ansässige Rudel wohl irgendwann teilte und man davon ausgeht, dass es zum Großteil in die Serengeti abgewandert ist, denn angeblich tauchten dort in dem Moment Baumlöwen auf, als sie auch dem Lake Manyara NP verschwanden.

Bevor wir losfahren, dürfen wir uns wieder etwas wünschen :laugh: ! Ehrlich gesagt, wünschen wir uns heute hauptsächlich, dass die Sonne heute ein bisschen hinter den Wolken versteckt bleibt, denn das schwül-heiße Klima hier ist schon etwas gewöhnungsbedürftig :unsure: . Ohne Sonne ist es jedenfalls wesentlich besser auszuhalten. Tiere sollen wir uns aber auch noch wünschen, meinen Godfrey und Komba. Hhmm, dann wünsche ich mir ein Warzenschwein B) ! Die beiden schauen uns etwas entgeistert an – ein Warzenschwein :blink: ? Als ich ausführe, dass ich Warzenschweine unglaublich niedlich finde, werfen die beiden Herren meinem Göttergatten einen verstört-ungläubigen Blick zu. Scheinbar gibt es hier wenig Urlauber, die ihre Begeisterung für Warzenschweine kund tun (völlig unverständlicherweise, wie ich finde :P ). Sie sind erst beruhigt als sich Christian noch ein paar Elefanten wünscht. Das scheint ein anständiger Tierwunsch zu sein :)
!
Kurz vor acht sind wir wieder am Parktor angelangt. Und sehen gleich wieder: Affen! :) Diademmeerkatzen, Paviane und Grüne Meerkatzen sind zu sehen.

Hier eine Diademmeerkatze, die ich wirklich unglaublich hübsch finde:



Die Paviane sind alle noch recht verschlafen, von den Touris in ihren Autos lassen sie sich aber auch heute nicht stören. Und mit jeder Minute mit der ich den Pavianen zusehe, werden sie mir symapthischer. :)





Elefanten gibt es auch heute wieder – touristenfreundlich präsentieren sie sich neben und auf der Straße.





Wir fahren ein bisschen die Loops des gestrigen Tages ab und sehen die üblichen Verdächtigen: Impala, einen Wasserbock von hinten (von vorne mögen uns die Herrschaften scheinbar nicht ;) ), Giraffen und eine Buschbockdame, die aber schnell wieder im Dickicht verschwindet. Das Wetter tut uns übrigens den Gefallen und bleibt wolkig und damit deutlich erträglicher von den Temperaturen her als gestern. :)

Irgendwann kommt uns ein anderes Safarifahrzeug entgegen. Wir stoppen und die Guides unterhalten sich aufgeregt. Und dann geht’s los! Im Park sind 50 Stundenkilometer Fahrgeschwindigkeit erlaubt. Angeraten werden eher 25 bis 30. Und wie wir feststellen, hat das auch seinen Grund – denn als unser Fahrer nun plötzlich mit gut 40-50 Stundenkilometern durch den Busch und Urwald „brettert“, werden wir ganz schön durchgeschüttelt. Nicht zu vergessen die Elefanten, die heute bevorzugt mitten auf den Straßen lagern. Mit mehr als 30 Stundenkilometern braucht man hier im Park tatsächlich nicht um eine nicht einsehbare Kurve fahren (es tut auch tatsächlich niemand, egal wie eilig es gerade ist...), denn dass dahinter ein Elefant mitten auf der Straße steht, ist hier nicht unwahrscheinlich. :woohoo:

Warum wir es plötzlich so eilig haben, wollen die beiden nicht verraten – Fakt ist, dass wir in den hinteren Teil des Parks müssen. Die Fahrt dorthin ein Erlebnis für sich: Nicht nur weil wir fleißig durchgerüttelt werden, sondern auch, weil die Vegetation im hinteren Parkteil unserem Empfinden nach noch einmal schöner als im vorderen Teil ist – aber auch weil hier außer uns kaum einer unterwegs ist. Nach gut einer dreiviertel Stunde fangen unsere beiden Guides sehr angestrengt an, die Umgebung zu beobachten und endlich werden wir auch eingeweiht: Hier wurden heute Morgen zwei Baumlöwen gesichtet. :woohoo: Na das wäre doch mal was – mit Baumlöwen hatten wir ja eigentlich nicht gerechnet.

...
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08 Mär 2012 19:18 #227479
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Tag 3 - Fortsetzung

Also angestrengt Ausschau gehalten. Aber zu sehen ist ... nichts! :unsure: Wir pirschen uns langsam durch den Urwald. Wie man in diesem Gestrüpp aber Löwen sehen soll, ist uns ein Rätsel. :huh: Die Tiere könnten 10 Meter neben der Straße liegen und wir würden sie nicht sehen. :dry:

Und dann urplötzlich als wir um die Ecke biegen und sich eine kleine T-Kreuzung vor uns auftut, liegt doch tatsächlich eine Löwin seelenruhig auf der Straße. Wie toll! :woohoo:
Die Dame liegt zwar nicht auf einem Baum und findet uns zudem doof und verschwindet sofort im Gestrüpp – aber hey: Ein Löwe! :laugh: Wir grinsen wie Honigkuchenpferde –sehr zum Amüsement unserer Guides und merken gar nicht dass die beiden das Fahrzeug langsam einen kleinen Hügel hinunterrollen lassen.

Und dann haben wir sie doch noch: Unsere Baumlöwen!



Direkt neben der Straße schlafen zwei Löwinnen im Baum. Oder vielleicht sollte man eher sagen: Hängen zwei Löwinnen im Baum ab!





So nah diese Großkatzen zu sehen, das hatten wir uns nicht wirklich erwartet. Aus der Nähe bemerkt man erst, wie riesig die Tiere doch sind und wie enorm groß die Pranken. Die Tiere sind vielleicht zwei, drei Meter von uns entfernt – wenn sie wollten könnten sie wohl mit einem kleinen Sprung bei uns auf dem Autodach landen – und wir sind hier völlig allein mit den beiden! :)

Mit den beiden? Nicht ganz, denn plötzlich erscheinen auf der Straße auch noch eine weitere Löwin und zwei Halbstarke.



Alle drei sind tatsächlich so nett und klettern ebenfalls in den Baum. Nr. 3 ist mit ihrer Baumposition aber nicht wirklich zufrieden – das könnte u.a. daran liegen, dass die zwei Halbwüchsigen ständig über und auf ihr rumklettern :lol: . Sie verzieht sich daher recht schnell wieder. Wir schauen derweil den beiden Halbstarken zu, wie sie übereinander stolpernd versuchen, ganz hoch in den Baum zu kommen.





Irgendwann ist es geschafft und die beiden machen es sich weit oben bequem. Wir sind innerlich nur noch am verzückt Seufzen :). Nach einer guten dreiviertel Stunde ganz alleine mit *unseren* Löwen reißen wir uns los. Wir müssen den Park um kurz nach zwölf verlassen und haben ja noch eine weite Strecke bis zum Tor vor uns.



Auf der Fahrt zurück sehen wir abermals die üblichen Verdächtigen dieses Parks: Impala, Giraffen, Elefanten neben der Straße und auf der Straße und auch ein Dik-Dik spitzt einmal aus dem Gebüsch hervor.



Selbst eine Warzenschweinfamilie sehen wir tatsächlich noch :) – allerdings nur von hinten, von vorne mögen sie sich uns nicht zeigen. Um kurz nach halb eins kommen wir am Tor an mit etwas Verspätung. Unsere Ausrede mit den Baumlöwen sorgt aber dafür, dass die Ranger am Tor beide Augen zudrücken. Danach geht es zum lecker Mittagessen in die Lodge zurück, bevor wir am Nachmittag in Richtung Karatu aufbrechen.

Unsere Unterkunft für die Nacht ist die Kudu Lodge in Karatu. Es ist eine etwas größere Unterkunft mit etwa 40 Zimmern und einer fantastischen Gartenanlage. Den verbliebenen Nachmittag spazieren wir etwas durch den Garten und schauen den Vögeln zu, bevor wir abends mit unseren beiden Guides gemeinsam essen. Das Essen hier ist etwas einfacher gehalten, eher in Richtung Hausmannskost, aber richtig gut. Wir essen uns an diesem Abend hauptsächlich an den Lammrippchen satt :) .

Morgen geht es dann in den Ngorongoro Krater… - irgendwelche Tierwünsche? ;)

Kleines Fazit zum Lake Manyara Nationalpark:
Ein kleiner, aber wirklich feiner Park, mit angeblich einer der höchsten Elefantendichte in ganz Afrika. Inwieweit das stimmt, können wir nicht beurteilen, aber gesehen haben wir an den zwei halben Tagen jedenfalls jede Menge Elefanten. Die Löwen waren natürlich die Krönung, aber auch sonst haben wir in diesem Park viele Tiere gesehen und würden hierher auf jeden Fall noch einmal kommen. Den Park einfach so auf der Durchfahrt mitzunehmen, wie dies wohl viele Touren machen, sodass man effektiv nur 2-3 Stunden in ihm verbringt, ist eigentlich zu schade. Nicht nur, weil man den Eintritt immer für 24 Stunden bezahlt, sondern auch weil der Park unserer Meinung nach, ohne dass Langeweile aufkommt genug für 1-2 Tage zu bieten hat.

Die Kirurumu Tented Lodge als Unterkunft fanden wir auch sehr nett. Die Anfahrt zur Lodge ist allerdings ziemlich abenteuerlich und braucht einfach Zeit. Bis man von der Lodge im Park ist, vergehen somit schon etwa 25 bis 30 Minuten – für alle, die ganz früh schon im Park sein wollen, ist die Lodge also eher nichts, denn im Dunkeln will man die Anfahrtsstrecke, glaube ich, nicht fahren :blink: . Die Zimmer/ Zelte dort waren sehr schön, sauber und geräumig und das Essen gut, wenn auch etwas unnötig verschnörkselt. Und die Aussicht trotz des eher schlechten Wetters, welches wir hatten, sehr beeindruckend. Vielleicht müssen wir noch einmal bei gutem Wetter kommen… ;)

Liebe Grüße
Steffi
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