ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201121. Juni 2018 ·
Ein herzliches Hallo an alle Interessierten.
Da ich eine sehr zwei- bzw. mehrfachgeteilte Meinung zu Reiseberichten habe, beschränke ich mich auch dieses Mal darauf, hinsichtlich unserer diesjährigen Self-Drive-Tour ausschließlich nüchterne, aber jedoch nützliche Informationen, gespickt mit ein paar persönlichen Erfahrungen, Bewertungen, Empfindungen und Einschätzungen betreffend u. a. Preis-Leistungsverhältnis, Wohlfühleffekt, etc. in Form eines „Kurz-und-bündig-Reiseberichtes“ zur allgemeinen Verfügung zu stellen.
Geplant hatten wir eigentlich wieder eine Tour durch Sambia. Aufgrund unabdingbarer Modifizierung unserer Urlaubszeit waren wir jedoch zu einer alternativen Tour gezwungen. Wir entschieden uns, Bekanntes und Neues, Abenteuer und Relaxen mit einem ordentlichen Sprung über unsere Abneigungen gegenüber Namibia gebührend in Einklang zu bringen. Dies alles gelang uns bestens und somit kam eine sehr schöne Tour zustande.
Unterwegs waren wir von Mitte Mai für dreieinhalb Wochen; gefahren sind wir 5.577 km, wobei wir drei Tage mit langen Fahrten hatten. Letztere waren jedoch mit Tank- und Mittagessenstopps erträglich.
Wir waren in der glücklichen Lage, einen sehr günstigen Flug mit KLM von Hamburg über Amsterdam nach Johannesburg und zurück zu ergattern --> 418 Euro pro Person; somit wurde Johannesburg sowohl Ausgangs- als auch Endpunkt unserer Reise, welche sich im Überblick wie folgt darstellte:
Den 4x4 mit Rooftop Tent (Nissan Single Cab) hatten wir auch dieses Jahr wieder bei Britz gemietet. Übernahme und Rückgabe in Kempten Park erfolgten - wie gewohnt - professionell, unkompliziert und rasch.
1. Tag
Ankunft abends in JNB; Übernachtung in Flughafennähe
2. Tag
Übernahme des 4x4 in Kempton Park; Fahrt in den Marakele Nationalpark; Einkaufsstopp in Bela Bela; Übernachtung im Tlopi Camp (gebucht bei Sanparks). Zurückgelegte Fahrtzeit: 10.00 – 15.30 Uhr
Wie immer verzauberte uns der Marakele NP mit seiner schönen abwechslungsreichen Gebirgslandschaft; das Tlopi Camp liegt um einen kleinen angelegten See, an dem sich die Fauna zum Durstlöschen versammelt. Leider hatten wir auch dieses Mal kein Glück, Elefanten oder gar Raubkatzen im Marakele zu sichten. Die Ausstattung des feststehenden Safarizeltes entsprach Sanpark-Standard: saubere Sanitäreinrichtung, frisch bezogene Betten, vollständig ausgerüstete Küche mit sämtlichen Utensilien, alles adrett im simpel rustikalem Stil. An der zum kleinen See hin offenen Terrasse schließt sich nun eine Art Zeltkücheneßzimmer an; so hatten wir das Tlopi seit unsrem letzten Besuch dort 2011 nicht in Erinnerung.
Tlopi Safari Tent
3. Tag
Marakele Nationalpark; Übernachtung Bontle Campsite (gebucht bei Sanparks)
Das Bontle Camp, in früheren Jahren stets zuverlässiger Garant für blendende Nashornsichtungen direkt vor der Nase bzw. Nashornbesuche auf der Campsite selbst, hatte in diesem Jahr, was die Rhinos anbelangt, nicht gehalten, was wir gewohnt waren. Vermutlich lag es an der Reisezeit, denn die direkt vor der Campsite sich ausbreitende Ebene war so ziemlich grasgestrüppverbuscht; dies war bei all unseren Besuchen Ende Juli/Anfang August nie der Fall. Vermutlich lag es aber auch an der Tatsache, daß, nach Aussage der Sanpark-Wild Ranger, ein weiterer Teil des diesseits des Tunnels gelegenen Nationalparkbereiches für die Nashörner geöffnet wurde und diese sich deshalb dort aufhielten. Trotz Rhino-Entzugs empfanden wir Marakele NP wie immer einen gelungenen Auftakt zu einem Trip durch das südliche Afrika.
Blick von der Bontle Campsite auf die davorliegende Ebene (früherer Nashorntummelplatz)
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201121. Juni 2018 ·
4. Tag
Erster langer Fahrtag vom Marakele NP nach Elephant Sands; Grenzübergang Südafrika-Botswana bei Martin’s Drift; Fahrzeugkosten für Double Entry Botwana --> 217 BWP; Kreditkartenzahlung mit VISA möglich; Einkaufs- und Benzinstopp in Palapye; dort haben wir auch eine SIM-Karte erworben. Zurückgelegte Fahrtzeit: 6.00 – 16.50 Uhr
Aufgepasst: Geschwindigkeitsüberschreitungen von 15 km/h innerhalb geschlossener urbaner Örtlichkeiten werden in Botswana umgehend mit 440 BWP geahndet. Mobile Pistolenblitzer haben wir zuhauf gesichtet; in der Regel stehen sie am äußersten Ortsausgang und überwachen die Durchgangsstraßen in Zonen, die visuell bereits als weit außerhalb von Behausungsbereichen wahrgenommen werden und somit zu einer höheren Geschwindigkeit als 60 km/h verleiten.
Elephant Sands – Schlimmer geht immer! ...Damit ist eigentlich alles gesagt. Übernachtung Campsite 110 BWP pro Person.
Als wir das erste Mal im Jahr 2012 --> berichtigt in 2011 --> dort wegen eines Stopovers vorbeikamen, flüchteten wir so rasch, wie wir gekommen waren. Die Campsite seinerzeit war eine runtergekommene, verlotterte, schattenlose, versandete Location, ABER… die Wasserstelle war für die namengebenden Elefanten quasi vollständig frei zugänglich. Drei Jahre später 2014 optierten wir, nach Unterhaltung mit Freunden, die die Örtlichkeiten persönlich kurz vor unserem 2014er Trip in Augenschein nahmen und uns eine völlig neue Beschreibung des Restcamps zukommen ließen, dann doch für einen Stopover dort. Bei unserer Ankunft erblickten wir eine große Anzahl an feststehenden Safarizelten, welche sich in einem Halbkreis um die Wasserstelle Zelt an Zelt reihten. Von außen betrachtet nicht unhübsch. Die andere Hälfte um das Wasserloch war, wie auch in der Vergangenheit, mit Reception, Restaurant/Boma und dem Swimming Pool besetzt; an diese Gebäude fügte sich dann nordwärts die Campsite an, welche mit einem Ablutionblock zum ersten Halbkreis der feststehenden Safarizelte aufschloß. Ein Elefantendurchkommen zur Wasserstelle erschloß sich uns schon damals nur mit größter Phantasie. Das, was wir jedoch dieses Jahr dort erlebten, das war der Gipfel des Grauens schlechthin. Bei unserer Ankunft gegen 17 Uhr mußten wir feststellen, daß 1. eine Overlandergesellschaft von der Reception aus gesehen die erste Hälfte der ersten Campsite-Reihe am Wasserloch mit ihren zahlreichen Zelten in Beschlag nahm und daß sich an dieses Nomadenlager 2. Horden südafrikanischer Pensionäre mit Fahrzeugen, Trailern, Zeltan-, vor- und überbauten, Campingkleiderschränken, Gasgrillgeräten in Oktoberfestgröße sowie Outdoorbestuhlung und dergleichen Tische in Formaten, die derer der Europäischen Kommission der Größe betreffend in nichts nachstanden, anschlossen. Wobei die Rentnergang nicht nur die erste Reihe direkt am Wasserloch besetzte, nein, es bildete sich sogar eine zweite und dritte Reihe und alle endeten direkt am Ablutionblock, den man nur mit größter Mühe und Not und noch viel mehr Slalomgeschick erreichen konnte. Die Grenzmauern um den Gaza-Streifen erschienen uns dagegen etwas aus dem Kindergartenbaukasten. Wir fragten uns, was bewegt den gemeinen Burennachfolger, sein Lager direkt am Scheißhaus aufzustellen und dort in unmittelbarer, direkter Geräusch- und Geruchsnähe der dort die Notdurft verrichtenden Mitcamper beizuwohnen. Ungeachtet dieses Fetischs erachten wir es schlichtweg als Frechheit, der Allgemeinheit den Zugang zu einem Wasch- und Toilettenhäuschen zu verbarrikadieren, ohne daß die Restcampleitung mißbilligend einschreitet und für freien Zugang zu freiem Pinkeln, Kacken und Duschen schafft. Wenn ich jetzt noch den zweiten Overlandertruck berücksichtige, der zu später Stunde gut gefüllt mit spätpubertären Schwedengören, aufwallte, dann muß ich sagen: Das Maß war mehr als voll. Dort verbringen wir nie wieder eine Nacht. Als Stopoverposten ist Elephant Sands für uns gestrichen. In der Ferne erblickten wir beim Sonnenuntergang eine einzelne Kreatur, die dem Camp den Namen gab. Wie sich die Dickhäuter durch dieses Chaos ans Wasser durchwurschteln könnten, blieb uns ein großes Rätsel. Es war Mitte Mai ja nun keine Hauptreisezeit, deshalb kann ich mir beim besten Willen nicht ausmalen, wie es zur High Season dort abgeht. Ach ja, bevor ich es vergesse, Mülleimer waren absolute Mangelware im Camp; selbst im Herrenabteil des Ablutionblocks, welcher gerade einmal zwei Duschen und zwei Toiletten pro Geschlecht aufweist, fand sich kein Behälter zum Entsorgen dessen, was in zivilisierter Art und Weise entsorgt werden sollte. Soviel zum Thema: Keep our Botswana clean. Don't litter. Im Übrigen… insgesamt also summa summarum vier Duschen und vier Scheißhäuser… bei der Menge an Übernachtungsgästen… Das ist der absolute Witz des Jahrhunderts. Wartschlangen, welche sich zwischen die abendlichen Bügel- und Grillvorgänge der südafrikanischen Rentner zog, so lang wie bei Bohnenkaffeeverfügbarkeit zu Zeiten der DDR.
Elephant Sands - Impressionen einer Tragödie
Grenzschutzwall nach Trump's Geschmack...Die nachfolgend ankommenden Camper reihten sich dann in zweiter und teils dritter Reihe an. Unsere Bewertung: Mit sehr viel Großzügigkeit 2/10
@Alm: Was für eine entsetzliche Situation in Elephants Sands ! Für mich als Leserin allerdings köstlich wegen Deines plastischen und mit Metaphern gespickten Schreibstils 🙂
Ich hoffe sehr für Euch, dass das Eure letzte gruselige Erfahrung während der Reise gewesen ist ! Bin schon gespannt, wie es weiter geht.
LG Tucker
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201121. Juni 2018 ·
5. Tag
Aufgrund der zuvor genannten Gegebenheiten versuchten wir, in aller Herrgottsfrühe ohne widrige Imponderabilien (…that’s for you lilytrotter😜) die Wasch- und Notdurftverrichtungslocation zu erreichen. Dies gelang uns wider Erwarten gut und nach einem gemütlichen zweiten Kaffee schlossen wir das Dachzelt und entschwanden Elephant Sands mit der Gewißheit, dort nie wieder einen Fußabdruck zu hinterlassen. Unser heutiges Ziel war nicht weit. Senyati Safari Camp. Zurückgelegte Fahrtzeit: 7.42 – 12.44 Uhr inklusive für uns obligatorischem Lunchstopp in der Chobe Safari Lodge sowie Kurzeinkauf im Spar in Kasane, welcher seit unserem letzten Aufenthalt einen eher abgehalfterten, schmuddeligen Eindruck machte und in dem es furchtbar nach Naphthalin stank. Vielleicht liegt es an der Supermarktkonkurrenz im neuen Shoppingcenter an der östlichen Einfallstraße von Kazungula nach Kasane, daß man den Spar sich selbst überlässt. Übernachtungskosten Senyati Campsite 400 BWP pro Tag.
Senyati… Was sollte ich hierzu noch schreiben? Ein zum Mythos gewordener Ort, der sich mittlerweile den touristischen Strömen ebenfalls nicht mehr entziehen kann und/oder will. Bei unserem ersten Übernachtungsaufenthalt vor Jahren noch ein kleines Geheimnis, welches aus wenigen Chalets und wenigen Campsites bestand. Höhepunkt war damals das Deck des Hides mit seinem Blick auf das darunterliegende Waterhole und seine für alle Gäste offene Bar. Man nahm sich sein Getränk, trug sich in die Liste ein, genoß den Blick und das tierische Getummel am Wasserloch darunter. Bei Abreise zahlte man sowohl die Übernachtung als auch die verköstigten Getränke. Alles ziemlich familiär. easy going und alles war gut. Schon 2014 bei unserem letzten Stop dort mußten wir feststellen, daß die familiäre Atmosphäre Abschied genommen hatte. Getränkewünsche auf dem Deck mußten nun mittels einer lauten Klingel avisiert werden, so daß ein Mitarbeiter kam, um den mit schweren Ketten und Vorhängeschlössern verrammelten Kühlschrank zu öffnen und dann dem durstigen Gast unter umgehender Begleichung der Kosten das Kaltgetränk aushändigte. Daß das Klingeln eine Katastrophe für das Ambiente war, versteht sich von selbst. Das damals neueste Highlight war der kurz zuvor fertiggestellte Bunker. Direkt unter dem Deck stieg man in die Tiefen des bostswanisch-zimbabwischen Grenzlandes und erreichte nach gefühlten 10/12 Metern einen Raum, der mit Gucklöchern hin zum Wasserloch ausgestattet war. Fußsohlenfotos der Elefanten so scharf und deutlich wie beim FBI hinterlassene Fingerabdrücke waren garantiert. Näher konnte man nicht am Tier sein. Schöne Errungenschaft und Ausgleich zur Hell Bell einige Meter drüber auf dem Deck. Nun waren wieder vier Jahre vergangen und trotz unseres Nachtrauerns um das „alte“ Senyati , freuten wir uns wie die Kinder zu Heiligabend. Wir bekamen die Campsite 15 zugewiesen, welche sich als gar nicht so übel herausstellte, denn direkt in zweiter Reihe und in unmittelbarer Nähe zum Deck gelegen. Campsite 15 ist eigentlich eine Familiencampsite, denn es gehören zwei separate Dusch- und Toilettenräumlichkeiten sowie eine große offene „Küche“ dazu. Die anderen Campsites weisen die Senyati-üblichen Dusch-Toiletten-Küchenhäuschen auf. Wir beschlossen, den verbleibenden Tag mit Relaxen und Lesen zu verbringen. Hierzu eignete sich bestens das unter dem Deck nun zur Verfügung stehende Metallgestellsofa mit dicken Polstern und einem unmittelbaren Blick auf das Wasserloch inbegriffen. Die 2014 von uns vorgefundene Klingelstörung gibt es nicht mehr, denn nun ist fast immer ein Mitarbeiter Senyatis auf dem Deck und schiebt Bardienst. Zumindest glauben wir, daß es die Klingel nicht mehr gibt, denn in den zwei Tagen haben wir sie nicht gehört. Louw trafen wir auch. Der arme Kerl hat nun einen Rollator und müht sich sichtlich ab. Sein Donnerweib, hinlänglich in einigen Kreisen auch als Xanthippe tituliert, fegte in einer Art orangefarbenen, mit großen bunten Punkten gespickten Ganzkörperhosenanzug durch das Camp und kümmerte sich in der ihr eigenen Art um die Gäste. In ihrem Safari-70er-Hippie-Barbie-Aufzug hätte sie ohne Zweifel als fünftes ABBA-Mitglied durchgehen können. Und das mit großem Erfolg. Scheinbar, und das lag mit Sicherheit halber an unseren Komplimenten ihrer exaltierten Kleidung wegen, hatte sie in diesem Jahr einen Narren an uns gefressen und ging mit uns sodann auf Schmusekurs. Somit wurden wir über alles und jeden in bester Gosip-Weise in Kenntnis gesetzt und wissen nun über Restcamp-Mitwettbewerber im Lesoma Valley und andernorts in Botswana genauestens Bescheid. Egal wie man zu Xanthippe stand oder steht… eines muß man ihr hoch anrechnen. Sie kümmert sich stets zeitnah um die Anliegen ihrer Gäste. Und dies mit wenigen Ausnahmen immer zu deren Zufriedenheit. Selbstverständlich gelang es ihr, mich ins Schlepptau zu nehmen und mir den neuen Swimming Pool (links in der Nähe der Campeinfahrt) zu zeigen. Alles sehr adrett und mit Liebe angelegt. Das muß ich sagen! Eingezäunt mit genug Volt ist der Pool auch und somit sind sowohl Gäste als auch neu angelegte Flora von unerwünschtem Elefantenbesuch gefeit. Wir entschlossen, auch am folgenden Tag Senyati nicht einen Millimenter zu verlassen. Lust auf einen Game Drive an der Chobe NP Waterfront hatten wir keine und ausreichend Rüsselgetier sowie diverse Antilopen und eine mind. 250-Kopf starke Büffelherde reichten uns aus, unsere große Lust auf Wildlife zu stillen. Ferner hatten wir von anderen Senyati-Gästen erfahren, daß aufgrund des sehr hohen Wasserstandes des Chobe die Einbahnstraßenregelung an der Waterfront ausgesetzt war und jedes Fahrzeug nach eigenem Gutdünken auf Teufel komm raus entlangkurven durfte, wo es wollte. Dies hatte zur Folge, daß die Pads innerhalb der Waterfrontzone teilweise verstopft waren. Also, Lust auf Traffic Jam hatten wir keine und die Chobe Riverfront kennen wir seit ewigen Zeiten. Den Bunker mieden wir zu den, ich muß es leider hier so drastisch ausdrücken, Stoßzeiten. Als kompetenter und stets innovativer Geschäftsmann 😉 empfahl ich Safari-Barbie spaßeshalber, doch Eintrittskarten mit genau definierten Zugangs- und Verbleibzeiten für den Bunker zu vertreiben. Somit würde sich das Gedränge etwas auflösen. Noch etwas Aktuelles zu den Senyati-Preisen... Die Getränke auf der Deck-Bar erschienen uns unangemessen hoch; die Zeiten, wo ein Bier oder ein Softgetränk umgerechnet 80 Cent kosteten, gehören der Vergangenheit an. Auch werden jetzt 40 BWP für Feuerholz verlangt. Das ist nicht wenig, wenn man diesen Preis mit den Preisen der anderen Campsites vergleicht.
FORTSETZUNG MIT BILDERN FOLGT
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201122. Juni 2018 ·
6. Tag
Senyati Safari Camp - Relaxen und Extreme Couchung bis der Arzt kommt
Unsere Bewertung: 9/10
Senyati - Impressionen
7. Tag
Nach gemütlichem Tagesstart machten wir uns um viertel vor Acht auf den Weg gen Namibia. Unser heutiges Tagesziel war das Livingstone’s Camp quasi, quasi am Eingang des Nkasa Rupara Nationalparks (ex Mamili Nationalpark). In Kazungula tankten wir unser Baby nochmals bis zum Rand voll und begaben uns auf den Weg. Schon vor dem Botswana Border Post sahen wir die gewaltigen Wassermassen des Chobe. Unglaublich. So voll haben wir diesen noch nie erlebt. Die Grenzabwicklungen auf botswanischer Seite erfolgten sehr zügig. Ob es an unserer Begrüßung „Dumela, Rra“ lag…?!?! Über den Chobe, vor dem Grenzgebäude geparkt, wurden wir auf unserem Weg zu den namibischen Einreisebeamten brüsk aufgehalten. Gelbfieberimpfkontrolle. Wir schluckten kräftig. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet. Seit wann gibt es in Ngoma eine Kontrolle der persönlichen Gelbfieberimpfung und dazu noch eine Körpertemperaturpistolenmessung auf Distanz? Nun denn… Wir ließen uns temperaturfernabtasten, übergaben unsere Impfpässe und observierten die Zufriedenheit des dienstschiebenden Beamten. Alles in Ordnung. Unsere Gelbfieberimpfung, amtlich in unseren Impfpässen eingetragen, überzeugten die staatsgewaltausübende Person und somit durften wir das Grenzformalitätenhäuschen betreten. Dort, auch neu für uns, wurden sämtliche unserer zehn Fingerabdrücke abgescannt, unsere Reisepässe gestempelt und nach Zahlung von 295 namibischen Rubeln für das Cross Border Charge Permit erlangten wir freie Weiterfahrt. In Katima Mulilo, welches wir abermals als ziemlich abstoßend empfunden haben, erledigten wir einen kleinen Einkaufsstop und stillten unseren aufkommenden Hunger bei Hungry Lion. Nach dem Motto: Bloß schnell weg hier, machten wir uns Richtung Livingstone’s Camp auf die Socken. Einmal von der B8 auf die C49 abgebogen, heiterte sich unsere Stimmung zusehends auf und wir ergötzen uns an den links und rechts der asphaltierten C49 liegenden Dörfer und Haus- und Hofansammlungen. Die Landschaft bot zwar nichts Aufregendes, hatte aber ein Wohlbefinden in uns ausgelöst. Gegen 15 Uhr bogen wir auf die ebenfalls asphaltierte Straße nach Sangwali ab. Dort angekommen folgten wir zunächst der Beschilderung der vor dem und im Nkasa Rupara Nationalpark gelegenen Restcamps, doch knapp hinter dem Ende Sangwalis war es dann erst einmal Schluß mit der Indikation „Livingstone’s Camp“. Somit verließen wir uns auf unseren Tracks4Africa-Chip im neuen Garmingerät. Da wir eine in die Jahre gekommene, ungeupdatete Version von T4A unser Eigen nennen - mit der wir im Übrigen bestens fahren - hatten wir anläßlich der Reisevorbereitung als POI das Nsheshe Camp als Tageziel eingegeben. Nsheshe scheint das Vorgängercamp des Livingstone's Camp gewesen zu sein. Denn Livingstone´s Camp war selbstredend in unseren betagenten T4A nicht bekannt. Somit ließen wir uns satelitenunterstützt durch die saftgig grüne Natur des Wuparo Conservancy leiten und erfreuten uns an einem schönen Landschaftspanorama. Wir folgten der auf unserem Navi angezeigten Piste, die auch zum Eingangsgate des Nkasa Nationalparkes und weiter zum Jackelberry Tented Camp weiterführt, wobei die uns von T4A angezeigte Pad-Strecke nicht stets mit der reellen, vor unseren Augen daniederliegenden Wegstrecke übereinstimmte. Zwei massive Brückenkonstruktionen mußten wir überwinden, die erste kurz nach dem Dorfausgang Sangwalis und die zweite, eine aus metallener Struktur. Bevor man diese Metallbrücke überschreitet, befindet sich auf der linken Seite eine Art One Man Handcraft Center, wo ein sympathischer junger Mann seine selbstgefertigten Produkte feilbietet. Danach ging es noch kurz durch Feuchtwiesen mit hohem Gras, dann links ab und schon waren wir angekommen. Unser Navi zeigte Nsheshe Camp an und wir standen vor der „Reception“ des Livingstone’s Camps. Wir parkten uns ab und gingen zu dem vor uns liegenden Gebäude. Alle Türen standen sperrangelweit offen, aber keine Meschenseele zu sehen. Wir folgten daraufhin der Wegebeschilderung zu den einzelnen Campsites und nahmen die mit der Nummer 2 in Augenschein. Nette Location, gelegen über einer Ebene aus sehr feuchten Feuchtwiesen. Ein Meer aus Grünschattierungen. Toll. Wir fuhren wieder zur Reception zurück und trafen dort dann einen älteren Herrn mit very britischem Akzent an. Wir erläuterten, daß wir eine zweitägige Booking haben, welche bereits im Voraus beglichen ist. Der Gentleman begleitete mich zu Fuß entlang der Feuchwiesenebene zur Campsite 1. Unser Anwesen für die nächsten beiden Tage war tiptop sauber. Ein Wasch-Toiletten-Küchen-Terrassenhäuschen mit Blick auf die Ebene inklusive Gasheiztherme für ein angenehmes Duschvergnügen. Der eigentliche Platz zum Campen war mit hohen Bäumen ausgestattet. Auf dem Sandboden lag kein einziges Blatt; alles war british likely gerecht. Wir wurden informiert, daß der Besitzer des Camps verstorben sei und die Bank deshalb die Konten gesperrt hielte bis ein entsprechendes OK aus Windhuk käme. Aus genanntem Grund sei man finanziell etwas „short“ und könnte deshalb der von mir während des kurzen Spazierganges zur Campsite angeregte Austausch der mikroskopisch großen Campbeschilderung ab Sangwali nicht vollzogen werden. Die neuen, größeren Schilder würden so einiges an Geld kosten. Derzeit würde man wirtschaftlich nur dank der Campinggäste überleben, die ohne Vorbuchung und somit Vorabzahlung auftauchten und mit Cash die Kasse etwas auffüllen würden. Nun denn… Als wir die Verfügbarkeit für zwei Tage anfragten, hätte man offen über das Thema sprechen können. Dann wären wir ohne Reservierung aufgewallt und hätten unsere Rechnung in bar gezahlt und somit dem derzeitigen Liquiditätsproblem des Camps proaktiv entgegentreten können. Feuerholz war für die erste Nacht bereits an Ort und Stelle. Weiteres würde mit 25 NAD in Rechnung gestellt. Wir es schien, waren wir allein auf weiter Flur. Aber die einzelnen Camps liegen bestens weit auseinander und sind von dichtem Bush getrennt. Ein Garant für Individualität also. Sehr schön. Den weiteren späten Nachmittag und Abend gingen wir unbeschwert an. Ich ging mit mäßigem Erfolg auf Schmetterlingsfotopirsch. Der Abend verlief mit Braai so, wie die anderen Abende zuvor auch.
Kosten Campsite pro Nacht: 782 NAD --> nicht günstig...
Hallo Alm, gern reise ich wieder bei euch mit. So wie es scheint, seid ihr mit Britz wieder gut gefahren, einmal so einen Reinfall wie 2014 reicht auch.
ALM schrieb: Ankunft abends in JNB; Übernachtung in Flughafennähe
In welchem Hotel seid ihr gewesen? Könnt ihr es weiter empfehlen (Preis-Leistungs-Verhältnis?)
Hallo ALM, du glaubst nicht, wie sehr sich eure Eindrücke mit unseren decken. Das SSC ist trotz vieler Kritik immer auch noch eines unserer Lieblingscamps. Es bringt nichts, dem Früher nachzutrauern, Veränderungen müssen wir - manchmal zähneknirschend - akzeptieren.
Ich habe mich immer gewundert, wenn Elephant Sands gelobt wurde. Vor allen Dingen die CS fand ich lieb- und trostlos, die Ablutions eine Zumutung. Glücklicherweisei waren außer uns nur 2 weitere Camper anwesend. Anlässlich der Wagenburg hätte ich einen dicken Hals bekommen. Als wir dort waren, spazierten die Elefanten ganz entspannt über die Campsite und zum Wasserloch, das viel zu nah am Restaurantbereich liegt. Das führte zu einem wütenden Eli, als das Braaifeuer in seiner unmittelbaren Nähe entzündet wurde. Alles wenig einladend.
Herr Waidelich von Livingstone's Camp ist also gestorben. Seine Vorfahren kamen wie viele Einwohner unseres Wohnorts aus dem Schwarzwald. Näheres erfährt man in Conny von Schmettaus "Sangwali". Uns hat die Umgebung und CS 1 sehr gut gefallen, ich würde wieder hinfahren. Die Stimmung, der Blick auf die Grasebene, aus der uns das Grunzen der Hippos in die Nacht begleitete und die "wohnliche" Einrichtung haben wir in bester Erinnerung.
Ich bin gespannt, was du über weitere Campsites schreibst. Danke, dass wir uns nun auch ein Bild vom ALM machen können 😉 .
Champagner8’796 Beiträge · seit 201022. Juni 2018 ·
Hallo Alm,
Da ich eine sehr zwei- bzw. mehrfachgeteilte Meinung zu Reiseberichten habe, beschränke ich mich auch dieses Mal darauf, hinsichtlich unserer diesjährigen Self-Drive-Tour ausschließlich nüchterne, aber jedoch nützliche Informationen, gespickt mit ein paar persönlichen Erfahrungen, Bewertungen, Empfindungen und Einschätzungen betreffend u. a. Preis-Leistungsverhältnis, Wohlfühleffekt, etc. in Form eines „Kurz-und-bündig-Reiseberichtes“ zur allgemeinen Verfügung zu stellen.
zunächst mal herzlichen Dank, dass du mit deiner Drohung nicht wirklich ernst gemacht hast - ich amüsiere mich köstlich 😄 !
An dieser Stelle bin ich aber eher verwundert - hab ich was verpasst? Seit wann braucht man eine Gelbfieberimpfung, wenn man aus Botswana einreist? Habt Ihr eine Erklärung dafür? Man weiß ja nie, ob man nicht auch mal so rum reist 😐 🙄
Über den Chobe, vor dem Grenzgebäude geparkt, wurden wir auf unserem Weg zu den namibischen Einreisebeamten brüsk aufgehalten. Gelbfieberimpfkontrolle. Wir schluckten kräftig. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet. Seit wann gibt es in Ngoma eine Kontrolle der persönlichen Gelbfieberimpfung und dazu noch eine Körpertemperaturpistolenmessung auf Distanz? Nun denn… Wir ließen uns temperaturfernabtasten, übergaben unsere Impfpässe und observierten die Zufriedenheit des dienstschiebenden Beamten. Alles in Ordnung. Unsere Gelbfieberimpfung, amtlich in unseren Impfpässen eingetragen, überzeugten die staatsgewaltausübende Person und somit durften wir das Grenzformalitätenhäuschen betreten.
Hallo Alm, schön von euch zu hören und viele News zu erfahren. 😉 🙂 Wir fliegen am Mittwoch nach Jo`burg (leider nicht für 418 € 😊 ). Für uns geht es dann erst nach Mosambik, aber irgendwann auch nach Botswana und schlussendlich wollen wir über Mata Mata nach Namibia einreisen. Auch für uns stellt sich die Frage nach dem Sinn der Gelbfieberimpfung? Sind euch Erkrankungen aus SA oder Botswana bekannt? Im Senyati Camp übernachteten wir im letzten Jahr, auf unserem Weg nach Sambia. Ich war sehr erstaunt und auch enttäuscht über die vielen Zäune, die man im Hintergrund erkennen konnte. Den Tieren wird der Weg nach Simbabwe erschwert und damit ist es eine Frage der Zeit, wie lange noch so große Herden durch das Camp ziehen. Im Leshoma Valley gab es einige Bautätigkeiten zu erkennen, nicht nur im Senyati Camp selbst. Aber , wie Freshy schon schreibt - alles unterliegt der Veränderung. 😮 😐
Bin gespannt, wie deine Beschreibung weitergeht. Wahrscheinlich werden wir nicht mehr bis Mittwoch erfahren, wie es euch im Erindi (Luxus-) Camp gefallen hat, Wir haben uns dort auch für zwei Nächte eingebucht, aber nur, weil in der Umgebung weitere Camps schon ausgebucht waren.
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201125. Juni 2018 ·
@chrissie
Guten Morgen.
Wir steigen seit Jahren in der President Lodge in Edenvale ab.
Extrem persönlicher Service, nette Zimmer, alles quasi um die Ecke (Supermärkte, Tankstelle, Banken, Lokale); O.R. Tambo ca. 7 km entfernt.
Eine gute Location, um seinen Trip zu starten.
Scböne Grüße vom Alm
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201125. Juni 2018 ·
@Champagner
Moin Bele.
Ja, die Sache mit der Gelbfieberimpfpaßkontrolle können wir uns auch nicht erklären. Vielleicht gab es begründete Sorgen, so daß man die Kontrolle am Grenzübergang Ngoma einführte. Wir veruteten, daß es an der Nähe zu Sambia (Kazungula Border Post) lag. Es gab ja mal eine Zeit, in der Sambia auf der Liste einiger südafrikanischer Staaten stand, bei deren Einreise und vorherigem Aufenthalt eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen war. So erinnere ich mich an 2014. Am Grenzübergang Lobatse/Skilpadshek Border Post wurde unser Reisepaß akribisch in Augenschein genommen und aufgrund unseres 2013er Aufenthaltes in Uganda und dem 2014er Einreisesstempel Sambias wurde von uns die Vorlage eines Nachweises zur Gelbfieberimpfung verlangt. Mehr kann ich aber nicht zur Erklärung des Mysteriums beitragen.
das irritiert mich jetzt auch, denn eine Gelbfieberimpfung hatte ich eigentlich nicht auf dem Plan. Wir werden nächstes Jahr ebenso von Botswana über Ngoma nach Namibia einreisen und da weder Namibia noch Botswana Gelbfieberländer sind, erschließt sich mir die Kontrolle nach dieser Impfung nicht wirklich. 🙁
viele Grüße Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201125. Juni 2018 ·
@tiggi
Moin Biggi.
Neee… bis Mittwoch schaffe ich es nicht, zu Erindi vorzudringen.
Aber so viel vorab:
Der Preis der Campsites steht in keinem akzeptablen Verhältnis zu der gebotenen Leistung. 1.032 NAD pro Nacht für zwei Personen sind definitiv too much ! Bei solch Preisniveau hätten wir erwartet, daß das jeder Campsite zugeordnete Ablutionhäuchen zumindest gefegt wird. Außerdem stehen die Campsites viel zu dicht beieinander. Intimität kommt so nur schwerlich auf. Außerdem störte uns die unmittelbare Nähe der an der Campsite vorbeiführenden D2414. Auch die nette Swimming Pool Area und das schön angelegte Waterhole können das Ruder dann nicht mehr rumreißen, Self Driving wird mit 300 NAD pro Tag in Rechnung gestellt. Hierzu bekommt man dann eine Karte ausgehändigt. Ich gehe davon aus, daß auf dieser dann die Pisten und Pads eingezeichnet sein werden, die befahren werden dürfen. Wir optierten für das von Erindi angebotene abendlich Game Drive; Kosten hierfür 300 NAD pro Nase. Dieses hat uns gut gefallen, denn wir wurden wirklich auf ganz verschlungenen Pfaden durch das Reserve kutschiert. Die Krönung war die Sichtung einer Löwin (lief direkt vor uns über eine Pad) und zwei ihrer männlichen Artgenossen, welche sich in der Nähe der Old Traders Lodge direkt auf der Pad dem Dolce Far Niente hingaben. Das waren wirklich Highlights.
Euch viel Spaß und keine übermäßig große Anzahl an Plattfüßen. Paßt auf Euch auf.
ALM schrieb: Self Driving wird mit 300 NAD pro Tag in Rechnung gestellt. Hierzu bekommt man dann eine Karte ausgehändigt. Ich gehe davon aus, daß auf dieser dann die Pisten und Pads eingezeichnet sein werden, die befahren werden dürfen.
Genau so ist es!
Erindi kommt auf Grund der unverschämten Preisgestaltung bzw. Preiserhöhung für uns nicht mehr in Frage.
LG Logi
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201125. Juni 2018 ·
8. Tag
Aufgrund der durch hohen Wasserstand bedingten sehr eingeschränkten Möglichkeiten der schon seit jeher ziemlich reduzierten Game Drive-Pads im ex-Mamili Nationalpark in Self-made-Manier rumzugurken, entschieden wir uns, unserem diesjährigen Hauptziel näher zu rücken. Letzteres war der Etosha Nationalpark. Synonym für eines „der“ Namibia-Highlights. Zum Erstaunen vieler hier im Forum gestehen wir, daß wir, trotz multipler Self-Made-Reisen durch Afrka, den Etosha NP noch nie besucht hatten. Grund hierfür mag unsere schwiegermüttlerlich ausgeprägte Zuneigung zu Namibia sein. Und so dachten wir uns, daß wir es endlich mal halten müßten wie mit dem gemeinhin profanen „Neapel – sehen und sterben“, welches unseres Erachtens ja absolut überbewertet ist. Wir erlauben uns, solche Meinung nicht nur zu haben, sondern diese auch lauthals zu äußern. Schließlich gehören wir ja zu den Insidern. Der eine mit dem 117 Euro teuren Itaker-Reispaß in der Hosentasche und der andere mit offiziellem Nachweis über fast epochalem Aufenthalt im Land, in dem die Zitronen blühen und jetzt wieder einmal der extreme Rechtspopulismus. Der Marsch auf Rom läßt grüßen… Zurück zur Chronologie. Laut verläßlicher Aussagen war es aktuell lediglich möglich, eine Pad im Nkasa Rupare NP zu befahren und diese war die „Hauptstraße“ bis zum Jackelberry Camp. Unsere, sich am Vorabend auf der Campsite Nr. 2 breitgemachten tschechischen Nachbarn wollten ob der bekannten Pistenverhältnisse den Weg dorthin unternehmen. Wir hingegen, radikale Anhänger der Gattung „Ich-muß-ja-nicht-auf-Teufel-komm-raus-auch-noch-den-letzten-zebragestreiften-zweirüsseligen-Elefanten-vor-die-Iris-bekommen“, packten zusammen und machten uns gemütlich auf den Weg gen Divundu. Als Hartcorevorbucher hatten wir, entgegen unserer Mentalität, einen Tag ohne vorab gebuchte Übernachtung auf dem Weg vom Nkasa Rupara NP zum Etosha NP eingeplant. Diesen zogen wir, unter Sausenlassen der zweiten gebuchten und bezahlten Nacht im Livingstone’s Camp, nun also vor. Wir ließen die saftig grüne Landschaft hinter uns, durchfuhren mit Roan-Fotostopp auf der C49 den Mudumu Nationalpark und gelangten gegen frühen Nachmittag zumNgepi Camp. Die Campsite Nr. 12 in zweiter Reihe war für uns für 300 NAD noch verfügbar. Fahrzeug abgeparkt, Dachzelt aufgeschlagen, Mittagessen bestellt und gegessen, machten wir es uns mit unseren Büchern auf einem der über dem Okavango liegenden Decks gemütlich. Elefantengeschrei vom gegenüberliegenden Ufer, Beäugen der Senioren, die im in die Wässer des Okavango eingelassenen Schwimmkäfig Abkühlung suchten. Ngepi war wie wir es seit Jahren kannten… fast zumindest… Ein bißchen auf cool gedrimmt… Doch dieses Mal observierten wir den Niedergang der Gebäude und Gebäudeteile. Schade, daß die mit viel Ideen kreierten Toiletten und Duschen zusehend dem Verfall überlassen werden.
Unsere Bewertung: 7/10
Impressionen - C49 Muduma Nationalpark
Impressionen - Ngepi Camp
FORTSETZUNG MIT BILDERN FOLGT
ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201126. Juni 2018 ·
9. Tag
Ziel des heutigen Tages war, uns so dicht als möglich an das Lindquist Gate des Etosha Nationalparks ranzuschleichen. Deshalb fuhren wir bereits um 6.11 Uhr vom Hof des Ngepi Camps. Trotz eines Tank- und Einkaufsstopps in Rundu kamen wir zügig voran. Aufgepaßt auf die Vet-Kontrolle ca. 20 km südlich von Rundu! So manches Rinderfilet ist dort schon im Eimer oder sonst irgendwo gelandet. Wir passierten Roy’s Restcamp und Grootfontein. Füllten in Tsumeb nach dem Motto “Mach voll, wenn Du kannst und nicht wenn Du mußt“ Benzin auf und nach 645 km kamen wir, aufgrund unseres sausengelassenen, zweiten Livingstone´s Camp-Tags und des somit vorgezogenen Stopovers im Ngepi Camp nun einen Tag früher als gebucht im Tamboti Camp an. Unseren zweitägigen Aufenthalt im Tamboti Camp wollten wir auf drei Nächte ausdehnen. Das Glück war uns hold und es war noch eine Campsite frei, so daß wir dort nun unser Basiscamp für den östlichen Teil des Etosha NPs aufschlugen konnten. Die Campsite wurde pro Nacht mit 460 NAD berechnet, was - im positiven Sinne - ein ein Witz ist. Wir nahmen sodann die Gesamtanlage des Tamboti Camps in Augeschein und waren sehr überrascht, wie ordentlich und liebevoll alles angelegt und gepflegt ist. Jede Campsite bietet ein eigenes Ablution-Küchen-Häuschen. Die einzelnen Campsites sind visuell recht gut voneinander getrennt. Ein wirklich nettes Fleckchen. Im zentralen, uns an den mexikanischen Hacienda-Stil erinnernder Gebäudekomplex befindet sich die Rezeption mit angegliedertem Curio und Minishop zum Auffüllen kulinarischer Notwendigkeiten, ein Lobbybereich mit weiten und breiten einladenden Sofas, einen offenen, um die Ecke führenden Speiseraum (von Frühstück über Light Lunch und Dinner ist alles available) sowie einige Barhocker vor der Gebäudebrüstung zum Wasserloch hin. Ein sehr gepflegter Swimmingpool rundete die Facilities ab. Alles in allem ein sehr gelungenes Ensemble und ein Garant zum Wohlfühlen. Benötigtes Feuerholz wird an der Reception bestellt – Delivery erfolgt an der eigenen Campsite. Alles wird angeschrieben und am Ende des Aufenthaltes beim Auschecken beglichen. Sehr freundliche Mitarbeiter. Gratis Internet mit Wifi-Empfang in und um das zentrale Campgebäude; mit etwas Glück auch bis zum Swimming Pool.
10. Tag
Da wir den vorangegangenen Tag als Full Drive Day in unserer persönliche Reisebiographie aufnahmen, blieben wir faul im Camp und rührten uns lediglich, als wir uns von unserer Campsite zum Swimming Pool bewegten oder um unserer Fridge einen ein gut gekühltes Sawanna Dry zu entnehmen.
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ALMThemenstarter2’319 Beiträge · seit 201126. Juni 2018 ·
11. Tag
Unser erster Tag im allseits hochgelobten Etosha. Grandi emozioni..? Ja und nein. Kurz nach 7 Uhr standen wir am Lindquist Gate stramm und warteten auf dessen Öffnung zwanzig Minuten später. Die Registrierung hinter uns, begaben wir uns auf den Weg ins Namutomi Restcamp, um unsere Park Entrance Fee zu begleichen. 170 NAD für zwei Erwachsene und ein Fahrzeug – wirklich kein Geld. Danach fuhren unter Ausnutzung des frühen Morgenlichtes umgehend Richtung Fisher‘s Pan und nach ca. 2 km kam sie mit ihnen über die Pad getorkelt. Eine Gepardin mit drei Bälgern. Unser erster tierischer Höhepunkt im Etosha! Die Strecke um die Fisher's Pan gefiel uns gut; wir fuhren sie bis zu der Palmenansammlung. Anschließend die gleiche Pad wieder zurück und dann ca. 20 km Richtung Halali Restcamp. Zu bestaunen: Giraffen en masse. Dies gefiel uns. Zur mittäglichen Siesta fuhren wir wieder zurück ins Tamboti Camp, um mit einem Spätnachmittags-Evening-Drive nochmals in den Etosha zurückzukehren. Vor Gateschließung statteten wir dem Namutomi Restcamp noch einen Besuch ab und waren heilfroh, daß wir uns für das Tamboti Camp und nicht für die Campsite des Namutomis entschieden hatten. Die Campsite lag traurig und ausgezehrt vor unseren Augen. Selbst die Chalets mit Ihren durch hohe Holzstämme verbarikadierten vorgelagerten Terrassen törnten uns ab. Der Restaurationsbereich wetteiferte mit dem Minishop um den alternativen Nobelpreis für Tristesse. Ein paar die Seele entzückenden und die eigentlich netten weißen Gebäude unterstreichenden floralen Eye Catcher in Form von beispielsweise pflegeleichten, anspruchslosen Bougainville…? Fehlanzeige. Bloß schnell weg hier suggerierte uns unsere linke Gehirnhälfte.
Meine Anmerkungen muss ich loswerden: Wir haben Erindi für den Herbst gebucht, weil Okonjima belegt war. Liest sich nicht gut, was du schreibst. Schade, dass der Enthusiasmus im Ngepi Camp arg nachgelassen hat. Uns haben die Stimmung, die witzigen Einfälle gut gefallen. Nachdem wir das Tamboti Camp kennengelernt haben, würden wir es ebenfalls jedem Etosha Camp vorziehen. Nach 3 Nächten bzw. 4 Tagen mit "Service" des NWR-Teams waren wir glücklich, die Angebote des Camps genießen zu können. Deine Beschreibungen der Camps, die wir kennen, können wir alle unterschreiben.