Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies

Reisebericht 97 Antworten · 26,7k Aufrufe · gestartet 16. Sept. 2016 von Seven
Themenstarter257 Beiträge · seit 201023. Dez. 2016 ·
06.09.16 – Stonetown – Nungwi

„Now we are here“, sagt unser Fahrer, als wir vor dem Tor der Homeland-Swahili-Lodge halten. Mein innerliches „Was, das hier?“ und das ungläubige Staunen bemerkt er nicht. «Oh Gott, das ist jetzt aber nicht dein Ernst!» Doch, ist es, und dabei hat der morgen so gut angefangen…

Wir haben genügend Zeit um uns bereitmachen, in meinem Fall packen und duschen. Auf der Frühstücksterrasse werde ich mit einem Hust- und Rotzkonzert begrüsst - der asiatische Gast ist immer noch hier und der akustischen Beurteilung nach geht es ihm nicht besser (oder ist das Normalzustand? 😮 ). Auch Picco ist nicht sehr gut auf den Gast zu sprechen...
Wir verabschieden uns vom gemütlichen B+B und schlendern wir mit unserem Gepäck zur Mercury Bar, wo gemäss Anfrage von Picco ein Fahrer für uns wartet. Als wir eintreffen, ist er bereits da. Sein Name: Marco Polo (wie originell, aber nicht das Original). Wir trinken noch eine Cola in der Bar, währenddessen Señor Polo mit dem Auto vorfährt. Anschliessend wird verladen, holen uns noch Geld vom ATM (weil in Nungwi gibt’s keinen Automaten) und fahren nordwärts. Marco Polo erzählt ein bisschen etwas über Sansibar und ist meist erstaunt und/oder ein wenig enttäuscht, dass wir keine Fragen zu seinem Erklärtem haben. Über jeden Abschnitt, über jedes Dorf hat er was zu erzählen („von hier kommen die besten Bananen, da ist ein Tansania-Ikea, hier in diesem Dorf ist das Krankenhaus, etc.“). Yep, gesprächig ist der Mann… wir nicht! Nicht, weil wir unhöflich wären, aber für meinen Teil geniesse ich die Fahrt, beobachte das Treiben auf der Strasse und geniesse die schöne Landschaft, die an uns vorbeizieht und freue mich auf die gebuchte Unterkunft direkt am Meer.
Kurz vor Nungwi, bzw. beim Dorfeingang, biegt Polo ab in eine Schotterstrasse und hält vor einem Gebäude, bei dem gerade Bauarbeiten an einer Mauer ausgeführt werden und irgendwie mitten in der Pampa steht.

„Now we are here“, sagt er also. Tatsächlich, er hat recht! Auf dem Eisen-Eingangstor gemalt sind die Buchstaben: Homeland Swahili Lodge. Glauben kann ich es immer noch nicht. Wir werden von einem jungen Mann begrüsst, dessen zweiten Satz jedes Mal lautet: «we are crazy people». Naja, offenbar sind nicht nur die Leute verrückt… Beim Eintreten in die heiligen Gemäuer steht der Mercedes-Lodge-Bus mit der Aufschrift: Homeland-Swahili-Lodge, Untertitel: Mad backpackers. Die Gäste, welche am Frühstückstisch sitzen, sehen wirklich wie Tramper und Rucksacktouristen aus. Wir deponieren unser Gepäck in die Zimmer (ohne auszupacken, in weiser Vorausahnung…?).
Zur Begrüssung gibt’s vom Crazy-Man Kaffee und einen Früchteteller. Ich schaue mich um. Wir sitzen an einem Ende des Gebäudekomplexes. Vor uns ist eine Küche mit einem Salontisch, eine Einrichtung, wie man sie in jedem Zuhause findet. Auf der Coach nebenan sitzt sein Sohn („he is a crazy boy…“, klar, was denn sonst...) und löffelt gerade das Nutella-Glas leer. Zur rechten Seite ist eine weisse Wand mit dem Wifi-Kennwort (DAS Wichtigste offenbar heute für einen modernen Backpacker), zur linken Seite ist die Wäsche der Lodge und vermutlich noch jene von Gästen aufgehängt, hinter uns (zum Haupteingang hin) befinden sich die Zimmer in zwei verschiedenen, eingeschossigen Gebäude, wobei der Platz vor dem einem Gebäude als Waschplatz genutzt wird. In der Mitte des Komplexes liegt der erwähnte Frühstückstisch (zusammengesetzt aus drei verschiedenen Tischtypen, wohl Tansania-Ikea…). Irgendwie sieht es für mich hier drin chaotisch aus.
Marco Polo gesellt sich zu uns. Er ist nicht nur Fahrer, sondern auch Nachbar der Lodge, ein guter Freund von Crazy-Man und zudem Vermittler und Anbieter von Wassersport-Aktivitäten. Was für ein Glücksfall…! Er erzählt von Sunset-Cruise und von privaten und öffentlichen Schnorcheltouren. Preise:25$ öffentliche, 120$ private Schnorcheltour. Picco und ich lassen uns aber nicht drängen und entscheiden uns, dass wir zuerst mal an den Strand gehen und uns umsehen wollen, nachdem wir den Kaffee getrunken und die Früchte gegessen haben. Mmhh, irgendwie ist ein Gefühl im Bauch, dass mir sagt, entweder ist das hier ein Missverständnis (DAS kann Picco nicht gebucht haben), oder hinter dem nächsten Busch erscheinen plötzlich Karl Dall und Paola Felix und rufen: «Willkommen bei der versteckten Kamera!»

Wir fahren also an den Strand. Denn zum laufen ist es ein bisschen weit. Um ans Meer zu gelangen, fahren wir gut 1.5km weiter nordwärts, zuerst mitten ins Dorf hinein, dann am Rande der wunderschönen Lodges vorbei und halten abseits der Hauptstrasse auf einer Sand-/Schotterstrasse. Für einen Snack empfiehlt Polo das Mama Africa House, an dem wir vorbeilaufen. Das sei sehr bekannt und populär, zu Mittagszeit immer voll. Es ist Mittagszeit und kein Mensch sitzt hier drin! Wir verabschieden uns von ihm und laufen mal ein paar Meter den Strand entlang.

Tief durchatmen, Krisengespräch starten – und tatsächlich: auch Picco ist sehr erstaunt und fassungslos ab den bisherigen Gezeigten. Denn das, was wir gebucht und uns vorgestellt haben, entspricht in keinster Weise der Realität. Standortanzeige in Google-Map: direkt am Meer liegend, Realität: weit weg entfernt vom Meer. Gebäudebezeichnung: Lodge, Realität: eher Guesthouse oder B+B. Was machen?
Möglichkeit 1: eine Alternative in Nungwi suchen – Vorteil: es ist Nebensaison, die Lodges sind unterbelastet und somit findet sich sicher was. Nachteil: dürfte ziemlich schwierig werden, direkt am Meer für unsere vorgestellte Preisklasse was zu finden. Möglichkeit 2: Zelte abbrechen und zurück nach Stonetown, evtl. weiter in den Süden der Insel und dort was suchen.
Wir laufen weiter den Strand entlang, bis Piccos Blase uns zu einem Boxenstop in einer Lodge (Double Tree Resort) zwingt. Nachdem wir was getrunken haben, fragen wir an der Reception nach dem Preis: 260$ pro Nacht. Danke, tschüss… weiter geht’s. Vorbei am heimischen Bootswerft, der angrenzenden Schule und dem Leuchtturm fragen wir eine weitere Lodge (Ras Nungwi Beach Hotel): 156$ pro Nacht (inkl. 35% Prozent Rabatt!). Äähmm, leider nein… Piccos Map zeigt beim Leuchtturm ein Guesthouse. Also zurück. Eine Tafel oder ein Hinweis zum Guesthouse finden wir nicht. So langsam macht sich Resignation breit. Da sehe ich geradeaus ein schmuckes Gebäude, über dem beim Eingangstor eine Tafel steht: Anitas B+B, auf dem Tor stehend: Watchdog! Halleluja, der Optimismus ist zurück. Aber bei der tollen Lage und dem kleinen B+B mache ich mir keine grosse Hoffnung. Probieren kann man es ja mal... Wir klopfen ans Tor und tatsächlich bellt uns der Watchdog entgegen – dem Geräusch nach sind es zwei Hunde. Die Türe im Tor öffnet sich und vor uns steht Anita, eine Schwedin, die vor eineinhalb Jahren ausgewandert ist und hier nun mit ihrem Mann ein B+B aufgebaut hat. Drinnen werden wir noch von den beiden Wachhunden Star und Rampadi begrüsst und beschnuppert. Letzteres gehört dazu, damit wir nicht als Einbrecher deklariert werden. Dazu gesellt sich noch Simba, die Hauskatze (ohne schnuppern…). Anita zeigt uns die Zimmer, nennt den Preis von 55$ pro Nacht und sagt, dass in den kommenden 3 Nächten die Zimmer zur Verfügung stehen würden. Wir überlegen nicht lange und sagen zu. Damit wir aber wieder zu ihr kommen, tauschen wir die Telefonnummern aus und geben ihr Bescheid, wann und wo sie uns abholen kommt.

Draussen vor dem Tor gibt es noch ein verhaltenes High-Five, aber wir sind beide froh und erleichtert, was gefunden zu haben, was eher unseren Vorstellungen entspricht. Innerlich freudig kehren wir zu Marco Polo zurück mit der Bitte, uns zur Homeland-Lodge zu fahren. Jetzt müssen wir noch dem Crazy-Man verklickern, dass wir nicht in seiner „Lodge“ übernachten und die Buchung stornieren werden. Marco Polo fragt unterdessen immer wieder, was wir denn morgen machen wollen. Snorkeling, Sunset, Dolphin-Tour? Hää, Dolphin-Tour? Nie davon gehört. Irgendwie dauert die Fahrt uhuere (verdammt) lang, denn Marco Polo fragt alle Sekunden und gibt keine Ruhe, bis wir vor dem Tor der «Lodge» halten. Wir müssen auf die Zunge beissen, um nicht zu sagen, dass wir es uns anders überlegt haben.
Als wir ankommen, schnappen wir uns Crazy-Man für das Gespräch. Picco erklärt ruhig und gelassen, dass das, was er im Internet vorgefunden hat (vor allem die Lage), überhaupt nicht übereinstimmt mit der Realität, und zeigt einen Screenshot, den er bei der Buchung über Booking.com gemacht hat (der Mann hat Reiseerfahrung! Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, zwecks Beweismittel Screenshots zu machen). Crazy-Man meint, das sei inzwischen korrigiert (was auch stimmt, nur wurden wir über die Korrektur weder von ihm noch von Booking.com informiert). Fakt ist also, dass wir falsche Angaben von seiner Seite erhalten haben. Crazy-Man ist nicht zufrieden und gibt Booking.com die Schuld. Als Picco ihm sagt, dass wir hier nicht übernachten werden, wird Crazy-Man langsam emotional und kommt immer wieder mit Aussagen wie: ihr seid die schlauen Weissen und ich bin der kleine dumme schwarze Mann aus Afrika. Damit ist wohl jede Diskussionsbasis für die Katz. Als Entschädigung geben wir ihm 50$ (was 1/3 der Totalsumme entspricht), da er uns vorjammert, dass er alle Kosten übernehmen und draufzahlen muss (was aber nicht stimmt). Statt adieu hören wir immer noch Gejammer und so entschliessen wir uns, auch ohne Adieu zu sagen die „Lodge“ zu verlassen. Wir laufen zur nahen Tankstelle und rufen Anita an, die 15 Minuten später vorfährt und den gleichen ungläubigen Blick drauf hat, wie ich bei der Ankunft: „hier wart ihr?“ Bei der Fahrt zu ihrem B+B erklärt sie, dass jeder Hotelier sich bei Booking.com anmelden und die Daten eingeben kann. Überprüft werden diese vorerst nicht. Erst nach einer gewissen Zeit taucht ein Mitarbeiter der Firma auf und checkt die Angaben. Und offenbar ist dieser Mitarbeiter nach unserer Buchung eingetroffen und hat Crazy-Man aufgefordert, den Standort der „Lodge“ entsprechend zu korrigieren. Wir treffen bei Anitas B+B ein und beziehen die Zimmer (mit Meeresblick!).

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Jaaa-ha, Fotos gibt's heute auch, wenn auch nicht viele, dafür umso schönere: Zimmer mit Meeresblick!

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Das Gästehaus von aussen

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Die beiden Wachhunde Rampadi und Star (wer nun wer ist, weiss ich aber nicht mehr)

Puhh, was für ein Tag. Leider mit unschönen Ereignissen, aber zu guter Letzt doch mit Happy End für uns. Für das Nachtessen setzen wir uns in das nächste Restaurant. Im selben Gebäudekomplex befindet sich auch das Schildkröten-Aufzuchtprogramm. Schildkröte gibt’s aber nicht auf dem Teller, sondern ein gegrillter Thunfisch.

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Der Strandabschnitt vor unserem B+B

Dann geht’s zurück ins B+B. Wir öffnen das Tor, werden kurz angebellt, beschnuppert und für einlasswürdig empfunden. Das Wachpersonal funktioniert also einwandfrei. Und sind zudem sehr artig: Star und Rampadi wissen, wo für sie die Grenze ist – beim Kiesweg kurz vor der Treppe, wo es zu den Zimmern im Obergeschoss geht. Da berührt keine Pfote den Weg – Respekt! Für Simba gilt das natürlich nicht – die hat Narrenfreiheit und schleicht manchmal bei offener Türe in die Zimmer rein. Aber heute Abend nicht – denn das Bett gehört mir allein!


Nachtrag: bevor jetzt hier wieder wer mit «geschäftsschädigend» oder «existenzzerstörend» kommt: die Unterkunft ist ideal für Backpackers und/oder Low-Budget-Touristen. Und solche, die gerne Selbstversorger sind, da das nächste Restaurant einen guten Fussmarsch im Dorf entfernt liegt. Was den Standort betrifft: man muss sich einstellen, mit dem Auto zum Strand gefahren zu werden oder halt (wiederum) ein längerer Fussmarsch auf sich zu nehmen – Luftlinie zum Strand ca. 800m bis 1km. Die Markierung auf Booking.com entspricht jetzt dem richtigen Standort, aber auf der «Homeland…»-Homepage ist der Punkt immer noch beim Strand markiert. Soviel zur bösen Booking.com… Wem die Lage (und den Umstand, an den Strand gefahren werden zu müssen - notabene gratis! - das kann man zugute halten!) und die Selbstversorgung nichts ausmacht, der wird sich in dieser «Lodge» wohl fühlen. Aber wie gesagt, es hat nicht unseren Vorstellungen entsprochen.
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
zuletzt bearbeitet 23. Dez. 2016
6’415 Beiträge · seit 201123. Dez. 2016 ·
Hoi Sven!

Unglaublich dass Du sogar die Namen der Hunde noch weist!!!
Ich konnte mir nur mit Mühe den Namen von Meck merken, von Katzen und Hunden definitiv nix ausser die Anzahl!
Aber Meck ist kein Einheimischer sondern stammt von der Gegend an der Grenze Tansania-Ruanda aus einem kleinen Dorf und ist somit auch kein Zanzibari. Vieleicht warst Du nicht dabei als ich ihn danach befragte...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter257 Beiträge · seit 201023. Dez. 2016 ·
Hoi Picco
picco schrieb:Hoi Sven!

Unglaublich dass Du sogar die Namen der Hunde noch weist!!!
War ja nicht schwer, hab ja fast am gleichen Tag den Bericht geschrieben... 😄
OK, die Schreibweise der Namen habe ich aber nochmals kontrolliert und bei einer Bewertung bei Booking.com gefunden.
picco schrieb:
Aber Meck ist kein Einheimischer sondern stammt von der Gegend an der Grenze Tansania-Ruanda aus einem kleinen Dorf und ist somit auch kein Zanzibari. Vieleicht warst Du nicht dabei als ich ihn danach befragte...
Danke für die Info. Hab's im Bericht korrigiert.
Stimmt, wir haben beim Frühstück mit den beiden glaube ich mal kurz über seine Herkunft gesprochen.

Gruss
Sven
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
Themenstarter257 Beiträge · seit 201024. Dez. 2016 ·
07.09.16 – Nungwi

Neue Reiseerkenntnis: man kann auch mal eine ruhige Nacht in Afrika erleben, bzw. erschlafen. Nur ab zu war von den Watchdogs was zu hören, ansonsten Stille über Nungwi.
Zusammen mit den Betreibern Anita und ihrem Ehemann Meck geniessen wir das Frühstück in der oberen Etage des Wohnkomplexes, mit Blick auf das Meer. Das Wetter ist viel besser als vorausgesagt, statt Regen blauer Himmel. Nach dem Frühstück plaudern wir noch ein wenig miteinander und machen uns dann auf zu Strand.
„Snorkeling-Tour?“, „Sunset-Cruise?“, „Dolphin-Trip?“, dies sind die häufigsten Fragen, welche uns, als wir den Strand entlang schlendern, gestellt werden. Es sind mehr Vermittler und Anbieter als Touristen unterwegs. Die Nebensaison hat angefangen und die Jungs versuchen alle, die blass und auf zwei Beinen laufen, zu überzeugen, dass man mit ihnen mitfahren muss. Zumal sie immer günstiger sind als die Konkurrenz und nur mit lokal einheimischen Guides arbeiten (ja klar, und alle anderen haben Indianer oder Aborigines unter ihren Vertrag…). Es ist jetzt aber nicht so, dass die Vermittler aggressiv oder aufdringlich um einen werben; konsequent nein sagen und man lässt einem in Ruhe (oder auch sagen, dass alles schon organisiert ist, hilft auch). Manche folgen ein Stück weit und erzählen etwas von sich und dem Dorf und wollen auch was über uns wissen. Ganz entspannt also. Unser Weg führt uns am Leuchtturm vorbei in östlicher Richtung, also weg von der Seite, wo mehr los ist. Wir finden ein schattiges Plätzchen unter einem Riffvorsprung, legen die Badetücher und machen es uns gemütlich. Nach 2 ½ Wochen mit Unterwegs sein tut so ein bisschen chillen richtig gut. Wir versuchen noch unsere ersten Schnorchelversuche, geben aber bald mal auf. Die Wellen wirbeln den Feinsand im Wasser umher, dass die Sicht betrübt ist (jedenfalls auf dieser Seite des Strandes).

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Nein, das ist nicht Neptun, der wieder in sein Reich zurückkehrt, sondern Picco, der die Lage kritisch beäugt

Ich versuche, ein stückweit in tieferes Wasser zu gelangen, aber das geht ordentlich weit hinaus. Da auch die Sicht nach unten gleich null ist und ich immer wieder auf Felsen auflaufe, kehre ich wieder um. Wer weiss, auf was ich sonst noch laufe, dass ich nicht sehe – Seeigel, Seesterne, …? Als Entschädigung beobachten wir kleine Krebse und Einsiedlerkrebse, die über den Sand huschen.

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Ein Wunder! Muscheln, die laufen können...

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Unsere Reise - schriftlich festgehalten

Am Nachmittag kehren wir zurück und bereiten uns auf die erste Aktivität vor. Eine Sunset-Tour steht auf dem Programm. Wir werden von einem jungen Einheimischen bei unserem B+B abgeholt und laufen dem Strand entlang zum Treffpunkt. Unser Kapitän (wie er sich selbst vorstellt) erwartet uns und bittet, im Schatten zu warten; er selber wartet noch auf sein Schiff. Dabei erzählt er, dass er ein grosses Schiff habe (viel grösser als die, die hier rumstehen) und viele Leute drauf Platz haben. Na, das ist ja ein toller Captain. Ohne Schiff. Der kommt mir vor wie Jack Sparrow, der immer wieder hinter seiner Black Pearl hinterher ist.

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Während des Wartens beobachten wir das Treiben am Strand

Als das Schiff antuckert (nein, es ist nicht die Black Pearl), sehe ich aber keinen Unterschied zu den anderen Booten. Ebenso sind da noch einige Käptns drauf, wir haben höchstens einen kleinen Salzwasserpiraten neben uns stehen. Wir steigen ein und fahren los. Zuerst noch mit dem Aussenbordmotor, bis wir eine Stelle zum Schnorcheln gefunden haben. Flossen montieren und auf geht’s ins Wasser. Fiese kleine Quallen treiben hier herum, die Nesseln sind nicht gefährlich, man spürt aber schon ein leichtes Brennen bei Berührung (jedoch schwächer als bei einer Brennessel). Das Schnorchelgebiet erweist sich auch nicht gerade als der Renner und deshalb bleibe ich nicht lange drin und gehe wieder an Bord.

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Ein kleiner Höhepunkt: ein einsamer Seestern

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Ein weiterer Höhepunkt: Quallen

Der Motor wird reingenommen, nun werden die Segeln gehisst. Wir schippern mit Windeskraft entlang dem Ufer, ruhig und gemütlich. Bis die Sonne untergeht, dauert es aber noch gut zwei Stunden. Und das werden lange zwei Stunden… Als das Boot den Wendepunkt erreicht hat, wird das Segel auf eine einfache Weise umgespannt und wir können den gleichen Weg wieder zurückfahren, obwohl die Windrichtung sich nicht geändert hat. Klever, so ein Dhow-Schiff. Diese Vorgehensweise machen wir noch einmal, denn die Sonne will einfach nicht untergehen.

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Strandleben beobachten, während wir auf den Sonnenuntergang warten

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Hier wird gerade eine Hochzeitsfeier eingerichtet

Aber dann verschwindet doch mal hinter Wolken und der Zauber ist vorbei. Da es bewölkt ist, erleben wir keinen Sonnenuntergang am Horizont.

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Endlich! Die Sonne neigt sich dem Horizont zu, ...

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... aber versteckt hinter Wolken verschwindet sie. Fies!

Die Segel werden eingefahren, der Motor aufgesetzt und wir fahren zurück an den Strand. Die restlichen Meter bis zum B+B müssen wir auf dem Landweg nehmen, da die Flut schon weit vorgerückt ist und uns den Weg versperrt. Im nahen Restaurant der Schildkrötenaufzucht essen wir zu Abend – Oktopus-Salat und Seafood-Curry. Schmeckt leider nicht so toll wie am Vorabend, aber es gibt schlechteres.
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
Themenstarter257 Beiträge · seit 201026. Dez. 2016 ·
08.09.16 – Nungwi
Die Hochzeit am Strand wurde nicht nur vorbereitet, sondern auch durchgeführt. Von der Musik durfte das ganze Dorf teilhaben – und das bis weit in die Nacht hinein. Egal, trotzdem gut geschlafen. Heute Morgen erleben wir fast so etwas wie Stress, denn um 8.30 Uhr werden wir wie gestern vom jungen Einheimischen abgeholt. Also schnell das reichhaltige Frühstück zusammen mit Anita und Meck zu uns nehmen und dann Abmarsch. Der Weg ist der gleiche wie gestern, jedoch ist der Treffpunkt diesmal nicht so weit entfernt. Wir steigen in unser Boot und starten zu unserer Schnorcheltour – so quasi Safari unter Wasser. Das Riff, welches wir besuchen, liegt bei einer anderen Insel.

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Hier sind wir "zu Hause". Rechts vom Leuchtturm das Restaurant mit der Schildkrötenaufzucht. Wenige Meter dahinter unser B+B.

So fahren wir über eine Stunde auf dem Meer, bis wir die Stelle erreichen. Die erwähnte Insel, so berichtet unser Bootsführer, ist privat und darf nicht betreten werden. Gut, haben wir auch nicht vor… Eine Übernachtung in der Lodge auf der Insel kostet 1000$. Mit privat ist es aber erstmal vorbei, denn nebst unserem Boot landen sämtliche gestartete Boote hier. Und die spucken Menschen aus. Viele Menschen. Bald wimmelt es im Wasser mit mehr Schnorchler als Fische. Das Riff liegt ca. 1.5-3m unter dem Wasser, die Sicht ist ausgezeichnet, nur hat es eine leichte Strömung, gegen die man ankämpfen muss, will man nicht abtreiben. Die Anzahl und Arten der Meerestiere ist überschaubar. Eine Fischart (von der Musterung her mit dem Zebra vergleichbar – Zebrafisch?) ist gegenüber den Schnorchlern sehr aufgeschlossen und neugierig und nähert sich bis auf wenige Zentimeter. Am Boden sind viele Hart- und gelegentlich Weichkorallen zu finden. Ein schönes kleines Plätzchen, ohne lästige Quallen. Bald wird’s aber überschaubar und man muss auch noch schauen, dass man keine Flossen ins Gesicht kriegt, denn der Bereich ist mit schnorchelnden Touris gut belegt. Und natürlich – die Strömung. Ich versuche, jeweils zuerst weg von unserem Boot zu schwimmen und mich dann zurücktreiben zu lassen. Das geht ziemlich gut, 10 Minuten dagegen schwimmen und 30 Sekunden später ist man wieder am Ausgangspunkt…
Jetzt gibt's ein paar Fisch- und andere Meeresbewohnertiere...

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Zebrafisch? Neugierig sind sie jedenfalls...

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Hartkoralle

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Den kenn ich: Papageienfisch. Und natürlich Seeigel

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Auch schön anzuschauen, ich würde sagen: ein "Gelbrand-Zebrafisch"

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Zur Abwechslung mal eine Weichkoralle

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Den kenn ich aus Nemo, das ist der Chef im Auqarium. Daher: ein "Chefaquariumfisch", oder alternativ anhand seiner Farben: "Bienenfisch"

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Uff, noch so einer wo ich keinen blassen Schimmer habe... "Längsstreifenfisch"?

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In Farbe und bunt, der grosse "Gelbschwanzflossenfisch"

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Mini-Barracudas, Pfeilfisch, Stabfisch, ...

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Den kenn ich wieder: ein "Gelbkugelfisch"

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Der "Chefaquariumfisch", versammelt mit ein paar Schwarzfische

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Ein grosser "T-Shirt-Badehose-Fisch". Huch nein, das ist ja Picco...

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Zum Abschluss: viele "Chefaquariumfische"

Irgendwann lässt meine Kraft langsam nach und das Riff ist erkundet. Wieder an Bord zurück zeigt unser Bootsführer hinaus ins offene Meer. Eine Gruppe Delphine schwimmt vorbei. Einmal sehen einige sie sogar springen. Mir bleibt der Anblick vergönnt, da ein Boot die Sicht versperrt. Als alle wieder an Bord sind, fahren wir ein stückweit zurück und stranden auf der Hauptinsel. Wobei, wir halten einige Meter vor dem Strand und der Weg dorthin ist gespickt mit felsigen Untergrund und starken Wellen. Man muss also aufpassen, wohin man tritt und sollte nicht das Gleichgewicht verlieren – könnte noch weh tun. Die Hauptmotivation dieses Marsches ist der Lunch. Es gibt Reis, irgendeine rote Gemüsesauce und Thunfischhappen. Später werden noch Pfannkuchen und Wassermelonen aufgetischt. Die Sonne brennt stark; jeder versucht, ein wenig Schatten zu erhaschen (ich hab offenbar zuwenig davon abgekriegt, wie ich später noch merken sollte…). Nach dem Essen gehe kurz an den Strand. Die Ebbe hat kleine Riffbänke hinterlassen, in denen es von kleinen Lebewesen wimmelt. Der grösste Fund ist ein roter Seestern, der irgendwie giftig aussieht und dem man nicht zu nahekommen will. Sein kleinerer Bruder liegt gleich hinter ihm. Aber auch (Einsiedler)Krebse und Seegurken finden sich im seichten Gewässer.

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Einsiedlerkrebse, wenn auch kaum sichtbar. Ist aber so...

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Langarm-Seestern

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Don't touch me!

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Und mich auch nicht!

Mmhh..., wenn ich nun all die Tiere, Muscheln und Seesterne hier so sehe, frage ich mich schon, auf was alles ich gestern beim Strandausflug getreten bin...
Die Leute kehren satt zu ihren Booten zurück. Die Rückfahrt verbringen wir auf offener See. Die Wellen schaukeln unser Boot hin und her, auf und ab. Wir kommen jedoch trocken an (und jeder hat sein Mittagessen behalten) und müssen nur noch kurz ins Wasser, um vom Boot aufs Festland zu gelangen.
Nach der Rückkehr zum B+B wasche ich meine Schuhe im Meer und befreie mal alles von Sand und Steinen. Zudem bemerke ich, wie sich die Farbe auf meinem Rücken ändert. Von sanften Goldbraun in ein Feuerrot. Hätte ich doch nur auf den alten Mann gehört und mir beim Schnorcheln ein T-Shirt angezogen, wie er es auch gemacht hat. Anita schneidet für mich ein Aloe Vera-Blatt ab, den gelben Saft schmiere ich auf die Brennfläche ein. Am Abend machen wir uns zuerst auf den Weg ins Dorf, ich brauche Aftersun-Creme. In einem kleinen Laden findet sich eine Tube. Dann geht’s an den Strand und wir setzen uns ins Restaurant der Doubletree-Cottages. Das Ambiente direkt am Meer geniesse ich mit einem Crevettencocktail, anschliessend gibt’s Thunfisch mit Pfeffermarinade und Reis, dazu Gemüse und den besten Avokado-Dip, den ich bisher gegessen habe. Als Dessert ein Muffin. Erst später fällt mir auf: wir haben praktisch von jedem Essen ein Foto gemacht (Foodporn lässt grüssen), aber ausgerechnet vom besten Essen der Ferien keine einzige Aufnahme. Ärgert mich noch heute! Via Ufer und Stirnlampe kehren wir zu unserem B+B zurück.
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
6’415 Beiträge · seit 201126. Dez. 2016 ·
Hoi Sven
Seven schrieb:Hätte ich doch nur auf den alten Mann gehört und mir beim Schnorcheln ein T-Shirt angezogen, wie er es auch gemacht hat.
😠 Alter Mann? 😠
A L T E R M A N N ? ? ?
😠 🙄 😊
Komm Du mir mal wieder unter die Finger!!! 😈
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter257 Beiträge · seit 201026. Dez. 2016 ·
picco schrieb:Hoi Sven
Seven schrieb:Hätte ich doch nur auf den alten Mann gehört und mir beim Schnorcheln ein T-Shirt angezogen, wie er es auch gemacht hat.
😠 Alter Mann? 😠
A L T E R M A N N ? ? ?
😠 🙄 😊
Scusi, aber O-Ton Picco: "Hättest du auf den alten Mann gehört, hättest du jetzt keinen Sonnebrand!" Zitat Ende. 😉 😗
Ohh, war dieser Spruch nur unter uns gedacht? 🤨 😄
picco schrieb:Komm Du mir mal wieder unter die Finger!!! 😈
Fang mich doch! 😛 😄
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1’526 Beiträge · seit 201126. Dez. 2016 ·
an die beiden Schnorchler.....Sven und Picco

Der "Piccofisch" ist offenbar nur endemisch einige Tage nach einer totalen "Sonnenfinsternis " an der Nordspitze

auf Sansibar zu entdecken..........sehr selten.... 🙂 🙂 🙂 danke für den fotographischen Beweis... 🙂 🙂 🙂

lg....BMW
Themenstarter257 Beiträge · seit 201028. Dez. 2016 ·
BMW schrieb:an die beiden Schnorchler.....Sven und Picco

Der "Piccofisch" ist offenbar nur endemisch einige Tage nach einer totalen "Sonnenfinsternis " an der Nordspitze

auf Sansibar zu entdecken..........sehr selten.... 🙂 🙂 🙂 danke für den fotographischen Beweis... 🙂 🙂 🙂

lg....BMW
Hallo BMW
😄
Vielleicht sollte ich das Foto auch noch dem National Geographic zusenden. Die sind sicher interessiert an seltsam... äähh seltenen Spezien. 😉
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Themenstarter257 Beiträge · seit 201028. Dez. 2016 ·
09.09.16 – Nungwi – Dar Es Salaam – Zürich
Heute morgen fällt das Aufstehen schwer, denn es naht der Abschied. Wir geniessen nochmals das Frühstück mit Anita und Meck, die sehr aufgeschlossene und liebevolle Gastgeber sind. Ein wahrlicher Glückstreffer, den wir da bei unserer Suche nach einer neuen Unterkunft gefunden haben. Wir plaudern noch ein wenig, zwischenzeitlich checke ich für unseren Flug ein und als die neuen Gäste zum Frühstück erscheinen, gehen wir zurück auf unsere Zimmer und packen. Das Gepäck stellen wir unten beim Eingang hin und surfen noch ein wenig durchs Internet. Vor dem Mittag legen wir nochmals einen Spaziergang am Strand hin, ohne natürlich nicht von den Beach Boys nach Aktivitäten angefragt zu werden. Den einen sehen wir schon zum dritten Mal in den letzten drei Tagen und er meint, er hätte Anspruch, dass wir bei ihm etwas buchen. Schliesslich sei er der erste gewesen, der bei Ankunft mit uns geredet hat (stimmt nicht) und dass das Leben hier hart sei und er etwas verdienen müsse (stimmt, aber wir kriegen die Ferien ja auch nicht umsonst, sondern müssen auch anpacken). Nach einer Weile lässt er locker und wir haben den Strand zur einen Seite hin abgelaufen. Im Zurückgehen kehren wir im Restaurant Guruguru ein. Während wir auf das Essen warten, kommt ein Angestellter (ist aller Anschein nach für Buchung der Aktivitäten zuständig) zu uns und fragt uns ob wir schnorcheln, tauchen, Sunset-Touren machen wollen. Nachdem wir ihm gesagt haben, dass wir abreisen, lässt er nicht locker und fragt weiter ob wir ein Taxi brauchen. Nein! Die Fragerunde ist noch nicht beendet. Jetzt will er wissen, in welcher Unterkunft wir sind. Nun wird es Picco langsam zu bunt. Warum ist das wichtig, fragt Picco zurück. Manchmal sehe auch ich den Sinn der Fragen nicht... Aber der Angestellte lässt uns alsbald in Ruhe und das Essen (Seafood Curry) schmeckt eindeutig besser als die vorhergegangenen Minuten...

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Die örtliche Schiffswerft...

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... und das Ergebnis davon, auf dem Meer schwimmend

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Grösseres Exemplar einer Krabbe

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Der Selfie-Stick darf natürlich nicht fehlen

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Mein Seafood Curry

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Ein letzter Blick zum Strand und dem Leuchtturm

Zurück im B+B verabschieden wir uns von Meck, Star, Rampadi und Simba.

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Tschüss B+B, es war wirklich schön bei dir!

Anita fährt uns Flughafen, denn wir nach gut einer Stunde Fahrzeit erreichen. Der Abschied fällt nicht leicht, eine Umarmung und mit den besten Wünschen sagen wir Adiöö. Das Check-In beim Inland-Terminal geht schnell voran. Die kleine Halle wird mit zwei Klimaanlagen runtergekühlt und wir warten bei ungewohnt kühlen Temperaturen, bis unser Flug ausgerufen wird. Der Flug zurück nach Dar Es Salaam dauert wiederum 20 Minuten, den Buschpilot kennen wir vom Flug in den Ruaha. Vor dem Terminal 1 warten einige Taxifahrer, die uns in die Stadt bringen wollen. Picco hat vorgeschlagen, die lange Wartezeit zwischen den Flügen in einem Hotel zu verbringen, damit wir uns da frischmachen können. Gute Idee! Unser anvisiertes Hotel liegt rund 3 km vom Flughafen entfernt. Ein Taxifahrer will dabei 40$. Bei 20$ verneinen wir immer noch und entscheiden, statt ins Hotel direkt zum internationalen Flughafen zu laufen. Ein anderer Taxifahrer folgt uns und bietet für seine Fahrt Hin und Zurück 35000 Schilling. Das Angebot nehmen wir an. Kurze Zeit später treffen wir im „The Dreamers executive Hotel“ ein und nehmen uns ein Zimmer für zum Auffrischen und Duschen. Zwei Stunden später wartet der Taxifahrer unten auf uns und wir fahren zurück zum Flughafen. Inzwischen ist es dunkel geworden und die Strassen verstopfter. Unser Taxi hat seitlich und vorne im oberen Bereich getönte Scheiben, mir ist schleierhaft, wie der Fahrer hier den Überblick behält, vorallem bei seitlichen Verkehr. Längere Zeit fahren wir im Stau, ehe es den letzten Kilometer zum Flughafen flüssig läuft. Der Fahrer erhält von uns 70000 Schilling für Hin und Zurück. Wir geben unser Gepäck ab, holen den Ausreisestempel und gehen zum Gate. Im Restaurant trinken wir ein Savanna, zudem nehme ich noch ein Chicken-Sandwich, um die Malariatablette besser zu verdauen. Aber wenn ich mir das Flughafen-Essen so ansehe, frage ich mich, was nun besser für die Verdauung ist - Tablette oder das Sandwich mit den öl-triefenden Pommes. Vielleicht hebt das eine das andere auf, oder umgekehrt…

Das Flugzeug startet mit ca. 30 Minuten Verspätung, da erstens ein Gepäck von einem Passagier hervorgeholt werden muss, der nicht durch die Passkontrolle gekommen ist und zweitens, weil eine günstige Flugzeit berechnet wurde und wir erst ab 6.00 Uhr am Flughafen Zürich landen können. Der Flug verläuft ruhig. Die Nacht kann nicht wirklich mit Schlafen verbracht werden. Zum Fenster rausschauen macht auch erst beim Überflug über die griechischen Inseln und Athen Sinn, denn von unten erstrahlt ein grosses Lichtermeer von Griechenland. Pünktlich landen wir in Zürich, auch das Gepäck trifft ein. Zusammen laufen wir zur Bahnstation. Hier heisst es Abschied nehmen, einer reist Richtung Ost-, der andere Richtung Zentralschweiz. Danke für die drei spannenden, anstrengenden, lustigen, interessanten, heissen, staubigen, trockenen Wochen in Afrika!

Und jetzt wie bei der Oscar-Verleihung: die Dankesrunde!
Vielen Dank an:
Jean Bosco, Virunga Amani Tours (www.virungaamanitours.com) - für die Begleitung ab/nach Ruanda, mit den kleinen Abstechern zu den Gorillas und auf den Nyiragongo. Empfehlenswert!
Sikoyo, Mashoka Tours (www.mashokatours.com) - trotz anfänglich harzigem (im Nachhinein unverschuldeten) Start, für die Tiere im Ruaha und den Sonnenring in Makambako. Empfehlenswert!
Claudio "Picco" Comolli - für die Organisation und Buchung der Reise, für die nette Begleitung und deine Nerven, mich drei Wochen lang zu ertragen... 😄 . OK, als Reiseleiter hattest du ja immerhin die Vorzüge, dass die Hotelzimmer auf der ruhigeren Seite waren und die Duschen Warmwasser gaben (was bei mir ja manchmal nicht vorkam). 😉
Alle Leser, die bis zum Schluss durchgehalten haben, trotz meiner (zeitlich) unzuverlässigen und stockenden Beiträge. Schön, das ihr bis zum Schluss geblieben sind.
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
6’415 Beiträge · seit 201128. Dez. 2016 ·
Hoi Sven
Seven schrieb:Danke für die drei spannenden, anstrengenden, lustigen, interessanten, heissen, staubigen, trockenen Wochen in Afrika!
Bitte! Und selber danke für die tolle Reisebegleitung! Gerne wieder!
Seven schrieb:Und jetzt wie bei der Oscar-Verleihung: die Dankesrunde!
Vielen Dank an:
Jean Bosco, Virunga Amani Tours (www.virungaamanitours.com) - für die Begleitung ab/nach Ruanda, mit den kleinen Abstechern zu den Gorillas und auf den Nyiragongo. Empfehlenswert!
Sikoyo, Mashoka Tours (www.mashokatours.com) - trotz anfänglich harzigem (im Nachhinein unverschuldeten) Start, für die Tiere im Ruaha und den Sonnenring in Makambako. Empfehlenswert!
Kann ich mich uneingeschränkt anschliessen!!!
Seven schrieb:Claudio "Picco" Comolli - für die Organisation und Buchung der Reise, für die nette Begleitung und deine Nerven, mich drei Wochen lang zu ertragen... 😄 .
Gerne, und genervt hast Du mich nicht ein einziges Mal...Du sagst offen Deine Meinung wenn etwas nicht passt und hälst Dich an Absprachen ohne daran erinnert zu werden, topp, wie's sein soll! Danke auch dass Du mich drei Wocher ertragen hast! 😎
Seven schrieb:OK, als Reiseleiter hattest du ja immerhin die Vorzüge, dass die Hotelzimmer auf der ruhigeren Seite waren und die Duschen Warmwasser gaben (was bei mir ja manchmal nicht vorkam). 😉
Jetzt nervst Du aber!!! 😈
😛 😉 😄
Meine Dusche bei Anita's B&B war aber am ersten Tag auch kalt, Deine nicht... 😵 😗 😣
...ok, sonst wars immer Deine die kalt war... 😛
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1’625 Beiträge · seit 201513. Jan. 2017 ·
Hallo Sven
irgendwie ist mir das Ende Deines Reiseberichtes durch die Lappen gegangen. Wie gut, dass ich momentan viiieeeellll Zeit am Frankfurter Flughafen habe und nachdem ich mich durch Würstchen, Kartoffelsalat, Haribo Colorado, Suppe und Salat gefuttert habe, war ich auf der Suche nach Deinem Bericht und siehe da auch da sollte ich wohl langsam aus dem Auto/Hotel/Strand aussteigen.

Vielen Dank für Dein Schreiben. Ihr hattet eine absolut tolle, abwechlungsreiche und abenteuerliche Tour.

Liebe Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Themenstarter257 Beiträge · seit 201014. Jan. 2017 ·
Liebe Elisabeth

Bitte, gern geschehen! Schön, dass du mitgelesen hast und damit die Zeit damit am Frankfurter Flughafen überwinden konntest. Wohin geht's denn überhaupt bei dir?

Beste Grüsse
Sven
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
1’625 Beiträge · seit 201514. Jan. 2017 ·
Lieber Sven
leider waren wir bereits auf dem Rückflug, unser Kenia Urlaub ist schon vorbei. Schnüff, aber wir hatten eine wirklich unglaublich tolle Zeit.
Viele Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
104 Beiträge · seit 201616. Jan. 2017 ·
Hallo Sven

Nun hast du es geschafft mich zu enttäuschen, liebend gern wäre ich noch weiter mit euch gereist!
Danke für den schönen Reisebericht!

Liebe Grüsse

Herby
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2017
Themenstarter257 Beiträge · seit 201016. Jan. 2017 ·
Hallo an alle

@ Elisabeth: nach der Reise ist vor der Reise. 😉 Ich freue mich jedenfalls auf deinen Reisebericht... 😛 😄

@ Konni: danke für das "Dankeskärtchen".

@ Herby: ja, ich wäre auch noch gerne weitergereist. Aber wie immer sind die Ferientage schnell vorbei.

Vielen Dank für eures Mitlesen und LG
Sven
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 Reisebericht: Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016 Reisebericht: Summit to the sea – Tansania 2026
6’415 Beiträge · seit 201101. Nov. 2017 ·
Hoi zämä

Ich hab in meinem Reisebericht unser gemeinsames Fotobuch, von Sven perfekt zusammengeschustert und von mir auf mein anderes Format abgeändert, eingestellt...zumindest hab ich damit angefangen...
Nochmals vielen Dank für die Riesenarbeit, Sven!!! 🤩
Hier der Link dazu: Klick mich!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)