Erfahrungen, Tipps, Preise, etc. von Ersttätern

6 Antworten · 833 Aufrufe · gestartet 13. Juli 2025 von madin
Antworten
Themenstarter66 Beiträge · seit 201913. Juli 2025 · #1
Hallo,
da wir hier vor unserer Reise sehr viele nützliche Informationen erhalten haben, möchten wir nach unserer Namibia-Reise etwas davon zurückgeben. Natürlich beruhen diese auf unserer Sichtweise.

Flug: Discover Airlines, wir können Nichts negatives über diese Fluggesellschaft berichten. Hat alles wunderbar geklappt u. waren teils überpünktlich. Preis mit Aufgabegepäck 800 Euro Pers., noch OK.

Mietwagen: bei Europcar ab WDH Flughafen. Nette u. schnelle Mitarbeiter. Bei 2 Reifenpannen wurde uns am Telefon schnell geholfen. Für 22 Tage 900 Euro für einen Hyundai Creta (vergleichbar mit X-Trail) ist prima. Dabei war der Wagen mit ca. 5-6 L/100 km echt sparsam unterwegs und das auf den Pads in Namibia, Spritkosten für 6220 km 350 Euro. An allen Tankstellen konten wir mit Kreditkarte bezahlen.
Den internationalen Führerschein haben wir bei Straßenkontrollen vorzeigen müssen.

Reifenpannen: das läuft in Namibia völlig unproblematisch ab. An eine Tankstelle fahren und nach 15 Min. ist der Reifen geflickt bzw. ausgetauscht. Wurde alles direkt mit Europcar abgerechnet u. wir haben Nichts bezahlen müssen.

Straßen / Pads: einfach das glauben, was hier geschrieben wird. Schneller als 70 - 80 km/h auf Schotter / Sand sind wir nie gefahren und das war auch gut so. Die Pads waren teils in einem schlechteren Zustand, als wir das erwartet hätten.

Einreise Namibia: wir haben uns auf anraten des Forum gegen des E-Visa entschieden. Das war die richtige Entscheidung, wir standen mit 10 anderen Personen am Visa-Schalter, waren in ca. 20 Minuten durch. An den eVisa-Schaltern ca. 300-400 Personen.

Unterkünfte: wir haben uns für einfache Unterkünfte und gegen Camping entschieden, Temperaturen um die Null Grad waren uns dann doch zu heftig im Dachzelt. Und insgesamt kommt man auch günstiger, wenn man keine Lodges bucht und die teuren "Sundowner-Fahrten" meidet, und keinen teuren Camper-Mietwagen braucht. Preise pro Übernachtung meist 30-50 Euro / Nacht. Waren durchweg einwandfrei und sauber. Teils mit Küche. Kosten für 22 Übernachtungen ca. 1000 Euro.

Besichtigungen/Eintritte: wir hatten diese Reise bereits 2020 geplant, welche aufgrund Corona abgesagt werden musste. Kenne deshalb die Preis von damals sehr gut. Viele Eintrittspreise haben sich seitdem verdoppelt und man fragt sich, wohin das noch führen soll. Unsere Empfehlungen:

Hardap NP: war als erster Park ganz nett. Erste Giraffen gesehen. Die Wege sind teils in keinem guten Zustand und nicht gut ausgeschildert. Kein Pflichtprogramm. Eintritt (2025). 250 NAD / 2 Per. (mit Kreditkarte)

Fish River Canyon: definitiv ein Highlight der Reise. Hat uns besser gefallen als Grand Canyon in den USA. Man sieht hier mehr vom Canyon. Die Pads sind allerdings echt mies und nicht reifenschonend. 350 NAD / 2 Per. (nur in Cash)

Fahrt am Orange River: ist eine nette Route, bestimmt schöner als an der "Autobahn" entlang. Haben hier einige Tiere gesehen: Affen, Adler.

Kolmanskoppe: als Amateurfotograf eines der absoluten Highlights. Allein das einfallende Licht in die Häuser ist ein Traum. 360 NAD (mit Kreditkarte)

Lüderitz: echt sehr klein und unspektakulär. Lebt doch sehr von seiner Geschichte.

Lüderitz Halbinsel: wenn man Zeit hat kann man das machen, aber kein Muss. Auf Pads aufpassen, da teils unangekündigte heftige Kurven.

Naukluft NP: tolle aber anstrengende Olive-Trail Wanderung 4h. Sichtung von Bergzebras. Uns hat es viel Spaß gemacht. 350 NAD (mit Karte)

Sesriem NP: da muss man hin, am besten früh beim Sonnenaufgang, aber das ist ja Nichts Neues. 350 NAD (mit Karte). Überteuerter Shuttle vom 2x4 Parkplatz aus: 400 NAD (mit Karte), laufen ist aber keine wirkliche Option da lang und eher eintönig.

Swakopmund: ist definitiv die schönste Stadt die wir gesehen haben. Hat uns viel Spaß gemacht diese zu besichtigen. Auch das S. Museum ist sehr sehenswert.

Living-Desert Tour: fanden wir sehr gut. Haben 4 der small 5 und weitere gesehen. 1800 NAD (mit Karte)

Sandwich Harbour: hat uns auch gut gefallen. Mit ca. 160 Euro (inkl. Cashback) überteuert.

Cape Cross: die Seehundkolonie ist schon beeindruckend, das sollte man sich ansehen. Die nachgebildeten Kreuze von Cao Diego gehen hier völlig unter. 350 NAD (mit Karte, sofern Netz da ist)

Spitzkoppe: fanden wir sehr schön, besonders der Steinbogen am Morgen, ehe die Tourigruppen kommen. 320 NAD (mit Karte)

Brandberg White Lady: 1 h Wanderung in ziemlich flotten Tempo mit Führer. Für uns kein Muss, besonders in Anbetracht des überteuerten Eintritts. 540 NAD (mit Karte, falls Netz da ist)

Tour Wüstenelefanten am Huab-River: fanden wir sehr gut, auch in Anbetracht des sehr informativen Führers. Viele Elefanten gesehen. 1800 NAD (mit Karte)

Twyfelfontein: mit sehr vielen Malereien, für uns ein Muss. 540 NAD (mit Karte)

Burnt Mountain / Organ Pipes: das war für uns den Preis nicht wert. 500 NAD (mit Karte). Sollte man meiden, damit die Preise dort auf einen angemessenen Preis zukünftig sinken.

Petrified Forest: achtet darauf den offiziellen Schild zu folgen, da gibt es einige die Geld verdienen wollen. Für eine 20 Min. Führung war der Preis überzogen. 540 NAD (mit Karte)

Damara Living Museum: hat uns gut gefallen. Schöne Atmosphäre mit Tanz. Preis ca. 250 NAD / Pers.

Himba-Dorf Otjikandero: hat uns sehr gut gefallen. Besonders die Kinder waren sehr neugierig. Armbänder wurden zwar angeboten, aber nicht sehr aufdringlich. 400 NAD (in bar)

Etosha NP: natürlich ein Muss. Die Einfahrt am Galton Gate war sehr unfreundlich. Aber wir würden wieder über den Westen einfahren, da haben wir viele Tiere (Elefanten, Gepard, etc.) gesehen und es ist hier auch noch nicht soviel los. 350 NAD die Nacht (mit Karte). Im ganzen Park waren die Tankstellen ausgefallen und die Pads zu den Wasserlöchern sind teils eine Zumutung, das ist schon unwürdig für solch einen Park.

Tsumeb Museum: sehr schönes kleines Museum, sollte man definitiv besuchen. 140 NAD (in bar)

Waterberg NP: sind u.a. den Mountain-Trail gelaufen. Ist teils anspruchsvoll und schlecht ausgeschildert. Kann man machen. 350 NAD (mit Karte)

Okonjima: die Leoparden-Tour ist nur für Übernachtungsgäste. Haben uns dort eine Infotour angeboten, die sich für uns nicht sehr spannend angehört hat. Die Preise hier sind eh überteuert hoch.

Düsternbrook: haben hier die kurze Leopardenfütterung mitgemacht. Uns hat´s gefallen, war unser einziger Leopard. 700 NAD (mit Karte)

Windhoek: sollte man sich schon alleine aufgrund der Geschichte ansehen. Aber nicht zu viel erwarten.

Tour insgesamt: haben uns größtenteils an eine empfohlene Reiseroute von Iwanowski gehalten. Diese hatte max. 350 km Strecke pro Tag. Wir sind insgesamt damit sehr gut gefahren und kamen, trotz der "kürzeren" Tage im Juni, nie unter Zeitdruck. Wir können das somit nur weiterempfehlen. Preis insgesamt für 3,5 Wochen mit An-/Abreise 2500 Euro / Pers.

Viele Grüße
Martin
281 Beiträge · seit 201813. Juli 2025 · #2
Hallo Martin,

danke für die Übersicht. Da seid ihr budgetmäßig sehr günstig unterwegs gewesen. Darf ich fragen, ob ihr euch überwiegend selbst versorgt habt oder eher essen gegangen seid ?
50 Beiträge · seit 202514. Juli 2025 · #3
Danke!
Kurz und informativ.

Gruß,
2'497 Beiträge · seit 201114. Juli 2025 · #4
Danke für den Bericht.
Darf ich fragen, wo ihr, vor allem bei Sossusvlei und Etosha, für 50 Euro untergekommen seid?

Viele Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
2'462 Beiträge · seit 200614. Juli 2025 · #5
Vielen Dank für den Bericht. Mich würde auch interessieren, welche Unterkünfte Ihr so hattet. Schon vor 15 Jahren waren 50-60 Euro für zwei Personen eigentlich in Namibia kaum machbar; es würde mich freuen zu hören, diese Art Unterkünfte gäbe es inzwischen doch.

Bei Okonjima erlaube ich mir, zu widersprechen. Ich war da schon häufiger - es ist teuer, für uns war es das aber immer wert. Aber Geschmäcker und Erfahrungen sind verschieden.

VG Susanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
956 Beiträge · seit 200914. Juli 2025 · #6
Lieber Martin,

danke für den informativen, zusammenfassenden Bericht. Würdest du vielleicht noch die Namen der Unterkünfte teilen? Ich strecke gerade die Fühler in Sachen Routenplanung Oktober/November 2026 aus und bin noch nicht sicher, ob wir mit oder ohne Dachzelte unterwegs sein werden.

Danke und liebe Grüße,

Tanja
Themenstarter66 Beiträge · seit 201914. Juli 2025 · #7
Wir schauen schon auf das Preis-/Leisungsverhältnis und unternehmen nicht alles blindlings. Haben die Hoffnung, dass sich Gutes bewährt und der Rest mit der Zeit von selber erledigt, wenn die Leute Bescheid wissen.
Nach diesem Prinzip sind wir auf der ganzen Welt unterwegs und unternehmen gegenüber Anderen lieber 2-3 Reisen mit demselben Budget.

Wir sind der Überzeugung, dass auch in Namibia das Prinzip der Maximalerwirtschaftung gilt. Mal sehen, wie lange die Touris das mitmachen.

Wir waren, bis auf Sesriem und Etosha NP, in festen Unterkünften. An den 2 Orten waren uns die Preise dann doch zu heftig, wie z.B. auch in Okonjima. Wir hätten uns gerne den Park ausgiebig angesehen, aber nur für Übernachtungsgäste. Und das haben wir nicht nur einmal in Namibia so gehört oder gleich am Eingangstor gelesen.
Aber das muss Jeder für sich entscheiden, ob es ihr/ihm wert ist.

Die Unterkünfte haben wir größtenteils bei Booking gebucht. Nur ein paar Farmen bzw. Camps haben wir direkt gebucht.
Denke wenn ihr Euch die empfohlene Reiseroute bei Iwanowski (von denen wir kein Geld bekommen 😉 war aber für uns der beste Reiseführer) mit den empfohlenen Übernachtungsstandorten anseht, findet man sehr leicht eine passende und günstige Unterkunft. Das muss nicht unbedingt ein Reisebüro erledigen.
Das war vor 5 Jahren noch sehr viel schwieriger mit der Unterkunftssuche.

Wir hatten uns überlegt, ob wir auf den sehr schön gelegenen Camps an der D707 übernachten. Die nicht gerade Freundlichkeit der Betreiber hat uns davon abgehalten.

Versorgt haben wir uns meistens selber, eingekauft in den Supermärkten oder kleinen Läden, gekocht bzw. Brai in der Unterkunft. Tagsüber gab es Brotzeit und Snacks.