Brauchen wir ein 4x4 im Februar?

13 Antworten · 6’525 Aufrufe · gestartet 17. Juni 2005 von Gast
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ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Hallo!

Ich weiß, diese Frage wurde schon so oft gestellt. Aber ich möchte noch mal eure Meinung holen, bevor ich mich endgültig die Buchung bestätige.

Also ich und meine Frau werden im Februar 2006 zum ersten Mal nach Namibia. Da wir nur die „klassische“ Route machen, hatten wir (mit der know-how von diesem Forum 🙂 ) uns für einen Toyota Condor (oder eben einen VW Sharan, da der Condor nicht mehr angeboten wird) entschieden. In dem Reisebüro hat man aber gemeint, wir brauchen unbedingt ein 4x4, da der Februar die Hauptregenzeit ist. Laut Reisebüro geht es nicht (nur) um die Überqueren der Flüsse (wo ein 4x4 vielleicht auch nicht hilft), sondern einfach weil die Straßen nach dem Regen so schlammig werden können, dass normale PKWs stecken bleiben.

Also brauchen wir ein 4x4 oder nicht? Ich weiss, unbedingt braucht man nichts, aber anders ausgedrückt: haben wir entscheidend mehr Flexibilität mit einem 4x4? Wir sind jetzt ziemlich unsicher... Was sagen die Namibia-Experte in diesem Forum dazu?

Vielen Dank im Voraus für eure Antworten!

Minh
ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Ich war in den letzten Jahren (außer dieses Jahr) im Februar immer in Namibia. Ich hatte 2000 einenn Audi 100, in den Jahren 2001 bis 2003 einen Ford Sierra und 2004 einen VW Bus. Natürlich konnte ich damit nicht überall hin fahren. Das ist ohne Allradantrieb in Namibia nun mal so. Aber die normalen Hauptstraßen sind damit gut befahrbar, Natürlich kann es nach heftigen Regnfällen vorkommen, dass an einigen Stellen die Straße beschädigt ist. Solche Stellen werden aber meist sehr schnell wieder in Ordnung gebracht. Die Farmpads und Nebenstrecken können nach Regenfällen aber sehr schwierig sein. Ein normaler Tourist braucht meiner Meinung nach keinen 4x4 bei seinem ersten Namibiabesuch. Auch nicht im Februar. Aber man fährt im 4x4 meist deutlich bequemer (und teurer).
ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Lieber Gast,

ich kann auch für die Normal - Routen und die Anfahrten zu vielen Gästefarmen im Februar nur eindeutig zur Miete eines 4x4 raten !

Straßen können nach heftigen Regenfällen sehr verschlammt, ausgespült oder teilweise überflutet sein. Mit einem normalen PKW hat man einfach Streß, wenn man dann unterwegs ist. Ich selbst habe im Januar und Februar oft Touren im Lande gemacht und gesehen, wie "kaputt" so mancher PKW - Reisender seine Unterkunft, z. T. auf Umwegen oder halt gehandicapt erreicht hat. Neben der praktischen Bewältigung von schlechten Strecken hat man einfach ein besseres, sicheres Reise - Gefühl.

Die Reparatur so mancher Überflutungsschäden kann bei weiträumigen Niederschlägen durchaus einige Zeit dauern, und das durchaus auf relativ häufig befahrenen Strecken.
ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
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ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Ich bin bis auf ein einziges Mal immer auf den normalen "Reisebürorouten" 😄 mit einem PKW unterwegs gewesen (Hyundai/Toyota/Mazda) und ich habe es jedes Mal wieder VERFLUCHT, das Geld für ein "höheres" Fahrzeug gespart zu haben. 1x habe ich in einen VW Bus umtauschen können in Swakopmund, vergangenes Jahr war kein anderes Fahrzeug zu bekommen. Es war jedes Mal Februar/März. Die Durchfahrt eines Reviers kann mit einem normalen PKW schon recht schweisstreibend sein, ich bin einmal von der Farm Landsberg in den Tirasbergen im tiefen Sand steckengeblieben und einmal auf der Zufahrt nach Twyfelfontein im breiten Flussbett. 1999 ist nach starken Regenfällen ein Toyota Corolla im Flussbett (wasserführend) auf der Zufahrt nach Okonjima steckengeblieben........
Ich rate daher auch meinen Kunden dazu, ein "höheres Fahrzeug" zu nehmen, z.B. den Toyota Hilux RAISED BODY, der 2x4 hat, aber ansonsten die Karosserie wie das gleiche Allradmodell.
Der Toyota Condor wird ja nicht mehr hergestellt und durch den VW Sharan ersetzt, der aber bei weitem nicht die Bodenfreiheit hat !
ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Hallo Minh,
ich glaube, Du hattest Dir die Antworten etwas eindeutiger vorgestellt. Aber genau wie diese Antworten, so ist auch die Situation - uneinheitlich. Wir sind seit über 20 Jahren im südlichen Afrika unterwegs - zu jeder Jahreszeit und immer ohne 4x4; dabei 2x so steckengeblieben, dass wir ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskamen. Und wir werden jetzt wieder ohne 4x4 fahren. An anderer Stelle hat hier mal einer etwas sehr Kluges gesagt: wenn man stecken bleibt, liegt es zumeist am Fahrer - nicht am Auto. In einem Punkt aber sind sich wohl alle einig: ein möglichst hohes Fahrzeug mieten - wegen der größeren Bodenfreiheit und der besseren Übersicht. Ich bin daher kreuz unglücklich, dass es den Condor nicht mehr gibt; der war wirklich DAS Namibia-Fahrzeug. Beim Sharan dagegen habe ich allergrößte Bedenken - zu wenig Bodenfreiheit und dann die Reparaturanfälligkeit ( in diesem Punkt Spitzenreiter in Deutschland - noch vor den Fiats und Citroens ). Klar - wieder mal ein bloßes Vorurteil, aber woran soll ich meine Entscheidung sonst ausrichten, wenn es noch keine Namibia-Erfahrungen mit diesem Auto gibt. Ich zumindest lege keinen Wert darauf, in diesem Punkt "Versuchskaninchen" zu sein.
Gruß Joli
ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Hallo! Zuerst vielen Dank für die Feedbacks! Die Antwort auf meine Frage ist also wie erwartet wieder ein klares „Jein“ 🙂.

So viel ich sehe, ist ein 4x4 im Februar zumindest sehr zu empfehlend (besonders jetzt, wenn ein Condor nicht mehr zu haben ist). Was diese Tatsache aber wieder relativiert sind eure Nebenbemerkungen wie „ohne Training und Erfahrung hilft der alleinige Besitz eines 4x4 auch nicht viel ..“ oder „wenn man stecken bleibt, liegt es zumeist am Fahrer..“. Ich habe noch nie ein 4x4 gefahren. Bringt mir ein 4x4 hier rein gar nichts? Ist die Chance, steckenzubleiben bei mir genau so groß wie mit einem normalem PKW? Lohnt sich ein 4x4 bei mir überhaupt?

Noch kurz zu meiner Reiseplanung: ich weiß nicht, wie eine Reisebüro-Route ausschaut. Ich reise immer independent, buche also nur Flug und Mitwagen von Reisebüro. Die Route steht bei mir nie 100% fest. In meiner ersten Namibia-Reise (3-4 Wochen) werde ich aber wahrscheinlich nur die „klassische“ Stationen machen: Winhoek, Keetmanshoop, Fish River caynon, Luderitz, Sossusvlei, Swakopmund, Spitzkoppe, Etosha etc. Also kein Kaokoveld, Caprivi etc. Gruß, Minh
ThemenstarterGast17. Juni 2005 ·
Hallo Minh,
voraus ein Kompliment - es traut sich nicht jeder, offen zuzugeben, dass er von 4x4 keine Ahnung hat. Wenn ich mal unterstellen darf, dass Du genauso 4x4-talentiert bist wie ich, dann lohnt sich 4x4 nicht ( ich habe mal einen 4x4 Landy im Sossusvlei festgefahren - bis ihn ein Einheimischer mit mitleidigem Lächeln ratz-fatz wieder frei hatte ). Inzwischen gibt es sogar eine 4x4-Fahrschule in der Nähe von Solitär. Bestimmt eine gute Idee - für Leute mit seeeehr viel Zeit. Deine geplante Route ist wirklich ohne 4x4 zu machen - es sei denn, Du bringst Dich selbst in Situationen, die Allrad erforderlich machen. Es ist eine Standard-Route, wo Du immer jemanden triffst, der die konkreten Rat oder Hilfe geben kann.
Gruß Joli
ThemenstarterGast18. Juni 2005 ·
Ich habe schon erlebt, dass Leute mit einem Quad in ebenem Gelände im Sand stecken geblieben sind. Einmal sogar, als so jemand in einer Gruppe hinter dem Führer und einigen anderen her gefahren ist. Sowas ist keine Schande. Aber diesen Leuten nützt ein 4x4 gar nichts. Auch Aussagen, wie "da braucht man 4x4" oder "das geht auch ohne 4x4" sind bei solchen Leuten nicht hilfreich. Ich habe mit meinem Audi 100 mal einen festgefahrenen Landrover aus dem Sand gezogen, weil der Fahrer sich nicht getraut hat mich ans Steuer zu lassen. Er sagte, er hätte bei der Anmietung unterschrieben, dass nur er selbst fährt. Wichtig ist, dass man als Fahrer erkennen kann ob man da, wo man durch will, durch fahren kann. Und zwar bevor man hineinfährt. Das ist bei 4x4 genau wie bei 2x4. Im Zweifelsfall fahre ich nicht! Ich habe auch schon gewartet, bis 4x4 Fahrzeuge kommen, und gebeten mir zu helfen, falls ich stecken bleibe. Bisher bin ich dann nie stecken geblieben, aber das war natürlich Glück. Bei gleichem Fahrvermögen kommt man natürlich mit einem geländefähigen 4x4 an Stellen problemlos durch, wo mit 2x4 oft nichts mehr geht. Aber wichtig ist nicht, ob man durch kommt, sondern ob man vorher einschätzen kann ob man durch kommt. Wenn's nicht geht kann man ja eine andere Strecke nehmen. Wer im Urlaub nicht genug Zeit hat um einen Umweg von ein paar Stunden zu fahren, der macht eh was falsch, finde ich.

Auf den normalen Touristenstrecken ist ein 4x4 meiner Meinung (und Erfahrung) nach nur aus Komfort- und/oder Prestigegründen sinnvoll. Jedenfalls solange man auf diesen Stecken auch wie ein normaler Tourist reist. Wer z.B. einen Anhänger ziehen will, sollte abseits der Teer- und Salzpads immer mit 4x4 fahren.
ThemenstarterGast18. Juni 2005 ·
Hallo,

zur dieser Reisezeit würde ich rein aus Sicherheits-Aspekten einem 4x4 tendieren, man will sich ja in seiner Reise nicht einschränken lassen in dem man evtl. Umwege machen muß !

Letztlich ist es Eure Endscheidung, entweder die sichere Variante oder könnte ja gut gehen ?

🙄 Gruß
anddor
ThemenstarterGast20. Juni 2005 ·
Hallo
4x4-Fahren auf den normalen Pads ist keine Hexerei, lieber Joli. Das kann jeder und jede. Im Sand sieht es sicher etwas anders aus, hier braucht es etwas mehr Übung. Es kann auch niemand bestreiten, dass vier angetriebene Räder auf nicht fester Unterlage besser sind als 2. Also im Zweifelsfall lieber 4x4! Gruss, Thomas
ThemenstarterGast20. Juni 2005 ·
Beitrag auf Verlangen des Users gelöscht
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
Vielen Dank für die rege Feedback! Wir tendieren jetzt auch zu einem 4x4. Allein deswegen, weil wir unter PKWs keinen echten Alternativen zu dem Condor sehen.

Wir freuen uns schon riesig auf die erste Namibia-Reise! Wir waren schon auf fast allen Kontinenten mit Rucksack unterwegs. Aber noch nie so "abenteuerlich" mit 4x4 und Camping wie dies mal 😉

liebe Grüße,

Minh
ThemenstarterGast23. Juni 2005 ·
Hi aus München,
nun muß ich mich auch mal outen.
Ich bin bisher bis auf einmal immer 4x4 gefahren. Ich hatte dabei einmal einen Wagen mit elektr. Zuschaltung des 4x4, was sehr hübsch war. Im Jahr darauf fuhr ich wieder Toyo, die schlimmen Strecken am Kunene, im Kaokeveld usw. Jedesmal stellte ich im Auto auf 4x4, hab aber die Fronträder nie "gelockt", weil ich es vom Jahr zuvor so gewöhnt war 😳 .
Im Endeffekt fuhr ich also 2x4 ( oder 2,5x4 😄 ).
Auch die Einheimischen Bakkies sind meist nur 2x4 Fahrzeuge.
Es liegt also viel am Fahrer und an der Übung.
Für die Standards gibt es doch wohl auch 2x4 Cabs denke ich, die solten etwas billiger sein.

Axel
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