THEMA: 3 Generationen auf großer Namibia-Erstlingstour
06 Feb 2017 23:33 #462740
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TAG 2 - 14.7.2014
Als uns morgens der Wecker weckt will keiner aus dem Bett raus. Es ist saukalt. brrrrrrrrr Der Kaminofen ist natürlich ausgebrannt und die Zusatzdecken kann man gut gebrauchen. Es hilft aber alles nichts: Wir müssen raus. Gut, dass wir gestern Abend geduscht haben, denn die Heizung im Bad ist kalt und das Badezimmer dementsprechend auch. Schnell in die Jeans, Pulli an und Fließjacke und vor allem die dicken Socken. So ist schon besser. Dann die Vorhänge aufgezogen und der Blick aus dem Fenster entschädigt für alles Frieren sofort. Die Strauße sind schon wieder da und noch einige andere Tiere.
Wie wir später sehen, liegt an der Stelle Brot und die Springböcke fressen der Lodgebesitzerin aus der Hand.





Tiere vor Lodge









Wir gehen zum Frühstück. Das ist nicht überragend, aber mehr als ausreichend. Das Omelett ist leider kalt, als es gebracht wird, aber schmeckt trotzdem. Da wir nur zur Kalahari Anib Lodge müssen, lassen wir uns Zeit und schauen uns noch ein bisschen um und machen natürlich noch eine Menge Fotos. Nicht nur die großen Tiere sind schön anzusehen. Es gibt auch einige Vögel zu bestaunen. Die Farben sind eine Pracht.







In einem Gespräch mit der Lodgebesitzerin erfahren wir, dass sie ursprünglich aus Südafrika kommt. Da meine Mutter gebürtige Niederländerin ist und kein Englisch spricht versucht sie es in ihrer Muttersprache und wir stellen fest, dass die Südafrikanerin uns versteht und wir sie, wenn sie Afrikaans spricht. Wie schön, damit kann sich meine Mutter weiter unterhalten und ich kann weiter knipsen.













Gegen 10.oo Uhr ist das Auto gepackt und wir sind alle der Meinung, dass wir nicht über die B1 fahren wollen. Es wird die C15 sein. Diese Entscheidung erweist sich sehr schnell als richtig, denn nach kurzer Fahrt erscheinen diese netten Gesellen auf der Fahrbahn. Diese Hörnchen sind einfach zu süß, allerdings auch etwas Lebensmüde, denn um ein Haar hätten wir eins überfahren.





Als wir gestern dieses Schild sahen, mussten wir alle lachen.



Jetzt verstehen wir.

Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
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07 Feb 2017 17:08 #462792
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Dann sehe ich direkt neben der Straße mehrere Giraffen. Eigentlich sehe ich erst eine, beim genaueren Hinschauen sehen wir, dass es mehrere sind. Noch öfters auf unserer Reise stellen wir fest, dass diese riesigen Tiere selbst an einem relativ kleinen
Busch ganz gut getarnt sind. Das verwundert immer wieder. Die Giraffen sind vielleicht 10m von uns entfernt. Man sind die groß!!!
Leider sind wir durch einen Zaun von ihnen getrennt.





Das ist etwas, dass mich leider oft in Namibia gestört hat. Das ganze Land scheint eingezäunt. Selten hat man wirklich den Ausblick ohne Zäune. In den Nationalparks natürlich, aber ansonsten scheint es wenig nicht eingezäuntes Land zu geben. So hat man immer von der Straße den Blick durch die Zäune. Schade.
Allerdings helfen die Zäune scheinbar auch nicht immer ;-) Sonst wären die ja nicht auf der Straße unterwegs.



Immer wieder halten wir an, um zu schauen und um Fotos zu machen. Mittlerweile ist die Sonne auch wieder so stark, dass es selbst mit T-Shirt angenehm ist. Es gibt so viel zu entdecken:
Webervögelnester


Termitenhügel



Und auch Landschaft ohne Zaun davor





Oryxe



und noch einige andere exotische Tiere







So vergeht die Fahrt zur Kalahari Anib Lodge sehr schnell, obwohl wir fast 5 Stunden dafür brauchen. Aber der Weg ist das Ziel.
Und das stimmt in Namibia auf jeden Fall.
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07 Feb 2017 17:59 #462803
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TAG 2: Kalahari Anib Lodge
Als wir in der Kalahari Anib Lodge ankommen stehen dort schon eine beachtliche Anzahl Hiluxe. Scheinbar ist dies das Mietauto der Wahl in Namibia. Wir vergleichen das Platzangebot eines Dubble Cab der neben uns steht mit dem Fortuner und sind der Meinung, dass der Hilux keine Vorteile bringt. Optisch wirkt der Fortuner auf uns noch komfortabler und wir sind sicher, die richtige Mietwagenentscheidung für uns 5 und unsere Route getroffen zu haben, Wir suchen die Rezeption und stellen dann fest, dass diese im Souvinirshop ist oder der Souvenirshop ist die Rezeption. Nette Idee. Da vor uns eine andere Familie einchecken möchte schauen wir uns um und finden natürlich auch diverse Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.





Dann sind wir dran, wir können direkt in unsere Häuschen. Uns wird der Weg erklärt, wie wir mit dem Auto dahin kommen zum Ausladen.



Wir haben die beiden zuletzt liegenden Bungalows in der Nähe der Swimmingpools erhalten und damit um uns rum viel Platz. Als wir die Türe aufsperren, sind wir alle sehr angetan. Die Bungalows sind wirklich sehr schön ausgestattet und unsere Tochter schreit begeistert auf, als sie feststellt, dass sie ein eigenes riesiges Zimmer mit 2 Betten und einem riesigen Sitzsack hat.







Wir haben statt dem gebuchten Doppelzimmer scheinbar einen Familienbungalow bekommen. Platz ist reichlich. Dusche und WC sind getrennt. Kaffee und Tee mit Wasserkocher ist vorhanden, Und es gibt so viele nette Details. Vor allem was man so mit Kupferrohren alles machen kann, ist wirklich sehenswert.











Das Elternschlafzimmer ist auch nicht zu verachten. Hier kann man es schon aushalten. Klimaanlage mit Heizfunktion, großes Doppelbett mit Moskitonetz, Schreibtisch und viel Platz






Auf der Terrasse hängt ein Sitzkorb, der natürlich auch wieder zu Entzückensschreien veranlasst. Und die Aussicht in die Kalahari ist natürlich das Tüpfelchen auf dem I. Wir bedauern in den ersten 10 Minuten schon, dass wir nur eine Nacht hier sein werden.



Unsere Tochter möchte Schwimmen gehen. Während wir das Auto ausräumen zieht sie schon mal im Bikini Richtung Pool und bittet, dass wir nachkommen. Das tun mein Mann und ich dann auch wenig später, während es sich die Großeltern auf ihrer Terrasse gemütlich machen.



Das Kind steht im Pool. Ein paar Jungs kommen gerade aus dem Wasser. Eine deutsche Familie, die wir auf unserer Runde immer wieder treffen werden, weil sie auch die typische Einsteigertour in 3 Wochen machen und eben auch über einen deutschen Veranstalter gebucht haben, da landet man dann in den großen Unterkünften von Gondwana oder Taleni. Nicht das das hier falsch verstanden wird. Diese Lodges haben uns alle sehr gut gefallen und wir waren damit sehr zufrieden.

Ich stecke meinen dicken Zeh ins Wasser und weiß sofort, dass ich da bestimmt nicht reingehe. Die Zeiten in denen ich Ostern in der Nordsee schwimmen war, sind lange vorbei. Das ist mir einfach zu kalt. Es ist eben Winter. Mein Mann ist tapfer und überwindet sich ins Wasser zu tauchen. Er meint allerdings beim wieder Auftauchen, dass ihm die Luft weggeblieben sei.



Gut, dass wir Bademäntel eingepackt haben. Die nehmen die beiden gerne als ich sie bringe und sie mummeln sich darin ein. Eine heiße Dusche folgt und schützt vor einer Erkältung. Während meine Familie noch unter der Dusche auftaut fotografiere ich die Umgebung und den Mond, der schon hoch am blauen Himmel steht.





Bald dämmert es und ich teste beim Sonnenuntergang die diversen Programme unserer kleinen Kamera.











Es ist unglaublich still.
Einfach schön.

Fortsetzung folgt........
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09 Feb 2017 16:34 #463096
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Wir haben Halbpension gebucht und gehen alle Fünf zum Essen. Im Restaurant wird uns ein gedeckter Tisch zugewiesen. Nur ca. ein Drittel der Tische ist eingedeckt. Wir würden lieber weiter hinten sitzen um ein wenig mehr „Raum“ zu haben. Unser Tisch steht sehr in der Mitte direkt vor dem Buffet, so dass alle anderen an unserem Tisch vorbei müssen. Das ist nicht wirklich ein Problem, aber wenn ja eigentlich genug Platz da ist, könnte man ja ein bisschen mehr Privatsphäre haben. Andererseits sitzen wir relativ nah am Feuer, was wieder sehr angenehm ist.





Es gibt genug Auswahl und ich kann prima auch ohne Fleisch reichlich schmausen. Vor allem die Auswahl an Gemüse ist sehr gut. Als ich die beiden Köche frage, ob ich sie fotografieren darf, ernte ich breites Grinsen und sofort wird sich in Positur gestellt.



Im ganzen Urlaub habe ich niemanden getroffen, der sich nicht freudig fotografieren lassen wollte. Ganz im Gegenteil, ich hatte immer den Eindruck, dass sich die Menschen darüber sehr freuen und sie gerade zu stolz darüber sind. Ich habe immer gefragt und sei es nur indem ich auf die Kamera und dann auf den zu fotografierenden gezeigt habe, weil es meiner Meinung nach nicht höflich ist, andere Menschen ungefragt zu fotografieren. Mehr zu dem Thema und zu denen die das eben nicht machen kommt später im Bericht über den Besuch des Living Museum der San.
Aber zurück zum Abendessen: Der Nachtisch ist für uns alle gewöhnungsbedürftig. Beschrieben ist es mit Pudding. :sick: :sick: :sick: :sick: :sick: :sick: Naja, die Engländer haben auch für eine komische süße Masse diese Bezeichnung….. Aber es gibt auch leckere Kekse und Obst, was will man mehr.
Als wir das Restaurant verlassen, laufen wir förmlich auf dieses Schild zu.



Ein Cocktail wäre doch nett vor dem zu Bett gehen. Es gibt auch Alkoholfreie für unsere Tochter. Die Männer hätten gerne ein Bier. Also rein in die Bar. Die beiden Barmänner scheinen sich zu langweilen. Wir setzen uns an den offenen Kamin und warten. Wir schauen schon mal zu den jungen Männern hinter der Theke, die sich aber nicht rühren. Selbstbedienung, oder was? Mein Mann geht dann zur Theke und bestellt 2 große Bier und bringt die Coktailkarte mit. Ich stolpre über einen Cocktail, der als einen Bestandteil Hakidraht hat. Was ist bitte Hakidraht? Ich frage an der Theke nach. Einer der Barmänner zeigt mir diese Flasche.





Das will ich probieren.
Mittlerweile haben die Männer einen Krug mit Bier bekommen mit viel Eis. Mein Vater ist fassungslos. Ein Bier mit Eis!!!!!!!!!!!! :evil: :evil: :evil: :evil: Da ist so viel drin, dass er es nicht trinken kann, weil es soooo kalt ist, ganz davon abgesehen, dass man kein Eis ins Bier macht. Welch Frevel ;-) Mein Vater stellt sein Bier ans Feuer zum Aufwärmen. :P

Wir Frauen lachen alle sehr herzlich, bis unsere Cocktails kommen. Die Gläser haben die Ausmaße von kleinen Goldfischgläsern und es ist noch viel mehr Eis drin als im Bier :huh: . Mein Cocktail hat eine gefährliche rote Farbe. Ich probiere einen kleinen Schluck. Brrrrrr ist das kalt und es schmeckt einfach widerlich :sick: Genauso müssen Klosteine schmecken. Ich bin ganz sicher. Das Zeug schmeckt genauso wie diese Dinger riechen. Als ich das den anderen sage, führt das zu weiterem Gelächter. Mein Mann intoniert auf das Tote Hosen Lied „Eisgekühlter Bommerlunder“ den Text „Eisgekühlter roter Klostein, roter Klostein eisgekühlt“.
FAZIT: Die Getränke waren nicht der Hit, aber wir hatten eine Menge Spaß!!!!!!!!! Und das Lied „Eisgekühlter roter Klostein“ ist bis heute ein running Gag bei uns.
Mit extrem guter Laune gehen wir zu unseren Bungalows. Der Weg ist nicht besonders gut beleuchtet. Wie gut, dass es Taschenlampenapps gibt. Im Zimmer stelle ich fest, dass ich die Reiseunterlagen in der Bar liegen gelassen habe. Ich ziehe die Jacke an und gehe los. Das Handy bzw. die Taschenlampe lasse ich natürlich im Zimmer. Auf dem Weg vor mir kann ich einen kleinen Hügel erkennen. Ich gehe näher ran und der Hügel bewegt sich. Ich schreie und der „Hügel“ antwortet mit lautem Quieken. Ein Stachelschwein!!!!!!!!!!! Ich habe mich so was von erschrocken – das Schwein auch. :whistle: :woohoo:
Bevor ich reagieren kann, macht sich das Stachelschwein davon. Es flitzt zwischen 2 Häuschen durch Richtung Terrasse meiner Eltern. Ich will ihm folgen, aber das Viech ist verdammt schnell mit seinen kurzen Beinen. Und ich lege mich im Dunkeln fast auf die Nase. Dabei bemerke ich das beleuchtete Wasserloch in einiger Entfernung. Es sind ein paar Tiere dort.
Ich gehe noch zur Bar die Unterlagen holen und dann zurück zum Haus. Dort setzen sich mein Mann und ich noch auf die Terrasse, um das Wasserloch zu beobachten. Leider ist es ziemlich weit weg, aber ein bisschen was kann man doch erahnen. In der Nacht stehe ich noch mehrfach auf, um zum Wasserloch zu schauen. Und so geht der Zweite Tag in Namibia vorbei. Erst 2 Tage und schon so viel erlebt. All diese Eindrücke zu verarbeiten ist gar nicht einfach. Aber dafür hat man dann auch zu Hause noch lange davon.
ENDE TAG 2

Fortsetzung folgt
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12 Feb 2017 22:55 #463726
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TAG 3: Von der Kalahari Anib Lodge zum Quivertree Forest Restcamp

Wir gehen gegen 8 Uhr zum Frühstück. Das Buffet ist reichlich ausgestattet. Hier gibt es auch Millipap. Ich hatte im Vorfeld schon mehrfach darüber gelesen und wollte dieses typisch namibische Gericht probieren. Es schmeckte eigentlich nach gar nichts. Ich hatte erwartet, dass der Hirsebrei gesüßt sei oder auch herzhaft gewürzt, aber so gar nicht gewürzt hatte es was von Kleister. :sick:
Es gab verschiedenes frisches Obst und vor allem einige unterschiedliche Brotsorten, vor allem auch dunkle und sogar so eine
Art Vollkornbrot. Im Rheinland würden wir Schwarzbrot sagen, nicht zu verwechseln mit Pumpernickel ;)
Da wir heute keine lange Etappe haben, können wir uns noch in Ruhe ein bisschen umsehen. Vor dem Restaurant gibt einen kleinen Teich mit Karpfen und der Außenbereich hat gemütliche Sitzecken und sieht sehr gepflegt aus. Selbst die Toiletten wirken einladend und sind sehr sauber und gepflegt. Auf dieser Lodge kann man sicherlich auch einfach ein paar schöne Urlaubstage verbringen.





Es gibt die Möglichkeit Gamedrives in die Kalahari zu buchen. Für uns war bei der Buchung ja schon klar, dass die Lodge nur
ein Zwischenstopp sein wird, damit die Etappen zum Fisch Fluss Canyon nicht zu weit werden. Ich bin aber sicher, dass irgendwann die Kalahari ganz intensiv auf unserer Reiseroute stehen wird.
Wir packen das Auto. Langsam haben wir schon ein bisschen so etwas wie ein System.Die Räume werden nochmal gecheckt, ob nicht noch etwas liegen geblieben ist und übersehen dabei leider, wie wir viel später erst bemerken, dass unsere Tochter ihren Strohhut vergessen hat.
Sie hatte ihn ans Bettende gelegt und wahrscheinlich ist er beim packen unters Bett gerutscht. Da hatte keiner mehr geguckt. :(
Nachdem wir unsere Getränke und die Souvenirs bezahlt haben, fahren wir los.

Zur Info: Eine Flasche Wein kostet ab ca. 8€, eine Flasche Wasser ca. 2€, ein Bier 1€, die Cocktails waren etwas mehr als 2€. Getränke beim Essen sind preiswerter als in Deutschland, das Essen auch.

Wir fahren Richtung Mariental, weil da ein Supermarkt ist und wir dort tanken können. Als wir in Mariental einfahren ist der Supermarkt nicht zu übersehen. Die Tankstelle ist direkt daneben. An der Straße vor dem Supermarkt stehen und sitzen viele Menschen, die meisten sind junge Männer, aber auch Frauen mit kleinen Kindern sind dabei. Sehr viele der Menschen, vor allem aber die Mütter haben leere Flaschen in den Händen. Wir fahren auf den Parkplatz und steigen aus. Einige der Frauen heben die Wasserflaschen. Ich denke, sie möchten Wasser haben. Die Grünanlage des Supermarktes wird gerade von einem Gärtner gewässert. Ich bin vollkommen fassungslos. Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Ich kann es einfach nicht glauben, dass hier die Bäume Wasser bekommen, dass den Menschen fehlt.
Nachher denke ich, dass es sich wahrscheinlich um Brauchwasser handelt, welches nicht trinkbar ist. Anders kann ich mir das alles nicht erklären, aber wissen tue ich es nicht. Dieser Supermarktparkplatz in Mariental wird mich noch oft in meinen Träumen verfolgen. Nirgendwo sonst ist mir soviel Trostlosigkeit begegnet. Die jungen Männer sind möglicherweise Tagelöhner, die auf Arbeit warten, aber ich konnte das nicht raus bekommen.
Meine Mutter, meine Tochter und ich gehen in den Supermarkt, die Männer bleiben beim Auto. Wir kaufen einen Einkaufswagen voll Wasser.
Mit dem Einkaufswagen fahren wir zur Straße und verteilen Wasser. Wir sind schnell umringt von vielen Menschen. Alle bedanken sich. Ein Mann spricht mich an. Ich verstehe ihn nicht. Ich versuche auf Englisch mit ihm zu reden. Er versteht mich nicht. Er sagt etwas und meine Mutter meint, dass sie denkt, dass er Afrikaans spricht. Ich spreche ihn auf Niederländisch an und bitte ihn langsam zu sprechen. Ich selber mache das selbe. Er scheint mich zu verstehen. Er fragt, ob er für seine Familie noch einen weiteren Kanister haben darf. Ich gebe ihm noch mehr Wasser. Der Andrang lichtet sich und es bleiben sogar noch 2 5l Kanister im Einkaufswagen übrig.
Ich frage nochmal rund, ob noch jemand möchte. 2 Männer suchen in den Mülltonnen nach leeren Wasserflaschen und kommen damit zu mir. Als ich ihnen die 5l-Kanister anbiete, lehnen sie ab. Zu schwer. Ich schütte ihnen das Wasser in ihre Flaschen.
Als wir wieder zum Supermarkt zurück gehen, sitzt vor dem Eingang ein schwer behinderter junger Mann. Der Mann, der mich um mehr Wasser gebeten hat, steht daneben und gibt ihm Wasser. Ich gebe dem Behinderten ein kleines Haribotütchen und er strahlt über beide Backen. Der Mann macht ihm das Tütchen auf und gibt ihm ein Gummibärchen. Ich weiß, dass zu dem Geben von Süßigkeiten hier sehr kontroverse Diskussionen geführt werden und kann sehr wohl die Argumente dagegen verstehen, aber wer diese Glückseligkeit im Gesicht des jungen Mannes Erlebt hätte, kann verstehen, warum ich das trotzdem richtig finde.
Meine Mutter drückt ihm dann noch einen 50N$ Schein in die Hand und wir werden von vielstimmigen Dankie Rufen begleitet beim Betreten des Supermarktes.
Im Markt dann der riesige Kulturschock. Hier gibt es alles was man sich nur vorstellen kann. Kein Supermarkt in Deutschland dürfte besser sortiert sein. Die Preise sind allerdings auch ähnlich. Ich frage mich, wie können sich Namibianer das leisten? Nach dem was sich vor dem Markt abgespielt hat, fühlt man sich richtig schuldig, wenn man hier einkauft. Ich kann bis heute nicht wirklich gut damit umgehen.
Anschließend fahren wir noch nebenan tanken. Der Behinderte junge Mann und seine Familie winken uns immer wieder zu und er strahlt. Das werde ich auch nicht vergessen.
An der Tankstellen werden uns die Scheiben gereinigt und es wird für uns getankt. Als wir dem Tankwart das Geld geben und sagen, dass er den Rest behalten kann und uns kein Rückgeld geben muss, bekommen wir trotzdem das Wechselgeld. Das gebe ich ihm zurück und er nimmt es und bedankt sich.
Das passiert uns später nochmal. "Stimmt so", scheint nicht üblich zu sein. Zukünftig geben wir das Trinkgeld immer nachdem wir das Wechselgeld bekommen haben.
Ich habe in Mariental keine Fotos gemacht. Ich wäre mir schäbig vorgekommen, aber ich hoffe, dass meine Schilderung
einigermaßen ein realistisches Bild ergibt.

Aus dieser für mich sehr emotionalen und schrecklichen Szene in Mariental habe ich zwei Dinge gelernt:
1. Afrikaans wird eher verstanden als Englisch und mit Niederländisch kann man sich ganz gut behelfen.
2. habe immer Wasser Kanister und kleine Wasserflaschen dabei, um sie zu verschenken.
Wir haben auf der weiteren Tour, immer alle Flaschen vom Essen mitgenommen und dann
gegebenenfalls auf den Farmen mit Quellwasser gefüllt, um sie weitergeben zu können.

Wir sind dann über die M29 nach Keetmanshoop gefahren, um am frühen Nachmittag am Quivertree Forest Restcamp anzukommen. Dazu aber später mehr.

Fortsetzung folgt.....
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15 Feb 2017 16:31 #464225
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Von Mariental fahren wir ein kleines Stück auf der Teerstraße in den Süden.



Auf der Straße finden gerade Ausbesserungsarbeiten statt. „Wenn das mal in Deutschland auch immer so gemacht würde.“ geht mir spontan durch den Kopf. Die Straße ist deutlich besser als die meisten Straßen, die ich so täglich zur Arbeit fahre.





Dann sehen wir auch eine "Autobahnraststätte" alla Namibia :P



Trotz guter Fahrbahn gefällt uns das Fahren auf der Teerpad nicht besonders. Bei nächster Gelegenheit fahren wir ab und fahren über auf eine C und D Pad Richtung Köcherbaumwald. Auf der Stecke gibt es keine Farmtor zu öffnen. Statt dessen muss man in den Zaunlücken über Spaltgitter fahren. Ich nehme an, dass die Rinder über diese Gitter nicht gehen können, weil sie mit ihren Paarhufen darin festhängen bleiben können oder sie haben schlichtweg Angst davor. Beim ersten mal darüber fahren ist uns schon etwas mulmig. So richtig stabil sieht das gar nicht aus, aber der Furtuner schafft die Überquerung und wir gewöhnen uns im Laufe der Fahrt daran.
Im frühen Nachmittag erreichen wir der Quivertree Forest Camp. Schon am Tor werden wir von mehreren Hunden begrüßt.



Wir halten vor dem Farmhaus und sehen uns um. Wir entdecken immer mehr Hunde und ein Warzenschwein. Es liegt fest schlafend in der Sonne im Vorgarten.



Nachdem wir sämtliche Hunde und das Warzenschwein intensiv gekrault, die Hütehunde auch noch bespielt haben, entdeckt meine Tochter das große Trampolin vor der Tür. Wenn das nicht ein Kinderparadies ist.











Im Haus hören wir Stimmen und gehen zur geöffneten Tür. Die Farmersfrau kommt nachdem wir mehrfach laut gerufen haben. Sie sagt uns, dass wir nicht die gebuchten Doppelzimmer bekämen, sondern eines der Selfkatering Häuschen, aber selbstverständlich das Abendessen im Farmhaus einnehmen können.
Sie zeigt uns den Bungalow. Er hat 3 Schlafzimmer mit Klimaanlage mit jeweils einem Bad dabei, eine Küche und einen geräumigen Eingangsbereich mit Sitzgelegenheiten. Es ist sehr groß, wirkt aber alles etwas abgenutzt und alt. Wie wir später feststellen, könnte eine intensive Grundreinigung auch nicht schaden.











Zu jedem der Häuschen gehört eine Braaistelle in einem eigenen Grillbereich. Es gibt einen Pool und noch einige Rondavalls. Diese haben allerdings keine Fenster, weil sie zum Teil in den Boden eingegraben sind.





Wir schauen uns um und stellen fest, dass es viele kleine schöne Details zu entdecken gibt.



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