polluxThemenstarter1’718 Beiträge · seit 200728. Nov. 2025 ·
Wir waren zwischen 1992 und 2015 regelmäßig als Camper in Botswana. Letztes Jahr haben wir unseren Hilux verkauft und machen seitdem Selfcatering und Lodges/Farmen. Die Idee war, nach 10 Jahren Botswana-Pause mal die „Green Season“ mit reduzierten Preisen für Auto und Lodges zu nutzen. Die einzige etwas falsche Annahme war der Beginn der Regenzeit. Diese begann heuer in Namibia und Botswana ungewöhnlich früh schon in der zweiten Oktoberhälfte. Das hatte einige Konsequenzen bzgl. der Pisten. Trotzdem hatten wir letztlich Glück, bis auf 1 ½ verregnete Tage Moremi. Als Auto hatten wir einen Hilux DC 4x4 von Gondwana mit Engel Fridge (im Preis dabei).
„Bell Frog Inn“ am Boro Nähe Maun: Nur wenige km vom Buffalo Fence entfernt. Buchbar über Airbnb. Der Boro fließt direkt vorbei. Betrieben von Mauri, einem Finnen, der schon lange in Botswana lebt. Hauptbetätigung ist Gemüse- und Salatanbau für Lodges. Einfache Zelte mit Communal Ablutions, man sollte keine großen Ansprüche an diese haben. Tolles Vogelleben. Echt gutes Essen, super Pizza und gefüllte Fladen. Wir haben diese Unterkunft benutzt, weil direkt von da ab ein ganztägiger Mokoroausflug auf dem Boro möglich war (145 USD pp) und ein Hubschrauberflug vom Gelände (295 USD pp für 30 Min). Beide Aktivitäten waren gut. Die Zufahrt geht in T4A nur bis zum Boro Village, aber ab da gibt es Schilder.
„Pel’s Island Camp“: 25 km vom Abzweig Mochaba Crossing südlich von Shorobe. Neue Anlage mit vier großen, luxuriösen Selfcatering Häusern an einer großen Lagune mit Hippos. Im Haus bleiben keine Wünsche offen. Aber nicht billig mit 250 USD ppn. Im Preis dabei ist eine Mokoro Tour von der Lodge aus und Abholung am Ziel. 25 km abenteuerliche Zufahrt über mehrere Knüppeldammbrücken. Ist zwar außerhalb des Buffalo Fence, aber es gibt ganz viele Elefantenspuren und Giraffen und Antilopen. Nur der Anfang der Piste ist in T4A. Man könnte sich ab Mochaba Crossing vom Manager begleiten lassen.
Khwai Gebiet: Wir haben uns zwei hochpreisige Lodges des Veranstalters Natural Selection ausgesucht, weil die mit eigenem 4x4 erreichbar sind, so spart man sich wenigstens die Flugkosten (die meisten fliegen natürlich ein), Preiskategorie 750 € ppn. Elephant Pan im Mopanewald nördlich der Transit Route und Little Sable an der Mbudi Floodplain weit westlich von Khwai Village. Beides in der Khwai Private Reserve, ohne Selbstfahrer wie am Khwai oder Moremi. Hochqualifizierte Guides, und wir waren oft alleine beim Drive. Exzellente Sichtungen von Elefanten, Löwen, Leopard und natürlich Vögel (mehrfach Hornraben), unser Hauptziel.
Allerdings begann hier das Fahrabenteuer. Ab dem Vet Gate hinter Shorobe wurde der Himmel immer grauer, und es begann ein Landregen. Pfützen ohne Ende, die bei der Transit Road dann in große Wasserlöcher umschlugen („you could drown a cow“). Die Transit Road ab Mababe nach Khwai ist schon trocken völlig kaputt und müsste dringend neu gemacht werden. Jetzt bestand sie nur noch aus Wasserlöchern alle Hundert Meter, mit Wasser bis zur Motorhaube. Aber oh Wunder, an den Lodges und im Safarigebiet hatte es kaum geregnet, und das blieb auch so für die 2+2 Tage in der Konzession (Inzwischen hat es im Delta noch viel mehr neu geregnet).
„Dagha Boys“ Selfcatering Haus in Khwai Village: Ein Haus in Alleinlage direkt am Khwai mit Blick auf Moremi. 220 € pn, aber das ist wegen der Lage seinen Preis wert. Buchung via booking.com. Einmal ein Rudel Wildhunde gegenüber und Hippos beim Grasen. Wir waren drei Tage da und machten zwei Drives am Khwai bis zu den Maghoto Campsites (die haben jetzt Ablution Häuschen). Leider gibt es in dem Gebiet unschöne Entwicklungen. Direkt beim Hippo Pool in der Nähe der Stelle, wo der Mbudi abzweigt, ist die Uferpiste an der schönsten Stelle auf einer Länge von 1 ½ km unter Androhung von Strafzahlung gesperrt, dort wird eine neue Campsite Hippo Pools errichtet. Keine Ahnung, wie viel Schmiergeld da geflossen ist, und ob das überhaupt legal ist. Die Piste bei Maghoto dagegen war und ist immer offen, man fährt einfach an den Campsites vorbei. Man konnte nicht überall fahren, weil das Wasser immer noch (oder durch den Regen wieder) hoch ist. Khwai Village ist wie immer, ohne Stromversorgung und ohne ordentliche Einkaufsmöglichkeit. Man sieht eigentlich keine Entwicklung, nur dass drumherum immer neue Campsites und Unterkünfte entstehen. September/Oktober wäre uns das viel zu voll auf den Gamedrive-Pisten.
3rd Bridge Zelt von Xomae: Zufahrt vom North Gate via Xakanaxa. Im Mopanewald wieder Wasserlöcher ohne Ende. Die Pisten von Xakanaxa Richtung 4th Bridge nahe am Wasser westlich der Dry Route (Dead Tree Island, Maya Pan) waren zum Teil nicht befahrbar. 4th Bridge neu aufgebaut und gut befahrbar. Das Zelt war eigentlich eine positive Überraschung, groß, sauber, mit großer Glasschiebtür. Nur die Logik erschließt sich einem nicht ganz, weil es keinerlei Kocheinrichtungen oder Utensilien gibt. Funktioniert eigentlich nur für Camper, die mal etwas Besseres wollen. Wir haben eine Kiste in Windhoek deponiert, in der alles ist, was man so braucht. So haben wir auf dem Grillrost mit Holzkohle unseren Topf und den Wasserkessel gestellt. Ein Hippo hat tagsüber 5 Meter neben Auto und Zelt geschlafen. Ein Löwe lag ein wenig außerhalb der Rezeption. Wie gesagt, überall auf den Wegen Wasser. Auf der „Dry Route“ South Gate nach North Gate sind wir sogar mal in einem Schlammloch kurz steckengeblieben. Das wird spannend, wenn es eine gute Regenzeit gibt.
„Tshilli Farm“ 20 km nordwestlich von Maun, nahe am Buffalo Fence: Sie haben große Holzhäuser (50 qm), luftig, mit viel Gaze. Gutes Restaurant. Wie der Name sagt, machen sie Chili-Produkte. Zum Relaxen, Wildtiere gibt es keine. Leider tagaktive Buschmoskitos. Zufahrt von Maun auf T4A (Ausgabe September 2025), aber an manchen Stellen etwas schwierig, die richtige Piste zu finden (keine Ausschilderung). Buchung via booking.com
„Mopiri Lodge“ am westlichen Panhandle bei Etsha 6: Eine Lodge von Roots & Journeys der etwas billigeren Kategorie, 380 Euro ppn. Das merkt man aber an der Qualität der Guides, sie sind bemüht, aber erreichen nicht die Qualität der teureren Lodges. Sie machen aber eh nur Wasseraktivitäten und kleinere Wanderungen auf Inselwäldchen zwischen dem Papyrus. Bootsfahren können sie sehr gut. Schöne Lage an der großen Weboro Lagune. Eine längere Fahrt 8 km durch einen engen Papyruskanal zur nächsten Lagune ist sehr interessant. Ideal, um Malachite Kingfisher zu fotografieren. Man parkt sicher in Etsha 6 und wird dann 40 Min. durch Tiefsand zur Lodge gefahren. Die meisten Besucher fliegen allerdings zum Airstrip direkt bei der Lodge.
Wir hatten eine Daten-eSIM von Mascom über Airalo, 3 GB für 30 Tage. Hat gut funktioniert, aber in der Khwai Gegend gab es nur BT und Orange. In 3rd Bridge lässt Xomae einen das WLAN am Office benutzen, das fanden wir sehr positiv.
Fazit: Wir hatten zwar letztlich noch Glück mit dem Wetter, würden aber Nordbotswana in der Regenzeit nicht wiederholen. Wir haben einige Neulinge getroffen, die zu Recht entsetzt waren über die nassen Pisten mit den tiefen Löchern. Selbst der 4x4 Toyota Fortuner ist da schon grenzwertig. Und die Khwai Gegend muss in der trockenen Hauptsaison wirklich überlaufen sein, denn zusätzlich zu den vielen Campsites gibt es auch viel mehr mobile Safaris als früher. Das „Wilderness Feeling“ ist da nicht mehr so stark wie früher.
Bell Frog - Blick auf den Boro
Da schmeckt die Pizza
Zufahrt Pel's Island
Pel's Island
Transit Route Mababe - Khwai
Elephant Pan
Little Sable
Dagha Boys Khwai
Blick zum Moremi
North Gate Xakanaxa
4th Bridge
Hippo bei 3rd Bridge Zelt
Dry Route Schlammloch
Tshilli Farm
Mopiri Lodge
Papyruskanäle
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Hallo Pollux, ich mächte mich ganz herzlich für Deinen informativen Bericht bedanken. Er ist gespickt mit guten Infos und Tips, die ich mir gerne notiere. Liebe Grüße Kirsten
utaeleonore614 Beiträge · seit 202229. Nov. 2025 ·
Bei Pel's Island kann ich Dir nur zustimmen. Auch bei den Zelten in Third Bridge haben wir uns dieselbe Frage gestellt wie Du 🙂 . Da wir beide eine leichte Magen-Darm-Grippe hatten, ist unser Abendessen ausgefallen, von daher war das nicht so schlimm. Kaffee und Rusks gab es dann am nächsten Morgen vom Gaskocher am Auto