THEMA: Namaqualand und Kalahari im August 2021
11 Aug 2021 07:33 #622894
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Goegap Naturreservat
Als ich nach Goegap reinfuhr, fiel mir sofort auf, wie grün es ist. Wir hatten die letzten Jahre ein schlimme Dürre, mit nur 60-80mm Regen am Field Site, der über 20 Jahre einen Mittelwert von 160mm gehabt hatte. Das letzte Mal, das es so grün war, war meiner Meinung nach 2014. Die Pflanzensurveys, die wir die Woche darauf machen sollten, würden das bestätigen: Seit 2014 hatten wir im August nicht so viele verschiedene Pflanzenarten in unseren Monitoring Plots gezählt.
Am Sonntag den 1. August (Gruß an alle Schweizer!) nahm ich die Studentinnen mit auf einen Trip auf die 4x4 Route von Goegap. Diese kann ich wirklich allen 4x4 Enthusiasten empfehlen: Tolle Landschaften, hervorragende Aussichten, und wirkliches 4x4. Gut, Low Range braucht man nur selten, aber im Vergleich zu den 4x4 Touren in manchen Nationalparks (z.B. dem Namaqua Nationalpark) fühlt man sich hier mit dem 4x4 am richtigen Platz. Wir fuhren den Klippas hoch, rüber auf die Ebene von Ja-leegte, den Witsandpass und dann rüber zum Klippad, von wo es dann zurück zu Station ging.
Wir fuhren durch herrliche Granit Felsenlandschaften, auf denen zahlreiche der urigen Köcherbäume in allen Formen und Größen wuchsen, vorbei an ungewöhnlich grünen Ebenen, die sonst nur von Sand gefüllt sind. Die letzten Wochen war es feucht und kalt gewesen, so dass die Wildblumen noch nicht blühten. Doch nun war es warm, gut 25C, und die Blütenexplosion nur wenige Tage entfernt.
Oben bei Ja-leegte (der Name bedeutet so viel wie „gar nichts“), war es kaum grün. Diese Ebene gehört bereits zum angrenzenden Buschmannland, das Sommer- und nicht Winterregen hat. Der Witsandpass ist ein Van Zyls Pass im Miniformat. An seinem Anfang schaltete ich deshalb in low-range, und langsam, mit schöner Aussich, geht es darüber. Beim Abstieg ist eine Kurve so eng, dass ich jedes Mal sogar den Rückwärtsgang einlegen muss (sowohl mit dem jetzigen Hilux, aber auch meine Defender früher). Die schönsten Aussichten mit Köcherbäumen gab es nach dem Klippass beim Klippad, der der deutlich längste Pass der Route ist, aber nicht schwierig zu befahren.
Die Trockenheit der letzten Jahre hatte der Vegetation stark zugesetzt, was durch den hohen Wildbestand and Gemsbok und Springbok nicht besser wurde. Deshalb wurde in den letzten Jahren mehrere Culling-Events durchgeführt. 2019 führe dies sogar dazu, dass alle Sträuße im Reservat abgeschossen wurden. Diese waren besonders unbeliebt, da sie die Pflanzen mit den Wurzeln rausreißen, so dass nicht nur nichts mehr nachwächst, sondern aus auch zu Erosion kommt. Trotzdem war nicht geplant gewesen, alle Strauße zu entfernen, aber es passierte dann doch. Für mich ein Paradebeispiel, wie der Mensch eine scheinbar häufige Art in kurzer Zeit zum (lokalen) Aussterben bringen kann.
Das letzte Culling fand in der zweiten Januarwoche statt. Auf unserer Fahrt sahen wir nur sehr wenige Gemsböcke, und ich sah bisher keinen einzigen Springbok in Goegap. Dafür sahen wir sehr viele Hartmanns Bergzebras. Goegap ist der einzige Ort in Südafrika, wo diese ansonsten auf Namibia begrenzte Unterart der Bergzebras vorkommt. Als ich 2001 zum ersten Mal nach Goegap kam, waren die Bergzebras sehr selten, und in meinem ersten Jahr sah ich sie nur 2 Mal. Heute sahen wir auf der Fahrt mindestens 5 Familiengruppen und auch in den nächsten Tagen sah ich sehr viele Bergzebras.
Letzte Änderung: 11 Aug 2021 07:46 von CarstenS.
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11 Aug 2021 07:36 #622895
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Karte von Goegap und Bilder des Drives am Sonntag.


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12 Aug 2021 10:37 #622965
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Town Day: Am Mittwoch den 11. August zum Einkaufen nach Springbok
Auch wenn ich geimpft bin, möchte ich das Risiko verringern. Mittwoch morgens ging ich nach Springbok, war um 8:00 beim Spar einkaufen, auch für den Trip in die Kalahari. Der Spar war noch leer, manche Regale aber leider auch. Frisches Brot war noch keines da (bekommt man ja aber an jeder Tankstelle), und auch keine Leberwurst. Aber sonst bekam ich eigentlich alles.
Dann bin ich 8:45 doch zu AutoMac gefahren. Ich machte mir große Sorgen, wie sich herausstellte zu Recht: Der Chef war da, erzählte mir aber, er wäre vor 2 Wochen positiv auf Corona getestet worden. Dabei hatte ich ihn vor 10 Tagen getroffen, als er noch auf sein Ergebnis gewartet hatte. Er hatte also trotz begründeten Verdacht weiter gearbeitet, bis das Ergebnis letzten Montag kam (Freitag war er getestet worden), ging dann für 4 Tage in Quarantäne nach Hause, und war Samstag wieder in der Werkstatt, da er sich wieder besser fühlte. Zwar waren am Wochenende keine Angestellten da, aber natürlich ab Montag. Damit hat er seine Angestellten (die inzwischen alle negativ getestet waren), gefährdet. Man kann es ihm einfach nicht erklären, es kommen die Argumente „ich fühle mich doch schon besser, … ich muss doch Geld verdienen.“ Ich erkläre dann immer, warum man trotzdem zu Hause bleiben muss (um andere zu schützen) und dass das auch finanziell besser ist, als wenn viele krank ausfallen oder gar sterben. Aber das sollte doch allen klar sein? Aber hier in Südafrika gilt halt: Ich muss arbeiten, und Geld verdienen. Es sei denn, man arbeitet für den Staat und wird so oder so bezahlt. Viele Ämter und öffentliche Stellen arbeiten kaum noch. Die Leute sitzen zu Hause und haben gar keine Lust mehr, zur Arbeit zurück zu kommen. Eine Freundin von uns, die auf dem Amt in Kapstadt arbeitet, war in den letzten 1,5 Jahren fast nie im Büro und hat gar nicht gearbeitet. Auch beim Permit Office in Kimberley geht seit 2020 nichts mehr. Dafür sehe ich die Leute dann auf Facebook, wo ich mit dem Chef der Permit Section befreundet bin, am Strand, beim Cricket, oder beim Braai mit Freunden. Auch die Arbeiter von Goegap kann Maxie nur schwer zum Arbeiten motivieren.
Der Chef von Automac sieht noch immer sehr schwach aus. Er meinte, am Samstag hätte er an einer Kanne geschnüffelt, um herauszufinden, ob es Diesel oder Benzin sei, er können aber nichts riechen. Er ist fast 70, sein jüngster Sohn, der noch im Ort lebt, um die 30. Auch der Sohn wurde positiv getestet und ist für 2 Wochen in Quarantäne. Früher darf er nicht zurück zur Arbeit (Mine in Kathu). Aber wenn man sein eigener Chef ist, dann hält einen halt niemand zurück.
Schlimm getroffen hat es die Ehefrau. Ihr ging es letzte Woche sehr schlecht, dann Freitag besser. Samstag ist sie dann aber zusammengebrochen und ins schlecht ausgerüstete Krankenhaus von Springbok bekommen, wie sie Sauerstoff bekommt. Besuchen darf sie ihr Ehemann nicht, nur per Handy mit ihr reden. Ich hoffe wirklich, dass es ihr bald sehr viel besser geht, und dass im Umfeld nicht noch viel mehr Corona Fälle auftreten, auch wenn dieser Wunsch unwahrscheinlich ist.
Dann bekam ich noch einen neuen Ersatzreifen (der alte, obwohl er neu war, hatte komischer Weise während Corona ein nicht reparierbares Loch an der Seite bekommen), und war beim Getränkemarkt. Dann um 12:00 zurück zur Station, bereits das Auto für die Kalahari packen, dann meine (nun leereren) Zimmer sauber machen. Und danach noch viel Energie in das Aufräumen unseres Abstellholzhauses investiert, ein altes Wendy Haus, das fast schon umfällt. Vieles weggeschmissen, das Wichtigste in ein besseres, schönes Wendy Haus transportiert und nur alte Käfige im kaputten gelassen.

P.S. Die Studenten haben auf meinen Rat und Warnung gehört: Anstatt ins Restaurant zu gehen haben sie sich auf einen Parkplatz gestellt und mehr als 2 Stunden lang im Auto am Computer gearbeitet: An der Station gibt es ja kein Internet und keinen Handyempfang.
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13 Aug 2021 20:13 #623104
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Freitag 13. August in die Kahalahri
Früh los ging es am Freitag! Bin bereits um 4:30 wach gewesen; da ich hier jeden Tag spätestens um 21:00 das Licht aus mache (und um 6:30 aufstehe), bin ich halt auch sehr ausgeschlafen. Kaffee kochen, die letzten Sachen in den Hilux, und um 5:00 los.
Gegen 9:00 in Upington. Dort habe ich noch meine Starterbatterie testen lassen, da mein Dua-Battery-Controller ein mögliches Problem angezeigt hat. Laut Werkstatt ist aber alles in Ordnung. Also nach Tankstelle, frisches Brot und Feuerholz kaufen weiter zum Park, wo ich kurz vor 12:00 ankam.
Als erstes Health Screening und Formulare dazu ausfüllen. Dann einchcken, was etwas dauert, da ich mehrere Reservierungen habe. Ich wusste erste Mitte Juli, dass ich fliegen darf, und habe dann wenn was frei geworden ist Camp nach Camp gebucht, in der Reihenfolge: Twee Rivieren, Mata Mata, Gharagab, Twee Rivieren, Mata Mata, Nossob, Bitterpan, Nossob.
Für den ersten Tag hatte ich nur einen Campingplatz ohne Strom buchen können. Da ich früh da war, konnte ich mir den schönsten der stromlosen Plätze unter eine großen Akazie mit Abstand zu den anderen Plätzen aussuchen. Es war recht frisch und windig. Sandwiches machen, Castle trinken, Vögel, Erdhörnchen und Fuchsmangusten beobachten und fotografieren. Als ich abends zurück kam, war außer mir niemand bei den stromlosen Camps. Unten (mein Camp ist etwas erhöht) viel Licht und Lärm, hier relative Ruhe und Dunkel, so dass man die Sterne bewundern kann. Sollte in Zukunft immer dieses Camp nehmen!
Um 15.00 in den Park. War sicher schon mehr als 10x hier, ist einfach der nächste große Park von Springbok aus. Früher, in den 2000er Jahren, war es mein Lieblingspark: Abgelegen, wenig Besucher, man war im Busch. Dann wurden mehr und mehr Camps aufgebaut, die Zufarhrtstrasse geteert, und nun ist der Park (im Vergleich zu früher) überlaufen. Deshalb war ich in den 2010er Jahren fast nie mehr hier. Jetzt wieder regelmäßig (August 2019, Januar 2020, heute), weil ich nicht mehr so viel Zeit für Urlaub in SA habe.
Um 15.00 losgefahren, auf der Nossobroute bis zum ersten Picknickplatz. Die üblichen Verdächtigen gesehen: Gnus, Springbok, Gemsbok, Strauße, ein Steinböckchen, Sekretär, zahlreiche Singhabichte. Alle sehr fotogen nahe der Straße oder auf der Straße. Auch 5 Löwen gab es, aber weit weg unter einem Baum im dichten Gras. Wenn man schon so häufig Löwen direkt am Auto hatte ohne andere Touristen um sich herum, dann reiht man sich nicht bei den 6 anderen Autos am Straßenrand ein.
Aber es gab dann doch zwei Höhepunkte: Erstens mehrere Striemengrasmäuse neben der Straße. Die habe ich ja 20 Jahre in Goegap erforscht und auch früher schon im Kgalagadi gesehen, wo sie ebenfalls sehr sozial schienen. Die letzten Jahre aber nicht mehr. Doch dieses Jahr hatte der Sommer den besten Regen seit Jahrzehnten, es war richtig bunt vor lauter Wildblumen. Mein Kollege Tim Clutton-Brock, der das Meerkat Projekt gegründet hat (anfangs im Park, dann wurden sie rausgeschmissen und nun seit über 20 Jahren in Van Zylsrus) hat bei unseren Zoom Meetings immer ein schon fast kitschig buntes Foto mit den Wildblumen der Kalahari als Hintergrund. Selbst konnte er aber wegen Corona zu der Zeit nicht ins Feld gehen. Und dank des Regens scheint sich auch die Striemengrasmauspopulation wieder erholt zu haben!
Jetzt ist es aber wieder sehr trocken, auch wenn das hohe dichte braune Gras (im Prinzip Heu) noch vom nassen Sommer Zeugnis ablegt. In diesem sah ich, als zweiten Höhepunkt, eine Familie von 5 Löffelhunden nach Nahrung suchen. Mein Diplomvater Jürg Lamprecht hatte diese vor vielen Jahrzehnten in der Serengeti erforscht.
Zurück im Camp machte ich die Routine, die ich jetzt jeden Abend machen werde: Als erstes das vorbereitete Lagerfeuer anmachen, Roof-Top Tent aufbauen, Duschen gegen, Grillen, Abwaschen, Gaskocher mit Kanne für den Morgenkaffe bereitstellen, dann Schreiben und Lesen. Spätestens um 21:00 Uhr geht es dann ins Zelt!
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16 Aug 2021 14:56 #623252
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Um 16:00 Uhr dann auf eine entspannte Nachmittagsfahrt. Habe insgesamt 5 Gruppen von Löffelhunden gesehen! Dies scheint das Jahr dieser Tierart zu sein, denn bei meinen vorherigen Besuchen waren die immer recht selten. Im August 2020 sahen wir hingegen viele Honigdachse, dieses Jahr bisher keinen einzigen, was auch am hohen Gras liegen kann: Der Honigdachs schaut immer nach unten, der Löffelhund über das Gras, um zu sehen was los ist. Der starke Regen im letzten Sommer hat wahrscheinlich erst der Insektenwelt und dadurch dann auch der Löffelhundpopulation gut getan. Und da es zur Zeit noch kühl ist, sind sie häufig tagsüber unterwegs, da es nachts keine Insekten gibt.
In Goegap sehen wir selten Löffelhunde. Wenn doch, dann scheinen die aus dem Buschmannland einzuwandern, das wir die Kalahari Sommerregen hat, Sandboden, und Gräser. Dieser Jahr wurde nach langer Zeit mal wieder ein Löffelhund in Goegap gesichtet.

Cornamassnahmen und Situation im Park
Bei Ankunft muss man ein Formular ausfüllen, dass man keinen Husten hat, nicht krank ist etc. Jeden Tag wird beim Einchecken (eigentlich) die Temperatur von einem gemessen und ins Permit geschrieben. Das ist auch wichtig, denn beim Ausfüllen des Formulars kann man ja bescheißen, zumal bei Gruppen, wenn nur einer alle anmeldet (und die Hustenden im Auto warten).
Sowohl im Camp von Twee Rvieren als auch Mata Mata habe ich mehr Leute husten hören, als die ganzen letzten 1,5 Jahre zusammen. Einer meiner Nachbarn hatte einen derart penetranten, lauten, trockenen Husten, das es kaum auszuhalten war. 23x in 5 Minuten habe ich gezählt. Das war eine große Burenfamilie. Als die Mutter dazu kam, hat sie auch rumgehustet, aber nicht so laut.
Überall stehen Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände bereit. Masken müssen überall getragen werden, wo man andere Leute trifft, und Abstand soll gehalten werden. Das klappt hier genauso schlecht wie in Springbok. Warum kann jemand, der tausende Rand für den Urlaub ausgibt, nicht 10 Rand für ne richtige Maske ausgeben? Statt dessen wird ein Schaal oder Stoffetzen vors Gesicht gezogen. Als ich im Shop von Mata Mata am zahlen war, drängelte sich ein Buro ohne Maske vor, um sein Zeug abzustellen. Die Kassiererin ermahnte ihn dann immerhin, so dass er ein Stofftuch vorzog und sich auf den Abstandspunkt, die es hier überall auf dem Boden gibt, stellte. Dabei tat er so, als hätte er dies das erste Mal in seinem Leben gesehen!

Sonntag 15. August nach Gharagab
Wieder um 6:00 aufgewacht. Bereits um 6:30 war ich oben am Office, diesmal erster. Und so konnte ich das saubere Klo an der Tankstelle benutzen, wo sonst niemand war, und musste nicht den Ablution Block mit hustenden Buren teilen.
Nach gut 10 Minuten Fahrt das erste Highlight des Tages: 3 Löwen laufen das Flussbett entlang, ein Männchen, ein Weibchen, und das dritte wohl ein junges Männchen. Dieser und das Weibchen hatten ein von Blut rotes Maul; hatten heute Nacht wohl Glück gehabt.
Nach dem zweiten Loop (Veertlande Boorgat) dann das zweite Highlight: 3 Geparden, sehr schön in der Morgensonne. Hätten gerne einen der Springböcke gerissen, doch diese haben die Geparden bemerkt, also keine Chance.
Über die lange Dune Road rüber ins Nossob Tal. Nach Nossob, dort für das Wilderness Camp Gharagab einecheckt. Vier Stunden später war ich da. Das war eine ganz schöne Fahrerei heute, von 7:00 bis 16:00, mit nur zwei kurzen Pausen: Frühstück bei Dikbaardskolk und Sandwich zum Mittag bei Lijersdraai.
Das Wilderness Camp Gharagab ist über eine gute Piste zu erreichen, die aber nur 4x4 fahren dürfen. Es liegt oberhalb eines Wasserlochs, das man gut von seinem Chalet aus sehen kann. Es gibt nur 4 Units, also maximal 8 Gäste! Pro Unit schlafen zwei Personen. Es ist sehr schön, mit einem Deck und Braaiplatz zum Wasserloch hin. Die Chalets sind gut ausgestattet mit Solarstrom für Licht und einen Kühlschrank. Als ich vor 14 Jahren das erste Mal hier war, gab es noch Gaskühlschränke. Damals waren wir mit meinem damals zweijährigen Sohn hier, der im Waschbecken badete. Da später aber Kinder in den Wilderness Camps verboten wurden, war ich seitdem nicht mehr hier. Unser Sohn war damals ganz ruhig gewesen, was man von den betrunkenen, braaienden Nachbarn nicht sagen konnten, die bis Mitternacht gefeiert hatten.
Ganz toll ist natürlich, dass es hier sehr viele Striemengrasmäuse gibt! Ich lockte ein paar mit Brotkrümeln an, es kamen sieben. Sechs von denen vertrugen sich sehr gut, schienen zur selben Gruppe zu gehören. Eine siebte wurde aber aggressiv vertrieben. Das stärkt meine Vermutung, dass die Art hier auch in territorialen Gruppen lebt.
Nachmittags sah ich dann doch noch meinen ersten Honigdachs, wie er zum Wasserloch kam. Als es richtig dunkel wurde, fing eine Wildkatze am Wasserloch Insekten, die vom Schweinwerfer angelockten Insekten. Später wurde sie von 6 (!) Eulen abgelöst, die hier die Insekten einsammelten. Am morgen gegen 6:00 kam nochmals eine Wildkatze, danach stritten sich noch drei Schakale am Wasserloch.
Heute war übrigens der erste wirklich warme Tag, und ich konnte in Shorts und kurzes Hemd wechseln. Soll aber nur 2-3 Tage so bleiben, dann wird es wieder kälter.
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17 Aug 2021 19:12 #623391
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Dienstag 17. August zurück nach Mata-Mata
Morgens um 6:30 schon am Gate, aber wieder nur Zweiter. Na ja, 7:00 Uhr dann lost, auf direktem Weg nach Mata-Mata. Eine Erdmännchengruppe sonnte sich direkt am Straßenrand. Ein Paar Sekretäre lief aufgeregt mit den Flügeln schlagend vor mir auf der Straße, unentschlossen, ob sie abheben sollen oder nicht. Ein Kampfadler saß herrlich im Baum. So war es eine angenehme Fahrt von weniger als 4 Stunden. Vor 11:00 traf ich im Camp ein, froh, nach den beiden Tagen mit so langen Fahrten endlich mal einen ganzen Mittag und Nachmittag zum Schreiben und Lesen zu haben!
Wobei es vielleicht ein Fehler ist, Internetzugang und Computer im Urlaub dabei zu haben: In Goegap sind die Toiletten verstopft, was nicht einfach zu reparieren ist. Da alle drei betroffen sind, muß die Verstopfung viel weiter unten im Hauptrohr liegen, schwer zu erreichen. Für meine Doktorandin in Straßburg muß ich die Registrierung bestätigen. Und das Journal of Mammalogy will unser Paper über die Sozialsysteme der Elefantenspitzmäuse nur akzeptieren, wenn wir vergleichende Studie rausnehmen, die für uns aber sehr wichtig ist. Na ja, genaugenommen alles Kleinigkeiten!
So also den lange Nachmittag in Ruhe im Camp verbracht. Um 16:15 dann nochmals losgefahren, für eine ruhige Tour. Nichts Spektakuläres gesehen. Aber viele Fotos von Sekretären gemacht, erst ein Pärchen neben der Straße, dann auf dem Heimweg vermutlich dasselbe Pärchen auf ihrem Horst in der Abendsonne. Die Abendsonne machte auch den Schakal am Wasserloch besonders fotogen, und da ist sicher was Gutes dabei.
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