THEMA: Hochzeit in der Kalahari - ein Traum wird wahr
28 Nov 2021 13:23 #631044
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Tag 6, von Sossusvlei nach Swakopmund

Und wie beginnt der heutige Tag?
Absolut windstill, ja ist denn das zu fassen. Gestern noch Wind über Wind, und heute …. ;)
So hätte es gestern sein soll, dann hätten wir nämlich nicht nur die big daddy, sondern die big mama, die 45er Dune und noch etliche andere Dünen, die hier ringsherum liegen, angepackt.

Na ja, so haben wir aber heute bei schönstem Wetter ein gemütliches Frühstück und wir lassen unsere Langschläfer etwas länger als sonst in den Betten liegen.

Ein letztes Wort zur Sossusvlei Lodge, wobei das nur unsere eigene Wahrnehmung ist. Andere Besucher mögen das ganz anders sehen:

also wir finden, dass die Sossusvlei Lodge ganz einfach zu groß ist. Klar, sie hat den Vorteil, dass sie quasi neben dem Eingangstor zum Sossusvlei liegt, aber wir würden diese Lodge sicherlich nicht buchen, so lange wir alleine sind. Für unsere Gruppe war es jedoch ein schöner Aufenthalt, denn was hilft dir das Quiver oder auch das Desert Camp (beides zugehörig zur Lodge, beides deutlich kleiner), wenn Du dann als Gruppe nicht zusammen bleiben kannst.

Das Essen war – mit Verlaub – das schwächste Essen im gesamten Urlaub. War doch grad die Esserei in der Lodge in den höchsten Tönen gelobt, so müssen wir festhalten, dass das nicht unsere Richtung ist. Da hast du beim Fleisch schon ganz genau hinschauen müssen, wie lange es auf dem Grill liegt. Und dass das Buffet relativ flott lehr war, leider aber nur spärlich nachgefüllt wurde, das darf ja gar nicht sein. Wir sind einmal etwas später gekommen, da war schon alles realtiv abgeräumt. :(

Sei´s drum – unterm Strich war es die richtige Entscheidung für unsere Gruppe und man kann sich nicht beschweren, denn das wäre völlig überzogen.

Die Lodge gehört zur Taleni-Group, und wir haben uns schon sehr gefreut, dass man unseren Wunsch, möglichst außen einen Bungalow mit freiem Blick zur Wüste zu bekommen, gerne entgegengekommen ist. Alle Doppelzimmer-Bungalows waren die äußersten, nur der Single-Bungalow war eine Reihe dahinter. Das ist prima, und für das Brautpaar war sogar ein Obstkorb im Kühlschrank bereitgestellt.

Hier nochmal der Blick vom Aussichtsturm zur Terrasse:


und schon bald brechen wir wieder auf, heute haben wir einen langen Fahrtag vor uns.



Wie jeden Tag, so gibt’s auch heute die Morgenpost, so weiß man in etwa, was einen erwartet:


Schon bald sind wir in Solitaire, für uns natürlich und selbstverständlich ein Pflicht-Stop, wo wir tanken, die bakery besuchen und tatsächlich drückt sich doch so mancher (meist die Damenwelt) einen Apfelkuchen rein. (nach diesem üppigen Frühstück in der Sossusvlei Lodge !!!). ;)
Schmeckt aber auch wirklich gut! :)

Schorschine und ich statten dem guten Moose einen Besuch ab. Wir finden es schön, dass er hier an alter Wirkungsstätte seinen letzten Platz gefunden hat, und stellen wieder mal fest, wie schnell doch die Zeit vergeht. Es ist zwar schon einige Jahre her, dass wir hier einen Stop einlegten, und doch meinen wir, es sei erst gestern gewesen. Nur zu gut kann ich mich an diesen Mann erinnern, als er hinter seiner Kasse saß und Pfauenaugen, Nussecken und Apfelkuchen kassierte.









Die Fahrt geht weiter, und wir kommen beim „Tropic of Capricorn“ vorbei.
Die obligatorischen Bilder werden gemacht


und die Fahrt zieht sich ganz schön. Wir haben aber im Bus trotzdem eine riesen Gaudi, und sowohl Windhuk lager als auch ein paar Bottle Savanah verkürzen uns erheblich die Zeit.


Irgendwann im Laufe des Nachmittags sind wir dann da. Swakopmund, dieses kleine Städtchen am atlantischen Ozean, ein Städtchen, dass genauso hier in Deutschland an der Ost- oder Nordsee sein könnte, hier werden wir für zwei Nächte unser Lager aufschlagen.

Swakopmund ist wie ein Stück Deutschland am Rand der Wüste – die deutsche Atmosphäre ist überall spürbar, die putzigen Häuser und Gebäude, teils im Jugendstil erbaut, da kommt man sich vor fast „wie zu Hause“.

Touristisch hat Swakopmund viel zu bieten, und deshalb darf dieser Küstenort auf keiner Namibia-Rundreise fehlen. Restaurants bieten in erster Linie seafood an, und das in hervorragender Qualität. Und kaum eine andere Stadt hat eine derart überwältigende Anzahl an Unterkünften im Angebot. Hier wird jeder fündig, es gibt von backpackers bis hinauf zu sehr teueren Hotels alles, was das Besucherherz höher schlagen lässt.

Ja genau - Hotel, das war ja auch so ein Thema. :ohmy: Also wir waren ja nun zum dritten Mal in Sakopmund, und zwar das erste Mal in der Beach Lodge etwas außerhalb der Stadt, beim zweiten Mal im Beach Hotel, das gerade neu eröffnet war, und nun das dritte Mal im Hansa-Hotel.

Wäre es nach dem bayern schorsch gegangen, wären wir nicht ins Hansa-Hotel gegangen, denn der wollte das irgendwie stylischer, moderner, abgefahrener. Zimmer mit Meerblick, so was hat er sich vorgestellt. Aber da gab´s seitens Schorschine entschiedene Proteste.

Und wie das halt so ist im Leben, bist du ja als Mann immer gut beraten, einfach nachzugeben (was mir schon relativ schwerfiel). Hast du eine zufriedene Frau, dann geht’s auch dem Mann gut, so ist das Motto, mit dem der bayern schorsch sehr gut fährt. :)
Also gesagt, gewünscht, und schließlich getan. Zwei Nächte haben wir uns ins Hansa-Hotel einegebucht, und wir hatten dort eine tolle Zeit. Im Reiseführer steht: klassisch-elegantes Hotel, eines der ältesten Gebäude der Stadt aus dem Jahr 1905, stilvoll eingerichtet und bekannt für seine ausgezeichnete Küche.

Nun, die Küche konnten wir nur zum Frühstück genießen, aber das war schon aller Ehren wert. Und wenn ich den Reiseführer geschrieben hätte, dann hätte ich noch den kolonialen Stil erwähnt, der war nämlich an allen Ecken und Enden zu spüren. Die Freundlichkeit war immer in einer Art zu spüren, die einem guttat. Nichts aufgesetztes, sondern da spürte man Herzlichkeit, das hat schon alles sehr sehr gut gepasst.

Die Zimmer sind teilweise renoviert, das Brautpaar bekam natürlich eines davon, wobei auch die anderen Zimmer außerordentlich schön waren. Besonders gefallen hat uns der kleine Hinterhof. Alles grün, viele Vögel, überall Sitzmöglichkeiten – eine Oase zum Wohlfühlen.












Das Hansa Hotel hat eine wunderschöne Bar. Die muss man gesehen haben, und noch besser ist, wenn man sich einen Colonial-Coffee gönnt. Das was der Ober in die Kaffeehaferl zaubert, ist schon eine einmalige Prozedur :)









Übrigens haben wir in der Bar vom Hansa Hotel ein „date“ gehabt. Wir haben uns mit Nina getroffen, eine Mitinhaberin von „Click&Travel“ aus Swakopmund. Bei Nina haben wir die Pelikantour und auch die Toshari-Lodge am Etosha Park gebucht. Dass wir überhaupt auf Click&Travel gekommen sind, das ist dem Forumsmitglied paule0803 zu verdanken. Irgendwann kam eine pm, und schon war der Kontakt hergestellt. An dieser Stelle nochmals Dank an paule0803.
Bei der Gelegenheit: die Nina hat uns als Hochzeitsgeschenk einen Kissenüberzug mitgebracht, der natürlich bei uns zu Hause schon einen Ehrenplatz hat. Wir haben uns über diese kleine Geste sehr gefreut!




Nach dem Barbesuch im Hansa-Hotel machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Wir haben nämlich beim „The Tug“ einen Tisch für unsere Gruppe bestellt, schließlich gehört das Tug immer noch zu den besten Adressen
















Vor dem Restaurantbesuch statten wir natürlich der Jetty einen Besuch ab. Wir waren ja schon öfter hier und hatten bisher immer bestes Wetter. Was heißt: Sonnenuntergang vom Feinsten, wenn die Sonne glutrot am Horizant im Wasser verschwindet. Leider können wir dieses Schauspiel unseren Gästen nicht bieten, das Wetter hat einfach nicht mitgemacht. Trotzdem ist es immer wieder beeindruckend, die Jetty ganz rauszulaufen.








Auf dem nächsten Bild im Hintergrund sieht man auch das Restaurant „The Jetty“, das leider immer noch geschlossen ist. Schade, denn auch an dieses Lokal haben wir beste Erinnerungen und wir wünschen uns, dass das Restaurant „The Jetty“ bald wieder öffnen kann.

Und dann sind wir auch schon im Tug. Die Stimmung ist – wie zu erwarten – erstklassig. Die Kellner sind gut drauf und machen jeden Witz mit. Der Blick raus zum Meer, das ist schon eine einmalige Stimmung, wenn man denn einen Tisch ganz vorne am Fenster bekommt. Nina von „click & travel“ hat das arrangiert, und das hat sie prima gemacht, ganz nach dem Motto: mit der Nina sitzen sie in der ersten Reihe. :)













Und so geht wieder ein Tag zu Ende. Trotz der langen Busfahrt ist die Stimmung innerhalb der Truppe immer noch gut, und wir freuen uns auf morgen, denn da haben wir wieder volles Programm. Pelikantour und Wüstentour – auch das wird mit Sicherheit ein mords Spaß!
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01 Dez 2021 17:20 #631369
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Tag 7, Swakopmund und ein volles Programm

Und schon beim Früstück hat man leises Grummeln gehört.
Wo bitte bleibt die Morgenpost?!?

Na ja, die hab ich zu Hause nicht schreiben können, weil das erst sehr kurzfristig alles feststand, wie und wo und wann und überhaupt. Also hab ich´s lieber bleiben lassen, nicht dass man mit Falschinfos daherkommt.

Apropos breakfast: sehr schmackhaft, sehr gediegen, sehr gut! Das was hier im Hansa-Hotel geboten war, war schon aller Ehren wert. Das Ambiente ist wirklich rundherum perfekt, das hat alles bestens gepasst. :)







Und dann gab es den ersten (leichten) Krach mit unserem Busfahrer John, der in Swakopmund wohnt und leider nicht pünktlich zur vereinbarten Abfahrtszeit bereit stand. :(

08:00Uhr Abholung ab Hansa-Hotel, so war´s ausgemacht, denn unser Schiff für die Pelikantour startet in Walvis Bay um 09.00 Uhr. John kam knapp nach 08:15 Uhr, somit wäre es vielleicht grad noch mal gut gegangen, aber dann folgt eine Reifenpanne, für die der Busfahrer selbstverständlich nichts kann. Schorschine lehnt sich noch an ihren frischgebackenen Ehemann ...



…und dann tut´s einen ohrenbetäubenden Knall. Also ganz schnell abgebremst und nachgeschaut. Vom Reifen hat sich ein nicht unbeachtliches Stück abgelöst ....




… aber wir können zum großen Glück die paar Kilometer nach Walvis Bay weiterfahren und sind somit immer noch in der Zeit.

Zwei Minuten vor 09:00 Uhr :evil: :evil: kommen wir am Pier an, wo die Pelikantouren starten. Die ersten Boote laufen schon aus, und wir sind ziemlich genervt, weil wir zu spät dran sind.



… und dort wird uns dann im Mola-Mola Büro erklärt, dass wir hier total falsch sind! LEVO-Tour, bei denen wir gebucht hatten, sind auf der anderen Seite des Hafens, nämlich im Industriegebiet, und wir müssen auf die andere Hafenseite wechseln.

Ja ist denn das zu fassen?!? Unser Busfahrer respektive das Busunternehmen hatte von uns einen bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Plan, und da war klipp und klar von LEVO die Rede. Wir waren sprachlos, denn das Busunternehmen ist von Swakopmund, der Busfahrer ebenso, und keiner weiß, wo der Ausflugscatamaran von Levo-Tours ablegt?

Ja, wir waren da schon ziemlich sauer, hatten aber das große Glück, dass wir den Catamaran von Levo-Tours exclusiv für unsere Gruppe gebucht hatten. So hat das Schiff natürlich auf uns gewartet, und abgelegt haben wir dann letztendlich um 09.30 Uhr.







Schnell sucht sich jeder seinen Sitzplatz aus …




der Sohnemann beruhigt den Papa, der sich ob der Irrfahrt des Busfahrers in Walvis Bay schon knapp an einem Herzkasperl vorbeigeschrammt ist ...






… und dann dauert´ s nicht lange, und schon werden wir von Pelikanen umringt:














… dann dauert´s wieder nicht lange, und schon kommen die Robben Bord:











Auch ringsherum ist viel geboten. Schiffe, Bohrtürme, man kommt mit dem Schauen und Fotografieren gleich gar nicht mehr mit, besonders wenn man Auge in Auge einem Pelikan gegenübersteht:












Langsam bewegen wir uns Richtung Robbenkolonie, wo hunderte der Robben faul auf den Sandbänken ausruhen:














Und dann gibt es Austern satt. Jede Menge, und das war gut so, denn wir haben einige „Vielvertilger“ ;) unter uns. Dazu sparkling wine und verschiedene Brötchen, eine mehr als feine Sache:











… und gut, dass wir das WC nicht dringend benötigt haben, denn da wär´s ganz schön eng gewesen.




Den Beiden hat der sparkling wine besser geschmeckt als die Austern …



Bei der Heimfahrt in den Hafen begleiten uns viele Delphine, die mit uns bzw. wir mit ihnen viel Spaß hatten:









Fazit LEVO-Tour:
wir hatten das Boot exclusiv für unsere Gruppe gechartert, die liebe Nina von „click&travel“ hat das super gemacht, denn grad in der heutigen Zeit – aber lassen wir das Thema....-
In jedem Fall war die Alleinbenutzung von Vorteil, denn so waren wir unter uns.

Nun schon zum dritten mal haben Schorschine und ich die Pelikantour gemacht, und jedes mal war sie anders. Diese Touren sind nie langweilig, und würden wir irgendwann mal wieder nach Swakopmund kommen, so wäre eine Tour definitiv gesetzt. Die Abfahrt im Industriehafen ist jetzt nicht so ganz nach unserem Geschmack, denn vorne am Hauptpier ist auch neben der Tour so einiges geboten. Souvenierläden, Restaurants, Kaffee´s – das hat uns immer gut gefallen, dort ein bisschen „rumzustravanzen“. In jedem Fall aber bleibt festzuhalten: immer wieder eine Pelikantour, auch gerne mit Levo-Tours.

Dass uns dann der Busfahrer nach Ankunft am Industriehafen nochmals um eine halbe Stunde versetzt hat, war schon bald irgendwie typisch. Wenn´s das Hauptpier bei Mola-Mola gewesen wäre, dann hätte wohl keiner was gesagt. So aber stehen wir recht blöd herum, und die Stimmung geht merklich in den Keller.
Also ich weiß ja nicht, schließlich bin ich weder ein Busfahrer noch habe ich ein Busunternehmen. Aber dass vier Stunden nicht ausreichen, einen Reifen zu wechseln, versteh ich nicht, zumal das Unternehmen ja grad mal 30 Kilometer entfernt in Swakopmund seinen Hauptsitz hat. :evil:


Am Nachmittag geht´s dann weiter mit unserer Wüstentour, der Bericht folgt diese Tage. :)
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02 Dez 2021 16:13 #631474
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Tag 7, Swakopmund – der Nachmittag

Nach unserer Pelikantour am Vormittag haben wir nur ein kleines bisschen Pause – ein paar von uns strawanzen durch die Stadt, ein paar ruhen sich aus, und wieder andere nutzen die Zeit, um Geld am ATM zu ziehen. Schön ist es hier im Garten des Hansa-Hotels, wie eine kleine grüne Oase.

Um 14.30 Uhr werden wir abgeholt. Mit Chris Nell haben wir die „Little-Five-Tour“ vereinbart, und wieder sind wir, verteilt auf 2 „Großraum“-Autos, exclusiv nur mit unseren Leuten unterwegs. So sind wir unter uns, was ja auch nicht schlecht ist.

Schade war, und das kann ich gleich vorwegnehmen, dass die Tour nicht mit Chris Nell, sondern mit zwei Angestellten seiner Firma stattfand. Nicht, dass unser Tourguide die Sache schlecht gemacht hätte, aber mit Chris Nell war das vor Jahren eine ganz andere Liga. Und schade halt auch besonders deshalb, weil wir mit Chris vereinbart hatten, dass er in jedem Fall eines der beiden Autos fährt. Na ja, ist halt so …

Gleich außerhalb Swakopmunds geht es links ab in die Wüste. Wir sind gespannt, welche Abenteuer uns dort erwarten:



Unser Guide war sehr gesprächig. Für meine Begriffe viel zu gesprächig, denn es wurde erklärt, erklärt, und nochmal erklärt. Was ja alles recht und gut ist. Aber nach zig Erklärungen hatte man fast den Eindruck, entweder hört der Mann sich gerne reden, oder aber man muss die Zeit überbrücken, damit man nicht zu früh am Ende der Tour ist.





Der Fahrer vom zweiten Auto machte sich derweil auf die Suche nach einem Chamäleon. Leider Fehlanzeige ...





Zum Glück haben wir aber noch diesen kleinen Palmato-Gecko gesichtet, der sich zunächst mal die Augen ausgeputzt hat, als er unsere Gruppe sah: :)



Unser Guide hat den kleinen Gecko ausschließlich im Schatten platziert, weil der kleine Bursche keine Sonne verträgt. Dementsprechend sind die Bilder "nix rechtßs".
Wir haben aber schon noch das ein oder andere Tierchen entdeckt. Eine Zwergpuffotter und eine Eidechse:









Was in jedem Fall eine tolle Sache war, das war die rasante Fahrt durch die Wüste. Das hat Spaß gemacht, und beide Fahrer haben ihr Bestes gegeben. :)













In der Tat, die Wüstenfahrerei war bombig. Das hat richtig Spaß gemacht.

Fazit zu unserer Little Five Tour:
Wir meinen, dass es unseren Gästen sehr gut gefallen hat, denn wenn man diese kleinen Lebewesen das erste Mal sieht, dann traut man seinen Augen nicht. Und dann die Wüste selbst. Einfach sensationell. Am Ende der Fahrt dann noch der Blick Richtung Meer, ja, das ist schon was ganz Besonderes. :)

Trotzdem waren Schorschine und ich nicht ganz zufrieden. Klar, es ist kein Zoo, und das Chamäleon hatte dummerweise Tiefschlaf.(die weiße Spinne übrigens auch ...) :evil: Außerdem finden die Touren im Regelfall am Vormittag statt und nicht am Nachmittag. Da mag es vielleicht anders sein. Schorschine und mir fehlte ganz einfach der gute Chris Nell. Was war das vor Jahren für ein Erlebnis, als uns dieser Mann die Little Five der Wüste nähergebracht hat. Das war eine Fahrt mit dem Prädikat Weltklasse, und nicht umsonst konnte man Chris Nell mit seiner Tour schon oft im Fernsehen sehen. Schade, dass er uns nicht gefahren hat.

Aber wie gesagt - für unsere Neulinge war das voll in Ordnung, wie man auch auf den nächsten Bildern nochmals sieht:







Am Abend sind wir ins "old steamer" zum Abendessen. Perfekte Stimmung, klasse Ambiente. Zwar wollten ein paar nochmals ins The Tug, wo wir am Vorabend ein sehr gutes Dinner hatten, aber die Mehrheit ....









Es war sehr gut, es war sehr viel, und es war sehr günstig. Da gibt´s nichts zu meckern.
Vielleicht etwas zu "Fleischlastig", und im Nachhinein denke ich, wenn man schon in Swakopmund ist, dann sollte man der Küche des Meeres den Vortritt lassen. Eigentlich klare Sache ;)

Morgen geht´s dann sehr früh los. Abfahrt 06:00 Uhr ab Hansa-Hotel.
Aber auch nur dann, wenn der Busfahrer pünktlich gewesen wäre .....
:evil: :evil: :evil:
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04 Dez 2021 17:09 #631647
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Tag 8, von Swakopmund nach Gelukspoort

Tags zuvor haben wir an der Rezeption ein breakfast-Packet geordert. Das war gut so, denn für ein ausgiebiges Frühstück war heute keine Zeit. Trotzdem hat das Hansa-Hotel einen „quick-coffee“ bereitgestellt, dazu ein paar Kekse, das hat gepasst.

Einer nach dem anderen kam aus den Zimmern geschlichen, 05.30 Uhr ist nicht jedermanns Aufstehzeit, schon gar nicht die von unserem Busfahrer John. Vereinbart war mit ihm, dass er um 05:45 Uhr vor dem Hotel stehen soll, dann schnell die Koffer einladen, so dass wir in jedem Fall um 06:00 Uhr loskommen sollten. Zum „quick-coffee“ gab´s die tägliche Morgenpost, so dass jeder ungefähr wusste, wie der Tag ablaufen kann. :)



Es wird 05.45 Uhr, Busfahrer John ist nicht da.
Es wird 06:00 Uhr, Busfahrer John ist immer noch nicht da.
Es wird 06:10 Uhr, da machen wir uns langsam Sorgen.
Es wird 06:20 Uhr – und ich beginne nervös zu werden.
Es wird 06:30 Uhr, und sieha da, Busfahrer John biegt um die Ecke, und ich bin grantig.

Welch ein Glück, dass er überhaupt gekommen ist. Und dabei hab ich mit ihm gestern anhand unserer Landkarte den Weg noch genau besprochen. Cape Cross – weite Strecke, dann über die Ugab-Terrassen und die Vingerclip wieder auf die main-road, irgendwann dann abbiegen nach Gelukspoort. Die Frage, ob er denn Cape Cross ebenfalls als ein „must do“ für unsere Gruppe sieht, war für ihn genau so klar wie für uns. YES!

Jetzt wurde hier im Forum die Frage gestellt, was macht man mit so einem Busfahrer. :woohoo:
Nun, das kann ich euch schon sagen. Ich hab den Mann so was von zusammengeputzt, wie er das wahrscheinlich in seinem Leben bisher noch nicht erlebt hat. Beim schimpfen ist mein Englisch nicht grad das Beste, aber er hat, obwohl im derbsten bayerischen Dialekt, sehr wohl verstanden, dass das alles nicht mehr unbedingt lustig war. :evil:

Wenn heute jemand auf dem Weg Richtung Henties Bay unterwegs ist, dann kann er Busfahrer John vor dem Schiffswrack besuchen, dort hab ich ihn nämlich abgelegt, nachdem ich mit ihm fertig war:



So – jetzt aber Spaß bei Seite. Das war wirklich mehr als ärgerlich, und trotzdem möchte ich mich nicht mehr länger darüber auslassen. Zu seiner Ehrenrettung sei gesagt, dass er sich dann sehr bald bei uns in aller Form entschuldigt hat. Das hat dann so ausgesehen, dass er irgendwo unterwegs rechts rangefahren ist, den Motor abgestellt, sich zu uns umgedreht und dann hat er sich in aller Form entschuldigt. Er war wegen der Abfahrtszeit etwas in „confusion“ usw. usw.

Wir haben das akzeptiert, und die Stimmung (sogar beim bayern schorsch) war dann schon wieder etwas besser. Bringt ja auch nichts, hier auf schlechte Stimmung zu machen, schließlich sind wir mit ihm noch für etliche Tage beisammen, und dann sollte man schon schauen, dass das einigermaßen im Lot ist.

John hat in jedem Fall bewiesen, dass er Charakter hat, was von seinem Auftraggeber, der Firma „Cars & Guides“ nicht zu behaupten ist.

Das ist aber eine andere Geschichte und hat mit den diversen Verspätungen von John nicht das Geringste zu tun. Da ging´s dann um ganz andere Dinge – dazu aber am Ende der Reise etwas ausführlicher.

Cape Cross haben wir gestrichen, :( obwohl ich das in der Morgenpost doch sooooo schön beschrieben habe. Vielleicht ist es für manch einen ein Grund, nochmal wiederzukommen, wer weiß?
In jedem Fall war nun klar (das war es nämlich vorher nicht), dass wir den Schlenker über die Ugabterrassen und die Vingerclip machen. Das wäre nämlich bei einem Besuch von Cape Cross zeitlich eher nicht mehr machbar gewesen.

Unterwegs machen wir aber zuerst mal einen Stop im Cactus-Coffee-Shop, eine sehr empfehlenswerte Angelegenheit. :)
Wir hatten Glück - das Bier wurde grad frisch gezapft, und das hat uns bayerischen Kameraden natürlich sehr gut geschmeckt, zumal der Bräutigam es sich nicht nehmen ließ, eine Runde zu schmeißen:









Die Fahrt zieht sich eigentlich schon sehr lange hin, dazwischen mal eine Pinkelpause, und irgendwann tappen wir dann in die Touristenfalle, die wohl jeder Touri irgendwie und irgendwann mal über sich ergehen lassen muss (oder will). ;)

Himbas haben an der Straße Ihre Verkaufsstände aufgebaut. Natürlich steigt man aus, und lässt dann das Übliche über sich ergehen. Da kommt man nicht so leicht davon, denn die Leute möchten halt unbedingt was verkaufen. Für Schorschine und mich war das eher abschreckend, denn auch wenn Du einen Armreif oder etwas ähnliches kaufst, dann ist es halt immer noch nicht genug. Die Damen und vor allem deren „leader“ waren für unsere Begriffe sehr aufdringlich.

Und trotzdem – wem soll man es denn verdenken? Die Himbas sind froh, ein paar Souveniere zum völlig überhöhten Preis an den Mann gebracht zu haben, und die Touris sind froh, eine kleine Gruppe des Himbastammes hautnah in Augenschein zu nehmen. Und wir sind mittendrin ….








Insgesamt war die Fahrt heute schon ein Schlauch, den wir da zu bewältigen hatten. Kurz hinter Khorixas sind wir dann tatsächlich auf die D2743 abgebogen, und die Strecke erweist sich als landschaftlicher Traum. Unserer Forumsfreundin Hanne haben wir diesen Tipp zu verdanken. Hanne, an dieser Stelle für Dich ein ganz dickes :kiss: :kiss: :kiss:

Ugabterrassen und dann die Vingerclip, schön ist es hier, und bei den Schorschens aus Bayern macht sich ein bisschen Melancholie breit. Schließlich waren wir in der Vingerclip-Lodge vor vielen Jahren für zwei Nächte untergebracht. Was für ein Traum dort, allein wenn wir an das Dinner oben im eagles-nest denken.









Irgendwann sind wir dann wieder back on C39, jetzt haben wir nicht mehr weit bis zur Gelukspoort – Gästefarm.

Gelukspoort, ein Geheimtipp schlechthin, ein regelrechtes Paradies!
Mei war das schön dort, wirklich wahr, es war schier unglaublich.
Die Gästefarm wird von Chrissie und ihrem Mann Frank in der vierten Generation geführt, für uns einer der Höhepunkte auf unserer Namibiareise.

Aber seht selbst, Bilder sind oft besser als noch so viele Worte:













Nach einer Tasse Kaffee und ein paar Keksen geht’s dann schon los zur Farmrundfahrt. Für uns ist das immer „das Ereignis“ des Tages, und auch unsere Gruppe hat sich mittlerweile darauf eingestellt. Game-Drive oder Farm-Rundfahrt, ein must do, das hat sich auch bei den Namibia-Neulingen sehr schnell rumgesprochen:





Auch wenn die Rundfahrt von den Tiersichtungen her eher enttäuschend war, lieben wir es sehr, auf dem offenem Safarifahrzeug durch die Landschaft kutschiert zu werden. Wir finden es immer spannend, wenn die Driver (wir hatten Frank an Bord) Geschichten über Land, Leute und Tiere erzählen. Die Farmer haben ein enormes Wissen, und man merkt es bei jedem Satz, wie sehr sie ihr eigenes Land lieben. Lange hat das Farmer-Ehepaar auf Gäste warten müssen, lange hat Corona gewütet, und zum Glück war zu unserem Zeitpunkt eine Wende zu spüren. Hoffen wir auf das Beste!

Oben, on the top of the hill, da hat der Frank mit seiner Mannschaft eine Buschbar hingebaut. Gin-Tonic reichlich, das war das Motto, und dort oben auf dem Berg, mit Blick zur untergehenden Sonne, das war wieder mal einer der ganz großen Momente in diesem Urlaub. Schorschine und ich sind uns bewusst - und ich kann das gar nicht oft genug sagen - welches Privileg es ist, so was Schönes erleben zu dürfen. Wir gauben aber auch, dass unsere Reisebegleiter ähnliche Gefühle hatten. Nicht nur ein Tränchen haben wir gesehen, es war einfach umwerfend und sehr berührend.
















Wir haben Gelukspoort auf Tripadvisor bewertet.
Die kürzere Version ist vom bestman, die längere (der braucht nämlich immer länger) vom bayern schorsch:

Seht hier





So war das auf Gelukspoort. Morgen geht es weiter in den Etosha Nationalpark.
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Tag 9, von Gelukspoort nach Etosha

Schön war das hier auf der Gelukspoort Farm. Wirklich schön, und wenn´s mal wieder in der Tour liegt, dann ist dieses kleine Paradies für uns in Zukunft ein absolutes „MUST DO“! :)

Schorschine und ich gehen noch eine Runde in den Pool, der auch heute morgen wieder glasklar zum planschen einlädt. Danach ein Frühstück mit allem Drum und Dran – das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen …




… und nach herzlicher Verabschiedung von Chrissi (Frank war schon wieder busy auf dem Farmgelände unterwegs) machen wir uns auf den Weg. Der Etosha Park wartet auf uns, hoffentlich haben wir unseren Reisebegleitern in Bezug auf Tiersichtungen nicht zu viel versprochen.

In Outjo machen wir einen kurzen Zwischenstop. Hier gibt’s die bakery, hier gibt’s eine Tanke, hier gibt´s zwei tolle Souveniershops, und hier gibt’s eine Apotheke, und am frühen Nachmittag kommen wir in der Toshari-Lodge nahe dem Etosha Nationalpark an. Wobei „nahe“ schon ein dehnbarer Begriff ist. Die Toshari-Lodge ist ca. 25 km vom Andersson Gate entfernt, und wenn man ehrlich ist, dann ist das für den täglichen Besuch des Parks schlichtweg zu weit. :(

Ursprünglich hatten wir ja schon eine Buchung in der Etosha-Village, sehr nah, wirklich sehr nah am Gate zum Park. Schorschine und ich waren vor etlichen Jahren schon mal dort und sehr zufrieden. Preis/Leistung war mehr als O.K., und wir dachten, mit dem Etosha-Village die richtige Wahl getroffen zu haben.

Dann aber konnte man immer wieder lesen (auch hier im Forum), dass die Etosha-Village schwer nachgelassen hat. Die reviews waren so schlecht, dass wir umgebucht haben. Die Toshari-Lodge sollte unser „zu Hause“ für drei Nächte sein, wobei wir mit Toshari durchaus zufrieden waren, nur die Entfernung zum Park ist zu weit.

So sieht das auf der Toshari-Lodge aus, wobei die Bilder von der Toshari-Homepage geliehen sind :huh:
















Der Empfang in der Toshari-Lodge war sehr herzlich, der Eistee hat geschmeckt und schwups waren die Zimmer bezogen. Unser Zimmer war wieder „honeymooner-mäßig“ hergerichtet, wobei es eher „honeymooner-light“ hergerichtet war, denn besonders großartig war das nicht. Zumindest aber hat man aus den Handtüchern ein paar Herzerl gebastelt. Immerhin … ;)

Und dann geht’s auch schon los – wir fahren mit dem Bus in den Etosha-Park. Na ja, wir wollten fahren, denn kurz vor dem Park tat´s mal wieder einen mords Knall, und siehe da, die Keilriemen der Klimaanlage waren gerissen. :evil:





da bleibt nichts anderes übrig – die Keilriemen wurden kurzerhand mit dem Taschenmesser durchgeschnitten, nicht dass sich da noch irgendein loses Teil im Motor verwickelt.



So – jetzt standen wir also da. An eine „quick“ Reparatur war nicht zu denken, :dry: denn unser Busfahrer hatte keine Ersatzkeilriemen parat. Auch in der Tankstelle kurz vor dem Etosha-Park war so ein Riemen nicht vorrätig, also mussten wir eben ohne Klimaanlage weiterdüsen. Bei über 40 Grad, teils 45 Grad ein Unterfangen, das so manchem Reisegast die Schweißperlen auf die Stirn trieb. :woohoo: :evil:

Aber wir wollten – und das kann man doch verstehen – unbedingt in den Park, ob mit oder ohne Klimaanlage. Schließlich warten die Elefanten auch nicht ewig lang, also sind wir weitergefahren. Am Gate haben wir (d.h. nicht wir, sondern der bayern schorsch) das permit gekauft, und natürlich hab ich versucht, für den guide (also für mich) einen Gratiseintritt rauszuhandeln. Irgendwie kommt das aber bei den Gate-Brüdern gar nicht gut an und ich denke, dass die Leute mir nicht geglaubt haben, dass ich der Guide von der Truppe bin. (war ich ja auch nicht, aber ich hab halt einfach mal so getan als ob ...) ;)

Zumindest aber haben wir für den Busfahrer den Einheimischenpreis bekommen. Das war doch schon was, oder?



Gleich hinter dem Gate geht’s links ab zum Wasserloch „Ombika“.
Mensch das wär doch eine Sache, wenn wir dort auf die ersten Tiersichtungen treffen. Leider herrscht am Wasserloch Totenstille, es ist kein einziges Tier zu sehen. Hmm... das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Aber gut. Weiter geht’s bald darauf wieder auf Teer, und die Hitze im Auto ist schon eine Nummer. :evil:
Da hilft auch nichts, die Fenster zu öffnen, die zwar eine ansehnliche Größe aufweisen, aber im Endeffekt viel zu klein sind, um einen richtigen Durchzug zu bekommen. Egal, wir nehmen´s gelassen hin und freuen uns zumindest über unser gekühltes Savanah, denn der fridge, der läuft wie geschmiert. :) Gott sei Dank.

Und dann haben wir Glück. Was für ein Glück!

Unmittelbar vor dem Okaukuejo-Camp kreuzt eine große Elefantenherde unseren Weg. Wir sehen grad noch die letzten Elefanten hinter der Straße verschwinden, und natürlich wissen Schorschine und ich als erfahrene Etosha-Besucher, wo diese Elefantenherde ihr Ziel hat. Das Wasserloch vorne im Camp, puh...., das wird ein Spektakel werden.



Spätestens jetzt, in Anbetracht dessen, was uns am Wasserloch erwartet, da denke ich mir, schade, dass ein Paar von uns nicht mitgefahren ist. Die haben sich´s lieber in der Lodge am Pool mit einem Gläschen Chardonnay bequem gemacht. :woohoo:

So - jetzt aber schnell zum Wasserloch, schauen wir mal, wer als Erstes da ist. Die Elefanten oder wir?
Beide sind wir gleichzeitig eingetroffen. Kaum, dass sich ein jeder von unserer Gruppe ein schönes Beobachtungsplätzchen rausgesucht hat, kommen die Eli´s schon um die Kurve gewackelt. Ein super Spektakel, das seinesgleichen sucht. Bei 40 Elefantenköpfen hat man aufgehört zu zählen, es war einfach nur überwältigend.















War es für die ganze Reisegesellschaft ein Spektakel – so nicht für den bayern schorsch, denn der ist, so wie sich´s gehört, beim office ausgestiegen und hat zuerst mal den Eintritt bezahlt. Man muss nämlich wissen, dass zwar das Andersson Gate das Gate ist, wo man registriert wird, jedoch die Zahlung erst im Büro in Okaukuejo erfolgt. Und wie´s der Geier will, braucht die Dame im Büro gefühlte Ewigkeiten, bis sie endlich die Quittung ausstellt und der bayern schorsch zahlen kann. :evil:

Und dann bin ich ganz schnell zum Wasserloch gespurtet - und was sehen meine Augen?!?
Drei oder vier Elefantenbullen stehen noch ein bisschen herum, der Rest der Eli-Truppe ist schon fast am Horizont verschwunden. Also das hat mich jetzt so richtig geärgert, aber eigentlich hab ich mich mehr über mich geärgert, denn ich hätte ja auch noch etwas später bezahlen können.



Wenigstens aber hat man mir erzählt, wie super das alles war, und ich darf auch das ein oder Bild auf den Handy´s anschauen. Ist doch klasse, oder?

Aber es gibt Gerechtigkeit. Gerechtigkeit für den bayern schorsch, denn siehe da, die komplette Herde, fast schon außer Sichtweite, macht auf dem Absatz kehrt und kommt wieder zurück zum Wasserloch. Was für ein Glück, dass die Herde nochmal umgedreht hat, und so hat auch der schorsch aus bayern seine wahre Freude. :)

Das gesamte Schauspiel hat bestimmt mindestens eine Stunde gedauert, und danach fahren wir noch Richtung Gaseb. Dort am Wasserloch hoffen wir auf weitere Tiersichtungen. So weit sind wir aber nicht gekommen, denn gleich neben dem Okaukuejo-Camp haben sich ein paar Elefantenbullen eine wunderschöne Schirmakazie ausgesucht, um dort genüsslich Ihren Allerwertesten zu schrubben. Ein sehr schönes Bild, das sich uns dort geboten hat.









Ja so war das, mit unserer Elefantensichtung im Etoshapark. Wir hatten da richtig Glück, und unsere Reisebegleiter und natürlich auch wir waren sehr zufrieden. Bald darauf sind wir dann wieder in die Toshari-Lodge zurückgefahren, und das ein oder andere Tier läuft uns noch über den Weg. Besonders der Elefant, der knapp hinter unserem Bus die Fahrbahn gekreuzt hat, war schon recht imposant:





In der Toshari-Lodge angekommen machen wir Pause. Wir sind buchstäblich den ganzen Tag auf den Beinen, irgendwann bist du müde und die Eindrücke brauchen verarbeiten. Da ist die Toshari-Lodge grad der rechte Platz, hier kannst du die Seele baumeln lassen, hier geht´s uns richtig gut:













Es ist ja immer noch die Frage offen, wie das die nächsten Tage mit unserem Bus weitergehen soll, und auch ein Blick auf die Windschutzscheibe des Busses verhieß nichts Gutes. Der Steinschlag, den wir uns vor ein paar Tagen eingeholt haben, macht sichtbar Fortschritte. Der Sprung wird, wenn auch nur ganz leicht, immer größer und wir können nur hoffen, dass die Scheibe für den Rest des Urlaubs hält. :angry:

Busfahrer John hat zwischenzeitlich mit seinem Arbeitgeber in Swakopmund telefoniert. Ja, man hätte die Möglichkeit, einen Ersatzkeilriemen mit einem Kurier zu senden, gerichtet wird das alles bis zum nächsten Tag, eventuell morgens, eventuell auch etwas später. Uns war das alles viel zu unsicher, denn das Vertrauen der Firma „cars & guides“ und auch unserem Busfahrer John gegenüber hielt sich verständlicherweise in Grenzen. Also haben wir kurzerhand die Sache selbst in die Hand genommen. :cheer:

Toshari bietet nämlich Fahrten in den Etosha an. Halbtagesfahrten von morgens 06:30 Uhr bis ca. 13:00 Uhr, im offenen Safarifahrzeug. Na, das hört sich doch gar nicht schlecht an, war aber mit zusätzlichen Kosten verbunden. Pro Nase nach zähester Verhandlung 766 NAD, also um die 45 Euro, wobei bei diesem Preis der Eintritt in den Park bereits includiert war. Der Guide der Gruppe war frei, wobei der Gratisplatz selbstverständlich unter allen Mitfahrern aufgeteilt wurde. Wir haben das dann gebucht, denn so wussten wir zumindest hundertprozentig, dass wir nicht den ganzen Tag in der Lodge herumsitzen und darauf warten müssen, wann eventuell unser Bus startklar sein könnte. :angry: :evil:

Am frühen Abend treffen wir uns dann zum Abendessen ....



das so war, wie erwartet. Es war sehr gut, alles vom Buffet, Wild in allen möglichen Variationen, dazu sehr schöne Beilagen – es hat uns richtig gut geschmeckt. Die Stimmung war super, die Angestellten allesamt sehr nett, die Nächte wunderschön warm, es war alles so, wie man es sich vorstellt. Urlaub von seiner schönsten Seite, und anschließend unterm Sternenhimmel hat noch das ein oder andere Schöpperl Wein hervorragend geschmeckt.



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  • bayern schorsch am 28 Nov 2021 13:23
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Tag 10, unser zweiter Tag Toshari-Lodge / Etosha

Pünktlich geht’s morgens um 06:30 Uhr los. Das Paar, das sich gestern einen bequemen Tag am Pool gemacht hat, ist heute mit an Bord, so dass wir vollzählig sind. Das ist auch gut so, denn grad die Fahrt im offenen Fahrzeug durch den Etoshapark, und das noch dazu unter sachkundiger Führung, das ist schon was Besonderes.

Also düsen wir los, und wir sind heilfroh, dass der Fahrer warme Decken bereithielt, denn es war morgens noch richtig saukalt! :laugh:
Offenes Auto, dazu entsprechend niedrige Temperaturen, da hat sich jeder eingepackt, so gut er konnte.








Und dann dauerts nicht lange, und uns laufen die ersten Tiere vor die Linse:













Na, das ist doch für´s Erste schon mal gar nicht ganz schlecht. Besonders haben wir uns über die Rhino-Sichtung gefreut, nur leider hat sich der Bursche nicht unbedingt kooperativ erwiesen. Zumindest gelangen ein paar „einigermaßen brauchbare“ Fotos:





Wir düsen weiter, denn unser Fahrer weiß, dass ein Löwenrudel in der Nähe ist. Also nichts wie hin, das wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen:











Eine hochinteressante Sichtung, auch wenn die Löwen mehr oder weniger recht faul rumgelegen sind. Nix "Riss" oder sonstige Action, aber das wäre wohl zuviel verlangt. Was uns aber auffällt, dass einige unserer Mitfahrer - sagen wir mal nicht Angst - aber doch einen gehörigen Respekt vor den Raubtieren hatten. Was auch gut so ist, denn immerhin sitzen wir in einem offenen Safarifahrzeug, in das ja jeder Löwe mit einem Sprung ins Auto gutes Futter bekäme.
Ja, wenn man das erste Mal den Tieren doch ziemlich nahe kommt, dann ist das schon ein Erlebnis, das man nicht alle Tage hat.

Bei so vielen Löwen gibt’s dann auch den „Daumen hoch“:



Schön langsam bekommen wir Hunger, und zum Glück haben wir in der Lodge ein lunch-Paket bestellt, das wir jetzt in Okaukuejo, wo hinterhalb des Pools eine nette Picknick-Area ist, verputzen. Na ja – verputzen ist wohl überzogen, denn das Paket war alles andere als umfangreich. Ziemlich dürftig – vielleicht hätten wir doch im Restaurant vom Camp eine Kleinigkeit essen sollen?

Witzigerweise waren am Picknickplatz, wo wir unsere Pause einlegten, auch andere Gäste der Toshari-Lodge. Und die hatten ihren eigenen „richtigen“ guide dabei. Beim Blick in deren Essensbox haben wir uns schon gefragt, wieso unser Paket eher dürftig, denen ihr Paket dagegen üppig und vor allem sehr gutaussehend war. Da gab´s Nudelsalate in verschiedenen Variationen, und sogar ein bisschen Fleisch war auch mit in der Box. Vielleicht lag´s am guide, wir wissen es nicht. ;)

Aber - der bayern schorsch, immerhin auf dieser Reise der Bräutigam, hat sich´s nicht nehmen lassen - drei Flaschen Wein sind mit an Bord unserer Safarifahrzeuge. Eine gute Idee, wie ich finde, und es gab dankbare Abnehmer. Da haben dann die beiden anderen Toshari-Gäste geschaut. Freundlich, wie wir sind, haben wir ein Schlückerl Wein angeboten, was die beiden Damen aber dankend abgelehnt haben. Die haben bestimmt Angst gehabt, sie müssten im Gegenzug von ihrem Lunch-Paket etwas rausrücken. :lol:

Nach unserer Mittagspause treten wir bald den Rückzug an, und unterwegs treffen wir noch auf viele Bewohner des Etoshaparks.







Der Nachmittag gehört dem Nichtstun. :) Die einen sind am Pool, die anderen pflegen ihre Magen-Darm-Angelegenheiten. Das war schon sehr ungewöhnlich, dass bis auf zwei (der bayern schorsch und seine neue Schwägerin) alle mit Magen-Darm Probleme bekamen. :( Auch Schorschine war für ein paar Stunden gelegen, und so ging´s all den Anderen unserer Gruppe ähnlich. Einer nach dem Anderen meldete sich krank, und ich bin dann mal zur Rezeption, um mit der Managerin zu sprechen, die sich sofort der Sache annahm und Ihre Hausapotheke plünderte. ;)

Zum Glück war aus Kapstadt ein junges Doktorehepaar zu Besuch in der Lodge, und als die beiden hörten, dass es Probleme gibt, holten sie sofort zwei Erste-Hilfe-Koffer aus ihrem Auto und versorgten unsere komplette Gruppe mit Arznei. Das war schon supernett von den Beiden und auf die Frage, was ich denn „schuldig“ sei, war die Antwort:
„sag deiner Gruppe, dass sie bald wiederkommen und im nächsten Reiseplan Kapstadt mit einbauen sollen.“

Was sagt man dazu? Genau diese Art ist es, was uns an den Menschen hier im südlichen Afrika so gut gefällt. Ich hab das für eine unglaublich freundliche Geste empfunden, und unsere Leute waren dankbar, dass uns so schnell geholfen wurde.

Wir sind übrigens der Meinung, dass die Magen-Darm-Geschichten sicherlich nicht am Essen in der Lodge liegen. Vielleicht lag´s am Leitungswasser, aber wir wissen das nicht.

Dass ich das freundliche Paar am Abend zu einem Cocktail an der Bar eingeladen hab, war Ehrensache. :)

Übrigens hab ich nachmittags die Zeit, während Schorschine flach gelegen war, genützt. Und zwar hab ich mich als Birder :woohoo: :woohoo: :woohoo: versucht. Was natürlich völlig misslang und die wahren Birder hier im Forum werden dafür nur ein müdes Lächeln übrig haben. Aber immerhin, einen Toko hab ich einfangen können. Zuerst hat er sich sein Gefieder geputzt, um dann hat sich von seiner schönen Seite gezeigt:





Für die, die am Abend noch gut beinand waren, gab´s wieder „Wild satt“, das hat auch heute wieder sehr sehr gut gepasst. Und diejenigen, die nicht ganz so fit waren, für die gab´s Suppe, Tee und ein paar Löffel Reis. Gott sei Dank war niemand länger „außer Gefecht“. Ein paar Stunden nur, und schon war man wieder auf den Beinen.

Unseren Fahrer John haben wir beim Abendessen getroffen. Ja, die Klimaanlage ist gerichtet, wir könnten, wenn wir mögen, morgen mit ihm in den Etosha fahren. Wir haben dankend abgewunken, denn morgen ist unser letzter Tag im Etosha, und da möchten wir nochmal mit einem offenen Safarifahrzeug fahren. Zwar ist das mit Mehrkosten verbunden, aber das ist es uns wert. Und außerdem war uns doch etwas mulmig mit Blick auf die Windschutzscheibe. Da soll der Bus mal lieber stehen bleiben, nicht dass uns die Scheibe beim Geholpere im Etoshapark um die Ohren fliegt.
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Letzte Änderung: 08 Dez 2021 17:05 von bayern schorsch.
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