THEMA: Elefantös - Zimbabwe 2016
06 Jun 2016 14:21 #433417
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Hallo,

nach 16 Monaten Abstinenz waren wir endlich wieder in Afrika.

Nachdem wir bei unserer letzten Afrika-Reise auch einen kurzen Abstecher nach Zimbabwe gemacht hatten, wollten wir dieses Land näher kennenlernen. Deshalb war schnell der Plan geboren, die nächste Reise komplett Zimbabwe zu widmen. Leider standen uns diesmal nur 18 Tage zur Verfügung, so dass wir uns nur einige Schwerpunkte setzten. Für das ganze Land reichte die Zeit vorn und hinten nicht.

Nach unserer Rückkehr steht jetzt natürlich wieder ein Reisebericht an. Ich hoffe Euch damit Informationen für eventuelle eigene Reisen liefern zu können, und Euch mit ein wenig Unterhaltung und Afrika-Feeling das Sommerloch zu füllen.

Wie immer freue ich mich über alle Kommentare, Feedback und Fragen Eurerseits. Wer nur den Bericht lesen will, kann die Sonne anklicken.

LG Thomas
Letzte Änderung: 06 Jun 2016 17:54 von Topobär.
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07 Jun 2016 14:42 #433526
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Anreise & 1.Tag (13./14.05.2016)
Hannover – Johannesburg – Louis Trichardt
402km mit dem Auto


Endlich konnten wir mal sorglos zum Flughafen reisen, ohne uns Gedanken wegen unserer Flüge machen zu müssen. Es drohten keine Streiks, die Vulkane in Island waren friedlich und in Hannover schien die Sonne. Am Flughafen angekommen stutzten wir dann aber, als wir vor dem Lufthansa Ticketschalter eine lange Schlange sahen. Die Ursache zeigte sich sogleich auf der Anzeigetafel. Der Flug nach Frankfurt war gestrichen. Das darf doch wohl nicht war sein. Als Grund wurden uns schwere Gewitter über Frankfurt genannt. Wer kann damit Anfang Mai schon rechnen?

Kathrin und ich teilten uns auf. Während Kathrin oben mit der Lufthansa die möglichen Optionen klären wollte, schaute ich mich nach Alternativen mittels Bahn oder Mietwagen um. Kathrin konnte dann aber scher schnell Entwarnung geben. Wir wurden auf die Swiss umgebucht und bekamen Flüge über Zürich nach Johannesburg. Da die Swiss dann leider noch etwas Verspätung hatte, kamen wir 3h später als geplant in Johannesburg an. Damit war schon klar, dass unser erster Tag in Afrika sehr hektisch werden würde. Zumal der A340 nach Johannesburg recht eng bestuhlt war und ich nicht sehr gut geschlafen habe.

Ich hatte unsere Umbuchung per SMS an Kwenda/Bushlore geschickt und Abholung & Transfer klappten tadellos. In Johannesburg ist es recht kühl und es geht ein Landregen, wie wir ihn von zu Hause kennen. Entspricht nicht ganz unserer Erwartungshaltung von Afrika.

Die Fahrzeugübergabe ging dann auch zügig von statten, da wir den Landcruiser selbst von vielen Reisen kennen und uns nur den für uns neuen Aufbau erklären lassen. Der Wagen ist fabrikneu und hat 80km auf dem Tacho. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Hoffentlich mache ich keine Beulen und Kratzer in den Wagen. Die Ersten fallen immer ganz besonders auf. Bis auf das Dachzelt ist auch die gesamte Campingausstattung und Fahrzeugausrüstung noch originalverpackt.

Um nicht die ganze Strecke bis Louis Trichardt in einem Zug durchfahren zu müssen, haben wir beschlossen, unseren Großeinkauf in Polokwane zu machen und auf diese Weise ein wenig Abwechslung in den ansonsten langweilige Fahrtag zu bringen. Dumm nur, dass der Supermarkt dort schon um 17:00Uhr schließt. So geht es für uns im Laufschritt durch den Supermarkt und wir stellen beim Verpacken des Einkaufs natürlich fest, dass wir in der Hektik so einiges vergessen haben. Wenigstens hat es aber in der Zwischenzeit aufgehört zu regnen und wir können den Landcruiser wenigstens im trockenen beladen. Das Platzangebot auf der Pickup-Ladefläche ist gigantisch. Die zwei randvollen Einkaufswagen verschwinden darin ohne das es viel voller als vorher wirkt. Da könnten wir auch zu viert und doppelt so lange unterwegs sein. Das würde immer noch gut passen.

Um 17:30Uhr ist es dann schon dunkel und wir haben noch eine Stunde Fahrt vor uns. Unser erster Tag sieht also genau so aus, wie man den anderen im Forum immer abrät. B) :whistle:

Unser erster Übernachtungsplatz ist dann die Zvakanaka Campsite, welche kurz hinter Louis Trichardt in den Bergen liegt. Glücklicherweise hatten wir schon im Vorfeld reserviert und so stehen wir nur kurz verunsichert vor dem verschlossenen Tor. Handyempfang gibt es hier auch nicht. Es kommt dann aber rasch jemand, da wir erwartet wurden und man den Wagen gehört hatte.

Zvakanaka ist der perfekte Stopover im Nordosten. Nahe der N1 gelegen, ohne dass man sie hört und sehr gut ausgestattet. Jeder Stellpaltz hat Licht, Wasser und eine eigene Küchenzeile. Die Duschen und Toiletten sind in Topzustand. Kurz sehen wir ein Stachelschwein

Zum Glück bleibt es dann auch beim abendlichen Braai trocken und wir stoßen erst einmal mit einem Sekt auf eine hoffentlich schöne Reise an. Dann landet eine große Boereworst auf dem Grill und dazu gibt es Salat. Leider fehlt dem Dressing Pfeffer, denn den haben wir u.a. beim Einkauf vergessen.

Das wir an diesem hektischen Tag nicht auch noch fotografiert haben, könnt Ihr sicher nachvollziehen. Ab dem nächsten Reisetag ist der Bericht dann aber auch bebildert.
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10 Jun 2016 13:38 #433844
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2.Tag (So. 15.05.2016)
Louis Trichardt – Gonarezhou National Park
371km

In der Nacht hat es wieder angefangen zu tröpfeln. Das erleichtert uns die Entscheidung ohne Frühstück aufzubrechen, damit wir zeitig in Beitbridge sind.

In Musima, dem letzten Ort vor der Grenze, holen wir noch schnell die vergessenen Einkäufe nach und tanken noch einmal voll.

Dann sind es nur noch wenige Kilometer zur Grenze und nach noch nicht einmal einer viertel Stunde haben wir Südafrika verlassen und rollen auf die Grenzanlagen von Zimbabwe zu.

Wir hatten uns bereits kurz vor unserer Abreise aus Deutschland mit den offiziellen Grenzhelfern der Zimbabwe Tourism Authority in Verbindung gesetzt. Von denen hatten wir eine Liste der benötigten Unterlagen und einen Telefonkontakt zu unserem Grenzhelfer Reginald bekommen. Wir hatten Reginald von Musima aus noch einmal kurz kontaktiert und jetzt kommt er uns schon entgegen gelaufen, als er den Bushlore-Wagen sieht.

Wir sind sehr froh Reginald zu unserer Unterstützung zu haben, denn für Außenstehende ist es absolut unersichtlich, wann man zu welchem Schalter muss. Es geht kreuz und quer durch verschiedene Gebäude, ohne dass ich ein System darin zu erkennen vermag. Ich möchte nicht wissen, wie lange es alleine dauert, sich durchzufragen, wann man wohin muss. Außerdem hat Reginald anscheinend die Lizenz zum Vordrängeln, denn er prescht überall an der Schlange vorbei direkt nach vorne zum Schalter. Interessanterweise regt sich niemand der in den Schlangen Wartenden darüber auf.

Ein Problem gibt es dann aber doch noch. Beim Zoll wird behauptet, wir hätten bei unserem letzten Besuch in Zimbabwe (Januar 2015) den Wagen nicht wieder ausgeführt. Das ist natürlich vollkommener Unsinn, aber bei dem hier überall herrschenden Zettel-Chaos wundert es mich nicht, dass in den Computersystemen wichtige Einträge fehlen. Ich diskutiere lange mit dem Zöllner, dass es damals gar nicht möglich gewesen wäre, das Land ohne das Fahrzeug zu verlassen und auch Reginald legt sich für uns ins Zeug. Ich habe den Eindruck, der Zöllner hat irgendwann einfach keine Lust mehr weiter zu diskutieren und ohne für uns ersichtlichen Grund, wird das Problem zu den Akten gelegt und wir können weiter. Es wird dann noch einmal lustlos in den Canopy geschaut und dann können wir auch schon einreisen.

Insgesamt kostet uns die Einreise 194,-$US
100,-$US Autoversicherung
2 x 30,-$US Visum
10,-$US Road Tax
9,-$US Bridge Toll
15,-$US Carbon Tax

Nach den ganzen Horrorgeschichten, die man auch hier im Forum immer wieder vom Grenzübergang Beitbridge hört und liest, hatte ich schon gehörigen Respekt vor dem was uns dort wohl erwartet und wir hatten einen halben Tag eingeplant. Tatsächlich waren wir trotz der Probleme beim Zoll in weniger als 2h in Zimbabwe eingereist. Der Service der Zimbabwe Tourism Authority ist tatsächlich kostenlos. Wir haben Reginald für die Unterstützung bei unserem Zollproblem jedoch ein Trinkgeld gegeben, ohne dass er auch nur eine Andeutung in dieser Richtung gemacht hätte.

Da wir noch einiges an Strecke vor uns haben, nehmen wir weder die kürzeste noch die schönste Strecke zum Gonarezhou National Park, sondern die Schnellste. Auf bestem Asphalt geht es auf der A4 zunächst nach Rutanga, wo wir noch einmal volltanken. Von dort geht es parallel zur Bahnstrecke bis nach Chikombedzi. Achtung: Chikombedzi ist auf der Reise-Knowhow-Karte falsch eingezeichnet (Chikombedzi liegt in Realität dort, wo in der Karte der Ort Matibis eingezeichnet ist). Der Ort ist aber gut ausgeschildert. Ganz anders dagegen der Nationalpark. Hier findet sich das erste Schild erst am Ortsausgang von Chikombedzi und weißt auf eine Piste die T4A nicht kennt. Es passt aber alles sehr gut und bald haben wir das Gate zum Nationalpark erreicht.



Wir befinden uns hier in der Mwenezi Area des Nationalparks, benannt nach dem Fluss, welcher die Westgrenze des Parks bildet. Schon nach wenigen Kilometern zweigt der Weg zur Samalema Gorge von der Hauptpiste ab. Am Ende des Stichweges befindet sich ein kleiner Hide mit schönem Blick auf den Fluss.




Eine wirkliche Schlucht kann man von hier aber nicht erkennen. Man sieht lediglich den Fluß zwischen Felsen verschwinden. Da man den Wagen für den Hide sowieso verlassen muss entscheiden wir für uns, dass man hier auch zu Fuß unterwegs sein darf und entschließen uns für eine kleine Wanderung entlang des Flusses. Tatsächlich können wir dann dort, wo der Fluss zwischen den Felsen verschwindet eine kleine, aber sehr schöne Schlucht mit vielen Strudeltöpfen entdecken. Ich finde es auf Safari immer sehr angenehm, wenn sich die Möglichkeit für einen Spaziergang bietet und man nicht die ganze Zeit im Auto sitzen muss.





Auch zum Makwakwani Viewpoint machen wir noch einen Abstecher. Auch hier gibt es einen Hide, der jedoch hoch auf einem Felsen über dem Flussbett thront, so dass ein weiterer Spaziergang ausfällt.




Vor lauter landschaftlicher Schönheit haben wir die Zeit vertrödelt. Wir müssen auch noch kurz für die Registrierung ins Headoffice des Parks und so findet der Sonnenuntergang ohne uns statt, kurz bevor wir unsere Campsite an den Rossi Pools erreichen.

Die Campsite an den Rossi Pools ist eine Exclusiv-Campsite. Das heißt zum einen, wir sind hier garantiert alleine, zum anderen, dass die Infrastruktur nur minimal ist - Plumpsklo, Hide und Feuerstelle. Es liegt sogar Feuerholz für uns bereit. Die Lage auf einer 30m hohen Klippe über dem Fluss ist ein Traum.

Tiere haben wir bislang nur wenige und nur in der Ferne gesehen. Impalas, Elefanten, Zebras und Wasserböcke. Es lohnte sich nicht auf den Auslöser zu drücken.

Zum Abendessen kommt ein gutes Rinderfilet auf den Grill. Dazu gibt es Gemüse süßsauer.

Wir hören immer wieder Schakale, sie lassen sich aber nicht blicken.
Letzte Änderung: 10 Jun 2016 13:54 von Topobär.
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13 Jun 2016 16:47 #434182
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3.Tag (Mo. 16.05.2016)
Gonarezhou National Park
172km


Über Nacht hat es zugezogen. Dadurch wirkt die fantastische Flusslandschaft am Mwenezi River leider nicht mehr so spektakulär wie am Vortag. Wir besuchen zunächst noch ein paar Viewpoints.


Rossi Pools

Danach fahren wir den Malingani Loop. Hier zeigt sich eine ganz andere Landschaft. Der Weg führt durch eine offene Parklandschaft mit solitären Bäumen und weiten Grasflächen. Auch der Fluss präsentiert sich hier ganz anders. Sein Bett ist breit und sandig. Von Felsen keine Spur.



Bedingt durch die offene Landschaft sieht man hier auch erheblich mehr Tiere. Allerdings sind sie sehr scheu, was wohl an der am anderen Flussufer befindlichen Hunting Area liegt.



Frühstück wollen wir am Ironwood Lookout machen, müssen aber feststellen, dass dieser verfallen ist. So beschließen wir, noch weiter bis zur Nyamugwe Pan zu fahren, wo wir uns dann zum Essen installieren. Als der Tisch fertig gedeckt ist, fängt es an zu tröpfeln – ungünstiges Timing. Dummerweise steht der Wagen auch so, dass die Markise nicht zu nutzen ist. Als dann noch ganz in der Nähe Elefanten aufgeregt trompeten, ohne dass wir sie sehen, ist es mit der Gemütlichkeit endgültig vorbei, denn die Elefanten dieses Gebietes werden im Hupe als sehr aggressiv beschrieben. Auch eine Folge der Wilderei und der Hunting Area.

Dann machen wir uns auf den Weg über die Transitstrecke in die Save-Runde Area. Große Teile der Transitstrecke sind nicht auf T4A erfasst. Da heißt es dann wie in früheren Zeiten mit Karte, Kompass und Tacho zu navigieren.

Im Reiseführer wir die Transitstrecke als einsam, eintönig und Tier arm beschrieben. Einsam stimmt, aber wir sehen recht häufig Tiere und die Vegetationsformen wechseln mehrfach. Immer wieder liegen Äste oder sogar ganze Bäume auf der Strecke, die von Elefanten abgerissen oder umgeknickt wurden. Beim um- oder überfahren dieser Hindernisse verklemmen sich mehrfach Äste unter dem Wagen, die wir von dort wieder entfernen müssen.

Einige Kilometer bevor wir den Runde River erreichen öffnet sich die Landschaft. Das Buschland verschwindet und weicht großen einzeln stehenden Bäumen mit weiten Grasflächen dazwischen. Hier huscht plötzlich eine afrikanische Wildkatze vor uns über den Weg. Sie hält kurz inne, aber noch bevor ich die Kamera schussbereit habe, verschwindet sie hinter einer Kuppe und lässt sich auch nicht mehr blicken. :(

Kurze Duschpause im Chinguli Camp denn unser häutiger Übernachtungsplatz weißt solch einen Luxus nicht auf. Als bei Kathrin die Wasserzufuhr während des Duschens den Dienst einstellt, darf ich mich noch als Klempner betätigen. Glücklicherweise sind afrikanische Sanitärinstallationen auch für den Laien leicht zu durchschauen.

Die Strecke zum Chitowe Camp führt durch Galeriewald und über mit Baobabs bestandene Grasflächen entlang des Runde River, den wir dabei auch zweimal überqueren müssen. Die Landschaft gefällt uns sehr und wir können auch viele recht scheue Tiere entdecken. Die Furten durch den Runde River sind nicht allzu tief. Maximal Reifendurchmesser. Da bietet der Tiefsand des Flussbettes schon eine größere Herausforderung.




Inzwischen kommt auch vereinzelt die Sonne raus und es sieht aus, als würde der Himmel noch weiter aufreißen.

Nach der zweiten Furt führt der Weg auf der Südseite des Runde River durch dichten Mopanebusch. Langweilig! Kurz bevor wir das Camp erreichen treffen wir auf einen Roadblock. Etliche Elefanten stehen auf dem Weg und sind genüsslich am Fressen. Wir warten und warten; die Sonne nähert sich so langsam dem Horizont und die Viecher bewegen sich nicht einen Millimeter von der Stelle. Wir wollen nicht schon wieder erst nach Sonnenuntergang das Camp erreichen und versuchen es mal wieder mit einem guten Trick, der häufig funktioniert - lautes Klatschen. Tatsächlich setzen sich die Dickhäuter umgehend in Bewegung und schon nach kurzer Zeit ist der Weg frei zum weiterfahren.

So schaffen wir es diesmal gerade noch rechtzeitig zum Sundowner zu unserem Übernachtungsplatz, dem Chitove Camp. Dies liegt in einem Feldkessel unter großen Bäumen direkt am Ufer des Runde River. Besser geht es kaum.

Schnell ist das Dachzelt ausgeklappt und wir können auf den ersten richtigen Sundowner dieser Reise anstoßen.




Danach wird das Lagerfeuer entfacht und als genug Glut vorhanden ist, kommen leckere Lammkottelets auf den Grill. Dazu mache ich Gemüsereis.

Nachdem es dunkel geworden ist können wir mit der Taschenlampe unzählige Krokodile anhand der reflektierenden Augen im Fluss entdecken. Da muss das morgendliche Bad wohl ausfallen. B) Ganz in der Nähe hören wir Elefanten aufgeregt trompeten und in der Ferne grunzen die Hippos.

Das Highlight des Tages kommt aber erst nach dem Abendessen. In den großen Bäumen über uns entdecken wir einen Riesen-Galago beim herumturnen. Seine kleinen Verwandten kennen wir schon, aber der Riesen-Galago ist für uns eine Erstsichtung. :woohoo:
Letzte Änderung: 13 Jun 2016 17:00 von Topobär.
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16 Jun 2016 15:49 #434536
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4.Tag (Di. 17.05.2016)
Gonarezhou National Park
171km


Der Sonnenaufgang im Chitove Camp war sogar noch schöner als der gestrige Sunnenuntergang.




Sowie der Feuerball am Himmel steht, verlassen wir unseren schönen Übernachtungsplatz und wechseln auf dem nahe gelegenen Chitove Causway wieder auf das Südufer des Runde River.





Durch lichten Galeriewald fahren wir in der Nähe des Flusses weiter nach Osten und treffen bald auf zwei Elefantenbullen, die sich in aller Ruhe die schönsten Leckerbissen von den Bäumen holen. Da sich die beiden überhaupt nicht an unserer Anwesenheit stören, bleiben wir lange in Ihrer Nähe stehen und genießen das friedliche Schauspiel.



Weiter geht es bis zum Zusammenfluss von Runde River und Save River, wo wir den östlichsten Punkt des Nationalparks erreichen. Man sieht vom Ufer aber nur eine riesige Sandfläche. Der Zusammenfluss selbst ist nicht zu sehen.

Durch dichtes Palmendickicht fahren wir dann weiter zur Tembwahata Pan, wo wir in Ruhe frühstücken. Ein perfekter Platz, an dem wir im angenehmen Schatten riesiger Bäume sitzen können und dadurch noch nicht einmal unsere Markise ausklappen müssen.



Die praktische Außenküche ist ideal für ein Picknick unterwegs.



Am Ufer der Pan und auf der stark zugewachsenen Wasserfläche tummeln sich jede Menge Wasservögel. Immer wieder sieht man auch Elefanten ans Wasser kommen.





Wir hören und sehen auch Hippos. Es fällt uns schwer, wieder aufzubrechen.

Auf dem Chamuluvati Causeway überqueren wir ein weiteres Mal den Runde River. Das Flussbett ist hier eine gewaltige, rund einen Kilometer breite Sandfläche. Die seichte Wasserdurchfahrt ist überhaupt kein Problem, der weiche Tiefsand im Flussbett aber durchaus anspruchsvoll. Vor allem, da es immer wieder kleine Steilstufen zu überwinden gibt.

Bald erreichen wir die Machaniwa Pan, welche der Tembwahata Pan am anderen Ufer in keinster Weise nachsteht. Wir holen die Campingstühle raus und genießen die Natur. Auch hier gibt es jede Menge Wasservögel, Hippos und Elefanten.




Unser nächstes Ziel sind die Chilojo Cliffs. Als erstes wollen wir die Aussicht von dort oben genießen. Die Landschaft wird hier deutlich trockener. Der Bewuchs geht in Mopanebusch über und auch Baobabs werden wieder häufiger.




Es gibt kaum etwas unübersichtlicheres, als einen schmalen Track, der sich durch Mopanebusch schlängelt. So kommt, was kommen muss und wir platzen mitten in eine Elefantenherde. Zunächst einmal großer Schreck auf beiden Seiten und lautes Trompeten der Elefanten. Ich setze sofort zurück und nehme die nächste Lücke im Gebüsch um zu wenden. Das war auch gut so, denn plötzlich kommt ein Mitglied der Herde den Track entlang auf uns zugestürmt. Ich muss Vollgas geben, um uns aus der Gefahrenzone zu bringen, denn der Elefant verfolgt uns noch mehrere hundert Meter. Gut das ich schon gewendet hatte. Im Rückwärtsgang wäre ich wahrscheinlich nicht schnell genug gewesen. Solch eine Situation haben wir in 20 Jahren Afrika noch nicht erlebt. Während die Bullen auch hier in diesem Nationalpark recht entspannt sind, entsprechen die Herden der Warnung im Hupe.

Da uns der Weg durch die Elefanten versperrt ist und wir mit dieser Herde nicht noch einmal in Kontakt kommen wollen, nehmen wir einen größeren Umweg in Kauf. Am Viewpoint angekommen machen wir ausgiebig Picknick und genießen die spektakuläre Aussicht.






In der Nähe des Fishans Camp treffen wir dieser auf das Ufer des Runde River. Ich entdecke einen Elefanten im Flußbett vor den Cliffs. Das Fotomotiv im Gonarezhou National Park schlechthin. Dummerweise dreht uns der Dickhäuter den Arsch zu. Das macht sich auf dem Foto natürlich nicht ganz so gut. Ich habe Geduld und werde nach einer halben Stunde belohnt. So komme ich noch zu meinem ersehnten Foto.



Für heute Nacht haben wir einen Platz im Chinguli Camp gebucht. Als wir ankommen sind allerdings alle Plätze belegt. Kathrin klärt die Situation. Es ist eine Gruppe Südafrikaner im Camp, die nur eine Campsite gebucht haben, sich aber über mehrere Campsites breit gemacht haben. Als Kathrin unsere Buchung vorzeigt, wird sofort ein Stellplatz für uns freigeräumt.





Das Chinguli Camp bietet insgesamt 5 Stellplätze. Jeder mit eigener Lapa, Grillstelle und Wasseranschluss. Von allen Plätzen hat man einen schönen Blick auf den Fluss Das zentrale Waschhaus hat saubere Toiletten und Duschen. Kathrin hatte auch eine warme Dusche. Meine Dusche war leider kalt, dabei bin doch ich der Warmduscher von uns beiden. Das ganze Camp wirkt sehr gepflegt. Es werden gerade kleine Gartenanlagen angelegt.

Während wir dem Tröten der Elefanten und dem Grunzen der Elefanten lauschen, grillen wir ein Rinderfilet und kochen dazu einige Gemsquash. Einfach gemacht und super lecker.
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23 Jun 2016 16:22 #435357
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5.Tag (Mi. 18.05.2016)
Gonarezhou National Park – Great Zimbabwe
296km


Zum Frühstück sind wir durch den, im Gegensatz zu den anderen Furten, sehr steinigen Chinguli Causeway zur Chilojo Cliff Picknick Site gefahren. In diesem beeindruckenden Ambiente schmeckt’s gleich noch viel besser.





Ungeschickt wie ich bin, schaffe ich es mal wieder mich am Gaskocher zu verbrennen. Dafür habe ich echt ein Talent. :pinch: Wenn ich abgelenkt bin fasse ich gern mal an heiße Metallteile, um den Kocher zu bewegen.


Dieses Tierchen leistet uns Gesellschaft beim Frühstück.

Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen vom Gonarezhou National Park. Hier hat es uns sehr gut gefallen. Die Tiere sind zwar scheuer als in anderen Parks, aber dafür ist die Landschaft umso beeindruckender. Außerdem gibt es viele traumhaft in der Natur gelegene Exclusiv-Campsites.

Die auffälligsten Tiere waren neben den Elefanten die Impalas. So lautstark wie hier haben wir die Tiere noch nie erlebt. Ich finde ja, dass die groben, krächzigen Laute überhaupt nicht zu diesen grazilen Antilopen passen.

Ein Merkmal im Gonarezhou National Park sind die künstlich angelegten Schutzzonen um die alten Baobabs. Damit will man verhindern, dass diese beeindruckenden Bäume von den Elefanten zerstört werden. Muss eine Heidenarbeit gewesen sein, um hunderte von Baobabs diese Schutzzonen zu errichten.



Auf dem Weg zum Gate machen wir noch Abstecher zur Runde Gorge und zum Massasanya Dam. Leider zieht der Himmel immer mehr zu.







Vom Gate nehmen wir einen Nationalpark-Mitarbeiter mit in die nächste größere Stadt, nach Chiredzi. Bei einem der zahlreichen Roadblocks mein er zu uns, „die Polizisten sind alle korrupt“. Wir als weiße Touristen würden davon nichts bemerken, denn es gibt Anweisung von höchster Stelle, diese wichtige Devisenquelle nicht zu belästigen. Die einheimischen Autofahrer werden dagegen fast immer angehalten. Diese Aussage sollte sich auch mit unseren Erfahrungen auf der Reise decken. Wenn wir überhaupt einmal angehalten wurden, dann für ein wenig Smalltalk. Außer der Frage nach Wasser wurden keinerlei Forderungen an uns heran getragen. Mit Wasser konnten wir immer gut behilflich sein.

Je näher wir der Gegend von Great Zimbabwe kommen, umso beeindruckender wird die Landschaft. Sie ist bestimmt von großen Granitbuckeln. Dazwischen verteilen sich überall kleinbäuerliche Gehöfte. So langsam löst sich auch die Bewölkung wieder auf.



Ganz in der Nähe von Great Zimbabwe haben wir in Norma Jeanes Lakeview Resort eine Campsite reserviert. Wir kommen um 15:00Uhr an, checken nur kurz ein und fahren dann gleich weiter nach Great Zimbabwe. Das sind nur weniger Kilometer.

In Great Zimbabwe machen wir uns als erstes an dem Aufstieg zum Hill-Komplex, welcher auf dem Gipfel eines riesigen Grant-Kopjes liegt. Auf halber Strecke kommt uns eine einheimische Familie entgegen. Der Familienvater begrüßt mich überschwänglich mit „Hello my friend“, nimmt mich in den Arm und macht ein Selfie. Seine Frau fotografiert ebenfalls. Eine sehr witzige Situation, vor allem vor dem Hintergrund wie hier im Forum teilweise über das Fotografieren von Menschen diskutiert wird. Ich glaube über das Recht am eigenen Bild macht sich in Afrika niemand Gedanken. Das Selfie mit Muzungu hat mit Sicherheit auch schon die Runde im weiteren Bekanntenkreis des Fotografen gemacht. Ich fand die Situation sehr witzig. Was mich einzig tierisch ärgert ist, dass Kathrin und ich in dem Moment so überrascht und perplex waren, dass wir ganz vergessen haben selbst Fotos zu machen. :( Wirklich schade, zumal auch noch zwei sehr niedliche Kids zu der Familie gehörten und unsere Begegnung mit großen Augen verfolgten.

Dann trennten sich unsere Wege wieder und wir folgten dem immer schmaler werdenden Treppenweg zum Gipfel.





Nach insgesamt einer viertel Stunde waren wir oben und stromerten kreuz und quer durch die weitläufige Anlage, die teilweise einem Labyrinth aus natürlichem Fels und von Menschen errichteten Mauern gleicht. Ich liebe es selbstständig solche Anlagen zu erkunden und in alle Ecken zu kriechen. So versuche ich mich immer in das Leben der ehemaligen Bewohner zu versetzen.





Vom Hill-Komplex aus hat man einen beeindruckenden Blick auf das in der darunter liegenden Ebene befindliche Great Enclosure, welches das Wahrzeichen Great Zimbabwes ist.



Wir machen uns auf den Weg, ist es doch unser Ziel, den Sonnenuntergang in der Ebene zu erleben.




Ist der ältere Hill-Komplex ganz klar auf Verteidigung ausgelegt, so ist das offen in der Ebene liegende Great Enclosure ein repräsentatives Bauwerk, welches Dominanz und Macht ausstahlen sollte. Es wurde in der Blütezeit von Great Zimbabwe errichtet.




Wie schon beim Hill-Komplex wurden auch die Mauern des Great Enclosures als Trockenmauern ohne Mörtel oder andere Bindemittel aufgeschichtet. Häufig wurden Schmuckelemente in die Mauern eingefügt. Man findet keine geraden Linien. Alles ist leicht geschwungen und wirkt sehr organisch.

Das Great Enclosure ist größer und wuchtiger. Besser gefallen hat uns aber der Hill-Komplex

Inzwischen ist schon der Mond aufgegangen und kurz darauf macht sich die Sonne an ihren Untergang, wobei sie das ganze Gelände noch einmal in schönes goldenes Licht taucht.




Zurück in Norma Jeanes Lakeview Resort installieren wir schnell unser Dachzelt und genießen die erstklassigen Sanitäranlagen. Danach lassen wir uns im Restaurant verwöhnen. Nach den Fleischorgien der letzten Tage entscheiden wir uns für Fisch. Sehr lecker und auch sehr gemütlich. Allerdings fühlt man sich nicht wie in Afrika, sondern wie in einem englischen Herrenhaus. Alles very british hier.
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