THEMA: 3 Generationen auf großer Namibia-Erstlingstour
12 Apr 2017 16:17 #471006
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Tag 11 Swakopmund
Morgens werden wir von Consti freundlich begrüßt. Sie ist mit Schürze und Kopftuch bekleidet und fragt nach unseren Wünschen. Kaffee und Tee gibt es am Buffet. Eier werden nach Wunsch frisch gekocht oder gebraten. Unser Tisch ist nett gedeckt und die Auswahl ist voll in Ordnung. Wir erzählen Konsti, dass wir die Desert Tour gebucht haben und abgeholt werden.
Um halb 9 stehen wir vor dem Gartentor und schon bald kommt ein weißer Van vorgefahren. Der Fahrer stellt sich als Gerald vor. Also hat er es tatsächlich geschafft selber zu kommen. Gerald erzählt, dass wir mit einer zweiten deutschen Familie zusammen die Tour machen werden.
Wir fahren aus Swakopmund raus und Gerald erzählt einige interessante Dinge zur Stadtgeschichte und zum Swakopfluß.









Unter der Brücke treffen wir Geralds Mitarbeiter mit dem zweiten Auto. Zusammen geht es in die Wüste weiter.
Leider ist es heute sehr kalt und feucht, so dass Gerald befürchtet, dass wir evtl. keine Schlangen sehen werden.
Kurze Zeit später halten wir an. Gerald fängt an im Sand zu graben, während sein Mitarbeiter die wenigen Pflanzen in der Nähe inspiziert auf der Suche nach einer Schlange.



Gerald befördert diesen kleinen Kerl ans Tageslicht.









An einer anderen Stelle wird wieder sehr vorsichtig gegraben. Aus einem kleinen Loch im Sand oder einer kleinen Röhre kommt diese kleine Kämpferin uns entgegen geschossen. Die Weiße Dame ist ganz schön sauer und in Kampflaune:











Anmerkung: Die White Lady ist eine wirklich schöne Spinne und es war sehr interessant sie zu sehen. Mittlerweile habe ich aber auch schon des Öfteren gehört bzw. gelesen, dass das Ausgraben der Spinne wahrscheinlich ihren Tod bedeutet. Sie braucht ca. 2 Wochen um ihre Röhre im Sand zu bauen und ist Nachtaktiv. Wenn sie jetzt morgens ausgegraben wird, hat sie keine Möglichkeit sich vor der Sonne zu schützen, denn ihr Bau ist zerstört und schnell kann sie keinen neuen bauen. Ich hoffe, dass „unsere“ White Lady überlebt hat, weil es an dem Tag kalt und bedeckt war.

Gerald erzählt vieles über die Ökologie der Wüste und wie empfindlich und schützenswert dieses Ökosystem ist.
Kurze Zeit später treffen wir auf eine Tour von Tommy. Gerald und Tommy wechseln ein paar Worte und bestätigen sich gegenseitig keinerlei Schlangensichtungen. Tommy ist mit 6 Autos unterwegs. Wir sind froh, dass wir nur 9 Personen sind bei unserer Tour.
Als nächstes halten wir an einem kleinen Sukulentenbusch. Gerald erklärt, dass hier seid zwei Wochen ein Babychamäleon sitzt und sie hoffen, dass es noch dort ist. Es ist noch dort und bekommt einen Käfer zum Frühstück. Kein Wunder, dass es nicht mehr anders wohin will, wenn es hier jeden Tag Essen auf Rädern gibt ;) Wir erfahren, dass die Farbe des Chamäleons von seinem Gemütszustand abhängt.











In der Zeit in der wir das Chamäleon von allen Seiten ungefähr hundert Mal fotografieren, hat Geralds Mitarbeiter diesen Wüstenbewohner gefunden:



Natürlich darf der Hängetrick nicht fehlen. Gerald nimmt aber lieber seinen Finger und nicht das Ohrläppchen.





Während wir dort noch die Tiere beobachten wird es ziemlich laut eine große Gruppe Quads rast ein Stück von uns entfernt durch die Wüste. Der Lärm ist furchtbar. Gerald erzählt, dass die Fahrzeuge nur ganz bestimmt Strecken fahren dürfen, leider halten sich einige Touristen nicht immer an die Vorgaben ihrer Guides und scheren dann aus der Kolonne aus und fahren abseits, was natürlich zu mehr Zerstörung führt als nötig.
Anschließend fahren wir noch ein Stück weiter in die Dünen hinein und machen eine Pause. Gerald erzählt, dass er schon länger eine Möglichkeit sucht, seinen Gästen Getränke anzubieten ohne das Müllproblem. In Namibia gibt es keine Mehrwegflaschen für Wasser. Er überlegt die Plastikflaschen zu spülen und wieder zu befüllen, fürchtet aber, dass das gerade von deutschen Touristen nicht akzeptiert wird, weil die Flasche dann ja schon geöffnet ist und nicht klickt beim Öffnen.
Das Müllproblem ist gerade hier in der Wüste gut zu erkenne. Wir haben bei unserer Tour mehrfach angehalten, damit Gerald oder sein Mitarbeiter Müll einsammeln konnten, den sie mitnehmen. Sie erzählen, dass das eigentlich alle Tourguides, auch von den anderen Veranstaltern, machen.
Eines der Kinder fragt nach den schwarzen Streifen in den Dünen. Gerald nimmt etwas aus dem Auto und streift damit durch den Sand. An dem Ding hängt schwarzer Staub. Die Kinder werden gefragt, was es damit auf sich hat. Nach ein paar weiteren Fragen kommen sie auf die Antwort. Das Ding ist ein Magnet und der schwarze Staub ist ferromagnetisch. Es ist Eisenpulver.





Wir genießen noch ein wenig die Dünenlandschaft und fahren dann zurück.










Fortsetzung folgt……
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18 Apr 2017 23:51 #471802
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TAG 11 - Swakopmund
Wieder zurück im Fischreiher Guesthouse unterhalten wir uns mit Consti. Wir fragen nach dem Waschservice. Ob das wohl bis morgen früh noch geht. Wenn wir die zu waschenden Sachen direkt abgeben, dürfte das noch möglich sein. Sie gibt uns einen Wäschekorb und wir alle suchen schnell die Klamotten zusammen, die wir gerne gewaschen hätten. Socken, Unterwäsche, ein paar T-Shirts und Hosen wandern in die Wäschewanne. Als wir diese bei Consti abgeben möchten, steht dort schon eine junge schwarze Frau und erklärt uns, dass sie unsere Wäsche gerne mit nimmt und diese spätestens morgen vor 8.00 Uhr wieder zurück bringt.
Ich frage Consti, ob sie die Besitzerin vom Gästehaus sein. Sie schaut mich vollkommen verständnislos an und fängt dann an zu lachen. Sie glaubt, dass ich einen Witz mache. Ich erkläre ihr, dass die Frage tatsächlich ernst gemeint sein. Schließlich war sie gestern Abend als wir vom Essen zurück kamen och hier an der "Rezeption" beschäftigt und heute morgen schon sehr früh zu hören gewesen. Da nehme ich an, dass sie hier wohnt und warum sollte sie nicht die Besitzerin sein. Sie erzählt uns, dass die weißen Besitzer in Urlaub seien und sie die Managerin des Gästehauses sei. Sie wohne mit ihrem Mann und ihren 2 Kinder in der Nähe von Swakopmund in einer schwarzen Siedlung. Hier wohnen nur Weiße. Ihr Mann uns sie arbeiten viel, um den Mädchen eine gute Ausbildung zu ermöglichen und damit sie sich vielleicht ein kleines Häuschen in einem anderen Teil von Swakop irgendwann leisten können. Von so einem Haus wie diesem könnten sie nur träumen.
Ich finde es erschreckend, dass es für Consti nicht vorstellbar scheint, dass sie mit ihrer Familie in diesem Viertel wohnt. Sie erzählt auch, dass die Junge Frau, die unsere Wäsche geholt hat eine Nachbarin und Freundin ist, die damit ihre Familie unterhält, da ihr Mann nur selten Arbeit findet. Ich bereue schon, dass ich nicht alle Dreckwäsche mitgegeben habe. Die Preise für den Wäscheservice liegen umgerechnet zwischen 15 und 50 Cent, je nachdem was gewaschen werden soll.
Consti erzählt stolz von ihren beiden Mädchen, die ungefähr im Alter unserer Tochter sind. Wenn Mama arbeitet und wie heute über Nacht wegbleibt, dann machen sie den Haushalt. Sie sind beide gut in der Schule und sollen genauso erfolgreich werden, wie die Mama. Man hört sehr gut heraus, dass Consti auch stolz auf ihren Job ist. Managerin eines Gästehauses ist eine erfolgreiche Kariere. Man sollte denken, dass man sich damit dann doch ein Häuschen leisten könnten, aber erfolgreich und gut verdienen scheint nicht unbedingt das gleiche zu sein - zumindest nicht für eine schwarze Frau.
Nachdem wir uns noch eine ganze Zeit über Verschiedenes unterhalten haben, wobei Consti betont, dass es nicht so oft vorkommt, dass sich Gäste für sie und ihr Leben interessieren, bitten wir Consti für uns einen Tisch für das Abendessen zu reservieren. Gerne etwas in der Nähe, so dass wir nicht mehr in die Innenstadt fahren müssen.
Sie schlägt eine Pizzeria ein paar Straßen weiter vor - die "Wurstbude". Consti sagt: Wurrrschtbude. Wir müssen uns das Lachen sehr verkneifen und fragen nochmal nach, ob das wirklich Wurstbude heißt. Ja, bestätigt und Consti. Das wäre auch früher mal eine Wurstbude gewesen, aber die neuen Besitzer haben daraus eine Pizzeria gemacht. Das klingt so kurios, da müssen wir einfach hin. Das jetzt folgende Telefonat von Consti mit der Wurstbude ist aber noch viel kurioser. Wir lachen jetzt noch oft Tränen, ob dieses von uns nur einseitig zu verfolgenden Dialogs. Jeder Geheimdienst dieser Welt, wird schier verzweifeln über diesen schlichtweg nicht zu knackenden Code.
Es spielte sich ungefähr so ab:
Consti nimmt ihr Notizbuch und sucht die Nummer der Pizzaria raus. Dann nimmt sie das Telefon.
Consti: "Wurrrrschtbude? Wurrrschtbude, here Consti from Fischreiher, I want to book 5 at 8. Okay." Dann legt sie das Telefon zur Seite. Mein Mann und ich gucken uns an und grinsen einmal rundum.
Kurze Zeit später lachen wir uns in unserem Zimmer scheckig und wir spekulieren darüber, was man aus diesem Telefonat als Geheimagent so raus hören könnte. Wer ist dieser ominöse Wurrrschtbude und wer ist Consti und was hat er oder sie mit diesem Vogel zu tun und warum will er 5 buchen und welche 5? Fragen über Fragen. :) Handelt es sich um illegale Wettgeschäfte oder Artenschmuggel, man weiß es nicht.....
Anschließend fahren wir noch einmal in die Stadt. Da es Sonntag ist, sind die Läden dicht, aber auch so ist Swakopmund einen Bummel wert.





Das ist übrigens die Buchhandlung:


Wir gehen runter zur Jetti. Es weht eine steife Brise und die Wellen schlagen hoch bis über den Steg.





Als mein Mann den vorderen Teil, der in der Mitte offen ist überschreitet, schlägt von unten eine Welle so hoch, dass er klatschnass geduscht ist. Wer den Schaden hat, spottet keiner Beschreibung oder so ähnlich. Jedenfalls wird er obendrein auch noch herzhaft ausgelacht von uns vier. Wir beschließen im Restaurant zu fragen, ob wir dort einen Kaffee trinken können. Der nette junge Kellner, der uns an der Türe empfängt, sagt uns, dass sie "fully booked" sind. Wir erklären, dass wir gar nicht zu Abend essen wollen, sondern nur einen Kaffee oder oder etwas anderes trinken möchten und in spätestens einer Stunde wieder weg sein werden. Er fragt seinen Chef und dieser meint, dass wir entweder gerne draußen sitzen können oder höchstens eine dreiviertel Stunde bleiben können. Weil ab 18.00 Uhr alles gebucht sei. Es ist jetzt 17.oo Uhr und mein Mann sehr froh im Warmen zu sein, um ein wenig zu trocknen.



Wir bestellen Tee, Kaffee oder warmen Kakao. Der überaus freundliche Kellner sagt: Hot Chocolate und er hat Recht damit. Der Kakao ist in heißer Milch geschmolzene Schokostücke oder eben noch nicht ganz geschmolzen und deshalb zu erkennen. Die Schokolade ist extrem lecker und der Kakao erst Recht. Allerdings reicht die Schokoportion auch ohne Problem für 2 oder 3 Glaser heiße Milch. Alle Getränke sind sehr schön angerichtet und die Bedienung ist wirklich sehr professionell. Zu den Getränken genießen wir den Sonnenuntergang über dem Meer. Was will man noch mehr? Das nennt man Urlaub, oder?
Wir sind uns einige, dass es eine hervorragende Idee war am Nachmittag hierher zu kommen. Zu Abendessen hätten wir nur noch in die schwarze Nacht geschaut. Das Meer ist dann nicht mehr zu sehen. Im Sommer ist das natürlich was ganz anderes, da muss es traumhaft schön sein hier zu sitzen, ein gutes Abendessen und einen guten Wein mit Blick auf der Meer zu genießen.





Mein Mann ist mittlerweile auch wieder etwas trockener und wir machen uns auf Richtung Auto. Dabei fallen uns die hohen Mauern mit Natodraht oben drauf und die Videoüberwachung und die großen Hunde an den Wohnhäusern auf. Scheusslich. Da überkommen einen Schauer. Ob das wirklich nötig ist? Uns kommt die Stadt sehr friedlich und sicher vor, auch jetzt in der Dunkelheit. Der Eindruck ändert sich auch nicht bei uns.
Wir fahren zum Gästehaus urück, stellen fast dass Constis Nachbarin schon die Wäsche gebracht hat. Alle Achtung, das ging schnell. Ich habe noch nie in meinem Leben so akribisch und fest zusammengefaltetet Unterhosen gesehen. Die T-Shirts und Hosen sind nicht nur gewaschen, sondern auch gebügelt und akurat zusammengelegt. Ich bereue noch einmal nicht alle Wäsche abgegeben zu haben. Wir müssen für uns alle keine 5 Euro bezahlen und haben die Hälfte unserer Kleidung gewaschen und auch noch gebügelt bekommen.
Ich nehme mir fest vor, bei der letten Unterkunft alles waschen zu lassen und mit einem Koffer sauberer Kleidung nach Hause kommen.
Nachdem mein Mann sich trocken angezogen hat, brechen wir zur Wurstbude auf. Der Laden ist nur ein paar Strassen weiter und macht von draussen schon einen sehr gemütlichen Eindruck. Draussen gibt es einen Pizza to go Schalter an dem einen lange Schlange Menschen, weisse und schwarze, steht. Drinnen gibt es nur drei Tische, wovon zwei bereits besetzt sind. Die Wurstbude ist auch drinnen gemütlich und urig. Fünf schwarze junge Frauen sieht man hinter der Theke springen und hantieren. Wir bestellen bei einer Pizza für uns alle und Salat.
Als die Speisen kommen, sind wir alle begeistert die Pizzen sehen toll aus und schmecken auch noch richtig gut und sehr preiswert ist das auch noch hier.
Wir können die Wurrrschtbude nur wärmstens empfehlen.

Ende TAG 10
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27 Apr 2017 22:56 #473237
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TAG 12: Swakopmund - Erongo/AiAiba Rock Painting Lodge

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Consti und fahren über die B2 Richtung Erongo Gebirge. Je näher wir dem Gebirge kommen, umso schöner wird die Landschaft.







Auf den D Straßen wird der Verkehr wieder sehr dünn. Allerdings treffen wir den ein oder anderen Fußgänger. Es wird gewunken und man möchte mitgenommen werden. Wir signalisieren dann immer, dass das Auto voll ist, aber reichen dafür dann eine Flasche Wasser aus dem Fenster, die auch immer gerne angenommen





Ich habe mir aus dem Forum den Lageplan zu Christinas Café ausgedruckt. Da es mehr oder weniger vor den Toren der AiAiba Rock Painting Lodge liegt, zu der wir wollen, bietet sich das natürlich an. Direkt vor dem Gate zum Nationalpark, soll Christina ihr Café betreiben.
Als wir dort ankommen suchen wir erst einmal eine ganze Zeit die Zufahrt und fragen dann den Wachmann am Gate. Der kann uns auch nicht weiterhelfen. Zufällig entdecken wir dann doch das Hinweisschild, das links neben dem Tor steht. Warum der Wachmann das nicht weiß, ist uns rätselhaft.
Wir folgen dem Schild und schon ca. 150 m später stehen wir vor Christinas Café oder vor dem was noch übrig ist davon.







Schade, wir hätten gerne Christina kennengelernt und etwas getrunken, um sie zu unterstützen. Wir schauen uns ein wenig um. Es stehen in der Nähe ein paar Hütten und es laufen Ziegen herum, aber kein Mensch ist zu sehen den wir nach dem Verbleib von Christina fragen könnten.
Auf dem „Tresen“ liegen Zettel und Kleingeld. Auf den Zetteln haben einige deutschsprachige Touristen Nachrichten für Christina hinterlassen. Die Zettel sehen nicht mehr ganz neu aus. Wir fragen uns, ob Christina etwas zugestoßen ist. Das Café sieht sehr nett aus oder sah zumindest einmal sehr nett aus. Wirklich schade, dass niemands da ist.
Anmerkung: Im Forum habe ich gelesen, dass es Christina gut geht, sie aber das Café wieder aufgegeben hat, weil sie kein Geld für neue Getränke hatte.
Wir machen noch ein paar Fotos unter anderem von diesem Felsen, der aussieht als würde dort jemand sitzen.



Aber auch andere Felsformationen beeindrucken.



Wir fahren die wenigen Kilometer bis zur AiAiba Lodge. Kurz vor dem Tor sehen wir das Schild zum Living Museum der San. Am Tor werden wir von einer freundlichen Frau empfangen, die per Funkgerät unsere Ankunft in der Lodge meldet.
An der Lapa werden wir mit Tee und feuchten Handtüchern begrüßt. Herrlich. So nett wurden wir noch nirgendwo empfangen.





Vor der Lodge auf dem Rasen grasen auf ihre Ellenbogen gestützt Warzenschweine. Das sieht sehr witzig aus. Die Lapa der Lodge ist sehr tief gezogen und mit Glas verkleidet, so dass sie bei Kälte ganz geschlossen werden kann.













Innen finden sich viele wunderschöne Holzschnitzereien. Die meisten haben ein Preisschild und können käuflich erworben werden. Einer der schönen Elefanten wird auch noch in unseren Kofferraum wandern :cheer: .
















An der Rezeption werden wir auf Deutsch durch den Manager begrüßt. Er fragt, ob wir später einen Lunch wünschen. Er könnte einen Salat oder Toast anbieten. Wir entscheiden uns für den Salat und fragen nach dem Living Museum. Er meint, dass dies jederzeit besucht werden kann und es nur 5 Minuten Fahrzeit entfernt sei. Da wir erst kurz nach 11 haben, entscheiden wir uns für einen sofortigen Besuch nach dem Gepäckausladen und bitten um einen späten Lunch gegen 2.
Wir bekommen die Schlüssel für unsere Zimmer und bekommen den Weg erklärt. Man kann mit dem Auto bis dorthin fahren. Leider wird uns nicht gesagt, dass der Weg sehr eng ist. An einer Stelle steht ein Fels so weit vor an einem Chalet, dass man nur mit Einweiser dort unbeschadet das Auto vorbei fahren kann.
Am Chalet angekommen sind wir restlos begeistert. Immer 2 Zimmer sind unter einem Dach zusammengefasst und haben eine gemeinsame Terrasse. Die Vorliebe für schönes Holz dominiert auch in den Zimmern.









Von der Terrasse können wir weitere Warenschweine beobachten.







Und diesen Besuch bekommen wir auch noch.



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AiAiba Rock Painting Lodge und Living Museum der San

Nachdem wir ausgeladen haben, setzen wir uns kurz noch auf die Terrasse und beobachten ein paar Warzenschweine und einige Flughühner.











Dann steigen wir wieder ins Auto und fahren die kurze Strecke zum Living Museum der San.





Es stehen ein paar Autos und ein kleiner Bus auf dem Parkplatz. Am Eingang zum Living Museum liegt ein Buch aus in dem man die Verschiedenen Aktivitäten, die hier angeboten werden nachlesen kann. Es gibt Bilder dazu und die Preise stehen auch dabei. Da wir ja nicht all zu viel Zeit haben, fallen die Bush Walks leider aus. 2-3 Stunden werden dafür veranschlagt.
Wir stehen eine ganze Zeit hier rum, aber kein San kommt zu uns. Da eine größere Gruppe im Museumsdorf rumstromert, sind wohl alle San beschäftigt. Wir gehen rein und gehen dabei an dem handgefertigten Schmuck vorbei. An einem Holzgestell hängen Ketten und Armbänder. Jedes Schmuckstück hat einen Anhänger auf dem der Preis und der Name des Herstellers steht. Wenn man ein Schmuckstück kauft, dann wird der Preis und der Name in das dicke Buch am Eingang eingetragen. So ist sichergestellt, das jeder San das Geld für seinen Schmuck erhält, wenn dieser verkauft wird.





Auf dem Boden sitzen Frauen und Kinder und behauen Steine. Aus denen werden Perlen gehauen und dann werden diese gelocht. Eine sehr zeitaufwendige Arbeit. Dazu gehen natürlich immer wieder Perlen kaputt. Wie viele Stunden Arbeit wohl in so einer Kette stecken?
Um die San steht eine große Touristengruppe. Wahrscheinlich die mit dem Bus. Alle im perfekten Safarilook, mit beigem Baumwollhemd und Kakihose und natürlich mit Hut. Wir werden etwas gemustert. Ja, so in Jeans und farbigen T-Shirts sind wir ja eindeutig als nicht Safariprofis zu erkennen. ;)
Einige der Touristen knien vor spielenden Kindern und machen mit riesigen Teleobjektiven Nahaufnahmen. Wie das geht ist mir schleierhaft. Was das soll noch viel mehr.
Die Mütter schauen immer wieder dorthin. Ich habe den Eindruck, dass sie nicht wirklich gut finden was da passiert. Mein Empfinden ist auch, dass die Fotografen einfach zu nah sind. Ich kann es nicht beschreiben, aber ich finde die Art und Weise respektlos. Die Touristen sind sprechen deutsch. Ich schäme mich wegen meiner Landsleute.
Zwei der San Frauen ziehen Felle, die sie umhängen haben, über die die nackten Brüste. Es mag Zufall sein, aber ich denke, dass sie sich nicht wohl fühlen. Als ein kleines Mädchen zu seiner Mutter auf den Schoss klettert und gestillt werden möchte, wird die Frau von 3 Fotografen umringt. Die Mutter drückt ihr Kind immer wieder von sich. Als die Kleine nicht aufgibt, nimmt die Mutter sie an die Hand und verlässt mit dem Kind das Museum. Auch hier habe ich wieder den Eindruck, dass die Mutter nicht so bedrängt werden möchte und ihre Privatsphäre verletzt wird. Sie will augenscheinlich nicht beim Stillen fotografiert werden oder zumindest nicht in dieser Art.
Der Guide der Gruppe sitzt am Rand und raucht Selbstgedrehte. Er scheint kein Problem mit dem Verhalten der Fotografen zu haben oder zumindest äußert er sich nicht dazu. Er wirkt sowieso mehr als gelangweilt und desinteressiert.
Die Touristengruppe zieht weiter zu einem alten San, der erklärt wie man Feuer macht.
Ich bleibe noch bei den Schmuckherstellerinnen. Ein kleines Stück daneben sitze ein paar kleinen Jungs und spielen. Mit ein paar Steinen und Holzstücken schieben sie durch den Sand und machen bekannte Geräusche: "Brumm, brumm, brrrrummm." Kleine Jungs sind wohl überall auf der Welt gleich, sogar bei den Bushleuten ist die Autoaffnität schon angeboren :lol:
Ich muss wirklich lachen und die San-Frauen schauen was ich da tue. Ich setzte mich neben die Jungs und versuche per Augenkontakt mit den Frauen abzuschätzen, ob das in Ordnung ist. Nach ein paar Sekunden setzen die ihre Arbeit fort. Ich schaue den Kindern beim Spielen zu. Wie schön es ist, zu sehen, dass ein paar Steine und ein bisschen Holz alles sein können, was die Fantasie zulässt. Ich schaue, was meine Tochter so macht und frage mich, ob sie auch mit ein paar Steinen und ein paar Holzstücken stundenlang spielen könnte. :whistle:
Ich möchte das gerne fotografieren und hebe meine Kamera in Richtung der Frauen und zeige dann auf die Jungs. Die Frauen verstehen und nicken freundlich. Ich mache ein paar Fotos von ihnen und den spielenden Kindern.











Anmerkung: Auch wenn es sich um ein lebendes Museum handelt, bei dem das fotografiert werden mit zum Konzept gehört, kann man das Einverständnis der fotografierten Menschen auf diese Weise erfragen. Kurz die Kamera erheben und fragend gucken, das wird eigentlich überall auf der Welt verstanden. Ich finde das sollte aus Respekt und Höflichkeit selbstverständlich sein. Außerdem kann man ja auch ein wenig sein Gegenüber beobachten und sollte sehen, wenn man eine persönliche Grenze überschreitet. Die Touristengruppe vor uns hat sich in meinen Augen benommen, wie die meisten Zoobesucher und selbst dort ist es für mein Empfinden manchmal nicht angebracht, weil die Tiere regelrecht bedrängt werden.

Die Busgruppe ist mittlerweile (ohne ihren Guide) zum Bushwalk unterwegs und wir sind mit einer weiteren Familie alleine im Dorf. Die junge San, die eben mit ihrem Kind weggegangen ist, kommt auch zurück und setzt sich wieder zu den anderen Frauen.
Der Rest meiner Familie ist mittlerweile auch beim Feuer machen. Ein alter San erklärt in seiner Sprache mit den vielen Klicks (ich glaube sie haben 8 verschiedene Klicklaute) einem jungen San genau was er macht. Der junge San wartet immer bis der ältere eine Pause macht, dann übersetzt er für uns ins Englische. Nachdem der ältere alles erklärt hat, setzt sich der jüngere daneben und macht auch Feuer mit einem Holzstock und Zunder. Ich bin sicher, dass er die Geschichte des alten Mannes schon oft gehört hat, aber er hört aufmerksam zu, sobald dieser ihm etwas sagt. Hier sieht man wie respektvoller Umgang aussieht.











Anschließend wird beim Fallen stellen genauso verfahren. Der alte Mann zeigt und erklärt, der Junge Mann übersetzt und macht es dann selber. Wir erfahren welche unterschiedlichen Fallen für die verschiedenen Tierarten verwendet werden. Einige Beispiele sind im Museumsdorf aufgebaut.
Dann werden Pfeil und Bogen gezeigt und erklärt wie diese hergestellt werden. Die Jagd damit wird demonstriert. Die Pfeilspitzen werden in ein sehr starkes Gift getaucht. Das Gift muss erst in den Blutkreislauf der Jagdbeute eindringen, bevor das Tier daran stirbt. Es konnte sein, dass die San ihre Beute über 20 oder 30 Kilometer verfolgen mussten, bevor das Tier verendetet. Die Bushleute haben die Tiere förmlich gehetzt. Um nicht selber vergiftet zu werden, musste das Tier, nachdem es vom vergifteten Pfeil getroffen wurde, möglichst bald erlegt werden und der Pfeil entfernt werden.



Die beiden San zeigen ihr Können als Bogenschützen. Meine Tochter und mein Vater versuchen auch ihr Glück und schießen nur wenige Meter am Ziel vorbei. ;)
Zum Abschluss unserer Führung bekommen wir einen Tanz vorgeführt, den die San tanzen zum Dank für Regen. Dabei wird gesungen und geklatscht. An den Füßen tragen die Männer Schellenketten aus Schalen, die bei jedem Schritt rasseln. Das hört sich wirklich klasse an. Ich könnte da stundenlang zuhören. Leider ist nach drei Tänzen Schluss.




















Der junge San, der vorher die Übersetzung gemacht hat, begleitet uns zum Ausgang, nachdem wir ihn gefragt haben, wo wir denn den Eintritt bezahlen können. Während mein Mann die Eintrittsgelder bezahlt, suchen meine Tochter und ich noch ein paar schöne Schmuckstücke aus. Diese bezahlen wir dann auch bei dem jungen San. Wir bedanken uns für die interessante Führung und verabschieden uns.
Wir fahren zurück zur Lodge. Dort wartet man schon auf uns, weil der Besuch bei den San, dann doch länger gedauert hat, als beabsichtigt. Wir bekommen unseren Salat serviert und genießen dazu, da ja keine mehr Fahren muss, wahlweise ein kaltes Windhoek Lager oder ein Savanna, das Kind eine Limo. Beim Essen können wir wieder die Warzenschweine beobachten, die ohne scheu direkt vor der Glasscheibe grasen.




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AiAiba und die Felsmalereien

Wir erkundigen uns beim Manager nach den Felsmalereien. Er erklärt und, dass wir dazu vor Sonnenaufgang den ausgeschilderten Weg hinter der Lapa gehen müssten. Warum vor Sonnenaufgang?, fragen wir ihn. Wir bekommen erklärt, dass die Zeichnungen im Sonnenlicht nicht zu sehen sind. Wir sind enttäuscht, weil wir eigentlich noch heute dorthin wollten. Der Manager erzählt uns, dass möglicherweise auch nach Sonnenuntergang genug zu sehen sei. Wenn wir gegen 17.15 Uhr los gingen, dann könnte das auch hinhauen.
Da bis dahin noch ein wenig Zeit ist, gehen wir an den Pool. Dort liegt ein niederländisches Paar. Sie haben den letzten Tag ihrer Flitterwochen. Meine Mutter erzählt sich mit den beiden, während ich ein wenig um die Lodge rumwandere.



An der Rezeption/Bar sitzt ein kleiner hellblonder Junge. Seine Mutter arbeitet hinter der Theke. Die beiden sprechen deutsch miteinander. Ich nehme fälschlicherweise an, dass es Frau und Kind des Managers sind. Da Missverständnis klärt sich kurze Zeit später auf als ein Safarifahrzeug vor der Lodge anhält und ein großer blonder Mann aussteigt, der die Frau mit Kuss begrüßt. Die beiden sprechen Afrikaans miteinander.
Der kleine Junge beobachtet meine Tochter die in der Lapa rumstromert und ihn (heimlich) beobachtet. Wenn sie sich ihre Blicke treffen, dann gucken sie verschämt weg. Ich frage den kleinen Mann ob er hier wohnt. Er sprudelt sofort los und erzählt von seinen drei Brüdern, der Nany und der kleinen Schwester, die noch ein Baby ist. Die Frau hinter der Theke erklärt, dass die "Schwester" das Baby des Kindermädchens sei.
Meine Tochter kommt näher und traut sich auch etwas zu sagen. Der Junge ist 5 Jahre alt und deshalb nicht wie die älteren Brüder im Internat. Die Schule ist 45 km entfernt und das ist zu weit, um jeden Tag dorthin zu fahren.
Die beiden Kinder tauen auf und fangen an sich zu unterhalten. Der kleine fragt, ob meine Tochter mitkommen darf zum spielen. Seine Mutter und ich bejaen, er wird noch ermahnt nicht in den Felsen zu klettern und schon sind die beiden verschwunden.
Wie ich später erfahre, hat der kleine Mann einen eigenen Spielplatz, der nachts des öfteren von Stachelschweinen besucht wird. Deshalb kann man dort Stachelschweinstachel finden. Das ist natürlich super spannend. Als wir unser Kind gegen 5 Uhr suchen, um die Felsmalereien zu besuchen, ist es wenig erfreut, kommt aber dann doch mit.
Hinter der Lapa finden wir den Zugang zum ausgeschilderten Weg. Es geht einen kleinen Pfad die Felsen hoch. Man hat eine schöne Aussicht auf den Ebene vor der Lodge.













Der kleine Pfad führt oberhalb der Lodge vorbei. Von hier oben haben wir eine schöne Aussicht über die Ebene. Immer wieder suchen wir die Felsen ab, aber Felszeichnungen sehen wir keine. Hin und wieder hängt ein Schildchen mit Nummer an den Bäumen oder Sträuchern. Im Zimmer liegt ein Heft aus, in dem für jeder Nummer der Name der Pflanze aufgeführt ist. Leider haben wir das Heft nicht mitgenommen.



Unsere Tochter ist mit Feuereifer dabei. Das Kraxeln macht Spaß, aber vor allem die Suche nach den Zeichnungen der Buschleute. Ob die Sonne das Problem ist oder gibt es hier keine? Wir wandern weiter und sehen unten im Tal einen großen Pavian vorbei huschen.









Die Sonne sinkt tiefer und die Felsen beginnen zu leuchten.








Langsam geht es wieder bergab. Wir kommen an eine Felsspalte und unsere Tochter zeigt aufgeregt auf die Felswand. Sie ruft: "Giraffe!" Tatsächlich. Dort ist eindeutig eine Giraffe an der Wand zu sehen.





Wir schauen genauer. Wir erkennen weitere Zeichnungen. Je tiefer die Sonne steht, desto mehr Zeichnungen werden sichtbar. Man erkennt Jäger mit Pfeil und Bogen, Berge und Antilopen. Es ist sehr spannend die Bilder zu deuten. Faszinierend wie die Buschleute vor langer Zeit mit wenigen Strichen ganze Geschichten erzählten. Die Tiere sind exzellent zu erkennen.





In der Felsspalte gibt es viele Zeichnungen, leider sind viele schon sehr verblast oder durch runter laufendes Wasser verwaschen. Wir nehmen an, dass die Buschleute in der Felsspalte wohnten, denn sie bietet guten Schutz gegen die Witterung und man hat trotzdem eine gute Übersicht.







Wir wandern weiter, weil die Sonne mittlerweile unter gegangen ist und wir nicht wissen wie lange wir noch gehen müssen bis zur Lodge. Wir kommen an weiteren Felsmalereien vorbei. Eindeutig wieder Jäger und ein Elefant.



Wir erreichen eine Fahrspur im Sand und folgen dieser. Es ist schon recht dunkel. Auf dem Weg finden wir Tierspuren. Es ist die Spur des Pavians, den wir vom Berg aus gesehen haben. Wenig später finden wir diesen Gliederfüßler. Leider ist er tot. Es soll der einzige unserer Reise bleiben.



Wir beeilen uns jetzt, denn es wird sehr schnell dunkel und auch kalt. Der Weg führt uns zu dem letzten Häuschen und wir sind bald an unserem wieder angekommen.





Bis zum Essen ist noch etwas Zeit und vertreiben uns die Zeit mit dem Schmökern in den Heften und Büchern, die im Zimmer ausliegen.
Mit Taschenlampen bewaffnet begeben wir uns zum Abendessen. In der Lapa sind Gaswärmestrahler aufgestellt, so dass wir beim Essen nicht frieren müssen. Es mittlerweile draußen echt kalt geworden. Es schmeckt uns allen sehr gut.
Am Nachbartisch sitzt ein Paar, die uns ansprechen, ob wir aus der Nähe von Aachen kämen? Erstaunt bejaen wir. Die beiden sind Aachener und haben uns an der Sprache erkannt. Die Welt ist doch ein Dorf und Aacherner trifft man immer und überall.
Nach dem Essen fragt uns der Manager, ob wir bei den Felszeichnungen erfolgreich waren. Wir bestätigen ihm, dass mit Sonnenuntergang die Zeichnungen sehr gut zu sehen sind.
Von der Terrasse schauen wir uns den unglaublichen Sternhimmel an. Der Manager zeigt uns das Kreuz des Südens und erklärt noch einiges anderes zum südlichen Nachthimmel. Das Gespräch ist sehr interessant und die Zeit vergeht schnell. Gegen 22.00 Uhr gehen wir alle ins Bett und schlafen sehr gut.

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16 Mai 2017 23:26 #475294
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  • Sasa am 12 Apr 2017 16:17
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TAG 13: AiAiba Rock Painting Lodge - Brandberg - Damara Mopane Lodge

Da wir heute keine all zu weite Strecke vor uns haben, gehen wir den Tag gemütlich an. In der Lapa ist das Frühstück aufgebaut. Die Auswahl ist nicht besonders groß und das Müsli hat leider einen leicht ranzigen Geschmack. Dafür ist das Rahmenprogramm klasse.
Ein keiner Vogel kommt in die Lapa geflogen und landet direkt neben meiner Mutter, die gerade am Buffet steht.
(Leider habe ich nur Bilder mit dem Smartphone gemacht ohne Zoom)



Die Mutter des kleinen Mannes von Gestern kommt aus der Küche und füttert den Vogel mit Käse. Sie erzählt uns, dass der Piepmatz jeden morgen kommt und seinen Käse abholt.





Während des Frühstücks kommt der kleine blonde Junge u uns und möchte gerne mit unserer Tochter spielen. Sie will auch gerne und beide ziehen fröhlich ab.

Nach dem Frühstück schaue ich mir die ausgestellten Holzschnitzereien in der Lapa genauer an. Ein Elefant gefällt mir besonders. Den möchte ich gerne kaufen. An der Rezeption bezahlen wir das Abendessen und die Getränke und den Elefanten.
Dann gehen wir in unsere Zimmer und packen. Als wir fertig sind suchen wir die spielenden Kinder. Wie zu erwarten, will unsere Tochter nicht weg. Sie handelt noch eine halbe Stunde Spielzeit raus und wir genießen so lange noch die Aussicht vom Pool in die Ebene.

Als wir dann endlich losfahren wollen fließen wieder Tränen. Unsere Tochter möchte hier bleiben und nicht wieder Auto fahren. Dank „Gregs Tagebuch“ ist die Fahrt dann ja doch erträglich.
Wir machen uns auf den Weg zur Damara Mopane Lodge, wollen aber vorher noch zum Brandberg. Die Landschaft ist wieder einmal faszinieren.



Hin und wieder sehen wir ein paar Tiere, sowohl domestizierte als auch wilde.











An der Straße immer wieder kleine Stände mit Schmuck. Die Frau an diesem Stand winkt uns mit einer leeren Plastikflasche. Wir halten an und geben ihr eine volle Wasserflasche.



An dem Stand kann man auch sehen, dass man mit Flaschen auch noch anderes machen kann als Flüssigkeiten einzufüllen.



Als wir wieder losfahren wollen kommt ein Pick Up angefahren. Auf der Ladefläche mehrere Frauen. Ein Mann steigt aus und schickt zwei der Frauen an den Stand. Er geht zu der bereits dort anwesenden Frau und spricht sie in rauem Tonfalll an. Sie schüttelt den Kopf, er zeigt auf unser Auto und wird noch lauter, sie schüttelt den Kopf und zeigt die Flasche Wasser, daraufhin wird er noch lauter. Er dreht sich zu uns um und zeigt auf den Schmuck, wir schütteln die Köpfe.
Ich denke, dass er Geld von der Frau kassieren wollte und sauer war, dass sie uns keinen Schmuck verkauft hat. Dann raunst er die anderen Frauen an und fährt mit Vollgas los. Der Stand verschwindet in einer Staubwolke.
Irgendwie habe ich den Verdacht, dass die Frauen hier nicht freiwillig stehen und ganz bestimmt nicht auf ihre Rechnung. Mit einem schlechten Gefühl fahren wir weiter.
Wir nähern uns dem Brandberg Nationalpark.





In der T4A Karte sind viele braune Wege eingezeichnet, die sehr interessant aussehen, aber wir sind nicht sicher, ob diese noch zu den im Mietvertrag erlaubten gehören und die Zeiten in der Karte lassen vermuten, dass es sich dort wohl schon eher um schwierigere Passagen handelt. Wir entscheiden uns dagegen.

Wir fahren genau auf diese Felsformation zu





und halten dann an einem Parkplatz. Dort ist der Zugang zur White White Lady. Man darf dort nur eine geführte Tour mit einem NP-Guide hin machen. Die Guides erzählen uns, dass der Aufstieg ca. eine Stunde dauert. Unsere Tochter meutert sofort und in Anbetracht der Zeit (es ist bereits nach Mittag) entscheiden wir uns gegen die White Lady.

Dafür machen wir dort in einem der Picknick Unterständen Mittagsrast. Wir kommen mit einem Schweizer Paar ins Gespräch. Sie haben die letzte Nacht mit Dachcamper auf der Spitzkoppe verbracht und erzählen ganz begeistert wie schön es dort sei. Allerdings erzählen sie auch, dass sie wie die Schneider gefroren hätten. Sie sind mit 2 Dachzelten unterwegs, weil sie beide Platz beim Schlafen brauchen, aber haben wohl diese Nacht zusammen in einem Dachzelt verbracht (schlafen ging nicht gut vor lauter Frieren), um sich gemeinsam zu wärmen. Sie zeigen uns anschließend das doch schon sehr abgenutzte Campingequipment und die viel zu dünnen Schlafsäcke. Sie wollen jetzt nach Korixas und dort im Supermarkt Decken kaufen.
Wir schauen uns noch ein bisschen um und fahren dann Richtung Damara Mopana Lodge. Auf dem Weg sehen wir in weiter Entfernung eine Giraffe und halten an. Je länger wir schauen, um so mehr entdecken wir. Es ist eine kleine Herde, die dort die Blätter von den Bäumen fressen. Es ist immer wieder erstaunlich wie unsichtbar diese riesigen Tiere sein könne, wenn sie an den Bäumen stehen. Immer wenn wir denken, jetzt haben wir alle entdeckt, ruft einer im Auto: „Da noch eine!“



















Nach einiger Zeit fahren wir weiter Richtung Korixas. Ich hätte noch Stunden die Giraffen beobachten können. Die sind so elegant und ruhig und ich weiß jetzt ganz genau woher Spielberg seine Vorlage für die Langhals-Dinos (Brachiosaurier) in Jurassic Park hatte. Die Lodge liegt nah an der Teerpad (M69) in einer großen Ebene. Die Ebene ist erstaunlich grün, weil hier viele Mopanebäume wachsen. Diese Bäume verlieren erst im tiefen Winter (August) ihre Blätter und sind somit für viele Tiere, vor allem die Giraffen, die letzte Futterquelle.
Fortsetzung folgt (sobald mein Netz wieder mehr hergibt :evil: )
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
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Letzte Änderung: 19 Jun 2017 14:20 von Sasa.
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