THEMA: Letzttätertour in Namibia
02 Jun 2019 06:15 #557862
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Hallo Fomis,
es gibt ja schon viele Reiseberichte über die "Ersttätertouren", die überquellen vor Begeisterung für Namibia. Ja, ich gebe zu, nach fast 20 Namibiareisen, dass ich nach den ersten Reise auch völlig euphorisch war, wiesonst wäre ich so oft hierher gereist. Doch irgendwann heißt es dann doch einmal Abschied nehmen. ich schicke gleich voraus, dass ich noch nicht definitiv weiß, ob es wirklich die allerletzte Tour war, aber auf jeden Fall, war es eine Abschiedsreise, die uns noch einmal an die Orte führen sollte, die wir besonders geliebt haben. Und auf jeden Fall wird es auch der letzte Reisebericht über Namibia von mir sein. Auch wollten wir noch einmal etliche Freunde treffen, die wir in den vielen Jahren kennen und schätzen gelernt haben. Aber wieso Abschied, wenn man doch Freunde hier hat? Nun, zum einen nagt halt der Zahn der Zeit an einem und Flüge über 10 Stunden Dauer werden zur Qual und das Fahren von mehr als 3000 km auf Gravelroads ist auch kein Vergnügen mehr, wenn jede Bodenwelle die arthrosegeplagten Finger am Lenkrad schmerzen lässt. Aber Schmerzen habe ich leider auch oft, wenn ich das Namibia von heute mit dem Namibia von vor 20 Jahren vergleiche. Die Städte, egal ob Windhuk, Okahandja, Swakopmund sind geradezu explodiert, der Verkehr hat sich vervielfacht, mit ihm die Hektik und auch die Gefahren im Straßenverkehr. Vorbei sind die Zeiten, wo 5 Autos in Windhoek an einer Ampel schon ein Stau waren, wo man auf Gravelroad nach Okahandja gefahren ist, wo man am Tag nur einmal in einem Mitlitärkonvoi durch den Caprivi kam, wo man noch jedes entgegenkommende Auto angeblinkt und gewunken hat - kam aber oft nur dreimal am Tag vor - wo Langstrand noch aus fünf Hütten bestand und noch keine Quads die Dünen rauf und runter jagten, wo es noch keine lärmenden Massentouristen in den Lodges und an den Wasserlöchern gab und ... nein, ich will nicht weiter jammern und den "Ersttätern" die Freude verderben, sondern einfach nur kurz meine Erfahrungen von der diesjährigen Reise wiedergeben. Sie ist ja eigentlich auch nur deshalb zustande gekommen, weil ich eine Einladung zu einer Lesung aus meinem Buch in Swakopmund hatte, der ich gerne nachgekommen bin. Fleißige Reiseberichtleser werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich schon einmal "Abschied" genommen habe. ;) :cheer:
So, nun aber genug der Vorrede! Ich werde mich kurz fassen und werde keine Klofotos einstellen, auch keine persönlichen Bilder mit Sundownern, und auch keine Bilderserien von Tieren, die sich kaum unterscheiden und die man beim Ausdruck als Daumenkino verwenden könnte. Die Infos sollen vor allem die Unterkünfte betreffen, aufgelockert mit ein paar Tierchenbildern. :laugh:
Unsere Reise ging vom 12.4. bis 15.5. 2019, eigentlich am Ende der Regenzeit, wo wir ein grünes Namibia erwartet hatten. Aber es war nur ein grüner Flaum und wenn ich mir vorstelle, dass die Trockenzeit noch bevorsteht, dann mag es sicher noch die eine oder andere Katastrophe geben. Verschiedene Threads haben das ja schon angedeutet.
Wir sind mit Air Namibia geflogen und zum ersten Mal war der Flieger bei weitem nicht voll besetzt, sodass wir beide auf Hin- und Rückflug jeweils zwei Sitze zur Verfügung hatten. Der Service an Bord ist inzwischen wie bei allen Fluglinien eingeschränkt, aber ausreichend. Entertainment funktioniert nicht bei allen Sitzen, ist mir bei einem Nachtflug aber auch egal. Beim Abflug in Frankfurt kamen angesichts des Sonnenuntergangs schon fast afrikanische Gefühle auf. :laugh:



Unsere erste Unterkunft war das Vondelhof Guesthouse in Windhoek. Es liegt in der Puccini Street und damit relativ günstig zur Innenstadt. in 10 Minuten ist man zu Fuß in der Independence Avenue und in 5 Minuten im Wernhill Einkaufszentrum.
Die Zimmer sind relativ groß und haben alles was man braucht. (Das ist bei mir vor allem neben einem Bett mit harter Matratze ein Schreibtisch mit Beleuchtung, ein Stromanschluss, wo ich bequem Geräte laden kann und nicht in irgendeine Ecke kriechen muss. Außerdem ein Kühlschrank!) All dies ist hier gegeben. Das Frühstück ist sehr ordentlich und reichlich und kann ab 7.00 Uhr eingenommen werden.





Wassersparmaßnahmen nimmt man hier ernst. Der Pool ist abgedeckt (siehe Bild im Vordergrund!) und er würde aufgedeckt werden, wenn man darauf besteht. (Muss ich in WEindhoek nicht.) In den Toiletten steht in Kanistern Spülwasser (aus derZisterne) für das kleine Geschäft bereit und das kalte Vorlaufwasser aus der Dusche soll in einer Wanne aufgefangen werden. Angesichts dessen, was Windhoek wohl in diesem Jahr noch bevorsteht, sehr sinnvolle Maßnahmen. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Getränke kann man bekommen, leider aber keinen Snack am Abend. Den muss man im Zimmer einnehmen oder in die Stadt fahren. Letzteres vermeide ich nach Möglichkeit und Joes Beerhouse ist überhaupt keine Option mehr. Dafür ist Cafe´Schneider wieder geöffnet, allerdings an anderer Stelle, nämlich im Sanlam Center in der unteren Etage, Eingang gleich neben Wecke und Voigts, dann um die Ecke rechts. Hier kann man recht gut und zu vernünftigen Preisen essen. Hätte ich nicht immer einen Besuch in einer Schule in Katutura, wo wir in den letzten Jahren eine Schulküche gebaut haben, auf dem Programm, dann allerdings würde ich Windhoek gleich am ersten Tag wieder verlassen.
Das haben wir aber in aller Frühe am nächsten Tag gemacht. Ziel war eine Lodge im Erongo, aber zur Mittagszeit stand auf jeden Fall ein Besuch im "Kristallkeller Winery" in Omaruru auf dem Programm.



Hier wollten wir uns mit Wein für die Reise eindecken und eine schöne Brotzeit machen. Beides war möglich. Vom eigenen Wein gab es allerdings nur Weißweine. Rotweine wurden von einem Weingut bei Otavi angeboten. Außerdem jede Menge Schnäpse.




"Rüppels Parrot" ist ein guter Weißwein zum Trinken am Abend, "Sunbird" ist mir zu süß und eher ein Desertwein. Wir haben im schattigen Garten Brotzweit genossen, Weine verkostet und sind dann mit einem Karton Wein weiter auf Reise gegangen.
Davon demnächst mehr, wenn ihr wollt, wenn nicht, dann einfach nicht anklicken. :laugh: :laugh:
Viele Grüße:
Burschi
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Letzte Änderung: 11 Jun 2019 19:27 von Burschi.
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02 Jun 2019 15:12 #557878
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Ich habe ganz vergessen, unsere Reiseroute vorher zu nennen. Hier ist sie:


Richtig, sie ähnelt sehr einer "Ersttäterroute" mit dem Anfängerfehler KTP und Etoscha zusammen unterzubringen. Ja, es geht! Aber gleich zur Kritik: Ich würde es nicht als Ersttäter nachmachen. Es ist zu viel Fahrerei an einigen Tagen. Ich hatte ja den Vorteil, dass ich alle Orte schon kannte und die Wege dahin nicht neu waren. Der Weg also nicht das Ziel war! Sondern der Abschied von Orten und Menschen, die mir was bedeutet haben, im Vordergrund stand.
Also: So nicht nachmachen! :laugh: :laugh:
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Letzte Änderung: 02 Jun 2019 15:13 von Burschi.
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03 Jun 2019 06:10 #557908
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Guten Morgen,
von Omaruru geht es nun weiter in die nicht weit entfernt gelegene "Erongo Wildernes Lodge". Hier wollten wir erst einmal ausruhen und entspannen, was auch vortrefflich gelang. Die Lodge hat einige einzeln stehende Chalets, die sich in das felsige, mit Büschen besetzte Gelände vortrefflich einfügen und über alles verfügen, was man gerne hat.





Einen großen Wohn-Schlafraum, eine schöne, etwas urige Dusche, eine große Terrasse, von der aus man einen tollen Blick auf die Berge hat. Wir bezogen Chalet Nr. 10, das wohl den schönsten Blick auf den Sonnenuntergang bietet, als auch eine einmalige Kulisse beim Sonnenaufgang.


Sonnenuntergang


Sonnenaufgang
Außerdem gibt es einen kleinen aber sehr sauberen Pool, in dem man sich gut erfrischen kann. Das Essen wird am Abend auf der Terrasse des Restaurants als Menü serviert und ist sehr gut. Wenn man dann noch einen Abend mit Regenkulisse erwischt und so ein romantisches Dinner einnehmen kann, dann ist alles perfekt. Was also will man mehr?


Den Schauer am Abend und am Morgen haben wir auch genossen. Es war eine ganz besondere Stimung, die man nicht so höufig in Namibia erleben kann. Es hatte auch im Gegensatz zu anderen Regionen in Namibia schon vorher ganz gut geregnet, sodass relativ viele Blumen blühten. Unser Guide, mit dem wir am Morgen einen Spaziergang unternahmen, meinte, die Natur spiele hier verrückt, weil nun Blumen blühen und Bäume austreiben, die das ja eigentlich im Frühjahr tun sollten und jetzt sei es ja schließlich (Anfang Mai!) Herbst.
So ergaben sich Stimmungen, die man nicht oft bei den Wanderungen auf dem Lodgegelände findet.



Da für die Anfahrt bis zur Lodge eine 4x4 benötigt wird - PKWs müssen weiter draußen entladen werden und dann muss man mit einem Shuttle zur Lodge - und da die Anzahl der Chalets begrenzt ist, findet man hier keine Busgruppen. So kann man in der Regel die Stille genießen, die man sich gewünscht hat. Außerdem verfügt die Lodge über ein beleuchtetes Wasserloch, zu dem am Abend regelmäßig Tiere kommen. Man hört fast immer den Schrei des Perlkauzes und der Nachtschwalbe.
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Letzte Änderung: 03 Jun 2019 17:19 von Burschi.
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03 Jun 2019 06:21 #557909
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Ach ja, fast hätte ich es vergessen, ihr wollt ja meist auch Tiere sehen. nun, da sind einige, über die ich mich gefreut habe.
Da war zuerst die kleine Felsenagame, die ich aus dem Pool gerettet habe.


Links meine Fingerspitze als Größenvergleich! :laugh: :laugh:
Beim Morgenspaziergang dann waren weitere Kleine zu sehen, wie diese Eidechse:


oder diese hier:


Was ihr seht nichts? Na, dann schaut genau hin. Die Heuschrecke hat eine perfekte Tarnung. Wir haben auch eine Rotflügelschnarrheuschrecke gesichtet, doch ein Foto beim Fliegen - nur hier sieht man die roten Unterflügel! - gelang nicht.
Nicht so viele Besucher werden wohl die putzige Felsenratte beobachten.


Sie war dort, wo auch die Vögel zu beobachten sind. Lange Zeit saß ich an einem offenen Fenster des Lodgerestaurants, um die gefiederten Freunde zu beobachten. Nur zwei davon hier:
1. Der Monteiro-Toko


und 2. die Lieblinge, die es hier in sehr großer Zahl gibt. Man hört sie den ganzen Tag und kann sie am besten kurz nach Sonnenaufgang beobachten, wenn sie sich nach der kühlen Nacht zu Hunderten in den Bäumen aufwärmen und ihr Gefieder neu ordnen. Die "Love-Birds"! :cheer: :cheer:


Zwei Tage auf der Lodge waren eigentlich wenigstens ein Tag zu wenig.
Wenn man hier nicht gerade in der Hochsaison ist, dann ist das ein echter Sehnsuchtsort.
LG Burschi
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03 Jun 2019 19:55 #557973
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Hallo,
heftiger Wind hat mich von meinem gut besuchten Wasserloch im Garten vertrieben (Vogeltränken!) :laugh: und so kann ich hier fortfahren:
Unsere nächste Station war Swakopmund. Die Spitzkoppe präsentierte sich in schönem Morgenlicht und Usakos und Karibib sind nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf auch dabei, sich auszubreiten. Nach Swakop hinein wird an den letzten 10 Kilometern an einer vierspurigen Autobahn gebaut, die schon weitgehend fertig ist.
In unserer Unterkunft, dem "Prinzessin Rupprecht Hotel" konnten wir schon relativ früh einchecken - wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag :( - und waren darüber recht froh, denn ich hatte einige Termine in Swakopmund. Das PRH ist das ehemalige Lazarett aus der Kolonialzeit und wurde erst vor kurzem restauriert.


Es liegt außerordentlich günstig, ca. 150 m vom Strand und dem TUG, 50m zum Europahof, wenige Gehminuten in die Innenstadt. Den Wagen kann man im bewachten Innenhof abstellen und braucht ihn eigentlich dann nicht mehr. Die Zimmer sind groß und haben alles, was man braucht. Ein wenig modernisieren wäre vielleicht nicht schlecht, aber sie sind sauber und werden jeden Tag schön hergerichtet. Die Betten werden stets mit allerlei Tierfiguren aus Handtüchern geschmückt.


Ungewohnt für heutige Zeit sind die hohen Zimmer. Aber, und das ist manchmal in Swakopmund sehr von Vorteil, sie sind beheizbar! :woohoo:
Das Frühstück ist reichlich und genügt allen Ansprüchen. Hinter dem Haus ist ein sehr schöner Garten mit einem Brunnen und Sitzgelegenheiten zum Entspannen. Wir übernachten hier schon seit Jahren gerne, denn uns gefällt u.a. die Idee mit den Einkünften aus dem Hotel ein Altersheim zu finanzieren, das sich hinter dem Garten befindet. So kann es durchaus mal vorkommen, dass man einer Person mit Rollator im Garten begegnet. Es soll tatsächlich Leute geben, die das stört. Aber werden wir nicht alle mal alt? ich jedenfalls habe schon ein paar nette Gespräche hier geführt. Getränke gibt es zu kaufen, zum Abendessen geht man in ein nahe gelegenes Restaurant. Und das ist dann auch neben meinen persönlichen Dingen - hatte, wie schon erwähnt, eine gut besuchte Lesung am Abend im Museumssaal - mein "Tippschwerpunkt" für Swakopmund.
Am ersten Abend waren wir im immer ausgebuchten "TUG" von einer Freundin eingeladen. Das Essen ist hier stets von guter Qualität. ABER: Das Lokal ist inzwischen so überbucht, dass man sich in dem allabendlichen Schichtbetrieb nicht mehr auf das Essen freuen kann. Es wird im Voraus von Busgruppen gebucht und wenn 15 und mehr Mann/Frau an einem Tisch sitzen, dann wird es laut, egal welche Nationalität vorherrscht. Natürlich hatten wir einen schönen Tisch am Fenster, aber neben und hausten 6 Asiatinnen, die eine Lautstärke wie auf dem Oktoberfest in München an den Tag legten. Und nach dem Essen sah ihr Tisch aus wie .... erspart mir das, der Appetit war mir vergangen. Da der Massenansturm aufs TUG inzwischen Alltag ist, würde ich es aus genannten Gründen nicht empfehlen.
Im StrandHotel sind im Erdgeschoß mehrere Restaurants. Das "Brewers und Butchers" ist eher etwas für derbere Gemütlichkeit. Mittags ist es hier eher ruhig, am Abend aber laut wie im TUG. Bierfreunde können hier verschiedene Biere in kleinen Gläsern verkosten. Die "Carnivoren-Pizza" macht locker zwei satt. Zumindest reichte uns zu zweit eine.
Das "Europahof Hotel" hatte kurz vor unserer Ankunft die Renovierung abgeschlossen. es sind ansehnlich freundliche Räume geworden.

Das Essen - ich hatte mir einen Sole, meinen Lieblingsfisch, bestellt - und meine Frau - was war nur in sie gefahren??? - :laugh: Schweinesteak (3 große Scheiben, viel zu viel für sie!) - war ausgesprochen gut, jederzeit mit dem TUG vergleichbar, nur wesentlich billiger! Bei unserem Abend war nur wenig Besuch, aber es steigen gerne Busgruppen dort ab.
Zum Mittagessen kehrten wir einmal im "Ocean Cellar" im Strandhotel ein. Sehr gutes Essen, sehr schön appetitlich angerichtet, gute Qualität zu vernünftigen Preisen und auch Mahlzeiten, die mal nicht so üppig sind. Auch empfehlenswert!
Schließlich brauchte meine Frau am Nachmittag ihren Cappuccino. Wir probierten das neue "Village Cafe´" gegenüber von der Buchhandlung aus. Etliche verschiedene Kaffeesorten - ziemlich stark! - und hervorragenden Schokoladenkuchen von einer freundlichen Bedienung. Auch empfehlenswert!


Ein uriges Cafe mit ordentlichem Angbot!
Noch eine weniger erfreuliche Begegnung am Schluss. Nach meinem Vortrag war ich ziemlich der letzte, der das Museum schon bei Dunkelheit verließ. Der Carguard hatte ausgeharrt und seinen Obulus bekommen. Dann aber bedrängte mich ein "Ordnungshüter der Stadt" als ich schon im Auto saß und wollte 40 N$ Parkgebühr für einen Tagesbesucher. ich weiß natürlich, dass es sowas nicht gibt und hätte mich nun zur Wehr setzen können. Aber bei Dunkelheit und niemandem in der Nähe??? :evil: Ich bequatschte ihn ein wenig und speiste ihn mit 20N$ ab. Hätte ich ein höheres Risiko eingehen sollen? Das war mir die Sache nicht wert.
Am nächsten Morgen verließen wir Swakopmund in aller Frühe - es war der 1. Mai - und es ging auf die berüchtigte C14.
Morgen mehr!
LG Burschi
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Letzte Änderung: 04 Jun 2019 05:43 von Burschi.
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04 Jun 2019 06:45 #557996
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Nun also auf zur C14!
Bis Walvis Bay schlichen wir hinter zwei großen LKW im leichten Nebel hinterher. Eine berüchtigte Unfallstrecke. Warum? Wir erlebten es mehrfach. Uneinsichtige Raser überholen bei schlechter Sicht und entgegen kommen Fahrzeuge, die das Gebot von einzuschaltendem Fahrlicht nicht beachten. So gibt es für die AZ viel Stoff von Unfällen mit Toten zu berichten. Ich investiere lieber 10 Minuten mehr Zeit und behalte mein Leben.
Das erste Teilstück durch die Namib ist inzwischen als Salzstraße gut ausgebaut und fast wie eine Teerstraße zu befahren. Und dann kommt sie! Die von vielen bejammerte in "extrem schlechtem Zustand befindliche C14" - die Wellblechpiste! Ehrlich, ich habe sie ja schon des öfteren seit vielen Jahren befahren, sie war noch nie anders. Und wollt ihr Jammerer nicht das ursprüngliche Afrika immer erleben? Da habt ihr es doch. Ihr müsst euch halt nur ein wenig mehr Zeit nehmen und auch mal auf die tollen Landschaften neben der Straße achten!




Das tolle Farbenspiel der unterschiedlichen Gesteinsformationen seht ihr aber nur, wenn ihr möglichst früh in Richtung Süden fahrt. Macht ihr die "Ersttätertour" von Sossusvlei nach Norden zur Etoscha am Schluss, dann sind die Berge alle nur blau. Warum? Die Sonne steht im Norden! Fahre ich dagegen, habe ich nur Silhouetten zum Fotografieren, fahre ich nach Süden, dann beleuchtet sie mir die Landschaft.
Und dann kommt das unvermeidliche Solitaire. Vor 20 Jahren: Da stehen mitten in der Wüste zwei Häuschen und vor einem eine Zapfsäule mit Handbetrieb. "Haben sie überhaupt Benzin?", ist die bange Frage, denn Fahrzeuge mit Doppeltank gibt es noch nicht. Wir haben Glück. Wir bekommen mit Handpumpenbetrieb den Tank gefüllt. Dauert zwar, aber wir haben ja Zeit. Zeit für einen leckeren Apfelkuchen von Moose. Heute: Eine große Staubwolke kündigt schon von Weitem den beliebten Stopp Solitaire an. Zwei Busse stehen da und ca. 30 SUVs. An der Tankstelle laufen die 5 Zapfsäulen im Dauerbetrieb. Es gibt ein Restaurant und eine Bäckereischwemme in der es wie in einem Oktoberfestzelt zugeht. Apfelkuchen gibt es nicht mehr. Steht ja bei allen Pauschaltouristen auf dem Pflichtprogramm. Ein Schwätzchen mit Moos? Geht auch nicht. Er ist leider gestorben. Bevor er den großen Run noch erleben konnte (musste?). Um die alten Autos herum stehen Scharen von Touristen. Jeder muss die Wracks fotografieren. Daher gibt es hier keine Bilder! :laugh: Dann kommt noch eine Schar von Motorradfahrern, die ihre Gefährte mal alle laut aufheulen lassen, damit auch jeder den Klang der Wüste hört. Etwas leider ist der Trupp von Fahrradfahrern, die ihre Bikes entladen um sich auf eine Tour nach Sossusvlei zu begeben, bei der sie so viel Staub schlucken werden, dass die nächsten drei Mahlzeiten ausfallen können.
Und eine Gruppe will ich euch dann doch nicht vorenthalten, die lalles dabei haben, was man so in der Namib braucht:


Wir verlassen Solitaire wieder und biegen nach Maltahöhe ab. Nein Sossusvlei, diesen Rummelsandspielplatz für Erwachsene wollen wir auf keinen Fall sehen / erleben!
Nachdem wir ja schon Gaub und Kuiseb-Pass gefahren sind, kommt der Zaris-Pass, der seinen Namen eigentlich gar nicht verdient, aber eine schöne Landschaft ist. Dann die letzte öde Strecke vorbei an Büllsport - hier wäre ich gerne noch mal die Köcherbaumschlucht gewandert - nach Maltahöhe.
Was treibt einen auf seiner letzten Reise in diesen Ort, den fast alle nur vom Durchfahren kennen? Ich gestehe, ich übernachte hier zum ersten Mal! Warum? In der Sendung "Verrückt nach Zug" bin ich auf das Hotel Maltahöhe gestoßen. Und da hat mich zweierlei interessiert. 1. Es ist das einzige Hotel Namibias, das seit der Kolonialzeit immer durchgehend als Hotel (und Farm) geführt wurde. Lassen sich da noch Spuren finden? Das mein Interesse als Historiker. und 2. Hat diese dumm-dämliche Fernsehdoku auch Spuren hinterlassen?
Zum Hotel: Es ist ein schön am Ortsrand gelegenes Hotel, das frisch renoviert wurde.




Es hat einen schönen sauberen Pool, die Zimmer sind ebenfalls neu renoviert. das Essen ist recht gut, die Besitzerein ist sehr freundlich und zu Gesprächen aufgeschlossen, die sich beim Betrachten der "Flaggendecke" in der Bar ergaben.


Da hängt die Reichskriegsflagge neben der der DDR und der BRD, aber auch die FDJ-Fahne neben der des alten Südafrika ... genug Gesprächsstoff!
Und schließlich sind alle Zimmer mit vielen historischen Fotos dekoriert, die wie das des ersten Geschäfts von Wecke und Voigts bei Maltahöhe - zumindest für mich - sehr interessant sind.


Ich habe hier gerne übernachtet und würde es wieder tun. Es war ja leider für uns nur eine Überbrückungsübernachtung auf dem weg ins Auobtal. Davon später mehr.
LG Burschi
p.s. Halt, die 2. Frage. Ja, die Doku hat Spuren hinterlassen! Nun glauben alle Kinder des Ortes, alle Touristen würden mit ihnen in den Supermarkt gehen und einen Einkaufswagen voll Süßigkeiten holen! Die Bettelei entlang der Straße hat enorm zugenommen und mir wurde berichtet, dass die Kinder dafür sogar die Schule schwänzen. Na, wenn das nicht mal echte Entwicklungshilfe ist! :evil: :woohoo: :laugh:
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