Northern Circuit & Zanzibar als Selbstfahrer 08/15

Reisebericht 42 Antworten · 14,8k Aufrufe · gestartet 06. Sept. 2015 von aku1986
Themenstarter151 Beiträge · seit 201131. Okt. 2015 ·
Freitag, 14. August 2015
von Zissi

Wie schon am Lake Natron ist auch die Nacht auf dieser Campsite sehr stürmisch, so dass mit mehreren lauten "Boin-n-n-n-ng" die Stangen von den Vordächern der Zelte abspringen und das ganze Auto heftig wackelt. Moa und ich bereiten uns innerlich schon auf das Schlimmste vor (kann das Auto vom Wind umkippen?), während Ann-Kathrin und Dirk einfach nur in Ruhe schlafen wollen. Zum Glück lässt der Wind im Laufe der Nacht nach und schließlich können alle bis 6 schlafen, bis der Wecker klingelt.
Die gesetzten 30 Minuten bis zur Abfahrt halten wir wiederholt nicht ein und so ist es kurz vor 7, ehe wir mit Kaffee in Thermobechern und Tee in der Thermoskanne mit unserem silbernen Fahrzeug die Campsite verlassen. Da der Weg das Ziel ist, ist unser Ziel der Grumeti Circuit. Dieser Rundweg führt - wie der Name schon sagt - am Grumeti River entlang und um ihn zu erreichen, müssen wie an der Public Campsite vorbei, wo auch gerade ein Safariautos aufbricht. Der Fahrer stoppt uns und alle Insassen zeigen aufgeregt nach oben zu einem Felsen. Auch wir richten unsere Blicke dorthin. Und dann sehen wir ihn: unseren zweiten Leoparden! Kurz schaut er sich um, dann verschwindet er im Dickicht. Juhuu!

Die ersten Kilometer sind eher unspektakulär und ohne landschaftliche und animalische Highlights, wobei wir immer wieder Warzenschweine oder auch "Pumbaas" sehen, die mit ihren Antennenschwänzen meist in einer Reihe durch die Gegend laufen. Dann erreichen wir aber den Fluss, der zwar nicht sonderlich breit, dafür aber fast paradiesisch ist mit vielen großen Felsen und grünen Bäumen. Hier tummeln sich einige Meerkatzen.

h14a54ee.jpg


h87c4a6e.jpg


Für Moa steht schließlich die Feuerprobe bevor: sie darf nun auch endlich mal Defender fahren und tut dies auch sehr souverän. Sie lenkt uns an Gnus, Giraffen, Antilopen und Warzenschweinen vorbei, bis wir eine Pause an einer vermeintlichen Wasserstelle machen, an der - wie wir glauben - ein paar Gnus trinken wollen aber sich nicht trauen. Vielleicht ist ja doch ein Löwe da...? Wir packen den Tee aus und es sind keine fünf Minuten vergangen, da sehen wir auf der anderen Flusseite einen Geparden vorbeilaufen. Wir können es nicht fassen und freuen uns sehr, auch wenn wir ihn kein zweites Mal sichten. Leider hat er auch keine Manieren und hält nicht mal für ein Foto still.

h34259d9.jpg


Die Fahrt mit Moa am Steuer endet bei einer Horde Elefanten, die uns unmissverständlich klar machen, dass wir besser nicht näher kommen. Das ganze läuft ganz ruhig und nicht aggressiv ab, dennoch möchte Moa im Falle eines Angriffs nicht am Steuer sitzen. Ich übernehme und lenke uns den zeitweise nicht mehr vorhandenen Weg entlang. Das Fluchtfahren muss ich dann tatsächlich noch einmal anwenden, als ein Büffel der Meinung ist, wir kämen ihm zu nahe. Zum Glück ist es bloß ein Scheinangriff und mit etwas Adrenalin im Blut entkommen wir der Situation. Es folgen weitere Elefanten-, Gnu-, Zebra-, Büffel-, Giraffensichtungen etc. ehe wir um die frühe Mittagszeit an der Campsite ankommen.

h5320da7.jpg


h99ff07f.jpg


hbc5126f.jpg


Siesta! Wir duschen, essen, schlafen, lesen, spielen, räumen auf, kochen ... und genießen die Ruhe.

h463227b.jpg


h70044cd.jpg


Erst gegen halb 3 (?) sind wir wieder abreisebereit und gehen wieder mit unserem silbernen Safari-Auto auf die nächste Pirschfahrt, den Ngare Naironya Loop. Unsere Suche nach Löwen wird jedoch immer heftiger von Tsetse-Fliegen unterbrochen, sodass wir irgendwann nur noch wie wild um uns schlagend und fluchend dasitzen. Es wird wohl doch langsam mal Zeit, die Fliegennetze auszupacken... Außergewöhnliche Tiersichtungen sind einige interessante Eidechsen, bunte Vögel, Mangusten und eine Art Murmeltiere. Die Raubtiere lassen sich nicht blicken, wir können sie aber immer öfter riechen.

h2f2c2f3.jpg


ha68b088.jpg


hec787af.jpg


Wir beenden die Rundtour mit unserem Lobo Game Drive und kehren dann zum anderen Auto auf der Campsite und zu Joe zurück. Joe ist das Chamäleon, dass schon die stürmische Nacht über uns im Baum gesessen hat und nicht abhaut. Wir richten uns wie immer gemütlich ein, ein Lagerfeuer wird entzündet und dann gibt es Gulasch mit von Ann-Kathrin kreierter Soße und zum Nachtisch Brotpudding - wie schmeißen eben nichts weg. Vor acht Uhr sind wir dann in unseren Zelten und erwarten die nächste stürmische Nacht.

had83da8.jpg


h38a2692.jpg


By the way - an diesem Tag habe ich gemerkt, dass ich einen besch*** Filter auf meinem Teleobjektiv habe, der alle Bilder unscharf gemacht hat. Das kommt davon, wenn man nicht jeden Tag die Bilder auf dem Laptop gegencheckt. Ende vom Lied: den Grossteil der Tele-Bilder bis zu diesem Tag konnte ich wegschmeissen, ab jetzt gibt's dann ein paar mehr. 😈
November - Februar 2025/26: Galapagos - Kolumbien - Panama - Costa Rica: https://findpenguins.com/schmidtsontour/trip/lateinamerika?sort=ASC Oktober / November 2023: Johannesburg - Panorama Route - Kruger - Drakensberge - Tiger Canyon - Mountain Zebra - Addo - Garden Route - Cape Town - Mauritius: https://findpenguins.com/schmidtsontour/trip/sudafrika-mauritius?sort=ASC Oktober 2012: Windhoek - Etosha - Caprivi - VicFalls - Chobe - Moremi - Windhoek als Selbstfahrer... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/276224-das-1-mal-afrika-namibia-botswana-okt-2012.html?limitstart=0&start=48 August 2015: Arusha - Arusha NP - Longido - Lake Natron - Serengeti NP - Ngorongoro Conservation Area - Tarangire NP - Arusha - Zanzibar als Selbstfahrer... http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/287175-northern-circuit-zanzibar-als-selbstfahrer-08-15.html
zuletzt bearbeitet 31. Okt. 2015
12 Beiträge · seit 201504. Juli 2017 ·
Super tolle Beschreibung was wichtig ist und toller Bericht.
Frage: Camping-Dusche - nehmt Ihr die von zu Hause mit? Wie schaut den so etwas aus? Oder mietet ihr die vor Ort dazu?
Wenn ihr die Dusche an den special Campsites benützt habt müsst ihr ja viel Brauchwasser mitnehmen. Wo füllt man den Brauchwasser in Tansania wieder auf? (ohne Bilharziose oder ähnlichen)

Viele Grüße Sabine
zuletzt bearbeitet 04. Juli 2017
1’450 Beiträge · seit 200605. Juli 2017 ·
Hallo Sabine,

nachdem Dir bisher noch niemand geantwortet hat, versuche ich es mal:

Eine Campingdusche ist ein schwarzer fester Plastiksack, den man auf die Kühlerhaube des Autos legt, damit das Wasser warm wird. Dann wir der Sack in einen Baum gehängt und zum Duschen die Duschöffnung am anderen Ende geöffnet. Es gibt diese Säcke mit 5 bis 25 Liter.
Und Du glaubst gar nicht, wie gut man mit 5 l Wasser duschen kann.

Trinkwasser bekommst Du auf jedem Campingplatz und in den Campern ist ja ein Trinkwasser-Tank. Ich persönlich würde dieses Wasser trotzdem nicht trinken, denn man weiss ja nie, wie der Tank innen aussieht, ob er auch richtig desinfiziert wurde etc. Zum Trinken gibts ja in jedem Supermarkt Flaschen mit 1 oder 5 l oder noch grösser.
Aber zum Duschen, waschen, Geschirrspülen etc. ist das Wasser aus dem Tank einwandfrei geeignet. Billharziose gibts ja nur in offenen, stehenden Gewässern, also Seen oder Pfützen.

Beate