THEMA: Von Kapstadt bis nach Windhoek durch den Kgalagadi
21 Feb 2016 21:38 #420527
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18. November

Heute morgen verlassen wir in Mata-Mata Südafrika und müssen somit die Grenzformalitäten erledigen, bevor wir über die Grenze können. Unglücklicherweise ist vor uns gerade ein Reisebus mit 20 Personen...
dies geht schon eine Ewigkeit, bis die alle die 2 Stempel in ihren Pässen haben und einzelne haben das Grenzformular falsch ausgefüllt, also müssen sie noch einmal von vorn anfangen.
Vorerst will ein Polizist noch auf der südafrikanischen Seite unser Gepäck sehen und frägt (selbstverständlich zum Spass) ob wir keinen Löwen versteckt hätten... ich antworte prompt: "Doch doch im Photoapparat...." :laugh: Nach dem Tor, kommt ein namibischer Polizist schaut unser Auto an, schreibt irgendetwas auf seine Liste ohne mit uns nur ein Wort zu sprechen. Ich frage ihn, ob wir jetzt ins Büro müssen, oder wie der Ablauf sei. Er reagierte nicht und ich fragte ihn noch einmal....Und siehe da, er musste die Kopfhörer aus den Ohren nehmen, da er Musik hörte, verstand er mich selbstverständlich nicht...... :unsure:
Also gings weiter ins Büro, Zettel ausfüllen und anstehen, eben hinter der Reisegruppe. Endlich kommen wir dran und erhalten unsere Stempel im Pass, nachdem ich alle unsere Destinationen in Namibia angegeben haben.... :(
Es ist doch noch nicht alles, wir müssen noch ins andere Büro, dort müssen wir noch die Strassengebühren für Namibia bezahlen, was uns sehr erstaunte, da uns unsere Reiseveranstalterin versichert hatte, dass alle Grenzgebühren uns sonstige Gebühren zum Voraus bezahlt worden seien....Na ja, wir wollen jetzt endlich nach Namibia und wir bezahlten diese 250 Nam$......
Wir haben uns auch gefragt, was sie mit den zahlreichen Listen machen, in denen wir uns x-Mal genau mit den selben Daten eingetragen haben....aber was soll's so sind sie beschäftigt.... ;)


Endlich geht's weiter und wir sind in Namibia - und unser heutiges Tagesziel ist Keetmanshoop. Diese Strecke ist sehr beeindruckend, wie eine Berg-und Talfahrt über die roten Dünen der Kalahari.










Weiter südlich wird die Strasse ausgebessert, kommt uns auch zu Gute, es rüttelt etwas weniger... ;)


Im Süden von Namibia leben die Karakulschafe. Diese Tiere sind an diese karge Landschaft gewöhnt und an diesem Schafmarkt werden viele hundert Schafe in grossen Lastwagen wegtransportiert.





Wir haben die roten Dünen hinter uns gelassen und die wir nähern uns Keetmanshoop - die Trockenheit hat auch hier ihre Spuren hinterlassen...




...immer wieder beeindruckend...Menschen am Rand der Piste zu Fuss...man weiss nicht woher sie kommen und wohin sie gehen...

Beim Meosaurus Rastplatz machen wir einen kurzen Mittagsrast und werden begrüsst vom Besitzer und während wir unsere Früchte und Brötchen essen erfahren wir eine Menge über diesen Ort und seinen Besitzer... :)
Wir möchten jedoch rechtzeitig in Keetmanshoop sein und verabschieden uns bald wieder von diesem lustigen älteren Herrn, welcher übrigens perfekt deutsch spricht, er hat die deutsche Schule besucht, ist jedoch noch nie in Deutschland gewesen...

In Keetmanshoop haben wir für eine Nacht ein Zimmer im Gessert's-Guesthouse reserviert. Es ist wieder heiss und sind froh, im schattigen Garten des Guesthouse einen kühlen Drink zu erhalten und auch unser Zimmer ist schön kühl. Wir werden nicht nur von der Hausherrin begrüsst, sondern auch mehrmals vom hauseigenen Papagei.. ;)








So eine breite Quartierstrasse gibt es bei uns kaum... ;)

Gegen Abend fahren wir wieder in die Stadt und müssen beim Superspar noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, dass Wichtigste ist wie immer das Trinkwasser. Als wir aus dem Superspar kommen, kommt uns der Besitzer von Meosaurus entgegen... ;) und er hat uns tatsächlich wieder erkannt, obschon wir nur eine halbe Stunde mit ihm am Mittag geplaudert haben...

Wir fahren noch einmal aus der Stadt Richtung den berühmten Köcherbaumwald. Wir sind fasziniert von diesen Bäumen im Abendlicht. Es ist sehr eindrücklich wenn man bedenkt, dass diese Bäume sehr langsam wachsen, zum ersten Mal nach 30 Jahren blühen und bis zu 400 Jahre alt werden. Wir können uns gar nicht satt sehen, jeder Blickwinkel ist wieder auf eine andere Art wunderschön. - Wir sind glücklich, denn es hat ausser uns zwei keine Menschenseele im Köcherbaumwald, was das Fotografieren einfacher macht... ;)













Bevor die Sonne ganz verschwunden ist, fahren wir wieder zurück in die Stadt in unser Guesthouse und machen uns frisch für das Abendessen. Die Dusche ist eine Wohltat, es ist drückend heiss!
Für das Abendessen haben wir uns für's "Schützenhaus" geeinigt. Ein Ort mit viel Geschichte aus der Kolonialzeit...denn vor etwas mehr als 100 Jahren wurde im Schützenhaus ausgiebig gefeiert und getanzt...heute ist es ruhiger geworden, aber gegessen haben wir sehr gut... :)


...sieht etwas anders aus als vor 100 Jahren...
Letzte Änderung: 22 Feb 2016 18:24 von regsal.
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22 Feb 2016 16:17 #420629
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19. November

Unser Frühstück im Gesserts ist sehr liebevoll vorbereitet und die grosse Auswahl von guten Speisen ist richtig lecker. Der Papagei ist auch schon wach und begrüsst uns sehr lautstark.. :)
Der kleine Speisesaal ist zwar etwas überfüllt mit Dekorationsgegenständen aber wir haben eine schöne Aussicht in den nahegelegenen Garten.
Es ist noch früh und trotzdem ist die Temperatur schon bei 30°. Wir verabschieden uns vom Gessert und fahren noch auf das Postamt um Briefmarken zu kaufen. Es ist immer interessant, wenn man mit den Menschen, die an diesem Ort leben, in derselben Warteschlange in einem öffentlichen Amt ansteht. Man fühlt so richtig "every day life".. ;)
Es stehen zwar schon Polizeibeamte zur Sicherheit in jeder Ecke, aber ich habe trotzdem recht viel aus nächster Nähe miterlebt. Zum Beispiel hat eine alte Frau einen beachtlichen Betrag Geld abgehoben. Dieser wird von der Schalterbeamtin einfach in 2 Plastiksäckchen verpackt und die Frau trägt diese so hinaus auf die Strasse. Dazu geht sie ganz gebeugt an einem Stock.... Ich hoffe sehr, dass sie mit dem Geld bis zu ihrem Heim gekommen ist...
Dann komme ich dran und möchte Briefmarken für Europa. Die Schalterbeamtin nimmt eine Schachtel, es könnte auch eine Schuhschachtel gewesen sein, und öffnet diese. Es sind zwar Briefmarken da drin, aber viele Verschiedene durcheinander und es braucht sicher fast eine viertel Stunde bis die Beamtin die richtigen Marken (ich hoffe es waren die richtigen, die Postkarten sind auf jeden Fall angekommen.. ;) ) findet. Nach diesem kurzen "Alltags-Erlebnis" verewige ich noch das "Kaiserliche Postamt" aus der Kolonialzeit in meinem Fotoapparat.



Und schon verlassen wir wieder die Stadt, den heute geht unserer Fahrt 300 km weiter Richtung Süden. Unser Tagesziel ist die Canyon Lodge.





Vorerst auf der B4 Richtung Lüderitz und dann auf die C12 der Bahnlinie entlang, welche Richtung Süden führt.






Die Grundstruktur des namibischen Eisenbahnnetzes stammt aus der Zeit, als das Land als Deutsch-Südwestafrika eine Kolonie des Deutschen Reichs war. Bewundernswert, was in mühseliger Arbeit, mit den damaligen geringen technischen Möglichkeiten trotzdem gebaut wurde. Die Züge fahren jedoch nicht im Stundentakt wie bei uns - nicht einmal jeden Tag fährt hier ein Zug in den Süden. Auf Anfrage erhielten wir die Antwort, man weiss es nicht genau..., manchmal fährt ein Zug pro Woche....,na ja, schliesslich sind wir in Afrika....- wie wahr ist doch das afrikanische Sprichwort -
der Afrikaner hat die Zeit...der Europäer hat die Uhr... ;)

Südlich von Seeheim ist der Naute Staudamm - dieser Stausee versorgt Keetmanshoop mit Trinkwasser. Das Wasser wird auch benutzt zur Bewässerung der riesigen Dattelplantagen in der Nähe des Stausees. Diese grünen Plantagen sind wie Oasen in dieser sehr trockenen wüstenartigen Gegend.







Auf unserer Route in den Süden machen wir auch weniger schöne Begegnungen....



Bald einmal biegen wir ab auf die D601 Richtung Canyon Road House und kommen schon am frühen Nachmittag in der Canyon Lodge an.
Auch da werden wir herzlich empfangen und wir sind von dieser Lodge umgeben von riesigen Steinhaufen fasziniert.





Die gepflegten Grünflächen um die Steinhäuschen wirken fast unwirklich, sie werden jedoch rege benutzt von den Oryx und den wilden Hasen, was wir aufgrund der vielen kleinen braunen "Kügelchen" vermuten... ;)
Wir können unser Häuschen gleich beziehen, richtig rustikal aber gut eingerichtet.




Das Hauptgebäude ist eine ehemalige Farm ebenfalls aus der Kolonialzeit. Die Geschichte der beiden Brüder, welche in dieser abgelegenen, trockenen Gegend diese Farm mit viel Herzblut aufgebaut haben und anschliessend vertrieben wurden, hat uns sehr beeindruckt.







Im Innern des Gebäudes ist die Vergangenheit spürbar, überall trifft man auf zurückgebliebene Gegenstände aus der Zeit des Farmbetriebes der beiden Brüder.









Etwas abgelegen ist der Swimmingpool, aber sehr speziell angelegt, mit Sicht auf die unendliche Halbwüste.




Wir machen es uns gemütlich, geniessen die hausgemachten Cookies zu einem Rooibos-Tee auf der Terrasse. Am späteren Nachmittag kommt ein starker, recht kühler Wind auf. Etwas ungewöhnlich in dieser Gegend und dieser Jahreszeit. Eigentlich ist es sehr heiss zu diesem Zeitpunkt des Jahres.
Trotz des kühlen Windes steigen wir mit Antonio (Restaurant-Angestellter) auf den Hausberg für den obligaten Sundowner. Wir sind nur zu dritt und haben so Gelegenheit weitere interessante Informationen über die Lodge, die Gegend, die Arbeitsbedingungen der Lodge-Angestellten und vieles mehr zu erfahren






Die Sundowner-Bar ist tip-top eingerichtet. Sogar ein Kühlschrank wurde auf diesen Felsbrocken-Hügel transportiert. Antonio erzählt uns, dass er den Kühlschrank mit einem Kollegen auf den Berg transportiert habe.. :)



Trotz starkem Wind erleben wir einmal mehr einen traumhaften Sonnenuntergang hinter dem Fishriver Canyon und wir freuen uns auf den morgigen Ausflug dorthin.





Das Nachtessen ist in Buffet-Form, eine grosse Auswahl und alles ist sehr köstlich. Der Wind hat die Temperatur recht abgekühlt und wir brauchen keine Klimaanlage in unserem Steinhäuschen zum Schlafen.
Letzte Änderung: 22 Feb 2016 22:46 von regsal.
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22 Feb 2016 21:43 #420674
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20. November

Der Wind hat sich zum Glück über Nacht etwas beruhigt und gestärkt nach dem leckeren Frühstücksbuffet fahren wir los, Richtung Fish River Canyon.



Bald haben wir den Hauptaussichtspunkt erreicht und staunen über dieses Naturwunder. Es hat sehr wenig Touristen und wir können ungestört aus allen Blickwinkeln die Eindrücke mit unsern Fotoapparate festhalten.


















Wir fahren von einem Aussichtspunkt zum andern und staunen jedesmal von Neuem. Der letzten 12 km am Canyon entlang, können nur mit einem 4x4 Auto befahren werden. Da ist die Fahrkunst des Chauffeurs gefragt, aber er meistert das ganz gut... ;)

Wir sehen auch etliche verdorrte Köcherbäume, ein trauriger Anblick. :( Wie wir erfahren konnten, wurde dies am letzten Klimagipfel thematisiert und mit der Stufe rot festgehalten. Man nimmt an, dass es mit der andauernden extremen Trockenheit der letzten Jahren zusammenhängt.
Es ist unterdessen schon Nachmittag geworden und das Licht im Canyon hat sich verändert, wir können uns fast nicht von diesen Formen und Farben trennen.









Auch wenn man zu dieser Jahreszeit nicht in den Canyon runter darf, aufgrund der grossen Hitze (50°), lohnt es sich doch zum Canyon zu fahren und er war für mich mindestens ebenbürtig eindrücklich wie sein grosser Bruder, der Gran Canyon in den USA.



Wir kommen erst am späten Nachmittag wieder zurück in die Canyon Lodge. Der Wind ist wieder stark und kühl ,so dass ich zum Nachtessen heute eine Jacke anziehen musste. Auch hier spielt die Natur etwas verrückt. Dieser Wind käme vom kalten Benguela-Strom, daher die kühle Temperatur.
Begeistert von unserem Ausflug in den Fish River Canyon gönnen wir uns nach dem Nachtessen noch ein, oder waren es zwei... ;) Amarula an der Bar und tauschen mit einem anderen Paar unsere Reiseerlebnisse aus.
Rundum zufrieden legen wir uns schlafen und nehmen unsere Eindrücke ins Traumland mit.
Letzte Änderung: 23 Feb 2016 20:11 von regsal.
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22 Feb 2016 22:39 #420677
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21. November

Es hat die ganze Nacht stark gewindet und beim Frühstück brannte sogar das Chemiée-Feuer im Speisesaal weil es sonst zu kalt wäre.... :(
Das ist für uns sehr ungewohnt im südlichen Namibia.
Als wir heute morgen zum Fenster raus schauten in unserem Steinhäuschen, graste seelenruhig ein Oryx vor unserer Haustür, wir hätten ihn fast berühren können...
Es heisst schon wieder Abschied nehmen und alles zusammenpacken, es geht heute wieder Richtung Nord-Westen, nach Klein Aus Vista.


Heute übernehme ich das Steuer (Frau)...Mann hat gestern abend wohl etwas zuviel vom Springbock-Fleisch vom Buffet geholt... ;) und hat jetzt einen etwas unruhigen Magen....
Aber das ist kein Problem für Frau... ich fahre auch ganz gern mit unserem Toyota, er läuft nämlich prima und auch die Reifen sind noch top in Form.



Beim Canyon Roadhouse machen wir noch einen kurzen Halt und begutachten die zur Schau gestellten alten Fahrzeuge - auch Erinnerungen an die Kolonialzeit...









Auf der B4 geht es dann zügig weiter westlich Richtung Aus.



Kurz nach Aus verlassen wir die B4, überqueren die Bahnlinie und wir sind in der Desert Horse Inn Lodge angekommen. (Wir haben sie Ferrari-Lodge genannt.. ;) )



Die leuchtend rötlichen Bungalows sind wunderschön und sehr gut eingerichtet. Wir sind sofort überzeugt, dass wir für unsere 2 Nächte eine tolle Unterkunft gewählt haben.







Wir machen es uns richtig gemütlich und die "Springbock-Magenverstimmung" von heute morgen hat sich bald wieder beruhigt an diesem schönen Ort. ;)
Auf der Terrasse unseres Bungalows geniessen wir den Rest des Nachmittags, und lernen unsere Bungalow-Nachbarn kennen, ein belgisches Ehepaar. Sie haben weniger Glück als wir mit den Autoreifen. Sie hatten schon 2 Reifenpannen, weil die Reifen schon bei der Übernahme in einem schlechten Zustand waren, und sie müssen heute noch in eine Garage, weil sie kein fahrtüchtiges Reserverad mehr haben :( .
Es zeigt sich hier einmal mehr, es lohnt sich bei der Übernahme des Autos, die Reifen genau anzuschauen und wenn nötig ein Reifenwechsel verlangen.



Auch das Restaurant ist speziell, gebaut auf der Anhöhe und man hat eine wunderbare Aussicht auf die Umgebung. Das Abendessen ist köstlich und das Personal sehr freundlich.





Bald nach Sonnenuntergang gehen auch wir schlafen, wir wollen morgen früh Richtung Lüderitz und Kolmannskuppe fahren.

Letzte Änderung: 03 Mär 2016 22:13 von regsal.
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23 Feb 2016 21:34 #420868
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22. November

Heute geht's von Aus Richtung Lüderitz an der Küste. Bald ist rechts und links der Strasse nur noch Sand. Der Wind bläst auch heute wieder, was zu kleineren Sandstürmen auf der Strecke führt.



Auch in der Geisterstadt Kolmannskuppe bläst heute ein kühler Wind wieder sehr stark und wir müssen uns warm anziehen, obschon wir in der Wüste sind.





Obschon der Sand in diesen verlassenen Häuser die Herrschaft übernommen hat, ist immer noch erkennbar, wie herrschaftlich und fortschrittlich diese Häuser gebaut wurden. Im Krankenhaus war damals der erste Röntgenapparat Südafrikas - nicht um Knochenbrüche zu diagnostizieren, sondern um den Diamantenschmuggel zu verhindern.... ;)















Wir schliessen uns keiner Gruppe an um eine Führung durch die Häuser zu machen.
Da wir kurz nach der Öffnung in Kolmannskuppe waren, konnten wir so unsere Fotos ohne "Hintergrund-Touristen" knipsen :)
Wir versuchten uns in diese glorreiche Diamantenzeit zurück zu versetzen....es musste schon sehr aufregend gewesen sein, Mitten in der Wüste luxuriös zu leben.
Irgendwie unrealistisch und doch zeigt diese "Geisterstadt", was mit Reichtum alles möglich gemacht werden kann - dies macht uns trotzdem etwas nachdenklich, während wir Richtung Lüderitz fahren



Auch in der Hafenstadt Lüderitz erinnern viele Gebäude an die Kolonialzeit. Wir versuchen uns bei einem Drink im Kaffeehaus der "Woermann-Linie" den regen Betrieb am Hafen vorzustellen, als Schiffe die verschiedensten Güter aus Europa hierher brachten.















Bevor wir wieder ins Landesinnere zurückfahren machen wir noch ein Abstecher zum Diaz Point an der Spitze der Lüderitzerbucht. Der Pad führt am Sperrgebiet entlang durch eine karge, wüstenhafte Landschaft, wir haben das Gefühl wir fahren in Mitten von Nichts...



Von Weitem erblicken wir den Leuchtturm und das stürmische Meer. Der Steg zum Diaz Point ist unpassierbar, er hat einem Sturm nicht standgehalten.







Der Wind ist so stark, dass ich kaum die Autotüre öffnen kann und ich muss mich richtig gegen den Wind stemmen, dass ich nicht umgeblasen werde...



Auf dem Rückweg nach Klein Aus haben wir das Glück ein Teil der namibischen Wildpferde zu beobachten. Die Tränke und der Unterstand für Beobachtungen ist in der Nähe von Garub und es wird noch heute gerätselt, ob die Pferde von den deutschen Schutztruppen zurückgeblieben sind, oder ob es sich um Nachfahren der Zucht von Hans Heinrich von Wolf vom Schloss Duwisib handelt. Wir staunen, dass diese Pferde in dieser Wüste überleben können.














Nach einem weiteren kurzen Stop am südlichen Rande der riesigen Namibwüste fahren wir zurück und es wartet auch heute ein sehr geschmackvolles und vielseitiges Buffet zum Abendessen auf uns.
Etwas müde aber glücklich über diesen erlebnisreichen Tag ziehen wir uns frühzeitig zurück in unseren Bungalow und träumen von Sandstürmen, Diamanten, Seefahrern und wilden Pferden... ;)
Letzte Änderung: 23 Feb 2016 23:32 von regsal.
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24 Feb 2016 12:26 #420946
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23. November

Nach dieser "erholsamen" Nacht geniessen wir beim Frühstück noch einmal die schöne Aussicht vom Restaurant. Wir wären gerne noch länger hiergeblieben, aber unsere geplante Reise geht heute weiter in die Tiras-Berge. Wir beneiden alle Formis, die den Zeitdruck nicht haben und einfach weiterreisen können, wenn sie Lust haben. Dies geht natürlich nur, wenn die Übernachtungen nicht vorgebucht werden müssen. Wenn man noch berufstätig ist und halt "nur" 3 Wochen Ferien beziehen kann, ist Vorprogrammieren einer Route zwingend. Die Möglichkeit einmal unbeschwert und ohne Zeitdruck ins südliche Afrika zu reisen, wird wohl für uns erst in einigen Jahren in Frage kommen.... ist ja auch schön, Zukunftsträume zu haben... ;)

So packen wir unsere 7 Sachen wieder in unseren Toyota und nehmen Kurs Richtung Helmeringhausen bevor wir auf die so umschwärmte D707 abbiegen.



Wir haben zwar schon viele Berichte darüber gelesen und Bilder gesehen, aber diese Strecke selber zu fahren ist ein unvergessliches Erlebnis!!!
Auf diesem Pad, am Rande der Namib sind wir einfach sprachlos :) . Diese unendlichen Weiten in den Farbtönen von orange - rot - gelb bis braun sind einfach traumhaft!! Diese Eindrücke können in keinem Fotoapparat verpackt werden.. ;) - und es ist für uns ein Geschenk, dass wir dies mit unseren Augen und Herzen sehen dürfen, denn die Gefühle, die wir in solchen Momenten empfinden erinnert mich an das Zitat vom kleinen Prinz - „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Selbstverständlich haben wir trotzdem Bilder gemacht..... :)









Leider hatten wir nicht die genaue Beschreibung der Route zur Fest Inn Fels-Lodge und haben vorerst die Namtib-Farm angesteuert... :dry: Dann hiess es halt wieder zurück auf die D707 und noch ca. 50 km weiter fahren...




Obschon wir ja nahe an der Namib sind, ist die Trockenheit in dieser Region extrem, es gibt nicht einmal mehr dürres Steppengras. Alles schreit fast nach Wasser. Da überleben nur noch die Oryx..





Und endlich sehen wir die Fest Inn Fels Lodge, total harmonisch in die Felsen integriert, der Name ist genau treffend. Die Nachmittagshitze ist hier noch ausgeprägter, da die Felsen die Hitze speichern.


Unser Bungalow ist ebenfalls integriert in die Felsenlandschaft eingebaut, nicht nur in der Form, sogar im Inneren ist die Einrichtung auf die Felsen abgestimmt, was eine riesige Herausforderung beim Bau gewesen sein muss. - Wirklich traumhaft und ausser dem Wind ist hier totale Stille - ein Ort mehr, wo man der Natur hautnah spüren kann.







vor dem Bungalow hat es eine kleine Terrasse mit Tisch und Bank und die Aussicht ist einfach phantastisch.





Nur ein paar neugierigen Klippschleifer und 2 Klippspringer bringen noch etwas Bewegung in diesen Nachmittag der Stille.





Das Nachtessen wird im Hauptgebäude serviert. Auch dieses Gebäude und vor allem das Restaurant ist auch ein Kunstwerk, von der Konstruktion her. Der ovale Bau mit den grossen Fenstern gibt einem das Gefühl in einem 3D-Kino zu sitzen ;)





Das Essen ist auch hier ein Genuss und die Bedienung ist sehr herzlich. Leider ist der Besitzer im Moment in Deutschland. Wir hätten ihn gerne kennengelernt, um von ihm etwas mehr über die Idee eine solche spezielle Lodge zu bauen zu erfahren. - Vielleicht wird dies bei einer nächsten Reise nach Namibia möglich sein.
Gut genährt und rundum zufrieden legen wir uns bald zum Schlafen. Leider sind wir nur eine Nacht an diesem schönen Ort, wir würden sehr gern die Umgebung bei einer Wanderung erkunden...
Letzte Änderung: 03 Mär 2016 22:46 von regsal.
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